Abgesang. Fanal. Meisterwerk. Ein Film, der mit den Jahren immer grösser wird. Eines der klügsten und reichsten Drehbücher der 90er Jahre. Ein grandioser Auftritt von Gene Hackman, der selbst einem durch und durch bösartigen Charakter noch Nuancen der Tragik zu verschaffen weiß. Ergreifend, niederschmetternd, endgültig. Schlägt die Brücke vom selbstironischen Rentner-Ulk zum surrealen Untoten-Finale, in dem Eastwood wieder zum Mann ohne Namen wird. Zu einem hohen Preis. Sätze für die Ewigkeit. "I don't deserve this. I'm building a house." Vielleicht Clints beste Arbeit.
In diesen stillen Momenten werden die Selbstzweifel der Cowboys deutlich, die niemals weniger Cowboys waren als hier und die Clint Eastwoods Hommage an Sergio Leone und Don Siegel schon wie blanke Ironie wirken lassen, denn wohl nie war man weiter von der dort geschilderten Mentalität entfernt als in „Erbarmungslos“, dessen heimlicher Star die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen des Kameramanns Jack Green sind, der die unberührte Landschaft Kanadas in all ihren schillernden, leuchtenden Farben und ihrer Weitläufigkeit eingefangen hat. Ein de-mystifizierender Anti-Western mit gebrochenen Helden, die versuchen, aus ihrer Haut auszubrechen und kläglich scheitern.
Hervorragender Spätwestern, in dem Gene Hackman, Clint Eastwood und Morgen Freeman brillieren. Illusionslos stellt er die Gier nach Macht und Geld der Zeit aus. Eastwood findet dafür gute Dialoge und zerstört wie John Ford in seinen späteren Arbeiten die Legende vom goldenen Westen.
[...] Was den Film auszeichnet, ist auch seine ungewohnt kalte Stimmung, die für so manchen Zuschauer aber auch einfach nur zäh wirken kann.
In seinem Genre ist „Erbarmungslos“ ein nicht unwichtiges Ausnahmewerk. Diese interessante Reflexion über den guten alten Western lohnt sich, auch wenn Eastwoods ruhige Inszenierung der an sich sehr simplen Grundgeschichte viele langatmige Minuten enthält.
Ich geb keine Wertung ab Will nur mal generelll was anmerken.Fast Jeder lobt den Film, aber warum sieht keiner das alles shcief läuft das Schießen, das Reiten einfach alles klappt nicht so recht beim Character den Clint spielt! Aber am Ende nach ner Unmenge von Whiskey ershcieß er alle Bösen in dem Saloon! Was soll das denn für ne Moral sein?
"Unforgiven" ist ein Spätwestern über drei Kopfgeldjäger, wie sie vom Charakter her unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Geschichte über Lügner und Betrüger, eine Geschichte über gnadenlose Rache, der düstere und scheinbar endlose Regen dient als Stilmittel und macht einen grossen Teil der fantastischen Atmosphäre des Filmes aus.
"Unforgiven" ist nicht ein ganz typischer Western, denn er spielt mit Klischees und Elementen, die für einen Western typisch sind. So wirkt der Film sehr fortgeschritten und bildet einen Gegenpol zu seinen zahlreichen Vorgängern. SPOILER Clint Eastwood nahm dafür den alten Westernhelden zur Zeit Leones wieder aus der Schublade, wodurch dieser natürlich stark verstaubt ist und erstmal zur alten Stärke zurückfinden muss. Und langsam wird William Munny wieder ganz der Alte, bis am Ende mit dem Mord an seinen besten Freund kaltblütig und erbarmungslos abgerechnet wird. Hier geht es nicht darum, was ein Mann verdient, sondern was er bezahlt.
Morgan Freeman spielt sowieso herausragend, doch auch Gene Hackman und vor allem Jaimz Woolvett möchte ich loben. Er spielt einen wortkargen und temperamentvollen jungen Mann, der sich aber als Lügner entpuppt, der die Konsequenzen nicht abschätzen konnte. Eine schwierige Rolle hat er hier super gemeistert.
Einer der besten Western die je gedreht wurden und einer der besten Eastwoods.
"Ich komme jetzt raus und jeden, den ich sehe, werde ich erschießen. Sollte es jemand wagen auf mich zu schießen, töte ich erst ihn, dann seinen Freund und dann seine Familie... ich brenne sein verdammtes Haus nieder! Also überlegt es Euch!"
Auf der Suche nach der "perfekten” Mischung aus Antiwestern, Drama und "dem” kaltblütigen Abgesang auf das Westerngenre wird man sich zwangsläufig mit Clint Eastwoods Meisterwerk "Erbarmungslos” auseinandersetzen müssen. Die Mythen des Genres werden von der Realität wieder eingeholt, alle bekannten Klischees des bereits totgesagten Western werden genüßlich ausgekostet, die vermeintlichen Helden der Erzählung werden zu ganz normalen Nobodys degradiert, welchen es schwer fällt zu töten, dieser Prozeß wird im laufe von "Erbarmungslos" schonungslos offengelegt, "Erbarmungslos” erweist sich als packende Parabel, als Reflexion über fehlgeleitete Individuen, über die Perspektive der eigenen, "wahren” Gerechtigkeit, als fesselndes Drama um Mord, Korruption, Gewalt, Rache und die Werte von Freundschaft, Stärke und Schwäche.
Wer denkt, das Clint Eastwood sich in seinem Meisterwerk "Erbarmungslos" bei bestimmten, inszenatorischen Mechanismen des Genres bedient, hat sicherlich nicht ganz unrecht, sicherlich gibt es Figuren/Genrentypisch zum einen den bösen Sheriff (herrlich fies: Gene Hackman), und zum anderen den trauernden vermeintlichen Helden (bärbeißig und spröde: Clint Eastwood), welcher den Verlust der Familie nicht überwinden kann, zu bewundern.Gene Hackman, in seiner Rolle zum vordergründig sadistischem Schwein degradiert, erweist sich aber nicht als schier unbesiegbarer Widersacher, sondern als Mensch und Mann mit Fehlern und Schwächen, welcher unfähig dazu ist, für sich selbst zu sorgen. Kaltblütig morden ist sein Ding, ein Haus zu errichten weniger. Jaimz Woolvett (in der Rolle des Elroy Tate) bedient zuerst das Klischee des großmäuligen Nachwuchshelden, welcher seinem Vorbild nacheifert, bevor dieses in seine Einzelteile zerlegt wird. Mit längerwerdender Filmdauer wird seine Figur zu einer unfähigen u. unsicheren Persönlichkeit degradiert, welche nicht die Chuzpe und die Skrupellosigkeit besitzt, Morde am laufenden Band wie Munny zu begehen.
Morgen Freeman darf den vordergründig betrachteten, gutmütigen Buddy geben, welcher sich aber nachhinein aus bestimmten Gründen vom eigenem Partner lossagen muss. Clint Eastwood tätigt im Laufe des Filmes den Schachzug, seine wichtigen Protagonisten zu entglorifizieren, in seiner Rolle als William Munny schlägt er unerwartet moralisch über die Strenge und ungewohnte harte Töne an, in dem er sich der ganz "eigenen Form” der Gerechtigkeit verschreibt, denn im Verlaufe der Handlung begeht er einen unnnötigen Mord aus Vorsatz an ein paar Verbrechern, welche sich an einer Hure griffen haben. Die Moral verliert ihre Bedeutung. Denn moralisch vertretbar wäre es gewesen, eine geringere Form der Bestrafung durchzusetzen...Aber auch das weibliche Geschlecht gibt sich wie in bereits x-mal durchexerzierten romantisch verklärten, zweitklassigen Western nicht wehrlos dem männlichen Geschlecht hin, Clint Eastwoods ausgewählte Darstellerinnen verkörpern in ihren Rollen die aufstrebende Emanzipation und den Kampf gegen die brutale Männerschaft und die daraus resultierende Unterdrückung.
Und am Schluß tötet William Munny Sheriff Little Bill Daggett nicht aus Gründen der "persönlichen” Gerechtigkeit, sondern auch aus Gründen des reinen verbittert seins, für seinen Nachwuchs und aus persönlichen Rachegelüsten, weil seine kriminelle Vergangenheit offengelegt wird. Der Betrachter ist immer dazu geneigt, all diese Sachverhalte mißzuverstehen und Clint Eastwoods Werk fehl zu interpretieren. Munny beschafft sich am Ende von "Erbarmungslos" das benötigte Kapital, damit er seine Nachkommenschaft durchbringen kann. Und der Tod des eigenen "Freundes” ebnet ihm die Tür dazu. Die bis zu einem gewissen Zeitpunkt existente Freundschaft zu Ned Logan hat mit dessen Ableben kurz vor Beginn des finalen Shootouts bereits ausgedient. Ein tiefgreifender, moralischer Konflikt zwischen beiden Partnern geht der Beendigung der Freundschaft voraus.
"Ich bin nicht mehr so wie früher. Ich tu es weil ich Geld brauche. Es soll ein Anfang für meine Kinder sein." -
Und Clint Eastwood scheut sich am Ende in seiner Rolle auch nicht davor, zwecks erreichen seines auferlegten Zieles als eingeführter Antiheld jeglichen Wiederstand zu beseitigen, ja sogar selbst Frauen und Kinder. Am Ende obsiegt der persönliche Zynismus:
"Behandelt eure Huren anständig, sonst komme ich wieder und töte euch alle."
Ein einzig moralisch gut gemeinter Ratschlag und der Mord als Mittel zum Zweck ist für William Munny die immer noch vorhandene Möglichkeit, aus der Perspektive verschiedener Individuen Gerechtigkeit üben zu können. Clint Eastwood verkörpert das wohl selbstgefälligste A..., welchem die Perspektive an "wahrer” Gerechtigkeit schon lange abhanden gekommen ist. Niemand kann so tun, als könnte man die eigene kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen und zu diesem Zweck vermeintliche Gerechtigkeit üben / andere subjektiv betrügen. Eastwoods Figur William Munny erweist sich als gebrochene, tragische und bemitleidenswerte Figur, welche gerne ein Held sein möchte, aber nie und nimmer mehr werden wird, weil diese sich zum Schluß selbst belügt und sich als gerecht aufspielt.Wenn Munny am Ende des Filmes zu seinen Kindern zurückkehrt, spürt man die tragischen Konsequenzen seiner Person, die Rückkehr gelingt ihm nur durch die Rückbesinnung auf die bereits hinter sich gelassene kriminelle Energie. Ein Killer bleibt ein Killer.
Der "klassische" Western ist tot, Eastwood gewährt diesem eine angemessene Beerdigung, verbeugt sich vor ihm in au seine Art und Weise ein letztes Mal, dann wird Clint Eastwoods Helden Mythos vergangener Westerndekaden aber gebrochen und dient somit ein für allemal aus. Clint Eastwood holt den Western mit samt seiner Thematik komplett in die Realität zurück. Dazu gärt in "Erbarmungslos" eine bedrohliche Atmosphäre, welcher weniger dem klassischem, staubigem Western als eher dem Film Noir nahe ist. Die Nächte in Big Whiskey sind kalt, windig und regnerisch, die Menschen verhalten sich stets abweisend, skrupellos und verkommen, auch die übliche, sich anbahnende, x-mal durchdeklinierte Lovestory zwischen dem Protagonistem und dem persönlichen, potentiellen Love Interest wird nicht zur Vollendung geführt, sondern scheitert schon im Ansatz.
Fazit: Mit "Erbarmungslos” zerlegt Clint Eastwood den Traum vom klassischen, romantischen Mainstream Western Helden in seine Bestandteile und zertrümmert die schwarz weiße Figurenzeichnung des Genres konsequent. Man durchleidet das persönliche Dillemma des Protagonisten, welcher sich der eigenen kriminellen Energie bemächtigt, um etwas vermeintlich gutes für andere bzw. etwas positives für seine Nachkommenschaft am Ende zu realisieren. Und als tragische Folge davon nimmt dessen persönliches, seelisches Innenleben Schaden. "Erbarmungslos” glänzt mit einem erstklassigem Script, erweist sich als hervorragend in Szene gesetzt, dazu erledigt der gesamte Cast seinen Job mehr als souverän. "Erbarmungslos” ist etwas schwierigere, phasenweise ungemütliche und gewöhnungsbedürftigere Kost, welche wie angesprochen leicht mißinterpretiert werden kann. Um und dieses Problem zu lösen, empfiehlt sich eine mehrfache Sichtung. Nichtsdestotrotz gehört "Erbarmungslos” als Ausnahmefilm und als klare Gegenpositionierung zu Clint Eastwoods eigenen Western / Image Glorifizierungen zu den besten Filmen der Filmgeschichte und erweist sich als rundum gelungen.
Clint Eastwoods großartiger Spätwestern "Unforgiven" ist einwandfrei gefilmt, fantastisch erzählt und zaubert eine starke, dichte Atmosphäre herbei, die den Zuschauer schnell gefangen nimmt. Der Film ist einzigartig, da er von der Bildsprache her durchaus an Leone oder Corbucci erinnert, inhaltlich aber eine Entmystifizierung des klassischen Western und ein Abgesang auf Eastwoods eigene Legende ist. Die Cowboys in "Unforgiven" sind keine glorreichen Helden, sondern abgewrackte alte Männer, die den Tag einfach nur irgendwie überstehen wollen, und Gewalt ist hier nicht an der Tagesordnung, sondern wird als der letztmögliche Lösungsweg angesehen. Der Film wirkt dadurch extrem düster, sehr dreckig, trostlos, bedrückend und in der Tat erbarmungslos, jedoch ebenfalls sehr authentisch und realistisch.
Die tadellose Inszenierung und die durchweg großartigen Schauspieler machen das Gesamtpaket perfekt und sorgen dafür, dass "Unforgiven" auf jeden Fall unforgettable ist. Eine heftige, bittere Erfahrung, die zugleich unglaublich facettenreich, äußerst interessant und definitiv mehr als sehenswert ist. Ein kleines Meisterwerk, das Altmeister Clint zu Recht zwei Goldjungs eingebracht hat.
Seit diesem Film verpasse ich keinen Eastwood-Film mehr. Für mich der Film, in dem er erbarmungslos mit sich selbst als Schauspieler und mit dem Western-Genre allgemein aufräumt und mit dem er zu den Mitbegründern des "New Western" zählt. Dieser Film ist so vollgestopft mit emotionalen Berg- und Talfahrten, so voller kleiner rührender, im nächsten Moment wieder vollkommen sinnlos erscheinender Dialoge, das es schon fast als Parodie durchgeht. Es ist ein "typischer" Eastwood, der aufräumt mit Idealbildern und dem schönen Schein und in einem der besten Monologe der Filmgeschichte endet! Die Schauspieler Hackman, Freeman und Eastwood sind in diesem Film auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Hier ist für mich persönlich ein nahezu verstorbenes Western-Genre eindrucksvoll von den Toten auferstanden!
Der gute, heldenhafte Western ist vorbei. "Erbarmungslos" ist in jeder Hinsicht scheusslich und kein Gute-Laune-Film. Das Töten wird komplett anders beurteilt, obwohl es sich in Sachen Kameraeinstellung kein bisschen von den glorreichen Western unterscheidet. Die Besetzung kann man als schlicht überragend bezeichnen und die Atmosphäre ist extrem dicht und lässt kaum Zeit zum Atmen.
Clint Eastwood arbeitet mit einer absoluten Topbesetzung. Gene Hackman als eiskalter Cherif und Morgan Freeman als Exkiller mit schlechtem Gewissen passen perfekt. Es ist ein Western der überrascht und der den Zuschauer mitfühlen lässt. Es wird nicht sonderlich viel geschossen aber fast jeder Schuss hat eine Funktion und Bedeutung. Eastwood verkörpert eine Art Anti-Held, der innerlich zerrissen versucht zwischen Geldgier, Mord, Freundschaft, Ehre und Respekt einen Mittelweg zu finden. Dabei krempelt er den Heldenmythos aus den klassischen Western komplett um. Wirklich umgehauen haben mich die letzten 10 Minuten, in denen Eastwood nochmal zeigt, dass er immer noch einen tollen, knallharten Schurken abgeben kann.
Als Nichtwesternfan bin ich von Eastwood's Werk nicht wirklich begeistert. Der Film ist zwar ganz oke, aber zum Teil doch ein wenig langweilig. Bis zum Finale ist für mich Gene Hackman als gnadenloser Sheriff der Höhepunkt, im Finale muß er aber Eastwood selbst den Platz an der Sonne freimachen, denn der ist dann so richtig cool.
Für dieses Finale gibt's nen halben Extrapunkt.
der film hat mich ehrlich gesagt enttäuscht. die ersten 5 minuten waren ja noch ganz nett aber mittendrin einfach zu langatmig ohne jegliche spannung. man hätte in der mitte des films mehr spannung einbauen können.
guckt euch lieber "für eine handvoll dollar" an.
Was passiert, wenn der namenlose Fremde aus Eastwoods früher Westernkarriere altert? Er kommt kaum aufs Pferd, trifft nicht einmal eine Dose aus 4 Metern Entfernung und bekommt Rückenschmerzen wenn er nur an auf den Boden schlafen denkt. In Erbarmungslos demontiert Eastwood wunderbar den selbstgeschaffenen Westernmythos um den einsamen Rächer. Er ist nicht mehr einsam sondern braucht dringend einen Freund auf den er sich verlassen kann. In tollen Bildern und mit menschlichen Dialogen führt uns Eastwood durch den Film um mit einem gnadenlosen und bitterbösen Finale zu schließen. Eastwoods Abrechnung mit dem Westerngenre ist als Schlussstrich zu einer langen Schauspielkarriere in diesem Genre zu sehen und ist ihm wirklich geglückt. Herrlich, für jeden Westernfan eine Augenweide.
Namenhafte Schauspieler in einer unspannenden, aber dennoch mitreißenden Story. Das Charakterschauspiel ist sehr gut, der Film ist allerdings insgesamt kein klasse Film.
Clint Eastwoods all-erhabenes Meisterwerk von 1992 gehört bei mir in die Kategorie von Filmen, mit der ich wiedermal mein grosses persönliches Problem zu wälzen habe. Mir ist bekannt, dass es hier Oscars für die wichtigsten Kategorien regnete, Lobhuddeleien in damals wirklich allen Zeitschriften erschienen und es auf MP praktisch nur Bewertungen im dunkelroten Bereich gibt. Und dann schaut man sich den Klassiker nun endlich mal an und es kippt einem weiss Gott nicht vom Stuhl, was nun? Die Antwort: Entweder falsch, also hoch bewerten und sich beliebt machen, oder dann subjektiv "richtig", also nach Gusto werten und dabei fremdschämen und viele Freunde verlieren und halt dazu den Gedanken freien Lauf lassen.
"Unforgiven" liefert für mich zwar eine sehr dichte Atmosphäre voller tollen Landschaftsbilder ab und in vielen Szenen riecht es förmlich nach Whiskey, er hat mit den vier Herren die klassische Neuzeit-Westerncast im Köcher, die allesamt toll agieren und hat zwischendurch auch bestimmt seine raren packenden Momente zu bieten. Aber die Geschichte hat für mich persönlich so unglaublich viel überflüssigen Leerlauf drin, ist psychologisch oft kaum nachvollziehbar, schafft es nicht durch die ewige Slow-Motion tiefgründige Stimmungsbilder zu forcieren, ist dramaturgisch (mit den oft absackenden Dialogen ins Vakuum) immer wieder merkwürdig holprig und hat mit dem komisch anmutenden physiologischen Wandel der (ja eigentlich körperlich schwerkranken) Hauptfigur Eastwood einen so merkwürdigen Schluss-Showdown, bei dem ich mich voller Unglaube kneifen musste. Aber etwas können diese Art von Filmen ja immer: Nämlich beim (halbwegs intellektuellen) Zuschauer das volle Potential-Bord für Interpretationsmöglichkeiten freisetzen (siehe Comments darüber und darunter). Das bedeutet dies und dies das, der Fantasie sind jeweils wirklich keine Grenzen mehr gesetzt. Wobei der immer wieder kopierte und hochoriginelle Satz "Das ist der definitive Abgesang auf den Heldenmythos!" der bestimmt langweiligste von allen ist. Ich bin auch wahrlich kein (Neo-)Western-Spezialist, aber so summa summarum fand ich z.B. "The Missing" (2003; mit Cate Blanchett und Tommy Lee Jones) das viel packendere Erlebnis. Hoffentlich ist nun nur ja keiner sauer auf mich!
Nie gesehen - nur eins : Wer dich wegen einem schlechten Review "disliked" hätte es sowieso nie verdient in deiner Freundesliste aufzutauchen.So what ?
Hab dem Film ne 10 gegeben (und ihn auch kurz und knackig hymnisch in meinem Kommentar abgefeiert)...Dein Kommentar/Standpunkt ist aber sehr schlüssig und nachvollziehbar...hast sogar ein "Gefällt Mir" bekommen ;D
Dear Klappi, ich habe bei dem Thema "unerreichte Klassiker" mich immer mit einem riesengrossen Schuldpotenzial herumzuwälzen. Das hat bestimmt mit meiner "altehrwürdigen" Erziehung zu tun o.ä. Merci jedenfalls 1000 für den netten Comment!!
Ach Pat, solange du mir nicht wegen meiner Liebe fürs Omen-Remake den Krieg erklärst...Immerhin haste gewagt, über Erbarmungslos zu schreiben, ich noch nicht...
Eastwood trägt im Grunde den Western zu Grabe - ein Abgesang auf Heldentum, Selbstjustiz und Gewalt. Dabei stark in Szene gesetzt und getragen durch eine durchweg hervorragende schauspielerische Leistung von Freeman, Hackman und Eastwood. Vor allem aber leistet sich das Drehbuch keine übermotivierten Sprünge und sorgt genau für die Stimmung, die der Film benötigt.
Clint Eastwood betreibt in "Erbarmungslos" eine Entmystifizierung und De-Romantisierung des Wilden Westens, aber auch des Westerngenres. Die Revolvermänner sind gebrochene Männer. Eastwood kommt kaum noch aufs Pfers, schießen kann er nur mehr schlecht als recht. Die einen können nicht, die anderen wollen nicht mehr. An die glorreichen Geschichten ihrer Vergangenheit können oder wollen sie sich nicht mehr erinnern oder sie sind schlichtweg erlogen und in fast allen Fällen gar nicht so glorreich, wie sie in den Geschichten klingen - denn das Töten hat einfach nichts Heldenhaftes an sich. Letztlich geht es in diesem Film vor allem um diese Erkenntnis. Und nicht zuletzt durch die Person des Schreibers kritisiert Eastwood in "Erbarmungslos" auch ebenjene Glorifizierung des Tötens.
Thematik großartig, Besetzung genial, Inszenierung stark. Auf Eastwood ist eben Verlass. Lediglich mit dem Soundtrack konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Der war mir zu "schmalzig", hatte irgendwie "Heimatfilm"-Charakter. Außerdem fand ich es etwas unlogisch, als in einer Szene dann überall Schnee lag. Vorher gab es nie Anzeichen von Winter, unmittelbar danach gibt es auch keinerlei Schnee mehr. Und kurz vorher wurde ja auch soweit ich mich erinnere erwähnt, dass gerade Unabhängigkeitstag sei, oder? Das wäre dann ja der 4. Juli, also mitten im Sommer.
Zwischendrin gab es vielleicht die ein oder andere Länge, aber nichtsdestrotz ein großartiger Western, der durch seine Entglorifizierung im Grunde mit seinem Genre und dem Wilden Westen abrechnet. Zwar ist es schon ungefähr seit den 60ern mit dem Einsetzen der Spätwestern charakteristisch, von der Idealisierung/Romantisierung des Westernhelden abzusehen, jedoch gibt es kaum ein Werk, dass dies in dem Ausmaß betreibt, wie es Eastwood in "Erbarmungslos" tut. Lediglich gegen Ende hätte er vielleicht noch einen halben Schritt konsequenter sein können.
Clint Eastwood als tollpatschiger, eingerosteter Ex-Outlaw, im Schlepptau einen kurzsichtigen Halbstarken sowie einen nutzlosen alten Knacker? Und dieses bunte Häufchen Elend soll die Verstümmelung einer Hure rächen? Ob das (als Film) gut gehen kann?
Überraschenderweise schon. Sehr gut sogar.
Denn trotz meiner anfänglichen Skepsis entwickelt sich "Erbarmungslos" hervorragend und mündet in einem furiosen "HELL YEAH!"-Ende. Ich habe bisher nicht viele Western gesehen, aber dieser Eastwood Streifen stellt derzeit die Referenz dar, an der sich alle folgenden Filme dieses Genres messen werden müssen.
Einer der großartigen Filme, die einfach ununterbrochen unterhalten können, weil man den Schauspielen einfach alles abkauft. Die passen einfach wie die Faust aufs Auge.
Der Traum vom gelobten Land mit unbegrenzten Möglichkeiten, der Durst nach Freiheit und natürlich auch die Gier nach Besitz sind alte und bekannte Motive der meisten Westernfilme. ''Unforgiven'' ist da wohl komplett chiastisch entworfen worden um diesen altbewährten Motiven eine Absage zu erteilen. In den meisten Städten des Westens herrscht Recht und Gesetz und die Outlaws haben es immer schwerer irgendwo noch Fuß zu fassen. Manche Menschen leiden unter Repression, die anderen nehmen sich einfach zu viele Freiheiten und schaden ihren Mitmenschen. Clint Eastwoods Idee einen Western ohne unnötige Illusionen zu schaffen, ohne ein glückliches Ende und ohne den typischen Westernkitsch, der in den amerikanischen Western ja traditionell immer vertreten war, ist ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Erbarmunglos wird ein bildgewaltiger Spätwestern gezeigt, der eine einzigartige Story erzählt, die nicht gespickt ist von Anti-Helden wie im Italowestern, aber auch nicht von positiven Helden gemäß des amerikanischen Western. Klassische Westernfiguren liefert Clint Eastwood bewusst nicht, er versucht stattdessen zu zeigen, wie ein ländliches und familiäres Leben Wunden heilen kann und Menschen zu Ruhe kommen lässt, aber dennoch zeigt er, dass der alte Charakter mancher Menschen bis ins hohe Alter immer vorhanden ist und irgendwann rüttelt die Abenteuerlust und der Wunsch nach mehr Hab und Gut die Leute wieder zu Verbrechen und Aktionismus. Die Stereotypen der brutalen Killer sind umgekehrt worden in 3 Personen, die wollen, aber irgendwie nicht können. Eigentlich nette Menschen, die sich freiwillig als Kopfgeldjäger stellen, aber ihre Moral und ihr mitmenschliches Verhalten sind bei diesen Aufgaben wohl eher fehl am Platz. Unschlüssige Charaktere, die man schwer durchschauen kann, besonders Clint Eastwoods Rolle selbst, die gebrechlich wirkt aber auch sozialisiert & zivilisiert erscheint,am Ende aber noch einmal mit alten Instinkten überrascht, die noch tief in der Seele schlummerten und mit einem Mal zum Vorschein gekommen sind. ''Unforgiven'' ist ein Spätwestern zur später Zeit, der perfekt in Szene setzt, was den meisten anderen Western nicht gelungen ist. Das wahre Gesicht des Wilden Westens, ohne Kompromisse und ohne Klischees. Tragische Figuren, die in aller Dramatik am Ende zur traurigen Erkenntnis gelangen oder ihre Vorstellungen, Wünsche und Sorgen mit ins Grab genommen haben. Clint Eastwoods Western prahlt nicht mit Heldentaten und beschönigt auch nicht die heile Welt von Amerika, stattdessen zeigt er schonunglos die Wirklichkeit dieser Zeit, ist historisch wertvoll und atemberaubend mit seinen menschlichen Seiten, die an Echtheit nicht zu übertreffen sind. Großartige Landschaftsaufnahmen, ein ausdrucksvoller Score, ein exzellentes Drehbuch mit besonders hervorragenden Dialogen, die gekonnt den Realismus und den Idealismus der Charaktere in Verbindung bringen und durch ihre bestechende Intensivität immer die passende Wirkung erzielt haben. ''Unforgiven'' ist inhaltlich vielseitig, kritisch und eine prestigeträchtige Parodie auf Eastwoods alte Rollen in den Italowestern und auf das komplette Genre der Westernfilme. Sergio Leone wird dank ''Unforgiven'' ein paar Pirouetten im Sarg drehen...
Ich will einen Spätwestern nicht zu nah an die Klassiker von meiner Bewertung setzen. Der große Unterschied im Vergleich mit den alten Italowestern aus den 60ern ist die Atmosphäre, wie der besondere Morricone-Flair in ''Zwei glorreiche Halunken''. Deshalb kommt bei mir ''Erbarmungslos'' in punkto Atmosphäre nicht an die Western jenseits der Grenze von 9.0 heran. ;)
O.K.,nachvollziehbar...Aber ich glaube das man den Film ein wenig aus dem Westernkontext herausgelöst betrachten kann/sollte und ihn auch als Allegorie auf Eastwoods Schaffen(und seine persönliche Entwicklung,seine Erfahrungen und sein Reifen,als Reflexion auf seine Karriere) an sich sehen kann.Irgendwie ist Unforgiven ein bißchen "Der Mann der Liberty Valance erschoß" Reloaded mit ein wenig "Django" und einer guten Prise"Bad Lieutenant" mit Harvey Keitel (ich weiß natürlich nicht ob du die alle gesehen hast).Ich weiß nur das ich Unforgiven lang vor mir her geschoben hab und das er mich komplett beeindruckt hat mit seiner fatalistischen,ungeschönten Wahrheit (10 Punkte und ein huldigender Kommentar waren mein Ergebnis).
Natürlich ist Unforgiven kein gewöhnlicher Western, es ist eher ein Westerndrama und Clint Eastwoods persönliche Reflexion über seine Rolle im Italowestern. Dein Mix ist interessant, besonders Gene Hackman als Sheriff und die damit verbundenen Szenen haben mich auch ein wenig an ''Der Mann, der Liberty Valance erschoß'' erinnert. Ungeschönt trifft den Nagel auf den Kopf. Unforgiven will keine Verherrlichung und auch keine Parodien zum Antiheldentum schaffen, sondern die Welt des ''Wilden Westens'' so realistisch, wie möglich darstellen. 10 Punkte wären für mich zu viel, ''Spiel mir das Lied vom Tod'' ist vielleicht nicht so realistisch und wirklichskeitsgetreu, dafür an Epik und Atmosphäre kaum zu übertreffen und bei Western sind diese Elemente meistens wichtiger als eine realistische Darstellung der Geschehnisse damals. Ich zähle zu meinen Lieblingsfilmen auch das fantastische Gerechtigskeitsdrama ''Il Grande Silenzio'' von Altmeister Corbucci. Ein knallharter Film, der auf echten Tatsachen beruht und für mich der Western ist, der an Realismus nicht zu übertreffen ist. Und dieser Realismus ist rabenschwarz, sehr zynisch, brutal, rücksichtslos und pessimistisch.
Il grande Siilenzio hab ich noch nicht gesehen,Corbucci mag ich aber sehr (werde mir wenn die Gelegenheit kommt den Film ansehen).Und gut,8,5 bedeutet ja schon eine ziemlich große Anerkennung.Und von der Epik her ist Spiel mir das Lied vom Tod schon nochmal eine andere Hausnummer.Ich glaub allerdings auch das Erbarmungslos ganz bewusst nicht allzu episch rüberkommen sollte,in der Realität (und ich glaube die wollte Eastwood zeigen) war der Wilde Westen eben dreckig,stinkend,hart,brutal und Rücksichtslos(im wahrsten Sinne :Erbarmungslos...) und nicht wirklich episch,eher im Gegenteil....
Natürlich ist er nicht episch angelegt, sieht man ja auch schon an der Wahl der Filmmusik. Il Grande Silenzio ist noch um Einiges rücksichtloser und brutaler als Unforgiven, solltest du unbedingt mal anschauen. Am besten natürlich die ungekürzte Fassung
Erbarmungslos - Kritik
US 1992 Laufzeit 131 Minuten, FSK 16, Western, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 24.09.1992
Kritiken (5) — Film: Erbarmungslos
Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenAbgesang. Fanal. Meisterwerk. Ein Film, der mit den Jahren immer grösser wird. Eines der klügsten und reichsten Drehbücher der 90er Jahre. Ein grandioser Auftritt von Gene Hackman, der selbst einem durch und durch bösartigen Charakter noch Nuancen der Tragik zu verschaffen weiß. Ergreifend, niederschmetternd, endgültig. Schlägt die Brücke vom selbstironischen Rentner-Ulk zum surrealen Untoten-Finale, in dem Eastwood wieder zum Mann ohne Namen wird. Zu einem hohen Preis. Sätze für die Ewigkeit. "I don't deserve this. I'm building a house." Vielleicht Clints beste Arbeit.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenIn diesen stillen Momenten werden die Selbstzweifel der Cowboys deutlich, die niemals weniger Cowboys waren als hier und die Clint Eastwoods Hommage an Sergio Leone und Don Siegel schon wie blanke Ironie wirken lassen, denn wohl nie war man weiter von der dort geschilderten Mentalität entfernt als in „Erbarmungslos“, dessen heimlicher Star die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen des Kameramanns Jack Green sind, der die unberührte Landschaft Kanadas in all ihren schillernden, leuchtenden Farben und ihrer Weitläufigkeit eingefangen hat. Ein de-mystifizierender Anti-Western mit gebrochenen Helden, die versuchen, aus ihrer Haut auszubrechen und kläglich scheitern.
Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
doctorgonzo 2011/04/28 12:03:09
Antwort löschenMüßte es nicht entmystifizierend heißen?
Stephan Eicke 2011/04/28 14:05:26
Antwort löschenhttp://www.google.de/search?hl=de&client=firefox-a&hs=CUl&rls=org.mozilla:de:official&sa=X&ei=fFe5TZzZHpDzsgac9ZTrAw&ved=0CBgQBSgA&q=de-mystifizieren&spell=1&biw=1024&bih=402
Wenn es demystifizieren gibt, gibt es auch demystifizierend ;) Du hast aber teilweise Recht, bei mir ist ein Bindestrich zu viel!
Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998
Kommentar löschenHervorragender Spätwestern, in dem Gene Hackman, Clint Eastwood und Morgen Freeman brillieren. Illusionslos stellt er die Gier nach Macht und Geld der Zeit aus. Eastwood findet dafür gute Dialoge und zerstört wie John Ford in seinen späteren Arbeiten die Legende vom goldenen Westen.
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Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Was den Film auszeichnet, ist auch seine ungewohnt kalte Stimmung, die für so manchen Zuschauer aber auch einfach nur zäh wirken kann.
In seinem Genre ist „Erbarmungslos“ ein nicht unwichtiges Ausnahmewerk. Diese interessante Reflexion über den guten alten Western lohnt sich, auch wenn Eastwoods ruhige Inszenierung der an sich sehr simplen Grundgeschichte viele langatmige Minuten enthält.
Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
BlueSquirrel 2010/02/09 21:14:12
Antwort löschenAha! Bei so viel Lob ist der Film nicht mal sehenswert?
Alle 3 Antworten zeigen
Flibbo 2010/02/09 22:50:44
Antwort löschenDie vielen langatmigem Minuten haben viel Gewicht.
BlueSquirrel 2011/05/11 03:39:09
Antwort löschenVerstehe. :)
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenGelungener Ganz-Spätwestern in dem sich Eastwood endgültig vom Heldenmythos verabschiedet.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
patcharisma 2011/09/04 01:42:56
Antwort löschenKreativer Comment!
Kommentare (84) — Film: Erbarmungslos
Kommentar schreibenAnonymous1987 2012/01/21 03:48:50
Kommentar löschenIch geb keine Wertung ab Will nur mal generelll was anmerken.Fast Jeder lobt den Film, aber warum sieht keiner das alles shcief läuft das Schießen, das Reiten einfach alles klappt nicht so recht beim Character den Clint spielt! Aber am Ende nach ner Unmenge von Whiskey ershcieß er alle Bösen in dem Saloon! Was soll das denn für ne Moral sein?
Kommentar gefällt mir 3 Antworten
doctorgonzo 2012/01/21 10:18:08
Antwort löschenKeine. Darum gehts ja. Deshalb wird er ja als Abrechnung mit dem idealisierten Westernstil so hoch gelobt.
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sachsenkrieger 2012/01/24 21:48:31
Antwort löschenIrgendwo im Film gibt Munny selbst die Antwort. Nochmal gucken!
Anonymous1987 2012/01/27 10:53:26
Antwort löschenWerd Ich vieleicht demnächst tuen.
Aber Momentan hab Ich auf so einen behäbigen angeblich Kultwestern keine Lust
WaaayneTrain 2012/01/17 21:36:57
Kommentar löschen"Unforgiven" ist ein Spätwestern über drei Kopfgeldjäger, wie sie vom Charakter her unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Geschichte über Lügner und Betrüger, eine Geschichte über gnadenlose Rache, der düstere und scheinbar endlose Regen dient als Stilmittel und macht einen grossen Teil der fantastischen Atmosphäre des Filmes aus.
"Unforgiven" ist nicht ein ganz typischer Western, denn er spielt mit Klischees und Elementen, die für einen Western typisch sind. So wirkt der Film sehr fortgeschritten und bildet einen Gegenpol zu seinen zahlreichen Vorgängern. SPOILER Clint Eastwood nahm dafür den alten Westernhelden zur Zeit Leones wieder aus der Schublade, wodurch dieser natürlich stark verstaubt ist und erstmal zur alten Stärke zurückfinden muss. Und langsam wird William Munny wieder ganz der Alte, bis am Ende mit dem Mord an seinen besten Freund kaltblütig und erbarmungslos abgerechnet wird. Hier geht es nicht darum, was ein Mann verdient, sondern was er bezahlt.
Morgan Freeman spielt sowieso herausragend, doch auch Gene Hackman und vor allem Jaimz Woolvett möchte ich loben. Er spielt einen wortkargen und temperamentvollen jungen Mann, der sich aber als Lügner entpuppt, der die Konsequenzen nicht abschätzen konnte. Eine schwierige Rolle hat er hier super gemeistert.
Einer der besten Western die je gedreht wurden und einer der besten Eastwoods.
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blockbusterandmore 2012/01/15 23:01:12
Kommentar löschen"Ich komme jetzt raus und jeden, den ich sehe, werde ich erschießen. Sollte es jemand wagen auf mich zu schießen, töte ich erst ihn, dann seinen Freund und dann seine Familie... ich brenne sein verdammtes Haus nieder! Also überlegt es Euch!"
Auf der Suche nach der "perfekten” Mischung aus Antiwestern, Drama und "dem” kaltblütigen Abgesang auf das Westerngenre wird man sich zwangsläufig mit Clint Eastwoods Meisterwerk "Erbarmungslos” auseinandersetzen müssen. Die Mythen des Genres werden von der Realität wieder eingeholt, alle bekannten Klischees des bereits totgesagten Western werden genüßlich ausgekostet, die vermeintlichen Helden der Erzählung werden zu ganz normalen Nobodys degradiert, welchen es schwer fällt zu töten, dieser Prozeß wird im laufe von "Erbarmungslos" schonungslos offengelegt, "Erbarmungslos” erweist sich als packende Parabel, als Reflexion über fehlgeleitete Individuen, über die Perspektive der eigenen, "wahren” Gerechtigkeit, als fesselndes Drama um Mord, Korruption, Gewalt, Rache und die Werte von Freundschaft, Stärke und Schwäche.
Wer denkt, das Clint Eastwood sich in seinem Meisterwerk "Erbarmungslos" bei bestimmten, inszenatorischen Mechanismen des Genres bedient, hat sicherlich nicht ganz unrecht, sicherlich gibt es Figuren/Genrentypisch zum einen den bösen Sheriff (herrlich fies: Gene Hackman), und zum anderen den trauernden vermeintlichen Helden (bärbeißig und spröde: Clint Eastwood), welcher den Verlust der Familie nicht überwinden kann, zu bewundern.Gene Hackman, in seiner Rolle zum vordergründig sadistischem Schwein degradiert, erweist sich aber nicht als schier unbesiegbarer Widersacher, sondern als Mensch und Mann mit Fehlern und Schwächen, welcher unfähig dazu ist, für sich selbst zu sorgen. Kaltblütig morden ist sein Ding, ein Haus zu errichten weniger. Jaimz Woolvett (in der Rolle des Elroy Tate) bedient zuerst das Klischee des großmäuligen Nachwuchshelden, welcher seinem Vorbild nacheifert, bevor dieses in seine Einzelteile zerlegt wird. Mit längerwerdender Filmdauer wird seine Figur zu einer unfähigen u. unsicheren Persönlichkeit degradiert, welche nicht die Chuzpe und die Skrupellosigkeit besitzt, Morde am laufenden Band wie Munny zu begehen.
Morgen Freeman darf den vordergründig betrachteten, gutmütigen Buddy geben, welcher sich aber nachhinein aus bestimmten Gründen vom eigenem Partner lossagen muss. Clint Eastwood tätigt im Laufe des Filmes den Schachzug, seine wichtigen Protagonisten zu entglorifizieren, in seiner Rolle als William Munny schlägt er unerwartet moralisch über die Strenge und ungewohnte harte Töne an, in dem er sich der ganz "eigenen Form” der Gerechtigkeit verschreibt, denn im Verlaufe der Handlung begeht er einen unnnötigen Mord aus Vorsatz an ein paar Verbrechern, welche sich an einer Hure griffen haben. Die Moral verliert ihre Bedeutung. Denn moralisch vertretbar wäre es gewesen, eine geringere Form der Bestrafung durchzusetzen...Aber auch das weibliche Geschlecht gibt sich wie in bereits x-mal durchexerzierten romantisch verklärten, zweitklassigen Western nicht wehrlos dem männlichen Geschlecht hin, Clint Eastwoods ausgewählte Darstellerinnen verkörpern in ihren Rollen die aufstrebende Emanzipation und den Kampf gegen die brutale Männerschaft und die daraus resultierende Unterdrückung.
Und am Schluß tötet William Munny Sheriff Little Bill Daggett nicht aus Gründen der "persönlichen” Gerechtigkeit, sondern auch aus Gründen des reinen verbittert seins, für seinen Nachwuchs und aus persönlichen Rachegelüsten, weil seine kriminelle Vergangenheit offengelegt wird. Der Betrachter ist immer dazu geneigt, all diese Sachverhalte mißzuverstehen und Clint Eastwoods Werk fehl zu interpretieren. Munny beschafft sich am Ende von "Erbarmungslos" das benötigte Kapital, damit er seine Nachkommenschaft durchbringen kann. Und der Tod des eigenen "Freundes” ebnet ihm die Tür dazu. Die bis zu einem gewissen Zeitpunkt existente Freundschaft zu Ned Logan hat mit dessen Ableben kurz vor Beginn des finalen Shootouts bereits ausgedient. Ein tiefgreifender, moralischer Konflikt zwischen beiden Partnern geht der Beendigung der Freundschaft voraus.
"Ich bin nicht mehr so wie früher. Ich tu es weil ich Geld brauche. Es soll ein Anfang für meine Kinder sein." -
Und Clint Eastwood scheut sich am Ende in seiner Rolle auch nicht davor, zwecks erreichen seines auferlegten Zieles als eingeführter Antiheld jeglichen Wiederstand zu beseitigen, ja sogar selbst Frauen und Kinder. Am Ende obsiegt der persönliche Zynismus:
"Behandelt eure Huren anständig, sonst komme ich wieder und töte euch alle."
Ein einzig moralisch gut gemeinter Ratschlag und der Mord als Mittel zum Zweck ist für William Munny die immer noch vorhandene Möglichkeit, aus der Perspektive verschiedener Individuen Gerechtigkeit üben zu können. Clint Eastwood verkörpert das wohl selbstgefälligste A..., welchem die Perspektive an "wahrer” Gerechtigkeit schon lange abhanden gekommen ist. Niemand kann so tun, als könnte man die eigene kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen und zu diesem Zweck vermeintliche Gerechtigkeit üben / andere subjektiv betrügen. Eastwoods Figur William Munny erweist sich als gebrochene, tragische und bemitleidenswerte Figur, welche gerne ein Held sein möchte, aber nie und nimmer mehr werden wird, weil diese sich zum Schluß selbst belügt und sich als gerecht aufspielt.Wenn Munny am Ende des Filmes zu seinen Kindern zurückkehrt, spürt man die tragischen Konsequenzen seiner Person, die Rückkehr gelingt ihm nur durch die Rückbesinnung auf die bereits hinter sich gelassene kriminelle Energie. Ein Killer bleibt ein Killer.
Der "klassische" Western ist tot, Eastwood gewährt diesem eine angemessene Beerdigung, verbeugt sich vor ihm in au seine Art und Weise ein letztes Mal, dann wird Clint Eastwoods Helden Mythos vergangener Westerndekaden aber gebrochen und dient somit ein für allemal aus. Clint Eastwood holt den Western mit samt seiner Thematik komplett in die Realität zurück. Dazu gärt in "Erbarmungslos" eine bedrohliche Atmosphäre, welcher weniger dem klassischem, staubigem Western als eher dem Film Noir nahe ist. Die Nächte in Big Whiskey sind kalt, windig und regnerisch, die Menschen verhalten sich stets abweisend, skrupellos und verkommen, auch die übliche, sich anbahnende, x-mal durchdeklinierte Lovestory zwischen dem Protagonistem und dem persönlichen, potentiellen Love Interest wird nicht zur Vollendung geführt, sondern scheitert schon im Ansatz.
Fazit: Mit "Erbarmungslos” zerlegt Clint Eastwood den Traum vom klassischen, romantischen Mainstream Western Helden in seine Bestandteile und zertrümmert die schwarz weiße Figurenzeichnung des Genres konsequent. Man durchleidet das persönliche Dillemma des Protagonisten, welcher sich der eigenen kriminellen Energie bemächtigt, um etwas vermeintlich gutes für andere bzw. etwas positives für seine Nachkommenschaft am Ende zu realisieren. Und als tragische Folge davon nimmt dessen persönliches, seelisches Innenleben Schaden. "Erbarmungslos” glänzt mit einem erstklassigem Script, erweist sich als hervorragend in Szene gesetzt, dazu erledigt der gesamte Cast seinen Job mehr als souverän. "Erbarmungslos” ist etwas schwierigere, phasenweise ungemütliche und gewöhnungsbedürftigere Kost, welche wie angesprochen leicht mißinterpretiert werden kann. Um und dieses Problem zu lösen, empfiehlt sich eine mehrfache Sichtung. Nichtsdestotrotz gehört "Erbarmungslos” als Ausnahmefilm und als klare Gegenpositionierung zu Clint Eastwoods eigenen Western / Image Glorifizierungen zu den besten Filmen der Filmgeschichte und erweist sich als rundum gelungen.
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Mr. Pink 2011/12/27 18:45:44
Kommentar löschenClint Eastwoods großartiger Spätwestern "Unforgiven" ist einwandfrei gefilmt, fantastisch erzählt und zaubert eine starke, dichte Atmosphäre herbei, die den Zuschauer schnell gefangen nimmt. Der Film ist einzigartig, da er von der Bildsprache her durchaus an Leone oder Corbucci erinnert, inhaltlich aber eine Entmystifizierung des klassischen Western und ein Abgesang auf Eastwoods eigene Legende ist. Die Cowboys in "Unforgiven" sind keine glorreichen Helden, sondern abgewrackte alte Männer, die den Tag einfach nur irgendwie überstehen wollen, und Gewalt ist hier nicht an der Tagesordnung, sondern wird als der letztmögliche Lösungsweg angesehen. Der Film wirkt dadurch extrem düster, sehr dreckig, trostlos, bedrückend und in der Tat erbarmungslos, jedoch ebenfalls sehr authentisch und realistisch.
Die tadellose Inszenierung und die durchweg großartigen Schauspieler machen das Gesamtpaket perfekt und sorgen dafür, dass "Unforgiven" auf jeden Fall unforgettable ist. Eine heftige, bittere Erfahrung, die zugleich unglaublich facettenreich, äußerst interessant und definitiv mehr als sehenswert ist. Ein kleines Meisterwerk, das Altmeister Clint zu Recht zwei Goldjungs eingebracht hat.
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aberaber 2011/12/22 14:53:32
Kommentar löschenEin starker Film mit einer fantastischen Besetzung.
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sachsenkrieger 2011/12/19 05:24:01
Kommentar löschenSeit diesem Film verpasse ich keinen Eastwood-Film mehr. Für mich der Film, in dem er erbarmungslos mit sich selbst als Schauspieler und mit dem Western-Genre allgemein aufräumt und mit dem er zu den Mitbegründern des "New Western" zählt. Dieser Film ist so vollgestopft mit emotionalen Berg- und Talfahrten, so voller kleiner rührender, im nächsten Moment wieder vollkommen sinnlos erscheinender Dialoge, das es schon fast als Parodie durchgeht. Es ist ein "typischer" Eastwood, der aufräumt mit Idealbildern und dem schönen Schein und in einem der besten Monologe der Filmgeschichte endet! Die Schauspieler Hackman, Freeman und Eastwood sind in diesem Film auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Hier ist für mich persönlich ein nahezu verstorbenes Western-Genre eindrucksvoll von den Toten auferstanden!
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based_god 2011/12/02 15:17:20
Kommentar löschenClint Eastwood zerstört seinen eigenen Thron.
Der gute, heldenhafte Western ist vorbei. "Erbarmungslos" ist in jeder Hinsicht scheusslich und kein Gute-Laune-Film. Das Töten wird komplett anders beurteilt, obwohl es sich in Sachen Kameraeinstellung kein bisschen von den glorreichen Western unterscheidet. Die Besetzung kann man als schlicht überragend bezeichnen und die Atmosphäre ist extrem dicht und lässt kaum Zeit zum Atmen.
Ein Muss für jeden Western-Fan!
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MarianoRodriguentino 2011/11/07 10:31:32
Kommentar löschenClint Eastwood arbeitet mit einer absoluten Topbesetzung. Gene Hackman als eiskalter Cherif und Morgan Freeman als Exkiller mit schlechtem Gewissen passen perfekt. Es ist ein Western der überrascht und der den Zuschauer mitfühlen lässt. Es wird nicht sonderlich viel geschossen aber fast jeder Schuss hat eine Funktion und Bedeutung. Eastwood verkörpert eine Art Anti-Held, der innerlich zerrissen versucht zwischen Geldgier, Mord, Freundschaft, Ehre und Respekt einen Mittelweg zu finden. Dabei krempelt er den Heldenmythos aus den klassischen Western komplett um. Wirklich umgehauen haben mich die letzten 10 Minuten, in denen Eastwood nochmal zeigt, dass er immer noch einen tollen, knallharten Schurken abgeben kann.
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loveissuicide 2011/11/06 22:10:52
Kommentar löschenAls Nichtwesternfan bin ich von Eastwood's Werk nicht wirklich begeistert. Der Film ist zwar ganz oke, aber zum Teil doch ein wenig langweilig. Bis zum Finale ist für mich Gene Hackman als gnadenloser Sheriff der Höhepunkt, im Finale muß er aber Eastwood selbst den Platz an der Sonne freimachen, denn der ist dann so richtig cool.
Für dieses Finale gibt's nen halben Extrapunkt.
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metroid 2011/11/03 19:46:39
Kommentar löschender film hat mich ehrlich gesagt enttäuscht. die ersten 5 minuten waren ja noch ganz nett aber mittendrin einfach zu langatmig ohne jegliche spannung. man hätte in der mitte des films mehr spannung einbauen können.
guckt euch lieber "für eine handvoll dollar" an.
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ash-williams 2011/11/03 09:10:19
Kommentar löschenWas passiert, wenn der namenlose Fremde aus Eastwoods früher Westernkarriere altert? Er kommt kaum aufs Pferd, trifft nicht einmal eine Dose aus 4 Metern Entfernung und bekommt Rückenschmerzen wenn er nur an auf den Boden schlafen denkt. In Erbarmungslos demontiert Eastwood wunderbar den selbstgeschaffenen Westernmythos um den einsamen Rächer. Er ist nicht mehr einsam sondern braucht dringend einen Freund auf den er sich verlassen kann. In tollen Bildern und mit menschlichen Dialogen führt uns Eastwood durch den Film um mit einem gnadenlosen und bitterbösen Finale zu schließen. Eastwoods Abrechnung mit dem Westerngenre ist als Schlussstrich zu einer langen Schauspielkarriere in diesem Genre zu sehen und ist ihm wirklich geglückt. Herrlich, für jeden Westernfan eine Augenweide.
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DrPhil 2011/09/13 16:54:37
Kommentar löschenNamenhafte Schauspieler in einer unspannenden, aber dennoch mitreißenden Story. Das Charakterschauspiel ist sehr gut, der Film ist allerdings insgesamt kein klasse Film.
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patcharisma 2011/09/03 23:33:19
Kommentar löschenClint Eastwoods all-erhabenes Meisterwerk von 1992 gehört bei mir in die Kategorie von Filmen, mit der ich wiedermal mein grosses persönliches Problem zu wälzen habe. Mir ist bekannt, dass es hier Oscars für die wichtigsten Kategorien regnete, Lobhuddeleien in damals wirklich allen Zeitschriften erschienen und es auf MP praktisch nur Bewertungen im dunkelroten Bereich gibt. Und dann schaut man sich den Klassiker nun endlich mal an und es kippt einem weiss Gott nicht vom Stuhl, was nun? Die Antwort: Entweder falsch, also hoch bewerten und sich beliebt machen, oder dann subjektiv "richtig", also nach Gusto werten und dabei fremdschämen und viele Freunde verlieren und halt dazu den Gedanken freien Lauf lassen.
"Unforgiven" liefert für mich zwar eine sehr dichte Atmosphäre voller tollen Landschaftsbilder ab und in vielen Szenen riecht es förmlich nach Whiskey, er hat mit den vier Herren die klassische Neuzeit-Westerncast im Köcher, die allesamt toll agieren und hat zwischendurch auch bestimmt seine raren packenden Momente zu bieten. Aber die Geschichte hat für mich persönlich so unglaublich viel überflüssigen Leerlauf drin, ist psychologisch oft kaum nachvollziehbar, schafft es nicht durch die ewige Slow-Motion tiefgründige Stimmungsbilder zu forcieren, ist dramaturgisch (mit den oft absackenden Dialogen ins Vakuum) immer wieder merkwürdig holprig und hat mit dem komisch anmutenden physiologischen Wandel der (ja eigentlich körperlich schwerkranken) Hauptfigur Eastwood einen so merkwürdigen Schluss-Showdown, bei dem ich mich voller Unglaube kneifen musste. Aber etwas können diese Art von Filmen ja immer: Nämlich beim (halbwegs intellektuellen) Zuschauer das volle Potential-Bord für Interpretationsmöglichkeiten freisetzen (siehe Comments darüber und darunter). Das bedeutet dies und dies das, der Fantasie sind jeweils wirklich keine Grenzen mehr gesetzt. Wobei der immer wieder kopierte und hochoriginelle Satz "Das ist der definitive Abgesang auf den Heldenmythos!" der bestimmt langweiligste von allen ist. Ich bin auch wahrlich kein (Neo-)Western-Spezialist, aber so summa summarum fand ich z.B. "The Missing" (2003; mit Cate Blanchett und Tommy Lee Jones) das viel packendere Erlebnis. Hoffentlich ist nun nur ja keiner sauer auf mich!
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eXonic 2011/09/03 23:45:49
Antwort löschenKeine Angst, du bist nicht allein. Mir erging es damals ziemlich ähnlich.
patcharisma 2011/09/03 23:51:00
Antwort löschenDa bin ich aber froh, dear Exonic! ;-)
KlapTrap 2011/09/04 00:35:28
Antwort löschenNie gesehen - nur eins : Wer dich wegen einem schlechten Review "disliked" hätte es sowieso nie verdient in deiner Freundesliste aufzutauchen.So what ?
Andy Dufresne 2011/09/04 00:41:18
Antwort löschenHab dem Film ne 10 gegeben (und ihn auch kurz und knackig hymnisch in meinem Kommentar abgefeiert)...Dein Kommentar/Standpunkt ist aber sehr schlüssig und nachvollziehbar...hast sogar ein "Gefällt Mir" bekommen ;D
patcharisma 2011/09/04 00:46:21
Antwort löschenDear Klappi, ich habe bei dem Thema "unerreichte Klassiker" mich immer mit einem riesengrossen Schuldpotenzial herumzuwälzen. Das hat bestimmt mit meiner "altehrwürdigen" Erziehung zu tun o.ä. Merci jedenfalls 1000 für den netten Comment!!
patcharisma 2011/09/04 00:47:58
Antwort löschenMerci, dear Andy too! ;-)
stalker 2011/09/04 08:18:43
Antwort löschenAch Pat, solange du mir nicht wegen meiner Liebe fürs Omen-Remake den Krieg erklärst...Immerhin haste gewagt, über Erbarmungslos zu schreiben, ich noch nicht...
seven 2011/09/04 09:17:56
Antwort löschenStark pat!
Shorty06 2011/09/04 11:23:05
Antwort löschenHabe den Film gestern auch. Ich kann dir vollkommen zustimmen, auch wenn ich ihn im großen und ganzen doch ganz gut fand. Klasse Text, voll on point
patcharisma 2011/09/04 19:14:11
Antwort löschenThank you both! ;-)
der cineast 2011/09/11 12:07:07
Antwort löschenSchalte immer nach 10 Minuten aus. Furchtbar.
Janus Winter 2011/10/10 22:51:16
Antwort löschen5,5 ist aber immerhin orange und über dem absoluten durchschnitt. also fast gut.
Sheeeeep 2011/12/09 08:04:40
Antwort löschenDanke für den Kommentar, gestern gesehen und genauso empfunden!
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patcharisma 2011/12/09 21:43:47
Antwort löschen;-)
sachsenkrieger 2012/01/24 21:52:53
Antwort löschenNe, wir sind nich´ sauer. Aber bei diesen dämlichen Dialogen ins Vakuum habe ich mir manchmal fast in die Hose gemacht vor Lachen!
peppermind 2011/08/15 02:19:48
Kommentar löschenEastwood trägt im Grunde den Western zu Grabe - ein Abgesang auf Heldentum, Selbstjustiz und Gewalt. Dabei stark in Szene gesetzt und getragen durch eine durchweg hervorragende schauspielerische Leistung von Freeman, Hackman und Eastwood. Vor allem aber leistet sich das Drehbuch keine übermotivierten Sprünge und sorgt genau für die Stimmung, die der Film benötigt.
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Finnigan 2011/08/01 13:09:01
Kommentar löschenClint Eastwood betreibt in "Erbarmungslos" eine Entmystifizierung und De-Romantisierung des Wilden Westens, aber auch des Westerngenres. Die Revolvermänner sind gebrochene Männer. Eastwood kommt kaum noch aufs Pfers, schießen kann er nur mehr schlecht als recht. Die einen können nicht, die anderen wollen nicht mehr. An die glorreichen Geschichten ihrer Vergangenheit können oder wollen sie sich nicht mehr erinnern oder sie sind schlichtweg erlogen und in fast allen Fällen gar nicht so glorreich, wie sie in den Geschichten klingen - denn das Töten hat einfach nichts Heldenhaftes an sich. Letztlich geht es in diesem Film vor allem um diese Erkenntnis. Und nicht zuletzt durch die Person des Schreibers kritisiert Eastwood in "Erbarmungslos" auch ebenjene Glorifizierung des Tötens.
Thematik großartig, Besetzung genial, Inszenierung stark. Auf Eastwood ist eben Verlass. Lediglich mit dem Soundtrack konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Der war mir zu "schmalzig", hatte irgendwie "Heimatfilm"-Charakter. Außerdem fand ich es etwas unlogisch, als in einer Szene dann überall Schnee lag. Vorher gab es nie Anzeichen von Winter, unmittelbar danach gibt es auch keinerlei Schnee mehr. Und kurz vorher wurde ja auch soweit ich mich erinnere erwähnt, dass gerade Unabhängigkeitstag sei, oder? Das wäre dann ja der 4. Juli, also mitten im Sommer.
Zwischendrin gab es vielleicht die ein oder andere Länge, aber nichtsdestrotz ein großartiger Western, der durch seine Entglorifizierung im Grunde mit seinem Genre und dem Wilden Westen abrechnet. Zwar ist es schon ungefähr seit den 60ern mit dem Einsetzen der Spätwestern charakteristisch, von der Idealisierung/Romantisierung des Westernhelden abzusehen, jedoch gibt es kaum ein Werk, dass dies in dem Ausmaß betreibt, wie es Eastwood in "Erbarmungslos" tut. Lediglich gegen Ende hätte er vielleicht noch einen halben Schritt konsequenter sein können.
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MikeC. 2011/07/12 22:14:02
Kommentar löschenClint Eastwood als tollpatschiger, eingerosteter Ex-Outlaw, im Schlepptau einen kurzsichtigen Halbstarken sowie einen nutzlosen alten Knacker? Und dieses bunte Häufchen Elend soll die Verstümmelung einer Hure rächen? Ob das (als Film) gut gehen kann?
Überraschenderweise schon. Sehr gut sogar.
Denn trotz meiner anfänglichen Skepsis entwickelt sich "Erbarmungslos" hervorragend und mündet in einem furiosen "HELL YEAH!"-Ende. Ich habe bisher nicht viele Western gesehen, aber dieser Eastwood Streifen stellt derzeit die Referenz dar, an der sich alle folgenden Filme dieses Genres messen werden müssen.
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Yster 2011/06/28 16:08:10
Kommentar löschenEiner der großartigen Filme, die einfach ununterbrochen unterhalten können, weil man den Schauspielen einfach alles abkauft. Die passen einfach wie die Faust aufs Auge.
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shadowhunting 2011/06/26 17:46:31
Kommentar löschenDer Traum vom gelobten Land mit unbegrenzten Möglichkeiten, der Durst nach Freiheit und natürlich auch die Gier nach Besitz sind alte und bekannte Motive der meisten Westernfilme. ''Unforgiven'' ist da wohl komplett chiastisch entworfen worden um diesen altbewährten Motiven eine Absage zu erteilen. In den meisten Städten des Westens herrscht Recht und Gesetz und die Outlaws haben es immer schwerer irgendwo noch Fuß zu fassen. Manche Menschen leiden unter Repression, die anderen nehmen sich einfach zu viele Freiheiten und schaden ihren Mitmenschen. Clint Eastwoods Idee einen Western ohne unnötige Illusionen zu schaffen, ohne ein glückliches Ende und ohne den typischen Westernkitsch, der in den amerikanischen Western ja traditionell immer vertreten war, ist ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Erbarmunglos wird ein bildgewaltiger Spätwestern gezeigt, der eine einzigartige Story erzählt, die nicht gespickt ist von Anti-Helden wie im Italowestern, aber auch nicht von positiven Helden gemäß des amerikanischen Western. Klassische Westernfiguren liefert Clint Eastwood bewusst nicht, er versucht stattdessen zu zeigen, wie ein ländliches und familiäres Leben Wunden heilen kann und Menschen zu Ruhe kommen lässt, aber dennoch zeigt er, dass der alte Charakter mancher Menschen bis ins hohe Alter immer vorhanden ist und irgendwann rüttelt die Abenteuerlust und der Wunsch nach mehr Hab und Gut die Leute wieder zu Verbrechen und Aktionismus. Die Stereotypen der brutalen Killer sind umgekehrt worden in 3 Personen, die wollen, aber irgendwie nicht können. Eigentlich nette Menschen, die sich freiwillig als Kopfgeldjäger stellen, aber ihre Moral und ihr mitmenschliches Verhalten sind bei diesen Aufgaben wohl eher fehl am Platz. Unschlüssige Charaktere, die man schwer durchschauen kann, besonders Clint Eastwoods Rolle selbst, die gebrechlich wirkt aber auch sozialisiert & zivilisiert erscheint,am Ende aber noch einmal mit alten Instinkten überrascht, die noch tief in der Seele schlummerten und mit einem Mal zum Vorschein gekommen sind. ''Unforgiven'' ist ein Spätwestern zur später Zeit, der perfekt in Szene setzt, was den meisten anderen Western nicht gelungen ist. Das wahre Gesicht des Wilden Westens, ohne Kompromisse und ohne Klischees. Tragische Figuren, die in aller Dramatik am Ende zur traurigen Erkenntnis gelangen oder ihre Vorstellungen, Wünsche und Sorgen mit ins Grab genommen haben. Clint Eastwoods Western prahlt nicht mit Heldentaten und beschönigt auch nicht die heile Welt von Amerika, stattdessen zeigt er schonunglos die Wirklichkeit dieser Zeit, ist historisch wertvoll und atemberaubend mit seinen menschlichen Seiten, die an Echtheit nicht zu übertreffen sind. Großartige Landschaftsaufnahmen, ein ausdrucksvoller Score, ein exzellentes Drehbuch mit besonders hervorragenden Dialogen, die gekonnt den Realismus und den Idealismus der Charaktere in Verbindung bringen und durch ihre bestechende Intensivität immer die passende Wirkung erzielt haben. ''Unforgiven'' ist inhaltlich vielseitig, kritisch und eine prestigeträchtige Parodie auf Eastwoods alte Rollen in den Italowestern und auf das komplette Genre der Westernfilme. Sergio Leone wird dank ''Unforgiven'' ein paar Pirouetten im Sarg drehen...
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Andy Dufresne 2011/07/24 06:52:10
Antwort löschenwirklich guter Kommentar,aber wenn ich deine Ausführungen so lese denke ich"Huch er hat einen weiteren Punkt zu geben vergessen"...:)
shadowhunting 2011/07/24 19:38:31
Antwort löschenIch will einen Spätwestern nicht zu nah an die Klassiker von meiner Bewertung setzen. Der große Unterschied im Vergleich mit den alten Italowestern aus den 60ern ist die Atmosphäre, wie der besondere Morricone-Flair in ''Zwei glorreiche Halunken''. Deshalb kommt bei mir ''Erbarmungslos'' in punkto Atmosphäre nicht an die Western jenseits der Grenze von 9.0 heran. ;)
Andy Dufresne 2011/07/24 22:37:40
Antwort löschenO.K.,nachvollziehbar...Aber ich glaube das man den Film ein wenig aus dem Westernkontext herausgelöst betrachten kann/sollte und ihn auch als Allegorie auf Eastwoods Schaffen(und seine persönliche Entwicklung,seine Erfahrungen und sein Reifen,als Reflexion auf seine Karriere) an sich sehen kann.Irgendwie ist Unforgiven ein bißchen "Der Mann der Liberty Valance erschoß" Reloaded mit ein wenig "Django" und einer guten Prise"Bad Lieutenant" mit Harvey Keitel (ich weiß natürlich nicht ob du die alle gesehen hast).Ich weiß nur das ich Unforgiven lang vor mir her geschoben hab und das er mich komplett beeindruckt hat mit seiner fatalistischen,ungeschönten Wahrheit (10 Punkte und ein huldigender Kommentar waren mein Ergebnis).
shadowhunting 2011/07/26 13:48:49
Antwort löschenNatürlich ist Unforgiven kein gewöhnlicher Western, es ist eher ein Westerndrama und Clint Eastwoods persönliche Reflexion über seine Rolle im Italowestern. Dein Mix ist interessant, besonders Gene Hackman als Sheriff und die damit verbundenen Szenen haben mich auch ein wenig an ''Der Mann, der Liberty Valance erschoß'' erinnert. Ungeschönt trifft den Nagel auf den Kopf. Unforgiven will keine Verherrlichung und auch keine Parodien zum Antiheldentum schaffen, sondern die Welt des ''Wilden Westens'' so realistisch, wie möglich darstellen. 10 Punkte wären für mich zu viel, ''Spiel mir das Lied vom Tod'' ist vielleicht nicht so realistisch und wirklichskeitsgetreu, dafür an Epik und Atmosphäre kaum zu übertreffen und bei Western sind diese Elemente meistens wichtiger als eine realistische Darstellung der Geschehnisse damals. Ich zähle zu meinen Lieblingsfilmen auch das fantastische Gerechtigskeitsdrama ''Il Grande Silenzio'' von Altmeister Corbucci. Ein knallharter Film, der auf echten Tatsachen beruht und für mich der Western ist, der an Realismus nicht zu übertreffen ist. Und dieser Realismus ist rabenschwarz, sehr zynisch, brutal, rücksichtslos und pessimistisch.
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Andy Dufresne 2011/07/26 14:58:56
Antwort löschenIl grande Siilenzio hab ich noch nicht gesehen,Corbucci mag ich aber sehr (werde mir wenn die Gelegenheit kommt den Film ansehen).Und gut,8,5 bedeutet ja schon eine ziemlich große Anerkennung.Und von der Epik her ist Spiel mir das Lied vom Tod schon nochmal eine andere Hausnummer.Ich glaub allerdings auch das Erbarmungslos ganz bewusst nicht allzu episch rüberkommen sollte,in der Realität (und ich glaube die wollte Eastwood zeigen) war der Wilde Westen eben dreckig,stinkend,hart,brutal und Rücksichtslos(im wahrsten Sinne :Erbarmungslos...) und nicht wirklich episch,eher im Gegenteil....
shadowhunting 2011/07/27 01:21:38
Antwort löschenNatürlich ist er nicht episch angelegt, sieht man ja auch schon an der Wahl der Filmmusik. Il Grande Silenzio ist noch um Einiges rücksichtloser und brutaler als Unforgiven, solltest du unbedingt mal anschauen. Am besten natürlich die ungekürzte Fassung
DarthStarkiller 2011/06/08 21:44:05
Kommentar löschenGuter Western, sehenswert. Der Film konnte mich aber bei weitem nicht so faszinieren wie die alten Italo-Streifen.
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Scipio 2011/06/05 19:18:17
Kommentar löschenUnnötige Brutalitäten stören mich doch erheblich!
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sachsenkrieger 2012/01/24 21:54:18
Antwort löschenHaste recht, ist ja auch ein Film, nicht die Realität!
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