Es kommt der Tag

Es kommt der Tag (2009), DE
Laufzeit 104 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 01.10.2009

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4.3 Kritiker
3 Bewertungen
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von Susanne Schneider, mit Katharina Schüttler und Iris Berben

Ein Familiengeheimnis reicht zurück in die Zeit des deutschen Herbst. Nach über 25 Jahren steht Alice Rybka zum ersten Mal ihrer Mutter gegenüber: Judith Müller lebt auf einem kleinen Weingut im Elsass mit einer neuen Familie und einer neuen Identität. Ihre Tochter Alice gab sie in den 70er Jahren zur Adoption frei, um sich dem bewaffneten Kampf der Bewegung 2 Juni anzuschließen. Alice will, dass ihre Mutter sich ihrer Vergangenheit stellt. Doch Judith bereut ihre Taten nicht. Wie weit darf man gehen für seine politischen Ideale?

HandlungEnde der 1970er Jahre hat Judith (Iris Berben) ihre Tochter zur Adoption freigegeben, um in den Untergrund zu gehen. Heute lebt sie unter falschem Namen mit ihrem Mann und zwei Kindern im Elsass. Eines Tages wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt, in Gestalt ihrer erwachsenen Tochter Alice (Katharina Schüttler).

Alice will wissen, warum Judith sie damals im Stich gelassen hat. Sie verlangt von ihrer Mutter, dass sie sich stellt. Niemand kennt Judiths Geheimnis, niemand außer Alice. Doch Judith bereut nichts und hält mit aller Macht an ihrer bürgerlichen Existenz fest, bis der Tag der Wahrheit naht …

HintergründeWie weit darf man für seine Ideale gehen? Dieser Frage geht der Kinofilm von Regisseurin Susanne Schneider nach. In Es kommt der Tag liefern sich Iris Berben und Katharina Schüttler als Mutter und Tochter ein intensives Schauspielduell, wie man es im deutschen Kino schon lange nicht mehr gesehen hat. Freiheit, Schuld und Mutterliebe stehen auf dem Spiel. Schonungslos und offen gehen die hochkarätigen Darstellerinnen an ihre Grenzen – in diesem eindringlichen Kammerspiel um die privaten Folgen einer radikalen Vergangenheit. In weiteren Rollen brillieren u.a. Sebastian Urzendowsky (Die Fälscher, Pingpong) als Sohn und der französische Charakterdarsteller Jacques Frantz als Ehemann. Susanne Schneiders aufwühlendes Familiendrama erhielt auf der Berlinale 2008 den Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreis.

QuellePressematerial des Verleihers Zorro

Weiterführende Informationen
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Kritiken (3) — Film: Es kommt der Tag

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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3.5Schwach

Wenn sich das Kino mit dem Deutschen Herbst auseinandersetzt, so tut es dies gerne aus sicherer Entfernung. Susanne Schneider führt die 68er-Bewegung mit einem aufwühlenden Familiendrama in die Gegenwart. Wie weit darf man für seine Ideale gehen, ohne sich selbst zu verraten? Dieser Frage spürt die Regiedebütantin in der deutsch-französischen Co-Produktion nach. Iris Berben und Katharina Schüttler liefern sich ein intensives mimisches Duell in diesem Kammerspiel der Konfrontation, das nach 108 Minuten aber auch keine zufriedenstellende Antwort parat hat. Was bleibt, ist ein moralisches Dilemma.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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4.0Uninteressant

So wünschenswert eine emotionale Aufarbeitung der eigenen Fehler auch wäre, mit Blick auf die Realitäten und die Lebenswege ehemaliger RAF-Terroristen bleibt das ein frommer Wunsch. Zumal sich vieles, was damals an zwischenmenschlichem Leid auch in den Familien der Täter geschah, nicht mehr gutmachen lässt, wie auch Bettina Röhls radikale Abrechnung mit ihrer Mutter Ulrike Meinhof eindrucksvoll zeigt.
So überzeugt Es kommt der Tag in erster Linie als Familiendrama und schonungslose Variante eines Mutter-Tochter-Konfliktes, die Geister der RAF-Vergangenheit kann aber auch (und gerade) dieser Film nicht auflösen

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alviesinger: bummelkino

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5.5Geht so

Ein Film voller Kontraste, in dem sich grundsätzlich ein gefeierter deutscher Filmstar (Iris Berben) mit einem viel versprechenden und bereits einige Meriten sammelnden Jungstar (Katharina Schüttler) ein langatmiges Psychoduell liefert. Dabei könnte der bedrohliche Dauerzustand durch verschiedene Lösungsansätze schnell geklärt werden. Die Regisseurin Susanne Schneider ignoriert diese Möglichkeit gänzlichst und schiebt stattdessen ihre hübsch ausgearbeiteten Figuren weiter über das imaginäre Schachbrett, bedient sich hier mal bei Chabrol und dort bei Haneke, und zieht die Tragödie künstlich in die Länge. Als gegen Ende ein zwischenmenschliches Donnerwetter hereinbricht, folgt ein inkonsequenter Schluss. Das trübt die Chose noch einmal. „Es kommt der Tag“ ist ein Drama, das einzig durch das hervorragende Schauspiel des perfekt gecasteten Ensembles überzeugt.

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Kommentare (5) — Film: Es kommt der Tag

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Brigittes Helm

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Bewertung6.0Ganz gut

Sicher, filmisch ist der Film belanglos und ein bisschen zu hektisch. Doch die Berben gestaltet diese Rolle ausnahmsweise einmal überzeugend und hat mich angenehm überrascht. Katharina Schüttler kann da gut mithalten, wenn sie auch streckenweise zu exaltiert spielt. Die höchst überflüssige F-Szene ganz zu Beginn verreißt sie. Sehenswert ist der Film nur wegen der eindringlichen Mutter-Tochter-Kämpfe, der Rest ist weitgehend Kokolores und hat Courths-Mahler-Niveau, sorry. Und warum müssen Franzosen in deutschen Filmen eigentlich immer und dauernd Wein saufen?

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surfpoet69

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Bewertung5.5Geht so

Ganz so schlimm finde ich den Film dann doch nicht wie die anderen hier. Natürlich spürt man etwas das Redakteursfernsehen durch, die die Schulklassen belehren wollen. Aber ich finde auch viel Schönes, die Besetzung, das Setting, die Ruhe... Allerdings hätte ich ihn mir im Kino auch nicht angeschaut, trotz persönlicher Bezüge - zum Thema, zu den Machern...

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satyrrrr

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Bewertung5.0Geht so

Wer hier auf eine Art Spin-Off zum Baader-Meinhof Komplex hoffte, wird ziemlich enttäuscht sein. Der viel versprechende Plot wurde leider geschichtlich weder kritisch noch aufarbeitend umgesetzt, statt dessen wird hier einzig auf ein Psychodrama zwischen Mutter und Tochter herunter gebrochen, was naturgemäß sehr langatmig sein muss.

Während Iris Berben (in der Rolle der Mutter) mit ihrer Erfahrung die dröge Thematik einigermaßen transportieren kann, hat Katharina Schüttler (als Tochter) damit deutlich Probleme. Sind die aufsässigen und weinerlichen Szenen noch glaubhaft, stößt sie mit der Darstellung von Zorn und Diskussion an ihre Grenzen, daran ändert auch der spontane Speichelfluss in einer hitzigen Diskussionsszene nicht wirklich etwas.

Mehr am Rande wird auch die Auswirkung der verheimlichten und plötzlich erscheinenden Tochter auf die anderen Familienmitglieder beleuchtet, mit denen die Mutter nun zusammen lebt. Die Dramaturgie zwingt hier den Schauspielern allerdings auch eine Reihe unglaubwürdiger Reaktionen auf, mit denen vor allem die beiden jugendlichen Darsteller (in den Rollen der Halbgeschwister) so ihre mühe haben.

Ein besonders großen Kritikpunkt kann man außerdem bei der Kameraführung heraus arbeiten. Speziell für diese gesetztere Handlung, wünscht man sich natürlich eine angepasste und ruhige Kamera, geboten bekommt man prompt eine ständig wackelnde Steadicam. Besonders nervend ist das nachführen der belanglosesten Bewegungen in großen und hektischen Kameraschwenks. Es ist schon ziemlich fraglich, ob ein schneller 120 Grad Schwenk erforderlich ist, um zu zeigen, wie ein Darsteller nach einer Vase greift, um Blumen hinein zu stellen. Dafür hagelt es kräftige Punktabzüge.

Es bleibt also zu sagen, das hier ein Thema verarbeitet wird, das durchaus seine Berechtigung auf Darstellung im Film hat, allerdings erwartete man eigentlich etwas deutlich anderes. Schauspielerisch ist das ganze noch halbwegs gut umgesetzt, auch wenn die Dramaturgie hier und da ziemlich ausschweift. Da der Film sehr heftige längen, überhaupt keine Spannung, keine Massenkompatibilität und auch in der technischen Umsetzung gelitten hat, scheint eine Platzierung als kleines ZDF-Fernsehspiel oder im arte Spätprogramm plausibel. Zur Primetime oder gar im Kino, kann man sich das nur sehr sehr schwer vorstellen.

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MartinDoeringer

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Genial gespielt! Da macht das Zusehen wirklich Spass! Zwei sehr, sehr gute Schauspielerinnen!!!!

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MovieMuc

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Bewertung5.5Geht so

Filmfest München 2009
Es gibt eine tolle Szene im Film als die Filmtocher von I. Berben am Mittagstisch (zusammen mit dem Rest der Familie) mit I. Berben über Politik und Soziales diskutiert. I. Berben "erklärt" der Jugend, warum und wie sie früher als Jugendliche gedacht und gefühlt hat. Als Zuschauer sitzt man da und kann sie als Ex-Terroristin verstehen was sie meint und dem auch zustimmen.
Die Tochter zerstört langsam das "heile" Familienleben, aber offenbart, dass es keine Unterschied zwischen Mutter und ihr gibt. Sie wiederholt, was ihre Mutter in der Vergangenheit getan hat, aber einfach auf einer anderen Ebene.
"Es kommt der Tag" ist ein Film den man getrost im Fernsehen anschauen kann, muss also keine Euros dafür ausgeben.

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