Es war Nacht in Rom
Era notte a Roma (1960), FR/IT Laufzeit 145 Minuten, Drama, Historienfilm
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von Roberto Rossellini, mit Giovanna Ralli und Renato Salvatori
Im September 1943 unterzeichnet Italien einen Waffenstillstand mit den Alliierten, die zwei Monate zuvor in Sizilien gelandet sind. Das deutsche Oberkommando droht jedem Italiener, der alliierten Soldaten Obdach gewährt, mit der Todesstrafe. Drei dieser Soldaten – der britische Major Michael Pemberton, der US-amerikanische Leutnant Peter Bradley und der sowjetische Sergeant Fjodor Nasukow – haben nach ihrer Flucht aus einem Kriegsgefangenenlager Unterschlupf in der Scheune eines Bauern gefunden. Als bei ihm die Römerin Esperia mit zwei Freundinnen auftaucht, um Lebensmittel zu kaufen, deren Preise von Mal zu Mal steigen, bietet ihnen der Bauer Schinken und Wein als kostenlose Beigabe an, wenn sie die drei versteckten Soldaten mitnehmen. Zu verlockend ist das Angebot. Esperia nimmt die drei mit dem Auto mit nach Rom. In ihrer kleinen Wohnung neben einer Kirche gibt es einen Dachboden, der sich als Versteck gut eignet. Am nächsten Morgen will sie die Männer fortschicken, ihr Verlobter Renato Balducci soll es ihnen sagen, was er aber nicht tut. Denn erstens ist Bradley schwer am Knie verwundet und zweitens gehört Renato dem Widerstand an. Er kümmert sich zunächst um einen Arzt und organisiert Freunde, die den Soldaten weiterhelfen sollen. Doch zuvor feiern sie gemeinsam Weihnachten: Menschen unterschiedlichster Nationalität, die nicht wissen, was ihnen der nächste Tag bringen wird, die aber auf baldigen Frieden hoffen. Tage später erfahren sie, dass die beiden Widerstandskämpfer, die den Soldaten auf ihrer Flucht weiterhelfen sollten, erschossen worden sind. So entschließen sie sich, dass Fjodor in den Keller zu Renatos Freunden geht, während der Brite und der Amerikaner bei Esperia bleiben sollen. Wenig später, als Renato und Esperia Essen in den Keller bringen wollen, lauern ihnen deutsche Soldaten auf. Esperia, Renato und seine Freunde werden verhaftet, Fjodor wird erschossen. Der Italiener Tarcisio hat sie verraten. Die beiden anderen Soldaten können von ihrem Dach aus beobachten, was geschieht. Sie bekommen unerwartet Hilfe von Augusto Antoniani, dem Sohn von Fürst Alessandro Antoniani, dessen Palast an Espirias Haus angrenzt. Mit Hilfe des Reichtums und der Beziehungen der Familie, u.a. zum Deutschen Baron von Kleist, können die beiden den Einmarsch der Amerikaner in Rom erleben. Auch Espiria kommt aus dem Gefängnis, sie aber trauert um Renato, der ermordet wurde. Bei ihr taucht Tarcisio auf, der Verräter.
Cast & Crew
- Genre
- Drama, Kriegsfilm





















Kommentare
Stefan Ishii Thu, 25 Aug 2011 12:12:02 -0000
Kommentar löschen"Es war Nacht in Rom" gehört leider nicht zu meinen Lieblingsfilmen von Roberto Rossellini. Auch wenn es sich hierbei um ein durchaus humanistisches Kriegsdrama mit interessanten Figuren handelt, kommt der Film von 1960 für meinen Geschmack nicht an die großen Dramen des italienischen Regiemeisters heran (wie zum Beispiel "Reise in Italien" oder "Stromboli").
Obwohl tatsächliches Kriegsgeschehen im Film nur eine untergeordnete Rolle spielt und vielmehr die Figurenkonstellationen beleuchtet werden, so ist "Es war Nacht in Rom" für mich dann doch streckenweise "nur" ein (jedoch zugegebenermaßen überdurchschnittlich gutes) Kriegsdrama. Auch wenn der Film eindeutig eine antifaschistische Haltung einnimmt, so ist "Es war Nacht in Rom" nicht wirklich politisch, sondern in erster Linie moralisch und ethisch motiviert. So fokussiert sich der Film auf die Entwicklung von Freundschaften unter lebensbedrohenden Umständen. Und als wirklich sehr schön empfand ich all die Szenen, in denen Figuren, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Muttersprachen sich kaum verständigen können, dann doch trotz mancher Missverständnisse irgendwie versuchen sich zu verstehen.
Ab einem gewissen Punkt spaltet sich der Handlungsverlauf auf. Plötzlich werden zwei parallel ablaufende Handlungsstränge verfolgt: Esperias sowie Major Pembertons Schicksale. Was eigentlich ganz gut klingt, hat für mich irgendwie nicht so richtig funktioniert: Wahrscheinlich weil bestimmte Schlüsseleignisse nicht im Film zu sehen sind, sondern nur angedeutet werden (konnten?). So hat der Film in der zweiten Hälfte eine etwas andere Wirkung.
Schauspielerisch ist zunächst Giovanna Ralli hervorzuheben. Sie hat mich als tragende Hauptfigur Esperia absolut überzeugt. Außerdem fand ich Sergei Bondarchuk als Fjodor wirklich toll. Seine Figur war jedenfalls die interessanteste für mich.
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