Esmas Geheimnis - Grbavica
Grbavica (2006), BA/AT/HR/DE Laufzeit 94 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 06.07.2006
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7 Kommentare
Keine
von Jasmila Zbanic, mit Mirjana Karanovic und Luna Mijovic
Die alleinerziehende Esma möchte ihrer 12-jährigen Tochter Sara die ersehnte Teilnahme an einer Klassenfahrt ermöglichen. Mit einem Nachweis, der bestätigt, dass Saras Vater ein Kriegsheld (shaheed) war, würde sie eine Ermäßigung bekommen. Aber Esma wehrt Saras Fragen nach der Bescheinigung ab. Sie versucht, das ganze Geld für den Ausflug ihrer Tochter aufzutreiben. Sie ist davon überzeugt, dass sie das Geheimnis um den Vater von Sara bewahren muss, um ihre Tochter und nicht zuletzt auch sich selbst zu schützen.
HandlungEsma und SaraDie alleinerziehende Mutter Esma (Mirjana Karanovic) lebt gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Tochter Sara (Luna Mijovic) im Sarajevoer Stadtteil Grbavica. Während des Krieges war Grbavica von bosnisch-serbischen Truppen besetzt, die das überwiegend von bosnischen Moslems bewohnte Viertel zu einem Kriegslager umfunktionierten. Der Krieg ist vorbei, aber nicht vergessen. Esma gehört zu den zahlreichen Opfern, die im Krieg von Soldaten vergewaltigt wurden. Ihre geliebte Tochter ist aus einem solchen gewaltsamen Akt entstanden. Sara läßt sie aber in dem Glauben, dass ihr Vater ein gefallener Kriegsheld sei. Esma leidet unter den verdrängten Erinnerungen. Kann aber selbst bei gelegentlichen therapeutischen Gruppensitzungen nicht über die Vergangenheit reden.
Sara möchte mit ihrer Schulklasse in Kürze einen Ausflug unternehmen. Um das nötige Geld aufzutreiben, nimmt ihre Mutter einen Job als Kellnerin in einem Nachtclub an. Dort lernt sie den Bodyguard Pelda (Leon Lucev) kennen und zwischen ihnen entspinnt sich eine zurückhaltende Romanze. Sara freundet sich mit ihrem Klassenkameraden Samir (Kenan Catic) an. Auch er hat seinen Vater im Krieg verloren. Nachdem Samir sich darüber wundert, dass seine Freundin kaum etwas über die Heldentaten ihres Vater weiß, fragt Sara erneut Esma über ihren Vater aus. Die Mutter weicht den Fragen aus.
Der Knoten platztAls von Seiten der Schule angeboten wird, dass die Kinder von Kriegshelden kostenfrei an dem Schulausflug teilnehmen dürfen, gerät Esma erneut unter Druck. Sie erklärt ihrer Tochter, dass es schwierig ist, eine Bescheinigung zu bekommen, da der Leichnam ihres Vaters nie gefunden wurde. Sie werde aber aufs Amt gehen. In Wirklichkeit versucht sie das nötige Geld von Freunden und Bekannten zu leihen.
Sara bleibt misstrauisch. Als sie auf der Liste für den Ausflug liest, dass sie nicht als Tochter eines Kriegshelden angemeldet wurde, eskaliert die Situation. Mit einer Pistole bedroht das zwölfjährige Mädchen ihre Mutter, um endlich die Wahrheit zu erfahren. Esma bricht zusammen und klärt Sara in einem emotionalen Ausbruch über die wahren Hintergründe ihrer Zeugung auf. Der Gefühlsausbruch bewirkt, dass Esma auch bei der Gruppentherapie über ihre bisher nicht überwundene Vergangenheit sprechen kann. Schließlich ist selbst Sara über die schockierende Ehrlichkeit ihrer Mutter froh. Es ist Platz für einen Neuanfang geschaffen. Am Ende singt Sara gemeinsam mit ihrer Schulklasse im Bus einen multiethnischen Hit aus den 1970er-Jahren Sarajevo, meine Liebe.
Weiterführende Informationen
Informationen zum Film in Wissenswertes
Weitere Infromationen im Internet
Deutscher Pressespiegel auf filmz.de
Pressekonferenz als Videostream auf der Website der Berlinale (dts.)
Quellen
Filmheft der Bundeszentrale für politische Bildung als PDF-Dokument
Mehr Bilder (9) und Videos (1) zu Esmas Geheimnis - Grbavica
Cast & Crew
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Jasmila Zbanic
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Mirjana Karanovic
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Luna Mijovic
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Leon Lucev
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Kenan Catic
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Jasna Beri
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Dejan Acimovic
Regie
Schauspieler
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Bogdan Diklic
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Jasmila Zbanic
- Genre
- Sozialdrama, Romanze, Kriegsfilm, Anti-Kriegsfilm
- Ort
- Bosnien-Herzegowina, Sarajevo
- Handlung
- Depression, Erwachsenwerden, Kriegsverbrechen, Mutter-Tochter-Beziehung, Recht und Gerechtigkeit, Schuldgefühl, Soziale Ungerechtigkeit, Verdrängte Vergangenheit, Vergewaltigung
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Drehbuch
Filmdetails Esmas Geheimnis - Grbavica
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Kritiken (2) — Film: Esmas Geheimnis - Grbavica
Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenEs ist ein trauriger, hoffnungsloser Blick, den die Regisseurin Jasmila Zbanic in „Grbavica“ auf ihre Heimatstadt wirft – vor allem auf die Situation der Frauen. Das Publikum außerhalb von Ex-Jugoslawien tut sich schwer mit der Aussprache des Filmtitels. Doch genau das hat die Regisseurin beabsichtigt: ein Wort, das so kompliziert ist wie ein Gefühl, das einem bis ins Mark geht und das man doch nicht beschreiben kann.
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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten
Kommentar löschenJasmila Zbanic reichen feinste Andeutungen, um größte Verwerfungen nachfühlbar zu machen. Ein extrem kleines Budget - unter anderem 72.000 Euro von der baden-württembergischen Filmförderung - hat ihr gereicht, um einen dramaturgisch dichten Film zu machen, der berührt, ohne dick aufzutragen.
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Kommentare (5) — Film: Esmas Geheimnis - Grbavica
Kommentar schreibenconvera 2011/09/19 00:20:31
Kommentar löschenIch versteh immer noch nicht, warum ich so eine hohe Vohersage bekommen habe...
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Mervit 2011/09/02 22:54:26
Kommentar löschenIch seh' nur Ohrfeige dort, Ohrfeige da. Zigarre dort, Zigarre da.
...und WAS AN "Esma" KANN MAN ALS "VERRÜCKTES HUHN" BESCHREIBEN?
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amela-hasic 2010/06/18 21:44:25
Kommentar löschenIch finde das der Film: " Esmas Geheimnis" der beste Film überhaubt ist.
Er zeigt einfach das ware Leben. Es wird besonders auch die dahmalige Situation in Bosnien und Herzegowina wiedergespiegelt!
Der Krieg hat sehr viel zerstört nicht nur Häuser und andere Gebäude, sondern auch das Leben dieser Menschen. Dies wird durch diesen Film sehr deutlich!
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emily 2009/02/19 11:45:09
Kommentar löschenEin unprätentiöser Film, der ohne jeglichen Schnickschnack daherkommt und sich voll auf die Geschichte und seine beiden Hauptdarsteller konzentriert.
Erzählt wird eine Mutter-Tochter-Geschichte, die im Sarajevo der Nachkriegszeit angesiedelt ist.
Ich muss zugeben, das ich über die Situation in Bosnien nicht wirklich Bescheid weiss und daher teilweise mit den Begriffen nichts anfangen konnte und mich auch am Anfang gefragt habe warum es denn so wichtig ist, dass Saras Vater Tscheche ist.
Eigentlich ist dies im Verlauf auch nicht weiter wichtig, denn die Stimmung-alles wirkt kalt und trostlos-erzählt von selbst wie das Leben in der Nachkriegszeit für die Menschen dort aussieht. Die Frauen wirken verzweifelt und sind von den Folgen des Kriegs für ihr Leben gebrandmarkt.
Sehr schön entwickelt die Regisseurin die Beziehung von Mutter und Tochter und schnell merkt man, das Esma ein schwerwiegendes Geheimnis vor ihrer Tochter verbirgt. Am Ende entlädt sich dieses dann mit einer Insentität, die einem ins Mark geht, holt die Geschichte aber gleichzeitig von Bosnien in den Rest der Welt.
Dies ist sicherlich kein Film der gute Laune verbreitet, wer aber mal wieder einen unaufgeregten Film mit einer gut erzählten Geschichte gucken möchte, dem ist Esmas Geheimnis wärmstens ans Herz gelegt.
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8martin 2009/02/13 10:00:15
Kommentar löschenMan ahnt schon sehr bald, was Esmas Geheimnis ist. Aber als es dann endlich aus ihr herausbricht, kommt es doch wie ein Schock. Die Regisseurin Jasmila Zbanic hat einen beeindruckenden Film über die Verzweiflung traumatisierter Frauen des Serbienkrieges abgeliefert. Besonders der zutiefst traurige, leere Blick der Hauptdarstellerin Mirjana Karanovic bleibt noch lange im visuellen Gedächtnis. Sie bringt es auf den Punkt „Männer sind Tiere.“ Die Message des Films wird in ihrer Wirkung einerseits noch durch die eigentlich unmögliche, zart inszenierte Love Story zwischen Esma und Pelda verstärkt, andererseits durch das Klagelied der Frauen, das den stimmungsvollen Rahmen bildet.
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