Evelyn

Evelyn (2002), DE/IE/US
Laufzeit 91 Minuten, FSK 12, Drama

admin edit edit group memberships sweep cache
- Kritiker
0 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.7 Community
18 Bewertungen
3 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Bruce Beresford, mit Aidan Quinn und Julianna Margulies

Angesiedelt im Dublin der 1950er Jahre und basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt der Film von einem Vater, der um das Sorgerecht für seine Kinder kämpft: Nachdem der Maler Desmond Doyle von seiner Frau verlassen wurde, werden seine drei Kinder Dermot, Maurice und Evelyn auf staatliche Anweisung in katholischen Heimen untergebracht. Die konservativen, kirchlich geprägten Behörden sind der Meinung, dass der leichtlebige Doyle, der auch dem Alkohol nicht abgeneigt ist, nicht adäquat für seine Kinder sorgen kann. Für Doyle bricht eine Welt zusammen. Fest entschlossen, seine Kinder nach Hause zurückzuholen, findet er Unterstützung bei der Kellnerin Bernadette und deren Bruder, dem prominenten Anwalt Michael. Obwohl Michael ihn warnt, dass er vor Gericht nur geringe Aussichten auf einen Sieg hat, will Doyle um sein Recht als Vater kämpfen. Michael stellt ein juristisches Team zusammen, zu dem der irisch-amerikanische Anwalt Nick und der exzentrische Experte Tom gehören. Während der Prozessvorbereitungen bahnt sich zwischen Doyle und Bernadette eine Liebesbeziehung an. Aber auch der sensible Nick macht Bernadette den Hof und versucht, sie mit der Aussicht auf ein neues Leben in Amerika für sich zu gewinnen. Dann ist der Tag der ersten Gerichtsverhandlung gekommen – wie zu erwarten, erleidet Doyle einen herben Rückschlag. Doch seine Anwälte bringen den Fall in einem zähen Kampf bis vor den Obersten Gerichtshof. Auch hier versuchen Vertreter des katholischen Ordens, in dem die Kinder untergebracht sind, die Fähigkeiten des Vaters in Zweifel zu ziehen. Dann aber tritt Doyles Tochter Evelyn in den Zeugenstand. Mit ihrer bewegenden Aussage sorgt sie dafür, dass die Kinder endlich zu ihrem Vater zurückkehren dürfen.


Cast & Crew


Kommentare (3) — Film: Evelyn

Kommentar schreiben
Sortierung

hoffman587

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Evelyn

Wieder eine dieser kleinen filmischen Überraschungen, von denen ich niemals geglaubt hätte, dass die sie wirklich existieren. Man glaubt es da manchmal nicht was man am Ende bekommt. Manche nennen sie Perlen. Ich nenne sie einfach Geheimtipps und genauso ein feiner Tipp ist das Familiendrama "Evelyn" (oder alternativ "Ein Vater kämpft um seine Kinder", aber dieser Titel zieht den Film nur unnötig runter und knöpft falsche Erwartungen, schlechte Vorstellungen, wer denkt sich die bloß immer aus, muss anscheinend Filme hassen) von Bruce Beresford, der auch gerne mal Schrott inszenierte wie "The Contract" aber auch Melodramen so mit "Miss Daisy und ihr Chauffeur", zum Glück ist es weder das eine noch das Andere, sonder eher bewegend und aus dem Jahre 2002 und basiert sogar (hurra) auf einer wahren Begebenheit, aber was solls.

Die Geschichte eben wahr, aber gar nicht so lala. Denn eigentlich geht die Story zu Herzen, auch wenn das Ganze heute wahrscheinlich sich auf den ersten Blick schrecklich uninspirierend mögen darf, so ist es nicht, ich für meinen Teil zeige Interesse, denn hintergründig wird noch ein wenig Kritik an Verschiedenem geäußert, Kirche und deren Erziehungsmethoden in de 50ern, in denen der Film spielt, insgesamt eine rührende Story an sich altbekannt und dazu auch noch christlich angehaucht (man kann davon halten was man will, mich störte es nur minimal): Um genau zu sein es war 1953, der arbeitslose Desmond, zwar trinkfest, aber doch zweifelt, denn die Frau läuft einfach weg. So müssen seine drei Kinder bald in katholische Heime, das trifft besonders die kleine Evelyn. Desmond absolut am Boden, ohne Hoffnung, doch er überlegt und gibt nicht auf und nimmt schließlich auch den Kampf mit der Hilfe dreier Juristen auf. Und so legt er sich mit Kirche und Staat an.

Und hier besonders bei der Besetzung, eine große Überraschung, natürlich mochte ich ihn Pierce Brosnan auch vorher, aber ich hätte ihn ehrlich gesagt nie für jemanden gehalten der tatsächlich so was schafft wie eine richtige Charakterrolle. Hier schafft er das, unglaublich stark gespielt und sehr glaubwürdig, Brosnan treibt den Film an, ob er nun trauert, singt oder trinkt bzw. seine inneren Gefühle offen äußert. Aber neben ihn wissen auch Alan Bates, Aidan Quinn und natürlich Stephen Rea zu überzeugen als Hilfe im für Desmonds Sorgerecht seiner Kinder. Auch hier sticht noch Aidan Quinn heraus, eh hochgradig unterschätzt, top wollte ich nochmal extra erwähnen. Und so kann man auch sagen, dass Julianna Margulies als Bernadette Beattie und die kleine Sophie Vavasseur als Evelyn zu überzeugen wissen.

Beresford Regie auch sehr gut, lässt sich Zeit, die Ruhe bleibt, präsentiert sein Werk nicht allzu aufdringlich und für meinen Teil empfand ich so das Ganze gerade als fesselnd und mitreißend, richtet er seinen Fokus auf die Charaktere und gibt ihnen Zeit sich über die vollständige Laufzeit sich zu entfalten bzw. sich zu entwickeln. Das mag manchmal schon sentimental sein, aber dann auch wieder bewegend.
Und die Kamera fängt zudem noch ein recht stilvolles Porträt der frühen 50er Jahre ein, mit einer exquisiten Ausstattung, sodass die Atmosphäre sicherlich nicht in der Ferne liegt, sonst auch alles stimmig ist, zudem sauber gefilmt.

Weiterhin noch ein gutes Drehbuch mit sympathischen Charakteren, mit denen man am Ende mitfiebert und doch für sie hofft, natürlich getragen von den Akteuren und sehr authentisch( denk ich jedenfalls) gezeichnet, durchaus mit kleinen Fehlern hierbei, aber gut, diese kann ich auch verzeihen. Da die wertvollen Herren namens Schauspieler diese Rollen toll ausbauen, ie mehrfach erwähnt.

Letztlich bleibt was ich bereits am Anfang sagte ein kleiner, feiner Geheimtipp, besonders für die geeignet, die schon immer wissen wollte, wie der Ex-Bond Pierce Brosnan sich als irischer Trinker, Sänger und Familienvater schlägt, für mich nämlich grandios.

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

seven

Antwort löschen

"Die Geschichte eben wahr, aber gar nicht so lala." --> Typisch Hoffi, sehr geil!!! :DD


hoffman587

Antwort löschen

Danke, danke für das Lob:)


tomtom1987

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

ein sehr ergreifender film mit einen pierce brosnan in topform und eine irische geschichtsstunde gibts oben drauf! kann ich nur empfehlen!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

8martin

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wenn der Titel schon Inhaltsangabe ist, braucht man sich den Film gar nicht erst anschauen. Man kennt ja das Ende ohnehin schon. Im deutschen fehlt nur noch das Wort ’erfolgreich’, um alles zu verraten. Das Original heißt einfach ’Evelyn’. Das ist die Jüngste von drei Kindern.
Hier hat der Altmeister Bruce Beresford einen emotional hoch aufgeladenen Film abgeliefert und gleichzeitig ein Dokument irischer Rechtsgeschichte erstellt. Nach eine wahren Begebenheit wird ein juristischer Widerspruch aufgedeckt, wobei mit Kritik an der klösterlichen Erziehung im Irland der 50 Jahre nicht gespart wird. Die Atmosphäre hier sowie auch die im Pub sind durchaus authentisch: äußerste Härte hier und ausgelassene Sauffreudigkeit da, aber immer streng katholisch!
Von den tollen Promi-Schauspielern ragt besonders Pierce Brosnan heraus. Man traut seinen Augen und Ohren kaum, wenn man ihn überzeugend singen hört und saufen sieht. Vor allem die letzten eindrucksvollen Bilder, die wortlos und nur mit einem irischen Song unterlegt sind, erlauben ein sanftes Hinübergleiten in die Zukunft dieser neuen Familie.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben