Eyes Wide Shut

Eyes Wide Shut (1999), GB/US
Laufzeit 153 Minuten, FSK 16, Drama, Erotikfilm, Kinostart 09.09.1999

7.0 Kritiker
51 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.7 Community
4755 Bewertungen
83 Kommentare
Eyes Wide Shut - Bild 2738011
  • DVD
  • VoD
Online-Videothek
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Stanley Kubrick, mit Tom Cruise und Nicole Kidman

Der Psychiater Dr. William Harford (Tom Cruise) und seine Frau Alice (Nicole Kidman) gehen beide ziemlich seltsamen sexuellen Phantasien nach, die sie langsam aber sicher auch in der Realität ausleben. Als sie selbst vor außerehelichen Abenteuern nicht halt machen, begeben sie sich auf einen psychologischen Trip zu ihrer eigenen Identität und den seelischen Tiefen ihrer Beziehung.

Hintergrund & Infos zu Eyes Wide Shut
Eyes Wide Shut basiert auf dem Buch “Traumnovelle” des Österreichers Arthur Schnitzler. Regisseur Stanley Kubrick starb nur wenige Tage nach Fertigstellung seines Films im Alter von 70 Jahren. Die Ursache seines Todes wird von seinen Angehörigen bis heute geheim gehalten. Mit satten drei Jahren Produktionszeit gehört Eyes Wide Shut sicherlich zu den absoluten Rekordhaltern in der Filmgeschichte. Es gibt sogar Gerüchte, es gäbe eine “Originalversion” von Eyes Wide Shut, in der Harvey Keitel und Jennifer Jason Leigh die Rollen spielen, die in der Kinofassung von Sydney Pollack und Marie Richardson ausgefüllte werden. Es wird spekuliert, daß Kubrick diese Version mit ins Grab genommen hat.

Doch die Verwirrung um verschiedene Versionen von Eyes Wide Shut ist damit noch nicht am Ende: Um in den U.S.A. einem NC-17-Rating zu entgehen, wurde eine einminütige “Orgien-Szene” so digital nachbearbeitet, daß einige Nahaufnahmen von Personen verdeckt wurden. Puristen, die um eine Verstümmelung von Kubricks Vision fürchten, können sich aber beruhigen, da der Regisseur diese Änderungen noch selbst erledigt hat. Außerdem ist mittlerweile die ungeschnittene Fassung von Eyes Wide Shut auch auf D.V.D. erschienen.

(omdb)

  • 37795279001_1027935553001_eyes-thumb-square
  • Eyes Wide Shut - Bild 16587
  • Eyes Wide Shut - Bild 16588
  • Eyes Wide Shut - Bild 16589
  • Eyes Wide Shut - Bild 16590

Mehr Bilder und Videos zu Eyes Wide Shut


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Eyes Wide Shut

Flibbo: wieistderfilm.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

„Eyes Wide Shut“ – die Augen weit geschlossen – ist mystisch, wie schon sein Titel. Nur wenige Tage nach Fertigstellung des Schnitts verstarb Regisseur Stanley Kubrick und machte diesen Film somit zu seinem Vermächtnis. Dieser Umstand verstärkt die mystische Atmosphäre, die sich im Film ausbreitet, doch auch so ist sie deutlich spürbar. „Eyes Wide Shut“ ist ein Film, bei dem unheimlich viel in der Luft liegt, was nicht direkt greifbar ist. Das kann in einigen Fällen völlig an einem vorbei gehen, doch wenn die rätselhafte Grundstimmung (mal nur unterschwellig, mal sehr intensiv) einen erst einmal an der Angel hat, ist es eine bannende Abenteuerreise. [...]

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

[···]„Eyes wide shut“ - Die Augen weit geschlossen. Allein der Titel führt auf die richtige Fährte. Meiner Meinung nach stellt auch „Eyes wide shut“ eine direkte Kritik an der Gesellschaft da. Genauer gesagt thematisiert Kubrick die Unfähigkeit der Menschen auf ehrliche Art und Weise über ihre Bedürfnisse innerhalb einer Beziehung zu kommunizieren. „Die Augen weit geschlossen“ - Die Wahrheit wird gesehen, jedoch ignoriert. Was aber ist die Wahrheit? Kubrick skizziert die menschliche Beziehungen, in diesem Fall die Ehe, als gesellschaftliches Konstrukt unserer Zivilisation,[···]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Ob nun Vermächtnis oder Meisterwerk - man braucht derartige Superlative gar nicht, um ungeachtetet geringfügiger Einwände die Qualität dieses Films zu erfassen. So genau und gefühlvoll wird selten erzählt. Und dabei gibt Kubrick auch eine Antwort, was übrigbleibt, wenn alle Masken fallen, wenn alle Ideologien, Lügen, aber eben auch produktiven Scheingeflechte und Lebenslügen zerstört sind. Was für letzte Worte eines der ganz großen Filmemacher des Jahrhunderts, der wie wenige ein Philosoph war, kompromißlos und konsequent, gnadenlos, aber nicht aus persönlicher Eitelkeit versucht hat, den großen Fragen nicht auszuweichen sondern auf den Grund zu gehen: "Laß uns ficken!"

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alviesinger: bummelkino

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Traumnovelle, Kubricks letzter Film...und an was erinnere ich mich schlußendlich? Die nackte Kidman! War doch gar nicht so schlecht.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (79) — Film: Eyes Wide Shut

Kommentar schreiben
Sortierung

Gremlin

Kommentar löschen
Bewertung0.0Hassfilm

Noch flachbrüstiger als Nicole Kidman

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

based_god

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Traum und Realität. Inwiefern macht das ein Unterschied? Kubrick [7/7]

Kubrick dankt ab. Und das weit weniger schlecht als es manche Kritiker wahrhaben möchten. Er schickt zwei grandios aufgelegte Hollywoodstars (Cruise, Kidman) auf eine Odyssee quer durch ihre Sexfantasien, Ängste und an die eigenen Abgründe. Wie immer bei Kubrick ist optisch alles perfekt. Auch Musik und Kostüme sind toll in Szene gesetzt. Teilweise hat der Film seine Längen, und das ist man sich von Kubrick wirklich nicht gewöhnt. Objektiv muss man jedoch sagen, dass "Eyes Wide Shut" immer noch ein kleines Meisterwerk war.

"Fuck"

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dox

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Gott, Kubrick. Das ist Kunst. Ich verneige mich.

Eine filmische Odyssee durch die Stadt New York, welcher sich der Betrachter nicht entziehen kann. Aus einer Novelle. Das schafft Kubrick. Ich frage mich, wer das in gleicher Weise hätte vollbringen können.

Von einem erfolgreichen Arzt mit seiner gelangweilten, leicht deprimierten Frau. Eine Ehe, dessen Farbe verblasst ist und die nun an gänzlich anderen Orten aufzublühen versucht. Aus einer solch konventionellen Grundsituation wird ein Psychogramm der Hauptcharaktere, übertragbar auf vermutlich so einige wohlhabende Paare New Yorks. Skurrilität, Gewissenskonflikte, das Groteske. Der Alltag?
Obwohl es die Handlung zulassen würde, macht Kubrick sich gar nicht großartig Mühe, Klischees vorzuführen und zu benutzen. Diese treten vielmehr zurückhaltend und geschickt in den Blickkontakten zwischen den Dialogzeilen hervor. Besonders Cruise und Kidman beherrschen diese Fähigkeit nahezu perfekt. Es ist herrlich zuzusehen, wie der Film auf eben solchen Situationen aufbaut.
Einzig die beinahe handgreiflich sichtbare Ambition Kubricks nach Perfektion in Inszenierung und Dialog beeinträchtigt die Tiefe meiner Verneigung. Sie lag schwer über einige Szenen. Wirklich bedauerlich. Ein wenig mehr von seinem guten Händchen für passende Musik (in dezenter Weise) hätte mehreren Szenen und somit eventuell auch dem gesamten Film meines Erachtens einen stimmigeren Charakter und Nachdruck verliehen. Auch wenn ich die einzigartig atmosphärischen Dialoge sehr schätze. Dafür - die Musik abermals kongenial integriert. Als nach einem stilvoll eleganten Intro noch Chris Isaak ertönte, hatte mich der Film bereits in voller Aufmerksamkeit und Leidenschaft.
Bis schließlich zu seinem Höhepunkt in vielerlei Hinsicht: der Villa. Unglaublich. Zuletzt hatte mich Kubricks 2001 in vergleichbarer Weise in den Bann gezogen. So intensiv inszeniert, musikalisch begleitet. Jede Beschreibung würde dieser kubricktypischen Kunstform nicht einmal nahe kommen, deshalb fange ich damit auch nicht an.

Eine Verneigung vor ihm und seinem letzten Meisterwerk muss Genüge tun.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Timo K.

Antwort löschen

"Besser" ist relativ. Beide haben von mir die 10, aber EYES hat die 10 mit Herz. 2001 ist nachhaltiger, aber EYES fesselt mich mehr.


Dox

Antwort löschen

Okay ;) Mich hat 2001 doch noch ein bisschen mehr gefesselt, deshalb umgekehrt. Und die 10 gibts halt nur mit Herzchen. ;)


hallidalli

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

habe ihn heute das erste mal gesehen, fand ihn recht gut wobei der mittlere Teil am besten war. Der Anfang wie auch das Ende fand ich unnötig. Ist ein guter geheimnisvoller Film der neugierig macht, erinnerte mich sofort an die Hostel Teile von Eli Roth.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Scotty2Hotty

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Meisterhaft inszeniert! Ein mystischer und hintergründiger Film der mich immer wieder aufs Neue überzeugt!

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Oliver0403

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

"Eyes Wide Shut" hat definitiv seine Daseinsberechtigung ist aber nicht unbedingt Kubricks bester Film, sondern eher Durchschnitt. Die immer wieder vorkommenden minutenlangen und fast schon einschläfernden Dialoge sind teilweise extrem nervig aber der Film lebt eben davon. Im Großen und Ganzen sollte man den Film aber einmal gesehen haben, um sich eine eigene Meinung bilden zu können.
Fazit: Ganz ok aber es gibt bessere Kubricks.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

DerDude_

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Kubrick
Allein der Name ist unter Cineasten schon ein Begriff für filmische Perfektion oder filmischen Größenwahnsinn. "Eyes Wide Shut" ist zusammen mit "2001:Odyssee im Weltraum" sein umstrittenster Film.
Dabei kann man "Eyes Wide Shut" durchaus zu Kubricks besten Filmen zählen. Ein Trip ins nächtliche New York , der völlig normal beginnt und im Kubrikschen Wahnsinn endet. Von Paranoia und Schuld geprägt führt der Trip in die Abgründe des menschlichen Individums. Immer wieder wird die Frage aufgeworfen ob alles Traum oder Real war und am Ende ist sich er Zuschauer selbst nicht mehr sicher.
Hochspannend , Kreativ , Wahnsinnig , Perfekt
Kubrick eben :)

13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

countcount

Antwort löschen

omg. er ist bestimmt eifersüchtig und macht mal eben einen Rundumschlag. Lass dich nicht beirren, dude. ;)


DerDude_

Antwort löschen

Hast wohl recht :). Dont feed the Troll


blablabla2011

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

7 punkte für die nacktszenen .
sonst langweilig

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

littledrummerboy01

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ist auf jeden Fall nicht der stärkste Film von Kubrick, den ich bisher gesehen habe (und mir fehlt 2001 noch...), aber er hat irgendetwas an sich, das einen wie einen Sog hinein zieht in diese rätselhaften Ereignisse. Das Einzige, was dem Film vielleicht gut getan hätte, ist eine kürzere Drehzeit, denn ich habe manchmal den Eindruck, dass der Regisseur so tief in der Materie steckt, dass nur noch er sich auskennt, aber der Zuschauer gar keine Chance mit dem Hinterherkommen mehr hat. Aber die Bilder und die Atmosphäre sind fantastisch und Tom Cruise ist gar nicht mal so schlecht. Es gibt nur noch einen anderen Film, in dem ich ihn annehmbar finde (Collateral), ansonsten ist er ziemlich schlecht. Was mal wieder zeigt, was ein guter Regisseur aus einem Schauspieler so alles rausholen kann. Vielleicht ist das ja der größte Verdienst von Kubrick in dem ganzen Film? :)

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

FumerTue

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

"Eyes Wide Shut" ist schon so ein schwieriger Patient. Gerade die schwache erste halbe Stunde bis Stunde war traurig mit anzusehen, für einen Kubrick-Verehrer wie mich. Ich sah all die Vorwarnungen, dies sei des Meisters schlechtester Film, bestätigt. Dann wird der Film zwar recht spannend, aber irgendwas fehlt mir noch, sodass er mir letztendlich zumindest für Kubrick'sche Verhältnisse gar nicht taugt!
Ausgezeichnet ist die schauspielerische Leistung, allen voran die von Tom Cruise.
Auch gelungen ist das Erzeugen der düsteren, teilweise fast surrealen Stimmung; die Unwissenheit darüber, was der Zuschauer und die Protagonisten begehren zu wissen.
Aber was will der Film uns am Ende mitteilen, was war jetzt das Besondere an diesem Streifen? Das ist mir weiterhin schleierhaft, weshalb dieser Film, wenn auch er bestimmt nicht schlecht an sich ist, für mich der schlechteste mir bekannte Kubrick ist. Schade, dass der Meister sein Lebenswerk mit einem solchen eher mittelmäßigen Streifen abschließen musste.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

hoffman587

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Eyes Wide Shut

Ein letztes Mal Kubrick. Ein letztes Mal nahezu filmische Perfektion beobachten, ein letztes Mal dem Meister huldigen. Ein letztes Mal Stanley Kubrick. Noch einmal den Mann erleben, der mich mit seinen Werken von Anfang an meiner Leidenschaft für das Medium Film begeisterte, der Mann, den ich wohl als meinen ersten Lieblingsregisseur betitelt hätte. Und nun begeistert in sich aufgenommen, sein (leider) letztes Werk "Eyes Wide Shut" aus dem Jahre 1999 nach Arthur Schnitzlers "Traumnovelle". Dieser Film vielleicht einer der zwiespältig aufgenommensten Werke Kubricks.

Von Kubrick interessant gehandhabt, die Handlung von Schnitzlers "Traumnovelle" in die Gegenwart verlegt bzw. in die späten 90er Jahre, eine Geschichte um menschliche Lüste bzw. Gelüste, deren Abgründe, die sich immer tiefer und tiefer in den Menschen widerspiegeln lassen, eine Reise in unheimliche Welten und Orte, eine Reise in das Verschlossene, in die tiefe der Nacht, gefüllt mit menschlichen Probleme, Ehekrisen, die absolute Darlegung der Gefühle, hart wie eine Selbstzerfleischung: Für den Arzt Bill Harford bricht seine ganze Welt zusammen, als ihm seine Frau, unter Drogeneinfluss, gesteht, dass sie ihn mit sexuelle Phantasien betrügt. Er am Boden zerstört, seine Ego so gut wie nicht mehr existent, gepeinigt und innerlich niedergeschlagen flieht er in die kalte Nacht, hinein in eine andere Welt, in die Welt der Verlockung, der Gelüste, der wilden Orgien. Eine Reise in eine ihm unbekannte und verbotene Welt...

Dazu engagierte Kubrick gleich ein passendes Ehepaar für die Rollen, denn wer könnte sonst ein intimeres Verhältnis aufbauen als dieses? Wer könnte so liebevolle, so zärtlich zueinander sein und besonders wer könnte diese Intimität besser wiedergeben? Schwer zu beantworten all diese Fragen, das sicherlich, meine Antwort darauf: so gut wie niemand. So hielt er Ausschau nach einem schauspielerischen Ehepaar, zunächst noch im Gespräch Alec Baldwin und Kim Basinger, letztendlich aber das Gespann Tom Cruise und Nicole Kidman als William bzw. Bill und Alice. Cruise zeigt erneut sein grandioses Spiel und weiß in der Rolle des "Suchenden" und "Reisenden (auf die Nacht bezogen) zu glänzen, glaubwürdig bringt er die Facetten seiner Rolle rüber und so auch seine Hilflosigkeit in dieser Nacht, wie er immer tiefer in den Garten des Verbotenen eintaucht, gepeinigt und erfüllt von Angst. Und auch Kidman kann als Ehefrau in der Hinsicht überzeugen, durch ihre intensive Darlegung ihres Charakters. Besonders hervorzuheben seien dabei die gemeinsamen Szenen, die wie gesagt, an Intensität und Glaubwürdigkeit meiner Meinung nach kaum zu toppen sind, eine perfekte Chemie bzw. ein perfektes Zusammenspiel des Paares. In Nebenrollen wissen aber mindestens genauso gut zu glänzen einmal Syndey Pollack (überraschend einprägend seine Leistung) oder auch Sky du Mont. So gesagt als kleine, feine Verzierung des Werkes.

Und ja auch Kubrick zeigt sich Bestform, jedenfalls meiner Meinung nach, immerhin arbeitete bzw. beschäftigte er sich geschätzte 30 Jahre mit seinem Traum der Umsetzung von Schnitzlers "Traumnovelle", dabei dauerte der Dreh auch ungefähr 17-18 Monate. Alles für die vollkommene Perfektion, seinerseits. Kubrick eckt wieder auf hohem Niveau an, spielt mit den menschlichen Ängsten seiner Protagonisten, ein faszinierendes Unterfangen, enthüllt uns so fast eine fremde, unbekannte "Welt" (Lieblingswort hierbei), voller sexueller Ausschweifungen und Anonymität. Hierbei vereint er geschickt wie auch gekonnt verschiedene Elemente des Surrealismus, so verwischen schnell die Grenzen von Traum bzw. Albtraum, Realität und Wirklichkeit und purer Vorstellung. Wie ein einziger Moment, besteht die Bedrohung, doch welche Bedrohung? Was Kubrick hier wieder beginnt ist eine lange Odyssee der Extraklasse, für mich über die vollständige Laufzeit packend wie auch faszinierend.
Perfekt eingefangen wird diese so genannte "Odyssee" von einer geradezu famos geführten Kamera, durchaus kühl beleuchtet, aber von ihrer Ausstrahlung her absolut berauschend wie auch betörend, die Bilder an sich fantastisch gefilmt, mit einem leicht unheilvollen und düsteren Touch, für mich nahezu perfekt, wieder einmal. Hier stechen für mich die Orgien-Sequenzen hervor, die nochmal besonders deutlich die Stärke des Surrealismus im Film zeigen und auf mich eine unglaubliche Fesselungen bzw. Faszination ausübten. Prachtvoll, prächtig, einfach großartig. Und sogar fast schon atemberaubend und natürlich ausgestattet mit einer brillanten und intensiven/unheimlichen/mysteriösen/ beklemmenden und somit auch verstörenden Atmosphäre, vermittelt durch eine erotisch und irgendwie beunruhigende bzw. gleichzeitig auch ruhigen Grundstimmung, zusätzlich mit kleinen Kameratricks angereichert, zur Darstellung der eigenen Orientierungslosigkeit der Protagonisten wie auch so versucht auf den Zuschauer zu übertragen, bei mir funktionierte dieses Prinzip in jedem Fall.

Des weiteren beherbergt das Werk auch noch fein gemachte Figuren, die hier interessant beleuchtet werden, von abgründig bis faszinierend (mitunter könnte man auf das Wort den ganzen Film projizieren), alles dabei. Dennoch insofern bleiben doch die Hintergründe der verschiedenen Nebencharaktere im Dunkeln, sodass man seine eigenen Schlüsse ziehen muss, über ihr Verhalten und ihre wahre Gestalt, hinter ihren "Masken". Dabei wird natürlich auf das Eheleben von William und Alice eingegangen, die zunächst nicht den Mut aufbringen können, dem Gegenüber, alles zu enthüllen. Präzise wird die Psychologie analysiert, wie gesagt interessant gehandhabt und spannend wie auch tragisch zu beobachten ihre innere Seelenqual. Ein Geheimnis, das die Wahrheit zeigt.
Zudem möchte ich auch nochmal in aller Deutlichkeit (wie sich das anhört) die hervorragende musikalische Untermalung loben, passend und mysteriös bzw. seltsam-faszinierend eingesetzt und an sich für mich (tolle Wortwahl meinerseits) absolut perfekt zu den Geschehnissen. Einfach famos.

Letztendlich möchte ich dann nur sagen, dass "Eyes Wide Shut" für einige vielleicht einer der schwächsten Kubrick sein kann, eine müde "Altmännerphantasie", von mir aus. Ich halte ihn hingegen für ein würdiges, letztes Werk von Kubrick, für mich von seiner Machart her absolut berauschend und genial, somit auch ein irgendwie herausragender Abschied vom großen Kubrick. Und ich danke ihm für seine großen Filme.

33 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten

Sozionaut

Antwort löschen

Für die Tinte des Textes hast Du Dir wohl Dein Herzblut angezapft? Ich habe beim Lesen Deine Begeisterung gespürt.


hoffman587

Antwort löschen

@Sozionaut: Auch dir kann ich nur sagen: Vielen lieben Dank und ich habe es zumindest versucht. :)^^


ProjectChaos

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Man mag alle Szenen bis auf das Kleinste zerstückeln, um sie dann interpretieren zu können, aber auf dem ersten Blick blieb bei mir jedenfalls eine tiefere Analyse aus. Dies lief übrigens bei Clockwork Orange besser. Story- und Darstellungsmäßig eher langatmig. So war die Motivation für das Weitergucken, die vermeidliche Erwartung auf eine erleuchtende Szene und natürlich die Ästethik freizügiger Damen. Das ist natürlich viel zu wenig. Ich will die Qualität nicht verneinen, mir ist sie leider unentdeckt geblieben.
Ich muss dazu sagen, dass ich kein großer Fan von Kubrick`s Filmen bin. In diesem Film erschienen mir die Dialoge so aufgesetzt und weltfremd. Ich dachte mir nur "wer würde so reden?". Sicherlich war das für Kubrick zweitranging, da es bei ihm ja immer auf die Symbolik der Bildebene ankam. Für mich jedenfalls ist der Realismus kein unwichtiges Kriterium, da dieses auch ein wichtiger Faktor ist, um den Zuschauer zu fesseln. Und das Problem hat Kubrick meiner Meinung nach in all seinen Filmen (mal mehr, mal weniger).
Unter`m Strich würde ich diesen Film nicht weiterempfehlen, wenn dann nur den Kubrick Fans oder denen, die Kidman mal (fast) nackt sehen wollen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

ProjectChaos

Antwort löschen

FullMetalJacket fand ich in Ordnung, aber mehr auch nicht. Clockwork Orange fand ich noch am besten (~9/10), sehr interessantes Thema. Shining fand ich zwar an einigen Stellen gut gemacht, aber insgesamt nicht besonders.
Naja wenn der Film objektiv qualitativ gut ist, dann würd ich schon gerne die Qualität erkennen, weil ich sonst etwas tolles verpasse. Richtig gute Film sind ja nicht so häufig. Aber nichtsdestotrotz hast du natürlich recht. Unterm Strich zählt die subjektive Unterhaltung.


J4KOB

Antwort löschen

Das richtig Tolle daran ist, dass Kubrick handwerklich so gut wie keine Fehler macht und so viele liebevolle Details und Nebensächlichkeiten außergewöhnlich kunstvoll inszeniert. Bei Shining sind dir vielleicht die Dreiradszenen aufgefallen, mit der nachfahrenden Kamera, die trotz des Höhenunterschieds des Teppichs komplett ohne Ruckler filmt (was nur mit besonderen Verfahren möglich war, siehe Audiokommentar). "2001" war zu seiner Zeit visuell auch der Oberhammer, für den 15 Meter große, sich bewegende Aufbauten gefertigt um Schwerelosigkeit vorzutäusche. Und ein ganz besonderer Geheimtipp meinerseits ist "Barry Lyndon". Der wurde komplett ohne künstliches Beleuchtung aufgenommen. Einzige Lichtquellen sind Sonne und Kerzen, was auch dazu führt, dass auf einem Kronleuchter dann 1000 Kerzen rumstehen ^^. Das musste dann wieder mit irgendwelchen speziellen Kameras aufgenommen werden, weil das Licht so grell war. Außerdem wirkt der ganze Film wie ein Gemälde, du kannst an jeder Stelle anhalten und hast ein Kunstwerk vor Augen :)
Es gibt so viel an Kubricks Filmen, die sie so ganz individuell besonders & herausragend machen, dass ich da noch unzählige Seiten damit vollschreiben könnte... :D


Neokraid

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich raff das Ende irgendwie nicht. Kann mir das jemand erklären???

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Neokraid

Antwort löschen

Wenn das so ist, dann ist ja auch ok, ich dachte nur, ich hätte irhgendwas nicht- oder missverstanden :D


Filmkenner77

Antwort löschen

Lese am besten "Die Traumnovelle" von Schnitzler. Sehr zu empfehlen. Die von dir erwähnte Szene kommt im Buch nicht vor und ist eine reine Erfindung der Regisseurs.


Toblerone

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mit "2001-A Space to Odyssee" definitiv der Höhepunkt in der Filmographie eines überwichtigen Visionärs. Erscheint für viele leider deutlich sinnloser, als er ist. Wenn man sich auf "Eyes Wie Shut" mehrmals einlässt, wird man von einer der interessantesten und rätselhaftesten Traumen-Novellen aller Zeiten beglückt, die schon durch die Leistungen von Tom Cruise und Nicole Kidman schwer unter 10 Punkten zu bewerten ist. Die dichte Inszenierung von abgründigen Lüsten passt wie ein künstlerischer Bild in einen wertvollen Rahmen. Aber was sag ich. Einfach fallen lassen und erleben!

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MikeC.

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nicht, dass wir uns missverstehen: In diesem Film geht es um Sex. Einfach nur Sex. Wenn es irgendeinen Subtext gab, dann hat ihn Kubrick sehr, sehr, sehr gut versteckt.
Wäre ich 16 Jahre alt und würde auf legalem Wege einen Porno sehen wollen, dann wäre "Eyes Wide Shut" sicherlich meine erste Wahl gewesen. Nicole Kidman (und unzählige weitere Frauen) zeigen hier deutlich mehr, als es auf Scarlett Johansson´s geleakten Handy-Nackt-Fotos *hust* zu sehen gibt.
"Wie... ein paar Brüste, Vaginas und Ärsche reichen aus für eine 8.5 Bewertung?", werden sich jetzt manche vermutlich fragen. Natürlich nicht! In so einer Welt leben wir (leider) nicht mehr.
Das wirklich tolle an "Eyes Wide Shut" ist, dass er streckenweise an David Lynch erinnert. Und zwar, BEVOR er sich mit "Inland Empire" die künstlerische Kugel gegeben hat. Kann es ein besseres Kompliment geben?

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

apov1s

Antwort löschen

Ich würde vermutlich mehr Punkte für Titten und Ärsche geben als für irgendetwas, dass von David Lynch fabriziert wurde.


TFX

Antwort löschen

Das schöne ist, dass man in vielen Lynch Filmen beides haben kann! Titten und Lynch!


Hooded Justice

Kommentar löschen
Bewertung2.0Ärgerlich

„Die Libido verkehrt verkehrt.“ – JR.
Ob ich nun verklemmt bin oder mich einfach nicht für die sexuellen Lüste von trocken und ziemlich achtlos auftretenden Figuren einer durchschnittlichen Kidman und dieses ätzend coolen Cruise interessiere. Was möchte Kubrick der Welt mit diesem Werk aus Sex und Triebleben bekunden? Dass Menschen Lügner und Betrüger sind und sie nicht fähig dazu sind, sich über ihre sexuellen Wünsche und Befriedigungen auszuplaudern? Um ehrlich zu sein verblüfft dies mich überhaupt nicht und ist mir soweit relativ gleichgültig.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fkfilmkritik

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

„I think you forgot the mask“
Augen zuhalten. Maske anlassen. Nicht mehr man selbst sein. In die Orgie verfallen. Tanz zwischen Traum, Deutung und Realität. Kampf gegen Depression. Kampf gegen Paranoia. Kampf gegen Lust. Moment mal! Wie hat denn alles angefangen? Nun ungefähr so wie es Kubrick gerne macht: „Ganz normal.“ Man lässt uns erstmal auf eine normal geführte Ehe schauen. In eine Feier einweihen. Die Ehe ist offen. Zu offen? Zu geheimnisvoll? Zu verführerisch und locker? Oder doch so selbstverständlich, dank der guten 9 Jahre? Ich wurde schnell unsicher. Voller Symbolik. Voller Doppelbödigkeit. Von Szenen überfüllt die mit ungeheure Faszination, interessanter Thematik, mutiger Intimität und nicht zu letzt dem erstklassigen Pianosound in den Bann ziehen. Kubrick pur. Zum letzten. Ein Vermächtnis. Eine Offenbarung.
Mein 500. Kommentar und meine 400. Wertung widme ich gerne diesem unfassbaren Meisterwerk.

15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Oceanic6

Antwort löschen

Wird bei mir die Tage angeschaut, bin jetzt noch gespannter ;)


fkfilmkritik

Antwort löschen

Bin gespannt ob er dir gefällt. :)


exe222

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Der Soundtrack und die tollen Schauspieler retten den bisher schwächsten Kubrick. Trotzdem sehenswert!

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Smokémon

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Stanley Kubricks Vermächtnis ist ein grossartiges Beziehungsdrama/Thriller-Gemisch. Toller Soundtracks, klasse Leistungen von Cruise und Kidman.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Chaosmacherin

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Nach neun Jahren Ehe ist bei Bill und Alice zwar noch nicht die Luft raus aber sie wünschen sich ein Paar neue Erfahrungen. In Eyes Wide Shut begleiten wir Bill durch eine Nacht in der er von einer Versuchung zur nächsten schlittert. Man spürt die Spannung und das Knistern, dass den Protagonisten lenkt geradezu.

Mit mystischen Bildern und einem grandiosen Soundtrack (der bei einigen wohl nicht so gut ankam wie bei mir) fühlt sich Kubriks letztes Werk ein bisschen an als hätte ein David Lynch seine Finger im Spiel gehabt. Auch wenn Eyes Wide Shut eine Story behandelt wie zuvor kein Kubrickfilm ist seine Handschrift in den großartigen Kamerafahrten und den eindrucksvollen Bildern deutlich zu erkennen.

Kidman und Cruise leisten gute Arbeit, aber auch die Nebendarsteller sind positiv zu erwähnen (Die zuckersüße Leelee Sobieski *_*) Niemand fiel hier negativ auf oder wirkte gar falsch gecastet.

Für Freunde des Actionreichem Popcorn-Kinos ist Eyes Wide Shut aber wohl nicht das richtige. Die Spannung zieht sich zwar durch den gesamten Film, doch für jemanden der viel Abwechslung braucht könnten einige Szenen des Films zu lang und langweilig erscheinen.

Mir machte der Film jedenfalls Lust das “Traumnovelle” von Arthur Schnitzler, welches die Vorlage zum Film bot, zu lesen.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch