Fack ju Göhte - Kritik

DE 2013 Laufzeit 118 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 07.11.2013

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    Meine Damen, meine Herren, meine Trancegenders und Hermaphrodite!
    Es ist mal wieder so weit: The Super Duper Double Trouble Bingo Dingo Power Hour mit dem größten Unruhestifter der Welt, meinem Kollegen und MP-Buddy Troublemaker69 und meiner pelzigen Dingoheit, Martin Canine, geht zum zweiten Mal auf Sendung!
    Doch diese Ausgabe ist Teil eines Specials: TM und ich haben jeweils einen Film zum ersten Mal gesehen, den der andere auf den Tod nicht ausstehen kann! Diese Woche erscheint Teil 1, nächste der andere Film. Wir beginnen mit einem Streifen, der für Troublemaker69 die pure Hölle, für mich jedoch Neuland war: "Fack ju Göhte"!

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    "Fack ju Göhte" hat es geschafft: aus einer Flut an im Wochentakt anlaufenden deutschen Komödien ist er es, der sich in Deutschland zum erfolgreichsten Film des Kinojahres 2013 und zum Publikums- und Kritikerliebling entwickelt. Wie bei jedem Hype gibt es aber auch die Proteststimmen, da ihnen der Hype auf die Nerven geht, oder aber enttäuschte Stimmen, die sich wesentlich mehr erhofft hatten. Vor Allem das gezeigte Bild der Schule scheint vielen nicht sehr gut gefallen zu haben. Ein den Jugendlichen gegenüber pessimistischer Film? Oder eine Gagparade, die sich mit den Klischees spielt? Man wird sehen.

    Wir folgen dem gerade frisch aus dem Gefängnis entlassenen Räuber Zeki Müller, der sich nach 13 Monaten Haft nichts weiter wünscht, als sich die zuvor von einer befreundeten Prostituierten versteckte Beute seines letzten Raubzugs zu schnappen und zu verduften. Leider hatte diese Freundin die glorreiche Idee, das Geld auf einer Baustelle zu vergraben. Tja, nun steht ebendort die neu errichtete Turnhalle der Goethe Gesamtschule. Da Zeki gerade gelesen hat, dass der dortige Hausmeister verstorben ist, möchte er sich als dessen Nachfolger bewerben, um ungestört unter der Halle graben zu können. Doch durch ein Missverständnis wird Zeki nicht als Hausmeister, sondern als Aushilfslehrer eingestellt! Das hat er sich anders vorgestellt. Doch er zieht den Plan durch - der ungebildete, rüpelhafte und faule Ex-Knacki kopiert das Zeugnis der jungen, ambitionierten Lehrerin Lisi Schnabelstedt, um an der Schule bleiben zu können. Als diese davon erfährt, geht sie mit ihm einen Deal ein - sie schweigt über Zekis Schwindel, wenn er dafür die ihr aufgebrummte, als ununterrichtbar geltende Klasse 10c übernimmt...

    First things first: "Fack ju Göhte" ist bunt. Und zwar richtig bunt. Kaugummis in Neonrosa, dass sie dem zuvor gezeigten Stripteaselokal bereits Konkurrenz machen, leuchtend grüne Tafeln wie in der Matrix, und blonde Haare so gelb wie Kartoffelchips. Durch welchen Farbfilter muss man einen Film jagen, um so eine Optik zu bekommen? Bei 'Speed Racer' und 'Enter the Void' kommt so etwas fantastisch, aber wir sind hier bei einer Schulkomödie, weder in einer futuristischen Stadt noch auf einem Trip!!! Dann geschieht in den ersten 10, 15 Minuten auch noch so viel an Handlung, dass man von den eingeführten Figuren und Storylines nicht viel mitbekommt. Ich mag es nicht, wenn Filme ihre Handlungspunkte wie von einer Liste abarbeiten, ohne etwas Raum für detailreiche Ausarbeitung zu lassen.
    Ich war mir zu Beginn leider recht sicher, dass mir "Fack ju Göhte" nicht gefallen würde.
    Aber dann ist etwas passiert. Nachdem die Prämisse etwas zu rasch abgefilmt wurde, drosselte der Film sein Erzähltempo, und nahm sich Zeit für Charme, Witz und Charakterbildung, wie man sie von einer Komödie gerne sieht. Gut, die Farbe blieb bis zum Ende hin puppenhausähnlich, aber das macht nichts, wenn die Witze zünden.

    Hauptdarsteller Elyas M'Barek wurde seine Rolle wortwörtlich auf den Leib geschneidert. Bereits vor Drehbeginn trainierte er seinen Oberkörper, um den gutaussehenden, aber rowdyhaften Bad Boy Zeki verkörpern zu können, den der ihm bestens vertraute Filmemacher Bora Dagtekin extra für ihn entworfen hat. Dass die Chemie zwischen diesem alteingesessenen Gespann funktioniert, merkt man jederzeit. M'Barek wirkt natürlich locker und gewissenlos, aber immer mit einer gewissen Sympathie, sodass sich die offenbar gute Stimmung des Darstellers auch leicht auf das Publikum übertragt. Ein so leichter Film funktioniert nur, wenn man nicht das Gefühl hat, die Schauspieler mussten sich anstrengen, um die ausgelassene Laune zu vermitteln. Und das schafft "Fack ju Göhte" vortrefflich.

    Aber was macht den Film so erfolgreich? Es ist wohl eine Mischung aus ansprechenden Gags, einem dem Publikum vom Serien- und Kinohit 'Türkisch für Anfänger' bereits bestens bekannten Gespann und einem Zusammenspiel mehrerer altbewährter und allseitsbeliebter Storykonzepte. Da ist das Konzept eines lockeren Lehrers, der es durch Kreativität und unkonventionelle Methoden schafft, seinen Schülern weiterzuhelfen und etwas zu erreichen. Dann das Motiv des verantwortungslosen Draufgängers, der durch den Umgang mit einer schwierigen Situation lernt, netter und gewissenhafter zu sein. Und natürlich das Urgestein des Comedygenres: das ungleiche Paar. Hier in seiner beliebtesten Variante, nämlich "was sich liebt, das neckt sich".
    Das Gesamte ist freilich vorhersehbar, aber umsonst haben sich diese Themen als überaus gewinnbringend bewiesen - immerhin lassen sich auf diesen Konzepten viele amüsante Einlagen einarbeiten. Und das gelingt hier sehr gut.

    Viele Leute kreiden dem Film das Bild der Schüler an. Dieses finde ich jedoch vollkommen vertretbar, da es die untere Schicht durchaus widerspiegelt. Ich komme selbst aus einem Bezirk, der viele Leute aus niedrigen Standards beherbergt und als ich an die dortige Schule ging, waren die Schüler dort ähnlich, nur noch extremer. Die waren zusätzlich zu dem hier noch gewalttätig. Das änderte sich, als ich in einem anderen Bezirk zur Schule ging. Letzten Endes sind die Schüler der 10c aber Leute, denen man von Anfang an nichts zugetraut hat, und die man immer abgeschrieben hatte. So jemand hat kein Potenzial. Und genau so entwickelten sich diese Leute. Aber dann kommt Zeki daher, der selbst eine ähnliche Herkunft hat, und bringt sie dazu, sich kreativ auszuleben. Und es stimmt, dass man für Kreativität wenig Bildung braucht, sie aber selbst bilden kann.

    "Fack ju Göhte" ist ein sympathischer Film für den Sommer, mit einer frischen Prise frechen Humors, Lässigkeit und einer Menge Charme, der es schafft, nahezu 2 Stunden wirklich vorzüglich zu unterhalten, und das mit einer lockerleichten Geschichte und gut aufgelegten Darstellern.

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    • 1

      The Super Duper Double Trouble Bingo Dingo Power Hour - Episode 2.1

      Es ist wieder DOUBLE TROUBLE BINGO DINGO Zeit!

      Halloooooo liebe moviepiloten, es ist mal wieder soweit!
      Nachdem wir uns letzten Monat dem bewegenden Ghibli Film "Die letzten Glühwürmchen" gewidmet haben, haben wir dieses Mal eine Special-Ausgabe für euch bereit gehalten, so geht es diesen Monat um ungeliebte Filme.
      Dieses Wochenende widmen wir uns einem von mir ungeliebten Film und nächstes Wochenende geht dann um einen Film, der bei Martin in Ungnade verfallen.
      Apropos Ungnade...mein Einsatz!
      Heute geht es um Fack Ju Göhte, einem Film, der mir 2013 recht übel aufstieß.

      Ich hole die DVD aus Plastik aus der Plastikhülle schiebe sie in meinen Player aus Plastik und schon springt mir die plastische Optik ins Auge, nach ein paar Minuten kommt dann der plastische Charakter Zeki Müller, der nur auf sein Äußeres reduziert wird, genauso wie alle anderen Charaktere, die meiner Meinung nach nur auf eine Eigenschaft reduziert werden.

      Zeki ist...."cool" und "heiß"
      Die Lehrer sind... "veraltet", "konservativ" und "überfordert"
      Die Schüler sind..."dumm" und "oberflächlich"

      Ich habe in meinem Leben noch nie einen Film gesehen, der so heftig pauschalisiert wie Fack Ju Göhte, es gibt in diesem Film keine Individuen, es gibt nur Klischees.
      Die Hauptschüler sind dumm und können sich nur billige Kleidung leisten, die Schüler, die es auf ein Gymnasium geschafft haben sind dafür arrogant und nobel.
      Was mir dabei aber am übelsten aufstößt ist die Tatsache, dass Bobar Dagtekin hier einen Jugendfilm dreht, der sich in meinen Augen nicht mit der Jugend beschäftigt, sondern diese regelrecht verspottet, während fast alle Jugendlichen diesen Film hypen und ihn zum erfolgreichsten Film in Deutschland 2013 werden lassen.
      Wenn ich mich an Jugendfilme wie "Stand by me", "Eis am Stiel", "American Pie" oder auch "Der Club der toten Dichter" oder sogar "Pitch Perfect" erinnere, ging es immer ein Stück weit auch darum, die Probleme und Schönheiten der Jugend zu skizzieren, dieses Thema hat in Fack Ju Göhte meiner Meinung nach keine Relevanz, ganz im Gegenteil, stattdessen wird unter "jugendlich" verstanden, Schimpfwörter in den Mund zu nehmen und oberflächlich zu sein.
      Dagtekins Intention war es wahrscheinlich, eine Überzeichnung unserer Popkultur in Szene zu setzen, etwas, was ich als durchaus lobenswert betrachte, aber dadurch, dass er für mich alles überzeichnet, geht die Überzeichnung unter, sie ist nicht länger von Existenz, es wird alles "normal".
      In Fack Ju Göhte ist nämlich, wie ich finde, alles überzeichnet, sogar die Optik wirkt so kunterbunt, dass sie auf mich nicht realistisch wirkt.
      Tatsächlich ist Fack Ju Göhte in meinen Augen aber etwas gelungen, er skizziert die Schwächen unserer heutigen Popkultur, jedoch tut dies meiner Meinung nach nicht der Film selbst, sondern das Ganze Drumherum.
      Jugendlich lachen sich darüber kaputt wie ihre ganze Generation in einem Film verspottet wird.
      Lehrer lachen sich darüber kaputt wie ihr ganzer Berufszweig in einem Film verspottet wird.
      Dagtekin würdigt hier meiner Meinung nach nicht einmal seine Überzeichnungen, was selbst Parodien machen.
      Wenn in Scary Movie ein Horrorfilm parodiert wird, so wird dieser auch immer ein Stück weit gewürdigt, erst so kann man meiner Meinung nach richtig parodieren.
      Fack Ju Göhte ist da vom Gemüt her in meinen Augen (um es mal übertrieben zu sagen) wie ein Mobber, der mit dem Finger auf seine "Opfer" zeigt und die sind dann auch noch das direkte Zielpublikum, und die finden das auch noch toll.
      Das wäre für mich so, als würde sich ein Brillenträger ansehen wie jemand anderes einen anderen Brillenträger "Brillenschlange" nennt und er dann auch noch darüber lacht. Das ist für mich paradox!
      Sicherlich wird Fack Ju Göhte in Bezug auf Inszenierung und Humor einiges zu bieten haben, aber darauf kann ich mich in diesem sehr subjektiven Kommentar leider nicht beziehen, denn dafür stößt mir der erwähnte Aspekt viel zu über auf.

      Unterm Strich betrachtet ist Fack Ju Göhte in meinen Augen eine wahrscheinlich solide Komödie, die ich als solche aber leider nicht auffassen kann, da sie für alles steht, was ich verachte.
      Trotzdem kann ich durchaus verstehen, wenn man das nicht so sieht wie ich und diesen Film als positiv wahrnimmt.
      An dieser Stelle bin ich dazu angehalten euch auf Martin´s Kommi hinzuweisen (er hält mir gerade eine Pistole an die Schläfe und zwingt mich das zu schreiben)...nein ernsthaft, lest ihn euch durch!

      Bis nächste Woche, wenn es dann um....(das verrate ich euch doch jetzt doch noch nicht )geht.

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      • 6

        Jugend wird immer dümmer,
        extrem kitschig und klischeehaft,
        aber manchmal lustig,
        Liebesgesülze,
        kein Satzbau.

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          für eine deutsche komödie wurde hier noch das letzte rausgeholt, ich war jedenfalls nicht gelangweilt, beim betrachten dieses machwerks. alles in allem ist die story aber so unglaubwürdig und dumm, dass es einen bis zum fremdschämen schmerzt.

          das der film ein kassenschlager war, zeugt einfach nur von der dummheit der deutschen "herrenrasse", die sich liebendgerne auch von carmen nebel, till schweiger und florian silbereisen in den hirntod ficken lässt!

          • 8

            Herrlich unkorrekt und ausnahmslos sinnfrei und gerade deswegen saukomisch und hammergeil!
            Das Deutschland von Morgen?
            Da kann einem Angst und Bange werden.
            Bitte anschnallen und Türen schließen!
            Humor,der spaltet...und doch nur vereinen möchte,was immer mehr ausgegrenzt wird.
            Frech,frei,fantastisch!

            Die notgedrungene Fortsetzung wird nur ein Abklatsch sein.

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              TheRambostar007 23.06.2015, 19:47 Geändert 23.06.2015, 19:49

              Ich habe mich ja wirklich gegen "Fack ju Göhte" angesehen, doch wurde ich letztlich doch dazu gezwungen, mir den Film anzusehen. Das soll ja DIE Oberkomödie sein! Naja, also lustig war's ja schon hin und wieder, dass gebe ich zu. Ich verstehe den Hype um das Ding aber trotzdem nicht. Es ist einfach ne typische 08/15-Komödie, welche versucht, sich mit Assi-Humor und seinen klischeehaft überzeichneten Figuren, über Wasser zu halten. Von der Story geht dabei 0 Originalität aus. Diese ist von vorne bis hinten absehbar und voll mit Stereotypen. Ja gut, wer will schon eine Story, wenn es was zu lachen gibt. Die Gags sind okay. Das Lehrertum wird schön durch den Kakao gezogen und die schrägen Assi-Kinder sind auch irgendwie lustig. Wenn dann mal versucht wird, irgendwie Tiefgang zu erzeugen, dann scheitert "Fack ju Göhte" aber auf ganzer Linie. Elyas M'Barek ist recht sympathisch und auch der restliche Cast scheint Spaß gehabt zu haben. Insgesamt hat mir dieser Film weniger wehgetan, als ich dachte. Er ist eben eine harmlose, deutsche Komödie von der Stange, welche sich nicht viel traut, aber es mit seiner prolligen Art, zu unterhalten versteht.

              Fazit: Solide aber klischeehafte Komödie, welche zwar in keinerlei Hinsicht außergewöhnlich, aber doch irgendwie nett ist.

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                VICK DISCH MOLIÄR!
                Mariegas freie Übersetzung ;)!

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                  mariega 23.06.2015, 10:06 Geändert 25.06.2015, 12:11

                  LESESCHWÄCHE UND KINO
                  Als ich heute morgen wieder meine "Rubrique des chiens écrasés" (Rubrik der überfahrenen Hunde= vermischte Lokalnachrichten) in der Tageszeitung las, musste ich an diesen Film denken.

                  MUTTER WEGEN LESESCHWÄCHE LEGT KINO LAHM
                  "Bremen: Eine Mutter mit akuter Leseschwäche hat aus Sorge um ihren Sohn ein ganzes Kino lahmgelegt. Die Polizei in Bremen ließ zur Primetime am Abend elf Kinosäle räumen - und das nur, weil die Mutter eine SMS ihres 16-jährigen Sohnes nicht richtig gelesen hatte.
                  Die besorgte 53-Jährige hatte die Beamten am Samtag mit dem Hinweis alarmiert, ihr Sohn habe ihr aus dem Kino geschrieben: "Hol mich bitte sofort ab, ich werde umgebracht." Eine Streifenwagenbesatzung suchte Eingangs- und Außenbereich des Kinos ab, fand den Jungen aber nicht. Auch das Handy des Vermissten war nicht mehr erreichbar. Der Sicherheitschef des Kinos ließ daraufhin sämtliche Kinosäle räumen. Erst, als die Gäste das Haus verließen, zeigte die Mutter der Polizei die SMS - darin stand: "Musst mich nicht abholen. Werde rumgebracht." Das Kino prüft Regressansprüche gegen die Mutter."

                  DAS LEBEN IST FILM GENUG
                  Ich weiß aber nicht genau, wo das Ganze anfängt: Regressansprüche gegen Mutter???Warum nicht gegen Junge? Polizei? Kino? Gesellschaft? Fack ju Göthe (Vick disch Moliär)! Ich brauche wirklich nicht diesen Film zu sehen. Das Leben ist Film genug.
                  Und wie Pierre Augustin Caron de Beaumarchais sagte: Ich beeile mich, über alles zu lachen, um nicht gezwungen zu sein, darüber zu weinen.

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                    Deekin 15.06.2015, 22:12 Geändert 15.06.2015, 22:59

                    (Vorsicht: Enthält Spoiler!)
                    Beim Schauen von "Fack ju Göhte" [sic] musste ich immer wieder an "Crank" denken. Warum? Weil diese Komödie bei mir so ähnlich funktioniert wie Jason Stathams überdrehte Figur. Denn aufgrund der sehr einfallslosen Handlung kommt es eigentlich nur darauf an, dass es dem Humor gelingt, mir regelmäßig Lachstöße zu geben, damit ich keinen langsam dahinsiechenden Tod durch Langeweile sterbe. Und überraschenderweise gelingt es "Fick Sitzgurte", mich zumindest die Laufzeit über am Leben zu halten. Sätze wie "Haha, du hast 'Fuck' gesagt, du musst 'nen Euro in den Fickfrosch stecken!" oder eine Tourette-geplagte "Romeo und Julia"-Aufführung ließen meine Mundwinkel zumindest kurzzeitig nach oben zucken oder brachten mich hier und da sogar mal zum Lachen. Auch sehe ich es immer wieder gerne, wenn dumme und nervige Kinder in einem Film zur Abwechslung mal wie Scheiße behandelt werden. So ein Gewehr mit Farbpatronen würde ich wirklich auch gerne mein eigen nennen, um damit auf minderjährige Schminkfratzen und Hip-Hop-Proleten zu ballern. Die derbe Sprache und der ruppige Umgangston haben natürlich einen gewissen Reiz, auch wenn dieses Gehabe nur deswegen im Film ist, um später domestiziert und in ein braves, vorbildliches Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern umgewandelt zu werden.
                    Denn abgesehen von seiner teils derben, teils öden Kalauer fährt "Farting Goethe" so ziemlich das Ultra-Stereotyp einer Komödienstruktur auf. Ehrlich gesagt kommt es mir fast schon zynisch vor, wie sehr das Drehbuch in diesem Film sich nicht mal die Mühe macht, den Zuschauer abseits seiner Gags für sich zu gewinnen. Weder wird hier auch nur ein Handbreit von einem längst bekannten Formular abgewichen, noch liegt den Machern scheinbar irgendetwas daran, die Figuren im Film wie lebendige Menschen wirken zu lassen. So werden hier schlicht Stereotype wie die hyperneurotische Referendarin, der großschnäuzige Proll, die abgeklärte Direktorin sowie eine Reihe von Problemkinder-typen präsentiert. Alle Wendungen und Handlungshöhepunkte wirken wie nahtlos aus einem Handbuch für Komödien entnommen. Und für Emotionen sorgt schließlich das Einspielen von scheinbar aktuellen Popsongs, die mir nichts sagen. Das Ganze ist gelegentlich recht amüsant, zuweilen mit einem Sozialkommentar angereichert und überschreitet stellenweise deutlich die Grenzen des guten Geschmacks. Wann kommt es denn schließlich mal vor, dass ein Vater dem Lehrer die Erlaubnis erteilt, seinen aufsässigen Sohn jederzeit schlagen zu dürfen? Doch wirken derartige Witze und Ausfälle, zumindest bei mir, stets nur für den Moment, weil es abseits der Pointe einfach nichts gibt in Sachen Inszenierung, Charaktere oder Handlung, was in irgendeiner Weise besonders heraussticht. Und so musste ich mich eben mit der Crank-schen Stoßtherapie begnügen, die mich während des Schauens am Leben hielt, aber in keiner Weise irgendetwas besonderes geboten hat.
                    Ich wünschte, ich würde weniger zynisch auf diesen Film reagieren; doch diesen Typ Komödie habe ich mittlerweile so häufig gesehen, dass ich jegliche Mechanismen hinter dem Problemschule-Setting sofort erkenne und mir sodann jegliche Lust am Film vergeht, wenn ich sehe, wie diese nur so halbherzig hingeklatscht werden. "Fichten Güte" mag für andere sicherlich ein lustigerer und durchaus sehenswerter Spaß sein, doch bei mir funktioniert der Ansatz, dasselbe Formular einfach in ein anderes Setting zu verlegen, bis auf ein paar Lacher überhaupt nicht mehr.

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                    • 10

                      Leider geil der Streifen. Liegt vielleicht daran das ich noch Teenager bin, und somit die Zielgruppe wahrscheinlich durchweg erfülle, aber der Film ist eine der besten Komödien. Love it ♥

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                      • 2
                        Bierbutcher 12.06.2015, 15:52 Geändert 12.06.2015, 15:53

                        Autsch. Was habe ich mir da nur angetan (oder besser: antun müssen)!
                        Ich verschwende für diesen "Film" nur ein paar Worte.

                        Überspitze Charakterisierung von Stereotypie (vielleicht gewollt, aber grausam und unlustig), gen null laufende Handlung welche durch Musik ersetzt wurde, schauspielerische Unglanzleistung, mittelmäßig bis miserable Produktion.

                        Die 2 Punkte gibt es nur, weil ich zwei mal kurz "kichern" (schon fast zu überspitzt) musste.

                        Achtung "Spoiler"...
                        1.) Die vorm Verprügeln geretteten "Nerds" und ihrem "Galaktischem Dank". (Zuckersüß!)
                        2.) Die Zusatzfrage bei der Klassenarbeit, welche empirisch hervorragend die Gefühlssicht der Dinosaurier erfragt.

                        Ansonsten ist dieses pädagogische Nicht-Meisterwerk ein Graus. Das davon ein zweiter Teil kommt, lässt meinen Bauch grummeln. Aber im Endeffekt ist es Kunst und die bleibt subjektiv. Wer es sich antun möchte: Bitte sehr!

                        • 6 .5

                          Wenn man die pädagogischen Augen zudrückt und mit viel Humor und Ironie die hier überspitzte Popkultur (Oder Anitkultur?) Jugendlicher außer Acht lässt: Befriedigend. Ich ließ mich am Ende sogar von Dramatik und Romantik packen.

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                          • 2

                            Verdammt, war das Scheiße. Ich habe was anderes erwartet.
                            Warum wird dieser Film so hoch gelobt? Ist doch genau gleich (schlecht) wie die ganzen anderen Deutschen Komödien.

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                            • 6
                              The Woman 11.06.2015, 09:32 Geändert 11.06.2015, 12:03

                              So, habe ihn nochmal gesichtet.
                              Beim ersten mal war ich tatsächlich im Kino (Gruppenzwang) und war so garnicht begeistert.
                              Ich hatte nach dem Trailer eine komplett andere Vorstellung von dem Film, dachte eher, das wird eine Art Anarcho-Komödie mit Biss.
                              Es wurde dann doch nur eine Deutsche Comedy, haargenau für das Zielpublikum der 12-14jährigen Mädels., bloß kein Risiko eingehen.

                              Nun habe ich ihn also zufällig nochmal geschaut und muss zugeben, ich habe wirklich oft gelacht.
                              Wenn man mit wenig Erwartungen sich einfach berieseln lässt, funktioniert der ganz gut, mehr aber auch nicht.
                              Ich denke nicht, dass ich ihn mir nochmal anschauen werde, war aber doch überrascht, wie sich meine Meinung geändert hat (vorher hätte er wohl nicht mehr als 2 Punkte von mir bekommen).

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                              • 6

                                Fack ju dojtsche comödje!

                                Wenn das der Film des Jahres ist, dann weiß ich, wieso in die deutschen Filme meide.

                                • 5 .5

                                  Keine Ahnung, wieso! Aber nach diesem Film habe ich jetzt Heißhunger auf ein Pick-up!

                                  • 7

                                    Eigentlich ist dieser Film ziemlich primitiv, doch er ist einfach lustig! Ich wurde öfter zum lachen gebracht, daher erhält dieser Film eine 7 von mir.

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                                    • 7

                                      Für ein Deutschen Film ist er richtig gut

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                                      • 4

                                        Schwierige Nummer. Ganz ganz schwierige Nummer. Das Jahr 2013 hatte unglaublich viele tolle Filme. Große große Werke die ich genossen, gefeiert und bewundert habe. Und dann kommt ausgerechnet dieses Werk daher und wird der erfolgreichste deutsche Film 2013 und schlug sogar alle Hollywood Produktionen. Warum nur? Ich weiß, dieser Film hat viele Fans und eine Vielzahl lobt diesen Streifen in den siebten Himmel. Ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, denn "Fack Ju Göhte" war für mich mehr Qual als Genuss und ich habe leider kein einziges mal gelacht, geschweige denn mich gut unterhalten gefühlt. Mag sein, dass der heutige Humor ein anderer ist, aber genau diese Art finde ich gerade in deutschen Filmen so unerträglich.

                                        Zeki wird nach 13 Monaten aus der Haft entlassen und will sein Geld abholen, Welches er vor der Haft versteckt hat. Blöd nur, dass bei seinem Versteck inzwischen eine Turnhalle, die zu einer Schule gehört, gebaut wurde und seine Beute irgendwo da drunter begraben liegt. Also bewirbt er sich als Hausmeister auf der Schule, doch durch einen blöden Zufall erhält er einen Job als Aushilfslehrer. Doch Zekis Verhalten ist asozial, kein bisschen vorbildlich und seine Lehrer-Qualitäten eher zweifelhaft. Und ausgerechnet er bekommt die asozialste Klasse von allen vorgesetzt und muss nebenbei noch einen Tunnel zu seiner Beute graben.

                                        Es ist einfach schade, wie einfach gestrickt deutsche Komödien funktionieren. Man nimmt ein paar nervige Klischees, verrührt das Ganze mit einer 08/15 Story und präsentiert das Gesamtprodukt als Fließbandproduktion. Dabei sind die Gags hier unfassbar platt, so platt, dass selbst Schweiger und Schweighöfer Filme dagegen angenehm wirken. Die Geschichte, dass ein Kleinkrimineller ungewollt zum Lehrer wird ist zudem nichts Neues und wurde bereits im Anime GTO hervorragend thematisiert und während der Anime auch viele wichtige Schulthemen wie Mobbing oder Gewalt anschneidet, bleibt Fack Ju Göhte stets oberflächlich und vor allem extrem vorhersehbar. Man weiß einfach schon zu Beginn wie der Film enden wird und jeden einzelnen Gag hat man schon mal irgendwo anders gesehen.

                                        Ich weiß, dass Elyas M'Barek ein sehr beliebter deutscher Schauspieler ist. Leider kann ich auch das nicht nachvollziehen, was vielleicht auch daran liegt, dass er derzeit einfach komplett für jede zweite deutsche Produktion verheizt wird. Die Schauspieler empfand ich hier fast alle als katastrophal, besonders die Schüler reden hier alle in so einer klischeebeladenen Asi-Sprache, dass mir teilweise nur vom zuhören übel wurde. Dazu ist das Ganze hier aus meiner Sicht auch noch unfassbar schlecht geschauspielert. Alles wirkt so primitiv vom Zettel abgelesen und auswendig gelernt. Eine plausible und nachvollziehbare Charakter-Entwicklung gibt es hier nicht. Die Figuren handeln so, weil es im Drehbuch steht und verändern ohne triftigen Grund ihre Persönlichkeit. Für Karoline Herfurth tut es mir Leid, da ich sie für eine tolle Schauspielerin halte, aber auch sie nervt hier ununterbrochen. Und was so ein Vogel wie Farid Bang hier zu suchen hat, will auch einfach nicht in mein Kopf. Einzig Katja Reimann als Rektorin hat mir gefallen und sorgte zumindest ganz dezent für kleine Schmunzler.

                                        Fazit : Ich muss den Erfolg von Fack Ju Göhte anerkennen, doch nachvollziehen kann ich ihn nicht. Mich hat der Film auf Grund seiner platten und völlig klischeehaften (aus meiner Sicht fast schon beleidigend gegenüber der deutschen Jugend von heute) Inszenierung regelrecht schockiert. Ich akzeptiere es jedoch, dass der Film humortechnisch bei vielen ankommt, nur leider ist dieser Humor überhaupt nicht meins. Trotzdem erkenne ich an, dass der Film sehr gute Kameraarbeit vorweisen kann und mit durchaus ordentlicher Musik untermalt ist. Trotzdem ist Fack Ju Göhte für mich weit entfernt von einem guten Film.

                                        4/10

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                                        • 8
                                          The Chief 27.05.2015, 10:36 Geändert 27.05.2015, 13:27

                                          Allein auf Grund der Tatsache, dass hier weder Schweiger noch Schweighöfer, die ich nicht mehr sehen kann, vorkommen, gefällt mir der Film schon etwas. Klar ist, er macht nichts neues. Diese Art Film gab es schon hundertmal und auch das auf Klischees herumreiten macht an und für sich jede Komödie. Dennoch finde ich die gesamte Mischung in diesem Film sehr erfrischend und überzeugend. Es ist natürlich vorhersehbar, aber das bleibt nun mal nicht aus und geht mir in vielen Filmen so, ohne jedes mal gleich zu stören.
                                          Nicht jeder Gag zündet, aber gelacht habe trotzdem häufig genug und er hebt sich positiv vom Schweigerischen- Einheitsbrei, der so hoch und vollkommen zu Unrecht gelobt wird, ab. Tatsächlich einer den wenigen deutschen Komödien, bei der sich eine Sichtung lohnt.

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                                          • 3 .5

                                            Weis nicht was alle mit Fack ju Göhte haben. Ja es fällt etwas raus aus den Till Schweiger und Schweighöferfilme, aber im Kern bleibt der Film schlecht. Schauspieler mal mehr mal weniger gut. Elyas bleibt überbewertet. Habe zweimal schmunzeln können, ansonsten hat mich der Film völlig kalt gelassen. Viele Gags waren nur auf "Unsere Jugend ist nicht mehr zu retten" aus und da bleibt auch die Fikalsprache nicht aus, die in diesem Film völlig übertrieben präsentiert wird. Dass da einige Menschen ein schlechtes Bild auf die Jugendkultur in Deutschland haben sollte spätestens nach diesem Film keinen mehr wundern. Klischees und Vorurteile dienten schon immer gut als Kassenschlager.

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                                            • 7 .5
                                              Göksel Algan 22.05.2015, 00:18 Geändert 22.05.2015, 00:18

                                              Fast richtigt getippt Pilot. Ich gebe dem Film trotzdem eine 7,5, anstatt einer 7,0. Es ist ein sehr einfacher Film. Es versucht dem Zuschauer anfangs nicht unbedingt viel zu zeigen, sondern unterhaltet wild los. Was gegen Ende der Mitte des Filmes dann immer mehr angespielt wird, ist die derzeitige Situation in den deutschen Schulen. Natürlich ist das nicht alles sehr realistisch. Das ist aber auch nicht die Hauptsache. Ich hoffe es hat auch Menschen getroffen, die kleine Kinder und Jugendliche schon von klein auf bis aufs Letzte demotivieren und sie für Nichts erklären. Das ist der Punkt, als der Film mir zeigte das er auch eine mehr als nur ernste Seite mit sich trägt. Das ist auch der Grund, da ich die Botschaft in diesem Film erkannt und mitgenommen habe. Elyas M´Barek macht sich währenddessen immer besser auf der Leinwand, ohne Karoline Herfurth und die auf jeden Fall sehr gut spielende Katja Riemann zu vergessen.

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                                                vladvanhelsing 21.05.2015, 15:59 Geändert 22.05.2015, 22:16

                                                Wikipedia: "...in Deutschland mit etwa 5,6 Millionen die meisten Kinobesucher im Filmjahr 2013. Bis Juli 2014 über 7 Millionen Besucher."
                                                Vlad van Helsing: "In welch` garstig Land leb` ich nur, ich armer Tor? Nun bin ich schlau, als wie zuvor....."

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                                                • 7 .5

                                                  Überraschenderweise ist "Fuck ju Göthe" eine sehenswerte deutsche Komödie geworden, die ganz vom sympathischen Hauptdarsteller-Duo lebt.
                                                  Die meisten Gags sind zwar nicht neu, doch funktionieren sie wirklich gut, auch wenn es oft eine schmale Gratwanderung zwischen guten und peinlichen Witzen gibt.
                                                  Der künstliche "Assi-Slang" wird allerdings etwas zu oft eingesetzt. Auch wenn an vielen Schulen heutzutage wirklich so gesprochen wird, muss man es im Film nicht so übertreiben. Dadurch wirken viele Szene manchmal doch zu primitiv.

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                                                  • 2
                                                    JaqenHgharsenberg 17.05.2015, 16:14 Geändert 17.05.2015, 16:15

                                                    Grauenhafter Cast noch schlimmere Schauspielerei. Peinlich lächerlicher Film. Ich weiss nicht wieso man diese M`Barek so hoch lobt er ist einfach nur schlecht. Zudem fällt stark auf das der Film wahrscheinlich nur 60min. geht denn die restliche Zeit über sind nur Musiksequenzen eingespielt die die Story zu einem Ende bringen soll. Ich verstehe nicht wie man so einen abgrundtiefen Schrott mit 10.0 Puntken bewerten kann.