Fack ju Göhte - Kritik

DE 2013 Laufzeit 118 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 07.11.2013

  • 8

    Geilll!!! Weiter so, deutsches Kino.
    Anfangs war ich wirklich skeptisch und dachte 'oje, schon wieder eine Schulkomödie nach Schema F' - ihr wisst schon: Quereinsteiger kommt mehr oder weniger versehentlich an die Schule, natürlich in die Problemklasse, und macht aus assozialen Schülern mit völlig unorthodoxen Methoden eine Vorzeigetruppe. Sicher ist das Sozial-Fantasy, sicher ist das klischeehaft, und so sicher wie das Amen in der Kirche zerpflücken das schlaue Analysten. Ich gehe bestimmt nicht ins Kino um Sozialpädagogik zu studieren, sondern um unterhalten zu werden, und das macht 'Fack ju Göhte' verdammt gut. Der Plot entwickelt nach einer gewissen Anlaufzeit eine Reihe guter Ideen und wird mit zunehmender Dauer immer besser. Zudem schafft er es Emotionen zu transportieren, auf eine ganz 'undeutsche' Art, weit entfernt vom sterilen Traditionskino, das man hierzulande kennt. Der Film ist nicht nur witzig, sondern geht auch ans Herz und entwickelt sich neben der Sozial-Persiflage zu einer guten RomCom. Anarchie, das Aufbrechen verkrusteter Strukturen war schon immer bei mir beliebt, und das wird hier zelebriert. Die Fortsetzung ist schon gebucht :)

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    • 5 .5

      Mich würde in der Tat mal interessieren, was Lehrer nun von diesem Film halten. An sich bietet er ja nichts neues, was man nicht schon aus zich anderen Schul-Komödien kennt: der brutale Underdog zeigt allen wie's richtig geht und rettet das Schulsystem. Ich habe ja Angst, dass etwas naive Schulpädagogen denken, dass es reicht Kiddies zu treten, in ihrer Jugendsprache zu beleidigen und ihnen das Sprayen beizubringen um so voll krass Respekt zu kassieren und so. M'Barek bestätigt auch das Macho-Bild: egal wie prollig jemand ist, wenn der Körper geil ist und er irgendwie einen weichen Kern hat, reicht das doch. Außerdem stellt sich mir bei solchen Filmen immer die Frage (ähnlich wie bei Bad Teacher mit Cameron Diaz), wie es für einen Lehrer möglich ist, so lange offen zu demonstrieren, dass er partout nicht unterrichtet? Naja, Realismus gehört hier wohl nicht hin...

      Nun gut, ich könnte den Film ewig zerreißen, aber ich muss sagen, dass er zumindest gut gemacht ist, gut unterhält und (Achtung, oft zitierter Satz) für einen deutschen Film gar nicht mal so schlecht ist. Vor allem empfinde ich ihn irgendwie als weniger "heuchlerisch" als die ganzen Til Schwaiger-Film mit ihren Sepia-Tönen und Zeitlupenaufnahmen zu Indie-Mucke. Hier wird nicht vertuscht, dass es sich um eine oberflächliche Komödie handelt, dann ist's auch gut und man versöhnt sich mit dem. Vor allem wenn man niedrige Erwartungen hat. Und zugegeben: ich liebe die Figur Schantal. Ich hatte schon immer eine Schwäche für prollige Mädels wie sie auch sehr gut von Carolin Kebekus und Martina Hill nachgemacht werden. Schysch-laaaan! Kritik!

      • 3

        Jo Mann? Krass ey! Nee.....

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        • 9

          Bedauere es immer noch, dass ich da nicht im Kino war. Dafür, dass es deutsche Produktion war, ziemlich gut! Ein paar nette Lacher, sympathische Charaktere und eine ganz interessante Story. Hatte mir gut gefallen. ^_^

          • 6 .5

            Standart Deutscher Film, aber in der ersten Stunde waren schon paar geile Lacher dabei xD

            • 6 .5

              Ich bin ein totaler Gegner von deutschen Filmen. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen und von denen bin ich überzeugt, dass selbst diese noch besser geworden wären, wenn sie von den Amis oder Engländern gemacht worden wären.
              Fack Ju Göhte hat mich eigentlich postiv überrascht. Der Film ist unterhaltsam und es gibt auch mal was zu lachen, wenn man das Ganze nicht so ernst nimmt.
              Dennoch ist der Film eben, was er ist und meine Bewertung steht im Verhältnis zu meiner sehr SEHR niedrigen Erwartung.

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              • 2

                Ja, diese deutsche Filmperle ist genau so wie der Name - dämlich. Hier gibt es Klischees über Klischees, dumme und bis ins kleinste Detail unsympathische Charaktere und kaum Momente, in denen man nicht das Gefühl hat, wieder 1% mehr von seiner Intelligenz zu verlieren.
                Von einer Story brauche ich gar nicht anfangen, die kennt man schon zur Genüge - man sollte sich "Diamant-Cop" beispielsweise ansehen, den "FjG" hier schamlos - ja fast schon ganz dreist - kopiert. Nun ja, bei diesem Namen schon alleine, habe ich mit keinem vor lauter Intelligenz strotzenden Film gerechnet, aber am erschreckensten ist für mich an diesem Machwerk ja, dass diese Asi-Blagen aus dem Film nicht mal wirklich überspitzt gezeichnet sind.
                Schaut man heute mal in die Schulen, öffentliche Verkehrsmittel o.ä. hat man die ganzen Chantals / Kevins da sitzen. Teilweise fühlt man sich echt wie in Fuck ju Göthe (wie viele Kiddies wohl denken, dass der Filmname richtig geschrieben ist?) und wartet nur darauf, dass der sooo tolle und total coole M`Barek irgendwo rausspringt und die Chantals / Kevins dieser Welt mit Paintball erzieht.
                Dieser Film entspringt der Wirklichkeit, natürlich NICHT so übertrieben dargestellt wie im Film. Aber wenn ich mir "FjG" anschaue, dann brauche ich keine Antwort mehr suchen, warum keiner mehr heutzutage Lehrer werden möchte.
                Und die Kinder feiern diesen Schrott ab. Nun ja, warum dieser Film so gefeiert wird, kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen.

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                • 0

                  Selbst bekifft habe ich den nach vier Minuten ausgeschaltet.

                  • 0 .5

                    Genau wegen solchen Filmen war ich immer feindselig gegenüber deutschen Filmen! Genau wegen ihnen!!! Dieser "Film" ist wieder mal eine unlustige und uninspirierte 08/15-Mainstream-Pseudo-Komödie aus Deutschland. Qualitativ ist er nur so gut, wie die Filme von Matthias Schweighöfer und Til Schweiger und solche Filme widern mich an. Wirklich, wie kann man sowas nur als witzig und/oder unterhaltsam empfinden!!! Und falls mir einer jetzt kommt mit "Dieser Film ist halt nur was für die Generation von heute...", dem erzähl ich, dass ich zur Generation von heute gehöre! Und wenn mir derjenige immer noch nicht glaubt, den bitte ich, sich mein Profil anzuschauen und falls der mir das immer noch nicht abkauft, dem sage ich, wieso sollte ich mich als 16 ausgeben, da man hier nur mit 18 an Gewinnspielen teilnehmen kann! Die 0,5 gibt es nur für den Abspann, da der Abspann das Ende dieses "Films" symbolisiert und da es da Outtakes gab und ich mag Outtakes, da man da sieht, wie sympathisch die ganzen Darsteller in Real-Life sind!

                    P.S.: Mein Gott, nervte Karoline Herfurth in diesem Film! Jedesmal, wirklich jedesmal, wenn die anfing, zu heulen, bekam ich Suizid-Gedanken!!!

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                    • 6

                      Zeki Müller (Elyas M’Barek) kommt nach über einem Jahr aus dem Gefängnis frei. Nun sollte eigentlich die Beute seines letzten Coups auf ihn warten, hätte er nur nicht seine Freundin Charlie (Jana Pallaske) mit der Aufgabe betraut, das Geld zu verstecken. Denn wo damals noch eine Baustelle war, steht heute die neue Turnhalle des Goethe-Gymnasiums.
                      Kurz entschlossen bewirbt sich Zeki als neuer Hausmeister, bekommt aber aus Versehen die Stelle des Aushilfslehrers ab.
                      Doch er macht sich gar nicht so schlecht, auch wenn er kein einziges Schulbuch von innen sieht und nur Filme schaut, meistert er sogar die 10b, die Schüler aus bildungsfernen Schichten und kann den „Asozialen“ mit seiner großen Klappe Paroli leisten. Und dann gibt es da noch die psychisch etwas labile, aber liebenswerte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfuth), die ihm langsam auf die Schliche kommt und sich in ihn verliebt.

                      Nach seinem letzen und ersten Kinofilm „Türkisch für Anfänger“, die Adaption seiner gleichnamigen Erfolgs Fernsehserie arbeitet Regisseur Bora Dağtekin erneut mit seinem Stammschauspieler Elyas M’Barek zusammen. So merkt man auch, dass ihm der Part passgenau auf den durchtrainierten Leib geschrieben wurde.
                      M’Barek brilliert in seiner weiter ausgebauten Paraderolle des harten Kerls mit Herz.
                      Auch Karoline Herfuth sorgt mit ihrer Darstellung für einige Lacher, genauso wie der Rest des Kollegiums (Katja Riemann als taffe Direktorin; Uschi Glas als lebensmüde Lehrkraft) und die Horror-Klasse (Max von der Groeben und Jella Haase als Vorzeige-Proleten).
                      Die Dialoge schießen nur so mit sämtlichen Schimpfwörtern um sich, obwohl diese nicht immer grammatikalisch richtig verwendet werden (Frau Schnabelstedts Hinweis: „Hure ist weiblich.“).
                      Trotz seiner Vorhersehbarkeit, weiß der Film einen durchweg zu unterhalten und nimmt das Schulsystem mächtig auf's Korn. Doch gegen Ende fiebert er einem etwas zu amerikanischem Ende entgegen und mutiert von überzeichneter und frechen Comedy zu einem klassischen "Feel-Good-Movie", was dem Film allerdings keinen großen Abbruch tut.

                      So macht „Fack Ju Göhte“ sein US-Pendant „Bad Teacher“ mit Leichtigkeit und sehr viel mehr Gefühl zum Pausenhof Gespött. Mit seinen eigenen unkonventionellen Methoden bringt Herr Müller Schüler zum Weinen und Zuschauer zum Lachen.

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                        Polyphem 25.07.2015, 22:30 Geändert 26.07.2015, 09:43

                        "Fack ju Göthe" wirkt auf mich wie ein Werbespot der Bundeswehr, der möglichst hipp bei den Jugendlichen ankommen will, um sie späterhin auf dem Schlachtfeld umso leichter und überzeugter verheizen zu können. Dieser Film gehört zum 4. erfolgreichsten Film in Deutschland seit 1968 und hatte bis zum Juli 2014 ca. 7.320.620 Zuschauer. Aber warum? Ein vulgärer, drogenabhängiger, manierloser, krimineller, sexistischer, lügender, K.O.-Tropfen austeilender Zuhälter mit Migrationshintergrund und Hauptschulabschluss wird by accident Aushilfslehrer. In dieser Position angelangt transformiert er sich und die Verlierer der Schule in leistungsfähige Konformisten, wobei permanent Fröhlichkeit und Leichtigkeit im Vordergrund steht, egal ob es um Mobbing oder Suizidalität geht. Hier wird ganz unverholen ein Bildungssystem abgefeiert, welches nicht zufällig Menschen wie Robert Steinhäuser hervorgebracht hat.

                        Zeki Müller versprüht die nötige Arroganz, das Testosteron und die Muskelkraft um die Disziplinierung der Jugend umso effizienter voran und damit in die Maschinerie der Kapitalverwertung zu treiben. Als Emporkömmling des Ghettos spricht er die Sprache der Kids und erreicht sie eher. Er ist der Führer mit Migrationshintergrund. Er schiesst wie ein School Shooter auf die Schüler, um sie ins Klassenzimmer zu treiben und zeigt was mit ihnen passiert, wenn sie nicht spuren: Sie drohen wirklich erschossen zu werden. Er unterteilt die Frauen in "Fickbarkeit" also in Fruchtbarkeitsgraden und Hochwertigkeit von Genetik, führt die Prügelstrafe wieder ein, denn das ist Deutschland hier: Es herrscht Zucht und Ordnung! Er droht den sozialen Abstieg an, indem er zeigt wer nicht zum deutschen Volkskörper gehört, weil er den Profit mindert: Junkies, Hartz 4-Empfänger und Nazis. Mauerblümchen werden von ihm in den Puff gebracht, wo sie zu Sexualobjekten derart umgestaltet werden, dass sie endlich für Deutschland möglichst bald Babys werfen und sich somit wiederum für die Nation nützlich machen.

                        Die Botschaft ist klar, auch der letzte Dreck an der Schule kann etwas aus sich machen, wenn er sich nur anstrengt. Und die Verlierer wollen sich schließlich auch anstrengen, denn sie waren im Schützengraben mit ihrem Führer, haben sich hinter der Parole "Fack ju Göhte" vereinigt, die die Abwesenheit des Geistes bezeugt, um sich unnützen Krempel wie Autos kaufen zu können, die letztlich nur von den sozialen Katastrophen des Alltags ablenken. Dadurch haben sie die Disziplin so internalisiert, dass sie nicht mal dann "schummeln", wenn sie könnten. "Jugend forscht" wird als produktive Werkbank gezeigt, exakt so will der Staat die kommende Generation sehen. Kein Kinderlachen ist mehr zu hören, nur noch das emsige Klopfen der Hammer im Betrieb.

                        Die Eindimensionalität der Figuren geht immer so weiter: Frauen sind auf ihre "Titten" und "Haare" konzentriert oder trottelig, schrullig, nicht respektiert, überfordert, gefühlskalt, hysterisch, Sexobjekt. Jugendliche benutzen ausschließlich Schimpfwörter ("Julia, du Fotze, ich will ficken. Zack, Zack. Zeig’ mal Möpse."), Suizidgefährdete Lehrer deuten an, dass der Leistungsdruck den Lehrplan auf die Schüler einzuprügeln nicht gerade große Befriedigung bedeutet. Und wenn der Lehrer sich aus dem Fenster stürzt, dann ist das im Film nur ein Vehikel um darüber zu lachen. So ein Idiot, glaubt, dass er in der Schule Mensch sein kann! Die Direktorin hat Angst vor der Schuldirektion, die "Punkte" vergibt und guckt, ob ihre Schule effizient genug ist. Die Lehrer haben Angst, dass sie ihre Schulklasse nicht konform genug bekommen. Die Schüler haben Angst, keinen Platz in der Gesellschaft zu finden, weil ihre Noten nicht stimmen. Die Schultoiletten sind voller Graffiti und schon lange nicht mehr renoviert worden. Das Bildungsbudget wird klein gehalten, sonst werden die Leute durch Zufall noch zu non-konformistisch. Ängstlich bis begeistert wird das "Lehrerranking online" im Lehrerzimmer betrachtet, keiner ist frei vom unendlichen, allgegenwertigen Blick und Druck der Verwertung.

                        Und jetzt soll auch noch ein zweiter Teil herauskommen? Wir leben in finsteren Zeiten. Ich schließe mit einem Zitat von Theodor W. Adorno: »In Deutschland lag über den heitersten Filmen der Demokratie schon die Kirchhofsruhe der Diktatur.«

                        Interessanter Artikel zum Film: http://jungle-world.com/artikel/2013/50/48982.html

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                        • 2 .5

                          So richtig erklärt sich mir der Erfolg des Streifens nicht. Was sagt der Film über die Kinogänger aus, wo er doch der erfolgreichste deutsche Film der letzten Jahre ist?
                          Stereotype und Klischees scheinen sehr gut zu funktionieren. Der ganze Film ist voll davon. Kein Charakter hebt sich von seinem klischeehaften Rollenabbild ab. Nicht eine Person ist sympathisch. Im Gegenteil! Vor allem der Protagonist (Embarek) ist ein Kotzbrocken de Luxe und ist, auch nach seiner völlig vorhersehbaren Wandlung im letzten Drittel des Filmes, keine Person mit der ich ein Bier trinken würde. Noch dazu scheint der Film nicht zu wissen, was er sein will. Ist er eine Komödie? Ein Drama? Satire? Es ist eigentlich egal, denn er versagt in jeder der Kategorien.

                          Die Story ist vorehrsehbar und auf dreisteste von „Der Diamantencop“ und „Dangerous Minds“ geklaut. Teilweise gibt es sogar sehr ähnliche Szenen.
                          Die Dramaturgie zieht nicht, da man keinen Charakter zum Mitfiebern hat. Es ist bezeichnend, dass der „Wandel“ des Teilzeitgauners und Zufallslehrers mit innerem Monolog erklärt werden muss. Scheinbar wird dem Zuschauer nicht mal zugetraut eigene, naheliegende, Schlüsse zu ziehen.
                          Und der Humor, naja, über Humor lässt sich schwer streiten. Das Bild, welches hier von der heutigen Jugend, und auch von der Berufsgruppe der Lehrer gezeichnet wird, entspricht in jedem Fall nicht der Wirklichkeit. Man könnte jetzt sagen, dass es überspitzt ist (was eine leichte Untertreibung wäre). Das wäre auch nicht schlimm, wenn das gezeigte nicht gleichzeitig auch so abgrundtief beleidigend wäre. Völlig unverständlich, dass der Film bei der „Jugend“ so beliebt ist. Mensch, der Film tritt euch volles Pfund zwischen die Beine und füttert diverse Vorurteile die zumindest ich als Jugendlicher damals immer gehasst habe.

                          Niveaufreie Filme im ähnlichen Genre gab es immer, aber noch nie einen der so beleidigt hat. Der bekannteste ist sicher „American Pie“ der sicher auch derb veralbert hat aber gleichzeitig auch liebevoll, voller Sympathieträger und zum Ende hin gar respektvoll mit dem Thema der „Defloration“ umgegangen ist.

                          Was hier bleibst ist ein sau-erfolgreicher, deutscher Film, der propagiert das Jugendliche gewalttätige, asoziale Ärsche oder sozialscheue Nerds sind und Lehrer kurz vorm Suizid stehen oder nervöse Nervenwracks sind. Dem Film fehlt das Augenzwinkern, das liebevolle veralbern aber trotzdem schätzen. Hier gibt es nur volles Pfund aufs Maul. Aber wahrscheinlich hat eine Nation, in der das Dschungelcamp und Frauentausch zum erfolgreichsten Produktionen im Fernsehen gehören nichts Besseres verdient.

                          • 3

                            Ich kann den Hype um diesen Film nicht verstehen.
                            Die Handlung bietet zwar Potential, aber der Pipi-Kacka-Humor versaut das alles.
                            Außerdem gerät die eigentliche Handlung manchmal glatt aus dem Blickfeld, weil Schüler (z.B. Chantalle) irgendein Problem haben, sich beweisen wollen, Stress machen etc.
                            Und genauso vorhersehbar wie unnötig ist die Romanze zwischen Lehrer und Lehrerin.

                            • 6

                              Ich halte Fack Ju Göthe zugute, dass er gekonnt und stark überzogen den Finger auf Probleme im Bildungssystem, in der Gesellschaft und an deutschen Schulen legt. Leider liegt dem Film so eine starke Unglaubwürdigkeit bei, die irgendwie noch mit einem Humor gepaart wird, der mich oft mehr dazu verleiten hat, mit meiner Hand im Gesicht den Blick vor Scham zu senken. Noch dazu finde ich alle Figuren mega unsympathisch und nach und nach habe ich die Mir-ist-alles-Scheiß-egal-Stimmung erhalten, die Herr Müller und seine Klasse 7b im Verlauf des Films in klischeehaftester Art und Weise verlieren.

                              Die Idee des Films ist gar nicht mal so schlecht, nur falsch umgesetzt, doch wieso? Um die Massen zu erreichen und Gesprächsthema an deutschen Schulen zu werden, was ja dem Erfolg nach auch geglückt ist, was ich für einen wichtigen gelungen Aspekt des Films halte. Denn dass dieser Film noch über sich heraus geht und eben genau da schmerzhaft anstößt, wo es eben wehtut, schadet im Grunde niemanden. Vorallem die Schüler, die sich eben in diesem Film sogar wiedererkennen könnten, dürften etwas daraus mitnehmen. Ich hoffe nur nicht die falsche Botschaft: scheiß Grammatik ist geil. Ey Yolo, alta.
                              Deswegen ärger ich mich aber auch über das Ende, welches natürlich wunderbar in einem Happy-End für alle endet. Die eine oder andere Härte hätte dem Film sicherlich gut getan. Zu keiner Zeit kaufe ich dem Film nämlich ab, dass Herr Müller sich zu einem 100%igen Menschenfreund entwickelt und die Assi-Schüler bei ihrer Abschluss-Prüfung plötzlich nicht mehr schummeln würden, wenn kein Lehrer im Raum ist und dann auch alle nicht schlechter als 3 sind. Der perfekte Umgang mit Schülern wäre dementsprechend ja plötzlich gefunden, warum machen es dann nicht alle so? Das Happy-End hat dadurch einen ganzschön faden Dieser-Weg-funktioniert-Beigeschmack im Mund, der eigentlich nur noch übertrumpft wird von der Tatsache, dass bösartig trifft auf grauenvoll plötzlich gut ergeben soll und irgendwie alle Protagonisten mit einem Schlag auf die richtige Bahn, die angepasste, integrierte und sozial akzeptierte Bahn bringt.

                              Auch wenn ich von überzogenem Humor spreche, ist dieser weitesgehend doch noch ertragbar, ein paar wenige Male musste ich sogar etwas schmunzeln, wenn es auch nur wegen der überzeichneten Charaktere und dem ein oder anderem rabiaten Umgang von Herr Müllern mit den Schulidioten war. Wenn man sich wünscht, jetzt hau dem Balg, was dir die Tür versperrt doch einfach die Tür vor dem Kopf, dann passiert das auch und eine Erleichterung macht sich in einem breit, dass es manchmal wo doch nur so einfach scheint, gleiches mit gleichem zu vergelten. Pädagogisch sicherlich der falsche Ansatz, aber Zwischenmenschlich...auch. Trotzdem gut.
                              Darauf erstmal ein Pick-Up.

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                              • 5 .5

                                Leichte deutsche Unterhaltung, die gelegentlich mit ein paar gut platzierten Gags punkten kann. Dabei werden sämtlich Klischees des Genres ausgereizt und überspitzt in Szene gesetzt, worüber sich vermutlich speziell alle Lehrer freuen werden.
                                "Fack ju Göthe" ist mal wieder das beste Beispiel dafür, dass die Deutschen in der Filmlandschaft noch nicht wirklich mit auswärtigen Produktionen konkurrieren können. Schade, schade.

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                                  kotz 2!!!!!!

                                  • 9

                                    Einfach gut musste nur lachen

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                                      Meine Damen, meine Herren, meine Trancegenders und Hermaphrodite!
                                      Es ist mal wieder so weit: The Super Duper Double Trouble Bingo Dingo Power Hour mit dem größten Unruhestifter der Welt, meinem Kollegen und MP-Buddy Troublemaker69 und meiner pelzigen Dingoheit, Martin Canine, geht zum zweiten Mal auf Sendung!
                                      Doch diese Ausgabe ist Teil eines Specials: TM und ich haben jeweils einen Film zum ersten Mal gesehen, den der andere auf den Tod nicht ausstehen kann! Diese Woche erscheint Teil 1, nächste der andere Film. Wir beginnen mit einem Streifen, der für Troublemaker69 die pure Hölle, für mich jedoch Neuland war: "Fack ju Göhte"!

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                                      "Fack ju Göhte" hat es geschafft: aus einer Flut an im Wochentakt anlaufenden deutschen Komödien ist er es, der sich in Deutschland zum erfolgreichsten Film des Kinojahres 2013 und zum Publikums- und Kritikerliebling entwickelt. Wie bei jedem Hype gibt es aber auch die Proteststimmen, da ihnen der Hype auf die Nerven geht, oder aber enttäuschte Stimmen, die sich wesentlich mehr erhofft hatten. Vor Allem das gezeigte Bild der Schule scheint vielen nicht sehr gut gefallen zu haben. Ein den Jugendlichen gegenüber pessimistischer Film? Oder eine Gagparade, die sich mit den Klischees spielt? Man wird sehen.

                                      Wir folgen dem gerade frisch aus dem Gefängnis entlassenen Räuber Zeki Müller, der sich nach 13 Monaten Haft nichts weiter wünscht, als sich die zuvor von einer befreundeten Prostituierten versteckte Beute seines letzten Raubzugs zu schnappen und zu verduften. Leider hatte diese Freundin die glorreiche Idee, das Geld auf einer Baustelle zu vergraben. Tja, nun steht ebendort die neu errichtete Turnhalle der Goethe Gesamtschule. Da Zeki gerade gelesen hat, dass der dortige Hausmeister verstorben ist, möchte er sich als dessen Nachfolger bewerben, um ungestört unter der Halle graben zu können. Doch durch ein Missverständnis wird Zeki nicht als Hausmeister, sondern als Aushilfslehrer eingestellt! Das hat er sich anders vorgestellt. Doch er zieht den Plan durch - der ungebildete, rüpelhafte und faule Ex-Knacki kopiert das Zeugnis der jungen, ambitionierten Lehrerin Lisi Schnabelstedt, um an der Schule bleiben zu können. Als diese davon erfährt, geht sie mit ihm einen Deal ein - sie schweigt über Zekis Schwindel, wenn er dafür die ihr aufgebrummte, als ununterrichtbar geltende Klasse 10c übernimmt...

                                      First things first: "Fack ju Göhte" ist bunt. Und zwar richtig bunt. Kaugummis in Neonrosa, dass sie dem zuvor gezeigten Stripteaselokal bereits Konkurrenz machen, leuchtend grüne Tafeln wie in der Matrix, und blonde Haare so gelb wie Kartoffelchips. Durch welchen Farbfilter muss man einen Film jagen, um so eine Optik zu bekommen? Bei 'Speed Racer' und 'Enter the Void' kommt so etwas fantastisch, aber wir sind hier bei einer Schulkomödie, weder in einer futuristischen Stadt noch auf einem Trip!!! Dann geschieht in den ersten 10, 15 Minuten auch noch so viel an Handlung, dass man von den eingeführten Figuren und Storylines nicht viel mitbekommt. Ich mag es nicht, wenn Filme ihre Handlungspunkte wie von einer Liste abarbeiten, ohne etwas Raum für detailreiche Ausarbeitung zu lassen.
                                      Ich war mir zu Beginn leider recht sicher, dass mir "Fack ju Göhte" nicht gefallen würde.
                                      Aber dann ist etwas passiert. Nachdem die Prämisse etwas zu rasch abgefilmt wurde, drosselte der Film sein Erzähltempo, und nahm sich Zeit für Charme, Witz und Charakterbildung, wie man sie von einer Komödie gerne sieht. Gut, die Farbe blieb bis zum Ende hin puppenhausähnlich, aber das macht nichts, wenn die Witze zünden.

                                      Hauptdarsteller Elyas M'Barek wurde seine Rolle wortwörtlich auf den Leib geschneidert. Bereits vor Drehbeginn trainierte er seinen Oberkörper, um den gutaussehenden, aber rowdyhaften Bad Boy Zeki verkörpern zu können, den der ihm bestens vertraute Filmemacher Bora Dagtekin extra für ihn entworfen hat. Dass die Chemie zwischen diesem alteingesessenen Gespann funktioniert, merkt man jederzeit. M'Barek wirkt natürlich locker und gewissenlos, aber immer mit einer gewissen Sympathie, sodass sich die offenbar gute Stimmung des Darstellers auch leicht auf das Publikum übertragt. Ein so leichter Film funktioniert nur, wenn man nicht das Gefühl hat, die Schauspieler mussten sich anstrengen, um die ausgelassene Laune zu vermitteln. Und das schafft "Fack ju Göhte" vortrefflich.

                                      Aber was macht den Film so erfolgreich? Es ist wohl eine Mischung aus ansprechenden Gags, einem dem Publikum vom Serien- und Kinohit 'Türkisch für Anfänger' bereits bestens bekannten Gespann und einem Zusammenspiel mehrerer altbewährter und allseitsbeliebter Storykonzepte. Da ist das Konzept eines lockeren Lehrers, der es durch Kreativität und unkonventionelle Methoden schafft, seinen Schülern weiterzuhelfen und etwas zu erreichen. Dann das Motiv des verantwortungslosen Draufgängers, der durch den Umgang mit einer schwierigen Situation lernt, netter und gewissenhafter zu sein. Und natürlich das Urgestein des Comedygenres: das ungleiche Paar. Hier in seiner beliebtesten Variante, nämlich "was sich liebt, das neckt sich".
                                      Das Gesamte ist freilich vorhersehbar, aber umsonst haben sich diese Themen als überaus gewinnbringend bewiesen - immerhin lassen sich auf diesen Konzepten viele amüsante Einlagen einarbeiten. Und das gelingt hier sehr gut.

                                      Viele Leute kreiden dem Film das Bild der Schüler an. Dieses finde ich jedoch vollkommen vertretbar, da es die untere Schicht durchaus widerspiegelt. Ich komme selbst aus einem Bezirk, der viele Leute aus niedrigen Standards beherbergt und als ich an die dortige Schule ging, waren die Schüler dort ähnlich, nur noch extremer. Die waren zusätzlich zu dem hier noch gewalttätig. Das änderte sich, als ich in einem anderen Bezirk zur Schule ging. Letzten Endes sind die Schüler der 10c aber Leute, denen man von Anfang an nichts zugetraut hat, und die man immer abgeschrieben hatte. So jemand hat kein Potenzial. Und genau so entwickelten sich diese Leute. Aber dann kommt Zeki daher, der selbst eine ähnliche Herkunft hat, und bringt sie dazu, sich kreativ auszuleben. Und es stimmt, dass man für Kreativität wenig Bildung braucht, sie aber selbst bilden kann.

                                      "Fack ju Göhte" ist ein sympathischer Film für den Sommer, mit einer frischen Prise frechen Humors, Lässigkeit und einer Menge Charme, der es schafft, nahezu 2 Stunden wirklich vorzüglich zu unterhalten, und das mit einer lockerleichten Geschichte und gut aufgelegten Darstellern.

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                                        The Super Duper Double Trouble Bingo Dingo Power Hour - Episode 2.1

                                        Es ist wieder DOUBLE TROUBLE BINGO DINGO Zeit!

                                        Halloooooo liebe moviepiloten, es ist mal wieder soweit!
                                        Nachdem wir uns letzten Monat dem bewegenden Ghibli Film "Die letzten Glühwürmchen" gewidmet haben, haben wir dieses Mal eine Special-Ausgabe für euch bereit gehalten, so geht es diesen Monat um ungeliebte Filme.
                                        Dieses Wochenende widmen wir uns einem von mir ungeliebten Film und nächstes Wochenende geht dann um einen Film, der bei Martin in Ungnade verfallen.
                                        Apropos Ungnade...mein Einsatz!
                                        Heute geht es um Fack Ju Göhte, einem Film, der mir 2013 recht übel aufstieß.

                                        Ich hole die DVD aus Plastik aus der Plastikhülle schiebe sie in meinen Player aus Plastik und schon springt mir die plastische Optik ins Auge, nach ein paar Minuten kommt dann der plastische Charakter Zeki Müller, der nur auf sein Äußeres reduziert wird, genauso wie alle anderen Charaktere, die meiner Meinung nach nur auf eine Eigenschaft reduziert werden.

                                        Zeki ist...."cool" und "heiß"
                                        Die Lehrer sind... "veraltet", "konservativ" und "überfordert"
                                        Die Schüler sind..."dumm" und "oberflächlich"

                                        Ich habe in meinem Leben noch nie einen Film gesehen, der so heftig pauschalisiert wie Fack Ju Göhte, es gibt in diesem Film keine Individuen, es gibt nur Klischees.
                                        Die Hauptschüler sind dumm und können sich nur billige Kleidung leisten, die Schüler, die es auf ein Gymnasium geschafft haben sind dafür arrogant und nobel.
                                        Was mir dabei aber am übelsten aufstößt ist die Tatsache, dass Bobar Dagtekin hier einen Jugendfilm dreht, der sich in meinen Augen nicht mit der Jugend beschäftigt, sondern diese regelrecht verspottet, während fast alle Jugendlichen diesen Film hypen und ihn zum erfolgreichsten Film in Deutschland 2013 werden lassen.
                                        Wenn ich mich an Jugendfilme wie "Stand by me", "Eis am Stiel", "American Pie" oder auch "Der Club der toten Dichter" oder sogar "Pitch Perfect" erinnere, ging es immer ein Stück weit auch darum, die Probleme und Schönheiten der Jugend zu skizzieren, dieses Thema hat in Fack Ju Göhte meiner Meinung nach keine Relevanz, ganz im Gegenteil, stattdessen wird unter "jugendlich" verstanden, Schimpfwörter in den Mund zu nehmen und oberflächlich zu sein.
                                        Dagtekins Intention war es wahrscheinlich, eine Überzeichnung unserer Popkultur in Szene zu setzen, etwas, was ich als durchaus lobenswert betrachte, aber dadurch, dass er für mich alles überzeichnet, geht die Überzeichnung unter, sie ist nicht länger von Existenz, es wird alles "normal".
                                        In Fack Ju Göhte ist nämlich, wie ich finde, alles überzeichnet, sogar die Optik wirkt so kunterbunt, dass sie auf mich nicht realistisch wirkt.
                                        Tatsächlich ist Fack Ju Göhte in meinen Augen aber etwas gelungen, er skizziert die Schwächen unserer heutigen Popkultur, jedoch tut dies meiner Meinung nach nicht der Film selbst, sondern das Ganze Drumherum.
                                        Jugendlich lachen sich darüber kaputt wie ihre ganze Generation in einem Film verspottet wird.
                                        Lehrer lachen sich darüber kaputt wie ihr ganzer Berufszweig in einem Film verspottet wird.
                                        Dagtekin würdigt hier meiner Meinung nach nicht einmal seine Überzeichnungen, was selbst Parodien machen.
                                        Wenn in Scary Movie ein Horrorfilm parodiert wird, so wird dieser auch immer ein Stück weit gewürdigt, erst so kann man meiner Meinung nach richtig parodieren.
                                        Fack Ju Göhte ist da vom Gemüt her in meinen Augen (um es mal übertrieben zu sagen) wie ein Mobber, der mit dem Finger auf seine "Opfer" zeigt und die sind dann auch noch das direkte Zielpublikum, und die finden das auch noch toll.
                                        Das wäre für mich so, als würde sich ein Brillenträger ansehen wie jemand anderes einen anderen Brillenträger "Brillenschlange" nennt und er dann auch noch darüber lacht. Das ist für mich paradox!
                                        Sicherlich wird Fack Ju Göhte in Bezug auf Inszenierung und Humor einiges zu bieten haben, aber darauf kann ich mich in diesem sehr subjektiven Kommentar leider nicht beziehen, denn dafür stößt mir der erwähnte Aspekt viel zu über auf.

                                        Unterm Strich betrachtet ist Fack Ju Göhte in meinen Augen eine wahrscheinlich solide Komödie, die ich als solche aber leider nicht auffassen kann, da sie für alles steht, was ich verachte.
                                        Trotzdem kann ich durchaus verstehen, wenn man das nicht so sieht wie ich und diesen Film als positiv wahrnimmt.
                                        An dieser Stelle bin ich dazu angehalten euch auf Martin´s Kommi hinzuweisen (er hält mir gerade eine Pistole an die Schläfe und zwingt mich das zu schreiben)...nein ernsthaft, lest ihn euch durch!

                                        Bis nächste Woche, wenn es dann um....(das verrate ich euch doch jetzt doch noch nicht )geht.

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                                          für eine deutsche komödie wurde hier noch das letzte rausgeholt, ich war jedenfalls nicht gelangweilt, beim betrachten dieses machwerks. alles in allem ist die story aber so unglaubwürdig und dumm, dass es einen bis zum fremdschämen schmerzt.

                                          das der film ein kassenschlager war, zeugt einfach nur von der dummheit der deutschen "herrenrasse", die sich liebendgerne auch von carmen nebel, till schweiger und florian silbereisen in den hirntod ficken lässt!

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                                            Herrlich unkorrekt und ausnahmslos sinnfrei und gerade deswegen saukomisch und hammergeil!
                                            Das Deutschland von Morgen?
                                            Da kann einem Angst und Bange werden.
                                            Bitte anschnallen und Türen schließen!
                                            Humor,der spaltet...und doch nur vereinen möchte,was immer mehr ausgegrenzt wird.
                                            Frech,frei,fantastisch!

                                            Die notgedrungene Fortsetzung wird nur ein Abklatsch sein.

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                                              TheRambostar007 23.06.2015, 19:47 Geändert 23.06.2015, 19:49

                                              Ich habe mich ja wirklich gegen "Fack ju Göhte" angesehen, doch wurde ich letztlich doch dazu gezwungen, mir den Film anzusehen. Das soll ja DIE Oberkomödie sein! Naja, also lustig war's ja schon hin und wieder, dass gebe ich zu. Ich verstehe den Hype um das Ding aber trotzdem nicht. Es ist einfach ne typische 08/15-Komödie, welche versucht, sich mit Assi-Humor und seinen klischeehaft überzeichneten Figuren, über Wasser zu halten. Von der Story geht dabei 0 Originalität aus. Diese ist von vorne bis hinten absehbar und voll mit Stereotypen. Ja gut, wer will schon eine Story, wenn es was zu lachen gibt. Die Gags sind okay. Das Lehrertum wird schön durch den Kakao gezogen und die schrägen Assi-Kinder sind auch irgendwie lustig. Wenn dann mal versucht wird, irgendwie Tiefgang zu erzeugen, dann scheitert "Fack ju Göhte" aber auf ganzer Linie. Elyas M'Barek ist recht sympathisch und auch der restliche Cast scheint Spaß gehabt zu haben. Insgesamt hat mir dieser Film weniger wehgetan, als ich dachte. Er ist eben eine harmlose, deutsche Komödie von der Stange, welche sich nicht viel traut, aber es mit seiner prolligen Art, zu unterhalten versteht.

                                              Fazit: Solide aber klischeehafte Komödie, welche zwar in keinerlei Hinsicht außergewöhnlich, aber doch irgendwie nett ist.

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                                                Mariegas freie Übersetzung ;)!

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                                                  mariega 23.06.2015, 10:06 Geändert 25.06.2015, 12:11

                                                  LESESCHWÄCHE UND KINO
                                                  Als ich heute morgen wieder meine "Rubrique des chiens écrasés" (Rubrik der überfahrenen Hunde= vermischte Lokalnachrichten) in der Tageszeitung las, musste ich an diesen Film denken.

                                                  MUTTER WEGEN LESESCHWÄCHE LEGT KINO LAHM
                                                  "Bremen: Eine Mutter mit akuter Leseschwäche hat aus Sorge um ihren Sohn ein ganzes Kino lahmgelegt. Die Polizei in Bremen ließ zur Primetime am Abend elf Kinosäle räumen - und das nur, weil die Mutter eine SMS ihres 16-jährigen Sohnes nicht richtig gelesen hatte.
                                                  Die besorgte 53-Jährige hatte die Beamten am Samtag mit dem Hinweis alarmiert, ihr Sohn habe ihr aus dem Kino geschrieben: "Hol mich bitte sofort ab, ich werde umgebracht." Eine Streifenwagenbesatzung suchte Eingangs- und Außenbereich des Kinos ab, fand den Jungen aber nicht. Auch das Handy des Vermissten war nicht mehr erreichbar. Der Sicherheitschef des Kinos ließ daraufhin sämtliche Kinosäle räumen. Erst, als die Gäste das Haus verließen, zeigte die Mutter der Polizei die SMS - darin stand: "Musst mich nicht abholen. Werde rumgebracht." Das Kino prüft Regressansprüche gegen die Mutter."

                                                  DAS LEBEN IST FILM GENUG
                                                  Ich weiß aber nicht genau, wo das Ganze anfängt: Regressansprüche gegen Mutter???Warum nicht gegen Junge? Polizei? Kino? Gesellschaft? Fack ju Göthe (Vick disch Moliär)! Ich brauche wirklich nicht diesen Film zu sehen. Das Leben ist Film genug.
                                                  Und wie Pierre Augustin Caron de Beaumarchais sagte: Ich beeile mich, über alles zu lachen, um nicht gezwungen zu sein, darüber zu weinen.

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                                                    Deekin 15.06.2015, 22:12 Geändert 15.06.2015, 22:59

                                                    (Vorsicht: Enthält Spoiler!)
                                                    Beim Schauen von "Fack ju Göhte" [sic] musste ich immer wieder an "Crank" denken. Warum? Weil diese Komödie bei mir so ähnlich funktioniert wie Jason Stathams überdrehte Figur. Denn aufgrund der sehr einfallslosen Handlung kommt es eigentlich nur darauf an, dass es dem Humor gelingt, mir regelmäßig Lachstöße zu geben, damit ich keinen langsam dahinsiechenden Tod durch Langeweile sterbe. Und überraschenderweise gelingt es "Fick Sitzgurte", mich zumindest die Laufzeit über am Leben zu halten. Sätze wie "Haha, du hast 'Fuck' gesagt, du musst 'nen Euro in den Fickfrosch stecken!" oder eine Tourette-geplagte "Romeo und Julia"-Aufführung ließen meine Mundwinkel zumindest kurzzeitig nach oben zucken oder brachten mich hier und da sogar mal zum Lachen. Auch sehe ich es immer wieder gerne, wenn dumme und nervige Kinder in einem Film zur Abwechslung mal wie Scheiße behandelt werden. So ein Gewehr mit Farbpatronen würde ich wirklich auch gerne mein eigen nennen, um damit auf minderjährige Schminkfratzen und Hip-Hop-Proleten zu ballern. Die derbe Sprache und der ruppige Umgangston haben natürlich einen gewissen Reiz, auch wenn dieses Gehabe nur deswegen im Film ist, um später domestiziert und in ein braves, vorbildliches Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern umgewandelt zu werden.
                                                    Denn abgesehen von seiner teils derben, teils öden Kalauer fährt "Farting Goethe" so ziemlich das Ultra-Stereotyp einer Komödienstruktur auf. Ehrlich gesagt kommt es mir fast schon zynisch vor, wie sehr das Drehbuch in diesem Film sich nicht mal die Mühe macht, den Zuschauer abseits seiner Gags für sich zu gewinnen. Weder wird hier auch nur ein Handbreit von einem längst bekannten Formular abgewichen, noch liegt den Machern scheinbar irgendetwas daran, die Figuren im Film wie lebendige Menschen wirken zu lassen. So werden hier schlicht Stereotype wie die hyperneurotische Referendarin, der großschnäuzige Proll, die abgeklärte Direktorin sowie eine Reihe von Problemkinder-typen präsentiert. Alle Wendungen und Handlungshöhepunkte wirken wie nahtlos aus einem Handbuch für Komödien entnommen. Und für Emotionen sorgt schließlich das Einspielen von scheinbar aktuellen Popsongs, die mir nichts sagen. Das Ganze ist gelegentlich recht amüsant, zuweilen mit einem Sozialkommentar angereichert und überschreitet stellenweise deutlich die Grenzen des guten Geschmacks. Wann kommt es denn schließlich mal vor, dass ein Vater dem Lehrer die Erlaubnis erteilt, seinen aufsässigen Sohn jederzeit schlagen zu dürfen? Doch wirken derartige Witze und Ausfälle, zumindest bei mir, stets nur für den Moment, weil es abseits der Pointe einfach nichts gibt in Sachen Inszenierung, Charaktere oder Handlung, was in irgendeiner Weise besonders heraussticht. Und so musste ich mich eben mit der Crank-schen Stoßtherapie begnügen, die mich während des Schauens am Leben hielt, aber in keiner Weise irgendetwas besonderes geboten hat.
                                                    Ich wünschte, ich würde weniger zynisch auf diesen Film reagieren; doch diesen Typ Komödie habe ich mittlerweile so häufig gesehen, dass ich jegliche Mechanismen hinter dem Problemschule-Setting sofort erkenne und mir sodann jegliche Lust am Film vergeht, wenn ich sehe, wie diese nur so halbherzig hingeklatscht werden. "Fichten Güte" mag für andere sicherlich ein lustigerer und durchaus sehenswerter Spaß sein, doch bei mir funktioniert der Ansatz, dasselbe Formular einfach in ein anderes Setting zu verlegen, bis auf ein paar Lacher überhaupt nicht mehr.

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