Fahrt zur Hölle ihr Halunken

Gli Specialisti (1969), DE/FR/IT Laufzeit 97 Minuten, FSK 16, Western, Kinostart 10.04.1970


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von Sergio Corbucci, mit Johnny Hallyday und Sylvie Fennec

Der wortkarge Revolvermann Brad kommt in das trostlose Provinznest Blackstone, um seinen Bruder Charly zur rächen. Aufgebrachte Bürger der Stadt hatten ihn beschuldigt, die Bank geplündert zu haben, und ohne jeglichen Prozess kaltblütig gelyncht. Gemeinsam mit dem mexikanischen Bandenchef El Diablo, der sich außerordentlich für das verschwundene Geld interessiert, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder und räumt in dem kleinen Kaff gründlich auf.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Fahrt zur Hölle ihr Halunken
Genre
Italowestern, Western
Handlung
Pistole, Provinzkaff, Rache, Revolverheld, Verlust des Bruders
Zielgruppe
Männerfilm
Verleiher
Constantin Film
Produktionsfirma
Adelphia Compagnia Cinematografica, Les Films Marceau, Neue Emelka

Kommentare (3) — Film: Fahrt zur Hölle ihr Halunken


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EvertonHirsch

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Bewertung7.0Sehenswert

"Fahrt zur Hölle, ihr Halunken" beginnt wirklich sehr stark. Die Anfangsszene lässt einen wirklich starken Italowestern vermuten. Allerdings verliert sich der Film anschließend in etwas Langeweile, die Story will so überhaupt nicht vorankommen. Einziges Highlight bietet hier der Schauplatz in Cortina D'Ampezzo, wirklich eine wunderschöne Landschaft, die teils an die jugoslawischen Szenerien aus den Winnetou-Filmen erinnert. Bis zum letzten Drittel sticht der französische Einfluss auch merklich hervor. Die Bauten stammen aus saubereren mitteleuropäischen Western, die Frauen sind sehr freizügig, die Landschaft etwas grüner als in den klassischen Italowestern, einige Hintergrundgeräusche wurden eingebaut, die ich auch nur aus mitteleuropäischen Western kenne. Die deutsche Synchro tut ihr übriges dazu, hier wird in Spence/Hill Manier ein Spruch nach dem anderen gerissen (an den Szenen, die nie ins Deutsche übersetzt wurden und im Original mit UT laufen, erkennt man, dass der Film einen ernsteren Ton besitzt). Johnny Hallyday wirkt als Hauptdarsteller völlig fehlbesetzt (lediglich die Deutsche Synchronstimme Gert Günther Hoffmann schafft es, ihn nicht ganz unerträglich zu machen). Würde Hallydays Platz ein Franco Nero einnehmen, wäre der Film wahrscheinlich um einiges besser. Adorfs Rolle ist leider nicht so groß, dass er den Film bis dahin retten kann.

Überhaupt wirkt der Film bis dahin überhaupt nicht wie ein Corbucci-Film.

Aber im letzten Drittel schlägt auf einmal alles um. Der ganze Film wird auf einmal dreckiger. Die Bauten in der Stadt sehen nicht mehr so hochpoliert aus. Der Ton der Musik schlägt ernstere Töne an. Auf einmal sind keine Comedyelemente mehr in den Dialogen zu finden. Ab hier merkt man die altbekannte Handschrift des Regisseurs, wieder mit einigen großartigen Bildern (so z. B. wenn die Stadt von den Obdachlosen eingenommen wurde und alle Geiseln dem Showdown nackt zugewandt sind). Der letzte Teil rettet dem Film somit ein Sehenswert.

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filmschauer

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Bewertung6.5Ganz gut

Es darf wieder gerächt werden: Auch Sergio Corbuccis "Fahrt zur Hölle, ihr Halunken" beruft sich auf dieses prominente Motiv, Gütesiegel vieler Westerngeschichten. Diesmal ist es der Tod des Bruders, der für den Antihelden Auslöser für den privaten Krieg gegen eine ganze Stadt ist. Wieso musste er sterben und was hat die Bank und das fehlende Geld wirklich damit zu tun? Die vorliegende Prämisse mag nicht unbedingt originell sein, aber wie so oft im Italowestern kommt es auf die konkrete Umsetzung samt kleinerer Feinheiten an. Diese ist zwar durchweg kurzweilig geraten, doch die ganz großen Szenen, welche sich automatisch im Gedächtnis verankern, bietet der Film nicht. Immerhin gibt es ein, zwei Stellen, welche die zeitgenössischen Fragestellungen (ein Jahr nach '68, was bspw. an der Hippiegruppe im Film deutlich wird) etwas tiefer ergründen. Ein noch ziemlich junger Johnny Hallyday gibt hier den einsamen Rächer, was er eigentlich auch ganz ordentlich macht, gleichwohl er dabei nicht an die großen Westernikonen herankommt. Auf der Gegenseite muss der gute Mario Adorf in die Rolle des heißblütigen Mexikaners schlüpfen, was mit den untypischen Schauplätzen wie den Gipfeln der norditalienischen Dolomiten im Gesamtkontext vielleicht etwas seltsam anmutet. Allerdings ist dies zumindest ganz nett anzuschauen, genauso wie manch exzessiver Schusswechsel. "Fahrt zur Hölle, ihr Halunken" bezeichnet zwar nicht gerade den Höhepunkt in der Karriere des Regisseurs, besonders im Hinblick zu seinen vorigen Werken. Fernab von Corbucci ist dieser Italowestern dennoch absolut ordentliche Genreware.

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derblonde

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Bewertung6.5Ganz gut

Gar nicht mal so übler Italowestern von Sergio Corbucci. Macht allerdings nur in der Originalfassung Sinn. Die gekürzte deutsche Fassung ist mal wieder etwas sinnentstellt. Auf DVD endlich ungekürzt erhältlich.

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