Farinelli, der Kastrat

Farinelli: il castrato (1994), FR/IT/BE
Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.07.1995

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von Gérard Corbiau, mit Stefano Dionisi und Jacques Boudet

Carlo Broschi – besser bekannt unter seinem Künstlernamen Farinelli – war eine Kultfigur des 18. Jahrhunderts. Schon als kleiner Junge waren seine Stimme und sein musikalisches Gespür auffallend, so umfasste sein Stimmumfang mehr als dreieinhalb Oktaven. Im Alter von zehn Jahren wurde er kastriert, um ihm diese Fähigkeit auch im Mannesalter zu erhalten. Farinelli wurde berühmt und machte Karriere auf internationalen Opernbühnen. Das Publikum vergötterte ihn, und die Frauen lagen ihm zu Füßen. Der Film zeigt dies in einer tiefen, bewegenden Liebesgeschichte. Auch die schicksalhafte Verbindung zu seinem Bruder, der für ihn Arien komponierte und sein Leben in symbiotischer Form ergänzte sowie die dramatische Begegnung mit Georg Friedrich Händel, dessen Musik Farinelli liebte, werden dargestellt.


Cast & Crew


Kommentare (3) — Film: Farinelli, der Kastrat

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dominjen

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Bewertung9.0Herausragend

Für mich das Tor zur Oper. Einfach großartig.

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jlorenz1

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Bewertung5.5Geht so

Voyeuristisch an der Kastration sich aufhängender Kostümfilm, unterhaltsam, jedoch Stückwerk ohne Tiefgang , das zu sehr um brillante technische Umsetzung sich müht und darüber das Wesentliche eines Filmes - Charaktere, Story, Dramaturgie - vergisst. Die Schlüsselszene fast am Ende des Films - die Aufführung der Oper von Händel in dem schon bis fast auf den Tod Händel bekämpfenden Theater - wirkt zu sehr aufgesetzt. Da hilft kein (schielender) "Silberblick" Farinellis, keine durch den Gesang in Ohnmacht fallenden Händel, keine noch so zielstrebig fliegende Taube im Theater oder der meines Wissens historisch unbelegte in aller Öffentlichkeit vollzogene, aber unbemerkte Selbstmordversuchs Ricardos durch Aufschneiden seiner Handschlagader bei Sonnenfinsternis (!). Alles wirkt so, als ob ein kleines Mädchen seine Puppen spielen lässt. Auch die Bettszenen sind irgendwann mal einfach nur peinlich.

Nichts, aber auch gar nicht lässt einen von jenen Intrigen, religiösen Ereiferern (einer katholischen "Bloody Mary", den Bürgerkriegen, dem Gottesstaat Oliver Cromwells, den vielen Hinrichtungen) spüren, die dazu führten, einen Deutschen - Kurfürst Georg von Braunschweig-Lüneburg - zum englischen König zu wählen nur damit England protestantisch blieb - ein englischer König, der fast nur deutsch und französisch sprach. Und Händel? Er war mehr als einmal dem Ende nahe und verstand es immer wieder seinen Stil und seine Richtung erfolgreich zu ändern. Dieser historische Hintergrund fehlt völlig, Händel erscheint vielmehr "nur" als notwendiger Bösewicht vom Dienst. Und irgendwie ist ja auch ein Déjà-vu: Irgendwie erinnert die fiktive Rivalität zwischen Farinelli und Georg Friedrich Händel an die zwischen Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri in "Amadeus".

Technisch jedoch gesehen, ist alles geradezu brillant umgesetzt: Um den Tonumfang Farinellis von mehr als drei Oktaven technisch zu erreichen, wurde die Singstimme des US-amerikanischen Countertenors Derek Lee Ragin mit der der polnischen Koloratur-Sopranistin Ewa Małas-Godlewska elektronisch gemischt. Doch ein Film lebt von Kostüm & Technik nicht alleine ....

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bootsmann13

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Bewertung9.5Herausragend

Man mag meine durchaus hohe Bewertung entschuldigen. Aber einige meiner damaligen (Anfang der 90er) Freunde wurden als Statisten verpflichtet und sind hauptsächlich in den Szenen im Opernhaus (welches in meiner Heimatstadt steht) zu sehen.

Trotzdem ist der Film ein wundervoll ausgestatteter, schön gefilmtes Stück "Musikgeschichte".

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