Fenster zum Sommer - Kritik

DE/FI 2011 Laufzeit 96 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 03.11.2011

  • 3

    Dieser Film schafft es ganz sicher nicht, den Zuschauer emotional da abzuholen, wo er zu Hause ist. Man wird in eine Situation - irgendeine Situation - hineingeworfen, die auch hätte eine ganz andere sein können. Sogleich spulen wir 6 Monate zurück in eine andere Situation, in die wir ebenso unvorbereitet reingeworfen werden. Man weiß also gar nicht, warum man der Hauptdarstellerin überhaupt auf ihrem Lebensweg folgen sollte, weil der Bezug einfach fehlt. Das ist sehr schlecht gelöst worden.

    • 9

      Regisseur Handloegten spielt mit der Zeitschiene und zwar recht intelligent. Anfangs mag es ja noch reichen, wenn er einer seiner Figuren den Satz in den Mund legt ‘Der Verstand kann keine Sache des Herzens erklären‘. Typisch Romantiker! Doch wie er dann die Handlung zeitlich mischt, wiederholt und neu knüpft macht eine Allerweltsgeschichte zu einer interessanten Psychostudie. Juliane (Nina Hoss großartig wie immer in ihrer ganzen weiblichen Mystik!) trägt den Film, in dem sie aus der Zeit fällt. Sie gerät in eine andere Umgebung mit lauter vertrauten Gesichtern. Es wird entblättert: zwei Männer gibt es: Philipp (Lars Eidinger) quasi ihr Mann und August (Mark Waschke) quasi ihr Zukünftiger. Und den Unfalltod ihrer Freundin Emily (Fritzi Haberlandt).
      Diese drei Pfähle stehen fest auf der Piste von Julianes Leben. Sie umfährt sie auch schon mal aus verschiedenen Richtungen. Mal erkennen sie sie (dann sind wir in der Vergangenheit), mal erkennen sie sie nicht, dann sind wir in der Zukunft oder Gegenwart.
      Die Zeitpfeile gehen in verschiedene Richtungen z:B. ‘Am 8. Mai werde ich mich in dich verlieben‘, schreibt Juliane August oder ‘Es gab eine Zeit, da waren wir ein Paar‘.
      Dramatisch wird es, als Juliane versucht in die Zukunft einzugreifen, weil sie die Vergangenheit kennt. Das geht natürlich schief. Aber sonst kann man sich die Liebesgeschichte zusammenreimen.
      Durch das Verlassen einer fest vorgegebenen Zeitebene verliert man die Bodenhaftung und schwebt mit den Akteuren für kurze Zeit davon, bis man mit Juliane und August wieder gemeinsam landet und das Fenster zum Sommer wieder schließt.

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      • 7

        ich bin beim durchschalten hängen geblieben und habe hinterher den Anfang geguckt. für mich fing der film an, als sie im Februar aufwacht... interessant. was passiert da. wer ist Philipp - wer ist August. War für mich erst verwirrend. ich habe ihn gerne gesehen und dem Treiben gerne zugeschaut. Ich war sehr neugierig was mit Emily passiert.

        • 6

          Die streckenweise rasant inszenierte Geschichte einer Frau, die buchstäblich von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt wird. [Manfred Riepe]

          • 6

            Eine extravagante Story mit einer mittelmäßigen Nina Hoss besetzt, die es in keinsterweise schafft mich emotional mitzrueißen in diesem "Abenteuer". Grundsätzlich kein schlechter Film, aber meine Begeisterung hielt sich so in Grenzen. Kein Muss!

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            • 7

              (=.=) 10 Punkte Minus ... (=.=)

              1) Welcher Idiot sieht in Nina Hoss bloß einen One Night Stand? Ich glaub dem kein Wort.
              2) Nina Hoss heißt JULIANE?! Das geht nicht in meinen Kopf rein. Warumauchimmer.
              3) Der Tod von Emily wird ziemlich unsensibel als Nebenschauplatz aufgetan. Sohn und beste Freundin verarbeiten das innerhalb weniger Minuten. Danach geht die Party weiter. Emily war bloß ein notwendiger Zwischenschritt, Auto drüber, fertig.
              4) Fritzi Haberlandt spielt ne egomanische Kuh - und das auch noch ziemlich nervig, wie so oft. Ihr Talent wackelt immer an der Grenze zwischen Jippyahoo und Achdugroßescheiße. Jeder Film mit ihr ist russisches Roulette.
              5) Wer tauscht den (zum ersten Mal dominant auftretenden) Lars Eidinger gegen einen dünnharigen, selbstverständlich minderattraktiven Rumficker ein? Eine JULIANE! Neeisklar.
              6) Das Drehbuch hat einige Patzer. Fällt mir jetzt grad keiner ein, aber es gab sie. Unglaublich bescheuerte Sätze, die da gefallen sind. Hier fällt mir zuviel...

              (=.=) 4 Punkte Plus ... (=.=)

              1) Nina Hoss!
              2) Berlin!
              3) Der mindfuck!

              Bunny(=.=)faktor: 7.5 (Nina Hoss + nackter Mann!)

              • 4 .5

                von der beschreibung her klang der film sehr vielversprechend. sogar so vielversprechend, dass ich mal einen deutschen fersehfilm gucke.. ABER leider war die umsetzung der idee nicht sehr erfolgreich. irgendwie nervte der film zum schluss immer mehr und bei mri wuchs das wissen.. "das nächste mal guckste sowas nicht"

                • 8

                  Unglaublich interessante Ausgangslage: Eine Frau macht eine Art Zeitreise um ein halbes Jahr. Sie denkt aber (im Gegensatz zu allen anderen Zeitreisefilmen) anfangs nicht daran, ihr Schicksal ändern zu wollen, sondern versucht, dass es möglichst so kommt, wie es in ihrer Erinnerung passiert ist. Das Drehbuch hat ein paar wirklich gute Ideen und auch an der Umsetzung mangelt es nicht. Nur teilweise verliert sich der Film in uninteressanten Details, in denen keine Entwicklung erkennbar ist. Das Ende hat mir nicht gefallen, aber ich verzeihe dem Film das. Der Film ist nicht für jeden, aber wenn man Gedankenspiele mag, kann man hier wirklich etwas entdecken.

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                  • 7

                    Wenig überraschendes aber umso konsequenteres deutsches Drama. Eine nicht erwartete positive Überraschung, die nahe geht.

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                    • 7

                      Nina Hoss: einmal mehr absolut überzeugend, sie macht aus dem nicht gerade perfekt aufgebauten Stoff dann doch eine berührende Geschichte um Schicksal und Vorsehung.
                      Auch mir dann doch etwas viel Happy End, ftrotz alledem: sehenswert!

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                      • 7 .5

                        Am pseudophilosophischen Plot hapert's zwar gewaltig, aber das wird durch die wunderbare Kamera- und Schnittarbeit sowie durch die Hauptdarsteller Nina Hoss, Lars Eidinger und Marc Waschke ausgeglichen. Und auch wenn ich kein Fan von Fritzi Haberlandt bin, hier passte sie einigermaßen. Schön auch die Aufnahmen in Helsinki, dem restlichen Finnland sowie Berlin.

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                        • 8

                          Interessante Ausgangslage - bemühender Mittelteil - Philosophies Ende (das Leben leben, nicht auf einer fixen Idee zu verrren. Unabwendbares bleibt).

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                          • 7 .5

                            Sehenswerter Liebesfilm mit sehr gut spielenden Darstellern. Bemerkt wurde in den vorangegangenen Kommentaren schon die Schnittarbeit in der Szene, wo sich Juliane (Nina Hoss) und Philipp (Lars Eidinger) streiten - die ist wirklich gut gelungen. Toll! Berlin als Kulisse ist natürlich auch klasse. Habe schon wieder Orte gesehen, die ich gar nicht kannte :)
                            Das Ende tritt dann doch so ein, wie ich es mir im Laufe des Filmes schon gedacht hatte, wobei zuvor ein paar geschickte Wendungen eingebaut wurden.

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                            • 7

                              Interessante Vorstellung, noch einmal ein halbes Jahr erleben zu können/müssen, auch weitgehend gut umgesetzt. Leider hat der Film in meinen Augen eine komplett bescheuerte Aussage bzgl. der Vorherbestimmtheit des Schicksals.

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                              • 6

                                Ich scheine mir zur Aufgabe gemacht zu haben, jeden Film, der in einem Independentkino läuft, auch zu sehen. So ist dies mein fünfter Nichtmainstreamkinofilm, den ich binnen sieben Tagen geschaut habe. Bisher war der Besuch im kleinen Lichtspielhaus stets eine überaus große Freude. Bei diesem Film allerdings relativiert sich das ganze dann wieder.

                                Für eine deutsche Produktion (ja, ich habe diesbezüglich gewisse Vorurteile) richtig gut. Die Beziehungsfindung könnte zwar jedem Liebesfilm der Welt entsprungen sein, doch ist die Rahmenhandlung, dass sich Juliane in der Vergangenheit wieder findet, erfrischend und schön zugleich. Doch dieser interessante Ansatz einer Reise in die eigene Vergangenheit reicht nicht aus, um aus diesem doch recht hoch gelobten Film etwas außergewöhnliches zu machen. Es wird viel zu kurz auf das eigentlich interessante - den drohenden Nervenzusammenbruch von ihr ob der Einsicht, dass sie das geschehene Übel scheinbar nicht abwenden kann - eingegangen und so bekommt man diese tief interessante Entwicklung innerhalb von zehn Minuten vorgekaut. Schade, da hätte man mehr draus machen müssen.

                                Ebenso ist die Liebesgeschichte derart vorhersehbar, dass man schon nach den ersten 25 Minuten des Films genau weiß, wie sich alles entwickeln und wie das Ende sein wird. Dahingehend hätte ich mir mehr Eigenständigkeit und Innovation gewünscht.

                                Allerdings muss man die Darsteller lobend erwähnen. Allesamt spielen sehr authentisch und lassen so die Szenerie recht glaubwürdig rüberkommen. Gerade die wunderschöne Nina Hoss lässt die zeitweise dahinplätschernde Handlung nicht langweilig werden. Wer also männlich ist und von seiner Lebensgefährtin in diesen Film befohlen wird, kann sich an Ninas wunderschönen Augen und engelsgleichem Gesicht ergötzen. (Natürlich sollte besagter Mann ganz gentlemen-like so nur seiner Angebeteten huldigen ;) )

                                Auf jeden Fall ein schöner, erfrischend kitschfreier und bodenständiger Liebesfilm, der allerdings wegen seiner Vorhersehbarkeit und Innovationslosigkeit (leider) doch nur Mittelmaß bleibt.

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                                • 3

                                  Quizfrage:
                                  Was helfen eine passable Regiearbeit, ein geschmackvoller Score, eine elegante Kamera, ein beachtliches Szenenbild und ein großartiges Ensemble, wenn das Drehbuch mit seiner Grundidee nichts anzufangen weiß?

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                                  • 7 .5

                                    Was wäre, wenn ich nochmal zurück gehen könnte auf LOS? Die Frage, die wir uns sicher schon oft gestellt haben. Dass es darauf keine Antwort geben kann, ist auch klar, aber der Film hält eindrucksvolle Variationen für uns bereit.

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                                    • 7 .5

                                      Ein toller Film. Nina Hoss, aber auch Lars Eidinger und Mark Waschke fand ich super. Das Drehbuch hat so seine Mangel, aber im ganzen hat der Film mich berührt. Die Szene wo Juliane und Philip sich streiten, (und/oder Juliane von den Streit erzählt die sie schon zig mal hatten), fand ich nahezu genial. So ist es leider auch in Beziehung.
                                      Das einzige was genervt hat, war das wahnsinnig kitschige Bild von der Ware und große Liebe. Auch da hätte ein bisschen Realismus gut getan.

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                                      • 7

                                        Freilich ist "Fenster zum Sommer" eine Liebesgeschichte, wird als solche verkauft. Die Frage, ob Juliane diesen Mann wieder kennen lernen, wieder mit ihm glücklich sein wird, jetzt, da sie ihm unter anderen Umständen begegnet, ist der zentrale Punkt. [...]
                                        Nachdem man während des Abspanns noch einmal kurz für sich überprüft hat, ob das nun alles seine Richtigkeit hatte, wird klar, dass die vorangegangenen 95 Minuten ein geschlossenes Bild ergeben. Es macht sich ein Gefühl breit, das auf seltsame Art beruhigend wirkt.

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                                        • 7

                                          Ein völlig irrationales Handlungskonzept, an das logisch und verstandesmäßig heranzugehen nichts nützt. Es ist eher ein wenig so, wie Regisseur Handloegten sagt: „Sich beim Leben zu betrachten, alles selbst zu erfahren und dabei doch nur zuzusehen – diesen Traum hat man ganz selten, wenn man viel Glück hat. Oder man geht ins Kino.“
                                          Handfester ist die Machart: die ästhetische Sommer- und Liebesatmosphäre in Finnland: die graue Berliner Winterstimmung mit der Trennung von Philipp; das Geheimnisvolle der Handlung, das filmische Spannung erzeugt; das originelle Spiel der Fritzi Haberlandt als Emily; und vor allem die spektakuläre Darstellerleistung von Nina Hoss als Juliane.

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                                          • 7 .5

                                            Fenster zum Sommer", eine freie Adaption des gleichnamigen Romans von Hannelore Valencak, ist eine ungewöhnliche Kombination aus Liebesgeschichte, film noir und Science Fiction. Regisseur Hendrik Handloegten spielt raffiniert mit der Zeit als unaufgelöstem Mysterium, mit Traum und Wirklichkeit, Halluzinationen und gespenstischen Momenten des Déjà-vu. Dabei jongliert er mit zwei Deutungsoptionen: Wie im klassischen Psychothriller könnte sich das Drama allein im Kopf der Protagonistin ereignen. Ebenso denkbar wäre aber auch ein fantastisches Szenario nach dem Vorbild von Anno Sauls Thriller "Die Tür", in dem sich die Figuren in Parallelwelten Jahre zurückversetzen lassen können.

                                            • 7

                                              Fenster zum Sommer entpuppt sich als sehenswerter Genre-Mix mit fantastischem Einschlag, der weniger von der Spannung des unmittelbaren Geschehens, als von den vielen aufgeworfenen Fragen lebt - sowie natürlich von der darstellerischen Leistung der Akteure.

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                                              • 8

                                                Von Beginn an legt Handloegten aber atmosphärisch streng durchkomponierte Bilder vor, warm und weich die Szenen des skandinavischen Sommers, kühl und grau die Winterwelt in Berlin, dazwischen immer wieder auch das elegante Spiel mit Formen und Farben, sei es beim Blick in Treppenhäuser und abendliche oder nächtliche Begegnungen an Deck der Fähre nach Helsinki.

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                                                • 7 .5

                                                  Juliane versucht Trennung und Schmerz auszuweichen, nur um zu erkennen, dass sich das Schicksal nicht betrügen lässt. Ein Hauch von Final Destination legt sich über das klug durchdachte Kinokonstrukt, doch nicht der Tod fordert in Fenster zum Sommer sein Recht, sondern die Vorsehung.

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                                                  • 7 .5

                                                    Der simple Kniff verfehlt seine Wirkung nicht. Julianes direkte Reflektion eines bereits abgelaufenen Zeitabschnittes ist vielschichtig und interessant mitzuverfolgen. Mitunter ist das auch witzig, etwa wenn sie die leeren Wortphrasen des Immobilienmaklers vorspricht. Im Kern aber findet sich der Ernst der Lage wieder, den Juliane nicht ausblenden kann.

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