Fieber im Blut

Splendor in the Grass (1961), US
Laufzeit 124 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 26.01.1962

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Fieber im Blut - Bild 1176265
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von Elia Kazan, mit Natalie Wood und Warren Beatty

Eine Kleinstadt in Kansas, 1920: Deanie ist ein braver Teenager und immer bemüht, das Richtige zu tun. Aber die Gefühle, die sie und ihr Freund Bud füreinander empfinden, sind zu stark. Als sich der Konflikt zwischen anständigem Benehmen und menschlichem Verlangen dem Höhepunkt nähert, erleidet Bud einen Zusammenbruch – und Deanie verfällt dem Wahn…


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Joe Gillis

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Bewertung6.5Ganz gut

Eine Romanze. Ein Melodram. Ein Sittenbild. Der Ort: eine Kleinstadt im Mittleren Westen der USA. Die Zeit: das Jahr vor dem Great Crash von 1929. Deanie (Natalie Wood), Tochter eines kleinen Ladenbesitzers, und Bud (Warren Beatty), Sohn eines reichen Unternehmers, lieben sich, sind das schönste Paar der High School, könnten unsterblich glücklich sein – wären da nicht die anderen, vor allem die Eltern: Ihre besorgte Mutter (Audrey Christie) warnt die Tochter vor den Folgen der sexuellen Begierde (die Frauen sowieso nicht genießen könnten); sein fordernder Vater (Pat Hingle) beharrt, der Sohn würde noch eine Bessere finden (und solle seinen erotische Dampf anderweitig ablassen). Die Drangsal äußert sich nicht in physischer Gewalt, sondern in penetranter moralisch-ideologischer Infiltration, in einer gutgemeint-teuflischen Mischung aus Zutexten und Weghören – eine (nicht nur) amerikanische Tragödie, die von den alten und jungen Darstellern in jenem intensiv-entfesselten ›Method‹-Modus präsentiert wird, dessen schweißtreibender Naturalismus gewöhnlich für große Schauspielkunst gilt. Elia Kazan (Regie) und William Inge (Drehbuch) durchschlagen den psychologisch-dramaturgischen Knoten aus eigenen und fremden, aus persönlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen mit Hilfe einer inneren Katastrophe und eines historischen Desasters: Ein Nervenzusammenbruch und der Börsenkrach öffnen für Deanie und Bud die Tore zu Selbstgefühl und Autonomie. Die Trümmer des unsterblichen Glücks aber, das es in der Wirklichkeit, so wie sie ist, wohl nicht geben kann, werden, mit einiger Güte des Schicksals, zu Bausteinen eines abgeklärten Weiterlebens: »Though nothing can bring back the hour / Of splendour in the grass, of glory in the flower; / We will grieve not, rather find / Strenght in what remains behind.«

http://kinotagebuch.blogspot.com/

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