Flandern

Flandres (2006), FR
Laufzeit 91 Minuten, Historienfilm, Drama

admin edit edit group memberships sweep cache
7.8 Kritiker
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.1 Community
19 Bewertungen
2 Kommentare
Flandern - Bild 18807
Keine News zu diesem Film verpassen!
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Bruno Dumont, mit Adelaide Leroux und Samuel Boidin

Der schüchterne Landwirt Demester hat zwei Arten des Zeitvertreibs: Seinen Bauernhof und die Spaziergänge mit seiner Jugendfreundin Barbe. Zu ihr pflegt er im Prinzip eine platonische Freundschaft, doch ab und an haben sie dennoch Sex miteinander, vordergründig und scheinbar ohne große Emotion. In Wirklichkeit liebt Demester Barbe, doch er ist unfähig seine Gefühle zu zeigen, und so sucht Barbe ihr Glück auch bei anderen Männern. Einer davon ist Blondel, ihr derzeitiger Favorit. Eines Tages wird er gemeinsam mit Demester und anderen Reservisten eingezogen und in ein fernes Kriegsgebiet geschickt. In der Zwischenzeit vergnügt sich Barbe weiterhin mit anderen Männern, obwohl sie von Blondel ein Kind erwartet. Per Brief erzählt sie ihm davon, lässt es aber heimlich abtreiben. Langsam scheinen ihre Eskapaden nicht mehr spurlos an ihr vorbei zu gehen; Barbe wird wegen Paranoia in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. An der Front angekommen werden Demester und Blondel mit den Schrecken und der Kompromisslosigkeit des Krieges konfrontiert. Sie sind der Extremsituation nicht gewachsen und fangen schon nach kurzer Zeit an, zu rauben, zu morden und zu vergewaltigen. Als sie in einen Hinterhalt geraten und gefangen genommen werden, stehen sie der vergewaltigten Frau gegenüber, einer Offizierin. Die dreht den Spie ß um und die Männer müssen einen hohen Preis zahlen für ihre Tat. Von der Einheit kommt nur Demester wieder nach Flandern zurück, ausgestattet mit dem Makel des einzig Überlebenden, aber auch der Hoffnung auf Veränderung.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Flandern

Kommentar schreiben
Sortierung

8martin

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

’Flandern’ steht oft als Synonym für die Schlachten des 1.Weltkrieges, für Grabenkrieg und Materialschlacht, für die ’Paternoster-Kette des Todes’ oder die ’Blutpumpenstrategie’ der Heerführer. Hier sehen wir eine Landschaft, die im Matsch zu versinken droht. Meist ist es nasskalt oder Raureif überzieht die Äcker. Der Himmel ist grau, die Wolken hängen tief. Die Menschen sind wortkarg und verschlossen. Sex findet ohne Emotionen im Gebüsch statt. Wenn man von hier in den Krieg zieht, kann es eigentlich nicht schlimmer kommen. Doch weit gefehlt. In fast dokumentarischen Szenen erleben wir die Gräueltaten auf beiden Seiten der Front.
Die über weite Strecken langgezogene, wortlose Darstellung beeindruckt durchaus, stellt jedoch eine Herausforderung an unsere Sehgewohnheiten dar. Man wird wieder daran erinnert, welche Spuren der Krieg in der menschlichen Seele hinterlässt.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

derblonde

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Kalt, weitgehend emotionslos, abstoßend, verstörend. Gefühle sucht man in diesem unbequemen Drama vergeblich. Unangenehm aber sehenswert.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben