In der Geschichte steckt eine Überfülle dramatischen Materials, von der Ausbootung der Schwester aus dem Konzern durch ihre Brüder, über die Meuterei der mitfahrenden Männer und das Freisprengen von Wegen durch Dynamit - bis zur aufkeimenden Liebe zwischen Stinnes und Söderström. Von Moeller inszeniert dies zwar mit ihren Schauspielern, aber sie malt es nicht aus, sondern teilt es eher mit, im Stil eines knappen Tagebucheintrags. "Fräulein Stinnes" in der abgespeckten Version hat ihre Reize, aber eines Tages würden wir doch gern die Geschichte in ihrem vollen Spektakel erblicken, gerne wieder mit Sandra Hüller, die wunderbar ist in ihrem spätkindlichen Trotz, mit dem sie ihren Traum verteidigt. Clärenore Stinnes, die im gleichen Jahr aufbrach wie Charles Lindbergh zu seinem Ozeanflug und die heute vergessen ist, obwohl sie eine weit größere Leistung vollbrachte, ist eine, aus der sich ein Filmdenkmal errichten lässt.
Was war es überhaupt, das diese Frau antrieb? Man ist froh um jede solcher Erklärungen, die unterbleibt. Das Fräulein Stinnes wollte eben um die Welt fahren. Und ein Blick von Sandra Hüller, wenn sie ihren Partner seiner Frau übergibt, sagt mehr als viele Szenen nachgestellter Wahrheitsfindung. Davon gibt es im deutschen Kino genug. "Fräulein Stinnes fährt um die Welt" ist ein bescheidener und dennoch packender, auch humorvoller, vor allem aber in seiner Machart moderner Film über eine moderne Frau, die ihre Vorteile zu nutzen verstand.
Fräulein Stinnes fährt um die Welt - Kritik
DE 2009 Laufzeit 90 Minuten, FSK 6, Dokumentarfilm, Drama, Kinostart 20.08.2009
Kritiken (3) — Film: Fräulein Stinnes fährt um die Welt
HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenIn der Geschichte steckt eine Überfülle dramatischen Materials, von der Ausbootung der Schwester aus dem Konzern durch ihre Brüder, über die Meuterei der mitfahrenden Männer und das Freisprengen von Wegen durch Dynamit - bis zur aufkeimenden Liebe zwischen Stinnes und Söderström. Von Moeller inszeniert dies zwar mit ihren Schauspielern, aber sie malt es nicht aus, sondern teilt es eher mit, im Stil eines knappen Tagebucheintrags. "Fräulein Stinnes" in der abgespeckten Version hat ihre Reize, aber eines Tages würden wir doch gern die Geschichte in ihrem vollen Spektakel erblicken, gerne wieder mit Sandra Hüller, die wunderbar ist in ihrem spätkindlichen Trotz, mit dem sie ihren Traum verteidigt. Clärenore Stinnes, die im gleichen Jahr aufbrach wie Charles Lindbergh zu seinem Ozeanflug und die heute vergessen ist, obwohl sie eine weit größere Leistung vollbrachte, ist eine, aus der sich ein Filmdenkmal errichten lässt.
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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenWas war es überhaupt, das diese Frau antrieb? Man ist froh um jede solcher Erklärungen, die unterbleibt. Das Fräulein Stinnes wollte eben um die Welt fahren. Und ein Blick von Sandra Hüller, wenn sie ihren Partner seiner Frau übergibt, sagt mehr als viele Szenen nachgestellter Wahrheitsfindung. Davon gibt es im deutschen Kino genug. "Fräulein Stinnes fährt um die Welt" ist ein bescheidener und dennoch packender, auch humorvoller, vor allem aber in seiner Machart moderner Film über eine moderne Frau, die ihre Vorteile zu nutzen verstand.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenEigentlich eine ganz verrückte Geschichte, ebenso skizzenhaft wie fesselnd inszeniert und gespielt. Sandra Hüller ist eine Wucht.
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