Frau Böhm sagt nein

Frau Böhm sagt nein (2009), DE
Laufzeit 90 Minuten, FSK 0, Drama

- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.3 Community
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3 Kommentare
Frau Böhm sagt nein - Bild 3851810
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mit Senta Berger und Johanna Gastdorf

Sachbearbeiterin Rita Böhm ist der Hewaro AG loyal verbunden. Seit Jahrzehnten kümmert sich die alleinstehende ältere Dame gewissenhaft, korrekt und rechtschaffen um die Bezüge des Vorstands in dem Traditionsunternehmen. Aber die Zeiten haben sich geändert. Mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Dr. Horst Hochfeld weht ein anderer Wind. Schnelle Gewinne und der Aktienkurs des Unternehmens sind dieser neuen Manager-Generation wichtig – auf das Wohl der Belegschaft und auf eine nachhaltige Unternehmenskultur muss im Zweifelsfall verzichtet werden. Trotzdem bleibt Rita Böhm zunächst loyal – und schweigt. Als sie der jungen Ira Engel jedoch in einer Notsituation hilft und diese ehrgeizige Vorstandssekretärin mit ihrer Tochter Pauline näher kennenlernt, gerät Rita Böhms Weltbild langsam ins Wanken. Über Ira erfährt sie von Korruption, Erpressung, Gier und Gewinnsucht hinter den Kulissen des Unternehmens. Kann das wirklich wahr sein? Die Lage spitzt sich zu, als das Traditionsunternehmen plötzlich zum Übernahmekandidaten wird und die gesamte Zukunft der Hewaro AG auf dem Spiel steht. Für Rita Böhm kommt das einer Katastrophe gleich – schließlich ist die Hewaro AG ihr Leben, ihre Heimat. Als Frau Böhm dann auch noch – nach der tatsächlich verlorenen Übernahmeschlacht – vom Aufsichtsrat angewiesen wird, zusätzlich zu den Abfindungen millionenschwere Prämien an den Vorstand auszubezahlen, kann sie nicht mehr still sitzen und ohnmächtig zusehen. Plötzlich steht sie auf, übernimmt Verantwortung und sagt das erste Mal in ihrem Leben “Nein”. Dass sie damit einen handfesten Wirtschaftsskandal entfesselt und eine Lawine von polizeilicher Ermittlung und öffentlicher Empörung auslöst, weiß sie in diesem Moment zum Glück noch nicht. Denn vor dieser klassischen Heldinnenrolle hätte sich die überaus bescheidene und so moralische Rita Böhm wahrscheinlich zu sehr gefürchtet.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Frau Böhm sagt nein

José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Außergewöhnlich an „Frau Böhm sagt Nein“ ist die nuancierte Zeichnung der von Drehbuchautorin Dorothee Schön und Regisseurin Connie Walther geschaffenen Figuren. Zwar werden die zwei Hauptcharaktere schon äußerlich gegensätzlich entworfen: Frau Böhm ist immer korrekt, aber altmodisch gekleidet und wohnt in einer ebenso antiquiert wirkenden Wohnung. Dagegen tritt die junge Assistentin des Vorstandvorsitzenden, Ira Engel (Lavinia Wilson), immer modisch elegant und redegewandt auf. Ihre Wohnung ist ebenfalls modern eingerichtet. Der Blick hinter die Fassade legt jedoch eine zerrissene Persönlichkeit frei, die zwischen dem Karriereanspruch und dem Familienleben als alleinerziehende Mutter zu zerbrechen droht.

Die Verwandlung der Ja-Sagerin Rita Böhm zu einer selbstständig agierenden Frau, die eine wichtige Entscheidung treffen muss – die etwa auch durch die neue, dynamischere Brille versinnbildlicht wird –, macht aus ihr keine strahlende Heldin. Auch bei dieser Entwicklung umschiffen Drehbuch und Regie Schwarzweißmalerei. Gegenüber den zwei beziehungsweise mit Johanna Gastdorf als Frau Heisterkamp drei starken weiblichen Darstellerinnen wirken die männlichen Schauspieler blass. Ob dies als unterschwellige „Rache“ der Filmautorinnen gegen die nach wie vor männerdominierte Wirtschaftswelt gewertet werden soll, sei dahingestellt.

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I.C.K.

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Diesen Film sollten alle Sender so oft es geht od. 1 Woche vor der nächsten Wahl aussenden und auch nicht nur auf WDR oder ARD etc, sondern auf all den Sendern, die den ganzen Tag nur mässiges senden!!!!!


I.C.K.

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Ein "WAHRER" Film, der nicht nur uns sagenhaft gut gefallen hat.



Kommentare (2) — Film: Frau Böhm sagt nein

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plattfuss69

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Bewertung5.0Geht so

Senta Berger: klasse; alle anderen nur flach skizzierte Knallchargen. Ansonsten: ein Film für Leute, denen es gefällt zu sehen, dass "am Kapitalismus irgendwas faul ist". So ein "die da oben machen, was sie wollen"-Streifen. Na ... wer's braucht.

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stevenrw59

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein wichtiger, glaubhafter Film, der wütend auf "Die da oben" macht.
Eine sensationell gute Senta Berger (vielleicht etwas übertrieben als graue Maus in Szene gesetzt).
Lavinia Wilson ebenfalls klasse, realistisch und nachvollziehbar in ihrer Rolle als Chefsekretärin mit Skrupeln, die einfach nur das Geld braucht.
Für die männlichen Hauptrollen bleibt durchgehend nur der schwarze Peter.
Das war nicht gut und gibt für mich Abzüge in der Arbeit von Connie Walther

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