Free Rainer - Dein Fernseher lügt
Free Rainer - Dein Fernseher lügt (2007), DE Laufzeit 138 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 15.11.2007
30 Bewertungen
Skala 0 bis 10
2636 Bewertungen
94 Kommentare
Keine
von Hans Weingartner, mit Moritz Bleibtreu und Elsa Sophie Gambard
Kritik an der deutschen Fernsehlandschaft und dem Quotensystem mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle
Der TV-Produzent Rainer (Moritz Bleibtreu) ist ein Zampano des “Unterschichtenfernsehens”: Unaufhörlich koksend, entwickelt er Shows der stumpfesten Sorte.
Dann wird er von einem jungen Mädchen angefahren, frontal und mit voller Absicht. Pegah will sich für den Tod eines geliebten Menschen rächen, und Rainer begreift, dass er für Einschaltquoten über Leichen gegangen ist. Ein paar Alpträume später beschließt er, sein Leben zu ändern und macht sich auf einen Guerilla-Feldzug gegen die quotenbesessene Unterhaltungsindustrie.
Vollständige Handlung
Beruflich steht Rainer (Moritz Bleibtreu) auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Gerade eben ist seine neue Show “Hol`dir das Superbaby!” beim Sender TTS angelaufen und hat in kürzester Zeit Quotenrekorde erreicht. Zusammen mit seiner ebenso oberflächlichen wie attraktiven Freundin Anna (Simone Hanselmann) bewohnt er eine schicke Penthouse-Wohnung, lässt sich von seinen Untergebenen feiern während er sie mit Füßen tritt. Aber die Niveaulosigkeit seiner eigenen Sendungen lässt ihn mehr und mehr selbst erschauern. Und die Gesellschaft der oberflächlichen Medienbranche macht ihm immer mehr zu schaffen. Um sich lebendig zu fühlen, dröhnt er sich mit Koks zu oder verschafft sich bei einer Kamikaze-Fahrt mit seinem Jaguar das nötige Adrenalin. Aber im Innern fühlt er sich schon lange hohl und einsam.
Als er eines Tages völlig zugedröhnt in sein Auto steigt, um zu einem Treffen mit seinem Kollegen Maiwald (Gregor Bloéb) zu fahren, rast ihm plötzlich ein anderes Auto in die Seite. Rainer ist dem Tode nah. Im Krankenwagen hat er eine Vision: Er wird persönlich von den verblödeten Zuschauern für das niveaulose Fernsehen verantwortlich gemacht; zur Strafe entscheidet eine Game-Show über…
Kritik an der deutschen Fernsehlandschaft und dem Quotensystem mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle
Der TV-Produzent Rainer (Moritz Bleibtreu) ist ein Zampano des “Unterschichtenfernsehens”: Unaufhörlich koksend, entwickelt er Shows der stumpfesten Sorte.
Dann wird er von einem jungen Mädchen angefahren, frontal und mit voller Absicht. Pegah will sich für den Tod eines geliebten Menschen rächen, und Rainer begreift, dass er für Einschaltquoten über Leichen gegangen ist. Ein paar Alpträume später beschließt er, sein Leben zu ändern und macht sich auf einen Guerilla-Feldzug gegen die quotenbesessene Unterhaltungsindustrie.
Vollständige Handlung
Beruflich steht Rainer (Moritz Bleibtreu) auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Gerade eben ist seine neue Show “Hol`dir das Superbaby!” beim Sender TTS angelaufen und hat in kürzester Zeit Quotenrekorde erreicht. Zusammen mit seiner ebenso oberflächlichen wie attraktiven Freundin Anna (Simone Hanselmann) bewohnt er eine schicke Penthouse-Wohnung, lässt sich von seinen Untergebenen feiern während er sie mit Füßen tritt. Aber die Niveaulosigkeit seiner eigenen Sendungen lässt ihn mehr und mehr selbst erschauern. Und die Gesellschaft der oberflächlichen Medienbranche macht ihm immer mehr zu schaffen. Um sich lebendig zu fühlen, dröhnt er sich mit Koks zu oder verschafft sich bei einer Kamikaze-Fahrt mit seinem Jaguar das nötige Adrenalin. Aber im Innern fühlt er sich schon lange hohl und einsam.
Als er eines Tages völlig zugedröhnt in sein Auto steigt, um zu einem Treffen mit seinem Kollegen Maiwald (Gregor Bloéb) zu fahren, rast ihm plötzlich ein anderes Auto in die Seite. Rainer ist dem Tode nah. Im Krankenwagen hat er eine Vision: Er wird persönlich von den verblödeten Zuschauern für das niveaulose Fernsehen verantwortlich gemacht; zur Strafe entscheidet eine Game-Show über sein Leben.Als er im Krankenhaus aufwacht, ist er das erste Mal seit langer Zeit nüchtern und streift ziellos durch die weissen Gänge. In einem Zimmer stößt er auf Pegah (Elsa Sophie Gambard). Er kennt die Frau nicht, die ihn umbringen wollte. Dennoch existiert seit dem Unfall eine seltsame Verbindung zwischen den beiden. “Du kannst mich unmöglich mehr hassen, als ich mich selbst.” gesteht er ihr. Als er am nächsten Tag ihr Zimmer betritt, ist Pegah bereits entlassen. Rainer findet nur noch einen Zeitungsartikel über den Selbstmord von Pegahs Großvater, der aufgrund einer umstrittenen Medienkampagne von Rainer als Schwimmtrainer unter Dopingverdacht geraten war.
Zurück im Berufsleben ist Rainer wie ausgewechselt. Er möchte anspruchsvolles Fernsehen machen und die Leute informieren. Aber seine erste Talkshow wird eine Quotenkatastrophe. Sie wird abgesetzt. Rainer ist erbost über die Fernsehpolitik seines Senders. Er kündigt.
Er kann nicht glauben, dass die Zuschauer tatsächlich nach schlechtem Fernsehen verlangen. Aber die Quoten sagen etwas anderes. Wer aber macht die Quoten? Schnell hat Rainer herausgefunden, dass das System Fehler hat: Nur 5000 Quotenboxen sollen das Fernsehverhalten der ganzen Republik wiederspiegeln. Und während Rainer noch überlegt, wie er das System mit seinen eigenen Waffen schlagen kann, steht Pegah bei ihm in der Tür.
Gemeinsam sinnen die beiden auf einen Plan. Sie müssen irgendwie an die Boxen herankommen. Aber das ist nicht so einfach. Kurzerhand stehlen sie eine der Boxen bei der Firma, die die Quoten ermittelt. Aber die Flucht verläuft nicht nach Plan. Und bevor sie sich versehen, haben sie den Wachmann Phillip (Milan Peschel) im Gepäck. Zum Glück entpuppt sich dieser als leidenschaftlicher Verschwörungstheoretiker und steigt bei der Kampagne mit ein. Zufälligerweise hat er auch bereits eine Liste aller Haushalte mit Quotenbox.
Es kann also losgehen. In einer verlassenen Pension quartieren sich die drei ein und rekrutieren kurzerhand vor dem Arbeitsamt Gopal, Karl-Heinz, Bernd, Harry und Sebastian, die in den Haushalten die Boxen austauschen sollen. Zunächst läuft alles wie geplant. Aber schon bald kommt es zu Pannen bei den Austausch-Aktionen. Denn die Undercover-Fernmeldetechniker haben keinerlei Erfahrung auf ihrem angeblichen Fachgebiet.
Als Bernd (Tom Jahn) betrunken in eine Bushaltestelle rast, wird er von der Polizei festgenommen. Nur gegen eine hohe Kaution will ihn die Polizei freilassen. Denn Bernd ist vorbestraft. Rainer bleibt hart. Er sieht nicht ein, wieso er und “sein Projekt” für die Fehltritte seiner verantwortungslosen Angestellten geradestehen soll. Es kommt zum Zerwürfnis in der Gruppe. Gopal, Karl-Heinz, Sebastian und Harry werfen das Handtuch. Als auch Pegah aussteigen will, fasst sich Rainer ein Herz und bezahlt die Kaution für Bernd. Die Gruppe ist wieder vereint. Und obwohl damit das letzte Geld ausgegeben ist, wird von nun an noch emsiger gearbeitet. Bernd hat dann auch prompt die rettende Idee, die Quoten per Rufumleitung zu manipulieren. Und bald schon ist die Gruppe bei 500 “Befreiten Haushalten” angekommen. Nach einiger Zeit sind auch schon erste Erfolge beim Fernsehprogramm zu verbuchen. Und dann geht alles wie von selbst: Innerhalb kürzester Zeit ist das Fernsehprogramm völlig umgekrempelt. Da lösen Fassbinder-Reihen nieveaulose Casting-Shows ab; anspruchsvolle Reportagen und Dokumentationen verdrängen dümmliche Mittags-Talkshows aus ihren Sendezeiten. Das Publikum ist begeistert. In Deutschland hält der kulturelle Frühling Einmarsch. Und die Gruppe gratuliert sich selbst zu ihrer Leistung.
Aber es dauert nicht lange bis Maiwald, der die Quotenstürze bei TTS bedrohlich am eigenen Leib zu spüren bekommt, Verdacht schöpft. Er kommt Rainers Aktion auf die Schliche und will ihn unter Druck setzen. Eine Million bietet er Rainer, wenn er TTS wieder in den Quotenhimmel hebt. Ansonsten droht er mit Polizei. Aber die Gruppe will sich nicht erpressen lassen. Obwohl sie befürchten, ohne ihre Manipulationen würden die Quoten bald schon wieder alte Zahlen schreiben, brechen die acht Aktivisten kurzerhand ihre Zelte ab und streben neue Aktionen an.
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Cast & Crew
- Genre
- Anarchokomödie, Mediensatire, Drama
- Zeit
- 2000er Jahre
- Ort
- Berlin, Berlin-West, Deutschland, Großstadt, Ostdeutschland
- Handlung
- Adrenalin, Alkohol, Alkoholiker, Alkoholismus, Amoklauf, Anonyme Alkoholiker, Arbeitsamt, Attentat, Autounfall, Bushaltestelle, Doping, Drogenmissbrauch, Eigenbrötler, Einsamkeit, Erpressung, Fernsehen, Fernsehmoderator, Fernsehquote, Fernsehsender , Fernsehserie, Fernsehshow, Fernsehstar, Festnahme, Freundschaft, Großvater-Enkeltochter-Beziehung, Gruppe, Jaguar, Kaution, Kokain, Konsum, Krankenhaus, Landhaus, Landleben, Loyalität, Mechaniker, Medienmanipulation, Medientycoon, Polizist, Prekariat, Quote, Reality TV , Revolution, Schuldgefühl, Schwimmbad, Schwimmen, Selbsterkenntnis, Solidarität, Sportwagen, Stadtpark, Suizid, Talkshow, Verlieben, Verschwörung, Wächter
- Stimmung
- Gutgelaunt, Witzig
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Kritiken (13) — Film: Free Rainer - Dein Fernseher lügt
Xander8112: Xanders Blog
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Moralisch sind Rainers Methoden also mehr als fraglich, werden aber nicht hinterfragt. Dass sie Erfolg haben, lässt den Film sehr naiv wirken, was dann aber zu den Entwicklungen der einzelnen Charaktere passt. Als Drama zu lustig und unrealistisch, als Komödie oder Satire nicht lustig genug und sich selbst zu ernst nehmend. Die Geschichte wird auf der einen Seite überspitzt dargestellt, nimmt das alles auf der anderen Seite aber auch für bare Münze. Womit wir wieder zur Erwartungshaltung kommen: Wer das ganze nicht wirklich ernst nimmt ist von dem Film aus anderen Gründen enttäuscht als derjenige, der tatsächlich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema erwartet. Alles wird angeschnitten, nichts durchgezogen. “Free Rainer” hat sich mehr vorgenommen, als er einhalten kann. Sehr gut, dass sich ein Film diesem Thema überhaupt annimmt, das Ergebnis enttäuscht aber leider. Wobei ich jedoch gerne mehr von Elsa Sophie Gambard sehen würde.
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Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschen[...] „Free Rainer“ ist eine Idee, die die Welt gebraucht hat. Die offensichtlich verkommene Fernsehlandschaft von heute wird schön derbe und oft urkomisch durch den Kakao gezogen. Darin ist ein nicht zu unterschätzender Weckruf für das Land enthalten. Aus verschiedenen Gründen wird die Weltverbesserung, wie sie im Film dargeboten wird, jedoch nur ein Traum bleiben. Die schrille Medienkritik zu Beginn des Films ist plakativ, darf das aber auch gerne sein. Nur der Sinneswandel der Hauptfigur und die folgende Dramaturgie nach Schema F lassen die Geschichte immer naiver wirken. So geht der starken Idee leider etwas die Puste aus, bis hin zum eher uninspirierten Ende. [...]
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S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte
Kommentar löschenHans Weingartner seinerseits hat für diesen Film so viele schöne Ideen gehabt, dass man beim Zuschauen immer wieder ganz leise vor sich hin juchzt, weil man da wirklich Sachen sieht, auf die noch niemand vorher gekommen ist. Gut, "Free Rainer" läuft nicht so rund wie vor vier Jahren das makellose "Die fetten Jahre sind vorbei". Ab und an holpert die Geschichte schon ganz schön, und arg lang ist sie auch. Aber das tut, ganz ehrlich, dem Vergnügen keinen Abbruch.
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Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...
Kommentar löschenDem Establishment ans Bein pinkeln kann er ja ganz prima. "Die fetten Jahre sind vorbei" hat Hans Weingartner 2004 kapitalismuskritisch proklamiert. Jetzt träumt der Weltverbesserer unter den deutschen Regisseuren vom mündigen Konsumenten, von der aufgeklärten Unterschicht. Deren Trash-TV im Stile der Samenrennen-Show "Hol dir das Super-Baby" wird von Zampanos wie Rainer (Moritz Bleibtreu) produziert. Warum? Weil die Leute einschalten. Ein Zusammenstoß mit Pegah (Elsa Sophie Gambard) reißt den Dauerkokser aus dem Quotenwahn.
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschenHans Weingärtners erfolgreichster Film “Die fetten Jahre sind vorbei” ist durch Fernsehgelder mitfinanziert worden, was nach Meinung des Regisseurs dem Film nicht gut getan hat, sondern zu schlimmen Kompromissen und zuviel Mainstreamigkeit geführt hat. Seinen nächsten Film “Free Rainer” hat er daher ganz bewußt ohne Unterstützung von TV-Sendern produziert. Was passiert, wenn Weingärtner freie Hand hat, spricht nicht gerade für den österreichischen Regisseur. Während die linksideologische Attitüde, die “Die fetten Jahre sind vorbei” durchdrang, durch die guten Schauspieler und eine stimmige Dramaturgie noch halbwegs erträglich war, ist Weingärtners neues Werk nur noch pädagogisch-unlustiges Besserwisser-Kino mit erhobenem Zeigefinger.
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m. wagenhäuser: Familieneinladungen.de
Kommentar löschenKritik am Fernseh-Konsumverhalten ist eine tolle Sache und auch das Aufzeigen des »moralischen Verfalls« und der zunehmenden Niveaulosigkeit des Fernsehens ist sicherlich angebracht. Aber bitte nicht auf diese Weise, Herr Weingartner.
Denn die gleiche Niveaulosigkeit, die Sie dem Fernsehen vorwerfen, unterstellen Sie uns, ...
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CineKie: CineKie.de
Kommentar löschen[...] Kennt ihr jemanden, der eine Quotenbox bei sich stehen hat? Nein? Ich auch nicht. Verwunderlich ist das nicht, immerhin gibt es davon in Deutschland nur 5.500 Stück. Diese 5.500 Quotenboxen messen das Sehverhalten von ca. 13.000 Menschen. Und diese 13.000 Menschen entscheiden anhand von Hochrechnungen, was 80 Millionen Deutsche täglich zu sehen bekommen. Klingt abstrus? Ist aber so.
Genau dieses System kritisiert, wenn auch nicht ohne Fehler, Regisseur Hans Weingartner („Die fetten Jahre sind vorbei“) in seinem aktuellen Kinofilm. Und das mit Hilfe einer durchaus interessanten Geschichte. Doch nicht nur das TV-System, auch wir Zuschauer bekommen unser Fett weg. [...]
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenDie Idee zur Quotenrevolution kommt von oben, von Rainer, doch um die IMA-Boxen in den Wohnzimmern auszutauschen, braucht er Handlanger, und er rekrutiert sie aus dem Heer der Langzeitarbeitslosen. Das ist der Moment in "Free Rainer", in dem der Film ins Schleudern gerät, weil das theoretische Gebäude mit den Erfordernissen eines Unterhaltungsprodukts kollidiert, das Weingartner trotz allem abliefern möchte. Die Theorie verlangt, dass der Revolutionär von oben scheitert und erst weiterkommt, wenn auch die Basis hinter dem Projekt steht. In der Filmpraxis führt das zu unglaubwürdigen Figuren und unnötigen Nebenhandlungen, und der subversive Furor der ersten Hälfte wird immer mehr verläppert.
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plomlompom: Filmblogs
Kommentar löschenHans Weingartner hat [...] das naiv-absurde Weltverbessererguerillakino als Erfolgsmasche entdeckt. Er setzt sie jetzt zielstrebig in Free Rainer fort. Und zwar mit einer Variante von Medien- und Kapitalismuskritik, die die analytische Schärfe einer Bierstammtischmotzerei und das reaktionäre Potential des Hassbegriffes “Volksverdummung” (als Feindbeschreibung des kommerziellen Quotenfernsehens) mit der (sowieso schon tausendmal vereinnahmten) Hipness der Medienguerilla zu einem zielgruppenattraktiven Cocktail vermengt. Die Spitzen, die dabei gegen den Medienbetrieb rauskommen, erreichen noch kaum das kritische Niveau von deutschen Neunziger-Jahre-Medienkomödchen wie Kein Pardon oder Late Show. Diskursiv ist Free Rainer aber auch so absurd, dass er mit Blödelei und übertriebenen Figurenkarikaturen zuweilen in puncto Unterhaltsamkeit zu überzeugen weiß, ganz unabhängig davon, welcher ideologischen Zielgeraden auch immer das Dargestellte gerade folgen mag.
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenLegte Regisseur Hans Weingartner beim „Weißen Rauschen“ noch Wert auf das visuelle Experiment und kreierte er danach in „Die fetten Jahre sind vorbei“ eine fein ausbalancierte Synthese aus politischem Protest und starker Story, so schlägt in „Free Rainer“ das Pendel in die andere Richtung aus: Die gesellschaftskritische Botschaft wird über die filmische Dramaturgie gestellt, das Medium verschwindet hinter der Message, der Film wird zum Megafon, aus dem lauthals Agit-Parolen skandiert werden. Die Kritik an der Verblödungsmaschine Privatfernsehen klingt zwar von ihrer Grundidee her sehr schön, gerät jedoch ähnlich platt und plakativ wie das Trash-TV daselbst. Zumal der Film auch dramaturgisch wenig zu bieten hat: Zu sehr auf dem Faktor Zufall basierend wird die dünne Geschichte vorangetrieben, um abschweifende Exkurse erweitert und so unnötig auf viel zu lange 138 Minuten gestreckt.
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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenDer Film ist allerdings Satire, Utopie und wütendes Sozialdrama in einem - und hat sich damit ein bisschen zu viel vorgenommen. [...] Manchmal fragt man sich auch, ob Weingartner überhaupt noch was merkt. Dass er sich selbst kopiert, beispielsweise. Ganze Szenen hat er, mit anderem Personal, in "Die fetten Jahre sind vorbei", schon einmal gedreht, und zwar besser.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenDer Stoff hätte das Zeug zu einer großen Mediensatire - auch wenn der unglücklich gewählte Filmtitel erst mal unweigerlich an einen Kinderfilm mit Waltränen denken lässt. [...] Ein selbstironischer Gag, der zum arroganten Eigentor missrät: Seht her, ich mach intelligente Filme.
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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
Kommentar löschen"Free Rainer" begeistert, weil er die Realität des Medienalltags, etwa die Arbeit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), im Film als "IMA" persifliert, fast dokumentarisch darstellt. Weingartner beweist sich aber auch wieder einmal als hoffnungsloser politischer Romantiker. Gerade diese utopische Energie ist es aber, die den Film über so manche dramaturgische Schwäche hinweg trägt...
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Kommentare (81) — Film: Free Rainer - Dein Fernseher lügt
Frank Booth Fri, 24 May 2013 23:35:51 -0000
Kommentar löschen»Free Rainer - Dein Fernseher lügt« verdient Aufmerksamkeit. Cineastisch gesehen mag der Streifen seine äußerst ausufernden Ecken und Kanten haben, jedoch sitzt die Message »Du kannst etwas bewirken - selbst mit einer popeligen Payback-Karte« derart, dass man sich zurecht die Freiheit nehmen darf, auf 10 Punkte hoch zu manipulieren.
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RalfAlfa Sat, 25 May 2013 10:26:51 -0000
Antwort löschenWie muss man sich "seine äußerst ausufernde [cineastischen] Ecken und Kanten" vorstellen? Können Sie das spezifizieren? Gibt es dazu ein imaginäres Äquivalent? Das habe ich nicht ganz verstanden.
JoeKramer Fri, 05 Apr 2013 20:06:23 -0000
Kommentar löschenFängt stark an. Story hat auch was. Aber ganz ehrlich, nach 45 Minuten braucht man nicht mehr weiter schauen.
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bootsmann13 Mon, 18 Mar 2013 10:02:51 -0000
Kommentar löschenIch habe mir jetzt einige andere Kritiken hier durchgelesen und muss sagen, dass in fast allen ein Stück Wahrheit enthalten ist.
Aber: Natürlich ist der Film, die Story und die Figuren teils maßlos überzogen und klischeehaft dargestellt. Nur habe ich lange genug in der TV-Branche gearbeitet, um genau diese Typen kennengelernt oder zumindest getroffen zu haben. Auch diese "Boxen-Verarsche" mit allem, was da so dranhängt, geht mir seit Jahren auf den Keks. Insofern ist das gar nicht so weit weg von dem, was da hinter den Kulissen abgeht. Und: Muss (oder wenigstens: kann) man diese Thematik, diese Art von Film nicht genau so überzogen darstellen?
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Brentano Fri, 28 Sep 2012 09:28:19 -0000
Kommentar löschenHey: in einem "Land", das eine fatale "Nation" markiert, in dem man daher das Erbe der raren, begnadeten Filmemacher unbedingt achten und ehren sollte, schon eine gnadenlose "Schote", diesen Film: "Free Rainer" zu be-nennen, ??
(das sollte wahrscheinlich würzig/witzig sein und mit den unbeholfenen Anspielungen zu "Koks und Drogenkonsum" ebenso? ah wie lustig, dabei nehmen die doch selber das Zeug,..auch Sauberbeutel wie "Friede-mann" etc.)
Denn sogar hier auf "moviepilot", wird dieser Film bei Eingabe von von "Rainer" mit Fassbinders Namen im Suchprofil verlinkt, das ist nicht nur traurig und taktlos (die Namensgebung), sondern eminent unter aller Kanone und spricht für höchste "Sensibilität", erstaunlichen Einfallsreichtum und permanent ausgereizte "Geldsucht" der entsprechende "Film-(sch)-raffenden", nun ja, mies gelaufen,.. auch das,..
Das "ge-täutschte Kino" liegt in der inter- und kulturellen Rangliste damit inzwischen so weit abgeschlagen, noch hinter den Amatueur-Ananas Filmern von Süd-Süd Alaska, .. grandios!
Aber man bedenke nur kurz, welche höchst kuriosen "Weltmeister Titel" in dieser so "Kultur fördernden und förderlichen "NATION" wichtiger genommen werden und staune,..? (noch?)
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julius.hibert Sun, 15 Jul 2012 11:46:42 -0000
Kommentar löschenDer Film tut richtig weh.
Aber einen Pluspunkt habe ich:
Am ende kommt Stanislaw Lem im Fernsehen.
Ansonsten macht der Film alles falsch, was man mit Medienkritik falsch machen kann.
Alleine die "Botschaft" am Ende, das quasi nur "alte" Filme gut sind, ist bescheuert.
Ach der ganze Film... völlig bescheuert!
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julius.hibert Sun, 15 Jul 2012 11:48:19 -0000
Antwort löschenUnd dann dieses bedeutungs- schwangere Gehabe mit "Brave new World"..... würg.
moviee Sat, 23 Jun 2012 18:40:28 -0000
Kommentar löschenFürchterlich naive Möchtegern-Medienkritik, die zu zeigen versucht wie verblödet die heutige Gesellschaft ist, die globale Verblödung in fast zweieinhalb Stunden aber nur weiter fördert. Moralapostel Rainer wandelt sich vom koksenden, asozialen Saulus in wenigen Stunden zum hilfsbereiten, ja so gutmütigen Paulus und befreit die Menschen durch Manipulation von Medien vor der totalen Gehirnerweichung. Zum miesen Drehbuch gesellen sich überforderte Darsteller, abgrundtiefe Logiklöcher und zu allem Überfluss Zitate aus Hitlers 'Mein Kampf'. Unglaublich befremdlich-naive, moralinsaure Weltverbesserungsfarce.
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julius.hibert Sun, 15 Jul 2012 11:41:59 -0000
Antwort löschenmeine rede!
Markbln Mon, 23 Jul 2012 18:49:39 -0000
Antwort löschenmeine auch.
Chribu73 Fri, 08 Jun 2012 21:42:47 -0000
Kommentar löschenIch muss gestehen das ich bei der Bewertung extrem davon beinflusst wurde das viele Fragen die ich mir selbst schon stellte, im Film vorkamen.
"Hast du eine Quotenbox? Kennst du jemanden der eine zuhause hat? Kennst du jemand der jemand kennt der eine zuhause hat?"
Tatsächlich waren diese Fragen schon oft in den letzten Jahren Teil von Diskussionen.
Weder im I-Net noch im allerweitesten Bekanntenkreis ist mir je einer untergekommen der eine dieser Fragen mit ja beantworten konnte.
Die Grundfrage wie Fernsehprogramm durch dubios ermittelte Quoten beinflusst wird, wird auch im Film gestellt, was ihn für mich eben sehr spannend machte.
Leider ist die Umsetzung im Film an Naivität kaum zu überbieten.
Extrem schwankende Schauspielerische Leistungen und überzeichnete, unglaubwürdige Charaktere sorgen leider dafür das es nicht mehr als ein nettes Filmchen bleibt.
Aufgrund der Thematik fühlte ich mich dennoch bis zum Ende recht gut Unterhalten :)
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demien.bartok Fri, 25 May 2012 18:46:13 -0000
Kommentar löschenDie Ansätze sind ganz gut, dass aber die Gesellschaft in Massen Bücher liest, wenn das Fernsehen es "befielt", ist albern. Überhaupt: als wäre Lesen automatisch ein Indikator für Klugheit und Intelligenz. - Ein typisch deutscher Weltverbesserungsromantikkitsch. Immer wenn er besonders rührend rebellisch/moralisch wird, stößt es mir irgendwie übel auf. - Zumindest ein Film, der junge Leute etwas anregen kann mit seinem fast schon satirischen Optimismus.
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wernik Sun, 15 Apr 2012 14:02:43 -0000
Kommentar löschenDie Botschaft des Films mag ja noch so löblich sein, wenn allerdings von Anfang an der moralische Zeigefinger mitschwingt und keinerlei Nuancen zwischen Schwarz und Weiß zugelassen werden, dann geht der Schuss schon mal nach hinten los. Wenn sich „Free Rainer“ zumindest qualitativ deutlich vom „bösen“ Trash-Fernsehen, welches angeprangert wird, abheben würde, könnte man darüber hinweg sehen, doch was sich hier abspielt, ist höchstens in seinen besten Momenten als akzeptabel, weitgehend jedoch als grauenvoll und unfreiwillig komisch zu bezeichnen. Der ohnehin vorhersehbare Plot wird in großen Sprüngen vorangetrieben, und die unglaubwürdigen und klischeehaften Charaktere liefern durch die Bank plumpe und hölzerne Dialoge ab.
SPOILER: Die Wandlung Rainers vom großkotzigen Produzenten zum TV-Moralapostel kann schlichtweg als lächerlich bezeichnet werden, jene von Pekah vom Racheengel zur engsten Verbündeten geschieht auf nicht minder wundersame Weise. Ihre Aufgabe scheint ohnehin darin zu bestehen, den ganzen Film hindurch süß auszusehen (es versteht sich von selbst, dass die beiden sich irgendwann auch auf andere Weise etwas näher kommen). Insider und Verschwörungstheoretiker Philip wechselt nicht minder schnell die Seite, im Team blüht der angebliche Soziophobiker förmlich auf. Die zusammengewürfelte Truppe von Arbeitslosen, standesgemäß von Alkoholiker, Knastbruder, Ausländer usw. vertreten, ist sogar dermaßen vom Kampf gegen das Trash-TV überzeugt, dass sie unentgeldlich weitermacht, sobald die Kohle knapp wird. Erwartungsgemäß läuft nicht alles reibungslos ab, wobei Erfolge (stets gefeiert in nervigen Jubelszenen, Schlachtgesänge und Partylaune inklusive) und Misserfolge (bedröppelte Gesichter, kollektive Trauermiene) sich hübsch abwechseln, bis schließlich das abrupte Finale endlich Erlösung bringt.
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FlabFabian Thu, 29 Mar 2012 13:52:35 -0000
Kommentar löschenhat eigentlich gut angefangen (für nen deutschen film), aber dann wurde die handlung schlagartig total sinnfrei und die dialoge teilweise richtig peinlich. aus der guten idee des films hätte man echt mehr machen können
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torsam Thu, 22 Mar 2012 18:25:06 -0000
Kommentar löschenAm Anfang war ich ganz guter Dinge, weil Free Rainer sehr gut aufgemacht ist und ich auf deutsche Filme stehe. Die Handlung ist allerdings an allen Ecken sowas von unrealistisch überzogen und gespickt mit dämlichen Zufällen. Zum Beispiel ändert der TV-Produzent Rainer (die Hauptfigur) seine komplette Lebenseinstellung SOFORT nachdem er von seiner Mitschuld an einem Selbstmord erfährt. Von da an labert er die ganze Zeit nur Gülle, die sich anhört, als hätte ein 16-jähriger Punk sie geschrieben. Wie schlimm doch das böse Fernsehen ist, wie es die armen kleinen Leute verblödet und und und. Auch die Mitstreiter der Hauptfigur geben den selben Mist von sich. Und alle TV-Produzenten werden als koksende Schickimickies dargestellt.
Kurzum: Ein für mich unerträglicher Film, der viel zu platt versucht, dem Zuschauer eine bestimmte Meinung aufzudrücken. Das macht das Gezeigte dann auch nicht besser als die hiervon kritisierten TV-Formate.
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JaywalkerHB Thu, 02 Feb 2012 19:14:50 -0000
Kommentar löschenGut gemeinte Medienkritik. Leider recht platt geraten das Ganze.
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SalocinRocknRolla Mon, 30 Jan 2012 11:48:51 -0000
Kommentar löschenIch liebe die Idee dieses Filmes. Neben "Die fetten Jahre sind vorbei" mein Lieblingsfilm von Hans Weingartner. Auch Moritz Bleibtreu ist in der Titelrolle des Rainer sehr überzeugend. Zudem ein großartiger Milan Peschel, ein überzeugender Gregor Bloéb als machtgeiler Fernsehproduzent und ein gelungenes Comeback, nach ihrer Ausbildung außerhalbd er Filmbranche, für Elsa Sophie Gambard in der Rolle der Pegah. Einziges Manko ist dass die Rollen meist sehr überzogen dargestellt rüberkommen. (Allen Voran die Rolle des Rainer)
Überhaupt hat Weingartner mit diesen Film vieles überzogen und versucht die Idee des Films mit aller Macht an den Zuschauer zu bringen, manchmal hätte ein Wink mit dem Zaunpfahl mehr genützt als gleich der Schlag mit eben diesen. Anscheinend glaubt Weingartner dass viele der Zuschauer bereits so verblödet sind, dass sie den Film sonst nicht verstehen würden. Wäre das nicht der Fall würde er von mir die volle Punktzahl bekommen.
Wichtig ist für mich die Idee und die schauspielerische Leistung. Auch wenn der Film manchmal recht langatmig ist. Aber bei den Trash-Tv der Privaten (allen Voran RTL) sollte dieser Film bald einmal Wirklichkeit werden.
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alstal Wed, 25 Jan 2012 15:45:27 -0000
Kommentar löschenganz guter film mit hervorragender message (habe keinen fernseher;)), deswegen die gute bewertung
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HelloItsMe Wed, 04 Jan 2012 20:53:11 -0000
Kommentar löschen„Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ soll einen gesellschafts- und medienkritischen Film darstellen, der auf die Manipulation in Deutschland durch das Fernsehen eingeht und der dem Charakter eines aufklärerischen Neuzeit-Werkes nacheifert, der seinem Zuschauer verdeutlichen will, inwieweit Fernsehen in alle Spartes des gesellschaftlichen Alltagslebens einwirkt.
Die Konzeptidee des Filmes ist nicht neu, aber dennoch Neuland, denn mir fällt kein anderer Film außer "Muxmäuschenstill" ein, der in etwa in diese Richtung tendiert. Das Konzept ist zwar nicht neu, dennoch hochaktuell - wenn ich mal an RTL, VOX und Konsorten denke, die ihren Zuschauern eine falsche Realität rauf und runterspielen, Tag für Tag - und bietet Raum für eine spannungsreiche, interessante, fesselnde und zum Nach- bzw. Umdenken reizende/auffordernde Umsetzung.
Für meinen Geschmack sind die Charaktere in diesem Film zu facettenlos und teilweise doch recht unglaubwürdig. Insbesondere der Wandel von Phillip, den der Zuschauer als menschenscheuen Soziophob kennenlernt, der aber urplötzlich zu einem kooperativen Teammitglied aufwächst. Das scheint mir doch relativ unrealistisch. Auch Rainer - gespielt von Moritz Bleibtreu - durchlebt einen für mich doch sehr unnachvollziehbaren Wandel in seinem Charakter: erst ein drogenabhängiger Choleriker, der für einen großen TV-Sender arbeitet und mit belanglosen Sendungseinfällen 80 Millionen Deutsche ins geistige Nirgendswo transportiert, dann aber ein einfühlsamer, plötzlich vertrauenswürdiger Teamführer. Auch Pegah - Rainers Komplizin, deren Beziehung zu einer Scheinromanze heranwächst - durchlegt eine für meinen Geschmack zu große Wandlung bezogen auf ihre Ab- und Ansichten.
Gerade wegen dieser lückenhaften Charakterprägnanz der Hauptcharaktere hält die Anfangsstimmung, die ich für äußerst angenehm und spannend empfand, leider nicht durch. Aus dem aufbrausenden, hektischen und spannungsreichem Plot wird ein Film, der seine Botschaft zwischenzeitlich vollkommen verliert und alles wächst irgendwie zu einer Pseudomoral heran, die eine Gruppe von Menschen dazu bewegt durch Quotenmanipulation, ein psychisch und geistig stabileres und intellektuelleres Deutschland heraufzuzwingen, indem Fernsehsendungen mit nährreichem Wissensgehalt manipulativ höhere Quoten zugerechnet werden und sich daher die ganze Fernsehlandschaft von "Assi-TV" ins intellektuell höhere wandelt.
Der Film verliert jedoch an Drastik und seine Thematik verliert etwas an Glaubwürdigkeit.
Deshalb: ein schon gelungener Film, dessen Idee aber bei Weitem nicht ausgeschöpft ist.
Empfehlenswert, und sehenswert ist der Film jedoch allemal!
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loveissuicide Sat, 03 Dec 2011 21:35:29 -0000
Kommentar löschenGute Satire mit sehr intelligenter Basis. Das Thema Reality-Soap ist ja ein ganz aktuelles, da kommt keiner dran vorbei. Leider ist der Film aber doch ein wenig märchenhaft, da er diese Gier der Gesellschaft nach solchen Formaten nur dem Fernsehen in die Schuhe schiebt und dem Publikum fast gar keine Mitschuld daran gibt. Aber alles in allem recht nett.
P.S.: geht es nur mir so, aber mich erinnert Elsa Schulz Gambard in fast jeder Szene an Natalie Portman....
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schwedenretter Wed, 30 Nov 2011 17:54:27 -0000
Kommentar löschenklasse idee. leider irgendwie vermurkst, teils unglaubwürdige Charaktere
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Greeble Sat, 26 Nov 2011 10:50:27 -0000
Kommentar löschenEine super Botschaft. Leider in vielen Punkten nicht gut genug umgesetzt. Man hätte mehr aus dem Film reitzen können und die weibliche Hauptfigur aussetzen sollen. Trotzdem, die Botschaft ist hier für mich das wichtigste.
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herrbenson Thu, 27 Oct 2011 08:38:54 -0000
Kommentar löschenGuter, medienkritischer Film, mit einem wunderbar besetzten Moritz Bleibtreu.
"Free Rainer" reiht sich von Stil und Aufmachung perfekt neben "Die fetten Jahre sind vorbei" ein, einem weiteren (konsum)kritischen Film.
Etwas verbesserungswürdig, wenn auch schwierig umsetzbar in 120min, ist der doch sehr utopische Lösungsansatz der Geschichte und die teils oberflächliche Darstellung.
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pufaxx Sun, 23 Oct 2011 13:14:21 -0000
Kommentar löschenFür eine echte Kritik zu einseitig, für eine Komödie nicht lustig genug. Will man den Film wirklich ernst nehmen, versagt er total. Betrachtet man ihn wie ein modernes Märchen, ist er echt unterhaltsam.
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