[...]Für „The Vow“ ließ sich das Autoren-Duo Abby Kohn und Marc Silverstein gemeinsam mit Regisseur Michael Sucsy von der wahren Geschichte des Paares Kim und Krickitt Carpenter inspirieren, die genau wie Leo und Paige durch den Umstand eines Autounfalls und eines Hirntraumas voneinander gerissen wurden und durch ihren Glauben an Jesus Christus und die vor Gott abgelegten Ehegelübte zueinander zurück fanden. Gut und schön, trotzdem besser, dass der Film das SO nicht herausposaunt, Liebesschmalz UND Glaubenspropaganda wäre dann wohl doch ein bißchen zu viel gewesen. Mit Channing Tatum und Rachel McAdams geht’s ganz irdisch zu, nicht mal von Schicksal ist da groß die Rede, sondern von besonderen Augenblicken, die in ihrer Summe einen Menschen ausmachen und wie es sich auswirkt, wenn man sich an diese Momente nicht mehr erinnern kann. Wer ist man dann und wer sind die Menschen, die einem gerade noch nahe standen und deren Gesichter man nun nicht mehr kennt, wie kann sich die Liebe gegen das Vergessen durchsetzen? Und wie zur Hölle bringt Channing Tatum eine Frau dazu, sich ein zweites Mal in ihn zu verlieben?![...]
[...]In etwa um all dies geht es in „The Vow“, womit der rosarotgeblümte Teppich samt kleiner Beistelltischchen mit Schmalzgebäck natürlich bereit gestellt ist, um geraden Weges in duftende Bäder großer Gefühle, Gesten und Liebesschwüre zu führen. Allerdings: so richtig wagt sich der Film nicht auf dieses plüschige Geläuf und das erweist sich als Vor- und Nachteil zugleich. Als Vorteil, weil man auch als Romantikdiabetiker an „The Vow“ nicht den Zuckertod stirbt, als Nachteil, weil man während der gesamten Laufzeit mehr mit der Idee, mehr mit den theoretischen Fragen der Geschichte leidet, als mit den Figuren. Was für einen Liebesfilm kein kompletter Genickbruch sein muss, aber die Entfernung ein paar wichtiger Organe bedeutet. Rachel McAdams und ja, auch Mimikantipode Channing Tatum spielen sympathisch und wirken nicht wie Diktiergeräte, die einfach nur wiedergeben, was Drehbuchzeilen draufgesprochen haben, das sieht schon nach Liebenden aus und auch nach Schmerz und Verzweiflung, wenn trotz aller Mühen die Rädchen in Paiges Kopf nicht mehr ineinandergreifen wollen. Aber: statt eines leiseren, eindringlicheren Wehklagens verfällt McAdams meist in ein unangenehm-hochfrequentes, emotionszersplitterndes Gekiekse bis hin zur Kreisch- oder Heulattacke, während Tatums Gedächtniswiedererweckungsversuchen und dem „Kampf“ gegen Paiges Eltern und um ihre Identität die Argumente pro seiner selbst eigentlich zu fehlen scheinen, da immer wieder im selben Kreisverkehr steckend: »She should be with us.« »No, she should go with me.« Und so weiter…[...]
[...]Heraus kommt mit „The Vow“ letztlich eine Kitschbombe, die viel weniger klebrig und auch nicht so unumstößlich nach Zahlen gemalt ist, wie es Liebesfilme meist sind, dennoch bleiben die mitreißenden Gefühlsstürme aus; da gäbe es zig Momente, bei denen man sich eigentlich die Augen aus dem Kopf heulen müsste, wenn denn bei Tatum bloß sein verbaler Wandel zwischen Liebesschwüren und street credibility-Slang nicht so unpassend wäre, wenn McAdams mal nicht in diesen unangenehmen Pfeifkesselton verfallen würde und wenn es denn mal ein paar Gründe mehr geben würde, dieses Paar einander in die Arme zu wünschen, als nur den, dass das wohl halt so sein soll. Hätten ja nicht gleich Gott und sein Sohnemann sein müssen…[...]
ChristiansFoyer Mon, 02 Jul 2012 05:59:38 -0000
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[...]In etwa um all dies geht es in „The Vow“, womit der rosarotgeblümte Teppich samt kleiner Beistelltischchen mit Schmalzgebäck natürlich bereit gestellt ist, um geraden Weges in duftende Bäder großer Gefühle, Gesten und Liebesschwüre zu führen. Allerdings: so richtig wagt sich der Film nicht auf dieses plüschige Geläuf und das erweist sich als Vor- und Nachteil zugleich. Als Vorteil, weil man auch als Romantikdiabetiker an „The Vow“ nicht den Zuckertod stirbt, als Nachteil, weil man während der gesamten Laufzeit mehr mit der Idee, mehr mit den theoretischen Fragen der Geschichte leidet, als mit den Figuren. Was für einen Liebesfilm kein kompletter Genickbruch sein muss, aber die Entfernung ein paar wichtiger Organe bedeutet. Rachel McAdams und ja, auch Mimikantipode Channing Tatum spielen sympathisch und wirken nicht wie Diktiergeräte, die einfach nur wiedergeben, was Drehbuchzeilen draufgesprochen haben, das sieht schon nach Liebenden aus und auch nach Schmerz und Verzweiflung, wenn trotz aller Mühen die Rädchen in Paiges Kopf nicht mehr ineinandergreifen wollen. Aber: statt eines leiseren, eindringlicheren Wehklagens verfällt McAdams meist in ein unangenehm-hochfrequentes, emotionszersplitterndes Gekiekse bis hin zur Kreisch- oder Heulattacke, während Tatums Gedächtniswiedererweckungsversuchen und dem „Kampf“ gegen Paiges Eltern und um ihre Identität die Argumente pro seiner selbst eigentlich zu fehlen scheinen, da immer wieder im selben Kreisverkehr steckend: »She should be with us.« »No, she should go with me.« Und so weiter…[...]
[...]Heraus kommt mit „The Vow“ letztlich eine Kitschbombe, die viel weniger klebrig und auch nicht so unumstößlich nach Zahlen gemalt ist, wie es Liebesfilme meist sind, dennoch bleiben die mitreißenden Gefühlsstürme aus; da gäbe es zig Momente, bei denen man sich eigentlich die Augen aus dem Kopf heulen müsste, wenn denn bei Tatum bloß sein verbaler Wandel zwischen Liebesschwüren und street credibility-Slang nicht so unpassend wäre, wenn McAdams mal nicht in diesen unangenehmen Pfeifkesselton verfallen würde und wenn es denn mal ein paar Gründe mehr geben würde, dieses Paar einander in die Arme zu wünschen, als nur den, dass das wohl halt so sein soll. Hätten ja nicht gleich Gott und sein Sohnemann sein müssen…[...]
Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
jollyroger Mon, 02 Jul 2012 21:36:20 -0000
Antwort löschenWette verloren oder wie kommt's, das du den gesehen hast?
ChristiansFoyer Tue, 03 Jul 2012 03:25:42 -0000
Antwort löschenGanz freiwillig eine Rezensionsdisc angesehen ;)