Geh und Lebe
Va, Vis Et Deviens, IL, IT, BR, FR 2005
- Genre
- Sozialdrama, Schicksalsdrama, Flüchtlingsdrama, Familiendrama, Erwachsenwerden
- Inhalt
Eine Mutter trennt sich von ihrem neunjährigen Sohn, damit er überleben kann. Sie, eine äthiopische Christin, schickt ihn als jüdischen Jungen mit jüdischen Äthiopiern nach Israel. Dort muss er seine Wurzeln verleugnen und eine neue Identität… — Mehr
Eine Mutter trennt sich von ihrem neunjährigen Sohn, damit er überleben kann. Sie, eine äthiopische Christin, schickt ihn als jüdischen Jungen mit jüdischen Äthiopiern nach Israel. Dort muss er seine Wurzeln verleugnen und eine neue Identität annehmen, um in der neuen Umgebung sein zu dürfen. Ab jetzt wird er Salomon heissen, Schlomo genannt. In der fremden Umgebung ist er zunächst sehr allein. Eine weisse Familie adoptiert ihn und bemüht sich um sein Vertrauen. Schliesslich lässt er sich auf diese Menschen ein, sein Geheimnis behält er jedoch für sich. Er wächst auf mit der Angst, das Land verlassen zu müssen, wenn jemand erfährt, dass er kein Jude ist. Schlomo lernt leben und lieben. Doch die Last seines Geheimnisses begleitet ihn. Immer wieder schreibt er seiner Mutter. Der Tag rückt näher, an dem er sein Schweigen brechen muss, denn auch seine Freundin ahnt nicht, wer er wirklich ist.
- Cast
- Yaël Abecassis, Roschdy Zem, Moshe Agazai, Moshe Abebe, Sirak M. Sabahat, Roni Hadar, Yitzhak Edgar — Mehr
- Regisseure
- Radu Mihaileanu
- Autoren
- Alain-Michel Blanc, Radu Mihaileanu
- Laufzeit
- 149 Minuten
- Zeit
- 1984
- Ort
- Paris, Sudan, Tel Aviv, Äthiopien
- Handlung
- Adoption, Arzt, Außenseiter, Bar Mitzwa, Christ, Einsamkeit, Flüchtlingslager, Große Liebe, Hungersnot, Immigration, Jude, Medizin, Mentor, Militärdienst, Mutter-Sohn-Beziehung, Onkel, Rabbi, Rassismus, Selbstfindung, Selbstzweifel, Studium, Trauma, Vater-Sohn-Beziehung, Verlust der Mutter, Zionismus, Ärzte ohne Grenzen
- Stimmung
- Ernst, Geistreich, Spannend, Traurig, Witzig
Über diesen Film
In den 1980ern ließ die israelische Regierung etwa 10.000 jüdische Äthiopier nach Israel ausfliegen, da sich in der afrikanischen Region Hungersnöte und Bürgerkriege breitmachten und Israel die Notwendigkeit sah, den Bevölkerungsstand zu sta… — Mehr
In den 1980ern ließ die israelische Regierung etwa 10.000 jüdische Äthiopier nach Israel ausfliegen, da sich in der afrikanischen Region Hungersnöte und Bürgerkriege breitmachten und Israel die Notwendigkeit sah, den Bevölkerungsstand zu stabilisieren.
Handlung
Eine Mutter in einem Lager nahe der Grenze zum Sudan schickt im Zuge dieser Operation Moses ihren achtjährigen Sohn auf, um sich als Jude auszugeben und in Israel überleben zu dürfen. Der Kleine erhält von einer anderen Mutter, die gerade ihren eigenen Sohn verloren hatte, den Namen Salomon und geht mit ihr nach Israel, wo sie zunächst in einem Lager unterkommen. Als Hanna an Tuberkolose stirbt, kommt der Junge in ein Internat. Dort wird er verhaltensgestört und attackiert ständig seine Mitschüler. Er leidet sehr an der Trennung von seiner Mutter und kommt nicht mit den Israelis zurecht, obwohl er die Sprache sehr schnell lernt.
Die Lehrer entscheiden so, ihn in einer Adoptivfamilie unterzubringen. Seine neuen Eltern Yael (Yaël Abecassis) und Yoram (Roschdy Zem) haben bereits zwei Kinder: Dani und Tali. Salomon wird nun Shlomo genannt und integriert sich zunächst nur schwer in die Familie. Doch mit der liebenden Zuneigung seiner Adoptivmutter Yael beginnt der Kleine, sich langsam wohlzufühlen. Dennoch fehlt ihm seine Mutter sehr. Manchmal geht er zu einem Schreiberling, der die Sprache seiner Mutter schreiben kann, und lässt ihr Briefe aufsetzen. Ob diese im Lager im Sudan ankommen, weiß er nicht.
In der Schule stößt Shlomo oft auf Widerstand, der meist rassistisch motiviert ist. Einige der israelischen Juden glauben, die äthiopischen Juden seien “unrein”. Als er sich in ein Mädchen namens Sara ( Roni Hadar) verliebt, wird er wiederholt vom Vater des Mädchens dazu aufgefordert, von ihr wegzubleiben. Doch Shlomo wächst zu einem gebildeten jungen Mann heran und Sara verliebt sich in ihn. Dennoch trägt er weiterhin die Bürde in sich, seine Mutter verlassen zu haben und sich als Jude auszugeben, obwohl er keiner ist.
Als sich der Nahostkonflikt zuspitzt, will Yoram, dass seine Söhne in die Armee eintreten. Shlomo weigert sich, was zu einem Konflikt führt. Er verbringt einen Monat im Kibbuz. Daraufhin geht er nach Paris und studiert dort Medizin. Als er zurückkommt, wird er erst in Palästina eingesetzt und dort verletzt. Nach seiner Genesung heiratet er Sara, die für ihn ihre Familie verlassen muss. Als er ihr sein Geheimnis beichtet, ist Sara wütend, denn sie versteht nicht, wieso Shlomo ihr das nie sagte. Es kommt fast zur Trennung, doch Yael weiß einzugreifen.
Nachdem Shlomo im Fernsehen schreckliche Bilder aus den Flüchtlingslagern im Sudan gesehen hat, beschließt er, dorthin zu gehen. Sarah bekommt derweil ihr erstes eigenes Kind. Shlomo arbeitet als Arzt, als er plötzlich unter all den Menschen seine Mutter wiederentdeckt.
Weiterführende Informationen
- Mehr Filme, die in Israel spielen
Weitere Informationen im Internet
- Zusammenstellung von Links auf filmz.de
- Weitere Rezension auf critic.de
- Interview mit dem Regisseur im Tagesspiegel
Quellen
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kommentare — Ausgezeichnet 8.3
Der Film Geh und Lebe wurde von 50 Mitgliedern bewertet.
AnselmWagner 2010/02/11 20:36:13
filmverährer 2009/06/05 17:21:38
Wunderschöner, berührender Film, der eine ergreifende Geschichte erzählt, lustig ist, mitreißt und erschüttert. Ganz großes Kino.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
nurleben 2009/05/09 12:24:45
Schon ne Weile her. Ich weiß nur noch, dass der Film eindringlich, intensiv und wunderbar war. Und jetzt wo ich dran denke will ich ihn mir unbedingt nochmal anschauen :).
Ja, er ist so gut wie sein Titel :)!
Hab grad nochmal Trailer gesehen. Sofort wieder zu Tränen gerührt ...
Ich glaub ich lass mir die DVD mal schenken, der gehört einfach in die Sammlung :). Zumal ich ihn gerne mal als OmU sehn will.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
nurleben 2009/06/06 00:38:49
Bringt mich immer noch zum Heulen, geht immer noch ans Herz. Großes Kino :). Schöne DVD :).
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News zu diesem Film Geh und Lebe
Das Konzert - Franzosen lieben Mélanie Laurent
2009/11/09 16:13:00
In Frankreich startete der Film am 4. November in den Kinos. Wir berichten vorab über den neuen Film des Rumänen Radu Mihaileanu, der mit Zug des Lebens und Geh und Lebe zwei gefeierte europäische Arthausfilme erschaffen hat.
Ich habe den Film damals auf der Berlinale gesehen. Das war irre. Das halbe Publikum weinte, der Regisseur und der Hauptdarsteller haben geheult, im Film selbst wird natürlich auch geheult und ich hab selbstverständlich auch mitgemacht...
Aber: Trotz aller Rührung, ist der Film meiner Erinnerung nach eben (gerade noch) nicht rührselig!
Außerdem meine ich mich zu erinnern, dass der Film damals einen Publikumspreis gewonnen hat.
Kommentar gefällt mir 1 Antworten
kakas 2010/03/05 17:27:19
wow. da wäre ich gerne mit dabei gewesen. Der Film ist einer der besten Filme meines Lebens.