Geraubte Küsse

Baisers volés

FR · 1968 · Laufzeit 91 Minuten · FSK 18 · Komödie, Drama · Kinostart

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von François Truffaut, mit Jean-Pierre Léaud und Delphine Seyrig

In Francois Truffauts drittem Antoine Doinel-Film Geraubte Küsse, muss Jean-Pierre Léaud nach seinem Militärdienst mit verschiedenen Jobs und Affären Erfahrungen als Erwachsener sammeln.

Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud) wird unehrenhaft aus der Armee entlassen. Er schlägt sich als Nachtwächter, Privatdetektiv, Schuhverkäufer und Fernsehmechaniker durchs Leben. Immer an seiner Seite seine Jugendliebe Christine (Claude Jade), die er eigentlich heiraten will, dann aber doch verlässt, als er sich in die Frau des Schuhladenbesitzers Madame Tabard (Delphine Seyrig) verliebt. Aber Christine will ihren Antoine zurück und greift zu einem genialen Trick.

Hintergrund & Infos zu Geraubte Küsse
François Truffauts dritter Teil des Antoine-Doinel-Zyklus zeigt seinen emotional wankelmütigen Helden in unzähligen verspielten, melancholischen und poetischen Episoden und wurde prompt als Bester ausländischer Film für den Oscar und Golden Globe nominiert.

Gewidmet ist der dritte Teil des Antoine-Doinel-Zyklus, der 1968 nach Sie küßten und sie schlugen ihn und der Episode Antoine et Colette aus dem Omnibusfilm Liebe mit zwanzig erscheint, Henri Langlois, dem Leiter der Cinématèque française. Langlois wurde während der Dreharbeiten durch den Kulturminister André Malraux seines Amtes enthoben, was infolgedessen zu heftigen Protesten führte, bei denen sich Truffaut maßgebend beteiligte.

Der Titel Baisers volés ist dem Lied von Léo Chauriac Que reste-t-il de nos amours (1942) entnommen, das von Charles Trenet interpretiert wird. Es wird zu Beginn des Films und in der letzten Sequenz engespielt und greift die Thematik der Liebe zwischen Antoine und Christine auf, die in den darauffolgenden Filmen des Antoine-Doinel-Zyklus von François Truffaut Tisch und Bett und Liebe auf der Flucht weiter entwickelt wird.

Vollständige Handlung zu Geraubte Küsse
Antoine hat sich gerade unehrenhaft aus der Armee entlassen lassen, obwohl er sich eigentlich für drei Jahre verpflichtet hatte. Das erste, was er tut, ist die Eltern von Christine aufzusuchen, die ihn freundlich aufnehmen. Dort bekommt er auch prompt von Christines Vater Lucien (Daniel Ceccaldi) seinen ersten Job vermittelt: fortan ist er Nachtportier in einem kleinen Pariser Hotel. Die Mutter (Claire Duhamel) scheint ihn sehr zu mögen und tröstet ihn, weil Christine nicht anwesend ist. Christine, die ihn später im Hotel besucht, kümmert sich ebenso rührend um ihn. Dennoch scheint die Beziehung nicht von Leidenschaftlichkeit geprägt.

Antoine ist ein junger Mann, der im Montmartre wohnt und das Leben genießen will. Da er schon seit zwei Jahren in Christine verliebt ist, die sich allerdings nicht entscheiden kann, ob zwischen ihnen mehr als Freundschaft bestehen soll, sucht er Trost und Abwechslung bei zahlreichen Prostituierten.

Eines morgens stürmen zwei Männer während seiner Nachtschicht in das Hotel und machen einige Aufruhr, weil eine Dame, die Gast in dem Hotel sei, verschlafen habe. Sie drängen Antoine, das Zimmer aufzuschließen und erwischen dabei eine Frau mit ihrem Liebhaber. Einer der Männer schlägt daraufhin eine Vase kaputt. Wie sich herausstellt, ist die Frau mit dem lärmenden Mann verheiratet und der zweite Mann sein Privatdetektiv. Durch den Lärm kann nun die Polizei gerufen werden und neben einer Ruhestörung den Ehebruch der Dame festhalten (was 1968 in Frankreich noch ein Scheidungsgrund war). Durch diesen Zwischenfall verliert Antoine nur leider seinen Job.

In einer Bar trifft er aber zufällig den Privatdetektiv, Monsieur Henri (Harry-Max), der ihm wiederum zu einem Job als Privatdetektiv verhilft.

Daheim bei den Darbons überraschet er Christine, die nun seinen neuen Beruf erraten soll, mit dieser Neuigkeit und will ihr im Weinkeller einen Kuss rauben, den sich Christine zuvor sanft gestohlen hat. Sie wehrt die Heftigkeit ab. Als Antoine sie Tags darauf abholen will, erklärt Madame Darbon, Christine sei nicht da und bittet ihn herein. Derweil stiehlt sich Christine durch den Hinterausgang davon.

In dem Detektivbüro arbeiten neben M. Henri und dem Chef Monsieur Blady (André Falcon) außerdem noch Catherine (Catherine Lutz), die eine Daueraffäre mit Julien (Paul Pavel) hat und die Sekretärin Mademoiselle Ida (Christine Pellé). Der neueste Fall wird von Monsieur Albani (Albert Simono) beauftragt, der seinen verschollenen Mitbewohner aufspüren will. Dieser ist Zauberkünstler. Antoine darf den Herrn ausspionieren und besucht daher mit Christine das Kabarett, in dem er auftritt. Um ihn zu verfolgen, lässt er Christine sitzen. Am nächsten Tag verliert er den Herrn aus den Augen, da er aus einer Telefonzelle Christine anruft. Monsieur Blady ist darüber alles andere als erfreut.

Der neueste Kunde, Monsieur Tabard (Michael Lonsdale) rettet daraufhin Antoines Haut. Er benötigt einen Spitzel, der das Personal in seinem Schuhgeschäft ausspioniert. Er möchte wissen, weshalb er nicht gemocht wird und stellt Antoine ein. Somit ist Antoines neueste Berufung das Schuhgeschäft.

Eines Tages lernt er Madame Tabard kennen und verliebt sich prompt in die ältere, verheirate Dame. Diese beginnt seine Gefühle zu erwidern, nachdem sie zufällig von Antoines Gefühlen erfahren hat. Antoine lernt derweil Englisch und wendet sich von Christine ab. Bei einem Spaziergang im Park wirft er Christine vor, dass Liebe Bewunderung voraussetze. Er habe Christine jedoch nie bewundert. Nach all den Grobheiten lässt Christine ihn stehen und wird nun weiter von einem Unbekannten im Trenchcoat verfolgt, der ihr schon seit Beginn des Films nachstellt. Für Antoine ist Madame Tabard die große Liebe. In seiner Nervösität spricht er seine Ikone beim Kaffeetrinken eines nachmittags als "Monsieur" an. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als die Flucht zu ergreifen. Einem melodramatischen Abschiedsbrief seinerseits folgt ein Besuch von Mme Tabard in Antoines kleinem Apartment im Pariser Viertel Montmartre, der in einem Schäferstündchen mündet. Während Christine an Antoines Tür klopft, gibt dieser sich Madame Tabard hin.

Durch die Affäre mit der Ehefrau des Auftraggebers verliert Antoine erneut seinen Job und findet eine neue Anstellung bei einem Fernseh-Reparatur-Service. Als Christine davon erfährt und ihre Eltern übers Wochenende verreisen, ruft sie Antoine unter Vorgabe eines kaputten Fernsehers zu sich. Die beiden finden wieder zusammen. Antoine weiß nun, dass seiner Bewunderung für Madame Tabard nicht der Liebe zu Christine gleichkommt. Nachdem Christine ihm am Frühstückstisch erklärt hat, wie man einen Zwieback bestreicht ohne ihn zu zerbrechen ("ich bringe dir diesen Zwiebacktrick bei und du zeigst mir alles, was du kannst") und macht er ihr mit dem goldglänzenden Ende eines Flaschenöffners einen improvisierten Heiratsantrag. Christine nimmt freudig an.

Der Film endet mit einem Spaziergang im Park. Antoine und Christine sind nun verlobt. Da schreitet der Unbekannte (Serge Rousseau) auf sie zu, der Christine bereits seit einigen Tagen verfolgt hat. Dieser Mann gibt zu, in Christine vernarrt zu sein und bietet ihr die ewige Liebe an; im Kontrast zur falschen, vorübergehenden Liebe mit dem unerfahrenen Antoine. Daraufhin verschwindet er wieder. Christine tut seine Avancen als ‘Verrücktheit’ ab und spaziert mit Antoine weiter, doch Antoine bringen die Worte des Fremden zum Grübeln.

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Cast & Crew zu Geraubte Küsse

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Geraubte Küsse
Genre
Romantische Komödie, Komödie, Drama
Ort
Eiffelturm, Montmartre, Paris
Handlung
1968er-Generation, Affäre, Amateur Detektiv, Armee, Bordell, Cinémathèque Française, Detektiv, Ehebruch, Eltern-Kinder-Beziehung, Heimliche Liebe, Honoré de Balzac, Hotel, Hotelzimmer, Individuum, Job-Hopping, Liebeskummer, Mai 68, Nachtwächter, Reparatur, Schuhverkäufer, Schüchternheit, Studentenbewegung
Stimmung
Gutgelaunt, Witzig
Schlagwort
Nouvelle Vague
Verleiher
Europa
Produktionsfirma
Les Films du Carrosse , Les Productions Artistes Associés

1 Kritiken & 12 Kommentare zu Geraubte Küsse