Geraubte Küsse - Kritik

FR 1968
Laufzeit 91 Minuten, FSK 18, Drama, Komödie, Kinostart 04.04.1969

Kommentare (6) — Film: Geraubte Küsse

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Prestigeww

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Bewertung9.5Herausragend

Je öfter ich ihn sehe, desto mehr liebe ich geraubte Küsse. Er ist einfach von vorn bis hinten vollgestopft mit Szenen für die Ewigkeit, einem feinen Humor, einer guten Portion Melancholie und mehr als einer wichtigen Lebensweisheit: Manchmal ist die Liebe nicht das, was man sich aussucht, sondern das, was einem passiert.

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cannibal83

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Geraubte Küsse" wirkt an manchen Stellen bemüht, (z.B. beim Test zum Versandchef) ist ansonsten aber unglaublich charmantes Kino, welches stark von seinem großartigen Cast zehrt. Neben der bezaubernden Claude Jade ist es speziell Delphine Seyrig die ihre Szenen geradezu meisterhaft performt. Der sympathische, im Job leider erfolglose, Jean-Pierre Léaud tut sein übriges.

Das Ende um den "verrückten" Unbekannten ist eine Klasse für sich, und wohl nicht nur für Cineasten unvergesslich. Toll!

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Pando

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Auf den Klassiker "Les 400 coups" mit dem arretierendem Schlussbild des Antoine Doinel am Meer folgt nahezu zehn Jahre später der Klassiker der 68er, der zeitlos bleibt: Hier klopft Claude Jade als Christine Darbon an die Glastür eines Hotels wie der Wind in dem Titellied von Charles Trénet. Nun ist Nachtwächter Antoine verunsichert: Fiebrig prononciert er ihren Namen im Spiegel und nennt seinen anderen Schwarm, die Schuhgeschäftsbesitzersfrau Fabienne Tabard, im Lapsus "Monsieur". Ein feines Meisterwerk, bezaubernd, komisch und dabei so leicht.

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Felixco

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der Film, der einst beim Academy Award dem bombastisch sowjetischen "Krieg und Frieden" unterlag, räumte 68 weltweit die wichtigsten Filmpreise ab. Truffaut erschien oft erst nach den Proben zu Szenen, die er am Abend zuvor geschrieben hatte und wenn er da war, entstanden sie fünf Minuten vor Drehbeginn.

Das 111seitige Drehbuch war auch nur Ideenlieferant für Improvisationen, denn Truffaut diskutierte nie vor sondern erst beim Dreh: So ist das federleichte Werk voll von gestohlenen Küssen und zahllosen Kostbarkeiten. Léaud erinnert an Chaplin, nur: er ist weitaus komischer; Claude Jade erinnert in ihrer vollkommen natürlichen Grazie an die 20er/30er, nur ist sie zeitloser als Lillian Gish oder Danielle Darrieux.

Truffaut selbst kämpfte während der Dreharbeiten zu dem Film, der einem Lied aus den 30er Jahren entlehnt ist, mit dem "gefährlichen Banditen" Daniel Cohn-Bendit und anderen Dany Rouges zu jener Zeit um den Erhalt der Cinemathèque [ohne die heute etwas wie moviepilot komplett undenkbar wäre] und schuf in dieser Epoche den vielleicht leichstesten Film der heute etwa 111jährigen Filmgeschichte.

Und so ganz nebenbei zeigt Claude Jade dem ewiglich unerwachsenen Léaud, wie man ein Toastbrot mit Butter bestreicht ohne es zu zerbrechen.

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Lars will

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mit so vielen Auszeichnungen überhäuft und dabei so leicht und verspielt. Antoine Doinel kann sich nicht entscheiden, dabei ist die Lösung dank Claude Jade so einfach und unwiderstehlich wie ein gestohlener Kuss: "Christine Darbon, Christine Darbon, Christine Darbon"

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Darbon

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wie bestreicht man einen Zwieback ohne ihn zu zerbrechen? Eine schönere Liebeserklärung als diese Szene und Christines ersten Auftritt in der Nacht, hinter der Glastür des Hotels seinem alter ego Doinel zuwinkend, konnte François Truffaut seiner Hauptdarstellerin Claude Jade nicht machen. Und dann taucht am Ende dieser Mann im Trencoat auf, der ihr sagt, er habe keinerlei Verpflichtungen, sie werde für ihn der Inhalt seines Lebens sein und er sei definitiv. Sie erklärt ihn für verrückt, Doinel stimmt zu und Charles Trénets "Que reste-t-il de nos amours" zeugt von der Unvergänglichkeit des Kinos. Gestohlen oder abgeflogen, diese Küsse schmecken immer süß.

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