Germinal

Germinal (1993), FR/IT/BE
Laufzeit 158 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 13.01.1994

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4.7 Kritiker
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von Claude Berri, mit Miou-Miou und Renaud

Während des Zweiten Kaiserreichs, irgendwo im nordfranzösischen Kohlerevier. Der arbeitslose Etienne Lantier findet endlich wieder Beschäftigung – als Bergmann. Doch dies und das Leben in dem Bergarbeiterdorf sind für den jungen Mann die Hölle. Er wird täglich Zeuge des Elends der Kumpel und ihrer Familien, wie sie unter Tage für einen miserablen Lohn schufften, dem Alkohol verfallen und moralisch verwahrlosen. Sie sind die Sklaven des Industriezeitalters, aber damit will Lantier sich nicht abfinden. Er beschäftigt sich mit sozialistischen Lehren und findet mit seiner Propaganda zahlreiche Anhänger, so auch den Arbeiter Maheu, in dessen Tochter er sich verliebt. Doch nicht alle sind gegen den von Lantier proklamierten Streik. Als die Grubenbesitzer jedoch verschleierte Lohnminderungen durchsetzen wollen, wird ein Streik unvermeidlich. Eine Machtprobe zwischen Kapital und Proletariat beginnt, ein qualvoller Kampf, der für die ausgebeuteten Massen mit einer blutigen Niederlage endet.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Germinal

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8martin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In expressiven Bildern, die in ihrem hell-dunkel Kontrast an die Industriegemälde von Menzel erinnern, schildert Regisseur Claude Berri die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kumpel vor einhundert Jahren. Heute erscheint es fast unvorstellbar, wie Männer, Frauen und Kinder damals in den Gruben malocht haben und ums nackte Überleben kämpfen mussten.
Der Film zeigt eine sehr komplexe Situation, viele Facetten des Alltags, dessen heimisches Zentrum die Küche war, in der die ganze Familie u.a. auch badete, und alle wussten, was es bedeutete, wenn Vater und Mutter angeblich in der Wanne waren. Viel Raum nimmt auch das Freizeitverhalten ein mit Tanz und Liebe. Durch die eindrucksvolle Darstellung von Einzelschicksalen steigt der begründete Unmut in der Arbeiterschaft ebenso wie im Zuschauer. Und so läuft alles auf eine blutige Auseinandersetzung hinaus, in deren Verlauf der Held überraschend sein Leben verliert.
Bei den reichen Grubenbesitzern, die Flusskrebse und Fasan verspeisen, versteckt sich das fehlende Verständnis für die Arbeiter hinter festgefahrenen Vorurteilen. Hier entsteht ein fast humorvoller Gegensatz zwischen den Dialogen und den Bildern.
Einziger Kritikpunkt sind die zahlreichen, langen, theoretischen Diskussionen über verschiedene Revolutionsansätze. Die ziehen sich hin und nehmen die Spannung etwas.

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christof.s

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Bewertung7.5Sehenswert

Sehr bildgewaltige und beeindruckende Umsetzung des gleichnamigen naturalistischen Romans von Émile Zola. Gérard Dépardieu in einer seiner wie ich finde besten Rollen.

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