Ghetto
Ghetto (2006), DE/LT Laufzeit 111 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 08.06.2006
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3 Kommentare
Keine
von Audrius Juzenas, mit Heino Ferch und Sebastian Hülk
In der Stadt Vilna in Litauen befindet sich 1941 eines der größten jüdischen Ghettos. Die Kontrolle dieses Ghettos obliegt Kittel, einem 22jährigen Nazioffizier, der Eitelkeit, Kunstverstand und unberechenbare Gewalttätigkeit in sich vereint. Oft trägt er zwei Koffer mit sich herum, im einen seine Maschinenpistole, im anderen sein Saxophon; beide Gerätschaften bringt er gleichermaßen gern und geschickt zum Einsatz. Kittel entdeckt einen Trupp jüdischer Schauspieler, darunter die berühmte Sängerin Haya. Ihre Stimme und ihre Schönheit betören ihn, und er verlangt sie als sein persönliches Spielzeug. Er befiehlt ihr und ihren Kollegen, im Ghetto ein Theater aufzumachen. Gegen die anfängliche Empörung der Ghettobewohner setzt sich das Theater durch. Die Schauspieler scheuen nicht vor subversiven Auftritten zurück, die Kittel allerdings durchaus gefallen. Die Ordnung im Ghetto wird von der Ghettopolizei gewährleistet, an deren Spitze der jüdische Kommandant Gens steht. Gens ist in höchst ambivalenter Position. Einerseits ist er der direkte Untergebene von Kittel und muß dessen Launen Rechnung tragen. Andererseits will er so viele jüdische Leben wie möglich retten. Er bittet also Haya und die Schauspieler, mit ihm zu kooperieren und Kittel bei Laune zu halten. Als die Deutschen 1943 vor Stalingrad zurückgeschlagen werden, verschärft sich die Situation. Kittel plant seinen Rückzug, gleichzeitig bekommt er Order zur Auslöschung des Ghettos und sämtlicher Juden. Aber Haya und Gens ahnen ihre baldige Befreiung und versuchen, an sein Gewissen zu apellieren, damit sie diese auch erleben können. Kittel hingegen hat das Gewissen längst verloren, fasst jedoch bereits Pläne für eine Rehabilitation nach dem Krieg.
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Kritiken (1) — Film: Ghetto
Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenDie Idee, den Holocaust als S/M-Schocker nachzustellen, ist zwar nicht ohne weiteres abwegig. Aber die teils sehr schwachen Schauspielerleistungen und platte Dialoge ersticken jede Diskussion im Keim. In seiner brutalen Mixtur von Theater und Realität ist "Ghetto" ein zwar erschütternder, aber kein guter Film.
Kritik im Original 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (2) — Film: Ghetto
vuvuzela Thu, 23 Dec 2010 18:53:35 -0000
Kommentar löschenSehr gut inszenierter Überlebenskampf im Ghetto. Sicher nicht jedermann´s Sache ist die Darstellung der willkürlichen Entscheidungen über leben und Tod. Alle Schauspieler haben ihre Rolle großartig umgesetzt.
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8martin Sat, 14 Nov 2009 11:55:07 -0000
Kommentar löschenJoshua Sobol ist bekannt für provokante Theaterstücke. Hier wurde eins seiner berühmtesten von Audrius Juzenas verfilmt. Es spielt Ende des 2. Weltkrieges im von den Nazis besetzten Litauen. Aus der Crew der hervorragenden Schauspieler möchte ich nur Heino Ferch (Gens) und Erika Maroszan (Haya) nennen. Es ist letztlich eine Auseinandersetzung zwischen Kunst und Macht, zwischen Intelligenz und Brutalität. Das ganze Ausmaß der Tragik wird in der Figur des jüdischen Polizeichefs Gens fokussiert. Der wird unschuldig schuldig, auch wenn er das Leben von vielen Juden rettet. Durch das permanent latente Vorhandensein von Willkür und Gewalttätigkeit entsteht eine Spannung, deren Lösung am Ende fast schon erwartet wird. Filmisch werden hier allerdings leider wenig Highlights gesetzt. Man spürt die etwas steife Theaterinszenierung. Trotzdem sehenswert.
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