Giulia geht abends nie aus

Giulia non esce la sera (2009), IT Laufzeit 108 Minuten, FSK 0, Drama, Thriller, Kinostart 01.09.2011

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6.5
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von Giuseppe Piccioni, mit Valeria Golino und Valerio Mastandrea

Als Schriftsteller hat es Guido endlich geschafft: er ist unter den fünf nominierten Kandidaten eines wichtigen Literaturpreises. In der Zeit vor der Preisverleihung begleitet er seine Tochter Costanza ins Schwimmbad, wo sie Schwimmunterricht bei Giulia erhält, einer attraktiven jungen Frau, die im Wasser in ihrem Element zu sein scheint. Giudo verliebt sich Hals über Kopf in sie, doch die beginnende Beziehung gestaltet sich schwierig. Beispielsweise geht Giulia abends nie aus, denn Giulia verbirgt ein Geheimnis.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (2) — Film: Giulia geht abends nie aus

José Garcia: Textezumfilm

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7.0Sehenswert

Das Schwimmbad als hauptsächlicher Ort der Handlung, in dem kaum verbale Kommunikation stattfindet, stellt eine Metapher für die abgeschlossene Welt dar, in der sich die Figuren von „Giulia geht abends nie aus“ befinden. Aus ihrer Abkapselung brechen sie hauptsächlich durch die Vorstellungskraft aus: Unterbrach Piccioni etwa die Handlung in „Nicht von dieser Welt“ durch Gruppenaufnahmen, verknüpfte „Das Leben, das ich immer wollte“ die Liebesgeschichte zwischen zwei Schauspielern mit dem „Film im Film“, an dem sie gerade arbeiteten, so entwickeln in „Giulia geht abends nie aus“ Guidos erdachte Figuren ein Eigenleben. Weil auch sie von Einsamkeit und Sehnsucht nach Liebe getrieben werden, und darüber hinaus Giulia in Guidos erdichtete Welt Einzug zu nehmen scheint, verwischt sich die Grenze zwischen Realität und Fiktion immer wieder. Was Guido wirklich erlebt oder nur erdacht hat, bleibt unaufgelöst.

Trotz der reizvollen Nebenhandlung mit Guidos Tochter Costanza und ihrem geistreichen Freund Filippo ist „Giulia geht abends nie aus“ eigentlich ein Zwei-Personen-Stück, das von der glaubwürdigen Darstellung durch Valerio Mastandrea und Valeria Golino lebt. Die Kamera von Luca Bigazzi unterstützt ihr hervorragendes Schauspiel, indem sie die Hauptakteure immer wieder in Großaufnahme zeigt und ihnen dadurch die Möglichkeit bietet, durch Gesten und Blicke ihre Emotionen zu zeigen. In „Giulia geht abends nie aus“ umkreist Giuseppe Piccioni erneut die Einsamkeit moderner Menschen. Wie in „Licht meiner Augen“ und teilweise auch in „In „Das Leben, das ich immer wollte“ kommen seine Figuren aus der Isolation nicht heraus: Giulia leidet unter der Tragödie in ihrer Vergangenheit, Guido unter der Unentschiedenheit im Beruflichen wie im privaten Leben. Wieder liegt über Piccionis Film eine melancholische Anmutung, eine schwermütige Sicht auf zwischenmenschliche Beziehungen.

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Dorothee Tackmann

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7.5Sehenswert

Giuseppe Piccioni bietet mit seiner melancholischen, komödiantischen und entlarvenden Geschichte eine weitere Perle des neuen reflexiven italienischen Erzählkinos.

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Kommentare (3) — Film: Giulia geht abends nie aus


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Azazil

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Traurig. Schön. Irgendwie absurd dass man diese Wörter synonym für manche Dinge benutzen kann. 'Giulia geht abends nie aus' zählt sicherlich zu diesen Dingen. Ich bin mir nicht ganz sicher was ich da gesehen habe, aber es hat Eindruck hinterlassen.

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Marie Krolock

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein trauriges Märchen - und auf Italienisch klingt es noch ein wenig melancholischer.
Die zum Leben erwachten Szenen aus Guidos Kurzgeschichten - die Regenschirmverkäuferin!! - haben es mir besonders angetan. Kein Film, wenn man sich einfach berieseln lassen will, dafür ist man danach zu bedrückt. Sehenswert!

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stalker

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Warten aufs Licht, die Augen trocknen lassen, den letzten Rotz wischen, dann raus und zum Glück keine Menschen, die mich sehen, die ich sehe, da war ein Pärchen gewesen, "Zwei mal für diesen Film mit diesem komischen Titel, Julia bleibt heut mal zu Hause oder so" hatte der weibliche Teil dieser nun überhaupt nicht zur Eifersucht aufstachelnden Beziehungseinheit gesagt, während ich an der Theke in meinem Pynchon las und Scheiße! dachte, weil so ein Pärchen in einem Piccioni nun mal überhaupt nicht geht und klar, Knabberraschelknisterkram haben sie auch gekauft, allerdings sind sie doch ruhig geblieben, vielleicht geschockt, entrissen ihres Traums, ich stelle mir vor, sie würde am Ende sagen, "Du, Felix, ich möchte heute doch lieber alleine schlafen." und wieder wäre ein Pärchen weniger - ich schweife ab und fülle mein Glas. Wo war ich? Raus aus dem Sputnik und durch die dunklen, leeren Straßen Kreuzbergs, seltsam entrückt, schwer, und zugleich federleicht, gereinigt und noch nicht ganz trocken, irgendwie so, vorbei am Hahn und drinnen diese Menschen, ihre Geschichten, die sie verbergen hinter ihren beschädigten Fressen, diese traurigen Gesichter an diesem traurigen Ort, der aber doch immerhin ein Ort, eine Insel, ein Wert. Ich gehe vorüber und weiß über "Giulia geht abends nie aus" nichts zu schreiben, ein Liebesfilm ganz im Stil von "Nicht von dieser Welt" und "Licht meiner Augen", ein komisch-trauriges aber vor allem unendlich weises Meisterwerk.

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