„Giulias Verschwinden“, der beim Filmfestival in Locarno 2009 den Publikumspreis gewann, verknüpft mit sicherer Hand diese drei Handlungsstränge miteinander. Ein Film wie Christoph Schaubs Komödie, in dem sehr viel geredet wird, ja in dem die Dialoge im Mittelpunkt von sehr langen Szenen stehen, birgt allerdings die Gefahr der Ermüdung in sich. So etwa wenn sich im Laufe eines Abends unter angeblich guten Freunden kein weiterer Diskussionsstoff als das Altern und die unterschiedlichen Strategien, dem entgegenzutreten, findet. Einige Inszenierungseinfälle wie das erwähnte Verschwinden des Spiegelbildes Giulias im Bus oder auch das Aufsetzen der Lesebrille wie auf Kommando, wenn es um das Bestellen im Restaurant geht, können zwar noch als witzig bezeichnet werden. Die Choreografie etwa in der Position von Alessia (Sunnyi Melles) direkt im Zentrum unter Botticellis „Geburt der Venus“, die penetranten Witze über die Vergesslichkeit von Giulias Freunden, die entweder das Portemonnaie oder das Geburtstagsgeschenk nicht finden können, wirken indes genauso arg konstruiert wie das Zugeständnis an den Zeitgeist, dass unter den Geburtstagsgästen unbedingt ein Schwulen-Pärchen sein muss.
Geht dadurch viel komödiantisches Potential verloren, so überzeugen vor allem die schauspielerischen Leistungen der zwei großartigen Darsteller Corinna Harfouch und Bruno Ganz, bei denen die vielzitierte „Chemie“ vom ersten Augenblick an stimmt. Die geschliffenen, von einer leisen Melancholie, aber auch von Lebensfreude und einer wunderbaren Selbstironie durchdrungenen Dialoge strafen den Jugendwahn in unserer Gesellschaft Lügen. Sprechen alle anderen dauernd vom Alter, so scheint John über das Alter erhaben, einfach alterslos zu sein.
Giulias Verschwinden [...] reitet er genau auf dieser »wie lustig ist das Alter«-Welle. Sprüche wie »50 ist das neue 40« sind leider ernst gemeint.
Schuld an der Misere hat Martin Suter, der Vorlage und Drehbuch zu Schaubs Film beisteuerte. Einst hatte die Schweiz Literatur von Weltrang wie Frisch oder Dürrenmatt, inzwischen hat man Martin Suter. Der ist ein Großschriftsteller jener Art, über die vor 90 Jahren schon Robert Musil spottete, ein Spekulant in der Börse des Geistigen, der mit gutem Riecher auf »die richtigen Themen« setzt. [...]
Jenseits solcher Momente hat Giulias Verschwinden ein paar gute Ideen und ist – zum Beispiel mit Sunnyi Melles – auch in kleineren Rollen hervorragend besetzt. Doch schnell gleitet der Film immer wieder in die Gefilde durchschnittlicher TV-Ware ab. Auch darin geht es vorzugsweise um Frauen jenseits der 40, die durch allerhand Probleme lernen, dass es ihnen besser geht, als sie dachten.
Unvermittelt fällt der erste Kuss, was ein bisschen so wirkt, als hätten die Schauspieler in der körperlichen Geste Zuflucht vor den schwachen Dialogen gesucht, ist der Film nicht nur an dieser Stelle alles andere als glaubwürdig...bereitet er in „Giulias Verschwinden“ jetzt sexistische und altersdiskriminierende Realitäten als harmloses Märchen für „Silver Agers“ auf.
Giulias Verschwinden" spielt an einem einzigen Abend und an wenigen Schauplätzen. Heiterkeit und Melancholie halten sich ideal die Waage in dieser lustvollen Komödie, in der wenig geschieht, es aber dafür umso mehr Raum gibt für Reflektionen und Gedanken. Der bekannte Schweizer Romanautor und Kolumnist Martin Suter schrieb die lebensklugen, manchmal frechen, brillanten Dialoge. Eigentlich hatte er das Drehbuch seinem Freund und Stammregisseur Daniel Schmid ("La Paloma“, "Beresina") zugedacht. Doch der starb, bevor er es filmisch umsetzen konnte, und es sollte eine Weile dauern, bis es auf dem Tisch von Christoph Schaub landete. Seine Inszenierung kommt leichtfüßig, munter und poetisch daher und zeugt von großer Liebe zu den kleinen Dingen und den Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit. Der Spiegel als Gradmesser des Alters ist dabei stets latent präsent. Zum Leben gebracht wird das heiter-melancholische Ensemblestück dank der vortrefflichen…
Giulias Verschwinden" spielt an einem einzigen Abend und an wenigen Schauplätzen. Heiterkeit und Melancholie halten sich ideal die Waage in dieser lustvollen Komödie, in der wenig geschieht, es aber dafür umso mehr Raum gibt für Reflektionen und Gedanken.
Der bekannte Schweizer Romanautor und Kolumnist Martin Suter schrieb die lebensklugen, manchmal frechen, brillanten Dialoge. Eigentlich hatte er das Drehbuch seinem Freund und Stammregisseur Daniel Schmid ("La Paloma“, "Beresina") zugedacht. Doch der starb, bevor er es filmisch umsetzen konnte, und es sollte eine Weile dauern, bis es auf dem Tisch von Christoph Schaub landete. Seine Inszenierung kommt leichtfüßig, munter und poetisch daher und zeugt von großer Liebe zu den kleinen Dingen und den Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit. Der Spiegel als Gradmesser des Alters ist dabei stets latent präsent.
Zum Leben gebracht wird das heiter-melancholische Ensemblestück dank der vortrefflichen Schauspieler. Corinna Harfouchs Giulia ist feminin, verletzbar, elegant und mit ihrer sinnlichen Reife ungemein begehrenswert. Endlich verkörpert die Harfouch einmal nicht den Typ der zwiespältigen Spröden, als die man sie schon so oft gesehen hat. Und Bruno Ganz, der schon in "Brot und Tulpen" anrührend eine vergessene Frau zum Erblühen brachte, haucht auch diesmal geheimnisvoll und charmant einer unsichtbaren Frau glaubwürdig neues Leben ein. Nicht zu vergessen Christine Schorn als rüstige Rebellin und Susanne-Marie Wrage und Samuel Weiss als gestresste, unfähige Eltern: Jede noch so kleine Nebenrolle ist glänzend besetzt.
Dem verstorbenen Regisseur Daniel Schmid, dem "Giulias Verschwinden" gewidmet ist, würde dieser Film gefallen. Nicht nur, weil er augenzwinkernd unsere Sehnsucht nach der ewigen Jugend aufs Korn nimmt, sondern auch all unsere Wehwehchen, unser Selbstmitleid, Selbsttäuschungen und schönheitschirurgische Eingriffe. Wie Giulia im Laufe des Abends ihre Komplexe überwindet und die Freuden der Liebe auch in reiferem Alter noch einmal entdecken darf, macht Mut. Vielleicht müssen wir uns ja doch gar nicht so davor fürchten, 50 zu werden.
Das Schauspielerensemble hat sichtlich Freude daran, Suters pointenreiche Unterhaltungen mit einem gehörigen Maß an Selbstironie aufzuladen, die Gebrechen ihrer Figuren und das eigene Alter gleichermaßen auf die Schippe zu nehmen. Das Ergebnis sind wunderbar dynamische Dialogszenen, mit Verve gespielt als Pingpong-Matches voller Anzüglichkeiten und verdeckter Melancholie. Christoph Schaub inszeniert diese nicht als platte Schuss-Gegenschuss-Reihen, sondern ermöglicht Cutterin Marina Wernli dank der Verwendung zweier Kameras die Konstruktion äußerst komplexer filmischer Räume.
Grober philosophischer Etikettenschwindel, welcher vorgibt es handle sich hier um einen Harfouch-Ganz-Film. Diese beiden Künstler jedoch haben zwei kleine Szenen. Ein Film der so versucht hat sich zu vermarkten und bekannt zu werden. Das alles würde man vergessen, wenn nicht der komplette Film eine lähmende Ansammlung alter Binsenweisheiten wäre. Eine vollkommen witzlose, altkluge Beobachtung. Grausam.
Mal wieder ein Fall, in welchem der Film nicht in der Lage war, die Versprechen des Trailers zu halten. Dachte ich nach dem Trailer noch Corinna Harfouch und Bruno Ganz würden in diesem Film die Hauptrollen spielen, musste ich leider erkennen, dass der Handlungsstrang um diese beiden Charaktere eigentlich den kleinsten Part im Film einnimmt. Wenn man nun noch bedenkt, dass die beiden anderen Geschichten, die erzählt werden, zwischen Langeweile und Unsinn pendeln und daher absolut nicht zu überzeugen vermögen, ist dies umso bedauerlicher.
Alles in allem kann der Film zur Not als Zeitvertreib herhalten, man kann diese Zeit aber sicher auch sinnvoller investieren ohne etwas verpasst zu haben.
Gähn, gepflegte Langeweile! Daran können auch die guten Schauspieler (wobei ich bei Bruno Ganz' Genuschel immer das Gefühl hatte, im fallen gleich die dritten Zähne raus) nichts ändern. Es ist einfach stink langweilig, die Gespräche, die man von jeder zweiten Party oder anderen Anlässen kennt von den Protagonisten des Filmes 1 zu 1 wiedergekäut zu bekommen. Es gibt keinen Kunstgriff, keine Überhöhung, nix, smalltalk auf niedrigem Niveau. Und dabei gehöre ich mit ziemlicher Sicherheit zu der von den Filmemachern angepeilten Zielgruppe der Zuschauer (welcher junge Mensch würde sich freiwillig so ein Gequatsche anhören?). Dementsprechend leer war es dann auch im Kino!
Dieser Film hat mich nicht aus dem Kinosessel gehoben, doch ich fühlte mich mit den drei Erzählsträngen, die sich später zusammenfinden gut unterhalten. Es wurde dem Zuschauer ein Spiegel vorgehalten, mit welchen platten Aussagen ein jeder von uns aufwartet und bittet uns um etwas mehr Um- und Nachsicht mit uns und unseren Mitmenschen. Kein Mensch ist auf Anhieb bereit eigene Unzulänglichkeiten hinzunehmen und dazu zu stehen. Mich haben diese Denkanstöße angenehm berührt weil nie ein erhobener Zeigefinger zu erahnen war, sonder vorher ein Schmunzeln aufblitzte.
Seit ich den Trailer zum Film gesehen habe, freue ich mich schon richtig auf den Kinostart von Giulias Verschwinden. Eine tolle Schauspielerbesetzung, die sehr viel verspricht. Nicht zueletzt, da Corinna Harfouch ( in "This is love" absolut brillierend)die Hauptrolle spielt.
Also ich und das ausverkaufte Kino fanden den Film hervorragend. Spritzige Dialoge, eine tolle Besetzung. Anscheinend ist es wohl wírklich nur ein Film ab einer bestimmten Altersgruppe. Zumindestens wurde in unserer Vorstellung sehr viel gelacht und am Ende auch applaudiert. Soviele Menschen aufeinmal können doch nicht wirklich irren ;-)
Ok, dann einigen wir uns mal auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: C.H. ist eine wunderbare Schauspielerin, die auch hier ihre Rolle beherrscht. Aber die Dialoge der Geburtstagsgesellschaft sind im wesentlichen zum einschlafen, von geschliffenem Witz keine Spur.
Also mir geht es jetzt gar nicht um C.H. sondern dass es wirklich ein guter Film ist. Nicht umsonst hat er den Publikumspreis in der Schweiz erhalten,oder?
Publikumspreise sind ja immer so eine Sache und wenn der Drehbuchautor dann auch noch ein schweizer Vielschreiber ist, nicht ganz so verwunderlich. Macht nischt, Corinna Harfouch ist schon ne gute!
Klar - Corinna Harfouch ist ne Spitzen Schauspielerin und auch als Mensch wohl voll in Ordnung, wie ich in 2 kurzen Gesprächen mit ihr feststellen konnte. Ohne Allüren - richtig nett!
Ich glaube, das Bittere an dem ganzen Film ist nicht, dass er witzig sein will, sondern, dass er genau die Realität abbildet. Geht doch mal in ein Restaurant und hört, was an den Nebentischen so abgeht. Genau das. Und hört auf die Teenies! Versteht die noch irgendjemand der Menschen, die älter als 28 sind?
Freilich geht es bei den Wartenden beim Italiener und der Leuten im Altersheim schwer ans Fremdschämen, aber: die Harfouch und der Ganz reißen es raus. Das fand ich einfach nur warmherzig und ehrlich schön.
Und Zürich sah so ganz anders aus. Was sagst Du, Patch?
Giulias Verschwinden - Kritik
CH 2009 Laufzeit 88 Minuten, FSK 6, Komödie, Kinostart 04.02.2010
Kritiken (5) — Film: Giulias Verschwinden
José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschen„Giulias Verschwinden“, der beim Filmfestival in Locarno 2009 den Publikumspreis gewann, verknüpft mit sicherer Hand diese drei Handlungsstränge miteinander. Ein Film wie Christoph Schaubs Komödie, in dem sehr viel geredet wird, ja in dem die Dialoge im Mittelpunkt von sehr langen Szenen stehen, birgt allerdings die Gefahr der Ermüdung in sich. So etwa wenn sich im Laufe eines Abends unter angeblich guten Freunden kein weiterer Diskussionsstoff als das Altern und die unterschiedlichen Strategien, dem entgegenzutreten, findet. Einige Inszenierungseinfälle wie das erwähnte Verschwinden des Spiegelbildes Giulias im Bus oder auch das Aufsetzen der Lesebrille wie auf Kommando, wenn es um das Bestellen im Restaurant geht, können zwar noch als witzig bezeichnet werden. Die Choreografie etwa in der Position von Alessia (Sunnyi Melles) direkt im Zentrum unter Botticellis „Geburt der Venus“, die penetranten Witze über die Vergesslichkeit von Giulias Freunden, die entweder das Portemonnaie oder das Geburtstagsgeschenk nicht finden können, wirken indes genauso arg konstruiert wie das Zugeständnis an den Zeitgeist, dass unter den Geburtstagsgästen unbedingt ein Schwulen-Pärchen sein muss.
Geht dadurch viel komödiantisches Potential verloren, so überzeugen vor allem die schauspielerischen Leistungen der zwei großartigen Darsteller Corinna Harfouch und Bruno Ganz, bei denen die vielzitierte „Chemie“ vom ersten Augenblick an stimmt. Die geschliffenen, von einer leisen Melancholie, aber auch von Lebensfreude und einer wunderbaren Selbstironie durchdrungenen Dialoge strafen den Jugendwahn in unserer Gesellschaft Lügen. Sprechen alle anderen dauernd vom Alter, so scheint John über das Alter erhaben, einfach alterslos zu sein.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenGiulias Verschwinden [...] reitet er genau auf dieser »wie lustig ist das Alter«-Welle. Sprüche wie »50 ist das neue 40« sind leider ernst gemeint.
Schuld an der Misere hat Martin Suter, der Vorlage und Drehbuch zu Schaubs Film beisteuerte. Einst hatte die Schweiz Literatur von Weltrang wie Frisch oder Dürrenmatt, inzwischen hat man Martin Suter. Der ist ein Großschriftsteller jener Art, über die vor 90 Jahren schon Robert Musil spottete, ein Spekulant in der Börse des Geistigen, der mit gutem Riecher auf »die richtigen Themen« setzt. [...]
Jenseits solcher Momente hat Giulias Verschwinden ein paar gute Ideen und ist – zum Beispiel mit Sunnyi Melles – auch in kleineren Rollen hervorragend besetzt. Doch schnell gleitet der Film immer wieder in die Gefilde durchschnittlicher TV-Ware ab. Auch darin geht es vorzugsweise um Frauen jenseits der 40, die durch allerhand Probleme lernen, dass es ihnen besser geht, als sie dachten.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Nina Zimnik: http://film-dienst.kim-info...
Kommentar löschenUnvermittelt fällt der erste Kuss, was ein bisschen so wirkt, als hätten die Schauspieler in der körperlichen Geste Zuflucht vor den schwachen Dialogen gesucht, ist der Film nicht nur an dieser Stelle alles andere als glaubwürdig...bereitet er in „Giulias Verschwinden“ jetzt sexistische und altersdiskriminierende Realitäten als harmloses Märchen für „Silver Agers“ auf.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenGiulias Verschwinden" spielt an einem einzigen Abend und an wenigen Schauplätzen. Heiterkeit und Melancholie halten sich ideal die Waage in dieser lustvollen Komödie, in der wenig geschieht, es aber dafür umso mehr Raum gibt für Reflektionen und Gedanken.
Der bekannte Schweizer Romanautor und Kolumnist Martin Suter schrieb die lebensklugen, manchmal frechen, brillanten Dialoge. Eigentlich hatte er das Drehbuch seinem Freund und Stammregisseur Daniel Schmid ("La Paloma“, "Beresina") zugedacht. Doch der starb, bevor er es filmisch umsetzen konnte, und es sollte eine Weile dauern, bis es auf dem Tisch von Christoph Schaub landete. Seine Inszenierung kommt leichtfüßig, munter und poetisch daher und zeugt von großer Liebe zu den kleinen Dingen und den Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit. Der Spiegel als Gradmesser des Alters ist dabei stets latent präsent.
Zum Leben gebracht wird das heiter-melancholische Ensemblestück dank der vortrefflichen…
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Nino Klingler: critic.de
Kommentar löschenDas Schauspielerensemble hat sichtlich Freude daran, Suters pointenreiche Unterhaltungen mit einem gehörigen Maß an Selbstironie aufzuladen, die Gebrechen ihrer Figuren und das eigene Alter gleichermaßen auf die Schippe zu nehmen. Das Ergebnis sind wunderbar dynamische Dialogszenen, mit Verve gespielt als Pingpong-Matches voller Anzüglichkeiten und verdeckter Melancholie. Christoph Schaub inszeniert diese nicht als platte Schuss-Gegenschuss-Reihen, sondern ermöglicht Cutterin Marina Wernli dank der Verwendung zweier Kameras die Konstruktion äußerst komplexer filmischer Räume.
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Kommentare (5) — Film: Giulias Verschwinden
Kommentar schreibender cineast 2012/01/22 22:50:11
Kommentar löschenGrober philosophischer Etikettenschwindel, welcher vorgibt es handle sich hier um einen Harfouch-Ganz-Film. Diese beiden Künstler jedoch haben zwei kleine Szenen. Ein Film der so versucht hat sich zu vermarkten und bekannt zu werden. Das alles würde man vergessen, wenn nicht der komplette Film eine lähmende Ansammlung alter Binsenweisheiten wäre. Eine vollkommen witzlose, altkluge Beobachtung. Grausam.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Taddl 2012/01/22 22:51:40
Antwort löschenVorgemerkt.
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Mr Vincent Vega 2012/01/22 22:52:27
Antwort löschenJa, klingt ganz gut.
der cineast 2012/01/22 22:55:31
Antwort löschenWenn das wirklich passiert wäre, hätte ich gelächelt.
Chris1981 2010/09/16 01:28:18
Kommentar löschenMal wieder ein Fall, in welchem der Film nicht in der Lage war, die Versprechen des Trailers zu halten. Dachte ich nach dem Trailer noch Corinna Harfouch und Bruno Ganz würden in diesem Film die Hauptrollen spielen, musste ich leider erkennen, dass der Handlungsstrang um diese beiden Charaktere eigentlich den kleinsten Part im Film einnimmt. Wenn man nun noch bedenkt, dass die beiden anderen Geschichten, die erzählt werden, zwischen Langeweile und Unsinn pendeln und daher absolut nicht zu überzeugen vermögen, ist dies umso bedauerlicher.
Alles in allem kann der Film zur Not als Zeitvertreib herhalten, man kann diese Zeit aber sicher auch sinnvoller investieren ohne etwas verpasst zu haben.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alter.native 2010/02/13 17:40:48
Kommentar löschenGähn, gepflegte Langeweile! Daran können auch die guten Schauspieler (wobei ich bei Bruno Ganz' Genuschel immer das Gefühl hatte, im fallen gleich die dritten Zähne raus) nichts ändern. Es ist einfach stink langweilig, die Gespräche, die man von jeder zweiten Party oder anderen Anlässen kennt von den Protagonisten des Filmes 1 zu 1 wiedergekäut zu bekommen. Es gibt keinen Kunstgriff, keine Überhöhung, nix, smalltalk auf niedrigem Niveau. Und dabei gehöre ich mit ziemlicher Sicherheit zu der von den Filmemachern angepeilten Zielgruppe der Zuschauer (welcher junge Mensch würde sich freiwillig so ein Gequatsche anhören?). Dementsprechend leer war es dann auch im Kino!
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
lucie 2010/02/05 08:44:40
Kommentar löschenDieser Film hat mich nicht aus dem Kinosessel gehoben, doch ich fühlte mich mit den drei Erzählsträngen, die sich später zusammenfinden gut unterhalten. Es wurde dem Zuschauer ein Spiegel vorgehalten, mit welchen platten Aussagen ein jeder von uns aufwartet und bittet uns um etwas mehr Um- und Nachsicht mit uns und unseren Mitmenschen. Kein Mensch ist auf Anhieb bereit eigene Unzulänglichkeiten hinzunehmen und dazu zu stehen. Mich haben diese Denkanstöße angenehm berührt weil nie ein erhobener Zeigefinger zu erahnen war, sonder vorher ein Schmunzeln aufblitzte.
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GoldenGirl62 2009/12/31 12:13:04
Kommentar löschenSeit ich den Trailer zum Film gesehen habe, freue ich mich schon richtig auf den Kinostart von Giulias Verschwinden. Eine tolle Schauspielerbesetzung, die sehr viel verspricht. Nicht zueletzt, da Corinna Harfouch ( in "This is love" absolut brillierend)die Hauptrolle spielt.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
alter.native 2010/02/13 17:44:16
Antwort löschenTrailer sagen leider oft nicht die Wahrheit über den Film! Da wird rasant zusammen geschnitten was in seiner Gänze einfach nur langweilt.
GoldenGirl62 2010/02/13 23:39:52
Antwort löschenAlso ich und das ausverkaufte Kino fanden den Film hervorragend. Spritzige Dialoge, eine tolle Besetzung. Anscheinend ist es wohl wírklich nur ein Film ab einer bestimmten Altersgruppe. Zumindestens wurde in unserer Vorstellung sehr viel gelacht und am Ende auch applaudiert. Soviele Menschen aufeinmal können doch nicht wirklich irren ;-)
alter.native 2010/02/14 13:47:42
Antwort löschenOk, dann einigen wir uns mal auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: C.H. ist eine wunderbare Schauspielerin, die auch hier ihre Rolle beherrscht. Aber die Dialoge der Geburtstagsgesellschaft sind im wesentlichen zum einschlafen, von geschliffenem Witz keine Spur.
GoldenGirl62 2010/02/14 14:42:14
Antwort löschenAlso mir geht es jetzt gar nicht um C.H. sondern dass es wirklich ein guter Film ist. Nicht umsonst hat er den Publikumspreis in der Schweiz erhalten,oder?
alter.native 2010/02/14 18:28:27
Antwort löschenPublikumspreise sind ja immer so eine Sache und wenn der Drehbuchautor dann auch noch ein schweizer Vielschreiber ist, nicht ganz so verwunderlich. Macht nischt, Corinna Harfouch ist schon ne gute!
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GoldenGirl62 2010/02/14 19:14:45
Antwort löschenKlar - Corinna Harfouch ist ne Spitzen Schauspielerin und auch als Mensch wohl voll in Ordnung, wie ich in 2 kurzen Gesprächen mit ihr feststellen konnte. Ohne Allüren - richtig nett!
bootsmann13 2010/02/18 18:17:19
Antwort löschenIch glaube, das Bittere an dem ganzen Film ist nicht, dass er witzig sein will, sondern, dass er genau die Realität abbildet. Geht doch mal in ein Restaurant und hört, was an den Nebentischen so abgeht. Genau das. Und hört auf die Teenies! Versteht die noch irgendjemand der Menschen, die älter als 28 sind?
Freilich geht es bei den Wartenden beim Italiener und der Leuten im Altersheim schwer ans Fremdschämen, aber: die Harfouch und der Ganz reißen es raus. Das fand ich einfach nur warmherzig und ehrlich schön.
Und Zürich sah so ganz anders aus. Was sagst Du, Patch?
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