Glaubensfrage

Doubt (2008), US
Laufzeit 104 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 05.02.2009

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7.8 Kritiker
31 Bewertungen
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von John Patrick Shanley, mit Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman

Bronx, 1964: Der charismatische Priester Flynn wird an die St. Nicholas Schule versetzt. Seine Bemühungen, die strikten Regeln zu durchbrechen, sind der strengen Direktorin Schwester Aloysius Beauvier von Anfang an ein Dorn im Auge. Als Flynn sich scheinbar zu aufopfernd um den ersten und einzigen schwarzen Jungen der Schule kümmert, wächst bei Schwester Beauvier und der jungen Schwester James ein dunkler Verdacht. Ohne eindeutige Beweise beginnen sie einen persönlichen Feldzug gegen den dynamischen Priester. – Eine packende Story über Wahrheit, gesellschaftliche Veränderung und die zerstörerischen Kräfte von blinder Justiz in einer von Vorurteilen geprägten Ära.

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Cast & Crew


Kritiken (17) — Film: Glaubensfrage

SoulReaver: CinemaForever

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7.0Sehenswert

[...] Shanley inszenierte mit 'Glaubensfrage' einen wichtigen Film, der nicht nur während der Laufzeit beschäftigen sollte, sondern auch nach dem Abspann noch nachdenklich stimmen. Shanley stellt die Methoden und das System der Kirche in Frage, genau wie die Macht des Glaubens. Eine Auseinandersetzung zwischen alten unveränderbaren Richtlinien (Schwester Aloysius) und frischem Wind (Pater Flynn), wird intelligent in die schlimme Unwissenheit gedrückt. Am Ende steht jeder für sich alleine da und muss sich entscheiden in welche Richtung er nun geht. Glaubt er an das Gute im Menschen, oder zweifeln wir an Bezugspersonen und schreiten durch eine unergründliche Welt, irgendwo gefangen zwischen Wahrheit, Lüge und Verdacht. Mit Sicherheit ist der zweite Weg nicht beruhigend und erfüllend, aber wohl ein Stückweit realistischen und ehrlicher, ganz besonders im Umgang mit sich selbst. Zweifel sind immer erlaubt, doch das Verurteilen muss gerechtfertigt sein. [...]

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ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/

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8.0Ausgezeichnet

[...]„Glaubensfrage“ spinnt den Faden einer einfachen, aber substantiellen Story rund um seine Charaktere, aus deren betont parabelhaft eingefangenen Darstellungen der Film seine Fragestellungen destiliert. Das geht in seiner Umsetzung über weiteste Strecken nicht gerade einen Schulterschluss mit dem Medium Film ein und bleibt seiner Theaterherkunft unumwunden treu, ist aber vor allem dank ausgezeichneten Schauspiels auch auf Leinwand und im Fernsehen mehr als nur einen flüchtigen Blick wert. Das Ende lässt einiges offen und bietet genügend Anlass, sich einmal eingehender mit den moralischen Standpunkten auseinanderzusetzen, denn ein apodiktisches Urteil fällt der Film nicht. Damit bleibt am Schluss etwas stehen, wozu nicht viele Produktionen, besonders nicht jene mit heiklen Themen, den Mut aufbringen: Zweifel...[...]

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Ein wenig enttäuscht war ich allerdings schon, hatte ich mich doch vor allem auf die Streitgespräche dieser beiden schauspielerischen Schwergewichte gefreut. Leider kamen diese Gespräche ein wenig zu kurz. Da hätte ich mir gewünscht, dass die langsame Eskalation noch mehr in den Gesprächen der beiden dargestellt werden würde. Aber: unter dem Strich bleibt „Glaubensfrage“ ein sehr guter Film, der mit vielen kleinen Details (Kameraführung) und großen Schauspielleistungen punkten kann.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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8.0Ausgezeichnet

Ein Hollywood-Film über einen katholischen Priester an einer Schule - da kann es heutzutage nur um Kindesmißbrauch gehen. Soweit, so platt und einfallslos. Aus der vorurteilsgetränkten Ausgangssituation spinnt Doubt aber eine durchaus intelligente Geschichte. [...]

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José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Entsprechend seinem Ursprung als Bühnenstück zeigt „Glaubensfrage“ seine besonderen Stärken in den kammerspielartigen Wortgefechten, die sich die zwei, wohl zu den wandlungsfähigsten ihres Faches gehörenden Protagonisten liefern. Die Regie trägt indes auch dazu bei, diese Wortduelle zu betonen. Denn von Bedeutung sind nicht nur die großartigen Dialoge, sondern etwa auch die Frage, wer wo Platz nehmen darf.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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7.5Sehenswert

"Glaubensfrage" ist dabei natürlich zuvorderst weniger durch die noch unerfahrene Hand des Regisseurs geprägt, sondern durch die Performance der beiden schauspielerischen Schwergewichte Streep, für diese Rolle Oscar-Nominiert, und Hoffman, die hier aufeinanderprallen, einen memorablen Eindruck hinterlassen und die Stärke des Konzepts der Geschichte unterstreichen. So gehören die Streitgespräche folgerichtig zu den stärksten und eindrücklichsten Szenen des Films, dem man in seiner bedächtigen Ruhe und dem kammerspielartigen Charakter seine Bühnenherkunft jederzeit ansieht, was aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Ganz im Gegensatz zu der etwas unter den Tisch gefallenen Rolle von Donald Miller, der zu sehr in die bloße Rolle des Streitobjekts und nicht als vollwertige Person skizziert wird. Es ist ein etwas anderer Film, der mit „Glaubensfrage“ geschaffen worden ist. Ein sehr interessanter Film, der sich wohltuend von der Hektik vieler heutiger Kinofilme unterscheidet und der auch am Schluss die klare Antwort verweigert, was nur konsequent ist. Der Zweifel beim Zuschauer muss bleiben, ein Zweifel den auch Aloysius Beauvier schlussendlich erdulden muss. Ein Zweifel gar, der nicht nur auf die Sache bezogen ist, sondern vielleicht sogar noch viel Weiter in die Tiefen ihres Glaubens eindringt

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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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8.5Ausgezeichnet

Wesentlichen Anteil am Gelingen dieser zeitlosen Geschichte haben die Darsteller, allen voran Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman. Es wäre ein Leichtes, Schwester Aloysius als die Karikatur einer verbohrten Frömmlerin der Lächerlichkeit preiszugeben. Doch die Streep, mit all ihrer Erfahrung, tappt nicht in diese Falle. Bei ihr behält auch der „Drache“ von St. Nicholas (Zitat Pater Flynn) seine Würde. Die Intensität und Dynamik der Wortgefechte zwischen ihr, der resoluten Asketin, und Pater Flynn, dem Prototyp eines lebensbejahenden Genussmenschen, zeugen von Shanleys Qualitäten als Autor.

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Kaltduscher: MoviezKult.de

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8.0Ausgezeichnet

[...]Doch im weiteren Verlauf des Films gelingt es Shanley immer wieder, durch geschickt gesetzte Wendungen und Ereignisse, wie zum Beispiel einer beherzten Predigt des Pfarrers mit einer Parabel auf das Streuen falscher Tatsachen, mit den Gedanken der Zuschauer zu spielen. Es ist ein stetes Auf und Ab und es sind die Zweifel, die den Zuschauer noch weit nach Ende des Films beschäftigen. Mit einfachen Mitteln gelingt Shanley so eine Berg-und-Talfahrt der Gefühle, Kino mit Anspruch und Verstand.[...]

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Flibbo: wieistderfilm.de

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7.0Sehenswert

Zu den prächtigen, bunten Werken von epischer Länge gesellt sich mit „Glaubensfrage“ (Originaltitel: „Doubt“ = Zweifel) ein sehr schlichter Film zu den Nominierten für den Oscar 2009, welcher durchaus auch Beachtung verdient hat. Jedoch muss man sagen, dass das eigentlich sehr brisante Thema des Films nur oberflächlich behandelt wird, wodurch fast nur noch eines übrig bleibt: Das Vergnügen an einem hervorragenden Schauspielensemble. [...]

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TheCorey: MovieMaze

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7.5Sehenswert

Inszenatorisch zeugt GLAUBENSFRAGE davon, dass Shanley selten Regie bei einem Spielfilm führt. Er experimentiert etwas mit der Kamera und präsentiert oft Einstellungen, die aus der Schräge kommen und gerne auch in Nahaufnahmen ihren Darstellern zu Leibe rücken. Dies wirkt ebenso wie Howard Shores Komposition bisweilen aufdringlich, wie ohnehin die Geschichte meist vor sich dahinplätschert. Die große Stärke des Filmes ist daher weniger seine Handlung, sondern vielmehr sein Schauspielensemble.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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8.0Ausgezeichnet

Gerade vor dem Hintergrund der Entschuldigung, die von Papst Benedikt gegenüber den Missbrauchsopfern von katholischen Priestern in den USA auf seiner letzten Reise nach Amerika ausgesprochen wurde, erhält dieser Film zusätzliche Brisanz. In den vergangenen Jahrzehnten wurden...

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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5.5Geht so

Trotz großer Besetzung müffelt die Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks doch allzu oft nach verstaubtem Theater. Zu groß, zu Klischee beladen wirken die Charaktere und irgendwie mag man weder der Streep noch Hoffman ihre Rollen so ganz abkaufen. Zu oft hat man den fortschritlichen Priester und die verbissene, freudlose Nonne schon in dieser Form dargestellt gesehen. Das titelgebende Herumgeiere um die zentrale Frage, ob der Priester sich jetzt an dem Jungen vergangen hat, ob der Junge tatsächlich schwul ist oder ob sich Schwester Streep das alles nur aus den kurzbenagelten Fingern gesaugt hat, wird nie wirklich thematisiert. Auch wenn nicht wirklich Langeweile aufkommt, fühlen sich die Handlung einfach nach zu wenig an, wenn die 100min Spielzeit vorbei sind. Durch die Ambivalenz, den fehlenden Mut das Thema wirklich zu analysieren und das extrem knirschende Ende (Meryll Streeps letzter Satz ist in der Tat für eine Runde fremdschämen gut), verliert der Film letztlich die Relevanz die er so gern hätte. Die Rededuelle der beiden Gegenspieler erreichen nie wirkliche hohe Dramaqualität, auch wenn sich Streep und Hoffman alle Mühe geben - der Text gibt einfach nicht viel mehr her. Durch die bewusste Aussparung von Details, verliert das Drama zudem einiges an Fallhöhe, denn das Opfer der vermeintlichen Tat, kommt letztlich nur am Rande vor. Verschenktes Potential, in einem typisch leichtgewichtigen Oscar-Köder-Film, der wohl nur wg seines boulevardträchtigen Grundthemas für soviel Aufmerksamkeit sorgt. Ein Meisterwerk? Ich habe "Zweifel."

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sushi25: movie-fan.de

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7.0Sehenswert

Theaterverfilmung mit großartigen Schauspielern und immer aktuellen Thema. Drama mit etwas offenen Ende.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.0Herausragend

«Doubt» ist zweifellos ein herausragendes Drama mit virtuosen Leistungen der Schauspieler und einer mitreissenden Handlung.

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J. Berardinelli: ReelViews J. Berardinelli: ReelViews

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10.0Herausragend

Es ist ein Drama von hohem Kaliber, gestaltet durch Worte und Charaktere und gedreht mit einer Einfachheit, die im starken Gegensatz zu der Komplexität der Leute und Fragen auf der Leinwand steht.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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10.0Herausragend

"Glaubensfrage" ist exakt und erbarmungslos geschrieben, zeigt kraftvolle schauspielerische Leistungen und hat zeitlose Relevanz. Der Film bringt uns von Beginn bis zum Ende zum Nachdenken.

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patcharisma

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Mich bringt auch diese abgespulte Kritik zum denken. wenn das so ein tiefsinniger Film ist, sollte auch der Comment etwas Seele haben, eigentlich.


Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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9.5Herausragend

"So it's happened," sagt Meryl Streep als bedrohliche Schwester Aloysius. Mit diesen drei Worten trifft Glaubensfrage frostiger in unsere Herzen als der gruseligste Thriller. Streep bietet eine bravouröse Darstellung als die rasierklingenscharfe Nonne, die einen beliebten Priester der Pädophilie bezichtigt. Philip Seymour Hoffman ist in jedem Aspekt mit ihr gleichauf durch sein spektakuläres Porträt des geselligen, angeklagten Priesters Pater Flynn.

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Kommentare (38) — Film: Glaubensfrage

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mikkean

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Glaubensfrage", ohne mich hier als Oberster Richter aufzuspielen, erscheint mir als deutscher Titel ein bisschen pathetisch aufgeblasen. Ist es doch der Zweifel, der die zentrale Rolle im Drama von John Patrick Shanley einnimmt. Ganz gleich, wer nun in der Rolle der Mutter Oberin Aloysius oder ihres Vorgesetzten Pater Flynn steckt. Der Zweifel steckt hier im Detail, setzt sich fest in Herz und Verstand, pickst beständig wie ein Dorn und provoziert hier einen Krieg der Wörter, der Anschuldigungen, der Verleumdung, der Glaubensmodelle und Wert-Vorstellungen. Ein Glück, dass John Patrick Shanley sein eigenes, mit dem Pulitzer gewürdigtes, Werk selbst auf die Leinwand transferieren durfte. Und, ein wenig widersprüchlich klingend, hier eine famose Besetzung abgreifen konnte. Dabei meine ich nicht, dass jeder hier hätte Schauspielern hätte können, sondern, dass bei "Doubt" ganz klar eines vor allen anderen Aspekten überzeugt: die Worte. Die sind glänzend durchdacht, verleihen den beiden Gegenpolen Kontur und fesseln den Zuschauer ohne überspitzte Inszenierung. Denn "Doubt" ist im besten Sinne Theater im Kino-Gewand. Konzentriert sich auf je einen Schauplatz/eine Bühne und die Protagonisten, die dort gerade interagieren. Und warum setzt sich der Zweifel in einer katholischen Schuleinrichtung Mitte der 1960er Jahre? Ist es, weil hier erstmals ein schwarzer Schüler aufgenommen wird. Liegt es daran, dass sich ihm der vermeintlich gutmütige Pater Flynn mehr als angemessen annimmt? Oder ist dies alles nur die Wahn-Vorstellung einer naiven, unsicheren jungen Ordens-Schwester? Die mit einem Verdacht der Mutter Oberin die nötige Munition liefert, den progressiven Pater aus der Anstalt zu verbannen? Zweifel, er lauert in dieser Geschichte an jedem Ort und lässt dank, ganz klar, fantastischer Dramaturgie auch uns Zuschauer letztlich im Dunkel über die wahren Ausmaße des Geschehens. Was nur den Boden bereitet für ein exzellentes Stück altertümlicher Unterhaltung. Also Handy aus, Facebook zugesperrt und mal alle Sinne auf den Bildschirm konzentrieren. Wenn "Doubt" hier von einem Traum-Ensemble zum Leben erweckt wird. Keine Frage, Meryl Streep wurde geboren für die Rolle der Mutter Oberin. Da wirkt jede, auch überzogene Lobhudelei gleich angemessen. Und auch Amy Adams passt durch ihre Art perfekt in die Rolle der Schwester James. Sie schluchzt wie keine andere, setzt den Zweifel erst in die Welt und verzweifelt schließlich zunehmend selbst an der eigenen Unvollkommenheit. Mal ehrlich, auch wenn Adams immer ein bisschen rehäugig daherkommt, hier ist das mehr als angebracht. Auch Viola Davis hat in ihrem, etwas kürzeren, dennoch ungemein wichtigen Part, die Möglichkeit zu glänzen. Und wenn wir vom weiblichen Besetzungskader abrücken, landen wir bei dem Mann, der kann, wenn er gelassen wird. Hier sogar im sehr guten Rahmen. Philip Seymour Hoffman, schafft es, seinen Pater Flynn denkwürdig zu präsentieren und Meryl Streep in jeder Hinsicht Paroli zu bieten. Ein kleines, lautstarkes Werk, dass hoffentlich nicht zum aussterbenden alten Eisen gehört. Ist in einfach nur zu empfehlen.

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Bandrix

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Und das ZDF verbannt diese Perle ins Nachtprogramm! Bin durch Zufall darauf gestoßen und zum Glück am Ball geblieben.


mikkean

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Es ist schon eine Schande, den Sende-Anstalten scheinen ihre antiquierten Traumschiffe, Liebesschnulzen nach Pilcher oder Ferres-Vehikel wichtiger zu sein. Die wollen uns Zuschauer lieber nicht im Dauerschlaf stören ...


hundehaendla

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Bewertung2.5Ärgerlich

Schauderlich,
der Hundehaendla ist betrübt

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Die katholische Kirche hat es damit immer wieder in die Schlagzeilen geschafft. So ist das Thema ‘Missbrauch‘ immer wieder hoch aktuell. Die Medien berichteten von tatsächlichen, nachgewiesenen Fällen. Hier steht aber lediglich eine Vermutung der stock-konservativen, fundamentalistischen, lebensfeindlichen Schwester Alyosius im Mittelpunkt. Die spielt Meryl Streep beängstigend authentisch. Selten hat sie so voller Hass und versteckter Feindschaft dreingeblickt und gleichzeitig Verunsicherung mit Gewissheit und hehren Absichten verbunden. Sie erweckt anfangs Verärgerung und Ablehnung, später Mitleid. Ihr Gegenspieler ist der freundliche, hilfsbereite und herzensgute Pater Flynn (Philip Seymour Hoffman). Er hat nichts Verwerfliches getan, muss sich nur gegen die üble Verleumdung wehren. Erschwerend kommt noch hinzu, dass es ein farbiger Junge ist. Die Auseinandersetzung der beiden so unterschiedlichen Charaktere ist hohe Schauspielkunst und die Dialoge beackern das ganze Feld dieses so unerfreulichen Themas. Die berufliche Zukunft von Pater Flynn überrascht nicht. Nur die etwas zu kurz geratene, tränenreiche Einsicht von Schwester Aloysius kommt etwas unerwartet und wenig überzeugend. Da läuft schon der Abspann. Man muss einfach weiterdiskutieren.

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ihre-herrlichkeit

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Bewertung7.5Sehenswert

Meryl Streep gegen Phillip Seymour Hoffmann! Kampf der Giganten! Völlig routiniert und selbstverständlich legen sie beide eine schauspielerische Glanzleistung hin. Sie nehmen sich beide nichts, sie spielen nicht gegeneinander an, sie stellen sich nicht gegenseitig in den Schatten, sie sind einfach zwei der Größten im Geschäft, die ihren Job mit Perfektion beherrschen.
Das Thema ist nicht neu, die Inszenierung jedoch hervorragend. In keiner Sekunde wird die Kulisse, die Zeit und die einzelnen Rollen in Frage gestellt. Das Thema hätte durch ein anderes provokantes ausgetauscht werden können - für mich wäre es genauso faszinierend gewesen, diese beiden Koryphäen bei ihrem Schauspiel zu beobachten. Jede einzelne Mimik ist so extrem vielsagend und sei sie noch so unscheinbar. Und Meryl - meine Göttin - hat mit den Jahren nicht einen Funken an Würde verloren.
Bei sowas geht mir echt einer ab. Das war schön. Bitte mehr.

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Markbln

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Sie war ein bisschen "indie", würd ich sagen, kam mit Hosenanzug. Das finden die Hollywoodleute herrlich ungezwungen und mögen die ja an Berlin. Sie lässt dich herzlich grüßen.


ihre-herrlichkeit

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http://froyonation.files.wordpress.com/2012/01/yes-you-can-meme.jpg


Weltenkind

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Göttliche Streep. Göttlicher Hoffman. Göttlicher Film, eh klar.

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Benjamin Barker

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Bewertung7.0Sehenswert

Mehr Bühne zum Zelebrieren von Schauspielkunst denn Geschichtenerzählen im klassischen Sinne. Zum einen ist dies vorteilhaft, da so dem Cast die Chance gegeben wird, ihr individuelles Können unter Beweis zu stellen. In diesem Punkt geht die Rechnung auf; nicht nur Streep und Hoffman liefern sich ein erklassiges Psychoduell, auch Amy Adams kann sich behaupten und Viola Davis reichen ~10 Minuten, um sich im Gedächtnis des Zuschauers festzusetzen. 4 Oscarnominierungen für alle wichtigen Darsteller sprechen eine deutliche Sprache. Doch auf der anderen Seite wird so leider das hohe Potenzial verschenkt, das die Geschichte zweifellos mit sich brachte. Wird die interessante Ausgangslage anfangs noch produktiv weitergesponnen, lässt sie den Zuschauer gegen Ende mehr und mehr in der Luft hängen und schlussendlich leider unbefriedigt zurück. Da wäre deutlich mehr drin gewesen.
Zusammenfassend ist "Doubt" ein intensives Kammerspiel, das es über den Fokus auf seine begnadeten Darsteller leider versäumt, die eigentliche Handlung konsequent auszuführen. Schauspielkino deluxe.

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JohnnyKee

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Gib dir nen Ruck und schaufel noch ein paar Punkte drauf :>


Benjamin Barker

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@Punsha: Wollte es erst als abschließendes Zitat bringen.. Tatsächlich ganz stark.
@Johnny: Sorry, mehr sind von mir (zumindest vorerst) nicht drin. ;)


Jomo

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Bewertung7.0Sehenswert

Gut gespielt, aber nicht wirklich ausgewogen, denn (um nicht zu spoilern) für "Variante A" werden drei Opfer skizziert (inkl. Rektorin), für "Variante B" keines.

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denise

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Bewertung7.0Sehenswert

Bis auf das Ende ein wirklich gelungener Film, der das heikle Thema nie in schwarz und weißt malt, sondern jeder Perspektive ihren Raum gibt.

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Punsha

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Bewertung7.0Sehenswert

Das Ende sehr stark, aber dennoch zu früh.
Man hat das Gefühl, dass irgendetwas fehlt, sei es eine weitreichendere Auseinandersetzung mit durchaus interessanten Themen über den Glauben oder der nicht konsequent zu Ende geführte verbale Krieg zweier Heißsporne und großartiger Schauspieler. Ja, DOUBT lebt von seinem perfekt ausgewählten Darstellern, die ihre meist überzogenen und klischeehaften Figuren nicht der Lächerlichkeit preisgeben und sie durch eine äußerst überzeugende Darbietung retten. So verfolgt man die alltäglichen, weisen Predigten mit größtem Interesse und baut gleichzeitig Gefühle von Wut und Hass gegen das veraltete System der Kirche auf. Schade nur, dass der Film nicht alles entfalten kann, was in ihm steckt, denn er ist, sobald er geistig und dramaturgisch so richtig in Fahrt kommt, auch schon vorbei und endet mit etwas nie Dagewesenen und dem wohl einzig wirklichen Höhepunkt: Ehrlichkeit.

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crame442

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Doubt" (ein Titel, der kurioserweise zu "Glaubensfrage" wurde) ist ein ruhiger, doch nichtsdestoweniger ein dynamischer, mitgreifender und tiefsinniger Film. Da das Drehbuch auf einem Theaterstück basiert, kommt der Film auch eher wie ein Kammerspiel rüber.
Das schwierige Thema wird gut aufgearbeitet und die Story wird vor allem durch die Hauptcharaktere getragen, von denen jeder einzelne überzeugt:
Meryl Streep als strenge Schulleiterin, Philip Seymour Hoffman als undurchsichtiger, doch irgendwie auch sympathischer Pastor und Amy Adams als unschuldige, gutgläubige Schwester, die meiner Meinung nach super in die Rolle passt.
Am Ende muss jeder selbst entscheiden, was "richtiger" ist oder wer Recht hat. Doch vielleicht geht es nicht darum, wer Recht hat, sondern darum dass jeder einzelne der Figuren schließlich doch an ihrem Tun gezweifelt haben...

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Moppel1984

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Das Ende zu verraten ist aber nicht nett!


crame442

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Tut mir Leid, wenn ich gespoilert habe, allerdings wird ein Kommentar allgemein so definiert:
„Der Kommentar [...] erläutert die Wichtigkeit des Themas, interpretiert die Bedeutung, macht mit Zusammenhängen vertraut, stellt Kombinationen an, wägt unterschiedliche Auffassungen ab, setzt sich mit anderen Standpunkten auseinander und verhilft dem Leser dazu, sich ein abgerundetes Bild über das Ereignis zu machen.“
Mehr habe ich nicht gemacht!


Tyler.Fincher

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Bewertung9.0Herausragend

Mit simplen Mitteln, ein maximales Ergebnis erzielen. "Doubt" schafft das wunderbar und präsentiert sich aufgrund seiner Theaterstückwurzeln recht Locationarm und einer simplen Story. Die hat es dann aber auch in sich und wird von einem starken Script (sehr gute Dialoge) und noch stärkeren Schauspielern getragen. Des Weiteren spielt der Film sehr gut mit den Vorurteilen des Zuschauers, lässt einen an seinem eigenen Urteil zweifeln und bringt einen mit zunehmender Laufzeit immer mehr an den Rand des eigenen Zweifels. Zwiespalt und Ungewissheit sind das Ergebnis und man ist selbst hin und hergerissen…spätestens wenn eine gewissen Person mit ihrem Auftritt einem das Fundament unter seinen Füßen wegzieht und man nur ungläubig dreinschauen kann. Drama at it’s best!

Ich hatte erst an 8,5 gedacht aber nach einer Nacht Schlaf muss ich auch 9 erhöhen!

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Morrow

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Bewertung9.0Herausragend

Starkes Charakterkino. Der Film nimmt einen durch die intensiven Darstellungen der Schauspieler gefangen.
Im Original heißt der Film "Doubt" (Zweifel), und genau darum geht es.
Der Zuschauer ist der Spielball zwischen den Fronten: Auf der einen Seite der charismatische Priester Flynn, nett und sympathisch, auf der anderen Seite Schwester Bouvier, streng, ernst und kühl. Bis zu einem bestimmten Punkt im Film ist die zentrale Frage: Hat er es getan oder nicht? Die eigenen Vermutungen darüber werden abwechselnd immer wieder bekräftigt oder entkräftet, und neben den Dialogen, in denen beide Charaktere stets für ihren eigenen Standpunkt sprechen, bleiben einem nur eine handvoll vage Szenen über die "Wahrheit", die man so oder so interpretieren kann.
Die emotionale Szene zwischen Schwester Bouvier und Mrs. Miller bringt dann nochmal eine komplett andere Sichtweise ins Spiel. Und auch nach dem starken Ende bleibt dem Zuschauer nur eines: Zweifel...
Nicht nur Zweifel über das, was wirklich passiert oder nicht passiert ist, sondern auch Zweifel an der eigenen Sichtweise und der Art, sich vorschnell eine Meinung zu bilden.

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golden-cocos

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Brilliantes Ende und super Besetzung, vor allem Meryl Streep.

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Sonse

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"It takes a cat to catch a mouse", sagt eine Hausmeisterin, nachdem eine Katze in Rekordzeit eine Maus erlegt hat. Und? An wem zweifelt ihr hier mehr? Mieze oder Mäuserich? Und nochwas anderes: Kommen alle Metaphern in diesem Film ähnlich "subtil" daher?

Die Antwort auf die erste Frage überlasse ich euch, die auf Frage Zwei kann ich nur mit voller Inbrunst und zweifelsohne mit "Ja" beantworten. Ein weiteres Bild, das mit der Holzhammer-Methode präsentiert wird, ist das Wetter, oder präziser der Wind, der nicht nur mehrmals gezeigt, sondern auch in aller Ausführlichkeit kommentiert wird... Shanley, der hier wohl durchaus ein sehr gutes Theaterstück geschrieben hat, strauchelt da ein klein wenig bei dessen Umsetzung ins Medium Film.

Nachdem ich "Doubt" nun zum zweiten Mal gesehen habe, hatte ich das Gefühl meine damalige Wertung, sowie meinen Kommentar korrigieren zu müssen, und zwar weiter ins Positive. Was "Doubt" an Subtilität in seinen Metaphern und Bildern abgeht, das versteckt der Film wiederum in feinen Details, in kurzen Szenen dieses unlösbarem Puzzlespiels und dem ausgezeichneten Spiel seiner Darsteller, mit ihren spitzfindigen Andeutungen und verschleierten Drohungen. Auf den zweiten Blick fühlte ich mich wirklich prächtig unterhalten.

Streeps Sister Aloysius macht ungemein Spaß als strenge Nonne, die jedoch keinesfalls so eindimensional ist, wie manche sie hier halten. Sie ist womöglich noch um einiges vielschichtiger als Hoffmans Priester, der jedoch auch weniger Details zeigen kann, und immer doppeldeutig bleiben muss. Beide Charaktere bekommen gleichermaßen Sympathiepunkte und blinkende Warnschilder vom Autoren in die Hand gedrückt.

Shanley kontrastiert seine plakative Symbolik bewusst mit einer vagen Erzählung und wirft dem Zuschauer nur Informationskrumen hin, auf dass er zwischen all seinen Zweifeln und jenen der Figuren, sein eigene Geschichte konstruiert. Das Hoffman am Ende kampflos davonzieht, wie viele hier kritisieren, ist nur ein weiteres Puzzlestückchen Shanleys, das dem Zuschauer zu denken gibt. Die Auslassungen sind alle ebenso bewusst, denn eigentlich zeigt der Film bereits erstaunlich viel, wenn man bedenkt, dass es in der Bühnenfassung nur vier Figuren gibt. Shanley sagte über sein Theaterstück, dass jeder Zuschauer nach der Vorstellung ein anderes Stück gesehen hat. Das in einen Film umzusetzen, ist ihm in meinen Augen gelungen.

Auch ist "Doubt" mit diesem ambivalenten Spiel keinesfalls sinnlos, da man trotz fehlender finaler Gewissheit durchaus zu eigenen Schlüssen kommen kann. Wenn ich nach dem zweiten Schauen nun alle Krumen in die Waagschale werfe, die ich von Shanleys Film aufgeschnappt habe, dann stelle ich bei mir eine Neigung zu einer Position fest, deren Auffassung des Falls ich mich eher anschließen würde. Dennoch bleiben natürlich Zweifel, doch genau darum geht es ja.

Abschließend noch ein erneutes und wichtiges Lob: Während Streep und Hoffman verlässlich grandios wie immer sind - stiehlt ihnen allen doch eine die Schau: Viola Davis' kurzer Auftritt als Mutter des Jungen ist und bleibt für mich neben all der anderen Duette hier der Höhepunkt des Films. Sie schafft es wirklich den Zuschauer am eigenen Standpunkt zweifeln zu lassen und spielt dabei alle an die Wand. Chapeau!

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patcharisma

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Interessant...


pellekraut007

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Grunz, chapeau für diese wunderbare Rezension...grunz!


davidleeuw

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Bewertung9.5Herausragend

Es ist eine wahre Freude, Hoffman und Streep bei ihrem Spiel zuzuschauen. Wie sie sich gegenseitig hochschaukeln bis beide zu zerbrechen drohen. Großartig in Worten, Blicken und Gesten und dazu ein Drehbuch mit guten Ideen und eine ebenso gelungene Kameraführung. Ein paar Minuten mehr hätten aber nicht geschadet, hätte mir das gerne noch länger angeschaut.

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stalker

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Bewertung6.5Ganz gut

Ja ja, tolle Schauspieler und auch Dialoge und so, Kritik an Kirche auch immer gut und das Thema Kindesmissbrauch ohnehin das Herzwutthema Nummer1, ja ja, hab mich trotzdem gelangweilt.

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nerii

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Geht mir genauso. Langeweile pur! Obwohl ich mich trotzdem zusammengerissen habe, den Film bis zum Ende zu sehen.... und man weiß immernoch nicht ob er es nun war oder nicht. Shit.


Marie Krolock

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Bewertung9.0Herausragend

Meryl Streep, Amy Adams und Philip Seymour Hoffmann = ganz großes Schauspiel!
Nachtrag: und Viola Davis!

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mikkean

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Ich freue mich schon auf diesen Film. Bei der Besetzung :)


Marie Krolock

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Auf jeden Fall, mich hat er gefangen genommen :)


stuforcedyou

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Regiedebüt des Pulitzerpreisträgers und "Mondsüchtig"- Autors John Patrick Shanley ist ein sehr dialoglastiges Werk. Ohne exzellente Darsteller wäre "Glaubensfrage" arg trocken und nüchtern, doch mit Meryl Streep, Amy Adams und Philip Seymour Hoffmann kann der Film auf ein herausragendes Ensemble zurückgreifen und bietet so intelligente Dramatik jenseits von großen Phrasen und Gesten. Das Gute an "Glaubensfrage" ist, dass er nicht alles aufklärt, es bleibt immer ein Rest Dunkelheit zurück, so dass eine selbsterklärende Lösung nicht zur Verfügung steht. Dies bedeutet das der Film nicht nur zur Diskussion einlädt, nein, er fordert sie geradezu. Dies ist gewiss nicht das Rezept für einen kurzweiligen Ausflug quer durch dramatischen, seichten Pathos, sondern ein schwerfällige wie auch wunderbar vielschichtige Parabel über Glaube und Wahrheit, Rassismus und Lüge.

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Jessy86

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Bewertung3.5Schwach

3,5 Punkte für die schauspielerische Leistung von Maryl Streep. Wäre sie nicht gewesen, hätte ich das Kino verlassen.
So ein gutes Filmthema, aus dem man viel mehr hätte machen können!
Ich war damals in der Sneak restlos enttäuscht.
Insgesamt: Schauspielerisch wunderbar, Thema ist mit Bedacht und gut gewählt worden, aber die Umsetzung ist einfach mangelhaft.

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Nerwus

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Bewertung9.0Herausragend

Trocken, anspruchsvoll und auf gar keinen Fall ausschliesslich für die Gläubigen unter den Zuschauern gedacht. Auch wenn ich bisher noch keine Sympathie für Philip Seymour Hoffman entwickeln konnte, passt er meiner Meinung nach in die Rolle eines Priesters wie die Faust auf´s Auge. Starker verbaler Konflikt zwischen Philip und Meryl Streep, großartig und überzeugend gespielt. Ein sehenswerter Film.

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