Filmplakat von Glaubensfrage Glaubensfrage

Doubt, US 2008 — Kritik

Kritiker — Sehenswert 7.9

Der Film Glaubensfrage wurde von 22 Kritikern bewertet.

Hausmeister: Nerdtalk.de

8.0Ausgezeichnet

[...] Ein wenig enttäuscht war ich allerdings schon, hatte ich mich doch vor allem auf die Streitgespräche dieser beiden schauspielerischen Schwergewichte gefreut. Leider kamen diese Gespräche ein wenig zu kurz. Da hätte ich mir gewünscht, dass die langsame Eskalation noch mehr in den Gesprächen der beiden dargestellt werden würde. Aber: unter dem Strich bleibt „Glaubensfrage“ ein sehr guter Film, der mit vielen kleinen Details (Kameraführung) und großen Schauspielleistungen punkten kann.

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Enk: Mental Savage

8.0Ausgezeichnet

Ein Hollywood-Film über einen katholischen Priester an einer Schule - da kann es heutzutage nur um Kindesmißbrauch gehen. Soweit, so platt und einfallslos. Aus der vorurteilsgetränkten Ausgangssituation spinnt Doubt aber eine durchaus intelligente Geschichte. [...]

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José Garcia: Textezumfilm

8.0Ausgezeichnet

Entsprechend seinem Ursprung als Bühnenstück zeigt „Glaubensfrage“ seine besonderen Stärken in den kammerspielartigen Wortgefechten, die sich die zwei, wohl zu den wandlungsfähigsten ihres Faches gehörenden Protagonisten liefern. Die Regie trägt indes auch dazu bei, diese Wortduelle zu betonen. Denn von Bedeutung sind nicht nur die großartigen Dialoge, sondern etwa auch die Frage, wer wo Platz nehmen darf.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

7.5Sehenswert

"Glaubensfrage" ist dabei natürlich zuvorderst weniger durch die noch unerfahrene Hand des Regisseurs geprägt, sondern durch die Performance der beiden schauspielerischen Schwergewichte Streep, für diese Rolle Oscar-Nominiert, und Hoffman, die hier aufeinanderprallen, einen memorablen Eindruck hinterlassen und die Stärke des Konzepts der Geschichte unterstreichen. So gehören die Streitgespräche folgerichtig zu den stärksten und eindrücklichsten Szenen des Films, dem man in seiner bedächtigen Ruhe und dem kammerspielartigen Charakter seine Bühnenherkunft jederzeit ansieht, was aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Ganz im Gegensatz zu der etwas unter den Tisch gefallenen Rolle von Donald Miller, der zu sehr in die bloße Rolle des Streitobjekts und nicht als vollwertige Person skizziert wird. Es ist ein etwas anderer Film, der mit „Glaubensfrage“ geschaffen worden ist. Ein sehr interessanter Film, der sich wohltuend von der Hektik vieler heutiger Kinofilme unterscheidet und der auch am Schluss die klare Antwort verweigert, was nur konsequent ist. Der Zweifel beim Zuschauer muss bleiben, ein Zweifel den auch Aloysius Beauvier schlussendlich erdulden muss. Ein Zweifel gar, der nicht nur auf die Sache bezogen ist, sondern vielleicht sogar noch viel Weiter in die Tiefen ihres Glaubens eindringt

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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

8.5Ausgezeichnet

Wesentlichen Anteil am Gelingen dieser zeitlosen Geschichte haben die Darsteller, allen voran Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman. Es wäre ein Leichtes, Schwester Aloysius als die Karikatur einer verbohrten Frömmlerin der Lächerlichkeit preiszugeben. Doch die Streep, mit all ihrer Erfahrung, tappt nicht in diese Falle. Bei ihr behält auch der „Drache“ von St. Nicholas (Zitat Pater Flynn) seine Würde. Die Intensität und Dynamik der Wortgefechte zwischen ihr, der resoluten Asketin, und Pater Flynn, dem Prototyp eines lebensbejahenden Genussmenschen, zeugen von Shanleys Qualitäten als Autor.

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Kaltduscher: MoviezKult.de

8.0Ausgezeichnet

[...]Doch im weiteren Verlauf des Films gelingt es Shanley immer wieder, durch geschickt gesetzte Wendungen und Ereignisse, wie zum Beispiel einer beherzten Predigt des Pfarrers mit einer Parabel auf das Streuen falscher Tatsachen, mit den Gedanken der Zuschauer zu spielen. Es ist ein stetes Auf und Ab und es sind die Zweifel, die den Zuschauer noch weit nach Ende des Films beschäftigen. Mit einfachen Mitteln gelingt Shanley so eine Berg-und-Talfahrt der Gefühle, Kino mit Anspruch und Verstand.[...]

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Flibbo: [neue Website coming soon]

7.0Sehenswert

Zu den prächtigen, bunten Werken von epischer Länge gesellt sich mit „Glaubensfrage“ (Originaltitel: „Doubt“ = Zweifel) ein sehr schlichter Film zu den Nominierten für den Oscar 2009, welcher durchaus auch Beachtung verdient hat. Jedoch muss man sagen, dass das eigentlich sehr brisante Thema des Films nur oberflächlich behandelt wird, wodurch fast nur noch eines übrig bleibt: Das Vergnügen an einem hervorragenden Schauspielensemble.

Meryl Streep glänzte schon in „Der Teufel trägt Prada“ als strenge Chefin, in „Glaubensfrage“ zwar mit deutlich weniger Modebewusstsein, aber nicht weniger überzeugend. Philip Seymour Hoffman gibt einen fantastischen Geistlichen ab. Die Bestürztheit in seiner Mimik angesichts der Vorwürfe gegen ihn, und die Leidenschaft, mit der er diskutiert, sind brillant, da er sehr ausdrucksstark spielt, aber nie zur Übertreibung neigt. Seine Predigten sind sehr hörenswert und bilden zum Teil die Höhepunkte des Films. Da denkt ma… Mehr

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TheCorey: Wicked Vision, Das Manifest...

7.5Sehenswert

Inszenatorisch zeugt GLAUBENSFRAGE davon, dass Shanley selten Regie bei einem Spielfilm führt. Er experimentiert etwas mit der Kamera und präsentiert oft Einstellungen, die aus der Schräge kommen und gerne auch in Nahaufnahmen ihren Darstellern zu Leibe rücken. Dies wirkt ebenso wie Howard Shores Komposition bisweilen aufdringlich, wie ohnehin die Geschichte meist vor sich dahinplätschert. Die große Stärke des Filmes ist daher weniger seine Handlung, sondern vielmehr sein Schauspielensemble.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

8.0Ausgezeichnet

Gerade vor dem Hintergrund der Entschuldigung, die von Papst Benedikt gegenüber den Missbrauchsopfern von katholischen Priestern in den USA auf seiner letzten Reise nach Amerika ausgesprochen wurde, erhält dieser Film zusätzliche Brisanz. In den vergangenen Jahrzehnten wurden...

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

5.5Geht so

Trotz großer Besetzung müffelt die Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks doch allzu oft nach verstaubtem Theater. Zu groß, zu Klischee beladen wirken die Charaktere und irgendwie mag man weder der Streep noch Hoffman ihre Rollen so ganz abkaufen. Zu oft hat man den fortschritlichen Priester und die verbissene, freudlose Nonne schon in dieser Form dargestellt gesehen. Das titelgebende Herumgeiere um die zentrale Frage, ob der Priester sich jetzt an dem Jungen vergangen hat, ob der Junge tatsächlich schwul ist oder ob sich Schwester Streep das alles nur aus den kurzbenagelten Fingern gesaugt hat, wird nie wirklich thematisiert. Auch wenn nicht wirklich Langeweile aufkommt, fühlen sich die Handlung einfach nach zu wenig an, wenn die 100min Spielzeit vorbei sind. Durch die Ambivalenz, den fehlenden Mut das Thema wirklich zu analysieren und das extrem knirschende Ende (Meryll Streeps letzter Satz ist in der Tat für eine Runde fremdschämen gut), verliert der Film letztlich die Relevanz die er so gern hätte. Die Rededuelle der beiden Gegenspieler erreichen nie wirkliche hohe Dramaqualität, auch wenn sich Streep und Hoffman alle Mühe geben - der Text gibt einfach nicht viel mehr her. Durch die bewusste Aussparung von Details, verliert das Drama zudem einiges an Fallhöhe, denn das Opfer der vermeintlichen Tat, kommt letztlich nur am Rande vor. Verschenktes Potential, in einem typisch leichtgewichtigen Oscar-Köder-Film, der wohl nur wg seines boulevardträchtigen Grundthemas für soviel Aufmerksamkeit sorgt. Ein Meisterwerk? Ich habe "Zweifel."

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sushi25: movie-fan.de

7.0Sehenswert

Theaterverfilmung mit großartigen Schauspielern und immer aktuellen Thema. Drama mit etwas offenen Ende.

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fko: filmsprung.ch

9.0Herausragend

«Doubt» ist zweifellos ein herausragendes Drama mit virtuosen Leistungen der Schauspieler und einer mitreissenden Handlung.

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J. Berardinelli: ReelViews

10.0Herausragend

Es ist ein Drama von hohem Kaliber, gestaltet durch Worte und Charaktere und gedreht mit einer Einfachheit, die im starken Gegensatz zu der Komplexität der Leute und Fragen auf der Leinwand steht.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times

10.0Herausragend

"Glaubensfrage" ist exakt und erbarmungslos geschrieben, zeigt kraftvolle schauspielerische Leistungen und hat zeitlose Relevanz. Der Film bringt uns von Beginn bis zum Ende zum Nachdenken.

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patcharisma

Mich bringt auch diese abgespulte Kritik zum denken. wenn das so ein tiefsinniger Film ist, sollte auch der Comment etwas Seele haben, eigentlich.


Claudia Puig: USA Today

9.5Herausragend

"So it's happened," sagt Meryl Streep als bedrohliche Schwester Aloysius. Mit diesen drei Worten trifft Glaubensfrage frostiger in unsere Herzen als der gruseligste Thriller. Streep bietet eine bravouröse Darstellung als die rasierklingenscharfe Nonne, die einen beliebten Priester der Pädophilie bezichtigt. Philip Seymour Hoffman ist in jedem Aspekt mit ihr gleichauf durch sein spektakuläres Porträt des geselligen, angeklagten Priesters Pater Flynn.

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Kommentare — Sehenswert 7.3

Der Film Glaubensfrage wurde von 307 Mitgliedern bewertet.

maslobojew

Bewertung9.0Lieblingsfilm

Konfliktreiches Drama mit starken Dialogen, eher konventionell gefilmt, was ich aber fast schon als wohltuend empfand und zu dem Stoff gut passt.

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willy50

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich bleib dabei: ZEHN

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OnurU.

Bewertung7.0Sehenswert

"Die Glaubensfrage" erzählt ein System das irgendwie nicht überein stimmt.Ein disziplinierte Direktorin muss sich unter den vielen schwierigkeiten, ein rießes großes Problem lösen.

Meryl Streep die den Direktorin so darstellt das es besser nicht gehen könnte, die sich mit den Problemen zu lösen kämpft.

Ein unterhaltsamer Film mit guten Schauspieler.

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Jones

Bewertung6.0Ganz gut

Philip Seymour Hoffman: super!
Meryl Streep: vielleicht sogar noch besser!
Setting und Thema sehr interessant.
Aber so ein wenig spannender hätte man das ganze ja schon verpacken können.
Vorallem aber die deutsche Syncronisation konnte mich nicht überzeugen.

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patcharisma

Bewertung6.5Ganz gut

Hier werde ich fast den Verdacht nicht los, dass sich der ganze Film nur um die Schauspieler & ihre Schauspielkunst dreht und die Geschichte fast zur Staffage und zu deren Setting verkommt. Eine Geschichte voller gesellschaftlichem Zündstoff eigentlich, erst noch aktueller denn je, aus ihr hätte man - Theaterstück hin oder her - doch einiges mehr rausholen & sie auch dramatischer ausgestalten dürfen. Die Szene, als sich Hoffman gegen Schluss einfach resigniert fröhlich bei seiner Kirchengruppe verabschiedet, empfand ich als Kniefall des Screenwriters, etwas mehr Kampfgeist des gemobbten Priester hätte durchaus sein dürfen. Trotz der tollen Dialoge, die das alles tragen, empfand ich gerade hier sein Schauspiel ziemlich schwach, weil routiniert.

Cher (die ich zwar nicht ausstehen mag) sagte mal über ihre Kollegin Streep 1983 nach dem gemeinsamen "Silkwood", dass sie eigentlich eine Schauspielmaschine sei. Vielleicht ist da doch was dran. Sie spielt diese böse Oberschwester auch irgendwie so wie wenn es ihr leicht von der Hand geht, wobei sie sich ihrer Stärken überbewusst scheint, das sickert hier durch. Ein Journalist fragte Meryl, ob es ihr Spass gemacht hätte, ein derartiges Miststück zu spielen und sie antwortete: "Und wie!" Ich jedenfalls musste oftmals ab ihr herzlich laut lachen, trotz aller autoritären Bösartigkeit & Ernsthaftigkeit der Figur empfand ihr Rollenspiel oft auch als ungewollte Persiflage. Ist das nun schon unfreiwillig komisch?

Am glaubwürdigsten empfand hier Amy Adams. Ihr subtiles Spiel erinnerte mich an Meg Tilly im wirklich grossartigen Klosterdrama-Kammerspiel "Agnes - Engel im Feuer" mit Jane Fonda von 1985. Fans dieses Films hier sollten den mal wiederentdecken und vergleichen. Eigentlich könnte ja grad diese Dreier-Crew hier das Remake davon besetzen, das wär ein Spass!

Tolle dramaturgische Feinheit: Wenn sich (endlich mal) was Unheilvolles anbahnt, ist das Bild plötzlich schief, statt dass wie üblicherweise die Musik anzieht, kleines aber feines Detail.

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notsch

Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Sie versuchen die Nächstenliebe unter dem Deckmantel der Tugend zu töten!"

Treffender als Phillip Seymour Hoffmann kann man eigentlich nicht formulieren, worum es in "Doubt" geht...ein progressiver Priester trifft auf eine erzkonservative, als Drachen auftretende Oberschwester, die mit ihren Methoden auch zu Zeiten der spanischen Inquisition keine allzu schlechte Figur gemacht hätte.

Natürlich verwehrt sich der Film am Ende eine klare Aussage, er macht aber auch deutlich, dass die Anschuldigungen von Schwester Aloysius vielleicht nicht völlig haltlos, aber dennoch aus der Luft gegriffen sind...ein schwuler Priester ist eine ebenso passende Erklärung, die ohne die von ihr propagierte kriminelle Energie auskommt. Die Konsequenzen, die das Prädikat schwul für einen Priseter in den 50er Jahren bedeutet haben mag, kann sich jeder leicht selber vorstellen. Es ist wirklich immer wieder erschreckend zu sehen, wie sehr man mit Halbwahrheiten und Andeutungen einem Menschen und in diesem Fall auch eindeutig einer Gemeinde Schaden zufügen kann. Ich will nicht verhehlen, dass die Anschuldigungen eventuell einen realen Hintergrund gehabt haben mögen, dennoch ist die Vorgehensweise von Meryll Streeps Charakter absolut inakzeptabel, was Sie sich selbst in der (insgesamt in meinen Augen eher unpassenden) Schlußszene auch selbst eingestehen muss...

Soviel zum Inhalt...das eigentlich Tolle an "Doubt" ist aber, dass die Thematik vom gesamten Schauspielerensemble wie auch von der schlichten Inszenierung großartig getragen wird. Die Inszenierung in Form eines Kammerspiels verhinderte zwar leider den großen kommerziellen Erfolg des Films, unterstreicht aber wirkungsvoll die herrschenden Kraft von Merryl Streeps Charakter, eine andere Herangehensweise hätte den Inhalt völlig konterkariert und wäre sicherlich fatal gewesen.

Ein kleiner Film, den kommende Generationen wohl trotz der fünf gerechtfertigten Oscarnominierungen allzu einfach übersehen werden...sehr schade!

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maniacmonkey

Bewertung10.0Lieblingsfilm

ausführliche Rezension folgt... irgendwann
bis dahin:
Großartiger Film, großartige Darsteller, großartige Adaption eines Bühnenspiels und blöder deutscher Verleihtitel!

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ChristiansFoyer

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Als der Autor John Patrick Shanley vor einigen Jahren die Arbeit an einem neuen Theaterstück begann, hatte er zunächst nur einen Titel: „Doubt“. In der Folge ersann er dazu eine Geschichte, die er auch ‚Guilt‘, ‚Innocence‘ oder ‚Certainty‘ hätte nennen können, die Shanley also mit sehr viel ausdrucksstärkeren, gewichtigen Worten hätte kennzeichnen können, die eine klarere Position bezogen hätten. Doch um klare Positionen ging es dem Oscar-prämierten Dramaturgen nicht, Shanley wollte eine Geschichte, fußend auf vermeintlich schwachen Positionen, geschaffen von Vorurteilen, Beeinflussbarkeit, Misstrauen und eben Zweifel (Doubt). Gewicht verlieh Shanley diesen Regungen einzig durch die Charaktere und ‚ihre‘ Positionen und natürlich anhand der Geschichte selbst, bei der sich der Zuschauer nicht nur mit den genannten Begriffen konfrontiert sieht, sondern selbst zu einer ganz persönlichen Auseinandersetzung mit ihnen gedrängt wird und eine, um den bereits überstrapazierten Begriff ein letztes Mal zu verwenden, Position beziehen muss.
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New York, 1964: Der 12jährige Donald Miller ist der erste dunkelhäutige Schüler an der renomierten katholischen Privatschule St. Nicholas und dieser Umstand wird von der drakonischen Rektorin Aloysius Beauvier ebenso verfolgt, wie die Schritte des unkonventionellen Pater Brendan Flynn. Sie setzt die junge Schwester James auf den Priester an und als diese einen wenig konkreten Verdacht äußert, beginnt die auf ihre altgedienten Werte versessene Aloysius ihren Feldzug gegen Flynn...
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Das letztlich „Doubt: A Parable“ genannte Theaterstück wurde zum Publikums- und Kritikererfolg, erhielt den Drama Desk- und Tony-Award in mehreren Kategorien, sowie den Pulitzer Preis. Die Umsetzung ins Medium Film übernahm Shanley höchstselbst, arbeitete sein reduziertes 4-Personen-Stück zu einem etwas breitgefächerteren Drehbuch um und übernahm, im Übrigen zum ersten Mal seit der recht formschwachen Tom Hanks/Meg Ryan-Anbandelei „Joe gegen den Vulkan“ (1990), auch die Regie. Die zentralen Themen sind dem Stoff während des Transfers natürlich nicht abhanden gekommen. Im Schatten der Ermordung von Präsident John F. Kennedy hält Pater Flynn zu Beginn eine Predigt über Zweifel und Gewissheit, ihren Gegensatz und ihre Gemeinsamkeit. Der Zusatztitel der Theatervorlage passt sofort auch zum Film. Parabelhaft sind Flynns Worte und nicht nur für den Moment, in dem er sie zu seiner Gemeinde spricht, sondern für ihn und den schwarzgewandeten Schatten, der sich ihm in Person von Schwester Aloysius nähert, die durch die Reihen schreitet und die Schüler von St. Nicholas zur Aufmerksamkeit ermahnt. Die Geschichte des verunglückten Seefahrers, der sich an der Unveränderbarkeit der Sterne orientiert, bis sich der Himmel bewölkt, er sie nicht mehr sehen kann und ihm Zweifel ob des eingeschlagenen Kurses kommen, überträgt sich auf die strenge Aloysius, deren Regiment an der Schule auf absoluter Regeltreue und disziplinarischer Härte basiert. Pater Flynn hingegen praktiziert das Prinzip der Nächstenliebe ungleich direkter, verschafft sich seinen Respekt nicht, indem er den Schülern Furcht einflösst, sondern indem er für sie da ist, besonders für den ausgesonderten Donald Miller. Mit seinem zugewandten Umgang und liberalen Art ist er der herrischen Direktorin schnell ein Dorn im Auge.
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„Glaubensfrage“ (einer jener deutschen Titel, die zwar irgendwie passen, am Kern der Sache aber zielgenau vorbei schießen) entpuppt sich schnell als ein Film, der den Sprung von der Bühne auf die Leinwand nicht zu vollstem Profit zu nutzen weiß, wie dies etwa, als aktuelles Beispiel, Ron Howard und Peter Morgan mit „Frost/Nixon“ gelang. Während dieser sich auf die volle Breite des Mediums streckte, bleibt Shanley seiner Aufführung als solches um einiges treuer. Dies geht jedoch keinesfalls auf Kosten der Qualität des Films, denn den Nutzen, den der Regisseur einerseits nicht aus den Möglichkeiten zieht, kommt andererseits der Geschichte und den Figuren durchaus entgegen. Viele Passagen inszeniert Shanley tatsächlich sehr bühnenhaft, raubt dem Geschehen damit sicherlich einiges an Schub, aber nichts an thematischer Kraft. Nach der längeren Einführung, in der die Tagesabläufe an der Schule geschildert werden und die Hauptfiguren in all ihrer Gegenteiligkeit dargestellt werden, ergibt sich der schreckliche Verdacht der Schwester Aloysius fast beiläufig, ohne gezielt dramatisches Aufbauschen. Wenn aber dann die Direktorin und der Pater im Beisein der von Aloysius zwischen alle Stühle gerückten Schwester James aufeinandertreffen und sich ihr Gespräch langsam auf den entscheidenen Punkt zubewegt, dann zeigt „Glaubensfrage“, warum er zum Wirken keine Breite in der Form benötigt. Es genügt die Dichte des Stoffes.
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Shanley geht seine Charaktere sicher alles andere als subtil oder vielschichtig an, die Verteilung ihrer Eigenschaften findet deutlichst statt, womit er das Interesse an ihnen als Personen, als Menschen, ebenfalls gering hält. Der Konflikt des Erzkonservativen gegen das Freidenkende ist nicht neu und nicht originell, was den Film antreibt ist der Zweifel. Dargestellt wird dieser am simpelsten von der an Worten und Werten zweifelnden Amy Adams als Schwester James, deren Sympathie für Pater Flynn im Konflikt steht mit der Ergebenheit zu Schwester Aloysius. An einigen Stellen trägt Adams dabei die Naivität etwas zu dick auf und manchmal gibt Shanley dem Zuschauer anhand ihrer Person zu offensichtlich zu verstehen, woran man gerade zu zweifeln hat. Als wankelmütige Bindung zwischen Beschuldigung und Rechtfertigung, zwischen dem was sicher ist und dem was vermutet wird, ist sie dennoch unerlässlich. Eben durch ihre gutgläubige Naivität und Wankelmütigkeit zwischen Verdacht und Erklärung mag man ihre Meinung nicht zur eigenen machen und bleibt am, genau, zweifeln.
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Beim Einstreuen von Hinweisen geht Shanley so geschickt wie manipulativ vor; wie gern möchte man dem charismatischen Flynn glauben und die engstirnig-verbohrte Aloysius zum Teufel jagen, doch das lässt der Film nicht zu. Die spannendste Komponente wird mit Donalds Mutter hinzugefügt, die einen völlig neuen Blickwinkel eröffnet und jedwede Absichten des Paters zu dulden bereit ist, solange sie nur weiß, dass da jemand ist, der ihren Sohn schützt. Diesen Moment einer überraschenden und, bedenkt man die Umstände, tief tragischen Offenbarung versieht Schauspielerin Viola Davis mit solcher Hingabe, Verzweiflung und Liebe, dass plötzlich beide Seiten, jene der Anklage und jene der Verteidigung, mit einer noch höheren Dichte versehen werden. Wiederum ohne, dass „Glaubensfrage“ in die Breite gehen muss, denn was Donalds Mutter zum Thema macht, sein gewalttätiger Vater, die Ablehnung der Mitschüler, seine möglichen homosexuellen Neigungen, werden außerhalb des Gesprächs kaum zum Bestandteil des Films.
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Neben den erwähnten Adams und Davis sind es selbstverständlich Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman, die mühelos in der Lage sind, die moralische Last der Geschichte auf ihren Rücken zu laden und daraus hervorragendes Schauspiel zu machen. Die Nonnengewänder und –hauben beschränken die Trägerinnen auf ihre Gesichter, was Streep mit ihrer mimischen Ausdruckskraft voll entgegen kommt und wieviel sie allein mit zuckenden Mundwinkeln und wandernden Augen macht, ist absolut beachtlich. In vielen Momenten kommt ihre Schwester Aloysius einem typischen ‚larger-than-life‘-Bösewicht sehr nahe, was dank Streeps Akkuratesse in der Anlegung ihres Spiels besonders in den entscheidenden Szenen aber nie so weit führt, dass man sie nicht mehr ernst nehmen kann. Die beiden längeren Gespräche mit Seymour Hoffman sind so mitreißend wie eine aufwendige Actioneinlage, denn dessen Spiel ist nicht minder minuziös in jeder Regung ausgeführt. Ein imponierendes Aufeinandertreffen zweier Ausnahmekönner.
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„Glaubensfrage“ spinnt den Faden einer einfachen, aber substantiellen Story rund um seine Charaktere, aus deren betont parabelhaft eingefangenen Darstellungen der Film seine Fragestellungen destiliert. Das geht in seiner Umsetzung über weiteste Strecken nicht gerade einen Schulterschluss mit dem Medium Film ein und bleibt seiner Theaterherkunft unumwunden treu, ist aber vor allem dank ausgezeichneten Schauspiels auch auf Leinwand und im Fernsehen mehr als nur einen flüchtigen Blick wert. Das Ende lässt einiges offen und bietet genügend Anlass, sich einmal eingehender mit den moralischen Standpunkten auseinanderzusetzen, denn ein apodiktisches Urteil fällt der Film nicht. Damit bleibt am Schluss etwas stehen, wozu nicht viele Produktionen, besonders nicht jene mit heiklen Themen, den Mut aufbringen: Zweifel...
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komplette Review siehe http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=418824324&blogId=507353936

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Frightener

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein toller Film, der vor allem von Meryl Streep unglaublich stark gespielt wird. Mir gefielen vor allem die tollen Sets und die geile Atmosphäre des Film, wobei ich sagen muss, dass ich das Ende ein wenig enttäuschend fand, da doch einiges im Unklaren bleibt

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DarkMermaid

Bewertung9.0Herausragend

Leider ist diesem Film keine große Aufmerksamkeit zuteil geworden. Allein die kammerspielartige Szene zwischen Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman ist das Eintrittsgeld wert.

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ska-p_lyric

Bewertung7.5Sehenswert

Sehr gut gespielt und absolut überzeugend rüber gebracht.

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magX

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Vorwurf der Film sei zu theatralisch lässt sich nicht von der Hand weisen. Der Film bietet auf visueller Ebene ziemlich wenig, kann jedoch in Sachen Handlung und Schauspielern überzeugen (allen voran Hoffman). Ein weiteres Problem des Films ist, dass er mit seiner Thematik und den Charakteren nicht für alle Menschen zugänglich ist.

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FrauMaier

Bewertung5.0Geht so

Schwieriges Thema gut erzählt. Mir fehlte eine Identifikationsfigur zwischen all diesen schrägen Gläubigen.

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Trevedas

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Bei dieser hochkarätigen Besetzung wäre zweifelsohne viel mehr drin gewesen. Bis der Film richtig anfängt, vergehen schon mal 40 Minuten, durch die man sich wirklich schon durchquälen muss. Mit dem ersten Aufeinandertreffen von Hoffman und Streep gewinnt der Film aber an Kraft. Die Rededuelle der beiden sind schon große Klasse und beide zeigen eindrucksvoll, warum sie zu den besten Schauspielern in Hollywood gehören. Auch Amy Adams macht als unsichere, naive Schwester auf sich aufmerksam, ebenso wie Viola Davis als Mutter des kleinen Jungen, doch so unglaublich großartig war ihre Vorstellung nun nicht - "nur" gut trifft es eher.
Aber: so unfassbar zäh die ersten, praktisch schon fast überflüssigen 40 Minuten (Man hätte die ganze Einführung auch in 10-20 Minuten hinbekommen können) sind, so schnell vergeht der gesamte Rest und das viel zu schnell. Vieles wird nur angedeutet, aber so richtig mit den Charakteren oder dem eigentlichen Vorfall will sich der Film nur anbei befassen. Eien Frage nach der anderen wirft der Film auf und die Beantwortung der Frage überlasst man ganz dem Zuschauer. Was ist denn nun passiert? Ist was passiert? Was hat es mit dem Priester auf sich? Hat er den kleinen Jungen missbraucht? Ist er schwul? Ist der kleine Junge vielleicht sogar schwul? Ist sich die Direktorin wirklich sicher? Oder hakt sie nur nach, weil sie den Priester, der die kirchliche Modernisierung personifiziert, nicht mit ihrer erzkonservativen Einstellung akzeptieren kann? Ja viele Fragen, viel wo man darüber diskutieren kann, aber es fesselt einfach nicht in dem Maße, wie der Film vielleicht gerne hätte. Nur das heikle Sujet nehmen reicht einfach nicht aus. Am Ende leider nicht der ganz große Wurf, den ich aufgrund der Besetzung und der Thematik erwartet hätte, dennoch unbedingt sehenswert.
Und by the way, der Score war ganz grausig.

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Samira

Bewertung9.0Herausragend

Die Szenen zwischen Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman sind außerordentlich stark, zwei so unterschiedliche Charaktere treffen aufeinander. Auch der Schluß ist überraschend und klärt auf, warum der Titel "Doubt" gewählt wurde.

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EvilFiek

Bewertung7.5Sehenswert

Das Duell zwischen Hoffman und Streep ist spannungsgeladen und mitreissend auch dank den riesigen Unterschieden der Charaktere die sie Verkörpern. Auch bietet der Film eine fantastische Schlusspointe die aber nicht über die etwas langsame Erzählgeschwindigkeit und den ein oder anderen nicht so gelungenen Moment hinwegtäuschen kann.

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SteveZissou

Bewertung7.5Sehenswert

Ein präzise inszenierter Film, mit guten Leistungen der Schauspieler, einem moralisch-spannendem Grundkonstrukt und ein, oder zwei Schwächen, die man aber verzeiht.

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Thomas479

Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Glaubensfrage" ist in der Tat für ein äußerst anspruchsvolles Publikum. Der Zuschauer fühlt sich oft wie in einem Theaterstück. Die erste richtige Konfrontation zwischen Pater Flynn und Schwester Aloysius ist ein gutes Beispiel. Über eine Viertelstunde spielt sich das Geschehen nur in einem kleinen Büro ab. Als der Priester den Raum verläßt, geht die Szene dort sogar noch weiter.

Vom Zuschauer wird viel verlangt. Die Story ist nicht schwer, aber dennoch darf keine Szene und kein Dialog vernachlässigt werden. Schauspielerisch brillieren die drei oben genannten Figuren. Vor allem Philip Seymour Hoffman und Meryl Streep liefern sich grandiose Wortduelle. Aber auch die im Film zwischen allen Stühlen sitzende Amy Adams weiß zu glänzen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie ihr bewußt wird, das sie lediglich als Spielball benutzt wurde. Dabei wollte sie doch alles richtig machen. Es sind nicht zuletzt die Nebensächlichkeiten und die kleinen Dinge am Rande, welche die Handlung abrunden.

Das Ende kommt dann ein bißchen abrupt. Es ist kein richtiges Ende. Damit ist der Film auf seine Art zwar konsequent, läßt den Zuschauer zunächst aber etwas überrumpelt zurück. Erst nachdem der gesamte Film noch einmal im Kopf abgelaufen ist, ist diese Art von Ende nachvollziehbar. Dafür ist wiederum wichtig den gesamten Film konzentriert verfolgt zu haben. Das ist nun einmal nicht das Kino für die breite Masse.

Womit ich bei einer Frage wäre: für welche Zielgruppe wurde er eigentlich gemacht? Arthouse, o.k, aber selbst hier tun sich einige mit der Thematik und der Machart schwer, wie die Publikumszahlen verdeutlichen. Bei mir in der Abendvorstellung waren 7 Personen. Das ist mehr als Schade. Selbst die guten Kritiken und die Oscar-Nominierungen haben nichts genützt. Bleibt nur die Hoffnung, das es trotzdem auch zukünftig solche Filme gibt, die so konsequent alle Regeln des modernen Kinos mißachten. Hin und wieder muss das einfach sein.

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Ortega Lorre

Bewertung9.0Herausragend

Shanley ist nun mal von Haus aus Theaterregisseur, das jedoch im Schlechten wie im Guten.
Holprig ist manchmal die Umsetzung seines eigenen Stückes in einen Film. Shanley probiert sich aus mit bemühter (Bild)Auflösung.
Aber dort wo naturgemäß die Stärken des Regisseurs liegen, in der Schauspielerführung, da fasziniert der Film!
Hoffman, Streep, Adams und Viola Davis saugten mich mit ihren Figuren in den Film.
"Doubt" ist ein Kammerspiel. Ein psychologisches Gefecht.
Eine beeindruckende Geschichte über den Zweifel.
Ansehen!

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Sonse

Bewertung7.0Sehenswert

"It takes a cat to catch a mouse", sagt eine Hausmeisterin, nachdem eine Katze in Rekordzeit eine Maus erlegt hat. Und? An wem zweifelt ihr mehr? Mieze oder Mäuserich? Und nochwas anderes: Kommen alle Metaphern in diesem Film ähnlich "subtil" daher?
Die Antwort auf die erste Frage überlasse ich euch, die auf Frage Zwei kann ich nur mit voller Inbrunst und zweifelsohne mit "Ja" beantworten. Ein weiteres Symbol, das mit der Holzhammer-Methode präsentiert wird, ist das Wetter, oder präziser der Wind, der nicht nur mehrmals gezeigt, sondern auch in aller Ausführlichkeit kommentiert wird... Shanley, der hier wohl durchaus ein gutes Theaterstück geschrieben hat, strauchelt bei dessen Umsetzung ins Medium Film.

Das holprige Skript, wird einzig durch die hervorragenden Schauspieler gerettet. Streep und Hoffman sind verlässlich wie immer - doch eine stiehlt allen die Schau: Viola Davis kurzer Auftritt als Mutter des Jungen ist definitiv das Highlight des Films. Sie schafft es wirklich den Zuschauer am eigenen Standpunkt zweifeln zu lassen und spielt dabei alle an die Wand. Chapeau!

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spanky

Bewertung7.5Sehenswert

Atmosphärisch dichtes Kammerspiel mit fein gezeichneten Charakteren und beklemmend ehrlichen Dialogen. Philip Seymour Hoffman dominiert mit seiner außergewöhnlichen Präsenz diesen Film. Meryl Streep ist überzeugend, war aber auch schon (oft viel) besser. Für einen Award als "actress in a leading role" würde ich mir mehr erwarten.

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elSalvadore

Bewertung9.0Herausragend

Wieder mal ein Film, auf den man sich einlassen muss. Die ersten 50 Minuten plätschert er nur so vor sich hin - denkt man zumindest zu diesem Zeitpunkt. Im Nachhinein stellt man schnell fest, dass dieser Flick von der ersten Szene an und über das Filmende hinaus etwas zu sagen hat. Nein, das ist nicht fair, jede Szene für sich hat etwas zu sagen und das Wort "etwas" ist schon eine freche Untertreibung. "Doubt" hat nicht nur die ungeteilte, konzentrierte Aufmerksamkeit des Zusehers notwendig, sondern verdient. Die Tiefe dieses Stoffs ist beim ersten Ansehen beinahe nicht greifbar. Wieder mal ein Film, der sich auf Wesentliches beschränkt, auf die Vorlage und das Schauspiel. Alles andere wirkt und ist hier nebensächlich. "Doubt" ist auch nicht darauf angewiesen, denn das Writing (ursprünglich ein Theaterstück) von John Patrick Shanley - welcher zum Glück auch gleich die Regie übernommen hat - , und das Acting von Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman ist einfach bemerkenswert. Die Konfrontation der Sister Aloysius und des Father Flynn nach gut 80 Minuten ist schauspielerisch und dramaturgisch das Beste, was ich seit Daniel Day-Lewis' Performance in "There Will Be Blood" gesehen habe.
Ein ruhiger Film, stellenweise fast kammerspielartig, aber durch und durch empfehlenswert.

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