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Godard Trifft Truffaut - Deux de la Vague
Deux de la Vague (2010), FR Laufzeit 96 Minuten, FSK 6, Drama, Dokumentarfilm, Kinostart 28.04.2011
6.8
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von Emmanuel Laurent, mit François Truffaut und Jean-Luc Godard
Godard trifft Truffaut – Deux de la vague ist eine Filmbiographie über die beiden Säulen der Nouvelle Vague, François Truffaut und Jean-Luc Godard. Anhand von Archivmaterial, zumeist Arbeitsaufnahmen und Interviews, begründet der Film den bis heute andauernden Einfluss der beiden Filmemacher auf das Kino. Godard trifft Truffaut – Deux de la vaguehatte seine Premiere auf der Berlinale 2010.
Mehr Bilder (7) und Videos (2) zu Godard Trifft Truffaut - Deux de la Vague
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Godard Trifft Truffaut - Deux de la Vague
- Genre
- Biopic, Dokumentarfilm
- Zeit
- 1960er Jahre
- Ort
- Frankreich
- Handlung
- Filmemacher, Filmgeschichte, Filmindustrie, Ideologie, Karriere, Männerfreundschaft, Politik, Regisseur, Zerbrechende Freundschaft
- Stimmung
- Geistreich
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- Godard trifft Truffaut: critic.de
- Godard trifft Truffaut: critic.de























Kritiken (5) — Film: Godard Trifft Truffaut - Deux de la Vague
Ruben Donsbach
Kommentar löschenIn Sequenzen aus Film- und Dokumentarmaterial, miteinander verbunden durch die Arbeit einer fiktiven Archivarin, spürt Laurent den Fliehkräften zwischen seinen Protagonisten nach. Die immer artifizielle Chronologie von Geschichte wird so entschleunigt, in die Breite verlagert und reflektiert. In Godard trifft Truffaut - Deux de la vague ist es zeitweise so, als säße man selbst am Schneidetisch und fügte Bild an Bild.
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LuGr: MovieMaze / multimania u.a.
Kommentar löschenGodard trifft Truffaut - Deux de la Vague liefert einen faktenreichen und auch leicht zugänglichen Einblick in die französische Filmgeschichte der 60er Jahre mit Fokus auf die beiden Regisseure. Als filmgeschichtlicher Nadelstich wird ein guter Überblick gegeben, für einen Mehrwert bei der Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand fehlt jedoch schlicht die Tiefe. So ist es auch kein Wunder, dass das Schlussbild mit einem mystisch aufgeladenen Off-Kommentar belegt wird, in dem auf die Verweigerung einer eigenen psychologischen Deutung noch explizit hingewiesen wird.
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Thilo Wydra : br-online Thilo Wydra : br-online
Kommentar löschenGodard trifft Truffaut - Deux de la vague ist [...] eine sehr persönliche und doch auch sehr filmpolithistorisch konnotierte Auseinandersetzung und [...] gut 50 Jahre nach Gründung der Nouvelle Vague ein interessanter Blick zurück – auf zwei der Großen des französischen Kinos des 20. Jahrhunderts.
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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln
Kommentar löschenDer Dokumentarfilmer Emmanuel Laurent widersteht in dem Dokumentarfilm "Godard trifft Truffaut - Deux de la Vague" der Versuchung, den einen oder den anderen Vorzeigeregisseur zum größten französischen Filmemacher aller Zeiten zu erklären: Er belässt es bei einer klassischen, stilistisch etwas altbackenen Rückschau - von Cinéphilen über Cinéphile für Cinéphile.
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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de
Kommentar löschenLetztlich bleibt Emmanuel Laurents Dokumentation wenig mehr als eine eher oberflächliche Zusammenstellung von zeitgenössischem Bildmaterial und Filmausschnitten. [...] So ist „Godard trifft Truffaut – Deux de la Vague“ zwar voll von schönen Dokumentaraufnahmen und Ausschnitten klassischer Filme, schafft es aber nur ansatzweise, dieses Sammelsurium in eine klare Form zu bringen.
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Kommentare (4) — Film: Godard Trifft Truffaut - Deux de la Vague
Sigrun Sun, 29 May 2011 17:58:00 -0000
Kommentar löschenDiese eher konventionelle, aber im Großen und Ganzen gekonnte Collage aus Filmsequenzen, abgefilmtem Zeitungsartikeln und dokumentarischen Aufnahmen aus der Anfangszeit der "Nouvelle vague" war unterhaltsam anzuschauen und ich habe einiges erfahren, das ich so noch nicht wusste.
Natürlich ist der Film nicht objektiv! Durch die Figur der jungen Frau, die die Zeitungen durchsieht und einige der Originalschauplätze aufsucht, fordert "Deux de la vague" den Zuschauer mit einem einfachen Kunstgriff mehr oder weniger subtil dazu auf, eigene Schlüsse zu ziehen - genug Material zum Selber-Nachdenken und Spekulieren wird auf jeden Fall geboten und Spaß macht es außerdem.
Hier mein Bericht:
- Eleganter Anfang, der sich viel Zeit lässt, den Anfängen der Filmbewegung und der Bekanntschaft/Freundschaft zwischen Truffaut und Godard nachzuspüren.
- Im zweiten Drittel zerfleddert der Film ein bisschen. Ein Zuschauer in der Reihe vor uns ist sogar eingeschlafen ;-)
- Das Schlussdrittel ist Jean-Pierre Léaud gewidmet und es war schön, ihn mal wieder in den verschiedensten Rollen auf der Leinwand zu sehen! Über Jean-Paul Belmondo lässt sich vor allem für das erste Drittel des Films ähnliches sagen. Léauds Figur wird allerdings meiner Meinung nach ziemlich instrumentalisiert, um die Schlusspointe der Doku herauszuarbeiten. Außerdem konzentriert sich der Film ein bisschen zu sehr auf Truffaut/Godard als "Väter der Nouvelle vague" (das waren sie ganz sicher nicht allein!) und auf Spekulationen darüber, wie und vor allem warum sich die Wege der beiden getrennt haben. Den Grund dafür sucht "Deux de la vague" in der unterschiedlichen politischen Haltung der Filmemacher: Der Großbürgersohn Godard als politischer Aktivist (Stichwort: Cinétracts); Truffaut, der es in seiner Jugend nicht leicht hatte, als vergleichsweise apolitischer Verfechter des Autorenkinos. "Kollektivist gegen Indivuum" als Stellvertreterkonflikt für die "Nouvelle vague"?! Was wirklich zum Zerwürfnis führte, weiß kein Außenstehender und ob man die Konflikte der 68er-Jahre auf diese Art "kurzfassen" kann, bleibt nach wie vor offen. Fest steht für mich: Jean-Pierre Léaud als eine Art "Scheidungskind" von Godard und Truffaut darzustellen, schießt definitiv über das Ziel hinaus!
Trotz der aufgezählten Defizite gebe ich 8 Punkte, denn es müsste mehr solcher Filme geben, die im Guten wie im Schlechten von Cinéphilie geprägt sind und die einfach Lust auf Kino machen! "Deux de la vague" hat eines nämlich geschafft: Man nimmt sich fest vor, baldmöglichst ein paar der zitierten Filme wieder zu sehen bzw. ein paar nachzuholen, die noch fehlen. Und wir hatten zudem einen schönen & anregenden Nachmittag im Kino.
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Elman Smithee Mon, 02 May 2011 20:24:23 -0000
Kommentar löschenWenngleich Godard trifft Truffaut auch keine Offenbarung in dokumentationstechnischer Hinsicht ist, weiß der Film allein anhand des spannenden Themas - die Rekapitulation eines herausragenden Kapitels der Filmgeschichte (Rezeption, Ästhetik, Neuinterpretation des Mediums Film) - zu gewinnen. Man (wie ich) möchte sein Filmerfahrungsdefizit sogleich kompensieren: Atemlos zusammen mit Jules und Jim 400 Schläge einstecken und mit offensichtlicher Leidenschaft zum Film belohnt werden.
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annaberlin Fri, 29 Apr 2011 10:22:19 -0000
Kommentar löschenIch bin großer Fan von Godard und Truffaut - aber der Trailer hier wirkt auf mich so, als hätten die Macher versucht, etwas Neues herbeizuzerren, das es nicht gibt. Jean-Pierre Léaud wird doch wohl nicht so gelitten haben "zwischen zwei Vätern", was soll der Quatsch. Er war Schauspieler und nicht Truffauts Stiefsohn.
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Darbon Fri, 29 Apr 2011 16:58:12 -0000
Antwort löschenLeider, Anna, kein Quatsch: In Bezug auf Léaud gäbe es genug zu berichten, doch gerade da hält sich "Godard trifft Truffaut" sehr zurück. Léaud lebte über Jahre hinweg wie Truffauts Sohn - gerade als er verarmte, da es keine Rollen mehr für ihn gab, weil er sich an Sets aufführte wie Godard und alle als Faschisten beschimpfte.
Godard, der elitäre Scheißer, hat Léaud permanent gemolken und verängstigt. Davon berichtet "Deux de la vague" wiederum nicht und hält sich lieber an der Oberfläche auf, mit durchaus schönen Bildern.
Darbon Thu, 28 Apr 2011 21:14:13 -0000
Kommentar löschenZwei der jungen Türken lassen die Bombe im Feindeslager hochgehen. Die Explosion zerstört Opas Kino und diese Revolution hat Folgen für die gesamte Filmgeschichte. Bauteile für die Bombenleger: 400 coups à bout de souffle.
Mit seiner Anklageschrift "Eine gewisse Tendenz" hatte Truffaut den Angriff gestartet, wurde von den Filmobersten in Cannes verbannt und nach seinem Siegeszug über die alten Männer mit "Sie küssten und sie schlugen ihn" zudem Godard dessen ersten Film geschenkt. Ein Dankeschön? Fehlanzeige.
Jene, die sich noch nicht mit der Nouvelle Vague beschäftigt haben, finden in dieser Schilderung von Emmanuel Laurent und Antoine de Baecque der Erneuerung des Kinos wertvolle Aufnahmen, die kostbar und bereits an sich sehr lustig sind. Im Berliner Babylon, das beim Kinostart ein gutes Dutzend Besucher zählt, wird gelacht, wenn Jean-Pierre Léaud die Brüste von Claude Jade zum besseren Unterscheiden Laurel und Hardy nennt - oder "besser noch Don Quijote und die kleine Dicke da Sancho Panza". Oder wenn er vor Madame "Monsieur" Tabard flüchtet.
Als Antoine (Léaud) im Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz seiner Christine (Jade) einen Flaschenöffner über den Finger streift, verblasst für einen schönen Moment im April 2011 jedes zirkushafte Londoner "kiss me Kate".
Wir erfahren aus dem Off die wunderbare Herangehensweise Truffauts an seine Schauspieler ("Sie ist tot", antwortet der kleine Antoine, wenn sein Lehrer ihn anschreit, was denn nun mit seiner Mutter sei - Léaud spielt es, als sagte er, "So, du Scheißkerl!"), die mit Sensibilität Leichtigkeit erzeugte. Im Gegenzug schildert Godards Ex Anne Wiazemsky, wie Godard seine Stars steif posieren ließ. Mit Léauds Gesicht, dem berühmten Schlusstandbild aus Truffauts "Sie küssten und sie schlugen ihn" beginnt und endet der Film.
Hier nun Truffaut, Godard - und der arme Léaud immer zwischen den einstigen Weggefährten, die zu Feinden wurden. Der Film verteilt die Sympathien klar zugunsten Truffauts - die Geschichte belegt es. Godard, der stets undankbare Neider will nur noch abrechnen und sei es zu Lasten des Films.
In einem Ausschnitt aus "Domicile conjugal" lässt François Truffaut dann auch Claude Jade zu Jean-Pierre Léaud sagen "Ein Kunstwerk kann keine Abrechnung sein, sonst ist es kein Kunstwerk" - doch als er diesen Film drehte, war die Freundschaft schon fast beendet. Drei Jahre später will auch Truffaut nicht mehr und schreibt Godard einen 20seitigen Abschiedsbrief. Doch der ginge zu sehr unter die Oberfläche von "Deux de la vague" und Emmanuel Laurent bleibt in seiner Bemühung dort stecken, wo er ankommen will: Bei jenen, die die Lippen ähnlich schmollen wie seine heutige Seitenumblätterin Isild Le Besco, die - so scheint es fast - zum ersten Mal in der Bibliothek der Cinémathèque sitzt. So führt er eine neue Generation an den filmgeschichtlichen Meilenstein heran, mehr aber auch nicht.
Der Film über zwei Filmemacher, die das Kino revolutionierten, von denen der eine - dem Kino verpflichtet - Unterhalter und Künstler blieb und der andere später stagnierte in Agitprop-Bildern und alle Welt Faschisten und Arschlöcher nannte. Und der dennoch in "Une femme est une femme" Anna Karina zuerst Jeanne Moreau nach "Jules und Jim" fragen und dann eine Charade von Marie Dubois, die Klavier spielt und schießt, erraten lässt.
Wer nach der Begegnung mit den beiden unter die sehr schöne Oberfläche schauen will, dem sei die Korrespondez Truffauts empfohlen - Godard kommt in "François Truffaut Briefe 1945 - 1984" auch zu Wort.
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