Goldenes Gift - Kritik

US 1947 Laufzeit 97 Minuten, FSK 18, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 14.05.1954

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    Der Vertreter der "Schwarzen Serie" punktet mit einer in sich stimmigen Geschichte über Liebe, Verrat, dunkler Machenschaften und einiger Morde. Toll natürlich auch die düster angehauchte Bildsprache. Wenngleich ich mir insbesondere angesichts der überdurchschnittlich guten Besetzung (Robert Mitchum, Kirk Douglas und Jane Greer als Femme fatale) doch ein bisschen mehr erhofft hatte und "Goldenes Gift" somit zunächst hinter meinen ursprünglichen vielleicht etwas zu hoch gesteckten Erwartungen zurückbleibt, was sich aber durchaus noch ändern mag, so sollte man als Cineast diesen Film noir-Beitrag selbstverständlich gesehen haben!

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    • 8

      Fulminanter Noir-Thriller und ich frage mich, wieso ich nicht schon früher auf dieses Schätzchen gestoßen bin. Robert Mitchum, der nach Bogart vielleicht zweitcoolste Hund des Noir-Kinos, streift mit Trenchcoat und Fluppe im Mundwinkel durch einen verworrenen Plot, bei dem nicht nur er bald nicht mehr durchsteigt. Das liegt aber auch sicher daran, dass ihm die atemberaubende Jane Greer etwas zu Kopf gestiegen ist (und dem Zuschauer gleich mit). Dazu gesellt sich ein diabolischer Kirk Douglas, der die Figuren herumschiebt wie Schachfiguren und am Ende trotzdem genauso der Frau verfällt wie alle anderen. Der Film gönnt keiner seiner Figuren ein wirkliches Glück, aber dafür dem Zuschauer umso mehr.

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      • 10

        "Out of the Past " ist ein zeitloses Meisterwerk. Für mich der König der Könige im Noir Genre. Wo sonst werden Themen wie Liebe, Gier, Verrat, Missgunst und Trostlosigkeit so gut verarbeitet ? Eine überragende und düstere Atmosphäre, ein unglaublich guter und verbitterter Robert Mitchum , eine schicksalshafte dunkle Schönheit Jane Greer, ein geldgeiler über Leichen gehender Mobster Kirk Douglas, von Zigarrenrauch verqualmte Zimmer, düstere Seitengassen, eine düstere Welt voller Hoffnungslosigkeit und Verrat, sowie eine totale Reduzierung auf das Wesentliche. Neben "Die Nacht des Jägers" ist "Out of Past" Mitchums bester Film, und einer der Besten, wenn nicht der Beste seines Genres. Mehr braucht man manchmal nicht sagen.

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        • 9

          Sicherlich verfügt der luftdicht und schnörkellose durchdachte, in einer atemberaubenden Kürze packend erzählte Film über all die augenfälligen Merkmale eines paradigmatischen Noirs. So wartet die Verfilmung des Romans „Build My Gallows High“ von Autor Daniel Mainwaring, der sowohl Buch als auch Skript unter dem Pseudonym Geoffrey Homes verfasste, mit einem abgebrühten Privatdetektiven, einem brutalen, gierigen Gangster, dessen unbeholfenem Handlanger und einer opportunistischen Femme fatale auf. Zu finden ist auch die trügerische, doppelbödige Dialektik zwischen düsterer, verkommener Urbanität und sonniger, unschuldiger Ländlichkeit. Und nicht zu vergessen das traumwandlerisch vorzügliche Spiel mit Licht und Schatten, die diese Figuren und ihr Umfeld so raffiniert umspielen, dass man aus der Lichtgebung ganze Innenwelten oder gar versteckte Hinweise auf die traurigen Schicksale der jeweiligen Figuren abzulesen meint. Selbst die Handlung in der etwas verworrenen und ob des hohen Tempos und der Frequenz der Wendungen nur schwer nachvollziehbaren zweiten Hälfte des Films schickt sich an, an die so virtuose wie frustrierende Komplexität von dem vielleicht besten Film noir seiner Art, an Howard Hawks‘ The Big Sleep (1946) mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall anzuschließen.

          • 10

            In Trenchcoat, mit Hut und im Angesicht eines Schicksals, das einen weiblichen Vornamen trägt! Das ist der Schauspieler Robert Mitchum als Ikone des Film Noirs.

            Ein Film noir von der Stange ist Jacques Tourneurs Werk bei weitem nicht. Die intelligent-verwinkelte Story und die kernig-tragische Art von Hauptdarsteller Robert Mitchum heben den Film auf ein Niveau, das nur wenige Vertreter der Schwarzen Serie erreichen. Die Beimischung von ungewöhnlich handfesten melodramatischen Zusätzen lässt "Out Of The Past" in seiner Tragweite wesentlich umfassender erscheinen als viele Genre-Kollegen und vermittelt beinahe epische Züge. Fulminant ist der Film wegen des Drehbuchs, seines Ensembles exquisiter Darsteller und der souveränen Regie Jacques Tourneurs'.

            Der Drehbuchschreiber Daniel Mainwaring (Invasion of the Body Snatchers) reduzierte die Zahl der Figuren und vereinfachte die Handlung. Zugleich betonte er durch Rückblenden die Fesselung des Protagonisten an die Vergangenheit.

            Nicht nur das dieses Meisterwerk - und so muss dieser Film genannt werden - inzwischen längst neuverfilmt wurde ["Gegen jede Chance" (1984) mit Jeff Bridges], es verbeugen sich auch immer wieder Filmemacher vor DEM "Film noir" schlechthin [wie z.B. Cronenberg's "A History Of Violence", Scorsese's "Shutter Island"]. Ich kenne kein besseres Genre-Werk. Aber ich lasse mich gern belehren ...

            Eine Geschichte von Liebe und Verrat, von Macht und Gewalt werden durch virtuos inszenierte Schwarz-Weiß-Bilder in dieser Erzählung auf das Wesentliche reduziert.

            8
            • 8

              Ein sehr schöner Film mit einer gelungenen Auswahl an Story, Charakteren und Schauplätzen. Viel mehr ist nicht zu sagen, dem Film fehlt es an nichts. Einzig das letzte Quäntchen für ein, zwei Punkte mehr.

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              • 6

                As times goes bye. Hat bei mir nicht wirklich funktioniert. Steh auf Film Noir, aber für mich ist der Film zu unentschieden, anders formuliert: Er versucht, aus dem Genre auszubrechen (z.B.: die Schlussesequenz lässt den "Helden" urplötzlich - leider sehr unvorbereitet - in einem völlig anderen Licht erscheinen), bleibt dann irgendwie auf halben Weg stecken. Konsequenz ist mir da lieber. Film Noir heißt für mich auch immer: 1. Anonymität der Stadt - dafür gibt es mir hier zuviel Land-Provinz-Gedöns, 2. Verzicht auf irgendwelche emotionalen Verrenkungen, die den Handlungsfluss unnötig hemmen. Hier ist die (Nicht-)Emotion leider so hemmungslos durchschaubar, dass man sie mit größter Gelassenheit und leicht belächelnd beiseite schieben kann. Vor allem : Zu oft sind die Dialoge nur noch historisch verzeihbar. Es gibt aber eine Unzahl von Klassikern, denen man die Dialoge nicht verzeihen muss. Ist das einer? Meinetwegen. Aber nur wenn man 10 Semester Filmgeschichte studiert hat.

                • 7 .5

                  "Out of the Past" punktet mit einer düsteren, intensiven Atmosphäre, starken Bildern und großartigen Darstellern, darunter der herrlich fiese Kirk Douglas als hinterlistiger Gangsterboss. Ein klassischer Film noir voller giftiger Intrigen und zahlloser Probleme, an denen natürlich eine Frau, in diesem Fall Jane Greer, die als heimtückische, verführerische Femme fatale eine gute Figur macht und die Rolle genial rüberbringt, Schuld ist. Unglaublich spannend, fesselnd und überaus sehenswert.

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                  • 9

                    „Goldenes Gift“ ist ein Paradebeispiel für die Schilderung der Abgründe menschlicher Emotionen. Die Handlungen der Charaktere sind deshalb so gut nachvollziehbar, weil sie so irrational sind. Sie tun das, wovor sie alle warnen und sie wissen selbst, dass ihre Gefühle sie ins Unglück stürzen werden, doch sie können nicht anders und sind unfähig, ihre Emotionen zu belügen. Letztendlich können sie nur scheitern. Doch das Schlimme ist: das wissen sie selber.

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                    • 9

                      Für mich vielleicht der Film noir schlechthin - da kann höchstens noch "Double Indemnity" mithalten. Die düsteren Bilder, der verbitterte "hardboiled" (Anti-) Held (perfekt verkörpert von Robert Mitchum), die Femme fatale (ebenso perfekt: Jane Greer, der leider keine große Karriere vergönnt war), die pessimistisch-fatalistische Weltsicht - so gut wie alles, was als typisch für dieses (Sub-) Genre angesehen wird, lässt sich hier beobachten. Dazu sind die Dialoge brilliant - es gibt kaum einen Film, aus dem man dermaßen viele grandiose Zitate ziehen kann. Ein paar Beispiele:

                      Kathie Moffat: I didn't know what I was doing. I, I didn't know anything except how much I hated him. But I didn't take anything. I didn't, Jeff. Don't you believe me?
                      Jeff Bailey: Baby, I don't care.

                      [Kathie is playing roulette]
                      Jeff Bailey: That's not the way to win.
                      Kathie Moffat: Is there a way to win?
                      Jeff Bailey: There's a way to lose more slowly.

                      Leonard Eels: All women are wonders, because they reduce all men to the obvious.

                      Leonard Eels: Your uh... cousin is a very charming young lady.
                      Jeff Bailey: No he isn't. His name is Norman, and he's a bookmaker in Cleveland Ohio.

                      Whit Sterling: My feelings? About ten years ago, I hid them somewhere and haven't been able to find them.

                      Kommt im Film natürlich alles noch deutlich besser... ;-) Das letzte Zitat stammt übrigens vom ebenfalls grandiosen Kirk Douglas, der einen diabolischen Gangsterboss spielt - dieser Film ist sicherlich auch eine seiner ganz starken Rollen.

                      Alle Freunde des Film noir werden den viel zu unbekannten Klassiker "Out of the Past" (so der wie so oft deutlich passendere Originaltitel) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lieben, und allen, die sich mit diesem Genre bisher noch nicht so beschäftigt haben, ist er auch als eine Art "Test" zu empfehlen - wenn man ihn nicht mag, mag man den Film noir höchstwahrscheinlich generell nicht.

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                      • 10

                        Ich habe den Film bereits fünfmal auf Video gesehen und kapiere die ganzen Intrigen, die hier gesponnen werden immer noch nicht - und es ist mir auch vollkommen egal. Der Film spinnt eine Fabel, in der eine Liebe ewig dauert, auch wenn die Geliebte ein doppelzüngiges Aas ist, in der Freundschaft und Verpflichtungen die einzigen Werte sind, die man mit Geld nicht kaufen kann, und in der jede Einstellung es wert ist ausgedruckt und eingerahmt zu werden. Und wer sich trotz der grandiosen Gefühle und unsterblichen Bilder für die Handlung interessiert, dem kann ich nur antworten: "Wie? Der Film hatte eine Handlung?"

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