Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra - Kritik

IT 2008
Laufzeit 136 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 11.09.2008

Kritiken (9) — Film: Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra

Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

Kommentar löschen
9.0Herausragend

2007 erschien auch in Deutschland ein Buch, das in Italien schon ein Bestseller war: Roberto Savianos "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" über die neapolitanische Mafia mit ihren durchaus globalen Machenschaften. Aus dem delirierenden Faktenroman, der sich tief in sein Sujet verbeißt, machte der Regisseur Matteo Garrone einen kongenialen Film.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Gomorrah sieht dreckig und düster aus, und hat keine Helden, nur Opfer. Darin liegt seine Macht. Ein Film über die Tagelöhner des Verbrechens. Irgendwo über ihnen stehen Wesen mit 250 Millionen, so reich, so groß, so weit weg, mit keiner offensichtlichen Verbindung zum Verbrechen.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Etliche Momente aus dem sehr guten italienischn Kriminalfilm Gomorrha erinnern an Hunderte US-amerikanischer Gangsterfilme. Der Mann, der auf Geheiß von Geschäftspartnern in den Kofferraum eines Wagens steigen muss. Die verrückten jungen Hotzköpfe, die mit ihrem eigenen Adrenalin ihre Nerven aufpumpen und mit Pistolen herumrennen, um so zu tun sie seien Gangster wie Al Pacinos Tony Montana im Scarface Remake. Solche Aufstellungen könnten vertraut sein. Aber Gomorrha, mitgeschrieben und unter der Regie von Matteo Garrone, findet seinen eigenen Rhytmus sowie die cineastische Intelligenz, um Klischees abzustreifen von diesem vollgepackten, authentischen Erzählfilm.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Reality-TV aus der Arbeitsebene der Camorra.
Ein Aufklärungsfilm über die Tätigkeitsfelder der Mafia

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Garrone enthält dem Zuschauer systematisch Informationen vor, die in der literarischen Vorlage, dem Reportageroman und Weltbestseller Robert Savianos, noch zu finden waren. Wie die beiden verfeindeten lokalen Clans heißen, denen im Lauf des Films Dutzende von Menschen zum Opfer fallen, erfährt man nur in Nebensätzen, worin sie sich unterscheiden gar nicht. Die resultierende Orientierungslosigkeit ist in vielem das exakte Gegenteil zum allwissenden Blick des klassischen Gangsterfilms, der seinen hermetischen Mikrokosmos aus Großfamilien mit pittoresk italienischen Nachnamen so lange hegt und pflegt, bis diesem noch das letzte Stück Welthaltigkeit ausgetrieben ist.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Garrone geht es allerdings nicht so sehr um übermäßig Dramatik. Die einzelnen Episoden reißen wie Fäden immer wieder ab, bis sich das Bild der Camorra über etliche gesellschaftliche Schichten erstreckt. In visuell oft verblüffenden Einstellungen, die den Sozialrealismus des Films auf fast surreale Weise erweitern, geraten die Figuren in Gomorrha in Zwickmühlen, aus denen sie sich nicht mehr befreien können. Wie im Vorbeigehen habe er den Film inszeniert, meint Garrone.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Es gibt keine Hoffnung in diesen auch im Verfall noch futuristisch wirkenden Ausgeburten deplatzierter Architektenträume. Die Schicksale sind vorhersehbar, das Leben unter den Bedingungen der „ehrenwerten Familien“ unvorstellbar. Die Stärke des Films, der an Originalschauplätzen spielt, liegt in der ungeschminkten Direktheit. Dazu passt auch ein kräftiger Dialekt, der selbst in Italien Untertitel erforderlich machte. Das hat nichts mit den üblichen Mafia-Geschichten wie „Der Pate“ zu tun, auch nichts mit ehrenwerten, aber immer noch als Film inszenierten Polit-Thrillern. „Gomorrha“ ist nackt und hässlich - und nach dem Film weiß man, es kann gar nicht anders sein.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Macht, Geld, Blut. Damit werden die Einwohner der Provinzen von Neapel und Caserta tagtäglich konfrontiert. Nur eine privilegierte Minderheit kann überhaupt daran denken, ein „normales" Leben zu führen. Authentisch, hart und unsentimental zeigt dieses Drama die kriminelle Energie und Skrupellosigkeit der neapolitanischen Camorra. Da halten keine legendären Paten den Klan zusammen. Dort heißt es ganz brutal, jeder gegen jeden, wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Garrones Blick ins Innere der Organisation fasziniert durch raue Bilder, angesiedelt in einem futuristisch...

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Birgit Heidsiek: dpa Birgit Heidsiek: dpa

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

In diesem hoch aktuellen Zeitdokument beschreibt der italienische Filmemacher nicht nur die Machenschaften und Methoden der süditalienischen Mafia, sondern legt ihre Strukturen offen, die quer durch alle sozialen Schichten hindurch von Deutschland bis nach China reichen. "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" führt dem Zuschauer das ganze Geflecht des organisierten Verbrechens vor Augen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (50) — Film: Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra

Kommentar schreiben
Sortierung

JackoXL

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Adidas statt Armani, Roller statt Cadillac, triste Betonschluchten statt bunter Glitzerwelt.
"Gomorrha" ist der wohl echteste Mafiafilm, erbarmungslos realistisch und trostlos. Kein Film dieses Genres scheint so wenig fiktiv und ungeschönt. Während die großen US-Filme wie "Der Pate" oder "Goodfellas" auf epische Weise die (scheinbar) glamouröse Geschichte der angeblich so ehrenwerten Gesellschaft erzählt, zeigt "Gomorrha" die Basis, das, was sich wirklich bis heute im Mutterland der Cosa Nostra abspielt. Das Geld wird nicht mit Casinos und Tonnen von Kokain verdient, es wird Giftmüll entsorgt und Mode gefälscht. Das mutet schon ein wenig dokumentarisch an, präsentiert sich deutlich unattraktiver und erfordert höhere Aufmerksamkeit vom Zuschauer, um nicht die Übersicht zu verlieren. Die muss aufgebracht werden, aber es lohnt sich. Während der Abspann lief, machte sich ein Gefühl von Unbehagen breit, das Gefühl gerade etwas gesehen zu haben, was nichts mit Hollywoodklischees und Mafiaschickeria zu tun hat. Das ist der Alltag, ein Strudel aus Armut, Elend und Kriminalität, dem sich die Menschen in dieser Region kaum entziehen können. Und das ist nicht irgendein Entwicklungsland am Arsch der Welt, es ist nebenan. Erschreckend.
Ein ganz großer, kleiner Film.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

vberlin

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Diesen Film zu bewerten halte ich für sehr schwierig.
Schwierig, weil ich mich während des Filmes nicht entscheiden konnte, ob ich nun einen Spielfilm sehe oder mir ein tatsächliches Bild der Camorra präsentiert wird. Letztendlich schaffte der Film weder beim einen noch beim anderen zu glänzen.
Für einen Spielfilm fehlt es mir an Handlung. Die Perspektive ist zu neutral, die Charaktere zu weit entfernt.
Um mich über die Welt der Camorra aufzuklären, braucht es mehr als ein paar Beispielen, wieso man jemanden erschießt oder wie hoch der Müllberg wäre.

Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich diesen Film auf jeden Fall anschauen -
wer einfach nur einen guten Film sucht, der wird wo anders sicher eher fündig.

Kommentar gefällt mir Antworten

dustyOn3

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Absolut realitätsnahe Verfilmung über die Camorra in Neapel. Während eine reine Dokumentation die Informationen anhand von einem Sprecher oder einer Sprecherin und Interviews vermittelt, bietet "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" diese Informationen anhand einer ausgeklügelten Story und kompromisslosen Bildern an. Selten habe ich einen gleichzeitig so unterhaltsamen, informativen und bedrückenden Film gesehen.

Dieses kleine Meisterwerk von Matteo Garrone ist im Grunde genommen für jede Generation eine sinnvolle Bereicherung. Auch wenn einige Szenen brutal erscheinen, so vermitteln diese lediglich die Realität der Mafia / Camorra. Und wenn man eine realistische Ermordung verfilmt, so wie sie tagtäglich in Neapel verübt werden, muss man so etwas auch realistisch inszenieren. Von daher ist die Gewaltdarstellung keinesfalls überzogen und absolut angebracht.

Als Fazit kann ich diesen Film, oder besser gesagt, diese verfilmte Dokumentation uneingeschränkt als Geheimtipp weiter geben. Für jeden Mafia-Interessierten ist dieser Film ein Muss. Für alle anderen Wissensbegierigen auch.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Finnegan23

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Dieser Film IST eine Dokumentation, tut mir für jeden leid, der sich unter falschen Vorstellungen gelockt fühlte.
Für jeden, der sich mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzen will und für jeden, der schon das eine oder andere Mal in Neapel und Umgebung war (oder gar sein Herz an die Gegend verloren hat), ist das absolut packend. Derart authentisch und konzentriert war alles, was die Problematik dort unten ausmacht, noch nie zu sehen.
Wer einen "Mafia-Film" sehen und schlichte Kino-Unterhaltung haben wollte, ist ins falsche Boot gestiegen - ist aber nicht das Problem des Films. So gesehen wendet sich der Film an eine Randgruppe. Für die ist er aber unbezahlbar.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Sonse

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Von der Mafia nichts Neues. "Gomorra" ist sicher gut gemacht, seine Facettenhaftigkeit allerdings einfach nicht mein Ding. In dieser Art Filme erhalten selten die Charaktere ausreichend Schliff und wenn die Camorra-Kids und Tony Montana-Fans einen auf dicke Hose machen, weiß man doch ohnehin wie es endet, ohne das man großes Mitgefühl entwickelt. Da hat mich das Schicksal des Schneiders weit mehr interessiert als jenes der üblichen Gangster, doch die Randomisierung des Films schreibt vor, dass jeder zu kurz kommt. Sieht man die Stadt Neapel selbst, nicht die Figuren, als Zentrum des Films ist "Gomorra" trotz allem recht sehenswert.

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

flixe

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Der Film ist nicht mit Hollywoodfilmen wie "Der Pate" vergleichbar. Er ist einfach nur eine Bestandsaufnahme der Situation, die ohnmächtigen Charaktere werden nicht übertrieben mit Gefühlen, Musik oder Mafiaromantik inszeniert, aber genau deswegen kann man diesen Film absolut für voll nehmen. Und wenn hier jemand schreibt, er finde den Film langweilig, dann hat derjenige wohl einfach nicht kapiert, warum Roberto Saviano jahrelang investigativ all die im Film vorkommenden Tatsachen aufgedeckt hat: Nicht um zu unterhalten, sondern um auf die katastrophale Situation in der Gegend rund um Neapel aufmerksam zu machen.

Insgesamt ist der Film durchaus sehenswert, aber das Buch ist natürlich um Längen informativer, deshalb empfehle ich dieses vorher zu lesen. Alle Handlungen des Films entstammen übrigens auch dem Buch.

Kommentar gefällt mir Antworten

pierrot-le-fou

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Als Dokumentation könnte Matteo Garones Film wahrscheinlich besser funktionieren, so bleibt es nur ein gewagtes Experiment, das vor allem deswegen scheitert, weil der Regisseur es in endlos wirkenden 136 Minuten nicht schafft, dem Zuseher Charaktere näher zu bringen.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Corban Dallas

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Diese verschachtelte Beton-Wohnlage beherbergt einen Mikrokosmos aus Brutalität und Hass, Gier und Hoffnugslosigkeit. Das ist die perfekte Ausstattung für einen Alptraum, der nur im Tod endet. Selbst das Planschbecken der Kinder auf dem Betondach wirkt beängstigend. Die Protagonisten sind ausnahmslos alle austauschbar, die Camorra als Konstrukt ist wie dieser monströse Wohnpark festbetoniert.
Allein für diese Szenerie gibts schon die neun Punkte.

Kommentar gefällt mir Antworten

Keoma

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Eine recht öde Enttäuschung. Lauter Geschichten, die nicht zusammenlaufen werden nebenher erzählt, mit Figuren die mich nicht ansatzweise gepackt haben. Die meiste Zeit war mir langweilig.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

ellen_ripley

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Beeindruckend, beklemmend. Hervorragende Kameraarbeit. Welch traurige Welt, Hass, Ausbeutung, menschenverachtende Gesellschaft. All jene, die schon immer Tony Montana sein wollten, hier seht ihr wie es wirklich endet.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Shorty06

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Gomorrha von Matteo Garrone. Ein etwas anderer Mafia-Film.
Gomorrha ist anders als typische Mafia-Epen. Viel mehr wirkt Gomorrha wie eine Dokumentation über verschiedene Schicksale innerhalb der Struktur der Camorra.
Basierend auf dem gleichnamigen Tatsachenroman von Roberto Saviano zeigt der Film ganz nüchtern die Rollen, die einige Menschen, wenn auch nicht vollaktiv, in der Organisation Camorra spielen. Regietechnisch ist das ganze äußert unspannend und auch die Figuren sind nicht die strahlenden Dons, wie man sie aus diversen anderen Gangsterfilmen kennt. Wer versucht auf Scarface zu machen, bekommt schnell die Quittung. Auch die Tragweite, die die Camorra in der Wirtschaft hat, kommt zu tragen.
Dennoch hofft man als Zuschauer, dass all die losen Handlungsstränge irgendwie zusammenlaufen werden. Das tun sie nicht.
Insgesamt ist Gomrrha ein solider Film, der nichts auch nur im geringsten glorifiziert, aber leider auch kaum Spannung oder intereressante Chraraktere aufkommen lässt.

Kommentar gefällt mir Antworten

stuforcedyou

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Camorra zählt zu einer der größten und einflussreichsten Verbrecherorganisationen der Welt. Der Journalist Roberto Saviano schaute mit seinem Buch "Gomorrha" hinter die Systeme des Syndikats und landete damit einen Bestseller. Doch Saviano steht seitdem ganz oben auf der Todesliste der Camorra. Die Verfilmung ist wie die literarische Vorlage äußerst präzise bei den Beschreibungen und gleicht in vielen Belangen einer gespielten Dokumentation. Dass ist allerdings alles sehr schwerfällig in Szene gesetzt und einige Erklärungen kommen erst viel zu spät, was den Erzählfluss unnötig ausbremst. "Gomorrha" ist aber bei weitem kein schlechter Film. Viel mehr sind es unserer Erwartungen an die Mafia, die wir mit den Jahren und Filmen in Zusammenhang mit edlen Dekors, großen Sprüchen und bekannten Darstellern sowie den bekannten Regelformen des Thriller-, Drama- oder Actiongenres setzten, was "Gomorrha" aber nicht ist. "Gomorrha" ist harte Realität. Und während normalerweise der Film das Leben imitiert, so wird hier der Film imitiert, in Form von zwei jungen Ganoven, die ihr Leben so führen wollen wie die Figuren in ihren Lieblings-Gangsterfilmen. Dies ist wirklich ein cleverer Schachzug der Macher (Buch wie Film), weil sie so perfekt aufzeigen können was cineastischer Aberglaube und was bittere Wahrheit ist und bitter ist hier wirklich vieles, nicht nur die Angst, Gewalt und Trostlosigkeit die von der Camorra verursacht wird sondern auch die Gleichgültigkeit mit der man dies mittlerweile hinnimmt.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Jukebox

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Ich bin von dem Film nicht sehr begeistert, denn es handelt sich eher um einen Dokumentarfilm als um einen Mafiafilm. Zusätzlich gibt es fast keine Charakterstudien und die Schicksalsschläge der Protagonisten wirken dadurch ziehmlich trocken.

Kommentar gefällt mir Antworten

31loquita

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Es war für mich ne Enttäuschung, ich hab mir den Film nicht fertig anschauen können. Mir ist die ganze Zeit nur langweilig gewesen…

Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Chrusuchopf

Antwort löschen

Ging mir (leider) auch so...


Chrusuchopf

Antwort löschen

Ging mir (leider) auch so...


Roque2

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

Nicht mal ansatzweise spannend oder bewegend umgesetzt, sondern nur stumpfes Aneinanderreihen von Dialogen und ein paar Pistolenschüssen. Mehrmals wirkt dieser Film wie eine Doku, nur ohne Sprecher, und übrig bleiben die Geschichten, die sich durch alle Bevölkerungsschichten ziehen und sowas wie die Omnipräsenz der Mafia zeigen sollen, aber langweilig, uninspiriert und vorhersehbar präsentiert werden. Und das Ende wirkt nichtmal als solches, sondern so, als hätte man den weiteren Film abgeschnitten.
Wenn der Film sich als Doku präsentiert hätte, wäre er deutlich besser geworden, denn genug Potenzial steckt in ihm. Aber als richtiger Film versagt er auf ganzer Linie.

Kommentar gefällt mir Antworten

pellekraut007

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

GOMORRHA schlägt einem entgegen, wie das fiktive Bild der biblische Stadt, die der Untergang in den Fluten beschieden wurde. Hier sind die Fluten das Blut überwiegend junger, einfältiger und armer Männer. So lakonisch, so mitleidlos, so widerlich real ist dieser Film, der keinen Handlungstrang hat und nur kurze Einblicke zugesteht, dass er viel, viel mehr einer Dokumentation als einem Spiel gleich kommt. Ist das die Realität der armen Leute nicht nur in Italien, lebe ich in einem Paradies und danke jedem Gott dafür, dass mir dieses Leben dort nicht beschieden wurde. Das ist kein Mafiafilm, das ist keine Story und er soll uns sicher nicht unterhalten. Er soll uns wohl bestenfalls ...warnen, den falschen Göttern des Geldes, der Macht und der Ehre zu huldigen! Ob das eine Fiktion ist? Ich will es nicht wissen, ich kann es mir aber... nicht vorstellen! Grunz!

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

pellekraut007

Antwort löschen

Sodom und Gomorrha (hebräisch סדום ועמורה) sind zwei in der Bibel genannte Städte, die den Mittelpunkt einer Erzählung bilden. Die Bedeutung der Namen ist nicht gesichert, ebenso die genaue Lage der Städte. Im Hebräisch-Deutschen Lexikon werden die Namensbedeutungen von Sodom mit „Brennend“ und Gomorrha mit „Überschwemmt“ angegeben - verdammtes Wikipedia... aber eine glaubwürdigere Quelle hab ich nicht gefunden... aber danke für den Hinweis, grunzt Pelle! (Vielleicht sollten es ...Schwefelfluten sein xD)


dae-su

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Gomorrha" ist ein äußerst intensives Stück Mafiakino, das dem Genre so untypisch entgegensteht, wie kaum ein anderer Filme, den ich kenne. Die distanzierte, völlig humorlose und nüchterne Inszenierung begleitet episodisch einzelne Personen, die für die Camorra arbeiten, gegen sie kämpfen oder einfach nur versuchen, neben ihr zu existieren. Dabei wird man so unvermittelt in die Handlung hineingeworfen und ebenso wieder aus ihr herausgerissen, dass dieser kurze "Einblick" zum Teil fast dokumentarisch anmutet.
Eine Identifikation mit den Charakteren kann kaum stattfinden - und das soll sie auch gar nicht. Die ersten fünf Minuten etwa, die den Auftragsmord an einer Reihe von verfeindeten Clanmitgliedern zeigen, werden nicht mehr aufgegriffen, gar nicht mehr thematisiert. Sie stürzen den Zuschauer aber mittenrein ins Geschehen, in den täglichen Wahnsinn, der in den Slums rund um Neapel allgegenwärtig ist. Wo der Tod nichts ist, worüber man sich das Maul zerreist. Er gehört dazu, ist täglicher Gast, Alltag. Was "Gomorrha" dem Zuschauer zeigt, ist Schrecken. Und Realität . Die erschreckende Realität einer Gesellschaft, in der jede Vorstellung von Moral und Leben verloren gegangen ist.
Zwischenzeitlich fragt man sich, wie so etwas möglich sein kann, wie eine solche Gesellschaft in der Gesellschaft existieren kann, warum dagegen seit Jahrzehnten nicht wirksam vorgegangen wird. Warum es toleriert, ja akzeptiert wird. Und man glaubt zu dem Schluss zu kommen, dass es an der italienischen Mentalität liegen muss, am Machismus einer patriarchalischen Gesellschaft. Aber im nächsten Moment verfolgt man auf der Leinwand den Tod zweier jugendlicher Spinner, die ernsthaft glauben, gegen das riesige, undurchsichtige System von Korruption, Mord und täglicher Angst antreten zu können, das Ganze an sich reißen zu können. "Wenn der Idiot Chef von der ganzen Sache hier ist, dann kann ich das hundert mal sein", hört man einen der beiden etwa eine Stunde vorher sagen. Falsch. Und so kommt man zu dem Schluss, dass es eine so einfach Lösung nicht geben kann.
Und die bietet einem auch der Film nicht an, das versucht er auch nicht. Denn zu diesem Zeitpunkt hat "Gomorrha" längst erreicht, was Regisseur Matteo Garrone mit ihm erreichen wollte: Dem Menschen im Kinosessel zu zeigen, was da abgeht. Und wie fesselnd es ist - denn trotz seiner distanzierten Haltung zum Zuschauer, fesselnd ist es allemal, dem grausamen Geschehen zu folgen. Nur mindestens ebenso gefährlich.

Kommentar gefällt mir Antworten

entchenxx

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

ich muß "Blonder" total recht geben. mensch leute hier geht es um knallharte realität,nicht um ein spannendes filmchen. . ich finde ihn gut umgesetzt!

Kommentar gefällt mir 1 Antworten

stevenwolff

Antwort löschen

Trotzdem ist es ein Film und keine Doku!


BobbyIII

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Der film wirkt sehr authentisch, was zum einen an den Drehorten und zum anderen an der Handkameraoptik liegt. Die Geschichte(n) wissen zu gefallen. Allerdings gibt es auch einige eher uninteressante Handlungsstränge und der Film besticht leider auch durch ein paar Längen.

Kommentar gefällt mir Antworten

duffy

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Da ich leider das Buch (noch) nicht kenne, ging ich recht jungfräulich an die Sache ran und siehe da! Ich bekam eine schockierend ehrlichen, klischeefreien und raue Millieustudie serviert, die ich ganz sicher so schnell nicht vergessen werde.
Kein Schlips und Kragen Cosa Nostra, kein Reichtum und Ruhm, dafür aber sehr viel Elend und die deutliche Botschaft, daß dieses Leben nie ein gutes Ende nimmt. Die Message kommt zwar sehr deutlich, aber ebenso glaubhaft an.
Erschreckend war übrigens auch die Kulisse des gigantischen Wohnblocks. Dort war die Atmosphäre schier greifbar.

Es ist nicht einfach Zugang zu dem Film zu finden, aber wenn man sich drauf einlässt kann man authentische Einblicke in eine komplexe Welt aus Verbrechen und Gewalt erhaschen, wie sie intensiver nicht sein könnten.
Wer kein Problem mit dem etwas schleppenden Erzähltempo und den auf den ersten Blick banalen Handlungssträngen rund um Markenfälschung oder Giftmüllbeseitigung hat, der sollte mal einen Blick riskieren.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Kommentar schreiben

Deine Meinung zum Film Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra

noch nicht bewertet