Good Night, and Good Luck

Good Night, and Good Luck (2005), US Laufzeit 93 Minuten, FSK 6, Historienfilm, Drama, Kinostart 06.04.2006


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7.7
Kritiker
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7.2
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49 Kommentare
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von George Clooney, mit David Strathairn und Patricia Clarkson

In George Clooneys Good Night, and Good Luck legt sich ein Journalisten-Team mit Joseph McCarthy, dem wohl gefährlichsten US-Senator der Nachkriegsgeschichte, an.

USA, 1953. Im Land herrscht ein Klima der Angst. Schuld daran ist Senator Joseph McCarthy und sein Kommitte für unamerikanische Aktivitäten. Er nutzte die Angst vieler Amerikaner vor einer kommunistischen Unterwanderung der Regierungs- und Medienkreise, um eine Hetzjagd auf politische Feinde zu veranstalten. Oft reichten Denunziationen oder Verdächtigungen, um vorgeladen zu werden oder gar auf eine der gefürchteten Blacklists zu kommen. Da jeder Widerspruch von McCarthy und seinen mächtigen Verbündeten als Unterstützung des Kommunismus bewertet wurde, schwiegen die Medien. So auch der Newsroom von CBS. Nur der renommierte Polit-Moderator Edward R. Murrow (David Strathairn) will sich nicht einschüchtern lassen.

Mit seiner ‘See it Now’ ist er dafür bekannt, heikle Themen anzusprechen. Als er plant, eine Sondersendung gegen McCarthy zu produzieren, in der er seine Ziele und Methoden offen angreift, schockiert er seine Kollengen zunächst. Doch Produzent Fred Friendly (George Clooney) und Reporter Joe Wershba (Robert Downey Jr.) stellen sich hinter Murrow und verteidigen die Sendung gegen alle Widerstände innerhalb und außerhalb des Senders. Denn die Zeit der Angst soll endlich ein Ende finden.

Hintergrund & Infos zu Good Night, and Good Luck
Good Night, and Good Luck ist eine frühe Regiearbeit von Schauspieler George Clooney. Der Film wurde überwältigend positiv aufgenommen und für sechs Oscars nominiert, konnte aber keinen davon gewinnen. Eine diese Nominierungen ging an den Hauptdarsteller David Strathairn, ein extrem talentierter Schauspieler, der normalerweise in kleineren Rollen glänzt. Hier steht er im Rampenlicht und gibt eine der besten Darbietungen seiner Karriere. Auch der Rest der Besetzung ist stark. George Clooney, Jeff Daniels und Frank Langella verkörpern Murrows Vorgesetzte. In einer ergreifenden Nebenhandlung spielen Patricia Clarkson und Robert Downey Jr. ein Paar, das ihre Beziehung am Arbeitsplatz verheimlichen muss.

Good Night, and Good Luck spiegelt dabei eine wahre Begebenheit wieder. Der renommierte Journalist Edward R. Murrow wagte es am 9. März 1954 den Senator Joseph McCarthy persönlich in einem halbstündigen Special seiner Sendung See it Now anzugreifen. Dieser nutzte die Angst vor einer kommunsitischen Infiltration Amerikas, um in seinem Ausschuss für Unamerikanische Aktivitäten echte und vermeintliche Sympathisanten des Kommunismus als Verräter der USA zu diffamieren. Zahlreiche Menschen, darunter vor allem liberale Medienschaffende, fielen Denunziazionen zum Opfer. Die Folge war oft ein inoffizielles Berufsverbot – die Blacklist. Erstmals wagte es damals ein Medienschaffender sich trotz der Gefahr selbst auf die Blacklist zu gelangen offen gegen McCarthy zu stellen. Die Sendung, gemeinsam mit McCarthys Rechtfertigungsvideo, in dem er Murrow als Kommunisten denunzieren wollte, leiteten den Niedergang des Senators ein, da die Zuschauer überwiegend hinter Murrow standen. (ST)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Good Night, and Good Luck
Genre
Historienfilm, Politdrama, Biopic
Zeit
1950er Jahre, Kalter Krieg
Handlung
Bürgerrechte, Fernsehmoderator, Fernsehshow, Kommunismus, Kommunist, Kommunistenhatz, McCarthy-Ära, Politiker, Politisch Motivierte Aktion, Regierung, US-Regierung
Stimmung
Ernst, Spannend
Tag
Schwarz Weiß
Verleiher
Kinowelt
Produktionsfirma
2929 Productions, Metropolitan Pictures, Participant Productions, Redbus Pictures, Section Eight Ltd., Tohokashinsha Film Company Ltd., WIP

Kommentare (41) — Film: Good Night, and Good Luck


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MrDurden

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

http://www.youtube.com/watch?v=eCxi5VOYKOY

Well, I was feelin’ sad and feelin’ blue
I didn’t know what in the world I wus gonna do
Them Communists they wus comin’ around
They wus in the air
They wus on the ground
They wouldn’t gimme no peace . . .

So I run down most hurriedly
And joined up with the John Birch Society
I got me a secret membership card
And started off a-walkin’ down the road
Yee-hoo, I’m a real John Bircher now!
Look out you Commies!

Now we all agree with Hitler’s views
Although he killed six million Jews
It don’t matter too much that he was a Fascist
At least you can’t say he was a Communist!
That’s to say like if you got a cold you take a shot of malaria

Well, I wus lookin’ everywhere for them gol-darned Reds
I got up in the mornin’ ’n’ looked under my bed
Looked in the sink, behind the door
Looked in the glove compartment of my car
Couldn’t find ’em . . .

I wus lookin’ high an’ low for them Reds everywhere
I wus lookin’ in the sink an’ underneath the chair
I looked way up my chimney hole
I even looked deep down inside my toilet bowl
They got away . . .

Well, I wus sittin’ home alone an’ started to sweat
Figured they wus in my T.V. set
Peeked behind the picture frame
Got a shock from my feet, hittin’ right up in the brain
Them Reds caused it!
I know they did . . . them hard-core ones

Well, I quit my job so I could work all alone
Then I changed my name to Sherlock Holmes
Followed some clues from my detective bag
And discovered they wus red stripes on the American flag!
That ol’ Betsy Ross . . .

Well, I investigated all the books in the library
Ninety percent of ’em gotta be burned away
I investigated all the people that I knowed
Ninety-eight percent of them gotta go
The other two percent are fellow Birchers . . . just like me

Now Eisenhower, he’s a Russian spy
Lincoln, Jefferson and that Roosevelt guy
To my knowledge there’s just one man
That’s really a true American: George Lincoln Rockwell
I know for a fact he hates Commies cus he picketed the movie Exodus

Well, I fin’ly started thinkin’ straight
When I run outa things to investigate
Couldn’t imagine doin’ anything else
So now I’m sittin’ home investigatin’ myself!
Hope I don’t find out anything . . . hmm, great God!
-Bob Dylan "John Birch Paranoid Blues"-

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geteiltdurchnull

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

".... Jedem der sagt das Publikum würde sich das nicht ansehen, es wäre zu gleichültig, zu selbstgefällig und zu isoliert, kann ich nur erwiedern, dass ein Reporter der Meinung ist aus gutem Grund dieser Behauptung wiedersprechen zu können.
Aber selbst wenn Jene recht hätten, was hätten sie zu verlieheren?
Denn falls sie recht haben und dieses Instrument Fernsehen zu nichts anderem taugt als zu unterhalten, abzulenken und zu isolieren, dann fängt die fernsehröhre an zu flakern und wir werden bald sehen dass der ganze Kamf verlohren ist.

Dieses Instrument kann lehren, es kann aufklähren, ja es kann sogar inspirieren. Aber das kann es nur in dem Maße in dem Menschen entschlossen sind es genau zu diesen Zwecken einzusetzen.

Andernfalls sind es nur viele Kabel und Leuchten in einem Schrank."

Ich hab selbst aus Reflex ein bisschen vor meinem Fernseher geklatscht.

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Durnomagus

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dieser Film beschreibt eine Meilenstein der amerikanischen TV-Geschichte (den Kampf von 'See it Now' gegen Senator Joseph McCarthy) und setzt Edward R. Murrow, dem prominentesten Angehörigen einer in den USA längst ausgestorbenen Journalisten-Generation ein würdiges Denkmal. Gleichzeitig behandelt er aber auch eines der dunkleren Kapital der US-Geschichte, in der das Land von einer kommunistischen Paranoia durchsetzt war - bezeichnenderweise als McCarthy-Ära bekannt.

"Good Night, and Good Luck" ist jedoch in sofern zeitlos, als das er nicht nur vor Augen führt, wie wichtig unabhängiger, objektiver und auf Fakten basierender Journalismus für ein Land ist, sondern auch welche Verantwortung und Möglichkeiten die Medien haben können, wenn sie denn wollen. Der Schlussmonolog, der wortwörtlich von Murrow stammt und allein schon ein Grund ist den Film zu sehen, ist mehr als 60 Jahre alt und hat dennoch nichts an Aktualität und Richtigkeit eingebüßt.

Der Film selbst ist trocken, ruhig, sehr authentisch und manchmal etwas undurchsichtig inszeniert. Hier hätte man vielleicht manches besser machen können. Die Darsteller sind dafür aber allesamt überzeugend; sehr gut sogar die Darstellung David Strathairns als Ed Murrow. Auch die gewollte schwarz-weiß Optik ist zwar anfangs etwas ungewohnt, passt aber stilistisch zur Atmosphäre des Films.

Fazit:
GNAGL ist kein Unterhaltungsmovie, sondern ein klug gemachter (und damit seltener) Politfilm, der vom Zuschauer in jedem Fall Interesse und Aufmerksamkeit fordert. Ohne entsprechendes Vorwissen über die US-Geschichte der 1950er bzw. die McCarty-Ära wird man möglicherweise Probleme haben dem Film folgen zu können. Dennoch bleibt die allgemeine Botschaft auch für Unwissende verständlich.

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Teeekaaay

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Bewertung9.5Herausragend

Ein Stück Geschichte. In trockenem schwarz-weiß gehalten und mit eingeflochtenen Originalaufnahmen besitzt dieser Film eine hohe Authenzität. Man fühlt sich in jene Zeit zurückversetzt und darf dem genialen Schaffen Edward Murrows beiwohnen. Dabei hat wohl kaum ein Film bessere Dia- und Monologe. Alles ist so auf den Punkt und perfekt, dass ich am liebsten vor Clooney und Heslov niederknien möchte. Zu dem genial geschriebenen Drehbuch gehören natürlich ein genialer Cast. Allen voran sei hier natürlich David Strathairn genannt, der eine wunderbare Performance abliefert. Aber auch die Nebenrollen überzeugen und sind durchgehend hervorragend besetzt (honorable mention Ray Wise ;) ). Dazu kommt noch ein super Soundtrack und heraus kommt der perfekte (Dialog-) Film!

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Alienator

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zurückhaltende Wut

Clooney überraschte mit diesem Regiezweitwerk und gründete mit diesem Film seine politische Filmfeinstarbeit. Clooney ist wütend auf alles: das Fernsehen (welches nur noch unterhält und den Menschen verdummen lässt statt zu informieren und zu hinterfragen (wie hier das Hauptthema ja ist), auf eine Politik die auf Angst und Beeinträchtigung basiert oder auf Kommerzialisierung. Er zeigt auf was falsch läuft und was man erreichen kann wenn man bestimmte unangenehme Themen anspricht. Geschickterweise gelingt Clooney hier ein Kunststück. Obwohl seine Anklage zeitlos ist, wählte er ein populäres Thema aus und versetzt sein Anliegen in die heutige Zeit. Er benutzt eine alte Sache, die aber vor einer hochbrisanten Aktualität ist und montiert dieses in genialer und geschickter Weise zusammen. Realismus wird hier großgeschrieben um die Menschen zum Nachdenken zu animieren. Möge der Epilog den David Strathain genial vorträgt eine Warnung sein!

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ProfessorDauti

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film über Journalismus, der von Werten wie Courage und Standhaftigkeit geprägt ist und über Machenschaften, die diesen zu verhindern versuchen. Erwähnenswert ist auch der gute Score mit der großartigen Dianne Reeves. Die schauspielerischen Leistungen sind auch überdurchschnittlich, allem voran von David Strathairn.

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Punsha

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Rede David Strathairns zu Beginn und Ende des Films umfasst treffend alles, worum es Clooney in „Good Night, and Good Luck“ geht. Es ist ein Appell, die Macht des Fernsehens und die damit verbundene Verantwortung für wichtigere Dinge als Unterhaltung zu nutzen. Genau deshalb kommt dem Film jede Unterhaltsamkeit abhanden, denn sonst würde er seiner eigenen Kernaussage widersprechen und ist deswegen lediglich für anspruchsvolles Publikum goutierbar. In attraktiven schwarz-weiß Bildern, Zigaretten am Arbeitsplatz und mitunter historischen Archivaufnahmen atmet „Good Night, and Good Luck“ durch jede Pore die 50er ein, während er vordergründig die wahre Geschichte des Kampfes eines TV-Senders gegen die Machenschaften des Senators McCarthy schildert, tiefer gehend jedoch das Ringen eines auf Niveau bedachten Senders um Akzeptanz in einer damals schon verkommenden TV-Landschaft zeigt. Der letztliche Sieg gegen einen der mächtigsten Männer des Landes demonstriert, wozu das Fernsehen tatsächlich einmal fähig war und auch noch ist, würde man das Medium gezielt für das Wesentliche einsetzen. Doch auch dieser Erfolg wurde zu einer finanziellen Niederlage, denn die Konkurrenz zog mit unterhaltsameren Sendungen die Zuschauer auf ihre Seite. Clooney übt leise Kritik an führenden TV-Konzernen, vor allem aber an die Zuschauer, denn unterhalten lassen kann man sich auch im Theater, beim Kabarett oder im Kino. Doch nur das Fernsehen gelangt direkt in die heimischen Wohnzimmer und hält sich so die größte Kraft inne, Berge zu versetzen und Positives zu bewegen. So wahr, und doch bis heute so missachtet.

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Milkspan

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Bewertung9.0Herausragend

Großartig inszeniert von George Clooney, großartig gespielt von allen Schauspielern in auch noch so "kleinen" Rollen! Genial ist für mich die Idee, McCarthy nur als Original "auftreten" zu lassen, denn eine solch krankhafte Person ist am besten durch sich selbst darzustellen! Jedem noch so guten Schauspieler hätte man Übertreibung vorwerfen können! Eine außerordentliche und sehr wichtige Aufarbeitung junger amerikanischer Geschichte! Gefilmt in dezentem schwarz-weiß; gerade dadurch äußerst glaubwürdig und sehr realistisch!

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uncut123

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Bewertung6.5Ganz gut

an sich war der schon ok aber ich mag Schuldig bei Verdacht mit de niro mehr..

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heikschn

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Bewertung6.5Ganz gut

Habe den Film von meiner Schwester geliehen. Die interessiert sich stark für amerikanische Geschichte. Ich kann gut verstehen, dass ihr der Film gefiel. Ein wichtiges Stück Geschichte der USA. Aber ich gehöre nicht zur Zielgruppe. Sicher ein gut gemachter Film, aber nicht mein Thema.

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doctorgonzo

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Bewertung9.0Herausragend

"To those who say people wouldn't look; they wouldn't be interested; they're too complacent, indifferent and insulated, I can only reply: There is, in one reporter's opinion, considerable evidence against that contention. But even if they are right, what have they got to lose? Because if they are right, and this instrument is good for nothing but to entertain, amuse and insulate, then the tube is flickering now and we will soon see that the whole struggle is lost. This instrument can teach, it can illuminate; yes, and it can even inspire. But it can do so only to the extent that humans are determined to use it to those ends. Otherwise it is merely wires and lights in a box. Good night, and good luck."
Edward R. Murrow

Eigentlich sollte allein diese Aussage schon reichen, um der Persönlichkeit Edward Murrows gerecht zu werden. Aber diese Aussage hat beispielsweise nicht die unvermeidliche Kippe in der Hand.

Womöglich deshalb inszenierte George Clooney dieses interessante Kapitel US-amerikanischer Medien- und Innenpolitik und verschaffte mir ein ganz enormes Sehvergnügen.
Nicht nur, dass mich der in Schwarz/Weiß gehaltene Film auf sehr angenehme Weise an so viele einprägsame erste Filmerfahrungen erinnert (nicht zuletzt, weil wir anfangs noch einen S/W Fernseher zuhause hatten, sondern "früher" ja auch Dinge wie "Fury" etc. über die Mattscheibe flimmerten), nein, er führt auch zurück in eine Zeit, da nicht nur die Bösewichte oder die emotional angeknacksten Charaktere im Film rauchen durften. Im Zuge der political correctness erkennt man ja in Hollywood oft den Bösewicht schon daran, dass er eine Schachtel Kippen dabei hat, was mich enorm stört, auch wenn ich mich eindeutig nicht zu den nikotinabhängigen Menschen zähle.

Zudem versammelt Clooney hier einen (inklusive sich selbst) hochkarätigen Cast, mit dem oft vergessenen, aber von mir gern gesehenen David Strathairn in der Hauptrolle und dazu Könner wie Jeff Daniels, Robert Downey jr., Frank Langella (ja, wer ihn nicht erkannt hat, das ist Skeletor aus "Masters of the Universe") und Ray Wise (den man dank Lynch einfach nicht nicht kennen kann).

Aber nicht mal das, ja nicht mal die Tatsache, dass die aufgefahrenen Akteure wirklich tolle Arbeit leisten, ist hier der entscheidende Reiz.

Es ist vielmehr eine ungeheure Grundstimmung. Die Möglichkeit, Zeitgeschichte in einer enormen Intensität zu erleben, selbst wenn mitunter nur an der Oberfläche gekratzt wird, um manche Zuschauer nicht zu überforden. Aber Clooney vermittelt in diesem Werk nicht nur Bildung über das Kapitel Joe McCarthy, von dem man hierzulande meistens nur den Namen kennt und auch das nur, wenn man bei Billy Joels "We didn´t start the fire" aufmerksam hinhört. Er erweckt diese Epoche zum Leben und das ohne ein ganzes Heer eine 50er Jahre Autos oder ähnliches zu aktivieren, sondern rein über die Atmosphäre.

Einer der ganz großen Quasselfilme, der auf ganzer Linie überzeugt, wenn man sich dazu aufraffen kann, mit wachen Sinnen an dieses Werk zu gehen.

PS: die englische wikipedia verriet mir, dass einige Angehörige des Testpublikums den Schauspieler des Joe McCarty als zu übertrieben spielend empfanden, also das finde ich sehr amüsant.

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DonChris

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Gut, du hast mich überzeugt - der wird als nächstes gesehen!


kristallrainer

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Bewertung7.0Sehenswert

Dichte Erzählatmosphäre, großartiger Cast und das Thema ist politisch hochbrisant. Ich bin mir sicher, dass Clooney ohne die Erfahrung seiner zweiten, vielfach ausgezeichneten Regiearbeit nicht so einen überragenden Film wie "The Ides of March" abgeliefert hätte. Der Film ist auf jeden Fall von seinen Dialogen sehr anspruchsvoll, und ich hatte zwischendurch das ein oder andere Mal den Faden kurzzeitig verloren. Fand ihn aber dann zum Glück wieder!

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Chewbacca

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Bewertung4.5Uninteressant

George Clooneys erste Regiearbeit ist ein solides Werk über die Medienwelt in den 50ern und so stocksteif geraten, dass man kaum durch das trockene Schwarz-Weiß hindurchsieht und den eigentlichen politischen Kern übersieht und im Anschluss auch nicht hinterfragt.

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wernik

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Bewertung5.5Geht so

Gute Nacht und viel Glück... beim Durchhalten! . An der Umsetzung im stilistischen Schwarz-Weiß gibt es gewiss wenig auszusetzen, aber nicht Eingeweihte dürften sich angesichts der endlosen Gespräche bald langweilen. Am besten sich vorher gut informieren und sich nicht von einer Oscarnominierung als bester Film bzw. dem klingenden Namen George Clooney blenden! Ich würde jedenfalls all jenen, die nicht ein gewisses Vorwissen bzw. Interesse an der Thematik aufbringen, eher davon abraten, sich diesen Film anzusehen.

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davidleeuw

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit 'Good Night, and good Luck' gelingt George Clooney ein durchweg eleganter, unaufgeregter und doch ausdruckstarker Blick auf eine düstere Episode amerikanischer Innenpolitik, wunderbar getragen von David Strathairn in der Rolle Edward Murrows. Lediglich ein wenig mehr offensichtlichen Bisses hätte sein Film vertragen können.

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Filmkenner77

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Bewertung5.5Geht so

Sicherlich, "Good Night, and Good Luck" beleuchtet mit der McCarthy-Ära ein interessantes Kapitel der amerikanischen Geschichte, jedoch ist das Erzähltempo so gering, dass man nicht umhinkommt, den Film als dröge und teilweise langatmig zu bezeichnen. Keine der Figuren taugt wirklich als Identifikationsfigur und die Geschehnisse laufen am Zuschauer vorbei. Somit wirkt der Film tatsächlich wie ein abgefilmtes Theaterstück oder eine halbdokumentarische Szenenabfolge. Regisseur George Clooney scharrt eine illustre Riege von Topschauspielern um sich und liefert handwerklich eine einwandfreie Arbeit ab. Wenngleich sich der Film politisch engagiert gibt und aktuelle Bezüge zur Bush-Ära unübersehbar sind, bleiben fundamentale Fragen offen. Zwar sollen die unschuldig Verfolgten der Willkür eines McCarthy entzogen werden, der den Rechtsstaat ähnlich wie später Bush unter dem Deckmantel der Staatssicherheit aushebeln will, aber die Gründe und Ursachen der allgemeinen Kommunistenhatz, die manische Züge annimmt, werden nie wirklich thematisiert oder gar kritisiert. Entweder ist man ein treuer Staatsbürger und wahrer Amerikaner, der lediglich durch Verleumdung an den Pranger gestellt wurde oder aber man ist ein Kommunist, der den Staat unterwandert. In einem Land, das die Meinungsfreiheit zum obersten Gut erklärt hat, ist solch eine profane Sichtweise eines politischen Films unwürdig. Ohne eine differenzierte Sicht der Dinge verliert er somit viel von seiner Substanz und die gutgemeinte Botschaft wird im Keim erstickt.

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Cyrano1619

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Ich denke der Kritiker ist in diesem Falle etwas zu streng mit dem Film.
Wo dieser sagt, der Film "läßt Fragen offen" oder "thematisiert nicht genug", sage ich, dass Clooney "nicht bevormunden will".
Mein größter Kritikpunkt ist eher, dass er das Publikum, das Aufklärung so nötig hätte, nicht erreicht.
Diesen (sw) Film werden sich diejenigen ansehen, die eh schon politisch interessiert/aufgeklärt sind.
Besser er hätte das Thema wie in der Sendung mit der Maus aufgezogen... aber das ist nur meine Meinung.

Die Schauspieler waren gut, das Thema sollte es wert sein, der Film war nicht langweilig und doch realistisch dargestellt.


Filmkenner77

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Nun, ohne ein bestimmtes Hintergrundwissen ist man in diesem Film ohnehin gänzlich verloren. Insofern stimme ich zu, dass der Film wohl nur für politisch interessierte Menschen etwas ist. Dennoch bleibe ich dabei, dass der Film langatmig, aber nicht langweilig ist.


statist

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Bewertung9.5Herausragend

Verstehe die sich selbst so aufblähenden Kommentare hier zum Teil nicht. Muss denn immer jeder Film ein bestimmtes Problem in allen Aspekten ausleuchten, überhaupt jedes Kunstwerk. Ich denke nicht. Dieser Film stellt die Arbeit der CBS-Redaktion vor. D.h. im Detail, eine politische Ungeheurlichkeit und Abscheulichkeit wie die Kommunistenjagd und die Möglichkeiten des Journalismus, darauf zu reagieren. Nur mal eine Bemerkung: Wenn die Speeches in der Sendung im Film wirklich Originalkommentare sind, dann Hut ab, aber ganz tief, vor Edward R. Murrow. Ohne Zynismus, aber mit deutlichen Anmerkungen, wie undemokratisch die Prozesse ablaufen präsentiert er eine Idealform des Journalismus. Das schönste an Clooneys Film ist, dass er Ästhetik und Brisanz - so schrieb schon die taz - sehr gut zusammenbringt. Bravo!

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ElMagico

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Bewertung6.0Ganz gut

"Good night, and good luck" lässt inszenatorisch kaum Wünsche offen, ist hervorragend besetzt und ist sicherlich kein dummer Film. Aber irgendwie ist er wiedermal ein Vertreter dieses neuen, intelligenten Hollywood-Kinos, der viel verspricht und wenig einhält. Dabei macht er ja tatsächlich viel richtig, und wie erwähnt: an der Oberfläche passt hier ja auch alles. Er ist visuell zwar relativ nüchtern gehalten, brilliert aber durch die unaufällige, aber perfekte Integration historischer Filmaufnahmen. Man findet einen Haufen fähiger Schauspieler (auf Hollywood-Körper-Hüllen wird weitestgehend verzichtet), die ihren Job auch tatsächlich gut machen und dem Film die angebrachte Ernsthaftigkeit verleihen. Dazu hat er auch noch das passende Tempo und eine sehr reduzierte, oft schon karge Atmosphäre, die dem Film oft etwas dokumentarisches verleiht. All das ist "Good night, and good luck" hoch anzurechnen und bildet eigentlich ein hervorragendes Fundament für einen Film seiner Art.
Warum funktioniert der Film für mich dann aber doch nicht wirklich?
Ein erster kleiner Kritikpunkt ist für mich, das "Good night, and good luck" ein ziemlich opulentes und tiefgründiges Thema aufgreift, dieses rein inhaltlich in seinen ca. 85 Minuten Spielzeit nur anreissen kann. Es gibt keinerlei Hintergrundinformationen, keine innige Auseinandersetzung und schon gar keine Aufklärung darüber, wo diese blinde Kommunisten-Hatz psychologisch und politisch ihren Ursprung hat. Mir wurde das Problem auch oft viel zu sehr verharmlost, in dem sich der Film rein auf die Figur McCarthy konzentrierte. Diese Jagd hatte ja viel weitreichernde Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft und hatte auch mehr als nur ein paar wenige Anhänger.
Man könnte dies als Stilmittel deklarieren. Ich denke aber das der Film hier viel mehr wollte. Ich denke das er durchaus Statement sein wollte, dass er eigentlich Stellung beziehen wollte und wohl auch Parallelen aufzeigen wollte. Allein, er traut sich nie so ganz.
Wobei ich beim, für mich, viel eklatanteren Kritikpunkt wäre. Ich spürte keine Überzeugung, fühlte kein Herzblut in "Good night, and good luck". Oft plätschert der Film völlig emotionlos vor sich hin, versäumt es dem Zuschauer die Angst und Panik zu vermitteln die herrschte, zeigt nur in winzigen Ansätzen welche Atmosphäre herrschte, in einer Gesellschaft, in der jeder jeden denunzieren konnte. Sicherlich vermitteln die Anhörungsszenen davon etwas, mir fehlte aber der Moment, in dem diese Verhaltensweisen sich ins Arbeits- und Privatleben eklatant einschliech. Sinnigerweise wurden hier auch nur Gerichtsszenen ausgewählt, in denen McCarthy der einzige Bad Boy ist und alle anderen sehr vernünftige Worte finden. Dem war in Wirklichkeit natürlich nicht so.
"Good night, and good luck" ist durchaus kein falscher Film, aber eben auch weit davon entfernt ein Polit-Thriller zu sein, der sich mit Filmen wie "JFK" oder "All the president´s men" messen kann. Dazu fehlt ihm einfach zuviel Tiefe, Seele und so etwas wie Kampfgeist. 60 Minuten Spielzeit fehlen ihm dazu ausserdem.

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ElMagico

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Ein Blickwinkel den ich zwar auch gut finde, aber gleichzeitig bedeutet er auch dünnes Eis für die Macher solch eines Films. Bin bei solchen Sachen wohl selbst etwas zu impulsiv und trage das mit in meine Bewertungen. Aber so solls ja auch sein... :)


Teeekaaay

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Muss jeder Film über die McCarthy Ära alle Einzelheiten dieser Zeit durchleuchten? Der Film bezieht sich halt nur auf den Journalismus zu dieser Zeit und auch hauptsächlich nur auf die eine Gruppe von Journalisten. Man muss ja nicht immer gleich ne Doku drehen. Das ist noch kein Grund GNaGL als verharmlosend anzusehen. Zudem kritisierst du gleichzeitig die fehlende Emotionalität, aber auch die Darstellung von McCarthy als Buhmann.


cyranorick

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Bewertung6.5Ganz gut

Wieder ein Film, der ohen Interesse an oder Kenntnisse über die US-amerikanische Vergangenheit für den Durchschnittszuschauer wohl nur langweilig erscheinen mag.
Für den Rest bleibt ein Stück dokumentarischer Filmarbeit in Starbesetzung bis in die Nebenrollen.
Besonders unterhaltend ist dies nicht. Wer sich für Mc Carthy und seine Zeit / Praktiken interessiert, ist mit einem Sachbuch besser bedient.
#
Atmosphärisch ist alles in Ordnung, auch, wenn ich wirklich keine Notwendigkeit zu einer schwarz-weiss Produktion sehe. Aber irgendwie passt das dann doch wieder zu den vielen Original-Auschnitten alter Sendungen.

Was jedoch meines Erachtens völlig überflüssig gewesen ist, war die stetige Einspielung der Sängerin nach jedem Filmabschnitt.

Alles in allem ein recht interessanter Einblick in die Geschichte des Fernsehens und der USA... dennoch fehlt hier ein Funken, um wirklich zu begeistertn.
EIn wenig tiefer hätte man da wirklich in die Materie eindringen können.

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hoffman587

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Bewertung7.5Sehenswert

Good Night, and Good Luck-Der Fall McCarthy
"Good Night and Good Luck" ist ein ruhig erzähltes, vielschichtiges intelligentes und ausgezeichnet ausgestattetes Politdrama von George Clooney aus dem Jahre 2005 nach wahren Begebenheiten.
Das Hauptthema des Films stehlt die Auseinandersetzung zwischen Fernsehjournalist Edward R. Murrow und dem Senator Joseph McCarthy dar.
Die Regie und Kamera sind erstklassig, sodass sie kühle
Schwarz-weiß Bilder einfangen.
Außerdem verfügt er über eine brillante Besetzung, die von David Straithairn, Jeff Daniels zu Patricia Clarkson, Robert Downey Jr., Frank Langella und zu George Clooney selbst reicht.
Dazu werden noch hochkarätige Dialoge geboten, jedoch wirkt dieses Werk an kleinen Stellen etwas zäh.
Fazit: "Good Night, and Good Luck" ist ein facettenreiches Lehrstück über die McCarthy-Ära in Amerika.

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hoffman587

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Danke Herr Lehrer, hatte auch intensiv dafür gelernt;)


hoffman587

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SamRamJam: Ja, die beiden kann man vom Stil gut vergleichen.



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