GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia - Kritik

US 1990
Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 11.10.1990

Kritiken (6) — Film: GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia

Julio Sacchi: Das Manifest

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Ein amerikanisches Meisterwerk der Popkultur, über dessen zahllose Qualitäten wohl kein Wort mehr verloren werden muß. Nur eins: GOODFELLAS ist so gut gealtert, weil ein Regisseur auf der Höhe seines Könnens alle Register seiner filmsprachlichen Mittel zieht und jeden einzelnen Trick aus der Kiste paßgenau einsetzt. Schneller sind auch heutige Filme nicht, vor allem nicht gekonnter. Schade nur, daß Scorsese mit dem katastrophalen CASINO einige Jahre später in dieselbe Kerbe schlagen wollte und damit seinen künstlerischen Niedergang einläutete.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten

Julio Sacchi

Antwort löschen

Das erste Drittel von CASINO ist sehr gut - als Fantasterei für Stilfanatiker - danach wird allerdings nicht mal mehr die Qualität von MOBSTERS erreicht.


stalker

Antwort löschen

Bringing out the Dead fand ich genial.


ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...]„GoodFellas“ erzählt eine wahre Geschichte, die einem in manchen Momenten wahrlich unglaublich vorkommt und deren größten Coup Scorsese dabei sogar aus der Handlung ausspart. Der Raub von sechs Millionen aus dem Frachtraum einer Lufthansa ist bis heute einer der spektakulärsten Kriminalfälle und hätte wohl schon für sich genommen als Aufhänger und Inhalt eines kompletten Films genügt. In „GoodFellas“ jedoch wird die geplante Durchführung besprochen, vom eigentlichen Überfall ist aber gar nichts zu sehen. Damit beraubt sich „GoodFellas“ aber nicht etwa eines Highlights, denn längst ist Scorsese an dieser Stelle viel wichtiger, wohin es für seine Figuren geht, die nun endgültig an den großen Reichtum gelangt sind und doch in den nächsten Jahren darin untergehen. Dem Hauptdarstellertrio Ray Liotta, Robert De Niro und Joe Pesci gelingt es, jeden ihrer Charaktere durch individuelle Ausprägungen für sich genommen interessant und glaubwürdig zu gestalten, innerhalb ihrer kleinen Gruppe und auch im Ganzen der Familie Spannung zu erzeugen. Pesci, im Jahr zuvor als geschwätzige Witzfigur in „Lethal Weapon 2“ und im Jahr 1990 neben „GoodFellas“ außerdem als zum Folteropfer werdender Einbrecher in „Kevin – Allein zu Haus“ zu sehen, trumpft auch hier als Tommy mit exaltierter Hibbeligkeit auf, die er aber von einer Sekunde auf die andere in aggressive Bedrohlichkeit kippen lässt, womit er mit seinen Gewaltausbrüchen zur extremsten und am heftigsten eine Reaktion auslösenden Figur wird. Liest man dann, dass er gegenüber dem echten Tommy De Vito (in Wirklichkeit Thomas DeSimone) sogar noch etwas hinter dessen Taten zurückbleibt, dürfte der eigene Wille zur Annäherung an ein Leben als Gangster wohl ganz schnell dem Platz vor dem Fernseher weichen, um sich lieber nochmal „GoodFelles“ anzusehen.[...]

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Perfekte Filme kann und vor allem soll man sich immer wieder ansehen. «GoodFellas» von Martin Scorsese ist einer von diesen Filmen.

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Flibbo: wieistderfilm.de

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Da der Vergleich mit "Casino" fast unumgänglich ist, muss ich sagen:
"GoodFellas" ist ein 1A Gangsterfilm, jedoch legt "Casino" in jeder Hinsicht noch einen drauf, und Ray Liotta war mir hier nicht sonderlich sympathisch, trotz seiner starken Leistung.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Syk

Antwort löschen

seh ich auch so. goodfellas ist besser als casino


MikeC.

Antwort löschen

Ich fand Casino auch besser als Goodfellas, vermutlich weil DeNiro den Film besser tragen konnte als Liotta.


GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Die Special Edition von Goodfellas macht schon Laune, ärgerlich aber auch hier, das der Audiokommentar von Scatman Scorsese nicht untertitelt wurde. Die Retrospektiven sind auch nur knapp über PR-MakingOf-Niveau, aber der Film ist halt absolut großartig. Geld verpulvern, Geld "verdienen", gutes Essen - das Gangsterleben in seinen schillerndsten Facetten eben. Martin findet eine bemerkenswerte Balance zwischen Tragik und Komödie. Die Belanglosigkeit in der Gewalt, mit der "Pulp Fiction" zum Kult hochgejubelt wurde, entwickelt hier ungleich größere Fallhöhe. Da kann noch soviel über Fußmassagen philosophiert werden, alles schön und cool, aber mein heimlicher Star unter den Killer-Comedians ist mittlerweile der olle Pesci - die Kaffeewasser-Szene ist einfach zum Brüllen!

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Zurecht der beliebteste Mafiafilm nach dem Paten. Goodfellas ist zugänglicher und süffiger als ähnliche Filme, weil er behäbige Einleitungen vermeidet und sich sofort in seine Story stürzt. Dabei wird er trotz Überlänge nie langweilig und erfordert vom Zuschauer gleichzeitig weniger Durchhaltewillen als beispielsweise Casino. Pesci als Psychopath funktioniert wunderbar, genauso wie Ray Liotta der hier noch eine relativ sympathische Figur geben darf. Auch für jemand wie mich, der Mobster-Movies nicht zu seinen Favoriten zählt, eine eindeutig sehr unterhaltsame glorifizierung des Gangsterlebens. If you don't mind being killed once in awhile, it's a good life.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (136) — Film: GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia

Kommentar schreiben
Sortierung

hirnie

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Gute Charackterstudie im Mafiamilieu, wie es sie aber häufig gibt. Weiss nicht genau, warum sich dieser abheben sollte. Etwas langatmig.

Kommentar gefällt mir Antworten

Moe

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Nun, das war mein letzter unbekannter Scorsese-Film.
Und für manch einen trifft wohl die Aussage "Das Beste zum Schluss" zu.
Zugegeben, dieser Film gehört mit zu den Besten Scorseses. Wieder einmal aus dem Scorsese-Genre: Rise & Fall.
Doch auch wenn er es nun öfters seine Filme so strukturiert hat, er schafft es dennoch, es in ein dermaßen qualitativ hochwertiges Kostüm zu stecken, dass am Ende ein Film der Extraklasse herauskommt.
Offensichtliches muss ich nun nicht mehr schreiben, man wird es selbst sehen (zugegeben, ich bin einfach nur müde und werde jetzt dann auch ins Bett gehen).
Und immer schön aufpassen, der nächste Heli am Himmel könnte einen von uns suchen.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

kinogaengerin

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Lange Zeit habe ich mich vor dem Film gedrückt, was sicherlich nicht an dem großartigen Cast liegt. Denn Ray Liotta als Heny Hill macht seine Sache sehr gut. Auch Robert DeNiro spielt den Mann mit der locker sitzenden Faust einfach mit Bravour. Zusammen meistern sie das Leben eines Mafiosos ohne jemals tatsächlich einer werden zu können. Dennoch wursteln sich die Beiden da irgendwie durch, lieben Frauen, verhauen andere Gangster und leben einfach in Saus und Braus: "Für mich hatte es wesentlich mehr Anreiz Gangster zu sein, als Präsident der Vereinigten Staaten." Doch das stetige Streben nach Macht und noch mehr Macht führt zum unausweichlichen Absturz. 'GoodFellas' erzählt in hervorragenden Bildern die Geschichte eines Jungen, der fast alles in seinem Leben erreicht, dann jedoch nicht weiß, wie er mit all dem umgehen soll. Zwar fesselt der Film, aber dennoch wird die allzu ruhige und gemächliche Erzählweise von Mafiafilmen nie wirklich meins.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

AJAY

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Meiner Meinung nach Martin Scorsese's bester Film.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

J!GS4W

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Scorsese öffnet mit "Goodfellas" eine Art Bilderbuch der Mafiageschichte und zelebriert seine unglaubliche Awesomeness. Das Schöne dabei ist, dass der Film weitaus unterhaltsamer und angenehmer anzusehen ist als sein entfernter Verwandter "The Godfather". Die ersten 50 Minuten wirken wie eine Art Einführung, was aber letzten Endes überhaupt nicht stört, da zum einen der Cast und zum anderen Scorseses Handwerk einfach brilliant sind. Selbst wenn man nicht gezielt darauf achtet, muss man doch zugeben wie häufig bestimmte technische Tricks einfach unheimlich gut gelungen sind und somit doch auffällig werden. Da gibt es Kamerafahrten, Plansequenzen, Freez-Einstellungen, Dia-Shows, Schattenspiele und natürlich Ray Liottas Voice-Over, die auf zweieinhalb Stunden so gekonnt eingesetzt werden, dass sie je nach Szene die geraffte Zeit anschaulicher darstellen, Situationskomik als realistisch verkaufen oder aber Ironie ins Spiel bringen. Somit sind die "Goodfellas" nicht nur knallharte Brocken, die eine Geschichte von Jahrzehnte langem Mord und Verrat erzählen, sondern auch eine Persiflage auf das ganze Milieu. Scorsese macht das ziemlich schlau, indem er seinen Protagonisten Henry das Gangsterleben glorofizieren lässt, ihn dabei aber immer von der Schattenseite in Form von ständigem Scheitern begleiten lässt. Schauspielerisch ist aber natürlich neben Ray Liotta vor allem Joe Pesci zu loben, der wohl eine der verrücktesten Mafiagestalten des ganzen Genres verkörpert. Zusammen mit Robert DeNiro und vielen Persönlichkeiten, von denen der Sopranos Fan bereits viele in und auswendig kennt, bilden diese dann einen verdammt fiesen und tollen Cast, der zwar in gewisserweise stereotypisch eingesetzt wird, aber niemals dröge wirkt.
"Goodfellas" ist also für mich tatsächlich wesentlich angenehmer als Coppolas Meisterwerk, da ich mir hier locker vorstellen kann den Film schon bald ein weiteres Mal zu gucken, so herrlich zynisch gekonnt gemacht ist er. Doch auch der Soundtrack und die Kulissen sind zu loben, da durch diese bereits ein großer Teil der Atmosphäre näher gebracht wird.

Halten wir fest: "Goodfellas" ist ein Meisterwerk, dass sich mit Coppolas Mammutprojekt messen kann, wenn auch der Vergleich aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit etwas holprig ist.

13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

MissingNo

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Ein wahres Meisterwerk, mehr brauch man nicht mehr sagen^^

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Bandrix

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Klassiker haben es ja immer etwas schwer.
Mal waren sie ihrer Zeit einfach nur weit voraus, sind jedoch heutzutage nicht mehr der Rede wert. Deswegen schlummerte „Goodfellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ verhältnismäßig lange in meinem DVD- Regal. Ungesehen versteht sich.
Doch nach etwas Überwindung kann ich nun bescheinigen: Alle Lorbeeren trägt dieser Film zu recht.
„Goodfellas“ handelt zwar ähnlich wie die Patentrilogie von der italienischen Mafia, aber wirkt um einiges authentischer und verklärt nichts. Martin Scorsese beleuchtet mit durchdringender Härte das Milieu der Gangster und lässt uns die goldenen Zeiten miterleben als auch die Schattenseiten des Geschäfts.
Dazu führt uns Michael Ballhaus elegant mit genialen Kamerafahrten und hübschen Plansequenzen durch die Geschichte. Ein beträchtlicher Teil der gelungenen Atmosphäre geht somit auf seine Kappe. Unterstützt wird dieses dreckige Glanzstück von Gangsterfilm noch von einem einmalig coolen und rockigen Soundtrack. Perfekt eingespielte Songs.
Doch wo wäre „Goodfellas“ ohne seine Schauspieler?
Richtig. Nirgendwo.
Da hätten wir natürlich Ray Liotta in der Hauptrolle, der zeigt zu was er fähig ist. Heutzutage ist es schwer geworden ihn in einer gelungenen Rolle zu entdecken. Doch die eigentlichen Schwergewichte finden sich in den Nebenrollen wieder. Joe Pesci ist eine Naturgewalt. Ständig kurz vor der Explosion stehend, gibt er seiner Figur die nötige Tiefe um Ernst genommen zu werden. Habe ich wen vergessen? Natürlich den stets präsenten Robert De Niro, der auch hier wieder mal sein Bestes gibt. Außerdem schön, einige bekannte Gesichter aus „Die Sopranos“ hier wieder zuerkennen.
„Goodfellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ ist also rundum gelungenes Genrekino, wie es heute leider nicht mehr gedreht wird.
Vielschichtig, epochal und verdammt spannend.

17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Buddz

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gestern Abend zum zweiten mal gesehen, und ich war wieder begeistert.
Die Geschichte die dort erzählt wird (die ja auf einer wahren Begebenheit beruht) ist so spannend und perfekt das es mich wirklich umgehauen hat. Alles ist so authentisch, nichts wirkt aufgesetzt. Was zum groß Teil natürlich auch den Schauspielern zu verdanken ist.

Kommentar gefällt mir Antworten

hautecouture

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

meine 200. bewertung :D

eben erst auf zdfneo gesehen,und per zufall entdeckt.normalerweise schaue ich keine mafiafilme,das hier ist mein erster.also ich finde den film einfach nur super mega klasse!ich bin echt froh,dass ich den gesehen habe :D

achja,ich finde,dass ray liotta ein bisschen wie joaquin phoenix aussieht.

Kommentar gefällt mir Antworten

Keky

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Scorsese hat die Verrohung innerhalb dieser "Gesellschaft" deutlich in Szene gesetzt . Man muss schon sehr einfältig sein, um sich zu Hochrufen auf die Mafia hinreissen zu lassen. Man darf bei aller Raffinesse des Films, und dem Charisma der Darsteller, nicht vergessen, dass es ein doch sehr schwieriges Thema ist, dass Scorsese aber zum besten Film seines Genres verarbeitet hat.

Der Pate,Scarface, American Gangster und GoodFellas sind einfach die besten Gangster Filme aller Zeiten!!!

Kommentar gefällt mir Antworten

SoulReaver

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

„Wenn man zu einer Bande gehört, sagt einem niemals jemand, dass man dich umbringen will. So läuft das nicht. Es gibt keine großen Auseinandersetzungen oder Flüche wie im Film. Deine Mörder kommen mit einem Lächeln. Sie kommen als deine Freunde, als Leute, die sich dein ganzes Leben lang um dich gekümmert haben. Und sie kommen immer dann, wenn man ganz unten ist und ihre Hilfe am nötigsten braucht.“

Als Fan von Gangster-Filmen, ganz besonders über die Mafia, sind die Filme von Martin Scorsese für mich natürlich unumgänglich und schon fast heilig. Mit seinem sechsfach Oscar-Nominierten Film 'GoodFellas' über den wahren Aufstieg und Fall des Gangsters Henry Hill, liefert Scorsese mal wieder einen der besten Genre-Beiträge und auch einen der besten Filme aller Zeiten ab.

Bereits mit elf Jahren beschließt Henry Hill sich einen Platz in der Welt des Organisierten Verbrechens zu suchen. Mit 13 begibt er sich unter die Fittiche des eiskalten Nadelstreifen-Killers Jimmy "The Gent" Conway und lernt die Regeln über Leben und Tod. Er steigt durch zahllose Gewalttaten vom Laufburschen zum gefürchteten Profi-Gangster auf. Doch als Henry mehr und mehr seiner Drogensucht verfallen ist kommen mit ihr auch immer mehr Probleme und Henry nähert sich immer mehr dem Abgrund.

Wenn Scorsese sich einem Projekt annimmt, kann man davon ausgehen das die Atmosphäre und die Bilder immer grandios sind. So auch bei 'GoodFellas'. Die rauen, düsteren Bilder des Mafia-Milieus sind fesselnd eingefangen und erzeugen eine der spannendsten und dichtesten Atmosphären des Gangster-Films als auch der Filmgeschichte. Der Soundtrack, bei dem sich Scorsese vor allem auf Klassiker verlässt, ist wieder toll gewählt und Lieder wie 'Rags to Riches' oder 'Below the Ocean' passen sich genau dem Flair des Films an.

Auch schauspielerisch lässt Scorsese mal wieder keine Wünsche offen und hat einen ausgezeichneten Cast zusammengewürfelt. Die drei wichtigsten Figuren, Ray Liotta als Hauptfigur und fallender Stern Henry Hill, der Oscar prämierte Joe Pesci als äußerst kaltblütiger und cholerischer Gangster Tommy DeVito und Scorseses Lieblingsdarsteller Robert De Niro als Jimmy Conway. Alle gehen in den Rollen der Mafiosos völlig auf und füllen ihre verschiedenen Charaktere hervorragend aus. Auch die Nebenrollen sind unter anderem mit Lorraine Bracco als Henry's Ehefrau und Paul Savino, den man im Genre immer wieder begegnet, stark besetzt.

Scorsese inszeniert mit 'GoodFellas' ein einmaliges Portrait über einen Mann der schon als kleiner Junge von der Mafia begeistert war. Begeistert davon, wie sie leben und welche Rechte ihr gegeben werden. Jeder respektiert sie, jeder fürchtet sie und niemand macht ihnen Probleme und wenn doch wird das Problem schnell aus dem Weg geräumt. Genau das will Henry Hill. Vom Laufburschen arbeitet er sich durch verschiedene Straftaten und über einen Zeitraum von 30 Jahren hoch zum Profi-Gangster und organisiert schließlich selber die großen Überfälle. Doch Henry wächst über sich hinaus, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und übernimmt sich. Er fängt an mit Drogen zu handeln, wird selber abhängig und der Fall droht. Auf seinem Weg begegnet er vielen Menschen, doch mit niemand wächst er so zusammen wie mit Jimmy und Tommy. Beide zeichnen sich durch ihre kaltblütigen Vorgehensweisen aus. Doch vor allem Tommy fällt durch seine Brutalität immer wieder auf. Wenn er ohne weiteres einen Barkeeper, der eine abfällige Bemerkung abgegeben hat, erschiest und sein Verhalten die ganze Zeit für mehr als angebracht bezeichnet, oder einen alten Bekannten auf übelste Verprügelt und später mehrere male mit einem Küchenmesser auf ihn einsticht, wird deutlich wie verroht die Gefühle dieses Menschen schon sind. Karen, die Frau von Henry, weiß nicht auf wen sie sich mit einlässt. Doch die Wahrheit kommt immer mehr an die Oberfläche. Karen ist zwar verstört von der Vorgehensweise, kann sich aber trotzdem nicht von Henry lösen und wirkt immer wieder angetan von den Verbrechen ihres Mannes. Die Charaktere zeichnet Scorsese in einer fesselnden Art und Weise wie man sie sich besser nicht wünschen kann. Er verleiht seinen tragischen Figuren die nötige Tiefe und zeigt uns die Mafia nicht euphorisch sondern realistisch. Scorsese zeigt uns die brutalen Methoden der Mafia zwar nicht nur einmal, geht aber wie gesagt nie in die falsche Richtung und stellt das Töten als toll dar. Er zeigt uns die Mafia wie sie ist. Es ist zwar eine Familie die sich in jedem Fall unterstützen würde, aber sobald ein falsches Wort die Runde macht ist die Familiäre Bindung gar nicht mehr herzlich. In 'GoodFellas' wird deutlich um was es wirklich geht. Es geht um Macht, denn jeder will der stärkste und Beste sein und es geht um Ehre, die genauso brüchig wie die Freundschaft der Figuren ist. Das mit der brüchigen Freundschaft wird in den letzten 5 Minuten ganz besonders deutlich, in denen Henry im Gericht gegen seine ehemalige "Familie" aussagen muss um sein eigenes Leben zu retten.

Fazit: Meister Scorsese zeigt uns mit 'GoodFellas' einen der stärksten Einblicke in das Leben in und rund um die Mafia. Mit seiner grandiosen Inszenierung, den hervorragenden Darstellern sowie der tollen Atmosphären ist 'GoodFellas' einer der realistischsten und besten Filme überhaupt.

„Solange ich denken kann, wollte ich schon immer Gangster werden. Für mich hatte es wesentlich mehr Anreiz Gangster zu sein als Präsident der Vereinigten Staaten.“

26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Grochni

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein grandioses Beispiel für Scorseses gute Arbeit. Wer seinen Film Casino bereits gesehen und gemocht hat, der wird von GoodFellas begeistert sein. Im Prinzip ist er sehr ähnlich aufgebaut, nur - meiner Meinung nach - ein wenig besser umgesetzt. Auch das Ende begeistert mich noch etwas mehr, als bei Casino.

Wer andererseits diesen Film gesehen und gemocht hat, dem empfehle ich Casino. Ich glaube, welcher einem besser gefällt, ist geschmackssache.

Kommentar gefällt mir Antworten

Anton Chigurh

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

GoodFellas ist einfach Genial!!!!
Robert de Niro ist hier klasse wie in jedem seiner Filme und Ray Liotta auch
Joe Pesci´s Oscar war mehr als verdient.
Wer GoodFellas nicht mag für ihn grab ich ein Loch auf, ist ja nicht das erste Loch was ich grabe...

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Kreaexo

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Meine 400. Bewertung, extra für einen besonderen Film aufgespart.
"GoodFellas" ist ein fabelhafter Mafiafilm - zwar nicht der beste den es gibt, bzw. den ich bisher gesehen habe, aber unter den Top 5 auf jeden Fall.
Die Besetzung ist, wie in fast allen Gangsterfilmen, einfach großartig. Man sieht den menschlichen Aufstieg und Fall von Henry (Ray Liotta) die gesamte Spieldauer über, die Machart ist astrein. Besonders hervorheben möchte ich natürlich Ray Liotta, Robert De Niro, Joe Pesci und Lorraine Bracco, die in ihren Rollen einfach brilliert haben.
Der Film vermag es außerdem die Grundspannung von Anfang bis Ende zu halten. Das Ende kommt zwar etwas abrupt, aber nach so einer langen Spielzeit auch zum rechten Zeitpunkt.
Jeder, der auf Mafia.-/Gangsterfilme steht, sollte sich dieses Werk mal angesehen haben. Allein, weil Martin Scorsese Regie geführt hat, ist dieser Film mindestens eine Sichtung wert.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Smokémon

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"I make you laugh, I'm here to fuckin' amuse you? What do you mean funny, funny how? How am I funny?"

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

ash-williams

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der auf einer wahren Begebenheit basierende Film Goodfellas zeigt die Funktionsweise einer Verbecherorganisation. Scorsese schafft es die Arbeit der Organisation aufzuschlüsseln und dem Zuschauer zu erklären, ohne dabei zu analytisch zu werden. Ein wichtiger Faktor ist Gewalt, die in dieser Welt allgegenwärtig ist und schonungslos gezeigt wird. Das herrliche spielt des Trios Liotta, De Niro, Pesci wird gerahmt durch die tolle Kameraarbeit von Michael Ballhaus, der dem Film in mal klassischen Aufnahmen, mal rasanten Fahrten und mal langen aufwendigen Plansequenzen einen unglaublich guten Look verpasst. Durch Thelma Schoonmakers tollen Schnitt wird aus Martin Scorseses Mafiaepos ein großer Film, der trotz seiner langen Laufzeit vergeht wie im Flug. Ein Film den man immer wieder sehen kann. Einer der besten, wenn nicht sogar der beste Film über Organisiertes Verbrechen, mit Sicherheit einer der Authentischsten.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Cracklin

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Er ist der Typ der im Kino für die Bösen ist" .
Robert De Niro , Ray Liotta ( Grandios ) und Joe Pesci in einem Film der die Augenhöhe mit der Pate sein sollte. Nachdem ich mir mein eigenes Bild zu dem Film gemacht habe, ist mir aufgefallen das der Vergleich total unangebracht ist. Der Pate ist der ruhigere Film mit grandiosen und leise anschleichenden Soundtrack wobei Goodfellas laut, prollig und mit Rock´n´roll soundtrack ist. Der Pate zeigt viel mehr von der Mafia und den Familien im gegensatz ist die Hauptrolle in Goodfellas noch nicht mal Mafiosi. Doch zurück zur Kritik. Goodfellas ist ein super Film der ,die lange Zeit, weiss zu unterhalten und zu beeindrucken. Robert De Niro und Ray Liotta spielen nahe zu perfekt wobei man dort besonders Ray Liotta loben muss der eine eindeutig schwerere Rolle perfekt verkörpert. Der Soundtrack ist gut gewählt, passt meistens gut zu den Szenen und untermalt das ganze noch einmal. Also kam ich zu dem Entschluss beiden Filmen, der Pate und Goodfellas, eine 10.0 Wertung zu geben doch keinen hervorzuheben , denn beide sind nahe zu perfekte Filme die man unbedingt gesehen haben muss.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Kate Portman

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Cast und Story sehr gut. Der Soundtrack hätte besser sein können...
basierend auf einer wahren Geschichte...manchmal zu detailiert.

Kommentar gefällt mir Antworten

Joxcus

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Goodfellas" schafft es, wie nur wenige Filme, mit einer recht hohen Spieldauer zu keiner Zeit langatmig zu werden. Ich hab' hier weder durchgeschnauft noch auf die Uhr geguckt. Und das sagt schon eine Menge über einen Film aus. Martin Scorseses Film ist temporeich bis zum Ende, ohne sich dabei in unwesentlichem zu verheddern und kommt auch ziemlich unangestrengt daher. Ich danke Scorcese auch dafür, dass er alle agierenden Schauspieler zur Höchstform auflaufen lässt. Besonders De Niro und Liotta zeigen hier, was sie auf dem Kasten haben. Denn ihre Rollen beinhalten wirklich viele Gefühlslagen. Scorsese schafft es desgleichen, einen gelungenen Einblick in die Welt der Mafia und ihren Geschäften zu geben. Aus Freunden werden Feinde, aus Vertrauen wird Misstrauen, Aufstieg und Untergang liegen nah beieinander, ebenso wie Prestige und Reichtum. Für Feiglinge und Versager ist kein Platz. Scorsese hat ein talentiertes Auge für authetische Szenenbilder. Die Art und Weise, wie er die gesellschaftlichen Stimmungen einfängt, ist eindrucksvoll anzusehen. Die vielen Konversationen lassen einen zuweilen schmunzeln, aber ebenso entsetzen. Da ist mir folgende Szene in Erinnerung geblieben, welche die Routine der Leichenbeseitigung zeigt:

"Was hast du mit ihm vor?" - "Zerstückelt ihn und lasst den Wagen verschwinden. Ruft mich an, wenn ihr fertig seid!" - "In Ordnung" - "Also los Frank, zerstückeln wir ihn!" - "Also auf geht's!" - "Wo willst du hin?" - "Was? Ich dachte wir wollten ihn zerstückeln?" - "Oben bei Charlie, nicht hier! Wir werden ihn dort zerstückeln!"

Der Film zeigt hervorragend, das Geldgier übel enden kann. Eine starke Szene, war jene, als zwei Kumpels von Jimmy nach der Flughafenaktion ihr Geld sofort für prunkvolle Sachen ausgaben, obwohl damit viel Aufsehen bei der Polizei erregt werden könnte. Ein tolles Indiz, das Menschen mit einem Übermaß an Knete nicht umgehen können.

Mir bleibt eigentlich nur noch zu sagen, das "Goodfellas" wohl einer der besten Mafia-Dramen ist, die ich bisher sehen durfte.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

WaaayneTrain

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

GoodFellas - vielleicht der beste Film von Martin Scorsese.
Der kleine Bursche Henry, beinahe noch ein Dreikäsehoch, arbeitet schon für die Mafia im Anzug, während die Mutter anfangs noch nichts davon weiss und sich freut, dass Henry schon arbeitet.
"Henry, du siehst ja aus wie ein Gangster!"
Er bekommt kleine Jobs vom Vorgesetzten und arbeitet sich immer weiter hoch, wird älter und gewinnt an Erfahrung. Der Film überspringt dann eine Zeit und zeigt Henry und seine Männer erwachsen, dann gehts richtig los.
Die Art und Weise, wie Scorsese hier eine Geschichte erzählt, und zwar wirklich erzählt, ist einfach fantastisch stilvoll. Der Erzähler kommentiert immer Ereignisse oder stellt Personen vor, und dies ohne auch nur ein kleines bisschen zu nerven, es verleiht dem Film seinen eigenen Charakter. Joe Pesci, als unberechenbarer Gangster, der sich immer vor allen beweisen muss, gefiel mir am allerbesten, er bringt einen immer dort zum Lachen, wo es eigentlich nichts zu lachen gibt.
Drei Jahrzente in der Mafia, wie der Titel ja schon verrät. Eine tolle Story über die Mafia mit hübschen Bildern. Dramatisch und unberechenbar.
Man könnte sagen, "GoodFellas" ist der grosse Bruder von "Casino", vor allem stilistisch wird hier noch einen draufgesetzt. Ein gewaltiges und episches Gangsterdrama, ein Meisterwerk, mit dem man sich auch nachher noch tief auseinandersetzt. Einfach unverwechselbar, hervorragend.

10.0

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Cracklin

Antwort löschen

Super Kommentar , genau meine Meinung ;)


WaaayneTrain

Antwort löschen

Freut mich, danke(:


Kommentar schreiben

Deine Meinung zum Film GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia

noch nicht bewertet