Die Amerikaner können keine guten Filme über den Irak-Krieg drehen. Genauer noch über dessen Opfer und deren Hinterbliebenen. Was augenscheinlich noch als provokante These erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als pure Realität. Schon Paul Haggis, immerhin verantwortlich für das großartige Ensemble-Drama L.A. Crash, biss sich mit Im Thal Von Elah die Zähne aus und lieferte ein Werk mit doppelbödiger und fragwürdiger Aussage ab. John Cusack ließ sich dessen nicht beirren und scharrte 17 Produzenten um sich, um für 2 Millionen Dollar die Umsetzung des Dramas Grace Is Gone zu realisieren. Er war überzeugt von dem Skript und dessen Wirkung auf die amerikanische Bevölkerung - 50.000 Dollar box office sprechen dabei Bände…
[...] „Grace is gone“ ist ein kleiner, feiner Road-Movie, der vermutlich bei einer Flasche Rotwein beim heimischen DVD-Abend seine volle Wirkung entfalten kann. Ein Pflichttermin im Kino ist er hingegen nicht.
Zwei Golden-Globe-Nominierungen für „Beste Musik“ und „Bester Song“ von Altmeister Clint Eastwood und den Publikumspreis sowie den Preis für das beste Drehbuch beim Sundance Film Festival sind die Vorschußlorbeeren, mit denen „Grace Is Gone“ in den deutschen Kinos antritt.Der Film ist ein authentisches Familiendrama, das mit einer schönen und sehr gut durchdachten Bildsprache aufwartet. In den entleerten Bildern wird in jedem Moment deutlich, wie sehr den zurückbleibenden Familienmitgliedern die Mutter fehlt, von der sie sich nur unzureichend...
Das Ärgerliche an dieser Dramaturgie ist, dass sie die Zuschauer mit dem Vater versöhnt und auf diese Weise den Mädchen die Möglichkeit nimmt, sich von ihm zu distanzieren, um anderswo Hilfe suchen zu können. Am Ende müssen sie ihn, den Geläuterten, umarmen. So wird ihnen erneut das Recht auf eine ihnen gemäße Zuwendung aberkannt.
Schlicht, leise und behutsam erzählt "Grace is gone" vom Verlust und der Trauer der Familie. In dieser ganz persönlichen Dimension des Krieges verlieren Politik und patriotische Weltanschauung wenn nicht ihre Gültigkeit, so doch ihre Relevanz. Wie Stan, den John Cusack mit beeindruckender Gebrochenheit spielt, den Krieg und seine Folgen verdrängt und von seinen Kindern fernhält, so erscheint sein blindes Vaterlandsvertrauen zunehmend sinnloser. Den Respekt vor seiner persönlichen Befangenheit verliert der Film dennoch nie.
Clint Eastwoods musikalisches Thema ist so schlicht wie seinerzeit bei "Million Dollar Baby" und dabei ähnlich wirkungsvoll. Dass Strouse zudem auf weinerliche Melodramatik weitgehend verzichtet und immer wieder auch heitere, bisweilen gar richtig komische Momente in den Road Movie-Plot einbaut, verhilft seinem leisen Antikriegsfilm erst zu echter Größe und Relevanz.
Grace is Gone zeigt schonungslos und unaufgeregt, welche Einzelschicksale hinter den anonymen und abstrakten Opferzahlen stecken, die in den Nachrichten über den Irakkrieg genannt werden. Strouse zeigt große Gefühle, ohne in Kitsch oder Rührseeligkeit abzurutschen, alles wirkt authentisch und glaubwürdig. Und ist damit überzeugender als so viele Anti-Kriegsfilme, die sich auf das Schlachtfeld und die Schicksale der Soldaten konzentrieren.
Dass die USA in einem großen Tief seit Beginn des Krieges im Irak stecken, zeigt nicht erst Grace Is Gone, der beim Sundance Festival nicht nur den Preis für das beste Drehbuch abräumte, sondern auch noch den Zuschauerpreis für sich einnehmen konnte. Home of the Brave zeigte bereits letztes Jahr, wie schwer der Umgang mit Verlust ist - egal ob es sich um Gliedmaßen, den Stolz oder eben einen geliebten Angehörigen handelt, das Leben wird nie wieder so sein, wie es war. Das muss auch Stanley Philipps (John Cusack) schmerzlich erfahren, der zu allem Übel auch noch eine Art Rollentausch durchmachen muss, ist er doch der Einzige, dessen Frau in den Irak gegangen ist. Doch hier dreht sich alles um dreihundertsechzig Grad, denn auch Stanleys Wertesystem scheint mit dem Tod seiner Frau unterzugehen. Er will mit dem Militärpfarrer nicht beten, obwohl sein Haus voller Kreuze ist, er vernachlässigt seinen Job, den er so liebt. Am meisten verändert sich jedoch seine Beziehung zu seinen beiden Töchtern (Shélan O'Keefe, Gracie Bednarczyk), die er von nun an mit weicherer Hand führt, ja mehr zu lieben scheint als zuvor.
"Grace is Gone" ist erstmals ein Film, der angemessen auf die Verlustgefühle der Angehörigen von, im Irak stationierten und dort gefallenen, Soldaten eingeht.
Der Film erzählt sehr ruhig und gefühlvoll, wirkt dabei aber immer natürlich und realistisch. "Grace is Gone" zeigt nichts vom dem Kitsch und den übertriebenen Emotionen, die den Film "Home of the Brave", mit der gleichen Thematik, doch etwas übertrieben und unpassend erscheinen ließen.
Besonders John Cusack kann natürlich einmal mehr, als verzweifelt, liebender Ehemann und Vater, überzeugen.
Insgesamt gesehen ist "Grace is Gone" ein gut gestaltetes Anti-Kriegs-Drama, welches in jedem Augenblick routiniert wirkt und komplett überzeugen kann.
Kritiker — Ganz gut 6.6
Der Film Grace is Gone wurde von 8 Kritikern bewertet.
Kaltduscher: MoviezKult.de
Die Amerikaner können keine guten Filme über den Irak-Krieg drehen. Genauer noch über dessen Opfer und deren Hinterbliebenen. Was augenscheinlich noch als provokante These erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als pure Realität. Schon Paul Haggis, immerhin verantwortlich für das großartige Ensemble-Drama L.A. Crash, biss sich mit Im Thal Von Elah die Zähne aus und lieferte ein Werk mit doppelbödiger und fragwürdiger Aussage ab. John Cusack ließ sich dessen nicht beirren und scharrte 17 Produzenten um sich, um für 2 Millionen Dollar die Umsetzung des Dramas Grace Is Gone zu realisieren. Er war überzeugt von dem Skript und dessen Wirkung auf die amerikanische Bevölkerung - 50.000 Dollar box office sprechen dabei Bände…
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Hausmeister: Nerdtalk.de
[...] „Grace is gone“ ist ein kleiner, feiner Road-Movie, der vermutlich bei einer Flasche Rotwein beim heimischen DVD-Abend seine volle Wirkung entfalten kann. Ein Pflichttermin im Kino ist er hingegen nicht.
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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
Zwei Golden-Globe-Nominierungen für „Beste Musik“ und „Bester Song“ von Altmeister Clint Eastwood und den Publikumspreis sowie den Preis für das beste Drehbuch beim Sundance Film Festival sind die Vorschußlorbeeren, mit denen „Grace Is Gone“ in den deutschen Kinos antritt.Der Film ist ein authentisches Familiendrama, das mit einer schönen und sehr gut durchdachten Bildsprache aufwartet. In den entleerten Bildern wird in jedem Moment deutlich, wie sehr den zurückbleibenden Familienmitgliedern die Mutter fehlt, von der sie sich nur unzureichend...
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Ines Kappert: taz, jungle world
Das Ärgerliche an dieser Dramaturgie ist, dass sie die Zuschauer mit dem Vater versöhnt und auf diese Weise den Mädchen die Möglichkeit nimmt, sich von ihm zu distanzieren, um anderswo Hilfe suchen zu können. Am Ende müssen sie ihn, den Geläuterten, umarmen. So wird ihnen erneut das Recht auf eine ihnen gemäße Zuwendung aberkannt.
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Leni Höllerer: Die Welt, Berliner Zeitung,...
Schlicht, leise und behutsam erzählt "Grace is gone" vom Verlust und der Trauer der Familie. In dieser ganz persönlichen Dimension des Krieges verlieren Politik und patriotische Weltanschauung wenn nicht ihre Gültigkeit, so doch ihre Relevanz. Wie Stan, den John Cusack mit beeindruckender Gebrochenheit spielt, den Krieg und seine Folgen verdrängt und von seinen Kindern fernhält, so erscheint sein blindes Vaterlandsvertrauen zunehmend sinnloser. Den Respekt vor seiner persönlichen Befangenheit verliert der Film dennoch nie.
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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Clint Eastwoods musikalisches Thema ist so schlicht wie seinerzeit bei "Million Dollar Baby" und dabei ähnlich wirkungsvoll. Dass Strouse zudem auf weinerliche Melodramatik weitgehend verzichtet und immer wieder auch heitere, bisweilen gar richtig komische Momente in den Road Movie-Plot einbaut, verhilft seinem leisen Antikriegsfilm erst zu echter Größe und Relevanz.
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Enk: Mental Savage
Grace is Gone zeigt schonungslos und unaufgeregt, welche Einzelschicksale hinter den anonymen und abstrakten Opferzahlen stecken, die in den Nachrichten über den Irakkrieg genannt werden. Strouse zeigt große Gefühle, ohne in Kitsch oder Rührseeligkeit abzurutschen, alles wirkt authentisch und glaubwürdig. Und ist damit überzeugender als so viele Anti-Kriegsfilme, die sich auf das Schlachtfeld und die Schicksale der Soldaten konzentrieren.
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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...
Dass die USA in einem großen Tief seit Beginn des Krieges im Irak stecken, zeigt nicht erst Grace Is Gone, der beim Sundance Festival nicht nur den Preis für das beste Drehbuch abräumte, sondern auch noch den Zuschauerpreis für sich einnehmen konnte. Home of the Brave zeigte bereits letztes Jahr, wie schwer der Umgang mit Verlust ist - egal ob es sich um Gliedmaßen, den Stolz oder eben einen geliebten Angehörigen handelt, das Leben wird nie wieder so sein, wie es war. Das muss auch Stanley Philipps (John Cusack) schmerzlich erfahren, der zu allem Übel auch noch eine Art Rollentausch durchmachen muss, ist er doch der Einzige, dessen Frau in den Irak gegangen ist. Doch hier dreht sich alles um dreihundertsechzig Grad, denn auch Stanleys Wertesystem scheint mit dem Tod seiner Frau unterzugehen. Er will mit dem Militärpfarrer nicht beten, obwohl sein Haus voller Kreuze ist, er vernachlässigt seinen Job, den er so liebt. Am meisten verändert sich jedoch seine Beziehung zu seinen beiden Töchtern (Shélan O'Keefe, Gracie Bednarczyk), die er von nun an mit weicherer Hand führt, ja mehr zu lieben scheint als zuvor.
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Kommentare — Ganz gut 6.6
Der Film Grace is Gone wurde von 69 Mitgliedern bewertet.
Sanylein 2010/01/03 07:24:17
Der Film rührt einen zu Tränen, sowas dramatisches das gut umgesetzt wurde sieht man selten. Die Rollen wurden super von den Schauspielern gespielt.
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AverageJoe 2009/08/13 09:40:52
Kitschiger als ich gehofft hatte..
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spanky 2009/08/13 09:27:31
Ja, wenn man extrem nah am Wasser gebaut ist, haut einen der Film um. Irgendwie fehlt aber der gewisse Kick. Cusack ist natürlich hervorragend.
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Ansi 2008/08/31 21:07:36
"Grace is Gone" ist erstmals ein Film, der angemessen auf die Verlustgefühle der Angehörigen von, im Irak stationierten und dort gefallenen, Soldaten eingeht.
Der Film erzählt sehr ruhig und gefühlvoll, wirkt dabei aber immer natürlich und realistisch. "Grace is Gone" zeigt nichts vom dem Kitsch und den übertriebenen Emotionen, die den Film "Home of the Brave", mit der gleichen Thematik, doch etwas übertrieben und unpassend erscheinen ließen.
Besonders John Cusack kann natürlich einmal mehr, als verzweifelt, liebender Ehemann und Vater, überzeugen.
Insgesamt gesehen ist "Grace is Gone" ein gut gestaltetes Anti-Kriegs-Drama, welches in jedem Augenblick routiniert wirkt und komplett überzeugen kann.
Spaß:
Action:
Spannung:
Gefühl: **
Anspruch:
Kreativität:
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