Guilty of Romance - Kritik

Koi No Tsumi

JP · 2011 · Laufzeit 150 Minuten · FSK 18 · Drama, Horrorfilm · Kinostart
  • 7

    Guter Film...auch wenn ich mir nach Love Exposure mehr erwartet habe!
    Fand ihn etwas zu lang aber dennoch sehr sehenswert!

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    • 7

      Ein Film wie ein Unfall... ich konnte mich einfach nicht davon abwenden. Auf der einen Seite diese Neonlichter in dunklen verregneten Gassen, die dreckigen Kabuffs und kaputten Seelen Maruyama-Chos und auf der anderen Seite dieses fast unschuldige und sexuell unterdrückte Ding, das sich nach persönlicher Freiheit sehnt, dabei nur im Kreis spaziert und den Absturz nicht wahrnimmt.
      Es ist (visuell in allen Belangen) heftig und Sono, wurde mir trotz oder gerade wegen der detaillierten Figuren jedoch nach einiger Zeit zu krass und abgedroschen. Aber da "Guilty of Romance" wie eingangs schon erwähnt ohnehin den Charakter eines Unfalls in sich vereint, komme ich nicht drum herum, diesen aufgeladenen Film als sehenswert einzustufen. Und bitte: Kaum einer vermag es einem Müllwagen so viel Poesie einzuverleiben, wie Sion Sono.

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      • 7
        Marcy123 31.03.2016, 22:37 Geändert 31.03.2016, 22:38

        Der war jetzt irgendwie für Sono Verhältnisse , nicht ganz so überzeugend. Trotzdem natürlich sind auch hier wieder Grenzüberschreitungen am Tagesprogramm. Wie immer provokativ , pervers und verwirrend , bis das ganze wieder in einem abartig grausamen Finale gipfelt. Wie schon gesagt gibt es wohl bessere Filme von Shion Sono trotzdem für die Leute die sich in diesem Genre wohl fühlen empfehlenswert.

        • 9 .5

          "Guilty of Romance" gehört zu diesen düsteren, psychologisch abgründigen Filmen, die den Stellenwert des Sex in unserem Leben auf die Spitze treibt. Sehen wir der Wahrheit ins Auge: nichts ist so schön wie eine gute Erregung. Wie wir damit umgehen, ist das, was es letztlich zur Qual machen kann.
          Der Arthausfilm von Sion Sono erzählt die Geschichte dreier Frauen, die mit ihrer Sexualität auf unterschiedliche Weise umgehen, und das auf zwei Handlungsebenen, die in sogenannten Love Hotel-Vierteln spielen. Zum Einen ist da die Ermittlerin Kazuko, die professionell und kontrolliert ihrer Arbeit nachgeht und versucht, die bestialische Schlachtung und Zerstückelung einer Prostituierten aufzuklären. Sie scheint eine glückliche Ehe mit ihrem für den Haushalt zuständigen Gatten zu führen, hat aber eine wilde Affäre mit dem besten Freund der Familie, in der ganz klar die submissive Rolle einnimmt. Izumi ist verheiratet mit einem erfolgreichen Schriftsteller, der sie patriarchalisch unterwirft und einschränkt. Sie ist schüchtern, was ihr allerdings in ihrem Berufsleben nicht gerade Bonuspunkte einbringt. Eines Tages wird sie von einer angeblichen Modelagentin angesprochen, die sie zum Shooting einlädt - was sich allerdings schnell als Pornodreh entpuppt. Langsam tastet sie sich in die Welt des Sex, und beginnt, ein Doppelleben als Pornodarstellerin, und später als Callgirl zu führen. Zunächst ist sie noch zögerlich, doch sie spürt bald die Befreiung. Ihre Mentorin ist Mitsuko, eine Literaturdozentin, die als Prostituierte arbeitet. Sie ist obszön, dominant, lustvoll und spielt gerne mit anderen und deren Sexualität. Doch was schlummert hinter dieser scheinbar unbekümmerten Fassade?

          Der Film ist geprägt von Zitaten aus Literaturklassikern. Und kein Motiv fand in der Literatur so oft einen Platz wie das der Sexualität, und nicht selten in besonders alptraumhaften, dunklen Szenarien. Wie etwa Michael Hanekes Verfilmung von Elfriede Jelineks 'Die Klavierspielerin' lebt "Guilty of Romance" von starken Kontrasten in der Rollenverteilung der Geschlechter innerhalb des Sex und der Beziehung allgemein. Lust und Unterdrückung gehen hier oft Hand in Hand, und Bedürfnisse, Wünsche und sexuelle Neugier widersprechen sich oft mit den fix zugeteilten Rollen der Figuren. Womöglich erweckt eben erst dieser Alltag die sexuellen Begierden in den Charakteren. Dieses eingeengt und in einen Part gezwängt werden lässt den außerehelichen Sex zu einem Befreiungsschlag werden, es wird wieder aufregend, und man hat die Möglichkeit, etwas ganz neues auszuprobieren.

          Izumi und Kazuko haben konträre Familienverhältnisse. Beide sind nur dem Schein nach wirklich zufrieden damit, beide führen ein zweites Leben, von dem der jeweilige Gatte nichts weiß. Doch diese geheimen sexuellen Ausschweifung finde in unterschiedlichem Rahmen statt. Kazukos Treffen mit dem Freund sind überaus kontrolliert und basieren auf der strikten Ausübung von Anweisungen, sind auf jeden Fall frei von Extrema. Izumi ist zwar vorerst noch scheu und wehrt sich gegen allzu wilde Sexualpraktiken, geht aber im Laufe des Films immer weiter und beginnt auch, mehr zu dominieren. Sie lässt sich erstmal angenehm fallen und genießt den außerehelichen Sex, als sie aber beginnt, energisch und abgeklärt Geld zu fordern, übernimmt sie immer weiter das Steuer.
          Sie wird ihrer Lehrerin Mitsuko immer ähnlicher, wobei diese ein fast schon gestörtes Sexualleben an den Tag legt. Nicht wegen der Praktiken, sondern der Art, wie. Allzu oft eskaliert der Geschlechtsverkehr, oder artet in exzessiver, fast schon brutaler Manier aus, die von ihr ausgeht, aber geneigt ist, andere Anwesende verstört und gepeinigt zurückzulassen. Mitsuko ist eine grausame Frau, die gerne die Fäden zählt und die Lust der Anderen als Seile verwendet, um sie wie Marionetten zu steuern und dahin zu bekommen, wo sie will.
          "Guilty of Romance" ist kein Film, der nur die Freuden am Sex zeigt, nein, er zeigt auch, wie das Ganze ins Extreme übergeht, wenn man die Gefühle anderer, Vernunft und seine eigenen Grenzen missachtet, sondern immer weiter und weiter macht, bis es nicht mehr geht.
          Dabei ist im Grunde die zerbrochenste Figur jene, die am taffesten und bestimmtesten wirkt. Die offenbarendsten Szenen sind aber dann nicht die psychosexuellen Momente, sondern ganz ruhige. Etwa solche wie die, als Mitsuko mit ihrer Familie und Izumi am Tisch zu Abend isst und mit einem strahlenden Lächeln mit ihrer Mutter verletzende Beleidigungen austauscht.

          Durch den gekonnt und mit atmosphärischer Präzision in Szene gesetzten Film zieht sich ein Gefühl von Fehlplatzierungen. Als würde sich jede Figur an einem Ort und in einer Situation befinden, wo sie eigentlich nicht hingehört, und durch diesen Umstand in eine unersättliche Sehnsucht nach dem Gegenteil getrieben wird. Dabei setzt "Guilty of Romance" vermehrt auf fast volle Fässer, bei denen wir Tropfen für Tropfen auf das Überlaufen warten.
          Der Film spielt zu großen Teilen hinter vor der Öffentlichkeit verschlossenen Türen - der Alltag der Ehepaare und die Sexszenen finden beide so gut wie immer in sehr intimen Rahmen statt, wodurch wir das Gefühl vermittelt bekommen, durch ein Schlüsselloch etwas Verbotenes zu sehen. Und das ist selten etwas Heiles.

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          • 7

            #Horrorctober 2015 - 11

            Eigentlich passt dieser Film nicht in den Horrorctober. Tatsächlich kann man sich wohl kaum einen Filmemacher vorstellen der weniger dafür geeignet ist, einen Film für ein bestimmtes Genre zu machen als Shion Sono. Sono ist ein filmender Wüterich, der sich in seiner Kreativität keine Grenzen lässt und so ist auch „Guilty of Romance“ ein exzessiver Film. Sono kann sich nicht bändigen, er muss draufhalten und er muss ein Kino machen, welches dem Zuschauer in das Gesicht springt und sich mit spitzen Fangzähnen festbeißt. Als Ganzes kommt daher auch „Guilty of Romance“ wie eine emotionale Planierraupe daher, die den Zuschauer gnadenlos weitertreibt und niederwalzt.

            Doch da ist noch mehr in Sonos Kino. Denn obwohl er in Provokation und filmischem Exzess Kraft findet besitzt er eine zutiefst sinnliche Seite. Auch in „Guilty of Romance“ schafft er Situationen, Charaktere und Bilder von großer Schönheit und Poesie. Es ist diese Schönheit, die die Brutalität und die grausame Gefühlswelt der Charaktere erst effektiv werden lässt.

            „Guilty of Romance“ handelt von vielen Themen. Es geht um unterdrücktes Verlangen, Sehnsüchte und Freiheit. Es geht um die Suche nach echten Gefühlen und die Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit Frauen und Sexualität umgeht. Die drei weiblichen Hauptfiguren dieses Filmes besitzen alle zwei Seiten. Eine, die sie zeigen und eine weitere, die sie leben. Vielleicht trifft diese Dualität auch auf Sono selbst zu. Betrachtet man seine Art der Kunst, so gibt es Exzess und Feingefühl. Zwei Seiten, die er nicht unbedingt in Einklang, aber zumindest unter einen Hut bringen möchte.

            „Guilty of Romance“ hat sicherlich einige Schwächen, doch trotzdem ist die Erfahrung lohnenswert. Sonos Film ist kein Horrorfilm. Er ist ein emotionaler Schocker und er beweist, dass in einem Shock große Nachdenklichkeit stecken kann.

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            • 7
              Lorion42 27.09.2015, 22:07 Geändert 27.09.2015, 22:21

              Der Film kippt irgendwann im letzten Drittel und möchte immer mehr provozieren als wirklich eine Geschichte über Wünsche und Freiheit zu erzählen. Der Spannungsbogen wird dann überspannt und verliert sich. Erst am Ende fängt er sich wieder. Der Film hat ein paar interessante Gedanken und Ideen, weswegen man ihm ein paar Fehler verzeiht. Kann man sich angucken. Glaube aber nicht, dass der Film wirklich vielen richtig gefallen wird.

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              • 7

                […] Nach der eingangs genannten Szene, wenn man an den Titel denkt und der Meinung ist, unromantischer könnte es nicht mehr werden, schaut das Publikum einer Ehe zu. […] Die Romantik ihrer Ehe beschränkt sich dann auch letztendlich auf folgendes Zitat, das exemplarisch anzusehen ist: „Willst du nicht mal wieder meinen Penis anfassen?“ - „Das ist sehr schön, ich freu mich.“ Ihr Mann tut nicht nur so, als wäre diese seine Tat eine große Ehre für seine Frau, er ist überzeugt, dass dem so ist. […] Izumi möchte aus der Repetition, dem ewigen Trott und der Langeweile herausbrechen und ihr Leben ausschöpfen. Vor allem aber ist es ein Versuch der Selbstfindung und Selbsterkenntnis. Sie hat sich so tief in ihrem Körper versteckt, dass nicht nur der Zuschauer kein greifbares Bild von ihr hat. Nicht einmal sie selbst weiß, wer oder was in ihr steckt. Ihr Leben war stets darauf ausgerichtet, dass sie einen Wert für andere darstellt, dass sie sich für andere verbiegt. Nun wird sich das ändern. Sie wird geschätzt, für ihre Schönheit, sie wird geschätzt für ihre Offenheit und bekommt Selbstvertrauen. Izumi bricht aus einer Gesellschaft heraus, in der die höchste Instanz nicht etwa der Glaube an Gott ist (das war „Love Exposure“), sondern der Glaube an die Normen und Tugenden. Das Ergebnis ist eine Verkrampfung, da der Mensch so sehr auf seine Wirkung auf das Umfeld bedacht ist, dass er quasi das Ich verlässt und sich selbst stets von außen betrachtet. […] Sono erzählt nicht nur die Geschichte einer Frau, nicht nur die Geschichte eines Verbrechens (nämlich das der Unterdrückung der Frau, auch ein wiederkehrendes Thema in der Hass-Trilogie), sondern vor allem die Geschichte einer Gesellschaft, die sich selbst für modern hält aber noch tief im starren Klassendenken feststeckt und derart paranoid verzweigt ist, dass persönliche Freiheit nur erreicht werden kann, wenn man nicht von Interesse ist. […]

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                • 6 .5

                  "Guilty of Romance" ist eine Erfahrung.

                  So ruhig die erste Stunde des Films äußerlich auch wirken mag, ist sie doch die aufwühlendste. Der Ausbruch aus allem bekannten, gewohnten und gleichförmigen ist um einiges intensiver als der darauffolgende Abstieg. Die Hauptfigur Izumi (Megumi Kagurazaka) ist dabei so zwischen Neugier und Leidenschaft und Angst und Ekel hin- und hergerissen, dass sie zwar teilweise wie eine Figur aus einem typischen Hentai wirkt, trotzdem vereint sie dadurch in sich alle Emotionen, die auch der Beobachter dabei in der einen oder anderen Weise empfinden wird. Der grausige Fund, der gleich zu Anfang eine schaurige Atmosphäre einstellt, bestimmt die Gefühle in jeder weiteren Szene und erzeugt so, selbst in den seichtesten Momenten eine knisternde Spannung.

                  Mitsuko (Makoto Togashi) - einfühlsame Uni-Professorin UND durchgeknallte Prostituierte - ist dabei die einzige Figur, die an das Leben einer wahren Person anlehnt und kurioserweise trotzdem am befremdlichsten ist. Ihre zwiegespaltene Persönlichkeit sorgt für eine ordentliche Portion Skurrilität, die der Handlung mal mehr mal weniger gut tut. Sie spricht immer wieder von Kafkas Schloss - der geheimnisvolle Ort, der die Menschen magisch anzieht und gleichzeitig abschreckt. Diese Metapher steht im Zentrum als etwas Unerreichbares während die Handlungsstränge sich wie Wege in einem Labyrinth drumherumschlängeln, darauf zu streben, aber niemals ankommen.

                  In der zweiten Hälfte von "Guilty of Romance" wird eine gewisse Grenze zum Schrägen überschritten. Dort verliert der Film dann langsam an Spannung und Echtheit und verstrickt sich in verkünstelten Szenen, die mehr anstrengend als interessant sind. Nach zwei Stunden ist die Luft dann endgültig raus. Die letzten Minuten schleppen sich träge und bedeutungsschwanger ins Ziel.

                  Letztendlich bleibt dieser Film aber eine extravagant verspielte Mischung aus Sex, Thrill und Gesellschaftskritik, von dessen düsteren Farben man sich leicht und gerne einnebeln lassen sollte.

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                  • 6

                    Mhm, leider der erste Film von Sion Sono der mir nicht komplett zusagen will.
                    Irgendwie verzettelt sich der Regie Amokläufer hier an seiner Thematik. War LOVE EXPOSURE ein leidenschaftlicher Siegeszug für die Liebe wirkt GUILTY OF ROMANCE wie ein eiskalter Abgesang der die menschlichen Abgründe freilegen will und dessen Verlangen auslotet. In der ersten Hälfte gelingt Sono das auch noch. Den sterilen Bildern der Wohnung fügt er irgendwann drastische Bilder des exzessiven Sex zu. Die Inszenierung ist definitiv ruhiger als in LOVE EXPOSURE aber deswegen angenehmer, schließlich bewegt sich Sono hier auf ein Gebiet, das Feinfühligkeit erfordert.
                    Leider geht eben jenes Sono immer mehr flöten. Sein Film wird immer drastischer. Der Sex wird immer expliziter und die Gewalt immer abartiger. Sein Film wird zur brutalen Orgie und ekelhafter Verteuflung des Menschen. Die Gefühle des Menschen können abartig sein. Eine Meinung die Sono vertreten darf, doch er belegt sie mir nicht ausreichend genug.
                    Irgendwann verliert er leider alle Zwischentöne. Dennoch bleibt auch in der zweiten Hälfte sein faszinierendes Farbenspiel und seine mitreißende Inszenierung zu loben, doch das ist mehr Stil als Substanz.
                    Somit kein schlechter Film aber kein Vergleich zu den bisher geschauten Meisterwerken.

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                    • 8

                      Der kafkaeske Albtraum einer jungen Hausfrau besticht durch lustvolle Bilder und eine dichte, unangenehme Atmosphäre. Kein Film für Jedermann. Aber gerade deswegen eine Erfahrung für sich - trotz dezenter Längen.

                      • 8

                        Sion Sonos ungestümer Film über die exzessiven Identitätskrisen von drei japanischen Frauen wirkt, als hätte der junge David Lynch in Japan eine Neuverfilmung von Luis Buñuels »Belle de Jour« gedreht. [Jörg Buttgereit]

                        • 3 .5

                          Ein Japsen-Kunst-Fick-Film. Schöne Bilder, andere Kultur, durchgeknallte Figuren, etwas hochgeistige Literatur für Arme und ein paar Leichen. Eine gescheite Story konnte ich nicht erkennen. Jede Szene war, für sich betrachtet, totaler Schwachsinn. Viel Gekreische, sinnfreies Gevögel, Farbbeutelattacken. Ein Hungerhaken und ein kleiner Moppi sorgten für das Kontrastprogramm. Hier wollte ein Regisseur sich selbst verwirklichen und schockieren. Ständige Textwiederholungen nach Schocksituationen, das Stolpern von einer Peinlichkeit in die nächste und die absolute Realitätsferne lassen den Zuschauer, zumindest mich, vollkommen kalt. Der Film hat mich werder emotional noch intellektuell erreicht. Ein Schuss in den Ofen. Schade um Mahlers Musik.

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                          • 7 .5

                            Dem Horro sei dank...... das ich mal was japanisches sehe ohne das Godzilla durchs Land trampelt. Ja gut, ist nicht der erste Asiate ohne das grosse Monster, aber einer dem ich einer Empfehlung gefolgt bin, weil hier angeblich brutal viel gevögelt werden sollte. Und Inspektor *dvd* musste sich doch überzeugen ob der werte Herr Horro recht hat, oder nicht, und wegen Falschaussage dran zu kriegen ist.

                            Nun ja so denn.....
                            Ja hallo bitteschön, probieren sie mal, es schmeckt gut.......
                            Das in der Enlosschleife, und man wird so schon irre. Danke liebe Libido, dass die Hauptdarstellerin dabei nackig sich vor dem Spiegel gerekelt hat. So gab es eine plausible Erklärung für diese längere Szene. Und länge ist das Stichwort. Dieses mal kommt es in der Tat auf die Länge an, und die ist übertrieben zu lang.
                            Aber nie war der Spruch, das Fleisch ist willig, doch der Geist ist schwach so treffend wie hier. Eine gut gebildete Frau, Dozentin, hat sich der dunklen Seite angeschlossen und hurt Nachts durchs Rotlichtviertel, einfach weil es ihr danach lüstet. Aber doch auch lastet. Der hintergrund ist fast einfach und doch nicht erwähnenswert, denn sonst verrate ich zuviel.
                            Und sowieso ist diese Geschichte so dermaßen dreigeteilt, dass auch jeder seine explizite Erzählung bekommt. Nichts kurzfristiges. Nein, schön tiefer gehend; und für Leute die Doppeldeutig denken ist das bestimmt jetzt ein Grund zum grinsen. Und ich kann dem nicht wiedersprechen. Jede der drei Damen hat so ziemlich ein Ding am laufen, da kocht das Wasser auch ohne Hitzequelle. Die erwähnte Dozentin, die diese unnachahmliche Konstante herstellt, dann Izumi, das Frauchen eines gefeierten japanischen Schriftstellers, die Leiderfahrende Hauptperson, und dann bleibt noch die Polizistin, die zwar Mann und Tochter hat, aber auch nicht gerade mit ner weissen Weste aus der Saison gehen würde, wäre sie ein Torwart. 3 Frauen. 3 Schicksale. 2 vereinen sich, die andere lässt sich davon übermannen.

                            Die Verstrickungen sind recht intelligent gelöst, und auch gewisse Arthaus Momente blinzeln durch das Bilderdickicht durch. Mir war am jetzt nur die Frage, was wollte mir der Film eigentlich sagen? Jeder ist ein Schwein??
                            Auch das Lyrische, die inKunst im Film deutete auf ein eher durchdachtes Machwerk hin. Doch wäre da nicht dieser Mord, und die später erkennbare Zeitverschobene Erzählweise, wäre es nur ein 0815 pseudo intelligenter Film. Nein, er versuchte sich in Filmkunst zu verirren, und die Einfachheit der Dinge zu zelebrieren, wie angreiffbar wir sind, wenn es nur ums fleischliche geht. Wie verletzend es sein kann. Dann bleibt die Frage, ist es vernünftig vom Menschen, sich diese Pseudogedanken einimpfen zu lassen, das die Liebe das Maß aller Dinge ist, Ehebruch etwas ganz ganz furchtbares ist, das man treu sein soll und ein Fremdgang das Ende aller Dinge ist? Oder es damit zu rechtfertigen, im Prinzip trotz Treueschwur, wir im Grunde niemanden gehören, und doch für alles und jeden verfügbar sind?
                            Es wäre mit Sicherheit auf Psychologie Ebenen eine garantiert illustre Unterhaltung möglich, aber es hier zu erörtern, sprengt den Rahmen, und hat bis auf das Prinzip, keine grosse Aussagekraft zu diesen Film. Auch der Titel selbst, schuldig der Romantik, lässt klar blicken, das es einen Standpunkt gibt, von dem man aus, diesen Film betrachten soll. Denn letztlich ist Prostitution doch im Verruf. Und doch generiert dieses Feld soviele Finanzen, und treibt global viele auch in kriminielle Millieus. Dadurch verkommt es zum Verruf. Aber wie es im Film so schön heisst, schläfst du mit einem Mann, bei dem es keine Liebe ist, verlange dafür Geld!

                            Im Prinzip ist der Film auf vielen Ebenen enorm interessant, und teilweise spannend gestaltet. Aber seine Laufzeit, und vorallem die anfängliche brave Ehefrau die jeden Tag für ihren Mann die Latschen zurecht rückt, hat man mindestens nach der zweiten Einstellung verstanden, und muss nicht noch weitere 4 Tage das Ding durchziehen. Aber naja.
                            Der Mordschauplatz, oder auch Tatort, ist dagegen wieder schaurig. Hatte fast etwas von nem Saw Film. Doch zwischen unwohlig düsterer Atmosphäre zu ein paar Vögelszenen, in denen ein halber Fetisch rausspricht, wechselt der Film zu häufig das Thema. Düstere Tatortromantik und auf der andere Seite das Alltagsdilemma am Mittagstisch, das vor Tragödie nur so schreit.
                            Verzweiflung wird gross geschrieben. Das dem Alltag entfliehen will, neben hallo bitteschön Würstchen Werbereien, und einem Hinterhältigen Model-Sexdreh Auftrag, Ehefrauchen, sowie der verruchten Dozentin die Nachts nur ihre Möse zum flattern kriegen will. Aber an dem Eingang zum "Schloss" scheitert, und nur scheitern kann.

                            Ganz interessant, ist ihre Mutti. Die alte Schachtel. Die war echt nicht ganz knusper im Kopf, aber die Alte hatte echt Eier in der Hose, und ein Olli Kahn wäre stolz auf die gewesen. Die hatte echt nen super geilen Part im Film. Mehr sag ich dazu aber nicht.
                            Die Schlusseinstellung mit der Müllabfuhr, ist so glaubwürdig nicht. Aber ... verdammt.... leuchtet mir jetzt erst gerade ein... haha.... krass. Müsste noch nen halben Punkt extra geben. Aber den hab ich vorsorglich in die Wertung miteinfliessen lassen, falls der Film nachwirken sollte.
                            Die Hauptdarstellerin,der Izumi, ist schon ein Leckerchen. Aber ihr nahm ich die pure Unerträglichkeit nicht so ganz ab.
                            Was bleibt ist ein Plädoyer was den guten Horro entlasten kann. Brutal viel gevögelt, okay, nicht zwar, aber wer weiss was jeder gewohnt ist. ;)
                            Dennoch wurde nicht mit gespart und zimperlich ist es auch nicht von statten gegangen. Insofern wurde dieser MoviePilot entlastet und bekommt den Freispruch.
                            Eine zarte Empfehlung für diesen Film kann ich auch raus geben, auch wenn ich hinzufügen muss, das Geduld benötigt wird dafür. Weil der Länge halt. Charakterstudie in maßen, und extrem blutig irgendwas plus heftiger Ekelfaktor, eher nein. Total beklemmend und Abgründig, auch eher nein. Aber im ganzen doch extrem Aufwändig und klug inszeniert. Leicht stilistisch, aber nicht zu extrem in eine Richtung gehend. Irre sind nur die Darsteller. Dozentin und Mutti ganz arg. Aber sollte man schon mal gesehen haben. Und vor allem sollte man den Film nicht wegen dem Sex gucken. Der zeigt nur, das nicht jeder von uns lieber im Schatten wandeln möchte.

                            In diesem Sinne, bin ich auch Guilty of romance. Auf welcher Seite ich stehe, bleibt mein Geheimnis. soviel sei gesagt. Ich will nicht unbedingt ins Schloss. ;)

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                            • 9

                              Kafka und Ibsen als Inspirationsquellen mit Prostitution, Love Hotels, (sexuellen) Obsessionen, Abhängigkeiten, (mörderischer) Gewalt und der 'Körperwerdung' einer Frau auf der Suche nach sich selbst und der Liebe zu vermischen - das gibt es in dieser Form (wohl) nur bei Sion Sono, und genau das macht ihn und seine Filme so besonders. Sicherlich ist der Abschluss seiner "Hass"-Trilogie nicht jedermanns (oder jederfraus) Sache, aber wer will schon jedem gefallen?

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                              • 7

                                Ein zwiespältiger Film. Und ein langer Film. Zu lang meiner Meinung nach.
                                Die Geschichte über die Liebe und Sex suchende Izumi im Tokioter Amüsierviertel Shibuya ist interessant und geht über die ausgestellten Fetischszenen am Pornoset, über die bei GUILTY OF ROMANCE oft berichtet wurde, weit hinaus. Am interessantesten ist Sion Sonos Film dann, wenn die vereinsamte Ehefrau des Schriftstellers auf ihr Sexteacherin, die vulgäre Literatur-Dozentin Mitsuko trifft. Ihre Gespräche haben es in sich. Die Dritte im Bunde ist die ermittelnde Kommisarin Kazuko, auch sie hat ein Geheimnis und wird am Ende mit einer parabelhaften Szene das perfekte Schlusswort haben. Gustav Mahlers 5. Symphonie hätte ich nicht schon wieder filmisch verwurstet haben müssen und auch die übrige klassische Musik, die in asiatischen Filme zu oft als Nonplusultra für Tiefsinn und Intellektualismus eingesetzt wird, ist ein bisschen sehr omnipräsent.

                                Visuell knallt es heftig, zwischen Pop-art und Neo-Film Noir richtet sich der Japaner Sion Sono ein. Manchmal ist das übler Kitsch, überraschend oft aber auch sehr intensiv. Die beiden Hauptdarstellerinnen sind perfekt gewählt. Wie sich die untergebene, aufopfernde Schriftsteller-Gattin von der kriechenden, Pantoffel cm-genau auf Position stellenden Dienerin zur lasziven, wollüstigen Hure verwandelt, ist glaubwürdig. Genauso, wie sie im Strudel von Eros und Macht die Kontrolle zu verlieren scheint.
                                „Wie viel besser wäre ich dran, wenn ich niemals die Bedeutung der Worte erfahren hätte. Ich stehe still im Inneren deiner Tränen und komme allein zurück in dein Blut.“
                                Diese lyrischen Zeilen sind das intellektuelle Zentrum des Films und werden wiederholt von der nymphomanischen Literatur-Dozentin zitiert. Sie verteidigt vehement den Gedanken, dass Worte nur dann eine Bedeutung haben, wenn man sie physisch erlebt. Izumi, die selbstverleugnende Ehefrau, muss dafür alle Konventionen über Bord werfen. In einer mit Tabus und strengen gesellschaftlichen Regeln vollgestopften Gesellschaft wie Japan, die ein starres Kastendenken beherrscht, erfordert dies ungeheure Kraft und Willen. Was Sion Sono darunter versteht, finde ich sehenswert. Ein interessanter Film, der stellenweise zu voyeuristisch, langatmig und gekünstelt ist, insgesamt aber ein sinnliches Erlebnis nicht nur für das Auge bietet.

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                                  Zwischen Arthouse und Trash angesiedelter Schocker, der plakative Bilder mit einer etwas banalen Geschichte kombiniert und ein tristes japanisches Frauenbild zeichnet.
                                  Ich hoffe sehr, dass die Japanerinnen heute etwas emanzipierter sind.

                                  In Teilen ganz nett anzusehen, aber am Ende dann überdreht, vorhersehbar - insgesamt unbefriedigend.

                                  • 6

                                    Im Niveau erstaunlich flexibel, von Telenovela über Porno zu Kafka. Zweifelsohne eine Enttäuschung im Angesicht großer Erwartungen. Botschaften so platt wie unsinnig. Sex so sexy wie Brot. Was mich anhob, war das Verstörende und Zerstörende, die Desillusion. Das Fallen ohne Bedauern.

                                    Bunnyfucktor: 6.5

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                                    • 7

                                      Es fällt mir irgendwie schwer diesen Film so sehr schönzureden, wie ich ihn eigentlich sah, denn "Guilty of Romance" ist in seinen hasserfüllten Vorstellungen von Abgründen durchaus ziemlich platt und kaum ernst zu nehmen. Eine Ehe, geführt wie in einem völlig anderem Zeitalter wird hier als das ach so gefahrlose, aber schon auch ziemliche langweilige Leben gezeigt, doch wenn die schüchterne Izumi sich ins Geschäft der Prostitution bewegt, gerät sie natürlich ganz schnell in Gefahren. Eigentlich stellt Sion Sono hier die meisten Menschen, die mit einer Prostituierten Sex haben wollen, als bedrohlich dar und jede Form von Crime wird in diesem Film konsequent mit Sex vereint. Die Kommissarin wird während des Geschlechtsakt angerufen, um zum Tatort zu kommen und bei den Ermordeten handelt es sich nur um Prostituierte. Sono schafft es aber das Bild von dem für die Protagonisten natürlichen Alltag den Zuschauer in den Kopf zu drängen, um ihn dann in sämtliche Richtungen zu verzerren. Spannend ist es wie nah und selbstverständlich intim man sich hier mit dem Selbstkonflikt der Hauptprotagonistin auseinandersetzt, die mehr und mehr die Scheu vorm Zeigen und Verkaufen ihres Körper verliert. Über alles hinweg beeindrucken die vielen bunt beleuchteten Gassen und Räume, die den Glimmer und die Gefahr des Geschäftes an die Oberfläche treiben. Über das Showdown herrscht ein berauschendes Etwas aus Farben und Hysterie, in dem sich Geheimnisse mit festen Paukenschlägen auflösen, während das Ende dann nur noch still und distanziert die endgültige vollstreckte Entfremdung von Izumi beobachtet.

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                                      • 7 .5

                                        Auf "Guilty of Romance" habe ich mich sehr gefreut. Schon seit langem denke ich mir, dass ich unbedingt mal einen Sono sehen muss und jetzt ist es endlich so weit. Trotz seiner epischen Laufzeit hatte ich das Gefühl eines sehr kurzweiligen und doch anspruchsvollen Filmes. Hin und wieder drückt Sono ein bisschen zu sehr die manipulative Schiene, aber die Asiaten haben ja, was das angeht, eh andere Sehgewohnheiten als wir. Thematisch nervt es irgendwann vielleicht ein bisschen, wie sexbesessen alle Figuren zu sein scheinen, umso schöner fand ich aber die Passagen um die Bedeutung von Sprache und Worten. An einigen Stellen hat mich der Film an Bunuels "Die Schöne des Tages" erinnert und irgendwie ist das schon bezeichnend, dass Sono hier ein Gesellschaftsbild des modernen Japans zeichnet, das dem ähnelt, das Bunuel vor fast fünfzig Jahren in Frankreich angesiedelt hatte. Also entweder verzerrt Sono hier einiges oder aber die Japaner sind, was Emanzipation und sexuelles Selbstbewusstsein der Frau angeht, tatsächlich ein bisschen spät dran. Spielt aber auch keine Rolle, wie realistisch all das ist, es ist auf jeden Fall wunderschön und gerade durch die langsame und ausführliche Erzählweise ungeheuer fesselnd.

                                        • 9

                                          Na gut, eine Seite von mir ist leicht ausrechenbar: Meine filmästhetischen Lieblinge der letzten Jahre gleiten in der Regel durch neonbeleuchtete Metropolen und tauchen ein in die finstersten Herzen der Stadt, um in einem Strudel aus Sex und Gewalt in meinen Kopf einzudringen und sich dort wie ein pulsierender Kopfschmerz einzunisten. Einfach ein paar bunte Lichter filmen, ein paar Menschen physisch und/oder psychisch verstümmeln und irgendwie Noé, Refn oder Sono vorne draufschreiben - schon werfe ich mit Punkten um mich. Das sagt letztlich viel mehr über mich als über die jeweiligen Filme aus, klar, aber es ist auch eine Facette meines Geschmacks, die zuvor viel zu selten befriedigt wurde. Erst in den letzten Jahren entdecke ich diese Filme, die einen am Hinterkopf packen und in diese wunderschön anzusehenden, aber gleichzeitig abgründigen, molochartigen Milieus mit der Nase reindrücken, um letzten Endes aber auch so viel mehr zu erzählen als nur: "Seht, sowas gibt's!"
                                          Sonos "Guilty of Romance" ist eine Geschichte über Ausbruch, Entfaltung und Entfremdung, über das radikale Ausleben eines inneren Drangs und die Akzeptanz seiner Konsequenzen. Und sie ist einfach verdammt gut.

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                                          • 6

                                            Für Arte ein Trashfilm, aber davon ist dieses verstörende Etwas von Film weit entfernt. Trotz Kunstanspruch für mich eher ein durchschnittlicher Film, der aber trotzdem fesselt.

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                                            • 8

                                              Guter Film.
                                              Interessantes Ende, nette Geschichte und teils wirklich surrealistische Szenen.
                                              Einen weiteren Pluspunkt sind natürlich auch die wunderschönen Titten der Hauptdastellerin :D

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                                              • 8

                                                Stellenweise wirkt "Guilty of Romance" wie eines dieser furchtbar bedeutungsschwangeren, surrealistischen Möchtegernkunstwerke, die ich so gar nicht haben kann, weil sie langweilen ohne Ende. Mit dem winzigen Unterschied, dass mich ununterbrochen interessiert hat, wie die Geschichte weitergeht. Und wenn das der Fall ist, dann bin ich bereit, ein bisschen intellektualistisches Gehabe zu verzeihen.

                                                Oder, gegebenenfalls, sogar davon auszugehen, dass das alles wirklich so tiefsinnig ist, wie es tut.

                                                Nicht dass das irgendwie wichtig wäre.

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                                                • 6 .5

                                                  Etwas verwirrend ist der Aufbau des Filmes schon, denn man erwartet bei dem Auftakt eine entsprechende Fortsetzung, wie man es aus dem Westen kennt, stattdessen lässt man den linksliegen und blickt in das Seelenleben der Darsteller. Es geht nie darum ob der Täter geschnappt wird, es gibt kein Katz und Maus Spiel mit schnellen Schnitten. Wenn man an diesem schwierigen Film dran bleibt, der auch seine Längen hat, und etwas mit der Thematik anfangen kann, wird man durchaus zu einigen Überlegungen gebracht, die man bei gewöhnlichen Streifen übers Rot-Licht-Milleu nicht erhalten würde, weil sie nur an der Oberfläche kratzen.

                                                  Offensichtlich geht es gar nicht nur um irgendeinen Mord, sondern vielmehr um die Funktion und den Sinn von Prostitution und menschlichen Beziehungen. Frauen wie Mitsuko Ozawa wirken auf mich wie Sasha Grey, wo Sexualität nur als eine blosse Obsession, wie eine Zwangshandlung und Zweckgetriebenheit fungiert. Offenbar beruht der Film auch auf den Fall der ermordeten Yasuko Watanabe, die als Nutte und als Wirtschaftsforscherin arbeitete. Der Film ist von Menschen inspiriert, die völlig von sich und anderen Menschen entfremdet sind. Die Höchststrafe für Sex ist diese Leere, Beziehungslosigkeit und Langeweile während des Aktes. Das würde auch erklären warum man die Prostituierte Mitsuko als vulgär bezeichnet, denn dieses Wort bedeutet nach Adorno ein "Einverstandensein mit der eigenen Erniedrigung". Die Menschen in diesem Film sind rastlos und irren nur umher, werden verletzt und verletzen. Hierin liegt die Tragik, die offenbar nur noch durch den eigenen Tod beendet werden kann.

                                                  Ich habe den Roman von Kafka ("Das Schloss") nicht gelesen, daher kann ich nicht einschätzen, was mit der Erwähnung des Schlosses gemeint sein könnte. Es gibt ein paar grotesk anmutende Szenen, wie die zerplatzenden rosa Farbbeutel, oder einen Satz wie "Das ist sehr gut, ich freu mich" als eine Darstellerin einen Penis anfässt oder als bei einem Pornodreh das Mädel so wild reitet, dass es selbst dem notgeilen Hauptdarsteller zu verrückt wird. Sowas kann den Blick auf den eigentlichen Zweck des Films verdecken und verwirren. Unterm Stich ist das ein sehr trauriges Werk und es handelt darüber wie tief Menschen sinken können. Wenn man seinen Blick von den Fickszenen lösen kann, schafft man es möglicherweise tiefer zu blicken. Ich bin mir einerseits nicht sicher ob Regisseur Sono sich mit dem vielen Sexszenen einen Gefallen getan hat, andererseits war es wohl die einzige Möglichkeit die leere Getriebenheit auszudrücken. Die Schlussszene zeigt dann auch, dass man den Seelenmüll, die Leere und Verlorenheit loswerden kann, wenn man nur dran bleibt. Der Film hat mir besser gefallen als "Strange Circus" und ich kann ihn vorsichtig empfehlen, wenn man die nötige Geduld und Wachsamkeit aufbringt.

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                                                  • 5 .5

                                                    Ich hab mit Sion Sono so meine Probleme. Mal mehr, mal weniger... "Strange Circus" hat mich einfach nur angewiedert. "Love Exposure" fand ich dann überraschend gut. Leider hat mich "Guilty of Romance" jetzt wieder enttäuscht.

                                                    Die Handlung und der Hintergrund interessierte mich durchaus, doch der übertriebene Stil des Regisseurs hat mich erneut größtenteils gestört. Einfach nicht mein Fall, fürchte ich... Aber ich will den Film jetzt auch nicht schlechter machen als er es verdient hat. Immerhin konnte er mich stellenweise fesseln (insbesondere in der ersten Hälfte sowie die Abschlußszene).

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