Guilty of Romance - Kritik

JP 2011 Laufzeit 150 Minuten, FSK 18, Drama, Horrorfilm, Kinostart 19.07.2012

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Kritiken (10) — Film: Guilty of Romance

Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

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8.0Ausgezeichnet

Im Verbund mit Cold Fish bildet Guilty of Romance wohl einen der spannendsten Beiträge der letzten Zeit zum Wesen der Emanzipation – in all ihrer Überzeichnung und Übertreibung. Primär ist Guilty of Romance ein fast rauschhaft-sexualisierter Streifzug durch das nächtliche Tokio mit so viel nackter und toter Haut, das man sich zeitweise in einem Sexploitation Film wähnt. Wichtig, unverzichtbar und sehenswert, auch wenn man sich dafür schon fast schämen muss.

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Fricki76: Asianfilmweb.de

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7.0Sehenswert

Mit „Guilty of Romance“, das aktuell bei REM auf DVD erscheint, findet Sonos Trilogie nun ihren Abschluss. Wieder ist es in vielerlei Hinsicht ein üppiger Brocken von einem Film, den uns der Maître serviert: Zweieinhalb Stunden Spieldauer, viel Blut, viel Sex, viel Gewalt, viele moralische Grenzüberschreitungen. Eine anspruchsvolle, nicht lineare Erzählform, grelle Pop-Art-Szenen und spritzende rosa Farbbeutel, der Soundtrack von Mahler, durchsetzt mit Referenzen an Kafkas „Das Schloß“ und Kubricks „Agent Orange“ – das muss man erst einmal alles überschauen. Visuell ist der Film erneut überaus stark und auch die Darsteller spielen wieder greifbar authentisch ihre drastischen Rollen. Ob die Andeutung einer Kriminalgeschichte durch den tatsächlich geschehenen Mord, dem die Geschichte zugrunde liegt zustande kam oder schlicht ein Versuch war, etwas vertrautes, Konventionelles in den Film einfließen zu lassen, kann ich nicht sagen. Jedoch dient der Serienmord nur als Verknüpfung der drei Frauenschicksale, was ich mehr als schade finde. Was es darüber hinaus zu sagen gibt? Nichts Neues bei Sono – der Provokateur bleibt sich treu. Er bricht Tabus, stellt Gesellschaftliche Normen in Frage und auf den Kopf, dabei bleibt die Kernaussage, so sie denn gefunden werden soll, genauso nihilistisch wie im Vorgänger. Das alles zweifellos auf eine unglaublich vielseitige, kreative und innovative formale Art und Weise. Das ist für echte Cineasten ein durchaus faszinierendes Erlebnis, wird aber den „normalen Filmfreund“ schlicht überfordern.

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uncut123

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auf den bin ich gespannt


Sebastian Handke: Der Tagesspiegel Sebastian Handke: Der Tagesspiegel

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7.0Sehenswert

Selbst seine schwächeren Filme, und „Guilty of Romance“ ist einer davon, sind sehenswert.

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Rupert Sommer: Radio Köln Rupert Sommer: Radio Köln

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5.5Geht so

Leider steht der plakative Kunstanspruch von Guilty of Romance einer rundum überzeugenden Gesamtwirkung etwas im Wege.

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Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de

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6.5Ganz gut

Insgesamt gelingt mit Guilty of Romance der Blick in viele Tabubereiche, sowohl in den Köpfen der Bewohner als auch der Kultur Nippons.

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Tim_Lindemann : schnitt Tim_Lindemann : schnitt

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8.5Ausgezeichnet

Guilty of Romance ist ein ebenso drastisches wie faszinierendes Kaleidoskop, das sich nur selten mit unnötiger Subtilität aufhält.

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Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag

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6.0Ganz gut

„Guilty of Romance“ mäandert viel zu lang um dieselben Ideen. Das visuelle Repertoire ist limitiert, seine Gesellschaftsbilder bleiben inkonsequent.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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5.5Geht so

Die grellen Töne, die Pink Eiga, [...] , genügen sich irgendwann selbst, das Drama wird indes immer nebensächlicher.

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Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

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8.0Ausgezeichnet

Der Erotikthriller des Japaners Sion Sono lässt den Sexhit "Shades of Grey" alt aussehen.

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Oceanic6: CinemaForever

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7.5Sehenswert

[...] So ist „Guilty of Romance“ am Ende ein absolut gelungener Film, der sich gekonnt mit der menschlichen Lust und der Sehnsucht nach einem aufregenderen Leben auseinandersetzt. Äußerst provokant, aber immer auf den Punkt gebracht, mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und einer unersetzlichen Atmosphäre, welche die Möglichkeiten der Kunst auf die Spitze treibt. Und mal ehrlich, wer kann schon einer Würstchenverkäuferin wie Izumi widerstehen. Ein Schlingel, dieser Sono.

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Kommentare (19) — Film: Guilty of Romance


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Stefan Ishii

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Bewertung5.5Geht so

Ich hab mit Sion Sono so meine Probleme. Mal mehr, mal weniger... "Strange Circus" hat mich einfach nur angewiedert. "Love Exposure" fand ich dann überraschend gut. Leider hat mich "Guilty of Romance" jetzt wieder enttäuscht.

Die Handlung und der Hintergrund interessierte mich durchaus, doch der übertriebene Stil des Regisseurs hat mich erneut größtenteils gestört. Einfach nicht mein Fall, fürchte ich... Aber ich will den Film jetzt auch nicht schlechter machen als er es verdient hat. Immerhin konnte er mich stellenweise fesseln (insbesondere in der ersten Hälfte sowie die Abschlußszene).

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CatafalqueForFallenFlies

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wo beginnt Moral und wo findet sie ihren Sinn und ihr bitteres Ende? Wieviel Geld ist sie einem wert und mehr noch, wie viel kostet ihre völlige Aufgabe?
Sion Sono ist mit diesem Film ein weiteres Meisterstück gelungen, das seinesgleichen sucht. Selten wurde ich in einem einzigen Film in derart vielfältige Gefühlslagen hineingestoßen, gegen die ich völlig wehrlos war und die von Szene zu Szene, von Einstellung zu Einstellung nur noch düsterer und abgründiger ausgearbeitet wurden. So düster und voller Verhängnis, dass man es kaum ertragen kann. Der Zuschauer erhält aus einer Idylle heraus einen visuellen Fausthieb nach dem anderen und kriecht bald besinnungslos am Boden, sucht nach sich selbst, nach seiner Rolle in diesem Schauspiel, das so frei von jedem Fluchtweg erscheint. Doch warum sollte Sono uns diese auch liefern?
Irgendwo zwischen 'Soft'porno, Psycho-Thriller und Krimi siedelt er 'Guilty Of Romance' an, garniert es mit einer Prise Kafka und deckt ganz nebenbei und so ungeschohnt wie selten die moralischen Gefälle des menschlichen Lebens auf, die freilich nur eine Richtung kennen: abwärts. Die Erwartungshaltung wird klar erfüllt und gleichzeitig stets gebrochen, weiß man doch, dass die heile Welt einen Antgonisten besitzt, der sich unweigerlich an die Oberfläche eifern wird und sei es durch den kleinsten unerwarteten Riss. Liebe ringt mit ihren eigenen Käuflichkeit und das Hässliche mit dem schönen Schein und der Gewinner heißt doch von Anfang an Symbiose, wenigstens bei Sono. Zu keiner Zeit hat man dabei das Gefühl von unnötigen Längen gequält zu werden, oder gar in Langeweile zu versinken, nein hier sitzt jeder Blick, jeder Reiz, jeder Akt und das schlechte, niederschmetternde Gefühl am Schluss. Ein Film, der nur sehr schwer verdaulich ist und mich noch einige Zeit beschäftigen wird. Ein Film, den ich uneigeschränkt empfehlen kann, der aber unbedingt die richtige Stimmung (ab)verlangt und wohl nur einmal im halben Jahr erträglich ist, löst er doch (zumindest in mir) unweigerlich zu viel von dem aus, was man sonst im Exil der Verdrängung findet..

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row-t

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Toller Text, macht Lust den Film bald mal zu sehen. Liegt hier schon lange rum. Wenn der in einer Liga mit "Love Exposure" spielt, dann wird's ein Fest. "Himizu" ist übrigens auch ganz gut geworden, gibt's bisher aber nur die DVd und Blu ray aus UK. Hierzulande muss man auf die Veröffentlichung noch warten.


DerSuperBob

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

schöner abschlus der Hass-Trilogie
total durchgeknalltes japan zeug :)
kommt aber nicht an Love Exposure ran

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horro

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Bewertung7.5Sehenswert

In diesem Film wird aber echt brutal viel gevögelt ... bitte meine Ausdrucksweise zu entschuldigen, aber das war wohl nicht nur bei mir der erste Gedanke, der einem nach ein paar Minuten durch den Kopf geht. Nicht nur wegen oder vielleicht gerade trotz der dauernden Fickerei ist hier die Inszenierung absolut faszinierend und teilweise auch perfekt gelungen. Düstere albtraumhafte Verbrechenstatorte wechseln sich mit erotischen Bettszenen bis hin zur Analyse von menschlichen Perversionen ab. Eine explosive Mischung, die einen schon ziemlich in ihren Bann ziehen kann und die, wenn man zur richtigen Zeit auf den Zug aufspringt, auch mehr als einen Moment lang haften bleibt. Trotz beachtlicher Überlänge kommt selten das Gefühl von Längen auf; immer wieder hält einen das richtige Bild zur richtigen Zeit bei der Stange.

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horro

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welche hast du denn schon von ihm gesehen?


lieber_tee

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Suicide Circle, Strange Circus, Exte: Hair Extensions, Love Exposure, Cold Fish und Guilty of Romance. Fand alle gut bis klasse. Mag seinen Stil.


180manGER

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Bewertung9.5Herausragend

"Ich hätte niemals der Worte Bedeutung erlernen sollen,
weil ich jedoch Japanisch und ein klein wenig fremde Sprachen erlernte,
bleibe ich still in deinen Tränen stehen und kehre zurück in dein Blut!"

Ein bildgewaltiges und tiefes Gedicht als Leitmotiv! Es geht irgendwie um die Bedeutung der Wörter, so kann anhand einer Träne der Körper dieses Wortes nachgebildet werden. Doch wie ist es um Abstrakta wie Gefühl, Empfindung und Liebe bestellt?
Lassen sich solche Worte auf eine Bedeutung reduzieren; lässt sich das zu Bedeutende erfassen? Gibt es hier überhaupt eine Bedeutung, ein Signifikatum?
Auf der Suche nach einem solchen, nimmer greifbaren Sinn befinden sich die drei Protagonistinnen Izumi, Mitsuko und Yoshida. Und ähnlich wie in Kafkas Schloss kreisen sie lediglich um den Sinn, ohne einen Blick auf dessen Eingang erhaschen zu können.
Die drei Geschichten der Frauen stehen für Emanzipation, Befreiung, Wollust und Perversität. Es mag Gesellschaftskritik durch überzogene Darstellungen und ausgereizte Handlung sein, ja; aber vielmehr drängt sich die Poetik einer unvergleichlichen Sinnsuche auf. Der eigene Körper, wenn der Worte Körper unerreichbar sind, wird aufs radikalste erniedrigt, bis dessen Bedeutung gar ausgelöscht ist. Shion Sono schaffte es mich herauszufordern wie ein philosophischer Aufsatz Nietzsches. Und zusätzlich diese zerstörerische Gewalt der Bilder, diese mitreißenden Szenen und zahlreichen Motive, die allesamt einer eigenen Interpretation bedürfen. Dieser Film drängt auf, regt an und tut körperlich weh. Das ist Kunst!!!

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lieber_tee

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Bewertung7.5Sehenswert

"Ich will etwas erleben, bevor ich 30 bin."
Es gibt sicherlich so einige Lesarten des Films: Als eine oberflächlich-ablehnende, sexistische Altherren-Männerphantasie im Nutten-Milieu, als eine übermütig, schäbig-scharfe Farce über unterjochte Frauen in der japanischen Mittel-Schicht-Gesellschaft, die sich durch bezahlten, sadomasochistischen Sex von ihren Fesseln lösen oder als eine traurig-tragische Suche nach dem "Sinn des Lebens".
Zentrale Motive bleiben aber immer die Begriffe "Entgrenzung" und "Befreiung".
Macht, Liebe, Schuld, Körperlichkeit, Selbstzerstörung stoßen auf ein kafkaeskes Labyrinth aus Groschenroman-Motiven und Emanzipationsgedanken, werden in Shakespearehafter Dramatik mit Pink-Eiga-Softcore-Einlagen vermischt, eingerahmt in einen giallonesken Mordfall.
Die Schwierigkeit und zugleich auch der Reiz von Sonos Regiearbeiten sind seine offen-provokative Themen, mit symbolträchtigen Bildern, dem Betrachter ins Hirn zu knallen. Es läuft immer auf eine doppelgesichtige, schwarz-humorige Farce hinaus, voller grotesker Überschreitungen, mit theatralischem Ausgang.
Seine Mammutwerke sind genauso schwer greifbar wie angreifbar aber immer unberechenbar
und erreichen bei mir eine verstörende Wirkung.
Das mag ich.

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VisitorQ

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jajajajaaaaaaaaaaaa ♥


horro

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da ich das wahrscheinlich auch mag ist der jetzt fällig!


Nevica

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Bewertung9.0Herausragend

Und wieder einmal schafft Sono ein äußerst bildreiches wie intensiv schneidendes Werk. Ich liebe seine authentischen 'Spielkreise' & Metaphern. Hier werden keine Bilder & Worte aneinander gereiht - alles wirkt perfekt durchdacht und geradezu makellos zusammengefügt. Ebenso wie "Cold Fish", "Love Exposure", "Strange Circus" & in Teilen "Suicide Circle" liefert dieser Film kreischende Bilder, exzentrische & zutiefst verletzte Seelen, welche sich in sich selbst verlieren - getrieben & gefoltert natürlich stets durch andere. Dabei will Sono (mAn) nicht "schocken", was er zweifelsohne durchaus tut, sondern vielmehr aufwecken. Jedes Mal, wenn ich einen seiner Filme zum ersten Mal anschaue, finde ich mich in einer unglaublich zittrigen sowie angespannten Atmosphäre wieder...er schafft es, dass man jeden Film erst einmal gründlich verdauen und Revue passieren lassen muss. Bilder & weiteres bleiben haften und zwingen zur unmittelbaren Konfrontation mit dem eben Gesehenen. Die Details entdecke ich dann zumeist erst nach mehrmaligem Schauen.
Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, dass "Love Exposure" & "Cold Fish" mit diesem letzt gesehenen zu einer Trilogie gehören - für mich waren sie bisher einzeln stehende Meisterwerke. Nach genauerer Betrachtung haben aber nicht nur diese drei Filme Gemeinsamkeiten, sondern alle oben genannten Filme weisen für mich Analogien auf (man beachte bloß einmal die Namensgebungen der weiblichen Hauptdarstellerinnen sowie vereinzelt verwendete Symboliken). Auch ist das Motiv des Hasses wohl in jedem seiner Filme zu sehen (sogar in der deutlich leichteren Kost "Hazard"). In diesen drei Filmen ist mir jenes Hassthema aber auch nicht das ausschlaggebende Grundmotiv - es verbergen sich viel tiefere Ausuferungen darin... Anders sieht dies beispielsweise bei Park Chan-wooks Trilogie aus: "Sympathy for Mr. Vengeance", "Oldboy" & "Lady Vengeance" weisen wesentlich klarerer Strukturen auf als jene von Sono. Nicht, dass ein konkreter Vergleich überhaupt möglich wäre...aber bei Park erkenne ich einen Rahmen bei Sono jedoch nur unterschwellig. Allein "Love Exposure" sticht (für mich) so sehr heraus, dass es mit wohl keinem anderen Werk in direkte Verbindung zu bringen ist.
Aber genug zu den Allgemeinheiten.. "Guilty of Romance" ist ein bizarr leuchtendes Werk, welches in seiner Tiefe unter anderem an der Schönheit festzuhalten versucht. In seinen Bildern ist es ein einmaliges Schauspiel - wirklich großartig!

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Lina-Hanami

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Für diejenigen, die Love Exposure gut fanden also ein Must-see?^^


Nevica

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Hm.. ich halte insgesamt weniger von diesem "diesen Film muss man gesehen haben" - da ich gern jeden Film einzeln & ohne Erwartungen betrachte.
Aber ich weiß natürlich was du meinst und kann dir den Film deshalb nur empfehlen. Wer Sion Sonos Arbeiten liebt, der wird diesen Film vermutlich auch mögen.
Sahst du bereits einmal "Strange Circus"? Dieser ist mein liebster Film von Sono.
Du hast im Übrigen ein schickes Userbild :D "Love Exposure" ist wahrlich ein Hochgenuss!


cyranorick

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Lust und Geist,
Erotik und Spannung,
Schön skurriles und schrecklich normales,

Sex und Brainfuck

Klasse!

(Und irgendwann, ja irgendwann, werde ich verstehen, warum in fast jedem japanischen Film irgendwann eine Frau beim Pinkeln gezeigt wird.. ^^)

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MrDepad

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mit "Guilty of Romance" beendet Sion Sono seine "Hass-Trilogie".
Sono erzählt die Geschichte einer Ermittlerin, die in einem bizarren Mordfall ermittelt. Neben dieser Geschichte erzählt er außerdem noch von zwei anderen Frauen und später ergeben alle drei Geschichten ein mehr oder weniger zusammenhängendes Bild.
Der Film ist von den Filmen der Trilogie das reifste und komplexeste Werk. Sono verzichtet hier fast vollständig auf die für ihn typischen Gewaltexzesse. Dafür zeichnet sich dieser Film dadurch aus, dass sexuelle Obsessionen jede der drei Geschichten beherrscht. Sono erzeugt erneut eine einzigartige Atmosphäre, in der sich sexuelle Motive, symbolhafte Puzzleteile, bizzare Vorfälle und eine stimmige Erzählweise zu einem tollen Gesamtbild formen. Sex wird ziemlich explizit gezeigt, womit man es meiner Meinung nach in der zweiten Filmhälfte leider ein wenig übertrieben hat. Allgemein fällt die zweite Hälfte leider etwas negativ durch einige Längen auf, während einen die erste Hälfte sofort in seinen Bann zieht und durchwegs zu begeistern weiß.
Im Gegensatz zum Vorgänger "Cold Fish" haben mir hier die Schauspieler mehr gefallen. Auf auffälliges Overacting wurde weitesgehend verzichtet und besonders die drei Frauen können durch vielschichtige Darstellungen überzeugen. Am Ende werden einige Fragen beantwortet, doch Sono lässt auch einige zentrale Fragen ungeklärt, so dass dieser Film auch wegen der symbolträchtigen Bildsprache das komplexeste Werk seiner "Hass-Trilogie" geworden ist.
"Guilty of Romance" ist ein toller Abschluss einer sehr guten Trilogie. Wäre Sono die zweite Filmhälfte qualitativ genauso wie die erste Filmhälfte gelungen, hätte es der Film zu einem richtig großen Werk bringen können, so bleibt lediglich "nur" ein weiterer ausgezeichneter Film eines japanischen Ausnahmeregisseurs.

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suspirio

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das Finale der Hass-Trilogie von Sion Sono.
Ich muss zugeben, nach Cold Fish hatte ich eine Steigerung erwartet.
Dies ist nicht der Fall.
Das soll nicht heissen das Guilty of Romance misslungen wäre, aber etwas enttäuscht war ich doch.
Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau da Sono mit diesem Film mal wieder ein kontroverses und visuell atemberaubendes Kleinod geschaffen hat.
Knallhart und teils recht heftig bebildert wird das Schicksal 3er Frauen geschildert deren Wege zusammenlaufen.
Jenseits von Konventionen und Moral inszeniert Sono selbiges als kruden Fiebertraum der sicherlich nicht jedermanns Sache ist.
Wer aber Filme wie Strange Circus, Love Exposure oder Cold Fish fazinierend fand ist hier bestens aufgehoben.

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Tampopo

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Bewertung5.5Geht so

SPOILER! wie vielversprechend fing es doch an, mit blutigen Bemalungen an der Wand (Story - vielschichtig), mit den Pantoffeln die sie in Großaufnahme in die andere Richtung dreht (Symbolik - vielschichtig).

Pantoffeln + "Hallo Bitteschön" = Genial = Ende Hälfte 1

Hatte bisher innerhalb eines Filmes noch nie so eine Diskrepanz.

Sämtlich interessantes symbolisches künstlerisches tiefgründigens der ersten Hälfte wurde in der zweiten Häkfte einfach weggefickt. Erste Halbzeit 9 Punkte - Zweite: 3 = 5,5. Sorry, rechne schlecht, vorhin kam ich noch auf 6,5

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suicidefantasy

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es sind die Fragen, die wir uns stellen, Tag für Tag. Unsere Reflexion, unsere Blicke die über andere und uns selbst wandern. Aber diese Blicke bleiben nicht leer, sondern rufen unendliche Assoziationen, Reflexionen und Sehnsüchte hervor.
Wieso fragen wir uns, wie viel sind wir wert? Wieso brauchen wir Anerkennung? Wieso wollen wir geliebt werden? Das Leben könnte so einfach sein aber wir sind so abhängig von anderen, dass manche daran zu ersticken drohen.
Sion Sono geht an den Rand der Möglichkeiten unseres Menschseins. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir (scheinbar) alles ablegen müssen um die Welt zu ertragen. Nur ohne Sinn kann die Welt erträglich sein. Ob das stimmt muss man selber entscheiden.
Sion Sono reizt das totale, das Extreme. Den Ausbruch.
Von den zweieinhalb Stunden möchte ich keine Minute missen. Die Handlung ist im Gegensatz zu Cold Fish sehr dicht, ähnlich wie bei Love Exposure, aber durch die parallele Erzählweise der beiden Stränge und der langsamen Enthüllng und Entwicklung der Thriller-Geschichte sowie der psychologischen und philosophischen Zustände wird der Zuschauer mehr hineingezogen als im monothematischen und langwierigen "Irren-Karrussel" von Cold Fish.
Sion Sono experimentiert stilistisch in jedem Film. "Guilty of Romance" entfacht eine ganz andere Ästhetik, die konventionelle ruhige Kamera-Momente in hellen und klaren Settings mit surrealen verwackelten und teils unscharfen Nacht- und Szene-Bildern verbindet. Die Schlichteheit des Brutalen in "Cold Fish" wird hier von einem Potpourri aus Intensivität des Bildes und auch des Tons abgelöst. Klangflächen und Geräusche verstärken das Empfinden, aber auch die anscheinend ewige barocke Harmonie bleibt lange in uns klingen.
Schwach fand ich nur das mehr oder weniger offene Ende, da man bei diesem Drama-Epos doch eher einen klaren Schnitt am Ende erwartet, aber leider im Abspann deutlich wird, dass der Handlungsstrang der Polizistin offen bleibt.
Und leider fand ich die Kapiteleinteilungen mehr oder weniger sinnlos, da der Film meiner Meinung nach auf Einteilung verzichten Kann, im Gegensatz zu "Love Exposure", der mit verschiedenen Erzählperspektiven die Kapitel deutlich abgrenzt. Hier gibt es auch zwei Erzählperspektiven, aber sie werden nicht wie in der literarischen Epik (oder wie in "Love Exposure") deutlich abgegrenzt, sondern parallel gemischt.
Ein Geniales Kunstwerk. Ausgelutschter Begriff aber zutreffend.

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Tampopo

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"Nur ohne Sinn kann die Welt erträglich sein. Ob das stimmt muss man selber entscheiden" Na dann entscheide ich mal für mich --> nur mit Sinn ist sie für mich erträglich


suicidefantasy

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Der Film propagiert das Gegenteil


Martin Quilitz

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Bewertung6.0Ganz gut

Normalerweise bin ich nicht wirklich ein Fan asiatischer Filme. Ich vertrete den Standpunkt, daß sich Asiaten schwer tun mit der Darstellung von Dramatik & Gefühl.
Nach ein paar Minuten dachte ich, ok das wars, langweilig & kranker Sch****.

Aber irgendwie muste ich immer weiterschauen und siehe da, der Film hat tatsächlich Handlung. Schön erzählt und glaubhaft dargestellt. Einige Szene hab ich zwar weniger verstanden, wie das zerschmettern farbgefüllter Luftballons auf sexuell aktiven Pärchen... aber naja.

Für einen netten Abend durchaus unterhaltsam.

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HulktopF

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sieh dir mal a bittersweet life an, der film wird deine meinung ändern :D


CatafalqueForFallenFlies

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"Für einen netten Abend durchaus unterhaltsam. " o_O
Guckst Du zum Entspannen auch 'Martyrs', oder haben wir hier zwei unterschiedliche Filme gesehen?


uncut123

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Bewertung6.5Ganz gut

bei dem was ich gelesen habe hatte ich mehr erwartet schlecht war er aber nicht..ihre dicken dinger haben mich oft abgelenkt

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dustyOn3

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Guilty of Romance" versprach neulich Abend genau der Film zu sein, welcher mich wieder einmal in die traumatischen Abgründe von genau jenen Ideen derartiger Regisseure katapultiert, die den Mut und die Weitsicht haben, eine solch durchgedrehte Story auf die Leinwand zu bringen.

Mit, unter anderem "Strange Circus", "Audition" oder gar "Survive Style" haben die Japaner ganz klar bewiesen, dass sie bei derartigen Werken ganz oben mitspielen, wenn nicht sogar zusammen mit Noé das moderne, durch irgendwelche Helden sogenannte "Skandal" Genre anführen.

Zunächst wirkt der Film mit seiner Einleitung eher lahm. Sehr lahm sogar. Aber man merkt schnell, dass Vorsicht geboten ist. Den Geist nicht zu sehr ruhen lassen, lautet hier die Devise. Auf möglichst jedes Wort genau achten, das war mein Ziel. Ich hatte bereits so einiges über den Film gelesen und fühlte mich als bekennender Asia-Fan schon fast blasphemisch, ihn bis vor 3 Wochen noch nicht gesehen gehabt zu haben.

Das tolle an Schauspielern wie Miki Mizuno ist, dass sie von Natur aus diese, von der Ausstrahlung her, typische japanische Reinheit und Zurückhaltung mitbringen. Von daher kann man dem verschmitzen Lächeln, was sie bereits seit der ersten Minute an den Tag legt, kaum etwas Finsteres abgewinnen. Sie wirkt wie eine gute Bekannte. Eine nette Frau. Der Storyaufbau verläuft wie bei einem verflucht starkem Motor mit langer Übersetzung. Die Beschleunigung nimmt allmählich zu. Shion Sono scheint dem Zuschauer sogar die Kontrolle über seine Gedanken gelassen zu haben. Doch ehe man sich versieht, steckt man schon so tief drin, dass eine "Entsinnung" unmöglich wird. Die Personen erhalten immer dunklere und verworrene Charakterzüge, welche mich nicht nur ein Mal mit einem fetten Fragezeichen im Gesicht stehen ließen.

Ich will nicht zu viel verraten, deswegen halte ich mich mit Details hier ganz bewusst zurück. Nur so viel sei gesagt: Dieser Film ist alles, aber nicht normal. Normal ist hier gar nichts. Nach einem verstörenden Intro sinkt der Puls total sanft zurück auf den normalen Zustand und man kann nicht einmal erahnen, was sich Shion Sono als Nächstes ausgedacht hat, bzw. wie die Story überhaupt ablaufen soll. Und wenn sich dann nach und nach immer weitere Lösungswege anbieten, so "denkt" man eigentlich immer in die falsche Richtung, weil Sono das genau so wollte.

Besser kann ich diesen Film nicht beschreiben, ich hoffe lediglich, dass ich euch einen kleinen Vorgeschmack auf den ganz natürlichen Wahnsinn dieses Films gegeben habe.

Wer "Irreversibel" & Co. mochte, der wird sich auch an "Guilty of Romance" satt sehen können.

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Mr. Pink

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Bewertung7.5Sehenswert

Interessanter Filmemacher, dieser Sion Sono. Bis vor kurzem hat mir der Name noch überhaupt nichts gesagt, inzwischen habe ich mir schon drei seiner Werke (also diese sogenannte Hass-Trilogie) angesehen und bin doch recht angetan von dem, was er so zusammenschraubt. Aber lassen wir den guten Mann doch mal eben selbst zu Wort kommen:

"Ich bin ein feministischer und grausamer Filmemacher. Ich will gemocht werden, aber ich habe Sehnsüchte von der ganzen Welt gehasst zu werden. Egal was, es ist dasselbe. Ich bin ein perverser Typ."

Diese Ambivalenz beschreibt den Film schon ganz gut. Und ja, nicht nur ein perverser Typ dieser Sono, sondern irgendwie auch ein perverser Film, dieses "Guilty of Romance". Der Film beschäftigt sich mit den verruchten, kranken Seiten der Gesellschaft und den dunklen Abgründen der menschlichen Seele. Sono vereint Prostitution, Pornographie, Mord, Brutalität und Hass, aber auch Liebe und profunde Gefühle zu einer spannenden, grotesken Mischung aus Exploitation, Polizei-Thriller und Familiendrama, die umso erschreckender, aber auch faszinierender ist, da die Geschichte, wie schon bei "Cold Fish" auf einem wahren Kriminalfall beruht.

Dabei schleichen sich während der beinahe 2,5 Stunden durchaus ein paar Längen ein, was jedoch durch den starken, ungemein ansprechenden visuellen Stil, die, im Kontrast zur trostlosen Atmosphäre und gemeinen Gewalt der Geschichte stehenden, schönen Bilder und den gekonnten Einsatz der Musik wiedergutgemacht wird. Ein boshafter, exzentrischer und mindestens so packend wie eigenwilliger Genrefilm, der bestialisch mit dem Zuschauer flirtet und ihm gleichzeitig liebevoll in die Weichteile boxt. Das ist bannend, aufregend und macht auf jeden Fall Eindruck!

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diceman

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

[...]
In GUILTY OF ROMANCE flirtet der Messias des Perversen einmal mehr mit heißem Eisen: das Thema "weibliche Sexualität" ist insbesondere in der japanischen Gesellschaft ein blinder Fleck, respektive ein Tabu, über das man sich gerne und ausschweifend ausschweigt. Izumi, eine gehorsame und frigide Hausfrau, die jeden Morgen ihrem Gatten die Hausschuhe ans Bett stellt, so daß dieser noch mit verschlafenen Augen perfekt hineinzugleiten vermag, entdeckt bei einem Pornodreh eine verbotene Seite in sich; Mitsuko, eine Literaturdozentin, die sich nachts im verrufenen Maruyama-Bezirk für Dumpingbeträge prostituiert - nicht weil sie es nötig hätte, sondern weil sie es kann ... GUILTY OF ROMANCE gibt diesen Frauen eine Stimme, und wenn uns nicht gefällt, was wir da sehen, dann hat Sono sein Ziel erreicht. Zwielichtigen Sleaze bietet der Film zu keiner Sekunde. Sonos Frauen zeigen sich gerne entblößt, zelebrieren ihre Nacktheit, nicht den Männern zuliebe, sondern weil sie selbst sich gefallen. Und wer die richtigen Fragen stellt, kann sogar dem Prostitutionsgewerbe und der Pornographie einen Teil ihrer Respektabilität, und was wichtiger ist, den Frauen, die in diesen Bereichen arbeiten, ihre Würde zurückgeben. So gesehen ist Sonos hasserfülltester Film zugleich sein feministischster und liebevollster. Liebevoll, weil er uns in aller Schonungslosigkeit und ohne böses Augenzwinkern offenbart, was den Menschen, die dort im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Leben ficken, fehlt. Die einen ficken, um sich zu zerstören, jene um sich zu befreien. Und wer sind wir, in unserem selbstgefälligen, aufdiktiertem Moralkerker, daß wir diese Menschen gen Golgatha peitschen? [...]

--> Review in voller Länge:
http://www.dasmanifest.com/01/guiltyofromance.php

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zmpfl

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...und was daran "Horrorfilm" sein soll hätt ich auch gern gewusst...


Anoirja

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Puh, ich hatte bei Sion-san wirklich schon arge Befürchtungen, dass unter der Quantität die Qualität doch langsam verstärkt leidet und bin froh, dass er nach dem lauwarmen "Cold Fish" mit "Guilty Of Romance" wieder einen Film abgeliefert hat, der mich ziemlich gepackt hat. 8/10 - und somit nach "Love Exposure" und "Strange Circus" meine Nr. 3! :)


Tyler__Durden

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Bewertung5.0Geht so

Sonos Intention ist die, uns vorzuführen (nicht aufzuzeigen) das Menschlichkeit etwas hässliches ist. Etwas voll gepackt mit aggressiven Emotionen welche durch ihre Intensität irgendwann immer, bei jedem in explosionsartiger Willkür in jede Richtung ausschlagen und zum Vorschein kommen müssen. Nun ist dies sein Thema. Ein Thema welches, solange er es für richtig hält, dann doch sehr nobel ist dieses nach seinen Ansprüchen filmisch umzusetzen. Das Problem dabei ist nur das Sono nun schon eine ganze Weile im Kreis läuft und es kaum schafft Akzente in die endlose Repetition seines Anliegen zu bringen, was Guilty of Romance zu einer sehr lähmende Erfahrung macht. Es ist es ja freilich nichts verwerfliches einen Thematischen Kern zu haben den man weiter verfolgen will selbst wenn es in scheinbar gleicher Art geschieht (man betrachte da nur mal Tsai Ming-liang als Positivbeispiel). Nur bietet sich Sonos Guerilla Stil der Extreme dafür nicht wirklich an da dieser kaum Platz für eigene Gedanken lässt. Selbige werden dann eben dementsprechend durch fehlende mit Einbeziehung die von seinen früheren Filmen sehr bekannte Formel und dessen gesamten Hintergrund schnell entblößen. Seine Aufdringlichkeit und bewusst provozierende Ader mag da ja immer sehr Attraktiv sein und die ausufernde psychische Rage der Charaktere enorm gut widerspiegeln, nur ist das nach dem was weiß ich wie vielten male in seiner überfrachteten und schnell abnutzenden Darstellung kaum noch von Interesse für mich. Da kann die Hauptdarstellerin einen noch so guten Job machen, das fühlt sich für mich persönlich alles einfach falsch und leer an an. Äußerlich sowie, und das ist das schlimmste, innerlich.

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JimiHendrix

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"love exposure" da fand ich die erste hälfte wirklich epochal und überwältigend, die zweite war von der qualität und dem geschichtsverlauf teilweise wirklich zu dümmlich
"strange circus" war mir irgendwie ein zu eindimensionales botschaftsgesende, obwohl ein paar wirklich gute kniffe eingebaut wurden
"exte" naja da brauchen wir nicht wirklich drüber reden, hatte den gesehen, bevor ich wusste, dass er sonos kopfhaaren entwachsen war und empfand ihn damals als 0815-filmchen

eigentlich müsste ich diesen kerl lieben, wegen seines stils und der art, storys spannend aufzumachen, doch irgendwie werde ich das gefühl nicht los, das ich es hier mit einem hohlroller zu tun habe


Rob Zombie

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Suicide Circle & vorallem Cold Fish kannst du dir noch geben - fand die ziemlich cool.


VisitorQ

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein wunderbarer Film von Sion Sono. Wie immer ein sehr bizarrer, fragwürdiger, kranker und anstrengender Film. Doch genau wie seine vorherigen Filme hat guilty of romance sehr viele toll gemachte Szenen, die einfach klasse inszeniert und mit wunderschöner Musik unterlegt sind. Der Film hat zwar auch einige Hänger, doch halten die sich bei der Laufzeit von knapp unter zwei Stunden im Rahmen. Cold fish und vor allem Love exposure (es tut mir leid, ich finde ihn einfach nicht so großartig wie die meisten von euch) haben mir da mehr Durchhaltevermögen abverlangt.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich der neuste Film von Sion Sono wieder einmal begeistert hat und ich ihn allen empfehlen kann, die auf bizarres japanisches Kino stehen.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

lieber_tee

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Q hat scheinbar die internationale Fassung gesehen, auf DVD/BD ist in Deutschland die japanische Langfassung erschienen.


Mr. Pink

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Alles klar! Ich habe den hier im Kino gesehen, da lief auch die Langfassung. Wusste nicht, dass es noch eine andere gibt.



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