Guilty of Romance - Kritik

JP 2011 Laufzeit 150 Minuten, FSK 18, Drama, Horrorfilm, Kinostart 19.07.2012

Setze Guilty of Romance auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!

Was moviepilot noch bietet: Mach die TOUR.
Melde dich an!

Setze Guilty of Romance auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!
Auf Merkliste

Kritiken (10) — Film: Guilty of Romance

Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Im Verbund mit Cold Fish bildet Guilty of Romance wohl einen der spannendsten Beiträge der letzten Zeit zum Wesen der Emanzipation – in all ihrer Überzeichnung und Übertreibung. Primär ist Guilty of Romance ein fast rauschhaft-sexualisierter Streifzug durch das nächtliche Tokio mit so viel nackter und toter Haut, das man sich zeitweise in einem Sexploitation Film wähnt. Wichtig, unverzichtbar und sehenswert, auch wenn man sich dafür schon fast schämen muss.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Fricki76: Asianfilmweb.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Mit „Guilty of Romance“, das aktuell bei REM auf DVD erscheint, findet Sonos Trilogie nun ihren Abschluss. Wieder ist es in vielerlei Hinsicht ein üppiger Brocken von einem Film, den uns der Maître serviert: Zweieinhalb Stunden Spieldauer, viel Blut, viel Sex, viel Gewalt, viele moralische Grenzüberschreitungen. Eine anspruchsvolle, nicht lineare Erzählform, grelle Pop-Art-Szenen und spritzende rosa Farbbeutel, der Soundtrack von Mahler, durchsetzt mit Referenzen an Kafkas „Das Schloß“ und Kubricks „Agent Orange“ – das muss man erst einmal alles überschauen. Visuell ist der Film erneut überaus stark und auch die Darsteller spielen wieder greifbar authentisch ihre drastischen Rollen. Ob die Andeutung einer Kriminalgeschichte durch den tatsächlich geschehenen Mord, dem die Geschichte zugrunde liegt zustande kam oder schlicht ein Versuch war, etwas vertrautes, Konventionelles in den Film einfließen zu lassen, kann ich nicht sagen. Jedoch dient der Serienmord nur als Verknüpfung der drei Frauenschicksale, was ich mehr als schade finde. Was es darüber hinaus zu sagen gibt? Nichts Neues bei Sono – der Provokateur bleibt sich treu. Er bricht Tabus, stellt Gesellschaftliche Normen in Frage und auf den Kopf, dabei bleibt die Kernaussage, so sie denn gefunden werden soll, genauso nihilistisch wie im Vorgänger. Das alles zweifellos auf eine unglaublich vielseitige, kreative und innovative formale Art und Weise. Das ist für echte Cineasten ein durchaus faszinierendes Erlebnis, wird aber den „normalen Filmfreund“ schlicht überfordern.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

uncut123

Antwort löschen

auf den bin ich gespannt


Sebastian Handke: Der Tagesspiegel Sebastian Handke: Der Tagesspiegel

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Selbst seine schwächeren Filme, und „Guilty of Romance“ ist einer davon, sind sehenswert.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Rupert Sommer: Radio Köln Rupert Sommer: Radio Köln

Kommentar löschen
5.5Geht so

Leider steht der plakative Kunstanspruch von Guilty of Romance einer rundum überzeugenden Gesamtwirkung etwas im Wege.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Insgesamt gelingt mit Guilty of Romance der Blick in viele Tabubereiche, sowohl in den Köpfen der Bewohner als auch der Kultur Nippons.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tim_Lindemann : schnitt Tim_Lindemann : schnitt

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Guilty of Romance ist ein ebenso drastisches wie faszinierendes Kaleidoskop, das sich nur selten mit unnötiger Subtilität aufhält.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

„Guilty of Romance“ mäandert viel zu lang um dieselben Ideen. Das visuelle Repertoire ist limitiert, seine Gesellschaftsbilder bleiben inkonsequent.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

Kommentar löschen
5.5Geht so

Die grellen Töne, die Pink Eiga, [...] , genügen sich irgendwann selbst, das Drama wird indes immer nebensächlicher.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Der Erotikthriller des Japaners Sion Sono lässt den Sexhit "Shades of Grey" alt aussehen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Oceanic6: CinemaForever

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] So ist „Guilty of Romance“ am Ende ein absolut gelungener Film, der sich gekonnt mit der menschlichen Lust und der Sehnsucht nach einem aufregenderen Leben auseinandersetzt. Äußerst provokant, aber immer auf den Punkt gebracht, mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und einer unersetzlichen Atmosphäre, welche die Möglichkeiten der Kunst auf die Spitze treibt. Und mal ehrlich, wer kann schon einer Würstchenverkäuferin wie Izumi widerstehen. Ein Schlingel, dieser Sono.

Kritik im Original 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (30) — Film: Guilty of Romance


Sortierung

Cayopei

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Kafka und Ibsen als Inspirationsquellen mit Prostitution, Love Hotels, (sexuellen) Obsessionen, Abhängigkeiten, (mörderischer) Gewalt und der 'Körperwerdung' einer Frau auf der Suche nach sich selbst und der Liebe zu vermischen - das gibt es in dieser Form (wohl) nur bei Sion Sono, und genau das macht ihn und seine Filme so besonders. Sicherlich ist der Abschluss seiner "Hass"-Trilogie nicht jedermanns (oder jederfraus) Sache, aber wer will schon jedem gefallen?

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Markbln

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ein zwiespältiger Film. Und ein langer Film. Zu lang meiner Meinung nach.
Die Geschichte über die Liebe und Sex suchende Izumi im Tokioter Amüsierviertel Shibuya ist interessant und geht über die ausgestellten Fetischszenen am Pornoset, über die bei GUILTY OF ROMANCE oft berichtet wurde, weit hinaus. Am interessantesten ist Sion Sonos Film dann, wenn die vereinsamte Ehefrau des Schriftstellers auf ihr Sexteacherin, die vulgäre Literatur-Dozentin Mitsuko trifft. Ihre Gespräche haben es in sich. Die Dritte im Bunde ist die ermittelnde Kommisarin Kazuko, auch sie hat ein Geheimnis und wird am Ende mit einer parabelhaften Szene das perfekte Schlusswort haben. Gustav Mahlers 5. Symphonie hätte ich nicht schon wieder filmisch verwurstet haben müssen und auch die übrige klassische Musik, die in asiatischen Filme zu oft als Nonplusultra für Tiefsinn und Intellektualismus eingesetzt wird, ist ein bisschen sehr omnipräsent.

Visuell knallt es heftig, zwischen Pop-art und Neo-Film Noir richtet sich der Japaner Sion Sono ein. Manchmal ist das übler Kitsch, überraschend oft aber auch sehr intensiv. Die beiden Hauptdarstellerinnen sind perfekt gewählt. Wie sich die untergebene, aufopfernde Schriftsteller-Gattin von der kriechenden, Pantoffel cm-genau auf Position stellenden Dienerin zur lasziven, wollüstigen Hure verwandelt, ist glaubwürdig. Genauso, wie sie im Strudel von Eros und Macht die Kontrolle zu verlieren scheint.
„Wie viel besser wäre ich dran, wenn ich niemals die Bedeutung der Worte erfahren hätte. Ich stehe still im Inneren deiner Tränen und komme allein zurück in dein Blut.“
Diese lyrischen Zeilen sind das intellektuelle Zentrum des Films und werden wiederholt von der nymphomanischen Literatur-Dozentin zitiert. Sie verteidigt vehement den Gedanken, dass Worte nur dann eine Bedeutung haben, wenn man sie physisch erlebt. Izumi, die selbstverleugnende Ehefrau, muss dafür alle Konventionen über Bord werfen. In einer mit Tabus und strengen gesellschaftlichen Regeln vollgestopften Gesellschaft wie Japan, die ein starres Kastendenken beherrscht, erfordert dies ungeheure Kraft und Willen. Was Sion Sono darunter versteht, finde ich sehenswert. Ein interessanter Film, der stellenweise zu voyeuristisch, langatmig und gekünstelt ist, insgesamt aber ein sinnliches Erlebnis nicht nur für das Auge bietet.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Hartmut Wastian

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Zwischen Arthouse und Trash angesiedelter Schocker, der plakative Bilder mit einer etwas banalen Geschichte kombiniert und ein tristes japanisches Frauenbild zeichnet.
Ich hoffe sehr, dass die Japanerinnen heute etwas emanzipierter sind.

In Teilen ganz nett anzusehen, aber am Ende dann überdreht, vorhersehbar - insgesamt unbefriedigend.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Janus Winter

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Im Niveau erstaunlich flexibel, von Telenovela über Porno zu Kafka. Zweifelsohne eine Enttäuschung im Angesicht großer Erwartungen. Botschaften so platt wie unsinnig. Sex so sexy wie Brot. Was mich anhob, war das Verstörende und Zerstörende, die Desillusion. Das Fallen ohne Bedauern.

Bunnyfucktor: 6.5

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

fkfilmkritik

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Es fällt mir irgendwie schwer diesen Film so sehr schönzureden, wie ich ihn eigentlich sah, denn "Guilty of Romance" ist in seinen hasserfüllten Vorstellungen von Abgründen durchaus ziemlich platt und kaum ernst zu nehmen. Eine Ehe, geführt wie in einem völlig anderem Zeitalter wird hier als das ach so gefahrlose, aber schon auch ziemliche langweilige Leben gezeigt, doch wenn die schüchterne Izumi sich ins Geschäft der Prostitution bewegt, gerät sie natürlich ganz schnell in Gefahren. Eigentlich stellt Sion Sono hier die meisten Menschen, die mit einer Prostituierten Sex haben wollen, als bedrohlich dar und jede Form von Crime wird in diesem Film konsequent mit Sex vereint. Die Kommissarin wird während des Geschlechtsakt angerufen, um zum Tatort zu kommen und bei den Ermordeten handelt es sich nur um Prostituierte. Sono schafft es aber das Bild von dem für die Protagonisten natürlichen Alltag den Zuschauer in den Kopf zu drängen, um ihn dann in sämtliche Richtungen zu verzerren. Spannend ist es wie nah und selbstverständlich intim man sich hier mit dem Selbstkonflikt der Hauptprotagonistin auseinandersetzt, die mehr und mehr die Scheu vorm Zeigen und Verkaufen ihres Körper verliert. Über alles hinweg beeindrucken die vielen bunt beleuchteten Gassen und Räume, die den Glimmer und die Gefahr des Geschäftes an die Oberfläche treiben. Über das Showdown herrscht ein berauschendes Etwas aus Farben und Hysterie, in dem sich Geheimnisse mit festen Paukenschlägen auflösen, während das Ende dann nur noch still und distanziert die endgültige vollstreckte Entfremdung von Izumi beobachtet.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Gabster

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Auf "Guilty of Romance" habe ich mich sehr gefreut. Schon seit langem denke ich mir, dass ich unbedingt mal einen Sono sehen muss und jetzt ist es endlich so weit. Trotz seiner epischen Laufzeit hatte ich das Gefühl eines sehr kurzweiligen und doch anspruchsvollen Filmes. Hin und wieder drückt Sono ein bisschen zu sehr die manipulative Schiene, aber die Asiaten haben ja, was das angeht, eh andere Sehgewohnheiten als wir. Thematisch nervt es irgendwann vielleicht ein bisschen, wie sexbesessen alle Figuren zu sein scheinen, umso schöner fand ich aber die Passagen um die Bedeutung von Sprache und Worten. An einigen Stellen hat mich der Film an Bunuels "Die Schöne des Tages" erinnert und irgendwie ist das schon bezeichnend, dass Sono hier ein Gesellschaftsbild des modernen Japans zeichnet, das dem ähnelt, das Bunuel vor fast fünfzig Jahren in Frankreich angesiedelt hatte. Also entweder verzerrt Sono hier einiges oder aber die Japaner sind, was Emanzipation und sexuelles Selbstbewusstsein der Frau angeht, tatsächlich ein bisschen spät dran. Spielt aber auch keine Rolle, wie realistisch all das ist, es ist auf jeden Fall wunderschön und gerade durch die langsame und ausführliche Erzählweise ungeheuer fesselnd.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Grimalkin

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Na gut, eine Seite von mir ist leicht ausrechenbar: Meine filmästhetischen Lieblinge der letzten Jahre gleiten in der Regel durch neonbeleuchtete Metropolen und tauchen ein in die finstersten Herzen der Stadt, um in einem Strudel aus Sex und Gewalt in meinen Kopf einzudringen und sich dort wie ein pulsierender Kopfschmerz einzunisten. Einfach ein paar bunte Lichter filmen, ein paar Menschen physisch und/oder psychisch verstümmeln und irgendwie Noé, Refn oder Sono vorne draufschreiben - schon werfe ich mit Punkten um mich. Das sagt letztlich viel mehr über mich als über die jeweiligen Filme aus, klar, aber es ist auch eine Facette meines Geschmacks, die zuvor viel zu selten befriedigt wurde. Erst in den letzten Jahren entdecke ich diese Filme, die einen am Hinterkopf packen und in diese wunderschön anzusehenden, aber gleichzeitig abgründigen, molochartigen Milieus mit der Nase reindrücken, um letzten Endes aber auch so viel mehr zu erzählen als nur: "Seht, sowas gibt's!"
Sonos "Guilty of Romance" ist eine Geschichte über Ausbruch, Entfaltung und Entfremdung, über das radikale Ausleben eines inneren Drangs und die Akzeptanz seiner Konsequenzen. Und sie ist einfach verdammt gut.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 13 Antworten

Grimalkin

Antwort löschen

Na gut, ok! Die Hauptsache ist doch, dass "Guilty of Romance" ein guter Film ist und das siehst du ja mit einer 8.0 ähnlich. :D


Anoirja

Antwort löschen

No offense. Es liegt eben an meiner Aversion gegen Noé und wenn ich einen Text "like", wo der Typ irgendwie positiv erwähnt wird, kann ich meine zappeligen Finger einfach nicht im Zaum halten. ;)


derblonde

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Für Arte ein Trashfilm, aber davon ist dieses verstörende Etwas von Film weit entfernt. Trotz Kunstanspruch für mich eher ein durchschnittlicher Film, der aber trotzdem fesselt.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Thanatos1

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Guter Film.
Interessantes Ende, nette Geschichte und teils wirklich surrealistische Szenen.
Einen weiteren Pluspunkt sind natürlich auch die wunderschönen Titten der Hauptdastellerin :D

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

strangelet

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Stellenweise wirkt "Guilty of Romance" wie eines dieser furchtbar bedeutungsschwangeren, surrealistischen Möchtegernkunstwerke, die ich so gar nicht haben kann, weil sie langweilen ohne Ende. Mit dem winzigen Unterschied, dass mich ununterbrochen interessiert hat, wie die Geschichte weitergeht. Und wenn das der Fall ist, dann bin ich bereit, ein bisschen intellektualistisches Gehabe zu verzeihen.

Oder, gegebenenfalls, sogar davon auszugehen, dass das alles wirklich so tiefsinnig ist, wie es tut.

Nicht dass das irgendwie wichtig wäre.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Polyphem

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Etwas verwirrend ist der Aufbau des Filmes schon, denn man erwartet bei dem Auftakt eine entsprechende Fortsetzung, wie man es aus dem Westen kennt, stattdessen lässt man den linksliegen und blickt in das Seelenleben der Darsteller. Es geht nie darum ob der Täter geschnappt wird, es gibt kein Katz und Maus Spiel mit schnellen Schnitten. Wenn man an diesem schwierigen Film dran bleibt, der auch seine Längen hat, und etwas mit der Thematik anfangen kann, wird man durchaus zu einigen Überlegungen gebracht, die man bei gewöhnlichen Streifen übers Rot-Licht-Milleu nicht erhalten würde, weil sie nur an der Oberfläche kratzen.

Offensichtlich geht es gar nicht nur um irgendeinen Mord, sondern vielmehr um die Funktion und den Sinn von Prostitution und menschlichen Beziehungen. Frauen wie Mitsuko Ozawa wirken auf mich wie Sasha Grey, wo Sexualität nur als eine blosse Obsession, wie eine Zwangshandlung und Zweckgetriebenheit fungiert. Offenbar beruht der Film auch auf den Fall der ermordeten Yasuko Watanabe, die als Nutte und als Wirtschaftsforscherin arbeitete. Der Film ist von Menschen inspiriert, die völlig von sich und anderen Menschen entfremdet sind. Die Höchststrafe für Sex ist diese Leere, Beziehungslosigkeit und Langeweile während des Aktes. Das würde auch erklären warum man die Prostituierte Mitsuko als vulgär bezeichnet, denn dieses Wort bedeutet nach Adorno ein "Einverstandensein mit der eigenen Erniedrigung". Die Menschen in diesem Film sind rastlos und irren nur umher, werden verletzt und verletzen. Hierin liegt die Tragik, die offenbar nur noch durch den eigenen Tod beendet werden kann.

Ich habe den Roman von Kafka ("Das Schloss") nicht gelesen, daher kann ich nicht einschätzen, was mit der Erwähnung des Schlosses gemeint sein könnte. Es gibt ein paar grotesk anmutende Szenen, wie die zerplatzenden rosa Farbbeutel, oder einen Satz wie "Das ist sehr gut, ich freu mich" als eine Darstellerin einen Penis anfässt oder als bei einem Pornodreh das Mädel so wild reitet, dass es selbst dem notgeilen Hauptdarsteller zu verrückt wird. Sowas kann den Blick auf den eigentlichen Zweck des Films verdecken und verwirren. Unterm Stich ist das ein sehr trauriges Werk und es handelt darüber wie tief Menschen sinken können. Wenn man seinen Blick von den Fickszenen lösen kann, schafft man es möglicherweise tiefer zu blicken. Ich bin mir einerseits nicht sicher ob Regisseur Sono sich mit dem vielen Sexszenen einen Gefallen getan hat, andererseits war es wohl die einzige Möglichkeit die leere Getriebenheit auszudrücken. Die Schlussszene zeigt dann auch, dass man den Seelenmüll, die Leere und Verlorenheit loswerden kann, wenn man nur dran bleibt. Der Film hat mir besser gefallen als "Strange Circus" und ich kann ihn vorsichtig empfehlen, wenn man die nötige Geduld und Wachsamkeit aufbringt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Stefan Ishii

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Ich hab mit Sion Sono so meine Probleme. Mal mehr, mal weniger... "Strange Circus" hat mich einfach nur angewiedert. "Love Exposure" fand ich dann überraschend gut. Leider hat mich "Guilty of Romance" jetzt wieder enttäuscht.

Die Handlung und der Hintergrund interessierte mich durchaus, doch der übertriebene Stil des Regisseurs hat mich erneut größtenteils gestört. Einfach nicht mein Fall, fürchte ich... Aber ich will den Film jetzt auch nicht schlechter machen als er es verdient hat. Immerhin konnte er mich stellenweise fesseln (insbesondere in der ersten Hälfte sowie die Abschlußszene).

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Stefan Ishii

Antwort löschen

Ohweh, das ist wirklich schon lange her und im Detail erinnern kann ich mich ehrlich gesagt auch nicht mehr. Aber so wie ich das im Moment sehe, bist du da auf dem richtigen Weg. Die Mutter verachtete die Tochter, da sie nunmal auch das Kind des Vaters ist.

Von dem Film gibt es auch verschiedene Schnittfassungen. Da kann auch vielleicht mal etwas unklar sein. Obwohl in diesem Fall die Langfassung eher unnötig ist, da sie nur die Dinge noch stärker zu erklären versucht.


Hornblower

Antwort löschen

Danke trotzdem für die Antwort. Nach 10 Monaten hätte ich bestimmt auch Schwierigkeiten mit einer so konkreten Frage. :)
"Die Mutter verachtete die Tochter, da sie nunmal auch das Kind des Vaters ist." Das auf jeden Fall. Die Mutter betont das "niedere Blut" des Vaters und dass das für die Obszönität und die Hurerei der Tochter verantwortlich sein muss.
Ich hatte ja auf Wikipedia gehofft, aber dort ist die Inhaltsangabe sehr übersichtlich.
Die Langfassung bringt da leider auch kein Licht ins Dunkel. Gesehen hab ich die kurze Internationale Fassung (gleichzeitig der "Directors Cut").


CatafalqueForFallenFlies

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wo beginnt Moral und wo findet sie ihren Sinn und ihr bitteres Ende? Wieviel Geld ist sie einem wert und mehr noch, wie viel kostet ihre völlige Aufgabe?
Sion Sono ist mit diesem Film ein weiteres Meisterstück gelungen, das seinesgleichen sucht. Selten wurde ich in einem einzigen Film in derart vielfältige Gefühlslagen hineingestoßen, gegen die ich völlig wehrlos war und die von Szene zu Szene, von Einstellung zu Einstellung nur noch düsterer und abgründiger ausgearbeitet wurden. So düster und voller Verhängnis, dass man es kaum ertragen kann. Der Zuschauer erhält aus einer Idylle heraus einen visuellen Fausthieb nach dem anderen und kriecht bald besinnungslos am Boden, sucht nach sich selbst, nach seiner Rolle in diesem Schauspiel, das so frei von jedem Fluchtweg erscheint. Doch warum sollte Sono uns diese auch liefern?
Irgendwo zwischen 'Soft'porno, Psycho-Thriller und Krimi siedelt er 'Guilty Of Romance' an, garniert es mit einer Prise Kafka und deckt ganz nebenbei und so ungeschohnt wie selten die moralischen Gefälle des menschlichen Lebens auf, die freilich nur eine Richtung kennen: abwärts. Die Erwartungshaltung wird klar erfüllt und gleichzeitig stets gebrochen, weiß man doch, dass die heile Welt einen Antgonisten besitzt, der sich unweigerlich an die Oberfläche eifern wird und sei es durch den kleinsten unerwarteten Riss. Liebe ringt mit ihren eigenen Käuflichkeit und das Hässliche mit dem schönen Schein und der Gewinner heißt doch von Anfang an Symbiose, wenigstens bei Sono. Zu keiner Zeit hat man dabei das Gefühl von unnötigen Längen gequält zu werden, oder gar in Langeweile zu versinken, nein hier sitzt jeder Blick, jeder Reiz, jeder Akt und das schlechte, niederschmetternde Gefühl am Schluss. Ein Film, der nur sehr schwer verdaulich ist und mich noch einige Zeit beschäftigen wird. Ein Film, den ich uneigeschränkt empfehlen kann, der aber unbedingt die richtige Stimmung (ab)verlangt und wohl nur einmal im halben Jahr erträglich ist, löst er doch (zumindest in mir) unweigerlich zu viel von dem aus, was man sonst im Exil der Verdrängung findet..

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

row-t

Antwort löschen

Toller Text, macht Lust den Film bald mal zu sehen. Liegt hier schon lange rum. Wenn der in einer Liga mit "Love Exposure" spielt, dann wird's ein Fest. "Himizu" ist übrigens auch ganz gut geworden, gibt's bisher aber nur die DVd und Blu ray aus UK. Hierzulande muss man auf die Veröffentlichung noch warten.


Sven - Friedrich Wiese

Antwort löschen

Wunderschöner, fast schon schwärmerischer Kommentar zu einem Film, von dem ich bis dato noch nichts gehört habe.


DerSuperBob

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

schöner abschlus der Hass-Trilogie
total durchgeknalltes japan zeug :)
kommt aber nicht an Love Exposure ran

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

horro

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

In diesem Film wird aber echt brutal viel gevögelt ... bitte meine Ausdrucksweise zu entschuldigen, aber das war wohl nicht nur bei mir der erste Gedanke, der einem nach ein paar Minuten durch den Kopf geht. Nicht nur wegen oder vielleicht gerade trotz der dauernden Fickerei ist hier die Inszenierung absolut faszinierend und teilweise auch perfekt gelungen. Düstere albtraumhafte Verbrechenstatorte wechseln sich mit erotischen Bettszenen bis hin zur Analyse von menschlichen Perversionen ab. Eine explosive Mischung, die einen schon ziemlich in ihren Bann ziehen kann und die, wenn man zur richtigen Zeit auf den Zug aufspringt, auch mehr als einen Moment lang haften bleibt. Trotz beachtlicher Überlänge kommt selten das Gefühl von Längen auf; immer wieder hält einen das richtige Bild zur richtigen Zeit bei der Stange.

bedenklich? 24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 13 Antworten

horro

Antwort löschen

welche hast du denn schon von ihm gesehen?


lieber_tee

Antwort löschen

Suicide Circle, Strange Circus, Exte: Hair Extensions, Love Exposure, Cold Fish und Guilty of Romance. Fand alle gut bis klasse. Mag seinen Stil.


180manGER

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

"Ich hätte niemals der Worte Bedeutung erlernen sollen,
weil ich jedoch Japanisch und ein klein wenig fremde Sprachen erlernte,
bleibe ich still in deinen Tränen stehen und kehre zurück in dein Blut!"

Ein bildgewaltiges und tiefes Gedicht als Leitmotiv! Es geht irgendwie um die Bedeutung der Wörter, so kann anhand einer Träne der Körper dieses Wortes nachgebildet werden. Doch wie ist es um Abstrakta wie Gefühl, Empfindung und Liebe bestellt?
Lassen sich solche Worte auf eine Bedeutung reduzieren; lässt sich das zu Bedeutende erfassen? Gibt es hier überhaupt eine Bedeutung, ein Signifikatum?
Auf der Suche nach einem solchen, nimmer greifbaren Sinn befinden sich die drei Protagonistinnen Izumi, Mitsuko und Yoshida. Und ähnlich wie in Kafkas Schloss kreisen sie lediglich um den Sinn, ohne einen Blick auf dessen Eingang erhaschen zu können.
Die drei Geschichten der Frauen stehen für Emanzipation, Befreiung, Wollust und Perversität. Es mag Gesellschaftskritik durch überzogene Darstellungen und ausgereizte Handlung sein, ja; aber vielmehr drängt sich die Poetik einer unvergleichlichen Sinnsuche auf. Der eigene Körper, wenn der Worte Körper unerreichbar sind, wird aufs radikalste erniedrigt, bis dessen Bedeutung gar ausgelöscht ist. Shion Sono schaffte es mich herauszufordern wie ein philosophischer Aufsatz Nietzsches. Und zusätzlich diese zerstörerische Gewalt der Bilder, diese mitreißenden Szenen und zahlreichen Motive, die allesamt einer eigenen Interpretation bedürfen. Dieser Film drängt auf, regt an und tut körperlich weh. Das ist Kunst!!!

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

lieber_tee

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

"Ich will etwas erleben, bevor ich 30 bin."
Es gibt sicherlich so einige Lesarten des Films: Als eine oberflächlich-ablehnende, sexistische Altherren-Männerphantasie im Nutten-Milieu, als eine übermütig, schäbig-scharfe Farce über unterjochte Frauen in der japanischen Mittel-Schicht-Gesellschaft, die sich durch bezahlten, sadomasochistischen Sex von ihren Fesseln lösen oder als eine traurig-tragische Suche nach dem "Sinn des Lebens".
Zentrale Motive bleiben aber immer die Begriffe "Entgrenzung" und "Befreiung".
Macht, Liebe, Schuld, Körperlichkeit, Selbstzerstörung stoßen auf ein kafkaeskes Labyrinth aus Groschenroman-Motiven und Emanzipationsgedanken, werden in Shakespearehafter Dramatik mit Pink-Eiga-Softcore-Einlagen vermischt, eingerahmt in einen giallonesken Mordfall.
Die Schwierigkeit und zugleich auch der Reiz von Sonos Regiearbeiten sind seine offen-provokative Themen, mit symbolträchtigen Bildern, dem Betrachter ins Hirn zu knallen. Es läuft immer auf eine doppelgesichtige, schwarz-humorige Farce hinaus, voller grotesker Überschreitungen, mit theatralischem Ausgang.
Seine Mammutwerke sind genauso schwer greifbar wie angreifbar aber immer unberechenbar
und erreichen bei mir eine verstörende Wirkung.
Das mag ich.

bedenklich? 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

VisitorQ

Antwort löschen

jajajajaaaaaaaaaaaa ♥


horro

Antwort löschen

da ich das wahrscheinlich auch mag ist der jetzt fällig!


Nevica

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Und wieder einmal schafft Sono ein äußerst bildreiches wie intensiv schneidendes Werk. Ich liebe seine authentischen 'Spielkreise' & Metaphern. Hier werden keine Bilder & Worte aneinander gereiht - alles wirkt perfekt durchdacht und geradezu makellos zusammengefügt. Ebenso wie "Cold Fish", "Love Exposure", "Strange Circus" & in Teilen "Suicide Circle" liefert dieser Film kreischende Bilder, exzentrische & zutiefst verletzte Seelen, welche sich in sich selbst verlieren - getrieben & gefoltert natürlich stets durch andere. Dabei will Sono (mAn) nicht "schocken", was er zweifelsohne durchaus tut, sondern vielmehr aufwecken. Jedes Mal, wenn ich einen seiner Filme zum ersten Mal anschaue, finde ich mich in einer unglaublich zittrigen sowie angespannten Atmosphäre wieder...er schafft es, dass man jeden Film erst einmal gründlich verdauen und Revue passieren lassen muss. Bilder & weiteres bleiben haften und zwingen zur unmittelbaren Konfrontation mit dem eben Gesehenen. Die Details entdecke ich dann zumeist erst nach mehrmaligem Schauen.
Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, dass "Love Exposure" & "Cold Fish" mit diesem letzt gesehenen zu einer Trilogie gehören - für mich waren sie bisher einzeln stehende Meisterwerke. Nach genauerer Betrachtung haben aber nicht nur diese drei Filme Gemeinsamkeiten, sondern alle oben genannten Filme weisen für mich Analogien auf (man beachte bloß einmal die Namensgebungen der weiblichen Hauptdarstellerinnen sowie vereinzelt verwendete Symboliken). Auch ist das Motiv des Hasses wohl in jedem seiner Filme zu sehen (sogar in der deutlich leichteren Kost "Hazard"). In diesen drei Filmen ist mir jenes Hassthema aber auch nicht das ausschlaggebende Grundmotiv - es verbergen sich viel tiefere Ausuferungen darin... Anders sieht dies beispielsweise bei Park Chan-wooks Trilogie aus: "Sympathy for Mr. Vengeance", "Oldboy" & "Lady Vengeance" weisen wesentlich klarerer Strukturen auf als jene von Sono. Nicht, dass ein konkreter Vergleich überhaupt möglich wäre...aber bei Park erkenne ich einen Rahmen bei Sono jedoch nur unterschwellig. Allein "Love Exposure" sticht (für mich) so sehr heraus, dass es mit wohl keinem anderen Werk in direkte Verbindung zu bringen ist.
Aber genug zu den Allgemeinheiten.. "Guilty of Romance" ist ein bizarr leuchtendes Werk, welches in seiner Tiefe unter anderem an der Schönheit festzuhalten versucht. In seinen Bildern ist es ein einmaliges Schauspiel - wirklich großartig!

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Lina-Hanami

Antwort löschen

Für diejenigen, die Love Exposure gut fanden also ein Must-see?^^


Nevica

Antwort löschen

Hm.. ich halte insgesamt weniger von diesem "diesen Film muss man gesehen haben" - da ich gern jeden Film einzeln & ohne Erwartungen betrachte.
Aber ich weiß natürlich was du meinst und kann dir den Film deshalb nur empfehlen. Wer Sion Sonos Arbeiten liebt, der wird diesen Film vermutlich auch mögen.
Sahst du bereits einmal "Strange Circus"? Dieser ist mein liebster Film von Sono.
Du hast im Übrigen ein schickes Userbild :D "Love Exposure" ist wahrlich ein Hochgenuss!


cyranorick

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Lust und Geist,
Erotik und Spannung,
Schön skurriles und schrecklich normales,

Sex und Brainfuck

Klasse!

(Und irgendwann, ja irgendwann, werde ich verstehen, warum in fast jedem japanischen Film irgendwann eine Frau beim Pinkeln gezeigt wird.. ^^)

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

MrDepad

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mit "Guilty of Romance" beendet Sion Sono seine "Hass-Trilogie".
Sono erzählt die Geschichte einer Ermittlerin, die in einem bizarren Mordfall ermittelt. Neben dieser Geschichte erzählt er außerdem noch von zwei anderen Frauen und später ergeben alle drei Geschichten ein mehr oder weniger zusammenhängendes Bild.
Der Film ist von den Filmen der Trilogie das reifste und komplexeste Werk. Sono verzichtet hier fast vollständig auf die für ihn typischen Gewaltexzesse. Dafür zeichnet sich dieser Film dadurch aus, dass sexuelle Obsessionen jede der drei Geschichten beherrscht. Sono erzeugt erneut eine einzigartige Atmosphäre, in der sich sexuelle Motive, symbolhafte Puzzleteile, bizzare Vorfälle und eine stimmige Erzählweise zu einem tollen Gesamtbild formen. Sex wird ziemlich explizit gezeigt, womit man es meiner Meinung nach in der zweiten Filmhälfte leider ein wenig übertrieben hat. Allgemein fällt die zweite Hälfte leider etwas negativ durch einige Längen auf, während einen die erste Hälfte sofort in seinen Bann zieht und durchwegs zu begeistern weiß.
Im Gegensatz zum Vorgänger "Cold Fish" haben mir hier die Schauspieler mehr gefallen. Auf auffälliges Overacting wurde weitesgehend verzichtet und besonders die drei Frauen können durch vielschichtige Darstellungen überzeugen. Am Ende werden einige Fragen beantwortet, doch Sono lässt auch einige zentrale Fragen ungeklärt, so dass dieser Film auch wegen der symbolträchtigen Bildsprache das komplexeste Werk seiner "Hass-Trilogie" geworden ist.
"Guilty of Romance" ist ein toller Abschluss einer sehr guten Trilogie. Wäre Sono die zweite Filmhälfte qualitativ genauso wie die erste Filmhälfte gelungen, hätte es der Film zu einem richtig großen Werk bringen können, so bleibt lediglich "nur" ein weiterer ausgezeichneter Film eines japanischen Ausnahmeregisseurs.

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Deine Meinung zum Film Guilty of Romance