Half Nelson
Half Nelson (2006), US Laufzeit 110 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.03.2008
16 Bewertungen
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730 Bewertungen
39 Kommentare
Keine ?
von Ryan Fleck, mit Ryan Gosling und Shareeka Epps
Paradoxerweise ist es die tägliche Dosis Crack, die dem jungen, gut aussehenden Lehrer Dan (Ryan Gosling) die Sympathie für seine überwiegend afroamerikanischen Schüler bewahrt. Selbst abhängig, versucht der weiße Geschichtslehrer, den ihm anvertrauten Jugendlichen mit anspruchsvollem Unterricht und idealistischen Appellen einen Ausweg aus dem von Drogenhändlern beherrschten Alltag aufzuzeigen. Doch dann erwischt ihn ausgerechnet seine Lieblingsschülerin Drey (Shareeka Epps) Crack rauchend auf der Schultoilette. Allen Erwartungen und Konventionen zum Trotz bringt dieses pädagogische “Debakel” Lehrer und Schülerin einander näher. Doch die unvermeidbare Konfrontation mit ihrer knallharten Umgebung schickt die zart keimende Freundschaft schnell auf eine emotionale Achterbahn.
Cast & Crew
-
Ryan Fleck
-
Ryan Gosling
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dan Dunne
-
Shareeka Epps
-
Anthony Mackie
-
Monique Curnen
-
Tina Holmes
-
Karen Chilton
Regie
Schauspieler
-
Collins Pennie
-
Tristan Wilds
-
Nicole Vicius
-
Denis O'Hare
-
Deborah Rush
-
Jay O. Sanders
-
Ryan Fleck
-
Anna Boden
- Genre
- Sozialdrama
- Ort
- Brooklyn, New York City
- Handlung
- Afroamerikaner, Alibi, Alkohol, Antiautoritäre Erziehung, Armut, Auto, Bank, Basketball, Crack, Depression, Drogen, Drogendealer, Ex-Freund, Ex-Freundin, Fahrrad, Freiheitsentzug, Freundschaft, Fürsorge, Gewalt an der Schule, Heuchelei, Hochzeit, Jugendlicher, Lebensgefühl, Lehrer, Lehrer-Schüler-Beziehung, Lüge, Lügner, Mentor, Minderjähriger, Minderwertigkeit, Minderwertigkeitskomplex, Mitgefühl, Nervenzusammenbruch, Prekariat, Prüfung, Rendez-Vous, Ring, Schulabschluss, Schulbus, Schulden, Schuldgefühl, Schulreferat, Schüler, Stadtpark, Toilette, Unterricht, Verlust einer geliebten Person
- Stimmung
- Berührend, Hart, Verstörend
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Drehbuch
Filmdetails Half Nelson
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Kritiken (6) — Film: Half Nelson
Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenTrotz allem hat der Film das Problem, daß er mit seiner bewegten Handkamera, die ständig Arbeitsbewegungen und Unschärfen erlaubt und sich verkrampft "echt" über Gebühr ausstellt, exakt so aussieht, wie man sich einen solchen "Problemfilm" eben vorstellt. Das nimmt HALF NELSON in gewissen Momenten viel von seiner Intensität und rückt ihn letztlich doch gefährlich nah an die Grenze zum Sozialkitsch. Auch das sehr künstliche Element, die Schüler über geschichtliche Ereignisse referieren zu lassen, ist unpassend - und scheint das von Fleck einst als Kurzfilm realisierte Sujet nur notdürftig auf Spielfilmlänge dehnen zu müssen. Was aber den Film neben seinen Darstellern so besonders macht, manifestiert sich in der Szene, in der Dunne den Dealer Frank konfrontiert und komplett ins Leere läuft, weil er zwar fühlt, daß er etwas tun muß, aber eben nicht weiß, was. In diesem Film entpuppt sich Linksliberalismus als abgekämpft und müde, moralische Wertvorstellungen und soziale Verantwortung als aufoktroyiert. Dunne scheitert auf ganzer Linie. Drey vielleicht nicht.
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ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/
Kommentar löschen[...]"Half Nelson" entwickelt durch das Prinzip, vieles als gegeben, manches als vermutlich unabwendbar und wieder anderes überhaupt nicht zu präsentieren eine hohe Intensität, in der zwar weder Geschichte, noch Charaktere allzuviele emotionale Berührungspunkte setzen, aber einen dennoch ehrliches Interesse an ihrem Schicksal entlocken. Der Film biedert sich nicht an, gestattet vielmehr, dass er einem hier und da auch mal egal ist, was eine angenhme Natürlichkeit erzeugt. Man bekommt nicht das Gefühl, aufgrund der Thematik zur Anteilnahme gezwungen zu werden. Nachdem Dan mehr und mehr Kontrolle über Alltag und Beruf entgleitet, ist sie einfach da. Ein Kunststück, das viel zu wenigen Filmen auf solche Weise gelingt.[...]
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
dbassart 2009/11/08 23:32:20
Antwort löschenwunderbares review. absolut treffend und zudem sehr gut formuliert :)
ChristiansFoyer 2009/11/09 08:54:53
Antwort löschenDanke. Dir hat der Film ja ebenfalls sehr gut gefallen, da steckt schon wirklich große Klasse drin ;)
TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschenAls drogenabhängiger Geschichts- und Sportlehrer versucht Daniel Dunne seinen hauptsächlich afroamerikanischen Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Wechselwirkungen näher zu bringen. Ein Wechsel findet immer dann statt, erklärt Dunne in einer Szene, wenn zwei gegensätzliche Kräfte aufeinandertreffen. Mit seiner individuellen Art eckt Dunne jedoch an. Mehrfach weist ihn die Schulleiterin darauf hin, gefälligst dem Lehrplan zu folgen und den Kindern die Bürgerrechte anhand der Schulbücher beizubringen. Dabei ist Dunnes Art zu unterrichten die offensichtlich aufnehmbarere für die Jugendlichen. Dadurch ist Dunne selbst eine oppositionelle Kraft innerhalb der Maschinerie, der er selbst angehört.
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenRyan Fleck inszeniert diese Geschichte um die ungewöhnliche Freundschaft eines Junkie-Lehrers mit seiner Schülerin in einem ähnlich fiebrigen Stil, in dem Dan sein unstetes Leben durchstreift. Dass der Regisseur dabei manchmal ebenfalls ein wenig von der erzählerischen Ideallinie abkommt, wird durch die Leistungen seiner beiden grandiosen Hauptdarsteller Shareeka Epps und Ryan Gosling mehr als kompensiert.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenSpielt in jeglicher Hinsicht in einer eigenen Liga. Großartig!
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alviesinger: bummelkino
Kommentar löschenEhrlicher Alltagseinblick in einen Mikrokosmos für den die Welt kein Interesse übrig hat. Gosling liefert mit der Oscar-nominierten Rolle des einsamen fucked up teachers seine bisher beste Arbeit ab. Ein schonungsloser Film über Menschen am Abgrund, der nicht belehrt, sondern Hoffnung weckt und mit Statements wie "It's just not cool to be a Nazi anymore, baby" auf höchstem Niveau zu unterhalten weiß.
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Kommentare (33) — Film: Half Nelson
Kommentar schreibenPrechtl 2012/02/03 14:37:35
Kommentar löschenAchtung, könnte Spoiler beinhalten.
Ein drogensüchtiger Lehrer will seine Liebligsschülerin mit allen Mitteln davon abhalten, selbst in dieses Millieu zu geraten. So könnte man die Handlung von "Half Nelson" zusammenfassen. In der Hauptrolle sehen wir Ryan Gosling in einer guten Rolle, aber man hat schon Besseres von ihm gesehen. Die Rolle der Drey gefiel mir gut; sie ist keck, selbstbewusst und doch liebenswürdig. Der Rest des Casts sticht jedoch nicht groß heraus, da Drey und Dan klar die Hauptpersonen darstellen.
Der Film ist ruhig, was jedoch nicht nur positiv sein muss. Der Film hat jedoch einige Stellen, in denen einfach nichts passiert und man sich dabei erwischt, wie man die Uhrzeit kontrolliert. Ein paar gute Szenen gleichen diese jedoch wieder aus, beispielsweise fand ich die Szene, in der Drey Dan unbewusst Drogen ausliefert, sehr gut gemacht. Die fassungslose Drey und der vollkommen weggetretene Dan, für den man sich plötzlich fremdschämen muss.
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Murray 2012/01/24 18:16:48
Kommentar löschenMeiner Meinung nach Goslings beste Schauspielleistung bisher. Ungemein inspirierend.
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SoulReaver 2012/01/14 11:52:59
Kommentar löschen„Was soll ich den Kids denn beibringen? Das ist der Punkt, versteht ihr? Wenn du nur einem helfen kannst. Du musst erst den einen verändern. Nur den einen…“
Manche Filme erlangen einfach nie den gebührenden Stand in der Filmwelt, den sie sich ohne Frage verdient hätten. Das mag zum einen auch am nötigen Pressewind liegen. Dafür können wir uns freuen, wenn wir über eine eher unbekannte Filmperle stolpern und mehr als positiv überrascht werden. Das Indie-Drama 'Half Nelson' aus dem Jahre 2006 könnte man gut und gerne als einen solchen Fall nennen. Ryan Fleck inszeniert einen authentischen Einblick in zwei widersprüchliche Charaktere, die auf ihre Weisen beide vor dem Fall stehen. Das eindringliche Meisterwerk, welches der Film durchaus hätte werden können, liefert Fleck hier aber nicht ab.
Dan Dunne ist der beliebteste Lehrer an einer Brooklyner Highschool. Als ihn die 13-jährige Drey bei einem Crack-Trip auf der Toilette erwischt, verrät sie Dan zu seiner Überraschung nicht. Denn auch Drey hat ihre Geheimnisse. Zwischen dem jungen Lehrer und seiner Schülerin entwickelt sich eine außergewöhnliche Freundschaft.
Hier gibt es keine Hochglanzaufnahmen, keine bahnbrechende Schnitttechnik und keine überwältigenden Bilder. Dafür war aber auch das geringe Budget des Films verantwortlich. Das Bild in 'Half Nelson' wird durch Grobkörnigkeit geprägt, alles scheint irgendwie rau und kantig. Auch die Kamera selbst kann sich nicht als standhaft bezeichnen, dafür ist die Handkamera in gewissen Situationen zu aufgeregt und auch die unnötigen Zooms weichen manchmal vom ruhigen Erzählen der Geschichte ab. Dafür überzeugt der Film aber mit gefühlvoll ausgewählten Indie-Songs, vor allem von der Band Broken Social Scene.
Mit Ryan Gosling hat 'Half Nelson' wieder einen bärenstarken Charakterdarsteller als Hauptakteur. Gosling spielt den jungen und charismatischen Lehrer Dan, der aber in Wirklichkeit ein ganz anderes Gesicht hat. Dass Gosling eine grandiose Charakter-Mime ist, hat er in der letzten Zeit zur Genüge bewiesen. Aber auch vor dem heutigen Ruhm war er schon ein toller Schauspieler. Nicht umsonst bekam er für seine Darstellung hier eine Oscar-Nominierung. Gosling beherrscht es einfach, seine Gestik perfekt einzusetzen und mit geringer Mimik viele Emotionen zu erzeugen. Gosling ist hier der Fixpunkt der Geschichte und trägt den Film, aber auch die Nebendarsteller können einige wichtige Impulse setzen. Ganz besonders Shareeka Epps als Schülerin Drey, die toll mit Gosling harmoniert und sich an seiner Seite tapfer und überzeugend schlägt. In kleineren Rollen sind Gesichter wie Anthony Mackie oder Tina Holmes zu sehen.
In den ersten Minuten könnte 'Half Nelson' vielleicht einen falschen Eindruck vermitteln. Mit einer eindringenden Charakterstudie bekommen wir es hier nicht zu tun. Eigentlich gar nicht. Auch als Milieustudie würde der Film wohl kaum durchgehen. Vielmehr ist es eine Bestandsaufnahme unfertiger Charaktere. Charaktere, die sich aber im Laufe der Geschichte nur bedingt entwickeln und den Zuschauer gerne auf eine falsche Fährte führen. Mit vollendeten, ausbalancierten Charakteren kriegt man es hier zu keiner Zeit zu tun.
Ryan Goslings Charakter Dan Dunne bietet mehr Tiefgang und Vielschichtigkeit als man es auf den ersten Blick erwarten würde. Dunne ist ein engagierter Lehrer, der seine Schüler nicht auf die schiefe Bahn bringen will, der sich bei ihnen durch seine lockere Art und sein standhaftes Auftreten absolut beliebt gemacht hat. Sie vertrauen ihm, hören ihm zu und glauben ihm. Jeden Morgen quält er sich aus dem Bett, zieht sein Hemd an und zupft die Krawatte zurecht. Was keiner weiß: Dan hört seinen eigenen Worten schon lang nicht mehr zu und ist cracksüchtig. Dan ist zwar noch kein gefallenes Drogenopfer, aber er ist auf dem besten Wege dorthin. Der Weg in den Drogensumpf, aus dem es kein Entkommen geben kann. Er ist davor, jegliche Achtung vor sich und vor seiner Umwelt zu verlieren. Das, was er seinen Schülern täglich Predigt, hat für ihn schon keinen Sinn mehr. Er setzt sich für seine Schüler ein, sich selbst hat er längst aus den Augen verloren. Als ihn seine Lieblingsschülerin auf der Toilette völlig benebelt und verankert vorfindet, droht alles zu zerbrechen. Doch Drey schweigt, denn Drey selbst hat mit Problemen zu kämpfen. Täglich muss sie auf die Straßen und wird selber in den Drogenhandel von Brooklyn eingebunden. Dabei ist Drey kein perspektivenloses Mädchen, der jegliche Intelligenz fehlt. Die Umstände zwingen sie einfach dazu. Langsam, ganz unscheinbar entwickelt sich ein seidener Freundschaftsfaden, der die beiden immer näher zusammenzieht. Eine zärtliche Freundschaft wird langsam aufgebaut, ohne jegliche Moralisierung von beiden Protagonisten. Dan verheimlicht seine Sucht nicht vor Drey, er lebt sie trotzdem voll aus. Doch irgendwie stützen sie sich beide, helfen sich, wenn auch nur unscheinbar. Beide sind veranlagt abzurutschen. Dunne ist bereits gestürzt und Drey steht vor dem stolpern. Dennoch schaffen sie es in ihrer gemeinsamen Zeit sich nicht gegenseitig runterzuziehen. Eine ungebundene Beziehung entsteht. So lässt es sich wohl am besten beschreiben. Nur sollte man das Wort Beziehung natürlich nicht falsch verstehen. Dan und Drey gehen zu keiner Weise eine Art Liebe ein, bei weitem nicht. Das würde jegliche Stimmung zwischen den beiden rauben und in eine furchtbar abstruse Richtung lenken. Beide haben ihre Fassaden, die sie immer versuchten verdeckt zu halten und beide wurden auf ihre Weise gegenseitig ertappt. Dan möchte das Leben seiner Schüler verändern, hat dabei sein eigenes Leben aber treiben lassen. Die Vorbildrolle, die er doch immer so gut ausgefüllt hat, ballert er sich am Wochenende mit Drogen und Frauen immer wieder aus. Drey glaubt an die Worte von Dan, steckt aber selbst schon als Drogenkurier in den Straßen fest. Wie das Schicksal so spielt müssen sich auch hier ihre Wege kreuzen…
"Ich kann nicht mehr…"
'Half Nelson' enthält so genügend interessante Charaktere, die zwar keine deutliche Identifikationsmöglichkeiten geben, aber die den Zuschauer in der Darstellung und in ihrer Zusammenführung fesseln kann. Was 'Half Nelson' aber am meisten schadet, ist neben der Kameraführung, die Stellenweise holperige Inszenierung. So wird der Film, der zwar ein schönes ruhiges Erzähltempo besitzt, fast auf den Nullpunkt gebremst und verliert sich in manchen Szenen viel zu sehr aus den Augen. Wäre der Film sich hier treugeblieben und hätte mehr auf die Beziehung zwischen Drey und Dan gebaut wäre deutlich mehr drin gewesen.
Fazit: 'Half Nelson' ist ein weitestgehend interessanter und packender Film über zwei Menschen, die sich mehr oder weniger in einer unscheinbar verlorenen Situation finden. Leider geht dem Film immer wieder die Luft aus und die Kameraarbeit lässt an manchen Stellen zu wünschen übrig. Doch durch einen wirklich hervorragend aufspielenden Ryan Gosling, den stark gewählten Soundtrack und das Thema an sich ist der Film in jedem Fall sehenswert. Kein Meisterwerk, aber ein sehr guter Film.
"Manchmal ist es schwer mich zu mögen."
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FilmFreeza 2012/01/14 13:18:42
Antwort löschenWieder Klasse :)
SoulReaver 2012/01/14 13:31:41
Antwort löschenDanke :)
alex023 2012/01/11 16:39:52
Kommentar löschen„Who might say that Aristotle's wrong, right? But that doesn't make any sense; these things need each other.“
Ryan Gosling, die nächste!
Der Kerl ist einfach übertrieben gut in seiner Arbeit, was man auch in HALF NELSON merkt. Wie er engagierten Lehrer Dan Dunn spielt, ist einfach grandios. Abgefuckt so weit wie nötig, trifft er einfach genau den richtigen Punkt. Er ist das Element, was diesen Film besonders macht. Shareeka Eps macht ihre Sache ebenfalls ordentlich und steht dem Film gut als Gegenpart zu Gesicht.
Ryan Flecks 2. Regiearbeit ist zum Glück kein Drogen- & Sozialdrama, wie man es vielleicht nach den ersten 20,25 Minuten hätte annehmen können. Es ist vielmehr ein Film über Rassentrennung, Gleichheit und die Veränderungen der Geschichte. Gegensätze bestehen also nur aus dem Grund, weil sie eben existieren. Hätte eine Sache keinen Gegensatz, so könnte sie so nicht existieren, nur so kann etwas verändert werden.
Im Nachhinein gesehen ist „Half Nelson“ beeindruckend, bedrückend und zugleich intelligent. Intelligent hierbei die Kameraführung, die sensationell die Atmosphäre transportiert, und ebenfalls die schon erwähnte Darbietung des 31-Jährigen Ryan Gosling. Ich habe das Gefühl, der Kerl wird mit jeder Arbeit besser.
Letztendlich ist der Film zwar stellenweise etwas langatmig, wenn man aber darüber hinwegsehen kann, bekommt man einen besonderen Film geboten, der größtenteils überzeugen kann.
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ralphiee 2012/01/17 18:54:15
Antwort löschenBei der Veröffentlichung des Films war Gosling 26, nicht 31.
alex023 2012/01/17 18:58:46
Antwort löschenSorry :D Stimmt.
brainchild 2012/01/02 21:13:28
Kommentar löschenZu seinem und meinem Glück ist HALF NELSON kein Drogenfilm. Klar, Ryan Gosling spielt den engagierten Lehrer Dan Dunn mit selbstzerstörerischer Persönlichkeitstendenz so abgefuckt wie nötig. Aber hier geht es um Gegensätze und um Veränderung, und inwieweit wir diese allein bewältigen können. Laut Dunns marxistisch gefärbten Geschichtsunterrichts sind Gegensätze der Motor für gesellschaftliche Veränderungen. (Explizit wird in diesem Rahmen Unterdrückung und Aufstand im US-historischen Kontext behandelt, wobei ein paar wirklich interessante Fakten abfallen). Seinen persönlichen Gegensatz findet der Lehrer schließlich in der Schülerin Drey (überzeugend: Shareeka Epps), der privat ebenso der Halt fehlt wie ihm. Der Plot zweier unterschiedlicher, gleichermaßen "verlorener Seelen" ist insofern nicht unbedingt neu und der weit bekanntere GRAN TORINO beispielsweise ging zwei Jahre später in eine sehr ähnliche Richtung. HALF NELSONS Authentizität fasziniert aber und - anfangs auf mich noch störend wirkend - ist es genau richtig, dass der Film mit Epps noch eine zweite Hauptdarstellerin hat. Die kontroverse Botschaft: Ein Mensch allein kann die Geschichte nicht verändern, sich selbst aber ebenso wenig.
Seine bewusst nüchtern-nuanciert gehaltene Melancholie taut HALF NELSON erst gegen Ende auf, ähnlich wie die beiden Protagonisten. Zu spät ist es nicht.
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geheimer333 2011/12/30 02:26:26
Kommentar löschenSo mein 555. Film, das ist doch schon mal eine Zahl. Und dazu auch noch ein verdammt guter Film.
Half Nelson. Ein sehr emotionaler Film, welcher eigentlich nur durch die überragene Leistung des Ryan Gosling herausragt. Dieser Mann ist ein Genie, hat noch viel vor sich, ist jetzt schon besser als die meisten Schauspieler und freue mich auf alles was noch kommt.
Was scheinbar als Drogen- und Sozialdrama beginnt, wird mit der Zeit mehr zu einem Coming of Age Film und die Handlung fixiert sich nicht sehr auf Rassentrennung und Drogen, es handelt sich hier vielmehr um die Geschichte über eine Freundschaft von Lehrer und Schüler.
Vor allem aber gefiel mir der Charakter den der überragende Gosling verkörpert, alle Szenen in der Lehrer Dan allein und verzweifelt ist, sind einfach überragend.
Fazit: Ein äußerst gelungener Film mit einem großartigen Ryan Gosling, die Story ist aber teilweise etwas langatmig, doch das haut der Hauptdarsteller wieder raus.
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Lay_Dilay 2011/12/13 16:56:22
Kommentar löschenetwas langweilig...
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Punsha 2011/10/18 17:17:22
Kommentar löschenDer drogenabhängige Daniel Dunne unterrichtet seine überwiegend afroamerikanischen Schüler im Fach Geschichte. Mit eher unkonventionellen Methoden will er seinen Schülern die Theorie von Veränderung näher bringen, welche besagt, dass eine Veränderung immer dann stattfindet, wenn gegensätzliche Kräfte aufeinandertreffen. Schließlich lernt er eine seiner Schülerinnen besser kennen, die von seinem kriminellen Geheimnis weiß. Sie steht selbst in Kontakt mit einem Dealer und Dunne will ihr helfen, versagt aber am Grundstein seiner eigenen Theorie: Drogen konsumierend und sichtlich zerstört, bildet er keinen Gegensatz zu den Leuten, vor denen er die junge Drey zu beschützen versucht und kann somit keinen Wechsel der bestehenden Verhältnisse schaffen.
Das "Vorbild Lehrer" kennt "Half Nelson" nicht, sondern setzt Dunne auf die gleiche Ebene mit seinen Schülern. Zwar kann er ihnen Wissen beibringen, aber nicht helfen, Vernunft und Charakter zu Stärken und ihr Leben in die richtige Bahn geleiten, denn er hat selbst noch keinen Platz im Leben gefunden.
Das klingt alles nach einem sehr rührseligen Drama, aber das ist "Half Nelson" keinesfalls. Sehr ruhig und beinahe schon zu nüchtern, gibt Ryan Fleck uns in ein Leben Einblick, das irgendwie keins ist, ohne es aber in besonderen Maße zu verurteilen. Er reflektiert nur die Sicht von außen, beobachtet und stellt zumindest so manches in Frage. Warum Daniel Dunne Drogen nimmt, bleibt uns verschlossen. Wir erfahren generell nicht wirklich, wieso er dies und das tut, kennen keine Hintergründe, sodass man nur darauf schließen kann, dass es die Launen eines Junkies sind. Einerseits versucht Fleck uns mitzuteilen, dass man anderen nicht helfen kann, wenn man sich nicht selbst hilft, hält aber andererseits dem Protagonisten Daniel Dunne lediglich den Spiegel vor, als sei der Film nur an seine eigene Figur gerichtet. Das ist zwar nicht unbedingt schlimm, lässt den Zuschauer jedoch nur den objektiven Beobachter spielen, sodass dieser sich wiederum etwas gelangweilt fühlt. Davon halten ihn aber die grandiosen schauspielerischen Fähigkeiten ab, wofür vor allem Gosling und Mackie zuständig sind.
Ja, ich weiß schon. Dieser Kommentar ist ein wenig ermüdend, passt sich aber lediglich dem Stil des Film an. ;)
Nichtsdestotrotz ist "Half Nelson" intelligent, authentisch, besonders ehrlich und beinahe sehenswert...beinahe.
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J!GS4W 2011/10/06 20:08:43
Kommentar löschenRuhige Atmosphäre, viele Close-ups und ein toller Ryan Gosling sind im Grunde die auffälligsten Merkmale von "Half Nelson". Auch wenn die Story etwas dünn ist, ist das Fundament um den Crack-süchtigen Highschoollehrer dennoch gut genug um einen wirklich interessanten Film abzuliefern. Gosling schafft es wieder in seine Rolle einzutauchen und seine Vielschichtigkeit zu demonstrieren. Shareeka Epps und Anthony Mackie tragen beide ebenfalls durch ihre Nebenrollen zum wirklich soliden Film bei, auch wenn man sich gewünscht hätte, dass beide vielleicht durch stärker ausgearbeitete Handlungsstränge mehr zu tun bekommen hätten. "Half Nelson" reißt also ein Stückchen Mileustudie an, liefert aber ein noch recht oberflächliches Bild des Umfeldes.
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Sheeeeep 2011/09/02 08:28:41
Kommentar löschenSo, dies war nun der erste Streich meiner 'Ryan Gosling Wochen' im Zuge des Neustarts Drive und muss sagen: Chapeau, gelungener Einstand!
Ruhiger und mit der Handkamera aufgenommener Film, der die ganze Dramatik in unspektakuläre Bilder packt. Genau wie er im seinen Unterricht den Geschichtsstoff verpackt, so wirkt auch die besondere Beziehung zu seiner Schülerin Drey: die Kraft der Gegensätze. Die Story lässt sich viel Zeit um die Charaktere sorgfältig einzuführen, was mitunter an manchen Stellen etwas langwierig wirkt. Dennoch wurde hier eine unaufgeregte aber nichtsdestotrotz gelungene Milieustudie erschaffen. Das dies gelingt, ist vor allem den beiden Hauptdarstellern zu verdanken, die ihre Sache mehr als ordentlich machen! Schöner Film abseits des Mainstreams über eine Lehrer-Schüler Beziehung der etwas anderen Art.
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Andy Dufresne 2011/09/02 15:41:43
Antwort löschenEin bockstarker Film,dank eines überbockstarken Gosling´s...
Kloina1893 2011/05/17 22:42:28
Kommentar löschenEine eindrucksvoll erzählte, berührende und authentische Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft - unaufgeregt und schön gefilmt. Und dazu noch ein hervorragender Hauptdarsteller Ryan Gosling in der Rolle eines drogenabhängigen Lehrers.
Beinahe sowas wie ein kleines Meisterwerk. :)
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boxcarsboxcars 2011/03/07 15:39:51
Kommentar löschenhalf nelson hat ein problem und das besteht darin, dass er zu viel will oder darin, dass er zuviel könnte. die figuren sind wirklich gut. als pilotfilm zu ner serie wär das was. ist da eigentlich keiner drauf gekommen? ich glaube wirklich, dass die figuren vielschichtig genug sind, um sie über einen längeren zeitraum entwickeln zu können. der film selbst ist darum auf keinen fall schlecht, sondern wirklich sehenswert. aber am ende dachte ich, dass ich gern mehr sehen möchte und das hat mich dann ein wenig unzufrieden zurückgelassen.
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vanilla 2011/02/23 11:04:25
Kommentar löschenSchauspielerisch einwandfrei und sehr authentisch, jedoch ist die Geschichte über einen drogenabhängigen und in sich aufgewühlten Lehrers und einem kleinen Mädchen, die ebenfalls aus sehr bescheidenen und problematischen Verhältnissen kommt, nicht gerade eine Wucht. Einige Längen und teilweise auch Langeweile begleiten diesen Film. Allein wegen der sehr gute Leistung von Ryan Gosling kann man sich diesen Film mal anschauen.
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Wumz 2011/01/30 02:43:23
Kommentar löschenSehr authentischer Film der vor allem von den hervorragenden Haupdarstellern getragen wird.
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Scipio 2010/11/15 16:21:43
Kommentar löschenMich nervte die Wackelkamera - und die Geschichte - na ja, geht so.
Und das brachte eine Oskarnominierung ein?
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kristallrainer 2010/10/01 21:58:46
Kommentar löschenDer junge Lehrer Dan arbeitet in einem sozialen Problemviertel und ist zudem selbst cracksüchtig. Ein sehr interessantes Thema, dem sich Regisseur Ryan Fleck in völlig unaufgeregter Erzählweise nähert. Dieser Herangehensweise gefiel mir ausgesprochen gut, wenn man auch die ein oder andere Länge aushalten muss. Inhaltlich geht es ohne langatmiges Vorgeplänkel(es bleibt offen, wie Dan erstmalig mit den Drogen in Verbindung gerät) in erster Linie um die freundschaftliche Beziehung zwischen einer Schülerin und Dan. Letzendlich zeigt der Film nur wenige Wochen des Lehrers, der sich immer weiter selbst zerstört. Das Ende ist dabei wirklich bitter... Abschließend muss noch erwähnt werden,dass Ryan Gosling in der Rolle des Lehrers brilliert und eine wirklich großartige Leistung zeigt!
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Quhefner 2010/08/23 13:02:26
Kommentar löschenHat spaß gemacht den beiden Hauptdarstellern bei der Arbeit zu zusehen, jedoch hatte ich höhere Erwartungen an den Film besonders an der Story
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Claudia :) 2010/08/07 23:35:27
Kommentar löschenInteressante Story mit interessanten Charakteren.
Viel kann ich nicht zu dem Film schreiben,
aber Mr. Ryan Gosling hat mich wieder einmal glücklich gemacht.
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Donnie5 2010/03/15 16:08:26
Kommentar löschenMan kann geteilter Meinung darüber sein, ob dieser Film nun herrlich unaufdringlich oder einfach nur belanglos ist. Aber Gosling spielt seine Rolle so meisterhaft, dass zumindest seine Glanzleistung in Erinnerung bleibt.
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Aufgabe 2010/01/01 22:45:48
Kommentar löschenhab den film hochgewertet. denn das lehrer-bild, das hier entworfen wird, gefällt mir sehr gut. ein mann der mehr fragen an seine schüler stellt und weniger antworten parat hat, finde ich schlichtweg glaubwürdig. er treibt die augen reibend durch ghetto-vororte und versucht zu leben. mit seinen kids und für seine kids. und ist dabei immer er selbst.
toll!
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