Harlan - Im Schatten von Jud Süss

Harlan - Im Schatten von Jud Süss (2008), DE
Laufzeit 100 Minuten, Dokumentarfilm, Kinostart 23.04.2009

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7.7 Kritiker
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von Felix Moeller, mit Jan Harlan

Der Name von Veit Harlan, Filmregisseur in den Diensten von Joseph Goebbels, ist vor allem mit Jud Süß verbunden, dem schändlichsten antisemitischen Spielfilm der NS-Zeit. Der Dokumentarfilm von Felix Moeller erzählt die Geschichte dieses schillernden und umstrittenen Regisseurs, dessen Filme die Mentalität unzähliger Zuschauer prägten und der auch nach dem Zweiten Weltkrieg seine Karriere fortsetzen konnte. In Interviews mit Harlans Söhnen, Töchtern und Enkeln, vielen Filmausschnitten und erstmalig zu sehendem Material aus dem Familienarchiv erzählt der Film vor allem vom Schicksal der Harlan-Familie in der Nachkriegszeit und dem Einfluss der Vergangenheit auf das eigene Leben bis heute.


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Harlan - Im Schatten von Jud Süss

Filmering: Filmering.at

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6.0Ganz gut

Szenen aus Harlans Filmen, alte Filmaufnahmen und in der Gegenwart aufgenommene Interviews mit den Hinterbliebenen sollen ein möglichst komplexes Bild des Regisseurs zeichnen. Dies ist aber ein schwieriges Unterfangen. Auf der einen Seite sind manche Szenen des Films sehr aufschlussreich, aber andererseits ist es weder möglich die Karriere Harlans zufrieden stellend zu beleuchten (weil sich der Film auch gar nicht so sehr dafür interessiert), noch dem Charakter des Filmemachers wirklich auf den Zahn zu fühlen. Harlan – Im Schatten von Jud Süß bleibt somit eine sehenswerte Dokumentation, die auch angenehm kurzweilig geworden ist, die aber auch einige Schwächen in Bezug auf die Themenverarbeitung aufweist.

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8.5Ausgezeichnet

Faszinierend an Harlan – Im Schatten von „Jud Süß“ ist, wie sehr sich mit Blick auf Ludins Film Muster der versuchten Verarbeitung erkennen lassen. Für die psychologische Täterkinderforschung mag das eine Binsenweisheit sein, in Bild und Ton des Films entfaltet sie noch heute Überzeugungskraft: das Zerbrechen, Flüchten, Verdrängen, das Abwehren, hinter dem nur Schweigen herrscht. So wird das, was eine wenn auch prominente Familie mit ihrem toten Oberhaupt auszutragen hat, relevant für den Zuschauer über den Gossip hinaus. In Harlan kann man dem nicht enden wollenden Kampf mit der Verantwortung am deutschen Verbrechen des 20. Jahrhunderts zusehen.

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6.5Ganz gut

Wie geht die Gesellschaft mit diesem Erbe des Nationalsozialismus in heutigen Zeiten um, inwiefern können oder sollen jüngere Generationen Verantwortung nehmen für die Schandtaten ihrer Väter und Großväter? Ist es richtig, dass "Jud Süss" auch knapp 70 Jahre nach der Uraufführung weiterhin verboten ist und nur in speziellen Sondervorführungen gezeigt werden darf?

Es sind diese Fragen, die den Münchner Historiker Felix Moeller bewegen, weshalb er sich in seiner Dokumentation "Harlan- Im Schatten von Jud Süß" vordringlich auf die weitverzweigte Familie Veit Harlans konzentriert. ...

Nicht zu Wort kommt der Harlan-Biograph Frank Noack, ein ausgewiesener Experte der NS-Filmkultur. So akribisch wie er für sein knapp 500 Seiten dickes Buch recherchiert hat, das vor neun Jahren im Münchner belleville-Verlag erschien, wäre er geradezu prädestiniert gewesen, die umstrittene künstlerische Leistung und filmhistorische Bedeutung Veit Harlans zu diskutieren, die bei Moeller trotz einiger Ausschnitte aus den Melodramen "Kolberg", "Die goldene Stadt" und "Opfergang" ein bisschen zu kurz kommt.

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Kommentare (2) — Film: Harlan - Im Schatten von Jud Süss

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SpiceWeasel

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Bewertung7.5Sehenswert

Auch wenn die wichtigen Fragen mit 1-2 Worten abgehandelt wurden und etwas viel Familienschmutzwäsche gewaschen wurde, dennoch sehr interessant!
Was mich am meisten überrascht hat war die Tatsache das Christiane Kubrik die Nichte von Veit Harlan und Deutsche ist. Einen Film über das Filme drehen unter Göbbels hätte ich gern von Kubrik verfilmt gesehen wie er es eine Zeit lang vor hatte!

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Discostu

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Bewertung7.0Sehenswert

Interessante Doku, die ihren Schwerpunkt darauf legt, wie Veit Harlan nach der NS-Zeit zu seinem Film "Jud Süß" stand und ausgiebig seine Kinder, Enkel und andere Verwandte zu Wort kommen lässt. Der Film ist weniger ein Werk über den Filmemacher Harlan sondern handelt vor allem von dem Problem seiner Nachkommen: Wie man damit umgeht, wenn der eigene Vater oder Großvater nicht bereit ist, seine Vergangenheit im dritten Reich zu reflektieren und seine Mitschuld anzuerkennen.

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