Harry außer sich

Deconstructing Harry (1997), US Laufzeit 95 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 21.05.1998

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8.1
Kritiker
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7.4
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10 Kommentare
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von Woody Allen, mit Woody Allen und Richard Benjamin

Dem New Yorker Schriftsteller Harry fällt zu seinem neuen Roman nichts mehr ein. Schon nach dem ersten Kapitel gehen ihm die Ideen aus. Der Vorschuß, den sein Verlag ihm bezahlt hat, ist schon längst ausgegeben für Prostituierte, Tabletten und Psychiater. In dieser Situation kommt für seine Freunde und Bekannte der Tag der Abrechnung, da Harry all seine Erlebnisse immer in seinen Bücheren verarbeitet hatte. Auch die erfundenen Personen aus seinen Romanen melden sich plötzlich zu Wort …


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Harry außer sich

Oceanic6: CinemaForever

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9.0Herausragend

Woody Allens Godard-Hommage ist mitunter eine der zynischsten und intelligentesten Komödien, die ich jemals gesehen habe. Allen spielt dabei selbst den Trunkenbold Harry, der es sich mit so gut wie jedem nahestehenden Menschen verscherzt. Ein unglaublich präzise geschriebener und gespielter Charakter; ein Film, bei dem jede Pointe sitzt; zum Kugeln lustig.

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Le Samourai

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Jep.


*frenzy_punk<3

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Okay ich bin überzeugt ;)


SiameseAlex: SiameseMovies

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8.5Ausgezeichnet

[...] Die Begrenztheit liegt in der Schrift, der Zeichensetzung selbst. Woodys (oder Harrys) [übersetztes] Film-(Drehbuch-)Zitat »Tradition ist die Illusion der Permanenz« … … … lesen Sie es ruhig ein weiteres Mal … … … ist eine Ode an die Befreiung, für die es nie zu spät ist, sie zu denken. Blockaden gelten traditionell als unproduktiv, offenbaren jedoch eine Spur des Auswegs, Dinge (nicht) festzuschreiben. »Harry außer sich« ist ein ganz wichtiger Teil dieser Spur und kann in seiner Existenz nur unzureichend beschrieben werden. Er beschreibt sich selbst, während die Rezeption zu schweigen hat, um zu verstehen. [...]

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Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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8.5Ausgezeichnet

Was man Allen jedoch attestieren kann ist hier in einigen Szenen die Fähigkeit zur klaren Selbstparodie, eine Beschäftigung mit dem Dilemma eines jeden Schriftstellers, der eigene Erfahrungen in seine Werke einbettet. Drogen, Prostituierte, Alkohol, Schimpfwörter und Sexszenen haben dafür gesorgt, dass die DVD in Großbritannien erst ab 18 Jahren freigegeben wurde, während sich die deutsche FSK unverständlicherweise darauf geeinigt hat, den Film ab 12 (!) freizugeben. Unabhängig von der Schärfe dieses Streifens ist „Harry außer sich“ ein äußerst frischer, weil ungewöhnlicher Woody Allen, sehr amüsant, unterhaltsam und filmisch nicht nur routiniert, sondern äußerst gekonnt mit raffinierten Ideen in Szene gesetzt.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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8.0Ausgezeichnet

Der Ton dieses Films nicht mehr so lieblich und versöhnlich, wie zuletzt, es handelt sich auch um kein Musical, und daher wirkt alles nicht so abgeklärt, und distanziert wie in MIGHTY APHRODITE und EVERYONE SAYS: I LOVE YOU, die vor allem durch ihre Souveränität faszinierten. Hier hat Allen wieder die alte Bissigkeit, einen Zynismus und Weltekel, der zeigt, daß er alles andere, als distanziert ist. Und das ist gut so.

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Kommentare (6) — Film: Harry außer sich


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franticfury

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es gibt die Filme im Schaffen eines großen Künsters, bei denen man das Gefühl hat, dass ihre gesamtes bisheriges Werk nur einen Vorgeschmack geboten hat, auf das, was nun kommen sollte. Dass die ganze harte Arbeit, die gesammelte Erfahrung als Künstler, die eigenen Ideen und Ansichten zu einem Großen und Ganzen verschmelzen und uns einen unverblümten, ehrlichen Blick auf das eigene Selbst gewähren. Bei Fellini war es "8 1/2", bei Bergman "Persona" und bei Woody Allen ist es definitiv "Deconstructing Harry".
Bezeichnenderweise sind es dabei die Filme, die sich am schonungslosesten mit den eigenen Grenzen als Künstler und als Mensch auseinandersetzen und uns in ihren vermeintlich schwächsten Momenten ihre wahre Größe offenbaren. Wie in Fellinis magnus opus handelt "Deconstructing Harry" nämlich von einem Künstler, der zum ersten Mal in seinem Leben eine Schreibblockkade erlebt, etwas, das zuvor nur in einer wagen Vorstellung existierte und seiner Meinung nach sowieso nur andere Leute betraf.
Für Harry ist das nun besonders dramatisch, gelang es ihm doch bisher immer sein eigenes Leben durch seine Romane, zugegebenermaßen ziemlich dürftig kaschiert, in halbwegs geordneten Bahnen zu halten. Nun prasselt auf einmal alles auf ihn nieder, die wütende Exfrau und der Streit um den gemeinsamen Sohn, die Auseinandersetzung mit dem bisherigen Schaffen, nebenbei soll er noch eine Ehrung an genau der Universität entgegen nehmen, die ihn vor vielen Jahren hinauswarf und dann erfährt er auch noch, dass seine einzig wahre Liebe nun endlich doch seinen ehemals besten Freund heiraten möchte. Zu viel für den guten Harry, der sich dabei in seine eigene kleine Welt flüchtet, in seine Romane, seine Vergangenheit und hin und wieder auch mal in die Dienste einer Prostituierten.
Aber wer Woody Allen kennt, der weiß, dass er noch nie dafür bekannt war sich selbst allzu ernst zu nehmen und so geschieht diese Vergangenheitsbewätigung stets augenzwinkernd und strotz in bester Allen-Manier geradezu vor Selbstironie. Denn Allen lässt hier nicht den verwundeten, geknechteten Künstler raushängen, sondern liefert uns neben einigen wirklich tiefgründigen und interessanten Denkansätze vor allem eine ordentliche Priese des Woody Allen Humors, den wir doch alle so lieben. Herzerfrischend sind hierbei die kleinen Einwürfe aus seinen Kurzgeschichten, seine Diskussionen mit den eigenen Romanfiguren und natürlich Harrys Besuch in der Hölle mit Billy Crystal in der Rolle des Teufels.
Es macht großen Spaß Woody Allen dabei zuzusehen, wie er sich 90 Minuten lang selbst auseinandernimmt, in jedes seiner Einzelteile blickt, nur um sich am Ende wieder zusammenzusetzen und, wenn man so will, als neuer Mensch daraus hervorzugehen. Denn am Ende steht die Akzeptanz der eigenen Fehler, die Selbstannahme und die Erkenntnis, dass er selbst so neurotisch sei, dass er eben nur in der Kunst existieren könne. Vielleicht Woody Allens bester Film!

"All people know the same truth. Our lives consist of how we chose to distort it"

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ash-williams

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wunderbar allenscher Film in der Erzähltradition von Ingmar Bergmans "Wilde Erdbeeren". Harry Block, der Fan von Alkohol, Tabletten und Prostituierten, ist wahrscheinlich Allens ungehobelster Charakter, aber auch einer der Realistischeren. Allen spielt die Rolle des Schriftstellers, der Egomanie zu einer Kunst macht, hervorragend. Ungewöhnlich für Allen ist der Gebrauch von sogenannten "dirty words", so war es für mich als Allen-Fan ungewohnt, als das erste Mal "fuck" oder "cunt" aus dem Mund des Meisters zu hören war (Ich habe tatsächlich zurückgespult, um zu prüfen, ob ich mich verhört habe). Dies verleiht dem Film eine für Allens Filme ungewöhnliche Härte, aber auch einen gewissen Grad an Realismus, es passt wunderbar zu der Welt in der Harry Block lebt.
Woody Allen hat sich für den Film einen exzellenten Cast zusammengesucht, welcher die non-lineare Handlung sehr flüssig übermittelt und es nie zu Langeweile kommen lässt. Die witzigen und intelligenten Dialoge, die tollen Darsteller und das gute Drehbuch machen aus dem Film eine kurzweiliges, aber trotzdem cleveres und anspruchsvolles Filmerlebnis, das nicht nur für Allen-Fans einiges bietet.

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makatu

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Leider fühlt sich Woody Allen mittlerweile wohl zu alt, seine berühmte "Rolle" in seinen Filmen selbst zu spielen. Hier tut er es wohl zum letzten Mal in absoluter Hochform: ein Schriftsteller, der rücksichtslos persönliche Beziehungen für seine Romane ausschlachtet, seine Frau mit deren Schwester betrügt und auf dem Weg zu dieser mit einem Fan anbandelt, sich mit Vergnügen über die Religiösität seiner Schwester und seines Schwagers lustig macht, oder auch eine Prostituierte zu einer Ehrung mitbringt - und seine Romanfiguren melden sich zwischendurch auch zu Wort. Vielleicht nicht der beste Film von Woody, aber mit Sicherheit einer der lustigsten und radikalsten.

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Schlegel

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Als hätte Woody Allen "Wilde Erdbeeren" gedreht. Hat er ja eigentlich auch.

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pellekraut007

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Ja, ja, ja... xD xD xD! "Ich bin auf dem Weg zu einer Ehrung an meiner alten Uni, die mich mal rausgeworfen hat, mit einem toten Freund und einer haschrauchenden Nutte im Auto. Wo gibts die DVD? Woody at his best! Er ist der Meister des Wahnwitzes und der abgefahrenen Dialoge - Grunz!


Jonassi

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Bewertung7.5Sehenswert

Auch für mich einer der besten von Allen. Die Szenen sind einfach herrlich anzusehen (und anzuhören). Und vor allem wie sich die Charaktere seiner Bücher in "seine" Wirklichkeit einmischen...einfach genial. Wie kann man nur so einen Kotzbrocken, den er da spielt, so sympathisch finden? Geht wohl nur mit ihm selbst in der Rolle.

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Homunculus

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Woody alias Harry Block ist ein saufender,pillenschluckender, sarkastischer Schriftsteller,der intim-persönliche Lebenserfahrungen, dürftig kaschiert, in seinen Büchern thematisiert.Wie nicht anders zu erwarten, zieht er damit einen gewaltigen Groll der ihm nahestehenden Personen bzw Leser auf sich.Anschl.stolpert Harry von einer Auseinandersetzung in die Nächste, die Dialoge sind explosiv, zersetzend und schonungslos zynisch.Aus einem Wulst von Orientierungslosigkeit und Selbstzweifeln formt sich am Ende die Erkenntnis, für die Realität völlig ungeeignet zu sein und nur in der Kunst überleben zu können.Superkomplex,saukomisch, bitterböse, einer der besten Allens überhaupt

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