Hass
La Haine (1995), FR Laufzeit 96 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.10.1995
26 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6114 Bewertungen
107 Kommentare
Keine
von Mathieu Kassovitz, mit Vincent Cassel und Saïd Taghmaoui
Mit dem Drama Hass – La Haine zeigt Mathieu Kassovitz das Leben dreier Kleinganoven in den Pariser Vororten und machte Vincent Cassel zum Star.
Paris 1995. Der Hass wächst im Problembezirk Cité des Muguets. Abdel, ein junger Araber, wurde nach den Krawallen der letzten Nacht von der Polizei festgenommen und liegt jetzt schwer verletzt im Krankenhaus. Er schwebt in Lebensgefahr. In den folgenden 24 Stunden greift der Hass auch auf das Leben dreier Jugendliche über: Saïd (Saïd Taghmaoui), auch Araber, Vincent (Vincent Cassel), ein Jude und Hubert (Hubert Koundé), ein schwarzer Amateur-Boxer. Die drei jungen Männer wachen am Morgen nach den Krawallen in ihrem zerstörten Viertel auf. Überreste der Randale und Polizisten sind noch allgegenwärtig. Sie haben keinen Job, keinen Schulabschluss, keine Zukunft, aber der Hass gegen das System, das sie vergessen hat und sogar ihre Hoffnungen raubt, wird größer und größer. Die Dienstwaffe eines Polizisten, die während der Krawalle verloren ging, könnte für Selbstjustiz verwendet werden, falls Adbel an seinen Verletzungen sterben sollte…
Hintergrund & Infos zu Hass – La Haine
Hass (La Haine) ist der zweite Langfilm des Regisseurs Mathieu Kassovitz, der ebenfalls als Schauspieler bekannt ist, z.B. in der Rolle des Freundes von Amelie Audrey Tautou im Film Die fabelhafte Welt der Amélie. In Hass spielt Kassovitz eine kleine Rolle als Skinhead. Der Film könnte als ein Porträt der französischen (und sogar europäischen) Vororte der 90´er betrachtet werden, in denen Arbeitslosigkeit, Masseneinwanderung, Rassismus und mangelnde soziale Maßnahmen zusammenwirkten. Hass, in schwarzweiß gedreht, hat eine sehr originale und starke Kameraarbeit und lancierte später zum Kultfilm. Der Soundtrack von Hass bietet eine Auswahl der französischen Rap-Szene. Der bekannte DJ Cut Killer legt in einer Szene von Hass einen Remix von Edith Piafs weltberühmten Chanson „Non, je ne regrette rien“ auf. Der Spielfilm gewann 1996 den Preis für die Beste Regie beim Film Festival in Cannes. Bei der César Verleihung gewann Hass folgende Preise: Bester Schnitt, Beste Produktion und Bester Film. (LRA)
Mehr Bilder (7) und Videos (2) zu Hass
Cast & Crew
- Genre
- Politdrama, Sozialdrama, Drama
- Zeit
- 1990er Jahre, Nacht
- Ort
- Banlieue, Eiffelturm, Ghetto, Paris, Vorstadt
- Handlung
- Abhängig, Aggressivität, Alarmanlage, Alte Freunde, Araber, Arbeitslosigkeit, BMW, Beste Freunde, Boxer, Breakdance, Cannabis, DJ, Diskriminierung, Drogen, Drogendealer, Gewalt, Gewalttätigkeit der Polizei, Ghettoaufstand, Hip-Hop, Joint, Kiffen, Kultfilm, Langeweile, Nackter Mann, Neo-Nazi, Pistole, Plattenbau, Politische Unruhen, Polizei, Polizeistation, Polizist, Rache, Rassismus, Schlägerei, Schulden, Skinhead, Sozial schwache Familie, Streit, Unglück, Unversöhnlichkeit, Verhaftung, Wut und Hass, Überfall
- Stimmung
- Eigenwillig, Hart
Fans dieses Films mögen auch
Ein Prophet
FR 2009
City of God
BR/FR/US 2002
Night on Earth
DE/FR/GB/JP/US 1991
Léon - Der Profi
FR/US 1994
Der Pianist
DE/FR/GB/PL 2002


















Kritiken (2) — Film: Hass
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschenMathieu Kassovitz führt uns mit „La Haine“ direkt in ein Problemviertel von Paris. Hier sehen sich Jugendliche als hilflose Bestandteile der Hoffnungslosigkeit, sie sind Gefangene ihrer Generation, ihrer Zeit, sie schüren Hass gegen die wohlhabenden Gesellschaftsschichten, gegen das gesamte System, die Wut gegen alles und jeden kocht immer deutlicher auf und die Perspektivlosigkeit dieser Menschen ist unausweichlich. Als Kinder von Einwanderern werden sie, wie auch ihre Eltern, dank der wirtschaftlichen Umstrukturierung zu belanglosen Randläufern. Manche versuchen die Augen vor den Tatsachen zu verschließen, in Wahrheit gibt es keinen Ausweg für diese Individuen. Im Mittelpunkt stehen Vince, Saïd und Hubert. Ein Araber, ein Jude und ein Schwarzer. Die Welt in der sie leben ist farblos, trist und ohne jeden bedeutenden Sinn. Jedem linearen Verlauf zum Trotz, begleiten wir die drei Jugendlichen durch ihren Alltag, alles ist möglich, die Gewalt ist immer gegenwärtig und wartet auf den bebenden Ausbruch. „La Haine“ glänzt mit unverfälschter Authentizität und inszenatorischer Präzision, mit Ehrlichkeit und ohne die mildernde Vermessenheit, hier Antworten oder Lösungsvorschläge auf etwas geben zu wollen, worauf es einfach keine Antwort gibt. Kassovitz dokumentiert und analysiert, anstatt zu manipulieren und zu verfälschen.
20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
JackoXL Wed, 26 Dec 2012 18:45:01 -0000
Antwort löschenGenau diese Unverfälschtheit hebt den deutlich ab. Die Story steht überhaupt nicht im Mittelpunkt, das ist eine reine Millieustudie und eine verdammt gute. Wie dein Kommentar, aber das weißt du ja. ;)
Alle 3 Antworten zeigen
FumerTue Wed, 26 Dec 2012 20:06:13 -0000
Antwort löschenDoofe, spitzfindige Frage: Gibt es auch "nicht-französische" Problemviertel in Paris? :P
SoulReaver Wed, 26 Dec 2012 20:13:36 -0000
Antwort löschen@JackoXL Ich höre es aber immer noch sehr gern. :D
@FumerTue Doofe, spitzfindige Antwort: Nö.
Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...
Kommentar löschenDurch den Verlauf der Geschichte scheinbar legitimiertes Mitt-90er-Sozialarbeiter- und Zeigefingerkino -
Mathieu Kassovitz´Erkenntnis, dass es eine unsichtbare aber doch allgegenwärtige Gewaltspirale - ausgelöst durch die Eskalation eines über die Stränge schlagenden Polizeiapparates - gibt, die die Jugendlichen zuerst tyrannisiert und im weiteren Verlauf militarisiert, ist in seinen Grundzügen sicherlich nicht abzustreiten. Es ist einzig der psychologische Unterbau, der bröckelt: Unter dem Deckmantel der Prämisse "Es könnte jeder sein" wählt Kassovitz ein exemplarisches Trio aus der grauen Masse aus, vergisst dabei aber den - für solch ein Drama immanent wichtigen - Zugang zu den Figuren: Vom Geschehen unbeteiligt sieht der Zuschauer, wie sich die Monotonie und der allgemeine Weltschmerz innerhalb weniger Stunden (!) in die titelgebende Emotion des Hasses kanalisiert.
Dieser Verlauf ist so nachvollziehbar wie er platt ist, und erinnert an das von Uli Edel Jahre…
Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
williamBlake Wed, 08 Dec 2010 02:29:21 -0000
Antwort löschenuninteressant ist schon ne harte wertung für diesen film. wenn die thematik nicht interessiert solte man den film nicht mit ner kritik, sondern mit ner zahl versehen. keine spannungskurve? hä? punktabzug wegen der schwarz-weiss-umsetzung eines schwierigen themas? hallo, aufwachen.
der film vermittelt über24hverteilt den nachvollziehbar frustrierenden alltag OHNE dabei langatmig zu werden. unterhaltende tristesse, das ist doch was. klischeebeladen soll sicher meinen es gibt hip-hop und unflätige sprache, autos klauen, skinheads, polizeiwillkür. das kommt dort schon mal vor und wird hier als stilmittel im tag der 3 junger männer zusammengeführt. es ist ein zustandsbericht und, bemerkenswert, eine vorhersage. hat nur10jahre gedauert bis die beschriebene problematik jenseits der französischen großstätte zur hauptnachrichtenzeit beachtung fand. aber zurück zum film. die jungs wirken nicht angestrengt, nicht überzeichnet. die konstellation der hautfarben könnte man plakativ nennen. ich nenn es sympathisch und wische solche kritik mit künstlerischer freiheit weg. applaus. die heiligen drei könige wären ansonsten auch irgendwie n bissl dick aufgetragen.
gute schauspielleistung, schöne einstellungen, guter erzählfluss, keine fiesen brüche und eben keine frustrierenden ghetto-klischees (hundekämpfe und cracknutten). ne echte 90iger filmperle (thatS the sound of da police opp opp).
Wumz Wed, 22 Dec 2010 23:31:21 -0000
Antwort löschenDa stimme ich williamBlake voll un ganz zu!!!
Hitmanski Thu, 23 Dec 2010 13:18:52 -0000
Antwort löschenDass freut mich für euch beide ja, macht die Sache aber auch nicht besser: Aus der Wertung "uninteressant" für den Film lässt sich sicherlich kein Rückschluss darauf konstruieren, ob mich das Thema interessiert oder nicht; ich halte es nur für verwegen, einen Film als interessant zu deklarieren, nur weil das Thema, mit dem er sich auseinandersetzt, möglicherweise wichtig ist.
Und natürlich ist die Schwarz-Weiß-Färbung kritisierbar, wenn sie keinerlei narrative Verankerung hat, außer als Holzhammer-Metapher für Tristesse zu fungieren, und dem Film einen Doku-Touch zu verpassen.
Ebenso ist der Film natürlich klischeebeladen, schon alleine weil das zutriffst, was du selber aufgezählt hast: Er bündelt Erlebnisse und Entwicklungen einer Generation in einem 24-Stunden-Fenster; es ist nur eine logische Konsequenz, dass die Omnipräsenz all dieser Ereignisse zu einer Überfütterung des Zuschauers führt - und Polizeikeile, Gruppendynamiken, Quatsch machen und Frust schieben, sind letztendlich auch keine wirklich neuen Themengebiete, ähnliches konnte man in den 50ern schon in "Blackboard Jungle" sehen, und wurde seitdem immer wieder neu variiert.
Dass es ähnliche historische Entwicklungen später gab, ist sicherlich richtig, räume ich ja auch im ersten Satz ein, aber es macht den Film unter filmischen Gesichtspunkten nicht besser...
Ticallion Sun, 08 May 2011 19:51:03 -0000
Antwort löschen@Hitmanski: die schauspielerische leistung ist hier schwer zu beurteilen. finde die mimik und gestik durchaus gelungen. weiss nicht, ob du den film im orginal oder auf deutsch gesehen hast, weil die synchronisation war schon extrem schlecht. die ausdrucksweise wirkte teilweise sehr aufgesetzt.
bei dem schwarzweiß kritikpunkt stimme ich dir zu.
auch dein argument, den film nach rein filmischen gesichtspunkten zu bewerten ist richtig. da fällt so manches durch.
aber ein punkt deiner kritik ist einfach falsch. es sind keine klischees, wenn die realität gezeigt wird. bin zwar in deutschland aufgewachsen, aber ähnliche tage habe ich ende der 90er, abgesehen vom ende;), zu hauf genauso verbracht. also eher authentisch als klischeebeladen. gerade da punktet der film. habe immernoch einen freund, der 1zu1 said sein könnte. und ja, er ist auch teilweise übersteuert und hyperaktiv;)
tapedogg Fri, 19 Aug 2011 13:13:57 -0000
Antwort löschenklischeebeladen? was passiert gerade in England?! genau das was der Film beschreibt!
Alle 7 Antworten zeigen
FumerTue Tue, 13 Dec 2011 22:05:31 -0000
Antwort löschenEine der dämlichsten Filmkritiken, die ich je gelesen habe. Klar, kann man über Geschmack streiten, aber die Unterstellungen, die dem Film hier gemacht werden, sind schlichtweg falsch.
Holden82 Sat, 05 Jan 2013 13:12:25 -0000
Antwort löschenAlso Klischeebeladen fand ich den jetzt gar nicht bzw. kaum. Gerade und in besonderem die drei Hauptcharaktere hätte man aber überaus dumpfer und platter darstellen können als geschehen. Gerade wenn man sich die Berichterstattung über die Vororte nimmt wäre es wohl ein leichtes gewesen "Omas die Handtasche raubende, Kioske überfallene, auf jeden zufällig drauf einprügelnde Dumpfbacken" zu porträtieren, was man nicht tat und das tat dem Film wie ich finde sehr gut. Die Jungs sind jetzt natürlich keine Chorknaben aber zum Glück auch keine überzeichneten "Mega Gangstaz".
Kommentare (105) — Film: Hass
dilan.or.5 Sat, 20 Apr 2013 02:38:11 -0000
Kommentar löschenIch sehe ein, dass der Film sich mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, alles gut gemacht ist und trotzdem springt der Funke nicht über, bei mir. Vielleicht langweilen mich solche Stereotypen-Filme auch einfach nur noch ( ich weiß, Klischees gibt es, weil sie einen wahren Kern haben).
Trotzdem.... vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich ihn seiner Zeit auf Französisch sah und ich die Situation in Frankreich gar nicht einschätzen kann.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Dr. Train Spotting Wed, 10 Apr 2013 17:48:44 -0000
Kommentar löschenIch bin vielleicht kein Ghettokind, aber bestimmt haben die meisten
Mensch ne Zeit in ihrem Leben gehabt, wo es Leute mit Knarren und Drogen um sie herum gab, die eine wichtige bzw prägende Rolle gespielt haben, die auf irgendeine Weise Anziehung auf einen ausüben. Menschen, die das Leben anders in die Hand nehmen als die Eltern oder Freunde der Eltern. Eine neue Welt tut sich bei dir auf wo Dinge wie Loyalität und Ehre überlebenswichtig sind, wo du dir Respect erkämpfen musst um akzeptiert bzw toleriert zu werden.
Ich für meinen Teil konnte dieser Welt mehr oder weniger einfach entfliehen auf Grund meines mehr oder weniger gut situierten Backgrounds.
Was La Haine nun beschreibt ist das Leben von drei jungen individueen, die dieser Welt nicht entfliehen können. Die nicht verstehen können wie die Welt von Schwanzlutschern regiert werden kann, die nichts vom Leben gesehen haben, die nie irgendwas beweisen mussten, die nie Härte ihres Lebens erfahren haben, die eine Jugend ohne ständige Schlägereien, Obdachlosigkeit oder Drogenabhängigkeit duchleben mussten.
Was ich so beindruckend an La Haine finde ist einfach eine Authenzität, die ich zu hundert Prozent abkauf.
Für mich einer der besten Filme die es gibt.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Benchmark Tue, 09 Apr 2013 17:46:35 -0000
Kommentar löschen..."Dies ist die Geschichte einer Gesellschaft die fällt...."... weise Schlußworte. Wie wohl die Landung sein wird? Wir dürfen gespannt sein...
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Lorion42 Wed, 03 Apr 2013 20:30:54 -0000
Kommentar löschenKein einfacher Film, der vor allem gegen Ende einige Längen hat. Die wirklich interessante Geschichte, die präzise Bildsprache und authentische Bildsprache gleichen dieses Manko aber größtenteils wieder aus. "Die Welt gehört uns" ist hier immer wieder auf Plakaten zu lesen. Die wahre Bedeutung dieser Worte wird uns hier so klar, wie nur selten. Das System führt uns zu Hass, Barmherzigkeit oder Genügsamkeit, doch wir sind die Akteure. Wir müssen landen, damit die Welt nicht zerbricht.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
JackFrost1312 Wed, 20 Mar 2013 19:44:25 -0000
Kommentar löschender Vince macht irgendwie voll auf mace =)))))
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
autogen Tue, 12 Mar 2013 01:07:56 -0000
Kommentar löschenDrei Wörter die den 'Film prägen: Baise La Police
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
pinkmanHIGH Mon, 11 Mar 2013 21:04:49 -0000
Kommentar löschenKrass gezeigter Alltag einer Gruppe von Menschen mit Geldproblemen und innerlicher Wut auf alles und jeden. Perfekt gespielt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 10/10
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Wumz Tue, 12 Feb 2013 15:07:58 -0000
Kommentar löschen"La Haine" ist das Portrait einer hoffnungslosen Generation und wenn jegliche Hoffnung im Keim erstickt wird, dann tritt der Hass an diese Stelle. Ein Hass über eine nahezu ausweglose Lebenssituation, ein Hass darüber nie eine Chance gehabt zu haben, ein Hass, der für mich voll und ganz nachvollziehbar ist. Ein Leben am Rande der Gesellschaft, zusammengepfercht in großen grauen Betonklötzen, wo die Sonne niemals scheint und jede Blume vertrocknet. Das dort nur schwer etwas Positives entstehen kann, ist nicht verwunderlich. "La Haine" spiegelt genau das wieder, was mich so aufregt, was auch mich wütend macht, obwohl ich nie dort leben musste. Wenn also das nächste Mal ein Mercedes brennt werde ich applaudieren, auch wenn es nicht bedeutet, dass der Schuldige für diese ganze Scheiße jetzt sein Fett weg bekommt, sondern weil dann die gehört werden, die keine Stimme haben.
bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Hooded Justice Tue, 12 Feb 2013 19:23:45 -0000
Antwort löschenStehe mit dem noch so im Zwiespalt, aber irgendwann ... irgendwann, da werde ich ihm noch eine Chance geben. Deine Ansicht ist auf jeden Fall anständig und fair. ;)
Wumz Tue, 12 Feb 2013 19:32:27 -0000
Antwort löschenHätte ich jetzt nicht erwartet, ich weiß nämlich noch wie ich mich dazu genötigt fühlte unter deinem Kommentar zu dem Film Partei für die Jungs zu ergreifen. Finde ich natürlich gut, dass du dich irgendwann nochmal mit dem Film auseinander setzten willst. =)
KonTaicho Thu, 17 Jan 2013 18:56:30 -0000
Kommentar löschen"La Haine"
"Oh mein Gott, er hat ihm Null Punkte gegeben, er hat offensichtlich keinerlei Ahnung von der Materie Film..."
Grundsätzlich ist es sehr schwer, für mich nahezu unmöglich, einen Film zu genießen, sich mit ihm verbunden zu fühlen oder ihn schlichtweg zu mögen, wenn man gegen die Charaktere der Geschichte, vor allem die Protagonisten, eine tiefe Abneigung empfindet.
Es gibt solche Filme, jeder kennt sie, für jeden sind es andere, in denen man mit den Dargestellten einfach nicht warm wird, einfach nicht klarkommt, sich nicht mit ihnen identifizieren kann..die einem schlichtweg auf die Nerven gehen, aber man weiß nicht, warum.
So ein Film ist "La Haine" nicht. Denn er bietet massenhaft Gründe dafür, die eine Abneigung gegen diese Art von Charakteren mehr als rechtfertigen.
Ein Viertel voller zukunftsloser, perspektivloser Taugenichtse ( ja, das klingt jetzt nach einem 80 Jährigen rüstigen Rentner ), die den ganzen lieben langen Tag nichts besseres zu tun haben, als Streit zu suchen, zu pöbeln, schikanieren, sich gegenseitig fertig zu machen, zu kiffen und herumzuprollen.
Drei Produkte dieses Viertels begleitet der Zuschauer über die Spieldauer auf ihrem Weg voller "Hass", Aggression und Gewalt. Dabei skandieren sie ihre weltfremde, holhe Ideologie, die derer der Nazis in nichts nachsteht.
Nur zu oft musste ich an die hirnlosen Facebookposts idiotischer, schwanzloser Prügelrabauken denken, die sich die geistlose, mich immer wieder an "Heil Hitler" erinnernde ( Oh Gott, er hat es ausgesprochen ) Abkürzung A.C.A.B zu eigen gemacht haben.
Kurzum, man, bzw. ich, hasst tatsächlich die Protagonisten. Man hasst ihren "Charakter", man hasst ihr hirnloses Gelaber, man hasst einfach alles an ihnen.
Dies ist für mich tatsächlich ein Phänomen. Und auch ein Punkt, bei dem ich dem Regisseur größten Respekt zolle. Er bietet dem Zuschauer die Möglichkeit, "Hass" am eigenen Leib zu erleben.
Aber das ist schlichtweg schmerzhaft, auf eine unangenehme Weise, und obwohl "La Haine" in seiner Aufmachung und Wirkung weit über meiner Bewertung liegt, war es schlichtweg eine Tortur, ihn bis zu Ende zu schauen, da er eine schiere Flut an ekelerregenden Gefühlen über einen herreinbrechen lässt. Insofern hat "Hass" mir seinem Namen alle Ehre gemacht.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten
ElMagico Thu, 17 Jan 2013 19:05:14 -0000
Antwort löschenOh mein Gott, er hat ihm nur zwei Punkte gegeben, er hat offensichtlich keinerlei Ahnung von der Materie Film... :D
Ich muss aber echt widersprechen...ich sehe genau das nicht in den 3 Jungs! Das sind 3 liebenswerte Jugendliche die mitten in der schon beschwerlichen Selbstfindung (inklusive der dazugehörigen Rebellion) auch mit Seiten des Lebens händeln müssen, welche niemanden zu wünschen sind. Bezieht man mit ein, dass es realistisch ist, dass sie wenig Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft haben, dann ist diese Aggression und Wut für mich völlig verständlich. Ihre Wut ist für mich nie Ziellos im Grunde, und die 3 sind eigentlich zum Knuddeln;)
Schade...find den Film nämlich wirklich toll, gelungen und authentisch.
KonTaicho Thu, 17 Jan 2013 19:08:48 -0000
Antwort löschenEr ist authentisch, auf jeden Fall. Und meine Bewertung spiegelt auch sicher nicht das wieder, was der Film wert ist. Aber wie gesagt..ich hasse sie xD ( bis auf den Schwarzen ). Und es sind ja nicht nur sie. Es sind alle, der ganze wütende Mop, diese Gewalt gegen Polizei im allgemeinen, diese Respektlosigkeit.. warr... ich kanns gar nicht beschreiben.. das is einfach nicht mein ding^^
ElMagico Thu, 17 Jan 2013 19:15:38 -0000
Antwort löschenVollends kann man das wohl auch nur bewerten wenn man da aufgewachsen ist. Gibt ja da denn Spruch: Wenn man einen Menschen wie ein Tier behandelt, wird er irgendwann zum Tier. So oder so ähnlich ;) Das sind keine Nichtsnutze.
Siehst den Film von einer völlig anderen Seite wie ich hab ich das Gefühl. Aber ich will dir den Film auch nicht gutreden...das müssen Filme von allein schaffen ;)
John.Matrix Thu, 17 Jan 2013 19:33:00 -0000
Antwort löschenich kann dein Kommentar durchaus nachvollziehen. Die Ausrede von der kaputten Familie und einem Viertel aus dem man ja so schwer entfliehen kann zieht meiner Meinung nach nicht. Das Problem liegt nicht am Ghetto und der Perperktivlosigkeit sondern an der Tatsache dass Menschen völlig verblöden wenn sie sich zusammenrotten. SO ziehst sich das schon durch die Weltgeschichte. Es ist eigentlich ganz einfach, erst als die Menschen anfingen ohne zu hinterfragen wie Marionetten zu folgen, gab es nur Leid und dummes Handeln. Die die einen Krieg anzetteln sind nur einzelne, die ihn führen ist das Volk, das sich durch ihren dumen Gehorsam auf diese Weise selbst bestraft. Aber ich schweife ab. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich auch schon Menschen kennegelernt habe, die aus normalen Familien kommen und trotzdem dumm wie brot sind. Ach kommt schon, es gibt genug PErspektiven und Alternativen. Man muss sie nur nutzen.
KonTaicho Thu, 17 Jan 2013 19:50:18 -0000
Antwort löschen@Magico ich fürchte, das wird dieser hier nicht mehr schaffen, und ich wills auch nicht mehr versuchen glaub ich. ich kann gerade nicht einmal über " Ein Fisch namens Wanda" lachen =( Ich fürchte fast, ich muss ihm noch zwei Punkte abziehen, um seinem Namen alle "Ehre" zu machen...=( :D
@Matrix ich bin absolut deiner Meinung. Alternativen gibt es immer. Man kann weggehen, man ins Kloster gehen, was weiß ich, man kann alles machen, was man will...
jacker Fri, 18 Jan 2013 11:10:24 -0000
Antwort löschenIch weiß nicht wie ihr beide situiert seid, aber ALLGEMEIN habe ich immer das Gefühl, dass solche Reden 'Es gibt immer Alternativen', 'Man kann das alles schaffen', etc. immer von Menschen geschwungen wurden die nicht in Armut, soziale Brennpunkte und einfach bestehende Systeme die das schlechtest-denkbare sind, hinein geboren wurden.
Diese 'Ghettos' (hasse das Wort weil es immer zu platt klingt und eine von mir ungewollte, medial erzeugte 'coolness' mitschwingt) kann man tatsächlich als in sich geschlossene Systeme betrachten und die Leute die dort leben bzw. geboren werden muss man in ihrem ganzen Werdegang betrachten.
Ich sage: 'Ein bloßes, die sollen sich zusammenreißen und hart arbeiten und dann schaffen sie es da raus' tut eine Sache, deren Ausmaß den Wenigsten bewusst ist (wie ElMagico sagt, man muss da um es vollends zu verstehen geboren sein) als banal ab!
Warum die so sind, wie sie sind und es aus den Problemvierteln nicht rausschaffen ist kein Produkt ihrer aktuellen Unlust, sondern ihres kompletten Aufwachsens, ihrer kompletten Umgebung (mit allen Einflüssen). Wer schafft es Einflüsse die er sein GANZES Leben vorgelebt bekommen hat, immer wieder unterbewusst uind bewusst aufgenommen hat, durch rationale Entscheidungen hinter sich zu lassen?
Ich glaube da ist die menschliche Psyche komplexer!
smokeweedeveryday Sat, 19 Jan 2013 10:31:47 -0000
Antwort löschenjacker bringt es auf den Punkt!!!
John.Matrix Sat, 19 Jan 2013 12:46:51 -0000
Antwort löschen@jacker, kann schon sein, aber ich denke eher dass es anders herum ist. Eben die ,die nie in solchen sozialen Brennpunkten gelebt haben, betrachten das ganze zu objektiv. Das heisst sie sind zu doll damit beschäftigt für alles und jeden Verständnis aufzubringen, weil sie selbt nicht wissen wie es eigentlich dort ist. Es gibt auch genug Gegenbeispiele, Personen, die ich selbst kenne und die es durchaus geschafft haben, sich ihre eigenen Alternativen zu suchen, auch wenn sie aus dem "Ghetto" kommen. Aber komischerweise funktioniert das oft nur bei Leuten, die ihr eigenes Ding durchziehen. Da wäre ich auch schon bei meiner ersten Aussage. Solange die in den Ghettos sich gegenseitig in Gangs oder was weiss ich was, selbst runter ziehen, ist es auch verständlich, dass man sich si gut wie keine Perspektiven bietet. Es ist halt einfacher das ganze in Gruppen zu ertragen, als was dagegen zutun. Klar haben Menschen die in gut situierte Familien hineingeboren wurden bessere Chancen aber am Ende ist jeder für sich selbst verantwortlich, egal wo er her kommt.
Holden82 Sat, 19 Jan 2013 12:57:16 -0000
Antwort löschenkrass...
wie unterschiedlich die wahrnehmung sein kann. deine bewertung macht aus geschriebem ja sinn, will ich dir auch gar nicht absprechen oder so. als ich den film sah fragte ich mich manchmal wieso "hass" weil ich dieses gefühl stellenweise eher etwas "vermisst" habe, ich ihn gar nicht so krass hasserfüllt fand.
jacker Sat, 19 Jan 2013 13:17:37 -0000
Antwort löschenJa, meine aussage wird dem ganzen genau so wenig gerecht wie die Gegenaussage!
Ich wollte lediglich ausdrücken, dass das ganze wesentlich komplexer ist! Immer die Gründe woanders zu suchen ist ebenso falsch wie dieses American-Dream mäßige 'wer hart arbeitet schafft es' (was bekanntlich für einen Großteil des Volkes nicht funktioniert).
Natürlich haben es schon welche geschafft, das sind aber leider Ausnahmen. Nur der Grund warum es ausnahmen sind ist meiner Meinung nach wesentlich komplizierter und eben auch, aufgrund der enormen Komplexität der menschlichen Charakterbildung, auf äußeren Einflüssen begründet.
Ich bin selber kein Fan davon für alles entschuldigende Erklärungen zu suchen bzw. alles auf sein Umfeld zu schieben anstatt sich (auch) mal an die eigene Nase zu fassen.
Diese Schwarz/Weiss- Sicht ist mir hier bloß zu unreflektiert!
John.Matrix Sat, 19 Jan 2013 13:39:00 -0000
Antwort löschengebe dir Recht, man sollte immer beide Perspektiven betrachten und versuchen abzuwägen. Mir ist bewusst, dass es Menschen gibt, die motiviert sind für ihr Leben zu kämpfen und bekommen aber nur Steine in den Weg gelegt. Aber meistens sind das nicht die Leute, die sich wie Gansgta(sag ich jetzt mal so, da ich keine Lust habe politisch korrekt zu sein)benehmen. Ein Beispiel: Ich komme aus einer guten Gegend in der alles Friede, Freude , Eierkuschen ist. Wenn mir dort ein Idiot begegnet, dann ist er es auch, ohne zu hinterfragen wieso er so geworden ist. Treff ich auf einen Idioten aus dem "Ghetto", ist er kein Idiot sondern sein Umfeld ist daran schuld. Was ich damit sagen will. Das Umfeld beinflusst uns immer und überall, da hast du Recht. Die Frage ist, was mache ich daraus und bin ich klever genug gegen die negativen Einflüße anzugehen. Denn wenn nicht, dann ist es egal ob ich aus dem Ghetto komme oder nicht, an meinen dummen Handlungen ist kein anderer Schuld.
jacker Mon, 21 Jan 2013 09:28:22 -0000
Antwort löschenDas stimmt ja auch so wie du es sagst. Und jeder ist für sein handeln verantwortlich, muss die Konsequenzen tragen und darf es nicht über seine Herkunft rechtfertigen.
Man kann bei deinem Beispiel auf jeden Fall sagen, dass der Idiot aus der heilen Welt es wesentlich schwerer hatte einer zu werden, als der Idiot der nur von Idioten umgeben ist und sich, um keiner zu werden, von diesen Idioten emanzipieren müsste!
Das macht aber weder das handeln des Ghetto-idioten besser, noch das des heile-Welt-Idioten schlechter!
Alle 14 Antworten zeigen
John.Matrix Wed, 23 Jan 2013 10:31:06 -0000
Antwort löschenauf den Punkt :)
dilan.or.5 Sat, 20 Apr 2013 02:31:45 -0000
Antwort löschenich find das mal einen gutbegründeten 0 Punkte Kommentar :) ging mir ähnlich, aber vielleicht fühl ich mich durch solche Filme auch einfach beleidigt und denke mir immer so: Warum muss man immer so gnadenlos überzeichnen ? Obwohl ich die Situation in FR nicht einschätzen kann, geht mir aber bei den deutschen "Ghetto-Filmen auf den Nerv. Ich bin ja auch "normal".xD
Holden82 Sat, 05 Jan 2013 13:04:06 -0000
Kommentar löschenFranzösischer Film, diese Thematik, in schwarz - weiß gehalten und dann stand auch noch "Arthouse" drauf.
Da hab ich einen mehr oder weniger (eher mehr) tiefgründigen Film erwartet und diesbezüglich wurden meine Erwartungen etwas enttäuscht. Der Film kam mir irgendwie sehr amerikanisch vor. Der Film hat mich auf jeden Fall gut unterhalten, keine Frage, nur der erwartete "Tiefgang" hat mir etwas gefehlt (der kam dann noch so die letzten 20 Minuten auf).
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Zydra Tue, 18 Dec 2012 18:52:24 -0000
Kommentar löschenTolle Charaktere, sehr schöne Bilder, gutes Tempo. Und das Beste: Kein Schwarz Weiß Geseier, sondern Mittendrin mit allen Facetten. Knaller.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
r3sortiane Mon, 17 Dec 2012 09:35:48 -0000
Kommentar löschen"Hass" erscheint mir wie eine Mischung aus Spielfilm-Drama und Dokumentation. Vieles in diesem Werk weicht von meiner Laienerwartung eines klassischen Unterhaltungsfilms ab. Es gibt zwar eine Handlung, aber es handelt sich eigentlich mehr um ein dominantes Hintergrundwissen. Der Rest dessen, was passiert, folgt immer wieder nur spontanen Eingebungen und keinem gradlinigen Verlauf. Der Film stellt die Geschehnisse so dar, wie sie die drei Hauptdarsteller auch erleben: Unheimlich hektisch, unheimlich zerfahren, unheimlich anstrengend, stressig und temporeich. Alles was passiert, geschieht aus einer schwelenden Mischung aus latenter Anspannung und Aggression. Ständig ist eine Eskalation vorprogrammiert. Jede noch so unbedeutende Situation taugt potenziell dazu, dieses brodelnde Fass aus gefährlicher Emotion überlaufen zu lassen. Die so entstehende Authentizität dieses Gesellschaftsportraits ist meiner Meinung nach der große Trumph des Films. Daneben brilliert Vincent Cassell einmal mehr. Obwohl er auf mich anfangs ein wenig alt für seine Rolle wirkte, taucht er doch nahtlos in diese Figur und schafft es scheinbar problemlos, mit ihr zu verschmelzen. Eine wirklich eindrückliche schauspielerische Leistung.
Was mir nicht so gut gefallen hat ist die Kehrseite der Medaille. Aufgrund der beschriebenen Darstellungsform verfolgt "Hass" nicht gerade eine direkte Spannungskurve und zieht sich in seiner Handlung doch an einigen Stellen ganz schön in die Länge. Es ist nicht immer leicht, dem fahrigen, impulsiven und überstürzten Leben der Protagonisten zu folgen. Vieles scheint trivial, übertrieben, sinnlos oder einfach nur dumm. Das Ende dieses Films hingegen, ist alles andere als trivial. Es lohnt sich, dran zu bleiben.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
blue1 Sun, 11 Nov 2012 09:47:05 -0000
Kommentar löschen"Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von einem Hochhaus fällt. Und während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: 'Bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut...'. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!"
La Hain ist wohl das schönste Stück Sozial- und Gesellschaftskritik der letzten 20 Jahre.
Überzeugende Schauspielleistungen, allen voran Cassel. Sein autogenes Training vor dem Spiegel wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Kameraarbeit und Soundtrack sind ebenfalls überdurchschnittlich, die Charaktere überzeugen auf voller Linie.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
DonChris Sun, 28 Oct 2012 20:42:56 -0000
Kommentar löschenSchaut man sich "La Haine" an, wird einem schon in den ersten Minuten klar, dass das kein normaler Film, sondern ein besonderer ist.
Allein die Tatsache, das Mathieu Kassovitz in seinem Werk gänzlich auf Farbe verzichtet und seinen Film auf schwarz/weiß reduziert, muss eine Entscheidung sein, die beim Betrachter etwas bestimmtes bewirken soll. Vermutlich wollte er damit die Perspektivlosigkeit und das trostlose Leben in der französischen Bronx symbolisieren. Auf jeden Fall macht allein dies, den Film zu einem Erlebnis.
Die drei Hauptdarsteller, welche durch Vincent Cassel, Saïd Taghmaoui und Hubert Koundé erstklassig verkörpert werden, stehen mit ihren Charakteren vermutlich repräsentativ für alle Jugendlichen aus diesem Viertel und könnten dabei nicht unterschiedlicher in Hautfarbe und Charakter sein.
Mich persönlich überzeugt vor allem die Art und Weise mit der die drei Protagonisten agieren. Wie sie reden und handeln wirkt zu Weilen recht leger und lustig, teilweise aber auch knackig und wütend und dann wieder so, dass es einen zum nachdenken anregt. Die Kunst, den Film dabei nicht zu einem Klischeefeuerwerk zu machen, was bei solchen Themen und Charakteren ja sehr schnell geht, meistert Kassovitz dabei mit Bravour. Daneben ist der Film durchsetzt von genialen Perspektiven und einem ebenso genialen, wie abwechlungsreichen Schnitt, dazu auch noch ein starker Soundtrack, der einfach nur exzellent zu den Bildern passt - Einfach wunderbar!
bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Headless Inc. Sat, 13 Oct 2012 11:02:16 -0000
Kommentar löschen!!!SPOILER!!!
Gesehen habe ich innerhalb von eineinhalb Stunden die letzten eineinhalb Tage im Leben von Vince. Erlebt habe ich seine Weltanschauung und schließlich seine Einsicht. Erlebt habe ich seine Einteilung in schwarz und weiß, gesehen habe ich einen Film in Schwarz-Weiß. Gesehen habe ich seinen unbändigen Hass auf ein System, das er zu Grunde richten will. Erlebt habe ich einen Menschen, der durch sein Verhalten nichts verbessert, sondern verschlimmert und so sich selbst zu Grabe trägt.
Sein Tag, der sich aus Kühen, Dialogen und Stress schieben zusammensetzt, wirkt phasenweise langatmig, nichtssagend und leer, aber genau das kommt bei mir als Beschreibung seines Viertels an und bringt mir die Figuren näher.
Sein Ende bahnt sich durchgehend an und auch wenn es plötzlich und zufällig daherkommt, scheint es doch unvermeidbar.
Alles in allem gefiel mir "Hass" durchaus sehr gut. Das Zusammenspiel des Films aus Form und Inhalt besticht zu Höchstreferenz, aber ich lehne mich mal nicht allzu weit aus dem Fenster und einer soliden 8,0. Warum? Das Ganze hat mich nicht völlig überzeugt, der Funke sprang nicht über oder wie man das sonst so sagt - mehr kann ich als Begründung nicht anführen... Trotzdem erkenne ich die Leistungen der Darsteller, der Kameraverantwortlichen und des Regisseurs an!
Firma Kopflos
!!!SPOILER!!!
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Tadajon Tue, 09 Oct 2012 11:08:11 -0000
Kommentar löschenTolle Kameraarbeit.
Mit der Thematik des Films, kann ich nicht wirklich viel anfangen, aber das keine prügelnden Väter und rumhurende Mütter und Schwestern in den Fokus gerückt wurden, war wohltuend positiv. Nüchtern und kühl kommt der Film daher, mit authentisch wirkenden Figuren, die nicht auf alles einprügeln, was ihren Weg kreuzt. Zeigt, dass die Problematik eher durch mangelnde Bildung, Ausgrenzung und der Unfähigkeit sich anzupassen besteht. Ausserhalb ihres Ghettos sind die drei hilflose Fremdkörper. Fehlende Perspektive mag ein großes Problem sein, wird aber hier nicht groß in den Vordergrund geschoben. Auch Hass konnte ich nicht wirklich erkennen, eher Wut...
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Bubbles Sat, 29 Sep 2012 11:28:01 -0000
Kommentar löschen"La Haine" ist die schiere Wucht, ein filmischer Schlag in die Magengrube.
Sollte wirklich jeder mal gesehen haben.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ezemeze Mon, 10 Sep 2012 22:37:23 -0000
Kommentar löschenMeilenstein. Zudem war der Soundtrack mein rite de passage in den französischen Rap. Hab es nie bereut. " Je rap avec mon coeur et ma bouche fait sortir les mots" - Busta Flex (= Ich rappe mit meinem Herzen und mein Mund lässt die Wörter heraus)
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
T-Rex Sat, 18 Aug 2012 23:14:04 -0000
Kommentar löschengenialer film, mit einem super cast, sehr realistisch
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
TexasTomBoe Wed, 15 Aug 2012 03:50:58 -0000
Kommentar löschenich denk mir lieder zu oft.... und heute wieder... besser morgen schreiben als nie!
http://www.youtube.com/watch?v=js2_hBDi2LI
http://www.youtube.com/watch?NR=1&feature=endscreen&v=okQJPUTQMqA
na schau ma mal....
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten