Haus der stummen Schreie - Kritik

US 1996 Laufzeit 95 Minuten, Drama

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Kommentar — Film: Haus der stummen Schreie


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Verlah

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein Episodenfilm, der im selben Haus zu verschiedenen Zeiten spielt, und in dem drei unterschiedliche Frauen mit dem gleichen Problem konfrontiert werden, nämlich dem einer ungeplanten bzw. ungewollten Schwangerschaft.
1952: Die Krankenschwester Claire Donnelly ist schwanger, aber nicht von ihrem im Koreakrieg gefallenen Ehemann. Nach dem anfänglichen Schrecken steht für Claire fest, dass sie die Schwangerschaft nicht austragen will, und es beginnt die Suche nach einer Lösung. Da der Schwangerschaftsabbruch zu jener Zeit in den USA verboten ist, gestaltet sich dies äußerst schwierig.
1974: Die Hausfrau Barbara Barrows hat bereits vier Kinder, als sie feststellt, dass sie erneut schwanger ist. Sie ist dadurch ziemlich durcheinander und bespricht sich mit ihrem Ehemann, mit dem sie sich an sich gut versteht, der jedoch wenig Verständnis dafür aufbringt, dass Barbara viel Wert darauf legt, ihr Studium abschließen zu können, was mit einem weiteren Kind unmöglich geworden zu sein scheint. Auch ihre älteste Tochter macht ihr ihre Entscheidung nicht gerade leicht, da diese davon ausgeht, dass nur die Entscheidung gegen die Schwangerschaft in Frage kommt.
Der Schwangerschaftsabbruch ist in den USA inzwischen legal, dennoch fällt Barbara ihre Entscheidung nicht leicht. Hilfe verschafft sie sich durch Gespräche mit einer Freundin, die diese schwierige Entscheidung bereits in ihrem eigenen Leben treffen musste, als auch durch ein telefonisches Beratungsgespräch mit einer Familienplanungsstelle.
1996: Die Studentin Christine Cullen ist ungeplant schwanger von ihrem verheirateten Professor. Dieser sieht seine Aufgabe darin erledigt, ihr Geld für einen Schwangerschaftsabbruch zu geben. Christine ist eigentlich "pro-life" eingestellt, tendiert jedoch bald selbst zu einem Abbruch. Als sie dies ihrer besten Freundin, mit der sie in einer Art Wohngemeinschaft lebt, mitteilt, kündigt ihr diese die Freundschaft auf. Christine sucht Hilfe in einer Klinik, in der sowohl Beratungen als auch Schwangerschaftsabbrüche angeboten werden. Dort findet sie Antworten auf ihre Fragen, wird jedoch auch mit Demonstrationen unterschiedlichster Art vor der Klinik, die sich gegen den Schwangerschaftsabbruch richten, konfrontiert.

Der Film ist nicht neutral, er ist "pro-choice" in dem Sinne, dass die betroffene Frau die für sich und ihr Leben beste Lösung finden soll. Ungeachtet der Meinung, die man zum Thema haben mag, ist dieser Film sehr beeindruckend, denn er gestattet einen detaillierten Einblick in einen intimen Lebensbereich der betroffenen Frauen. Dass keiner der drei Frauen ihre Entscheidung leicht fällt, kommt ebenfalls sehr gut heraus. Außerdem soll das Haus, in dem die Geschichte größtenteils spielt, die jeweilige gesellschaftliche Haltung zum Abbruch reflektieren: 1952, als der Schwangerschaftsabbruch in den USA noch illegal ist, befindet sich das Haus noch im Aufbau, 1974, als er bereits legalisiert wurde, erstrahlt es in schönstem Glanz, 1996, als dieser wieder in Frage gestellt wird, bröckelt bereits wieder der Putz von der Fassade.

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