Home for Christmas - Kritik

Hjem til jul

SE/NO/DE · 2010 · Laufzeit 85 Minuten · FSK 12 · Komödie, Drama · Kinostart
Du
  • 6

    Wie in seinen früheren Filmen folgt Bent Hamer in dieser norwegisch melancholischen Variante des Weihnachtsfilms den sich kreuzenden Lebenswegen gebeutelter Menschen, die er zwar gefühlvoll, aber nicht sentimental, zugleich tragisch und komisch entfaltet. [Anke Sterneborg]

    • 8 .5

      25.12.2014 - Home for Christmas zum ersten Mal gesehen und ganz sicher nicht zum letzten Mal. Viel Gefühl, Tragik und eine feine Priese Humor sorgen für besinnliche Weihnachtsstimmung.
      Ich find ihn wirklich klasse und kann die teils schlechten Kritiken nicht nachvollziehen.

      1
      • 6 .5

        Es ist nicht unbedingt ein Anti-Weihnachtsfilm, sondern der Heilige Abend ist halt ein Abend wie jeder andere im Jahr – nur ein bisschen anders.
        Es wird geliebt und gelacht, betrogen und geholfen und es gibt auch Spaß und zwar etwas einseitig, je nachdem von welcher Seite man es betrachtet. Hier ist der Verlassene als Weihnachtsmann verkleidet und die Ex macht ihn in der Küche an. Falsche Eheversprechen mit aufschiebender Wirkung klärt Regisseur Hamer auf seine eigene Art: ohne Kommentar. Da tragen Ehefrau und Geliebte den gleichen roten Schal in der Kirche…Der wilde Liebhaber hat das mit dem Fest der Liebe wohl allzu wörtlich genommen. Alte Jugendliebe trifft sich wieder, ist erkaltet. Alte Liebe, die die Goldene überdauert hat, hält stumm Händchen und lächelt. Tod und Geburt liegen nahe bei einander. Ein Mediziner hilft Flüchtlingen mit ihrem Neugeborenen beim Weiterkommen.
        Hamers herber Humor kann lustig sein, geht ansatzlos in menschliche Dramen über und wird plötzlich todernst. In der nächsten rührenden Episode kann er uns Honig in die Seele träufeln und uns kurz danach mit seinem Realismus erschrecken.
        Es ist mitunter eine ‘Stille Nacht‘. Die Flüchtlinge aus dem Kosovo sehen das Nordlicht und wir hören den Song ‘Home for Christmas‘. Ein übertrieben versöhnliches, angeschmalztes Ende. Da ist dann doch zu viel Puderzucker auf dem Christstollen.

        • 7 .5

          Fantastisch und (fast) ohne Kitsch und Klischees. Aber mit allem was wirkliche Weihnacht ausmacht.

          1
          • 5 .5

            Selbst im sentimentalen Korsett eines Christmas-Movie verteidigt Hamer [...] seinen eigenen visuellen Stil. Jedes Bild ist farblich genau durchkomponiert, jedes Setting stimmig eingerichtet, die Ausschnitte sind messerscharf gewählt und jede Bewegung darin mit Bedacht choreographiert. Hätte Hamer mit der gleichen Präzision seine Charaktere gestaltet, hätte aus Home for Christmas weit mehr als ein mittelmäßiger Wohlfühlfilm für die Feiertage werden können.

            • 7

              Ein wenig schade ist es, daß Hamer sich den Kitsch [...] nicht hat verkneifen können. Wirklich störend ist da vor allem die Geburt eines Kindes albanischer Flüchtlinge in einer Blockhütte im Lichtschein des flackernden Kaminfeuers. Die Analogie zur Geburt Christi in sozialromantischer Darstellung ist geradezu unangenehm. Wer davor die Augen verschließen kann, bekommt aber einen guten Film zu sehen.

              1
              • 5

                Leider [...] scheint der Regisseur und Autor dem alten Irrtum erlegen zu sein, dass einem wichtigen Thema letztlich nicht mit Komik beizukommen ist. [...] Das Wunderbare existiert! Es gibt Hoffnung! Diese frohe Botschaft malt [Regisseur] Hamer mit derart grobem Pinselstrich an den nordischen Himmel, dass sein Film am Ende hoffnungslos im Kitsch versinkt – wie eine Weihnachtsgans in schwer verdaulicher Sauce.

                • 5

                  Zwischen den ästhetischen Werten des Filmes – die klaren Bilder der verschneiten Landschaft und die wehmütige Filmmusik –, die zu der melancholischen Stimmung beitragen und dem Inhalt herrscht indes eine gewisse Unstimmigkeit. Zwar rühren einige dieser Geschichten den Zuschauer an – etwa die des Flüchtlingspaars, das auf ihrem Weg nach Schweden von der bevorstehenden Geburt ihres Kindes überrascht wurde, oder die des alten Mannes, der mit seiner schwerkranken Frau auf die Ankunft des Sohnes hofft. Sie erhalten jedoch keine Tiefe, weil sie immer wieder von kurzen und teilweise stereotypen Episoden wie der Dreiecksgeschichte um Kristen, Liv und Karin unterbrochen werden.

                  Die Momentaufnahmen im Leben der meistens tieftraurigen Protagonisten verdeutlichen freilich ihre Sehnsucht nach Liebe und menschlicher Nähe. Dass sich diese Sehnsucht ausgerechnet an Weihnachten Bahn bricht, verdeutlicht ein ausgeprägtes Verlustsgefühl – nicht umsonst äußern mehrere Figuren im Film, dass sie an Weihnachten nicht (mehr) glauben. „Home for Christmas“ bietet keine Kritik an Weihnachten, wie an inzwischen recht häufigen Parodien zu beobachten ist. Bent Hamers Film weist vielmehr auf die Leere, auf die Aussichtslosigkeit hin, die durch den Verlust an diesem Glauben entstanden ist.

                  • 3 .5

                    Dre norwegische Regisseur Bent Hamer, der auch das Drehbuch geschrieben hat, verknüpft seine einzelnen Episoden nur ansatzweise miteinander und versammelt dazu ein leicht skurriles Ensemble von Einsamen, Verzweifelten und Getriebenen vor seiner Kamera, wie man es aus skandinavischen Filmen mittlerweile gewohnt ist. Leider kommt seine viel zu harmlose Sammlung großer und kleinerer Dramen nie so richtig in Gang, die Figuren und ihre Geschichten bleiben zumeist uninteressant und austauschbar. Lediglich in der Episode um einen von seiner Frau geschiedenen und seiner Familie getrennt lebenden Vater, der die Weihnachtsgeschenke für die Kinder, auch wenn seine Ex-Frau Weihnachten mit ihrem neuen Freund feiert, unbedingt persönlich vorbeibringen möchte und dazu schon einen ausgeklügelten Plan hat, blitzt ein wenig von Hamers schwarzem Humor auf, für den er von seinen Fans so geliebt wird. Der Rest seines Films wirkt jedoch wie ein unausgereifter Schnellschuss, dem zudem größtenteils leider auch noch alles Weihnachtliche oder Märchenhaft-Magische abgeht.

                    • 8 .5

                      Mit lakonischem Humor spinnt Bent Hamer die Schicksalsfäden dieser etwas anderen Weihnachtsgeschichte, auch wenn er nicht ganz an die Tiefe seiner Vorgängerfilme "Kitchen Stories" oder "O'Horten" herankommt. Es sind keine großen Helden, sondern unfreiwillige Versager im Alltag, die sich hier durch Eis und Emotionen kämpfen. Der leise fallende Schnee, das Firmament mit seinem leuchtenden Stern von Bethlehem, das alles dämpft den Schmerz.
                      Einige skurrile Szenen und komische Dialoge bis zur Derbheit reizen zum Lachen, so zum Beispiel, wenn es den gemeinen Norweger bei der Vorstellung schüttelt, keinen Alkohol, sondern Limonade zum Braten zu trinken oder, wenn die Geliebte in der Christmette mit dem gleichen Schal auftaucht wie die eheliche Rivalin und damit ein Zeichen setzt. Ansonsten bevorzugt Hamer bei diesem gelungenen Wintermärchen durchgehend eine leichte Melancholie, gemischt mit Zärtlichkeit für die Verzweifelten, die trotz aller Nackenschläge die Hoffnung nicht aufgeben und "Home for Christmas" sein möchten.

                      • 2 .5

                        Auf das nächste Weihnacht ein neues Baby in der Krippe liege. Mahnt der Pop-Song zu Filmende "habe etwas Anstand", möchte man selbst "Home for Christmas". Hauptsache raus aus dem misslungenen Film.

                        • 6 .5

                          Home For Christmas ist durchaus rührend. Außerdem sind die Lebensschicksale in dem kleinen norwegischen Dorf einleuchtend miteinander verbunden und filmisch prima montiert. Man könnte manches als ein wenig artifiziell ansehen, aber diese Dramaturgie war notwendig, damit es werden konnte, was es wurde. Wer sich den Film zu Gemüte führt, wird es nicht bereuen.

                          • 3

                            Schlimmer kann Weihnachten nicht werden.
                            Angedeutete Erzählstränge, die den Charakteren keine Tiefe verleihen können.

                            • 8 .5

                              Episodenfilme scheinen besonders zu Weihnachten zu passen. Dieser kommt aus dem hohen Norden, wo das Fest wirklich daheim zu sein scheint: Tief verschneite Landschaften und dezente Lichterketten. Dazwischen Menschen und Beziehungen, die entstehen, sich beweisen müssen, zerbrechen oder neu erblühen. Skurril, schwarz-humorig, melancholisch, romantisch. Weihnachtlich.

                              7
                              • 8

                                Ein Film, wie ein langer, erfrischender Spaziergang durch eine verschneite Landschaft, der den Kopf frei macht und den Blick schärft für das Wesentliche. Wer also eine zuckergussfreie Einstimmung ohne kitschigen Weihnachtsflitter auf das „Fest der Liebe“ erleben will, wird nicht enttäuscht sein.

                                • 5 .5

                                  Nette Ideen, aber die Hälfte Epsioden ist so vage umrissen, dass mir die Leute und deren Geschichten vollkommen egal sind. Der Rest kanns auch nicht rausreißen. Insgesamt recht lahm.