Ein abgründiges, dabei überaus komisches Mosaik aus Fernweh und Verzweiflung, Sehnsucht und Langeweile. Gefilmt in lakonischen, oft quasi dokumentarischen, neugierigen Bildern [...]
Einmal im Leben durch Asien mit dem Rucksack auf dem Rücken gereist zu sein, gehört mittlerweile zu den Erfahrungen, die ein junger Mitteleuropäer gemacht haben sollte, um sich selbst zur lässigen Generation Globetrotter zählen zu dürfen. Der Film zum Trend kommt nun in die Kinos und erzählt von den Erlebnissen fünf junger Backpacker. Dafür ist die Berliner Regisseurin Sonja Heiss ist mit ihren Protagonisten durch Asien gereist und hat dabei eine lockere Dramödie im dokumentarischen Urlaubsvideo-Look gedreht, die eine kurze Entdeckungsreise ins nächste Kino wert ist.
Interessant, wie alle Kommentare sich mehr oder minder damit beschäftigen wie Backpacker "tatsächlich" sind. Ich habe den Film als Satire gesehen. Vielleicht gar als Parodie auf den jungen, hippen Westeuropäer, der zur Selbstfindung nach Asien reist. Der Trend, der mittlerweile dazu führt, dass man sich kaum noch wundert, in einem "Geheimtipp"-Dorf in Indien seinen Nachbarn zu begegnen... Die Regisseurin nimmt das großartig auf die Schippe. Keiner der Protagonisten kommt mit der tatsächlichen Kultur des Landes in Berührung. Mehr noch: in einigen Situationen wird die vermeintliche, nach wie vor imperialistisch-angestaubte Überheblichkeit durchgespielt. Der Inder oder Thai wird als Bediensteter empfunden. Eine wunderbar dargestellte Kritik an wohlhabenden, vermeintlich reflektierten Europäern, die in Asien nach sich selbst mit so wenig Asien wie möglich suchen.
Ein Musterbeispiel für einen gewissen Kreis von klugen, jungen Filmschaffenden, die ihre Sujets mit fröstelnd kühlem Kopf sezieren – sehr gekonnt und ein bisschen verliebt in ihren Hyperrealismus, der manchmal so tut, als wären fesselnde Geschichten nicht mehr en vogue.
In der Tat ein hübsch gefilmtes, gut gespieltes und teilweise ganz witziges Backpacker-Episodenfilmchen. Allerdings haben mich die Situationen und die Figuren seltsamerweise kaum an meine eigene Backpacker-Zeit erinnert und das hätte ich dann doch erwartet.
So bleiben fünf Reisende, die man unterwegs nur bedingt treffen möchte...
Noch am sympathischsten: der verpeilte Ire
Unrealistisch, aber lustig: die Telefonierende
Dumm und nur anfangs lustig: die beiden Streithälse
Nervig und nur in den Pool-Gesprächen mit dem anderen Deutschen "fremdschäm-lustig": die Chakra-Selbstfinderin
Bin sehr angetan von diesem Filmchen. Sehr klug und witzig mit tollen unverbrauchten Schauspielern. Kann mir aber gut vorstellen, dass er fuer Leute die nicht auf diese Art reisen weniger zugaenglich ist.
Liebevoll gedrehtes Portrait backpackender Looser, bei denen keine Sympathie - sondern ständig nur die Frage aufkommt, wie man nur so verdammt blöd sein kann. Wahres Reisen, wahres Backpacken ist durchaus damit zu vereinen, dass man seine Flüge erwischt - vom Gegenteil will uns Hotel Very Welcome überzeugen. Wieder einmal ein Film, bei dem das einzig sehenswerte die Drehorte sind.
Mit den Figuren konnte ich auch recht wenig anfangen. Schade eigentlich. Und ja..., "wahres Backpacken ist durchaus damit zu vereinen, dass man seine Flüge erwischt".
Zum Film bist du in deiner Bewertung insgesamt aber doch zu hart.
Ein ganz toller Film. Exzellente Schauspieler. Die Unterhaltungen zwischen Marion und dem deutschen Hotelgast am Beckenrand sind genial. Der Film zeigt so schön, dass Fernreisen sehr stimulierend aber auch unglaublich skurril und langweilig sein können. Ein Film, der nicht so ist wie tausend andere.
Sehr schöner kleiner Film, der wohl bei jedem, der schon ähnliche Weltreisen unternommen hat, zahlreiche Erinnerungen wachruft und ein permanentes breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Er schwankt ständig zwischen Dokumentation und Spielfilm, aber die Grenze verschwimmt. Ein trotteliger Ire stolpert durch Indien, ohne zu wissen, warum; eine junge Frau sucht sich zwischen tanzenden Selbsfindern in roten Gewändern selbst, zwei Briten wollen einfach nur Spaß, stoßen aber ständig auf Streit etc. Und manchmal genießt man einfach nur die Bilder.
Witzige Backpackerkomödie, die mit typischen Backpackerklischees spielt. Der Film ist zwar nicht großartig, bietet aber einige Lacher und Anlass, über sein eigenes Verhalten als Tourist in Entwicklungsländern nachzudenken.
Blauer Himmel in dem kleine weiße Federwolken schweben, eine Hängematte zwischen zwei Palmen, darunter ein unendlich langer weißer Strand, türkisblaues Wasser in dem sich die Sonnenstrahlen glitzernd brechen, braun gebrannte und schön anzusehende Menschen, die scheinbar keine Sorgen treiben - wer wollte das nicht schon einmal erlebt haben ...
Wer ein derartig perfekt anmutendes Werbefilmchen über Asien erwartet, liegt bei "Hotel very Welcome" jedoch falsch. Die Regisseurin Sonja Heiss führt fünf Traveller durch ihren ganz persönlichen Albtraum Traumreise. Sie setzt dabei auf eine dokumentarische Erzählweise, viel Humor und lässt den Schauspielern Raum für freie Improvisation.
Hotel Very Welcome - Kritik
DE 2007 Laufzeit 90 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 29.11.2007
Kritiken (2) — Film: Hotel Very Welcome
Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenEin abgründiges, dabei überaus komisches Mosaik aus Fernweh und Verzweiflung, Sehnsucht und Langeweile. Gefilmt in lakonischen, oft quasi dokumentarischen, neugierigen Bildern [...]
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten
Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenEinmal im Leben durch Asien mit dem Rucksack auf dem Rücken gereist zu sein, gehört mittlerweile zu den Erfahrungen, die ein junger Mitteleuropäer gemacht haben sollte, um sich selbst zur lässigen Generation Globetrotter zählen zu dürfen. Der Film zum Trend kommt nun in die Kinos und erzählt von den Erlebnissen fünf junger Backpacker. Dafür ist die Berliner Regisseurin Sonja Heiss ist mit ihren Protagonisten durch Asien gereist und hat dabei eine lockere Dramödie im dokumentarischen Urlaubsvideo-Look gedreht, die eine kurze Entdeckungsreise ins nächste Kino wert ist.
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Kommentare (10) — Film: Hotel Very Welcome
Kommentar schreibenantaris 2011/09/01 12:28:19
Kommentar löschenInteressant, wie alle Kommentare sich mehr oder minder damit beschäftigen wie Backpacker "tatsächlich" sind. Ich habe den Film als Satire gesehen. Vielleicht gar als Parodie auf den jungen, hippen Westeuropäer, der zur Selbstfindung nach Asien reist. Der Trend, der mittlerweile dazu führt, dass man sich kaum noch wundert, in einem "Geheimtipp"-Dorf in Indien seinen Nachbarn zu begegnen... Die Regisseurin nimmt das großartig auf die Schippe. Keiner der Protagonisten kommt mit der tatsächlichen Kultur des Landes in Berührung. Mehr noch: in einigen Situationen wird die vermeintliche, nach wie vor imperialistisch-angestaubte Überheblichkeit durchgespielt. Der Inder oder Thai wird als Bediensteter empfunden. Eine wunderbar dargestellte Kritik an wohlhabenden, vermeintlich reflektierten Europäern, die in Asien nach sich selbst mit so wenig Asien wie möglich suchen.
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Sigmund 2010/07/26 18:53:04
Kommentar löschenEin Musterbeispiel für einen gewissen Kreis von klugen, jungen Filmschaffenden, die ihre Sujets mit fröstelnd kühlem Kopf sezieren – sehr gekonnt und ein bisschen verliebt in ihren Hyperrealismus, der manchmal so tut, als wären fesselnde Geschichten nicht mehr en vogue.
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Sonse 2009/08/06 23:49:13
Kommentar löschenIn der Tat ein hübsch gefilmtes, gut gespieltes und teilweise ganz witziges Backpacker-Episodenfilmchen. Allerdings haben mich die Situationen und die Figuren seltsamerweise kaum an meine eigene Backpacker-Zeit erinnert und das hätte ich dann doch erwartet.
So bleiben fünf Reisende, die man unterwegs nur bedingt treffen möchte...
Noch am sympathischsten: der verpeilte Ire
Unrealistisch, aber lustig: die Telefonierende
Dumm und nur anfangs lustig: die beiden Streithälse
Nervig und nur in den Pool-Gesprächen mit dem anderen Deutschen "fremdschäm-lustig": die Chakra-Selbstfinderin
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stillertony 2009/07/15 21:45:51
Kommentar löschenBin sehr angetan von diesem Filmchen. Sehr klug und witzig mit tollen unverbrauchten Schauspielern. Kann mir aber gut vorstellen, dass er fuer Leute die nicht auf diese Art reisen weniger zugaenglich ist.
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M. Kaiser 2009/06/15 08:31:07
Kommentar löschenLiebevoll gedrehtes Portrait backpackender Looser, bei denen keine Sympathie - sondern ständig nur die Frage aufkommt, wie man nur so verdammt blöd sein kann. Wahres Reisen, wahres Backpacken ist durchaus damit zu vereinen, dass man seine Flüge erwischt - vom Gegenteil will uns Hotel Very Welcome überzeugen. Wieder einmal ein Film, bei dem das einzig sehenswerte die Drehorte sind.
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Sonse 2009/08/06 23:52:53
Antwort löschenMit den Figuren konnte ich auch recht wenig anfangen. Schade eigentlich. Und ja..., "wahres Backpacken ist durchaus damit zu vereinen, dass man seine Flüge erwischt".
Zum Film bist du in deiner Bewertung insgesamt aber doch zu hart.
ellen_ripley 2009/06/09 01:18:14
Kommentar löschenläuft im tv... kinokarten hätte ich nie gekauft. zurecht. langweilig. ganz selten witzig. transportiert aber im grunde nichts, was mich anspricht.
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Tobias 2009/06/09 12:03:45
Antwort löschenecht? warst Du schonmal backpacken? Ich fand, der Film hat diese verpeilte und verschrobene Backpacker Sehnsucht vortrefflich eingefangen.
ellen_ripley 2009/06/14 20:11:30
Antwort löschentja ich war halt noch nie backpacken...
danmoviepilot 2009/03/03 01:38:46
Kommentar löschenEin ganz toller Film. Exzellente Schauspieler. Die Unterhaltungen zwischen Marion und dem deutschen Hotelgast am Beckenrand sind genial. Der Film zeigt so schön, dass Fernreisen sehr stimulierend aber auch unglaublich skurril und langweilig sein können. Ein Film, der nicht so ist wie tausend andere.
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JoeShoe 2009/02/06 09:11:52
Kommentar löschenSehr schöner kleiner Film, der wohl bei jedem, der schon ähnliche Weltreisen unternommen hat, zahlreiche Erinnerungen wachruft und ein permanentes breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Er schwankt ständig zwischen Dokumentation und Spielfilm, aber die Grenze verschwimmt. Ein trotteliger Ire stolpert durch Indien, ohne zu wissen, warum; eine junge Frau sucht sich zwischen tanzenden Selbsfindern in roten Gewändern selbst, zwei Briten wollen einfach nur Spaß, stoßen aber ständig auf Streit etc. Und manchmal genießt man einfach nur die Bilder.
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annaberlin 2008/08/09 21:44:41
Kommentar löschenWitzige Backpackerkomödie, die mit typischen Backpackerklischees spielt. Der Film ist zwar nicht großartig, bietet aber einige Lacher und Anlass, über sein eigenes Verhalten als Tourist in Entwicklungsländern nachzudenken.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
ausberlin 2007/09/25 17:24:32
Kommentar löschenBlauer Himmel in dem kleine weiße Federwolken schweben, eine Hängematte zwischen zwei Palmen, darunter ein unendlich langer weißer Strand, türkisblaues Wasser in dem sich die Sonnenstrahlen glitzernd brechen, braun gebrannte und schön anzusehende Menschen, die scheinbar keine Sorgen treiben - wer wollte das nicht schon einmal erlebt haben ...
Wer ein derartig perfekt anmutendes Werbefilmchen über Asien erwartet, liegt bei "Hotel very Welcome" jedoch falsch. Die Regisseurin Sonja Heiss führt fünf Traveller durch ihren ganz persönlichen Albtraum Traumreise. Sie setzt dabei auf eine dokumentarische Erzählweise, viel Humor und lässt den Schauspielern Raum für freie Improvisation.
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