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Huhn mit Pflaumen

Poulet aux prunes (2011), DE/FR Laufzeit 91 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 05.01.2012


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6.1
Kritiker
12 Bewertungen
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6.8
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267 Bewertungen
33 Kommentare
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von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud, mit Mathieu Amalric und Golshifteh Farahani

Huhn mit Pflaumen führt uns in das Teheran der Fünfziger Jahre: Der Violinenvirtuose Nasser-Ali Khan (Mathieu Amalric) hat ein gebrochenes Herz – seit sein Instrument bei einem Streit entzwei ging, ist seine Musik ohne Seele. Das Instrument ist das Symbol der unerfüllten Liebe zwischen Nasser-Ali und der wunderschönen Irâne (Golshifteh Farahani). Ihr Vater (Serge Avedikian) stand einer Heirat im Wege und so musste sich Nasser-Ali für immer von seiner geliebten Irâne trennen. Doch seine Liebe erfüllte sich im Spiel auf der Violine, die ihm sein Lehrer (Didier Flamand) nach der schmerzvollen Trennung geschenkt hatte. All seine Sehnsucht legte Nasser-Ali in die Musik und wurde so zu einem einzigartigen Virtuosen. Mit dem Verlust der Violine hat Nasser-Ali auch der Lebensmut verlassen. Er begibt sich auf die Suche nach einem Ersatz und taucht in Erinnerungen an seine Vergangenheit ein.

Hintergrund & Infos zu Huhn mit Pflaumen
Die erste Zusammenarbeit des Regie-Duos Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud war der weltweit erfolgreiche Animationsfilm Persepolis (2007). Das an ein erwachsenes Publikum gerichtete Drama wurde bei den 60. Internationalen Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet und erhielt Nominierungen für einen Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm und für einen Golden Globe als Bester fremdsprachiger Film.
Mit Huhn mit Pflaumen inszenierten Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud nun ihren ersten gemeinsamen nicht-animierten Film, der dennoch von einer für die Autoren typischen Märchenhaftigkeit gekennzeichnet ist. In einem von phantastischen Elementen durchzogenen Plot treffen bekannte Darsteller aus ganz Europa aufeinander. In der Hauptrolle ist Mathieu Amalric zu sehen, der 2005 dank Steven Spielbergs München zu internationaler Bekanntheit gelangte und 2007 mit Schmetterling und Taucherglocke in Europa erfolgreich war. Seine Mutter wird von Isabella Rossellini gespielt, die David Lynchs Kultklassiker Blue Velvet weltweit berühmt machte. Golshifteh Farahani gibt die schöne Irâne. Ihr Gesicht ist einem internationalen Publikum aus Ridley Scotts Thriller Der Mann, der niemals lebte mit Leonardo DiCaprio und Russell Crowe bekannt. (JL)

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Cast & Crew


Kritiken (9) — Film: Huhn mit Pflaumen

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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8.0Ausgezeichnet

Die poetisch-entrückte Stimmung von „Die fabelhafte Welt der Amélie“ klingt schon beim Cover-Artwork an und steigert sich noch zum orientalischen Märchen in einem unpolitischen Teheran der 1950er. Mit seinem französisch-pittoresken Stil ist es Teil eines blendend schönen Bilderreigens, der letztendlich zu oberflächlich bleibt, um ihn bedingungslos lieben zu können.

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SchnabelPower: filmosophie.com

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5.5Geht so

Der vielfach angebotene Vergleich mit Die fabelhafte Welt der Amélie will mir ebenfalls nicht ganz einleuchten, da jener Film durch seine eindeutige Haupthandlung doch eine weitaus klarere und spannendere Storyline entwickelt. Zwar erinnert die Farbenpracht von Huhn mit Pflaumen durchaus an die Ästhetik von Amélie, doch verbirgt sich in meinen Augen im Falle des iranischen Märchens hinter all diesem Stil zu wenig Substanz, um das Publikum für die Geschichte und die Figuren derart einzunehmen, wie dies Die fabelhafte Welt der Amélie vermochte.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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8.5Ausgezeichnet

Ein melancholisches Melodram – aber was für eines! Huhn mit Pflaumen ist im positiven Sinne „altmodisch“, weist kurze wunderschöne Szenen auf, ist voller immer wieder neuen Einfällen, Farben und (iranischem) Dekor. Inszenierung und Montage lassen nichts zu wünschen übrig.

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Marguerite Seidel

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5.0Geht so

In der überbordenden Kunsthaftigkeit des Films gehen sowohl das schauspielerische Potenzial des Ensembles als auch die interessante zweite Ebene der Handlung von Huhn mit Pflaumen unter.

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V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de

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6.5Ganz gut

Eine konkrete Entscheidung zwischen Komödie oder Tragödie wird nicht getroffen, was sicher auch nicht unbedingt notwendig ist, Huhn mit Pflaumen dadurch aber eben auch mehr wie eine künstlerische, sehr verspielte Stilübung erscheinen lässt, die zu keiner Zeit die Wucht eines Persepolis erreicht, von dessen erzählerischer Sprengkraft ganz zu schweigen.

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Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR

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4.0Uninteressant

Huhn mit Pflaumen ist ein schmackhaftes Rezept der iranischen Küche, das in diesem Film auch seinen Auftritt hat. Marjane Satrapis Film wirkt jedoch so, als habe man zu diesem Gericht noch Fisch, Essig, Zucker, Seife und dann jede Menge Geschmacksverstärker hinzugekippt.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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4.5Uninteressant

Das Plakat zum Film „Huhn mit Pflaumen“ verheißt Pastellfarbenes: Sternchen, bunte Berge, freundliche Pflanzen in Scherenschnitt-Atmo und einen einsamen Mann mit Geigenkasten. Ein schönes Ensemble.
Regisseurin Marjane Satrapi kennt sich mit Malerei und Poesie aus. Die iranische Zeichnerin aus Paris ist weltberühmt geworden mit ihrer graphic novel „Persepolis“, mit der sie ihren Exodus aus Teheran beschrieb.
„Huhn mit Pflaumen“ erschien im Jahr 2006 ebenfalls als Comic. Darin erzählt die Autorin vom traurigen Großonkel Nasser Ali Khan, einem hochbegabten Lautenspieler, dessen eklige Ehefrau ihm das geliebte Instrument zerschlägt. Daraufhin beschließt er, sich noch acht Tage Leben zu geben. Dann gibt’s Selbstmord.
Die Story hat Satrapi jetzt selbst verfilmt. Die leicht platte Geschichte - frustrierte Alte ruiniert Hochsensiblem die Verbindung zum Weltmusikgeist - wird gehörig aufgeladen. Nasser Ali war - der Rückblick zeigt’s - unsterblich verliebt in das wunderschöne Mädchen Iran; allein sie heiratet einen anderen. Den Musikus, im Film übrigens Violinist, verschlägt es seinerseits in die Arme der ungeliebten Dorfschullehrerin. Kein Wunder, dass er kränkelt.
Die Regisseurin gestaltet Alis Lebensende mit großer Genre-Vielfalt: Soap, Cartoon-Rückblick, Loops, Schnelldurchlauf, Klischee: Das Heranbrausen der schönen Frau kündigt sich mit ihren hochhackigen Schuhen an, die - klackklack, na? - Genau: verführerisch übers nasse Kopfsteinpflaster eilen. Weiter oben ist der Lippenstift - na, klar - verrutscht.
Ein Kosmos auf melancholisch belichtetem Material: Hier geht’s ums große Gefühl, poetisch real und zunehmend suizidal. Auch der Zuschauer. „Huhn mit Pflaumen“ ist übrigens ein beliebtes persisches Gericht.
Musik gibt’s in diesem Musikfilm erstaunlich wenig. Dafür ist es Regisseurin gelungen, die richtigen Gesichter für ihren Film zu casten: den traurig-lebensmüden Mathieu Amalric und andere ätherische Wesen wie Chiara Mastroianni und Isabella Rosselini - alles Leute, die auch sonst den ganzen Tag lang mit Blumen sprechen und mit Libellen tanzen.
Zudem hinterlässt Satrapi eine wirklich denkwürdige Szene: Als eine Kettenraucherin beerdigt wird, entweicht die Seele als durchaus blickdichter Zigarettenqualm. „Ihre Seele ist so dicht, dass sie sich jetzt noch materialisiert“, erklärt einer der weisen Darsteller.
So was nennt man Liebeserklärung - ein Film wie ein Filmplakat.

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Simon Eberhard: Outnow.ch Simon Eberhard: Outnow.ch

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9.0Herausragend

Der Streifen ist dermassen wunderbar realisiert, dass Fragen nach der politischen Relevanz pedantisch und kleinlich erscheinen. Den Film zeichnen dabei dieselben Qualitäten aus, die schon den Vorgänger charakterisiert haben: ein überquellender Humor, der sich mit traurigen und melancholischen Szenen die Waage hält.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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7.5Sehenswert

In den besten Momenten wirkt Huhn mit Pflaumen tatsächlich wie ein phantasievoller Märchenfilm für Erwachsene, der mit zunehmender Dauer, je mehr er sich auf die tragische Liebesgeschichte konzentriert, die das Zentrum seiner Erzählung bildet, auch zu der emotionalen Größe findet, die ihm am Anfang fehlt.

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Kommentare (24) — Film: Huhn mit Pflaumen


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Zimtmond

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Bewertung7.0Sehenswert

Traurig und liebevoll, zauberhaft und erdrückend, lustig und berauschend.

Ein Märchen in Teheran in den Fünfzigern nach einer Gravic Novel von Marjane Satrapi.
Nasser-Ali Khan ist der beste Geiger seiner Zeit. Während eines Streits mit seiner Ehefrau, zerstört sie seine Geige. Er glaubt, dass er nun nie mehr so spielen kann wie zuvor, weil eben diese Geige einen besonderen Klang durch seine damalige Liebe bekommen hat. Nasser-Ali steckt in einer unglücklichen Ehe und entfremdeten Kindern fest und will von nun an nur noch eines: Sterben. In nur 8 Tagen schafft er es ins Totenbett zu driften. Während dieser Zeit, läuft sein ganzes Leben nochmal vor ihm ab – Von seinen Lehrstunden als Geiger über seinen Bruder bis hin zu seiner großen, unglücklichen Liebe Irane.

Mathieu Amalric als Nasser-Ali Khan spielt großartig, sympathisch und passt wunderbar in diese Rolle. Aber auch die anderen Schauspieler agieren glaubwürdig. Schade, dass dem Film dennoch irgendwie die Seele fehlt. Ich kann es nicht anders ausdrücken – die Figuren bleiben bleiben mir einfach etwas zu flach und durchsichtig.
Punkten kann „Huhn mit Pflaumen“ (Übrigens das Lieblingsgericht von Nasser-Ali Khan, der oft übers Essen nette Worte zu seiner Ehefrau zusagen vermag) aber eindeutig mit fantastischen Bildern, der wunderschönen Filmmusik, toller Kameraführung und dem surrealen Einschlag.

Wenn man schön erzählte Geschichten und tolle, bunte Kulissen mag, wird man mit „Huhn mit Pflaumen“ auf jeden Fall seine Freude haben. Ich hatte sie zumindest.

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durinski

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Bewertung9.0Herausragend

Wundervoller Film und doch tot traurig. Tolle Bilder die einen in den Bann ziehen und an dieser fantastischen Welt teilhaben lassen. Obwohl der Film von Leid und Tod erzählt ist er doch magisch schön.

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Grimalkin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Da denke ich mir so: "Och joa, der Titel sagt mir zwar nichts, aber vielleicht ist der Film ja ganz nett für zwischendurch." Fing auch so an, wurde dann aber immer kreativer, melancholischer, bedeutsamer und einfach derart berührend, wie ich es nicht erwartet hatte. Irgendwann konnte ich mich der schön bebilderten Magie nicht mehr entziehen und versank in Nasser-Alis Leben und Lebensabend zwischen sehnsüchtigem Glück und unendlicher Traurigkeit.

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Benchmark

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Bewertung9.0Herausragend

Wunderschöner Film und doch so grausam...

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sitzdisko

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Bewertung7.0Sehenswert

stimmungsvolles, in bildern schön umgesetztes märchen.

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Jomo

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Bewertung7.0Sehenswert

Warum müssen ausgerechnet die französischsten aller Franzosen französischsprechend iranische Iraner spielen? Sei's drum, es ist ja ein Märchen, wie gleich zu Anfang gesagt wird. Dem fehlt allerdings ein wenig die Stringenz.

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Marie Krolock

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein zauberhaftes Märchen, ein visuelles Meistwerk, witzig und traurig mit wunderbarer Filmmusik und tollen Charakteren - Todesengel Azraël, Nasser-Ali Khan, die bezaubernde Irâne. Allein die Optik ist es wert, sich den Film anzusehen. Was für Bilder! Wie der Rauch der Zigarette von Nasser-Alis Mutter bis zu ihm in den Garten vordringt... die kleine Animation mit Azraël und dem Todgeweihten am Taj Mahal.. wow!
Schön!

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ihre-herrlichkeit

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Bewertung7.5Sehenswert

Die Handschrift von Marjane Satrapi ist definitiv herauszulesen. Bei einer ständigen Wechselwirkung verschwimmen die Grenzen zwischen Fantasiewelten und der dunkel gehaltenen, in goldenes Licht getauchten Realität. So entsteht die passende Melancholie, um die Geschichte eines gebrochenen Herzens zu erzählen.
Als einziger Kritikpunkt ist die Synchronisation anzumerken:
Natürlich ist dies zwar ein französischer Film, aber er spielt im Iran der 50er Jahre. Entsprechend ist es recht unpassend, wenn sich die Darsteller mit "Monsieur" und "Madame" ansprechen.

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ihre-herrlichkeit

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Im Original ist der Film ja auch auf Französisch und da darf man diese Begriffe benutzen.


audio

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Weiß ich doch... Will ja auch nicht wieder streiten! ;o)


psychobasti

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Melancholisch, witzig und zauberhaft."

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Sozionaut

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Bewertung7.0Sehenswert

Selten habe ich einen Film so schön vor mich hindösend genossen. Gelegentlich am kühlen Bier nippend, ganz kurz davor in einen tiefen Schlaf zu fallen machte ich eine Reise durch einen Kaleidoskop dicht gepackter Stimmungsbilder...

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maria.maria

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es fällt schwer Worte zu finden die"poulet aux prunes" beschreiben könnten...Märchenhaft, verrückt, traumhaft, schräg, magisch oder gar surrealistisch können den Film durchaus charakterisieren . Dennoch möchte ich mich an einem banalen Wort bedienen. Alles an diesem Film ist auf eigene Art und Weise ganz einfach schön.

Schön tragisch ist die Geschichte, unglaublich schön ist jede einzelne Szene gestaltet, schön ist die Musik und schön ist die Erzählweise.
Auch wenn es diesem französischen Film an manchen Stellen an Tiefgang fehlt, wird das durch die liebevoll gestalteten Szenen wieder weg gemacht.
Denn jede Szene glänzt durch Schönheit und Perfektion.
Sei es das Licht, die Kameraführung, der Schnitt oder die Farbe.
Die Schönheit zieht sich durch den gesamten Film, welcher nicht im wahren Leben spielt sondern uns in ein tragische schönes Märchen nach Teheran entführt.

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FumerTue

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Bewertung9.5Herausragend

Unser 18.000-Seelen-Dorf hat keine Disco und auch sonst keine nennenswerte Orte, an denen man mal weggehen könnte, keine eigene Post-Filiale und keinen Bahnhofsschalter und auch ums Krankenhaus unserer Kreisstadt steht's eher schlecht. Aber wir haben ein Lichtspielhaus, ein kleines, in dem eher unbekannte Filme laufen. Und dieser Film, "Poulet aux Prunes", der läuft derzeit in gut 20 Städten in den deutschen Landen, aber zum Beispiel nicht in der Millionenstadt München (laut moviepilot). Aber in unserem kleinen Dorf mit seinen Achtzehntausend Einwohnern, da, wo man abends nicht weggehen kann, da spielen sie den Film. Das ist fast schon großartig!

Im Teheran der Fünfziger beschließt der melancholische, musikaffine und durchaus misanthropisch Geigenspieler Nasser-Ali zu sterben, nachdem seine Frau, die er nicht liebt, seine ihm persönlich extrem wertvolle Violine zerstört hat und er ohne Geige und nach einer gescheiterten Liebe in der Jugend, die er bis heute nicht vergessen hat, keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Er will aber weder vom Zug überfahren werden, noch will er mit einer Tüte über dem Kopf enden und auch will Nasser-Ali sich nicht erschießen oder von einem Abhang springen. Also legt er sich zur Ruhe. Ins Bett. Acht Tage wird es dauern, bis er so stirbt.
Das wäre an sich eine schnell erzählte Geschichte, würden in ihr nicht tausende kleiner anderer Geschichten vorkommen. Und die machen den Film so schön.
Es dauert anfangs ein bisschen, bis man sich an den etwas eigenartigen, aber sehr unterhaltsamen Humor gewöhnt, der die Melancholie und die Liebesgeschichten, das Scheitern und das Glück und den schönen (selbstverständlich überwiegend Violinen-)Soundtrack begleitet, gewöhnt, aber spätestens, wenn man sieht, was Nasser-Alis Sohn 30 Jahre später in den USA passieren wird, wird man ihn mögen (oder hassen)!
Die Schauspieler überzeugen und der Film ist mit ganz viel Liebe gemacht, das merkt man in jeder Szene!

"Poulet aux Prunes" ist so französisch, wie nur ein französischer Film sein kann: melancholisch, traurig, humorvoll, (lustig-)komisch, gutes Essen und eine Menge Liebe (teilweise auch deren Abwesenheit).

Sollte der Streifen mal in eurer Nähe laufen, so solltet ihr ihm auf jeden Fall einen Besuch abstatten, wenn ihr Fan komischer, melancholischer, eigenartiger, skurriler, suizidialer, Amélie-mäßiger, Zigaretten-lastiger Geschichten seid!
Ansonsten bleibt ihr lieber draußen. Der neue Ghost Rider läuft in 3D.

"Der Rauch ist die Nahrung unserer Seele."

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Birti

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Bewertung5.0Geht so

Man muss es mögen... Einerseits fand' ich den Film sehr interessant, weil er eben anders ist! Andererseits hat der Regisseur zu viel Opium geraucht.
Ich kenne wenige, den dieser Film gefallen würde.

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Luinaear

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vorgemerkt

Huu, eine Vorhersage von 10? Na dann wirds mal vorgemerkt

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Jeppers Creep

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Bewertung7.5Sehenswert

Hoher Hype ? geplendet von der Poesie ? erblindet an Melancholie ?
... 7,5 Punkte ?!

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AddictedToIan

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vorgemerkt

9.5 Vorhersage? Da kann man ja nur enttäuscht werden ...

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countcount

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vorgemerkt

wow..neulich schon im TV den Trailer gesehen...Vielleicht mal wieder ein Film, der so schön, liebevoll und interessant wie damals "Amelie" erzählt...? :)

Schade das der in so wenig Kinos läuft.... dann werd ich ihn mir später Digital besorgen müssen :(

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danseuse de rêve

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ist vorgemerkt und nun warte ich nur noch voller Vorfreude ab..bis er in meiner Hometown anläuft :-)

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Joeyjoejoe17

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Joe geht ins Kino - Zauber und Magie auf der Leinwand

Es gibt viele Filme, die mir gut gefallen, aber darunter eher wenige, die mich mit einem gewissen Gefühl sitzen bleiben lassen. Einem Gefühl tiefster cineastischer Befriedigung. Und "Huhn mit Pflaumen" ist so einer.

Es fängt schon bei der wunderschönen, traumhaften und fantastischen Geschichte an, die liebevoll, größtenteils humorvoll und zugleich tragisch, aber immer ergreifend und fantasievoll, in verschiedenen Erzählebenen präsentiert wird.
Es dreht sich um Nasser-Ali, den besten und begabtesten Geiger seiner Zeit, dessen geliebtes Instrument zu Bruch ging. Vergeblich nach adäquaten Ersatz suchend, der ihm die Freude am Spielen wieder bringen soll - nicht einmal Mozarts Stradivari ist gut genug für ihn - entschließt er sich, zu sterben, weil er ohne Musik keinen Sinn in seinem Leben sieht. Er möchte aber würdevoll aus dem Leben scheiden, so beschließt er, sich in sein Bett zu legen und auf den Tod zu warten. Während er wartet, durchlebt er seine Vergangenheit, seine schönsten Momente und man erfährt, warum seine zerbrochene Geige für ihn so viel bedeutete.

Diese Geschichte wird einfühlsam und zugleich angenehm locker erzählt. Der Humor kommt nicht zu kurz, bremst aber auch nicht die ernsten und tragischen Momente aus. Es wurde quasi die perfekte Symbiose beider Elemente gefunden, sodass man im Grunde genommen ein Dauerlächeln auf den Lippen hat.
Die guten Darsteller leisten ihren Beitrag zum gelungenen Gesamtbild, allen voran Mathieu Amalric, der recht eindringlich und glaubwürdig den verletzten Geiger mimt.
Die Musik ist wunderschön und passt zu jeder Szene. Sie verleiht dem ganzen das gewisse etwas und lässt die beeindruckenden Bilder noch stärker wirken.
Die Kamera arbeitet oft damit, nur Teile des Ganzen zu zeigen (Fokus auf die Beine beim Gehen, Fokus auf den Mund beim Reden, u.ä.) und behält sich so einen gewissen comicartigen Charme, der es mir einfach angetan hat. Hinzu kommen atemberaubend schöne Bilder, es wird dazu mit viel Kontrasten und generell starken Farben gearbeitet, die mein Herz höher schlagen lassen.

So wird aus diesem schönen Film ein wunderschöner und ergreifender Film. Ich habe mich in ihn geradezu verliebt und kann jedem Cineasten, der gerne tolle Bilder im Hintergrund einer schön erzählten Geschichte sehen mag, nur empfehlen diesen Film zu sehen.
Warum er hier eine so schwache Bewertung hat, ist mir unbegreiflich, zeigen doch meine Vorredner deutlich, dass dies hier ein besonderer Beitrag des deutsch-französischen Kinos ist.

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Joeyjoejoe17

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:D
Wann hast du denn vor ins Kino zu gehen?


ihre-herrlichkeit

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Weiß nicht. Diese Filme laufen ja meistens nur 2 Wochen und dann gar nicht. Ich werd mich mal nächste Woche erkundigen, bis wann der noch läuft und schaue dann.


Wumz

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Huhn mit Pflaumen" ist ein Märchen über die Liebe und den Tod. Es wird das Leid gezeigt was damit verbunden ist, doch wird auch gezeigt was für wundervolle Dinge aus diesem Leid entstehen können, nämlich die Musik.
Ein Film voller traumhafter und detailverliebter Kulissen bietet neben der melancholischen Geschichte auch eine wirklich magische Inszenierungen. Noch dazu ist er, wie ich finde, mit tollen Schauspielern besetzt.
Der zweite Film von Marjane Satrapi hat mich einfach nur begeistert und einen besseren Start in das Kinojahr 2012 hätte ich mir nicht wünschen können.

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Joeyjoejoe17

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Mein erster 2012 erschienener Kinofilm, den ich geschaut habe, und dann so etwas magisches *schwärm*


ihre-herrlichkeit

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Hört auf!!!!



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