Hunger ist ein großer Film. Die IRA-Thematik wird in einem unbarmherzigen Mikrokosmos gebündelt und vielschichtig dargeboten. Hunger bezieht dabei keine Stellung, sondern überlässt es dem Zuseher sich selbst eine Meinung zu bilden. Der Film erlaubt sich dabei durchaus leise und poetische Töne zwischen den rauen und brutalen Szenen. Steve McQueen ist es gelungen einen stark nachwirkenden und beeindruckenden Film zu drehen, den man nicht so schnell vergessen wird. Nach dem Abspann ist man auf jeden Fall einmal sprachlos.
HUNGER ist ein Film, der in jeder erdenklichen Hinsicht unglaublich schmerzt. Der trockene, fast zynische Blick auf Gewalt, Macht und den Glauben für eine Sache einzustehen. Selbst wenn die letzten Zeilen der Geschichte schon geschrieben stehen. Michael Fassbender spielt beunruhigend genial.
Auch wenn der Nordirland-Konflikt heute weitgehend entschärft und aus dem bewaffneten Kampf ein politischer geworden ist (von Verirrungen wie einigen Anschlägen einer Gruppierung mit dem Namen The real IRA einmal abgesehen), fühlt man sich immer wieder auch an die Gegenwart erinnert, an die Foltergefängnisse von Abu Ghraib, an illegale CIA-Lager und an Guantanamo sowie an all die Stätten des Grauens und des Terrors, von deren Existenz wir allenfalls eine vage Vorstellung haben. Insofern ist Hunger nicht nur die höchst stilisierte Rekapitulation eines genau umrissenen historischen Ereignisses, das sich vor gar nicht allzu langer Zeit mitten in Europa zutrug. Der Film ist auch ein Essay über den Körper als Waffe, über Folter, Widerstand und Krieg, über die Bestie Mensch – jederzeit und überall auf der Welt. Und ein Kunstwerk von verstörender Schönheit, Poesie und entsetzlicher Grausamkeit.
Mit offenen Augen zeigt Steve McQueen, was es heißt, Hungers zu sterben. Mit bloßem Abmagern ist es mitnichten getan. Wir sehen die Wundmale an Sands Körper, wir sehen ihn Blut speien, wir sehen ihn umkippen, wir sehen seine Visionen von auffliegenden Vögeln. Also sehen wir Sands einerseits elend verenden. Gefilmt aber ist das in fast stummer Abfolge von seltsam lichten Sequenzen. Der Film, der nun ganz und gar mit Sands selbst identifiziert ist, verklärt den sterbenden Körper des IRA-Kämpfers. Willig folgt er ihm, in idyllischen Kindheitsvisionen, aus dieser in eine andere Welt.
"Hunger" ist einer der unerträglichsten, schaurigsten und zugleich großartigsten Filme der vergangenen Jahre, bei dem man oft wegschauen möchte, sich aber nicht dem Sog der Geschichte entziehen kann. Der Zuschauer leidet gemeinsam mit den gemarterten Protagonisten und ist zugleich beeindruckt von ihrer charakterlichen Stärke. Gedreht hat diesen Film der britische Turner-Preisträger Steve McQueen, der ihn wie ein dreiteiliges Tryptichon anlegt und souverän seinen hohen Anspruch einlöst, die gräuliche Atmosphäre auf allen Sinnesebenen zu vermitteln.
Oft wirkt es so als würde McQueen voraussetzen, dass der Zuschauer weiß wer Bobby Sands ist und wie der Hungerstreik 1981 verlaufen ist. Da, schaut her, ich liefere euch Bilder zu dem was ihr in der Schule gelernt habt. So mutet Hunger die meiste Zeit an. Vorwissen über die politische Lage in Nordirland und den Kampf der IRA ist hier klar von Vorteil. Dahingehend kann der Film auch nicht vollends überzeugen, zu unterschiedlich das Gesamtprodukt, zu inhaltsleer die Intention des Werkes.
Bis auf einen längeren Dialog wird in "Hunger" kaum gesprochen. Der Film wirkt vor allem durch seine eindringlichen Bilder und die dunkle, bedrückende Atmosphäre. Der Film erzählt von IRA-Mitglied Bobby Sands und thematisiert dessen Hungerstreik. Regiedebütant Steve McQueen ist ganz offensichtlich Künstler, und so wird "Hunger" auch sehr künstlerisch angegangen. Es wird wenig erzählt, sondern vor allem auf das Gestalterische gesetzt. Der Film setzt auf Atmosphäre und Bilder, die geradezu erdrückend sind, und ist so hervorragend inszeniert, dass die dargestellte Gewalt auch beim Zusehen beinahe wehtut.
Insgesamt ist das alles zwar überzeugend, jedoch sorgte dieser ganze Ansatz leider auch dafür, dass es mir anfangs sehr schwer fiel, wirklich in den Film reinzukommen und einen Zugang zum Geschehen zu finden. Nach und nach legte sich das jedoch, sodass ich "Hunger" letztendlich als einen zwar sehr speziellen, aber auf jeden Fall sehenswerten Film empfinde, der nicht zuletzt auch vom großartigen Michael Fassbender lebt, der seine Rolle nicht nur ausgezeichnet spielt, sondern sogar als abgemagerter Gefängnisinsasse noch eine unglaubliche körperliche Präsenz besitzt.
Zudem hält sich der Soundtrack zurück und die Erzählweise ist trocken, sodass der Streifen fast schon dokumentarisch wirkt. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass "Hunger" offensichtlich keine direkte Meinung zum Thema hat. Dadurch wird der Zuschauer gefordert, und zum Nachdenken angeregt, was den Film einerseits extrem schwierig und anspruchsvoll macht, andererseits aber auch einen mehr als willkommenen Kontrast zum normalen Unterhaltungskino bildet, bei dem man manchmal kaum noch mitdenken muss.
Manchmal bedarf es nicht vieler Worte. Zumindest nicht, wenn jemand seinen Job als Regiesseur versteht.
Das war jetzt mein erster Film von Steve McQueen (mit dem Namen beim Film zu landen muss ja ein gutes Omen sein), und ich bin begeistert. Eindrucksvoll zeigt er, was eine herrausragende Inszenierung ist, ohne großes Budget und viel Tam-Tam.
Die erste halbe Stunde kommt praktisch ohne echte Dialoge aus, der Text passt locker auf eine DIN A5 Seite, in Großbuchstaben. Stattdessen lässt McQueen seine Bilder (die sensationell sind) und den Ausdruck seiner Darsteller sprechen. Jedes Wort mehr wäre auch überflüssig, die vermittelte Stimmung ist so bedrückend, hoffnungslos und echt, sie überträgt sich direkt ins Wohnzimmer. Auch im späteren Verlauf setzt McQueen auf diese Karte, viel Text hatten die Darsteller nicht zu lernen. Der Dialog zwischen Michael Fassbender und Liam Cunningham kurz vor dem Hungerstreik umfasst mehr Worte als der komplette Rest des Films, hier ist aber jedes bedeutungsvoll.
Ein rauer, ungeschönter und wahnsinnig intensiver Film. Ruhig, ausdrucksstark und packend, das in dieser Form hinzubekommen, Hut ab!
Abschließend will ich speziell Michael Fassbender noch kurz huldigen, der sich besonders in der letzten Zeit kaum vor Lob retten kann. Vollkommen zu Recht. Der Kerl vereint Talent, Charisma und physische Präsenz wie momentan kaum jemand seiner Generation. Auf dem Weg nach ganz oben, meinen Segen hat er.
Ein Stück Filmkunst, welches im ersten Augenblick garnicht ohne Politik auszukommen scheint. Vielmehr wird diese jedoch auf ein Minimum reduziert und bildet lediglich den Rahmen, welcher alle Geschehnisse in Zusammenhang bringt und weshalb auch keine direkter moralischer Blickwinkel eingenommen wird (zumindest nicht vordergründig). In erster Linie werden anhand sehr expliziter Bilder die eigene Moral und das eigene Durchhaltevermögen geprüft. So ist man gezwungen hinzuschauen, sich eine Meinung zu bilden, ohne jedoch arg gedrängt zu werden. Auch ohne allzu großes Hintergrundwissen spürt der Zuschauer, dass hier vorrangig Wille gegen Wille steht, Gewalt gegen Gewalt und jede Seite behält in ihrer Beharrlichkeit recht und gleichzeitig gibt es kein "recht" mehr. Gefangene die sich ihrer Menschrechte entzogen fühlen, sich aber eben selbst jeder Würde entledigen, ebenso wie Wärter, denen ob der Extremsituation jegliches Feingefühl (ich benutze bewusst nicht das Wort "Menschlichkeit", da hierbei jede Seite vollends menschlich, oder nach Maß der Menschen handelt..) abhanden kommt und am Ende bleibt lediglich die Frage in welchem Maße Zwecke wirklich Mittel heiligen können bzw. wie hoch der Preis dafür sein kann, oder sein darf. Auf welche Seite man sich stellt, wenn dies überhaupt als Außenstehender möglich sein sollte, bleibt offen, auch wenn der Film gewiss eine bestimmte Tendenz vermitteln möchte. Dennoch werden die "Sympathien" recht breit gestreut, sodass nicht unbedingt der Konflikt rein auf Nordirland bezogen werden kann, sondern auf alle ähnlichen Situationen in aller Welt, in denen scheinbar nur noch der eigene Körper zur Waffe werden kann, quasi als letztes Manifest gegen einen anderen Willen (siehe aktuell die Selbstverbrennungen tibetischer Mönche in China). Ob dies aber nicht zu weit geht bleibt ebenso dem eigenen Ermessensspielraum überlassen, wie die Frage nach Alternativen. So muss ich persönlich gestehen, dass mir die Mittel, so konsequent sie auch gewählt sein mögen nur wenig nützlich, oder wenigstens fragwürdig erscheinen, was in dem genialen Dialog Sands mit dem Pastor recht deutlich wird, um wieder auf den eigentlichen Film zurück zukommen. (Ein seltsames Gefühl einmal mit einem Mann des Glaubens übereinstimmen zu können..). Eben dieser Dialog beschreibt in seiner schlichten Darstellung und seiner Dynamik alles Wesentliche des Films, sowohl die entrückte Motivation hinter dem Hungerstreik, wie auch die Ausräumung aller Zweifel an diesem Vorhaben. Selten war ein Gespräch, welches auf so unterschiedlichen Ebenen geführt wurde in einem Film für mich so eindrücklich und mit- wie hin-und-her-reißend, gewissermaßen als moralfreier Appell an den Verstand.. Das selbstauferlegte Leid Sands bleibt so beinahe nur als folgerichtige Konsequenz, wenn er sich denn als das Pfohlen im Fluss gesehen hat, dass es nun zu ertränken galt, mit viel Symbolgewalt, aber einem permanenten Fragezzeichen dahinter..
Interessant! Ich war nach dem Gespräch zwischen dem Priester und Sands auf der Seite des Hungerstreikenden. Dich hat Bobby Sands Rede argumentativ wohl eher nicht überzeugt. Scheint mir ein Beweis dafür zu sein, dass der Film definitiv NICHT wertet - das spricht sehr für McQueens Film.
P.S. Sorry, das ganze noch Mal. Ich hatte das NICHT vergessen!!
Anfangs tut man sich schwer reinzufinden, unbemerkt schlittert man in einen Sog und plötzlich ist der Film auch schon wieder vorbei. Und dann sitzt man erstmal da. Um was genau ging es in "Hunger"? Er streift viele Aspekte und Facetten, aber in dem Augenblick in dem man für sich denkt "Ah jetzt" und in dem man sich auf einen bestimmten Verlauf des Films einstellt, bricht er diese Erwartungen, läuft weg und versteckt sich.
"Hunger" ist kein politischer Film, er ist auch kein Gefängnisfilm und er ist es doch.
"Hunger" ist ein Film über die Macht des Willen. Über die Körperlichkeit als Waffe. Über den Menschen als Waffe. Und er ist es nicht.
"Hunger" ist ein Film über Menschen, die sich irgendwo zwischen Richtig und Falsch, Schwarz und Weiss, Links und Rechts und Oben und Unten befinden, aus verschiedenen Gründen sich aber Verhalten müssen als wüssten sie was Falsch oder Richtig ist.
Und eigentlich ist "Hunger" somit ein Film, der den alten Kampf zwischen hochentwickelter Tristesse und kreativer Idee versinnbildlicht. Und er ist es eben nicht, den er konzentriert sich nicht auf diese Idee. Er lotet aus wer wie Weit geht. Und warum er geht. Und auch wie er geht.
Das mag alles verwirrend klingen...aber genauso fühl ich mich auch. Wie wenn ich etwas deutlich sehe, darauf zeigen kann, nur kann man es nicht benennen.
Fakt ist: "Hunger" ist ein intensiver Film der viel von seiner Atmosphäre lebt und eine grossartige optische Melange aus Realität und visueller Schönheit zu bieten hat. Spricht man oft davon, dass man jedes Bild eines Films einrahmen könnte, so ist dies die negative Version dieses Sprichworts. Jedes Bild wäre ästhetisch ansprechend, nur will man sich solche Bilder nirgends hinhängen. Auch hier erreicht der Film eben jene Unentschlossenheit beim Zuschauer: Faszination, gleichzeitig aber auch Abscheu und Ekel. Es sind aber nicht nur die Bildkompositionen von "Hunger" die ihn zu einem wirklich tollen Film werden lassen, hier greift alles ineinander, alles ergibt zusammen einen völlig stimmigen Film...nur Antworten, ein auflösendes Ende oder ähnliches sollte man halt nicht erwarten.
Sehr guter Text, obwohl ich den Film anders wahrgenommen habe, vielleicht weil ich ihn nicht sehen konnte, ohne Stellung zu beziehen. Der Film ist absolut ausgewogen, lässt einen aber keinesfalls so zurück wie man vorher war - ganz ohne Beinflussung, Tricks oder Kniffe. Für mich ist das lange Gespräch zwischen dem Priester und dem Gefangenen Sands das Kernstück, das alles in nuce aussagt. Das genialste Stilmittel sind die tabaklosen Selbstgedrehten aus den dünnen Seiten der Gefängnisbibel (Altes Testament), die Bobby Sands in einem fort raucht. Ein stärkeres filmisches Bild (im Zusammenspiel mit der im Gespräch geführten Grundsatzdebatte und dem Hungerstreik) hab ich nie zuvor und nie danach gesehen.
Über diesen Film wollte ich auch schon immer mal was schreiben, werde aber keinen eigenen Text verfassen. Das hier reicht. Und dein Text sagt ja alles andere.
Ich wüßte nicht... Ich kenne Müller auch nur vom Vorbeifahren, wenn ich ein paar Tage nach Süddeutschland oder Östrreich gefahren bin... Was ist das denn für ein Wundertütenüberraschungswahnsinnspreiseladen?
Ich für mich empfand all diese Dinge, wie eben das Gespräch, einem grösserem Etwas untergeordnet...und dieses Etwas ist genau das, was ich nicht schaffe mit Worten einzufangen...komisches Zeug ;)
@LynchFan: es ist halt vorallem der Wundertütenüberraschungswahnsinnspreiseladen den es in meiner kleinen Stadt gibt...ausser MediaMarkt, aber der ist doof. Ich denk mal das es den bei Saturn dann auch für das Geld gibt...sonst beginn ich an der Marktwirtschaft zu zweifeln ;)
Du triffst den Nagel auf den Kopf! Für mich war das "Etwas" der imaginäre Inhalt der Zigaretten. Also als filmisches Bild und unter vielen anderen als ein Beispiel genannt. Der Film ist ja voll von diesen Bildenr. Eine Botschaft ist es nicht, eher ein Begehren oder ein Manko oder sonstwas ... Großes Kompliment, dass du dich mit einem Text da rangewagt hast, du umschreibst das "Etwas" da ja auch prima.
P.S. Sorry an LnychFan1706, dass ich da grad immer dazwischenquatsche, merk ich jetzt erst ;-)
Eine Aneinanderreihung von absolut brillant inszenierten, trostlos beklemmenden Szenen. Höhepunkt ist die 17-minütige Sequenz ohne Kamerabewegung oder Schnitt, in der Fassbender einem Priester seine Beweggründe für den Hungerstreik darlegt. Die längste Szene überhaupt in einem "Mainstream"-Spielfilm.
Michael Fassbender mimt den sich zu Tode hungernden Iren mit erschreckender Perfektion. Auf den weiteren Output (beginnend mit dem bald erscheinenden "Shame") von Steve McQueen muss ein Auge geworfen werden, sein Erstlingswerk ist ein hervorragendes Stück verfilmte Zeitgeschichte.
Vorhersage 8.0, seit Ewigkeiten auf meiner Merkliste, endlich geschafft. Sehr stark gespielt, Bilder die einen richtig mitnehmen. Aber McQueen verwässert meiner Ansicht nach seinen politischen Film durch einen zu starken Focus auf Bobby Sands Hungertod bzw. den Weg dorthin. Bis zu dem Punkt war ich echt fasziniert von McQueens Erstlingswerk. Die letzte halbe Stunde hat mich dann aber leider komplett rausgerissen. Bin trotzdem gespannt auf "Shame".
Wir schreiben das Jahr 1981. In Nordirland sind mehrer IRA Mitglieder im Maze Gefängnis inhaftiert. Der Status als politische Gefangene bleibt ihnen verwährt. Aus Protest gegen diese Tatsache weigern sie sich eine Sträflingsuniform anzuziehen, wie die gemeinen Kriminellen. Zudem waschen sie sich nicht und beschmieren die Wände der Zellen mit Exkrementen. Die Antwort der Wärter: regelmäßige Misshandlungen.
Diese Ausweglose Situation gipfelt darin, dass der Gefangene Bobby Sands einen Hungerstreik ausruft.
Der erste Teil des Films wirkt sehr unterkühlt. Wie eigentlich der gesamte Film, bis auf wenige Szenen. Zudem ist die Erzählweise sehr langatmig. Dies ist aber nicht negativ zu bewerten, sondern lässt dem Zuschauer Raum zum Denken und Platz dafür, die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Selten ist man bei einem Film so auf sich allein gestellt, wie hier.
Zu Beginn ist Hunger kein Film, sondern eine Geschichte, erzählt in Bildern. Man merkt den künstlerischen Hintergrund des Regisseur McQueen doch sehr deutlich.
Am wertvollsten erachte ich eine minutenlange Szene, in welcher der Wärter den Zellengang von Urin, der aus den Zellen herausgelassen wird, säubert. Kein Schnitt. Die Kamera Einstellung bleibt unverändert und McQueen hat den Mut, diese Szene nicht vorzeitig abzubrechen, und sie bis zum Ende fortzuführen. Eine sehr beklemmender Moment! Man hat förmlich den Geruch in der Nase.
Ähnlich gut, eine Szene in welcher die Gefangenen von der gesamten Wärter Schar zusammen geprügelt werden. Einer der Wärter entzieht sich dem. Auf der einen Seite sieht man die prügelnden Kollegen, auf der anderen den verstörten Menschen, der daran nicht teilhaben will, dazwischen eine Wand. Ein überragendes Bild!
Herzstück des Films ist ein Gespräch zwischen Sands und einem ihm bekannten Priester, in welchem der geplante Hungerstreik diskutiert wird. Der Dialog dauert 17 Minuten und wurde als Plansequenz, ohne Schnitt, gedreht.
Auffällig: durch seine fast rein bildliche Erzählweise baut der Film keine tiefere emotionale Ebene zu seinen Darstellern auf. Auch die erwähnte Dialog Szene kann dies nicht kaschieren. Das in Bildern geschilderte Leid der Protagonisten wirkt sehr verstörend. Dennoch, die Charaktere selbst sind nicht greifbar. Man sieht nur eine Silhouette. Das Drehbuch verlässt sich hier voll und ganz auf die visuelle Kraft der Bilder. Aber es funktioniert und schafft eine gewisse Distanz, die dem Zuschauer erlaubt, ein eigenes Urteil über das Gesehene zu fällen.
Besonders im letzten Teil des Films, in denen Sands auf Grund seiner Mangelerscheinungen, sehr mitgenommen und dem Tode nahe ist, entfalten die Bilder eine starke Sogwirkung und man fühlt sich mitten im Geschehen. Es gibt eine POV Szene, in der man deutlich spürt, wie dumpf der Sterbende seine Umwelt nur noch wahrnimmt.
Der Weg vom Entschluss des Hungerstreiks, hin zu Bobby Sands ausgemergeltem Körper, war mir hingegen etwas zu flüchtig. Da hätte der Film sich mehr mit beschäftigen dürfen. Überragend übrigens, welchen körperlichen Einsatz Darsteller Michael Fassbender zu bringen bereit war. Ähnlich wie Christian Bale in The Machinist. Das zollt einem großen Respekt ab!
Ansonsten gibt es nichts zu nörgeln. Ein einzigartiger Film, der einen fesselt und auch noch lange nach dem Abspann nicht mehr los lässt.
Erwähnenswert noch, dass Regisseur Steve McQueen mit diesem Erstlingswerk 2008 die Goldene Kamera in Cannes abräumen konnte. Zudem erhielt der Film einige weitere Preise.
Es geht um einen Gefangenen, einen Häftling, einen Freiheitskämpfer, der sein Leben riskiert, als letzte Handlung, um eine Veränderung des politischen Systems zu erzwingen. Dabei lässt Steve McQueen jede einzelne Szenen für sich wirken und gibt ihr Zeit ihre Wirkung zu entfalten. Die scheinbar ruhigen fast hermetischen Szenen wirken auf ihre Weise bedrückend und dienen als Wellen gegen die beklemmenden Felsen des Aufstands, der Erniedrigung, Gewalt und Unterdrückung. Besonders gefallen hat mir die Szene, in der der Aufseher an der Gefängnismauer lehnt, rauchend im leicht fallenden Schnee. Die Kamera nähert sich ihm langsam bis man beobachten kann wie die Schneeflocken auf seinen vom verprügeln wunden Handknöcheln schmelzen.
Auch der Hauptdarsteller lieferte eine erstaunliche Leistung ab z.B. in einem minutenlangen schnittlosen Wortgefecht mit dem Priester. Mal davon abgesehen, dass er sich wahrscheinlich wirklich fast in den Tod gehungert hat, um diese Rolle zu spielen.
Ein Körper-Film, aufgebaut wie ein Triptychon.
Teil eins: Gefängnis. Die IRA-Häftlinge, die um die Anerkennung ihres Status als politische Gefangene kämpfen, wehren sich gegen den brutalen Strafvollzug, indem sie nackt bleiben, nur in Decken gehüllt, und ihre Exkremente einsetzen, um dem Wachpersonal seine Arbeit unerträglich zu machen.
Teil zwei: Dialog. In einer 23-minütigen (!) statischen Einstellung diskutiert Bobby Sands mit einem katholischen Priester darüber, ob sein kompromissloser Hungerstreik, der mit dem Tod enden wird, moralisch gerechtfertigt ist. Bobbys Position wird gefestigt. Vielleicht der stärkste Teil des Films, in dem zwei starke, überzeugende, aber konträre Männer intellektuell aufeinander prallen.
Teil drei: Sterben. Ein größerer Kontrast zu Teil eins ist kaum denkbar: Der ausgemergelte, empfindlich gewordene Körper Bobbys wird behutsam, fast zärtlich vom Pflegepersonal behandelt. Bis er diesen Körper verlässt.
Konsequent, unerbittlich, ergreifend.
Knast heißt Schmerz. Könnte man fast vergessen, bei all den Filmen, Filmen, welche gewiss mitunter spannende Geschichten erzählen, von gefallenen Helden und ihrem mühsamen Weg ans Licht, von Gruppen und Hierarchien, von Anpassung und Widerstand, Filmen, die uns vielleicht beklommen machen, aufwühlen, aber doch vor allem unterhalten und uns nach 90 Minuten in unsere heile von belanglosen Problemen erfüllte Welt entlassen.
"Hunger" ist anders. "Hunger" will keine Geschichte erzählen, sondern vielmehr einen für die meisten unerfahrbaren Zustand vermitteln, Erfahrung Knast. Leere, Ohnmacht, Schmerz. Was "Geh und sieh" für den Kriegsfilm, ist "Hunger" für den Knastfilm, ein nichtunterhaltendes Meisterwerk, eine verfilmte Erfahrung.
Was für ein Film. Hart, anstrengend und polarisierend, allein schon wegen seiner Struktur. Der größte Teil des Films kommt komplett ohne Dialog aus. Einzig in der Mitte des Films gibt’s einen 16 Minuten langen Dialog ohne Schnitt. Diese Szene sticht daher auch extrem heraus. Allerdings nicht nur weil sie die einzig wirkliche Unterhaltung des Films zeigt sondern auch Bobby Sands Motivation und Charakter beleuchtet. Der Film selbst unterliegt in keinster Weiße der üblichen narrativen Strategie und entzieht sich den gewöhnlichen Sehgewohnheiten. Wie schon gesagt, gibt es wenig Dialog. Bilder sprechen hier mehr als Worte…und was für Worte. Die ersten 40 Minuten zeigen den überaus harten Gefängnisalltag von Maze Prison. Ob mit Exkrementen beschmutze Zellen oder die wohl härteste Art Haare geschnitten kommen, hier wird nichts beschönigt.
Nach Bobbys großer Szene (16 Minuten Dialog) folgt dann sein, mit Qualen begleitendes, Martyrium welches äußert unangenehm (!!!) zu schauen ist. Michael Fassbender ist eine Wucht. Gerade gegen Ende, abgehungert wie Christian Bale in "The Machinist", ähnelt er nur noch einem menschlichen Wrack. Sein physischer Einsatz ist der Wahnsinn. Der Film stellt sein politisches Thema allerdings nie zur großen Diskussion oder ergreift Partei. Hin und wieder bekommt man Radio- oder Fernsehmitschnitte mit aber dabei bleibt es auch. Hier geht’s es um Bobby Sands und zu welchen Mitteln verzweifelte Menschen greifen – auf beiden Seiten.
Intensiv, mitreisend aber auch anstrengend und fordernd aufgrund der Abwesenheit von Dialog und einer ungewöhnlichen Struktur. Michael Fassbender zieht hier alle Register und liefert eine schmerzhafte Performance ab – für ihn und den Zuschauer.
Da der Film glücklicherweise nicht "Hunger: The Story of Bobby Sands" heißt habe ich kein Biopic erwartet. Das Leben/Sterben Bobby Sands ist für mich mehr der Rahmen den McQueen gewählt hat um eine Story zu erzählen. Die Handlung des Film wird entweder fast ausschliesslich durch Bilder getragen (dafür sind Filme da!) oder durch den Dialog im Mittelteil des Films. DA hat der Regisseur dann aber auch fast durchgängig konsequent nur eine Einstellung genutzt. Für mich war dieser Teila ber genau so bemessen, dass es weiterging bevor meine Aufmerksamkeit abgeflaut ist.
Der Reichtum an Bildern die ihren Inhalt erläutern können ohne ihn in sonst wertlosen Dialogen herauszuposaunen, die ihre Atmosphäre und Emotion auf den Zuschauer übertragen ohne das Publikum durch entsprechende Musik quasi dazu zu drängen.
Für mich machen diese Punkte "Hunger" im positiven Sinne zu einem Ausnahmefilm. McQueen ist kein Geschichtslehrer, also gibt er keinen Geschichtsunterricht.
McQueen ist kein offizieller oder selbernannter Moralapostel, also schreibt er nicht vor was moralisch ist und was nicht.
McQueen ist ein Künstler und Filmemacher, also liefert er ein Kunstwerk und erzählt eine Geschichte in Bildern.
"Unterhaltung" ist für mich nicht mein Gehirn auzuschalten und einen netten Abend auf dem Sofa zu verbringen. Wenn ein Film stattdessen mit einem Thema, das auf mein Leben keine oder kaum eine Auswirkung hat und allein durch Bilder tiefgreifende Emotionen und Gedanken wecken kann ist das Unterhaltung in Reinform.
Egal ob einem dabei zum Lachen oder zum Heulen zumute ist.
Der Film geht unter die Haut, in jeder Hinsicht!
Verzweiflung, Gewalt, Hass, Angst, Loyalität...
Und das alles beängstigend eng eingepfercht in Gefängniszellen!!
Egal wie man zu dem Thema Gefangenbehandlung auch stehen mag, hier werden sowohl Hardlinger als auch auch Hippies gleichermaßen schockiert sein. Wie Menschen andere Menschen behandeln können und vor allem aus welchen Beweggründen, wird immer und überall eine unlösbare Frage darstellen.
Der Film hat selbstverständlich auch keine Antwort parat, rückt aber die Frage selbst klarer ins Bewusstsein.
Ein sehr bedrückender Film, der mich als Zuschauer darüber verzweifeln lässt, mit welchen extremen Mitteln auf beiden Seiten - unversöhnlich gegeneinander - agiert wird (wurde).
Die körperliche Seite bezogen auf die Beteiligten (auch die Wärter) wird sehr kunstvoll betont. Diese Darstellungsweise bricht mit den herkömmlichen Sehgewohnheiten - was dem Film aus meiner Sicht seine besondere Wirkung verleiht.
Hart und unbequem, aber richtig gut, einige Szenen und das Gesamtbild sind schon sehr redikal und brutal, was dem Thema entspricht. Es wird wenig gesprochen und kommentiert, meist wird man den Szenen ohne Erklärung ausgesetzt. Die Ausnahme macht eine lange, ungeschnittene Dialogszene, die fast ein Viertel des Films einnimmt und die Umstände beschreibt. Sehr empfehlenswert, wenn man gerade einen tiefgehenden Film sehen will, der mit Unterhaltung wenig zu tun hat.
Die wahre Geschichte des Bobby Sands wird von Autor und Regisseur McQueen in kunstvolle wie verstörende Bilder gepackt. "Hunger" lebt von diesen Bildern die sich am Sehnerv anhaften und dort lange verweilen, viel geredet wird hier nicht, wenn man von einer längeren Dialogszenen absieht. Durch diesen verbalen Verzicht umschifft "Hunger" elegant die große Gefahr für eine politische Seite Partei zu ergreifen.
Ein wirklich großartige Leistung liefert Schauspieler Michael Fassbender, bekannt aus "300" und "Inglorious Basterds", hier ab. Seine Darstellung des Bobby Sands fesselt und schockiert. Wenn Sands gegen Ende voll und ganz von der letalen Morbidität seines Hungerstreiks eingeholt ist und vor sich hin siecht, dann findet der Film dafür nüchterne wie harte visuelle Ausdrücke, die er immer wieder mit poetischen Zwischentönen untermauert, was sich der Film mit teils zähen Ausdehnungen und unnötiger Komplexität erkauft.
"Hunger" ist definitiv kein Unterhaltungsfilm, kein Werk für einen gemütlichen Abend vor der Flimmerkiste. "Hunger" ist ein Film wie ein Faustschlag in die Magengrube. Der Film sorgt für Beklemmungen, für Trauer und innere Ohnmacht und dies erreicht er mit völliger Aufrichtigkeit und einem enormen künstlerischen Anspruch. Für solche Filme bin ich wirklich dankbar.
Wenn man den Film vom Weiten betrachtet sieht man über 30 Minuten Bilder. Es wird kaum ein Wort gesprochen, Handlung schwer nachzuvollziehen, da ein Szenario unkommentiert das andere jagt. Mittendrin folgt ein 20 Minuten langer, unspektakulärer Dialog des Hauptcharakters mit einem Priesterin dem alle Zusammenhänge ans Tageslicht kommen und der Zuschauer erst erfährt was überhaupt Sache ist. Darauf folgt wieder für den Rest des Films ein Mitschnitt mehrerer Szenarien, wo kaum ein Wort gesprochen wird …
Betrachtet man den Film aus der Nähe, und der Film erlaubt dem Zuschauer wirklich sehr, sehr nah heranzukommen, sieht man einen brutalen Krieg der kaum in Worte zu fassen ist. Einen Krieg den einzelne Männer dem System erklärt haben. Man sieht aus nächster Nähe den Schmerz, die Qual, das Elend das die Beteiligten in dem Krieg erleiden. Dramatische, heftige, brutale, ekelige Bilder und der Zuschauer ist mittendrin. Geschichtliche Hintergrundinformationen zur IRA und dem Hungerstreik sind nicht zwingend notwendig um dem Ganzen folgen zu können. Mit Sicherheit nicht der beste Film, aber von seiner Machart EINZIGARTIG.
Eindringlicher Film, der es durch seinen getragenen Rhythmus und einige tolle Bildideen versteht, die schwer vorstellbaren Gefängnis-Zustände sinnlich erfahrbar zu machen. Was den Film obendrein so relevant macht, ist sein Kontrast zum heutigen Zeitgeist, der sich in der fast unglaublichen Konsequenz ausdrückt, mit der die Inhaftierten im Sinne ihrer Überzeugungen, ihres Glaubens, ihrer Ideale handeln – und was sie dafür bereit sind zu geben.
Bleibt die etwas bittere Frage, wohin sich im Europa der letzten 30 Jahre die Suche nach Sinn, Wahrheit und Gerechtigkeit verflüchtigt hat.
Lorion42' Kommentar bringt im ersten Absatz den Inhalt gut auf den Punkt, das hätte ich sonst fast genauso geschrieben. Und dennoch möchte ich mit dem Film weniger hart ins Gericht gehen. Gerade mit wenigen Tagen Abstand entwickle ich vor dem Film doch einen gewissen Respekt. Vielleicht liegt's aber auch an der Ausgangssituation des Betrachters, was er mit dem Film und seiner sehr eigenen und gegen den Strich gebürsteten Dramaturgie anfangen kann.
Man erfährt so gut wie nichts über den Irland-Konflikt. Wenn man den Film also als irisch-spezifischen Film sehen möchte, sollte man einen guten Grundstock von Basiswissen mitbringen. Verfüge ich nur in Ansätzen drüber. Aber doch so viel, dass ich den Film zumindest einordnen konnte.
Als Knastfilm ist er in seiner Härte und Unnachgiebigkeit wiederum etwas zu überspitzt, um Generalität in Anspruch zu nehmen - so wie die Härte und Unnachgiebigkeit des Irlandkonflikts eben "etwas überspitzt" sind. Dennoch ist das Thema Entmenschlichung von Gefangenen schon gut auf den Punkt gebracht, und das hat natürlich durchaus gewisse aktuelle und vergleichende Züge. Auch wenn die interne Entwicklung und Diskussion zum Hungerstreik nicht thematisiert wird (was ich tatsächlich als Schwachpunkt empfinde, auch wenn der Film sehr bewusst Lücken lässt, geradezu riesige Lücken ihn auszumachen scheinen) - so wird doch der "Alltag" ausreichend beschrieben, um einen solchen Entschluss nachvollziehen zu können - abseits jeder politischen "Verblendung".
Beeindruckend die eingespielten Statements von Margaret Thatcher - die auch ohne den Film schon ausreichend brutal, höhnisch, achundwasweißichalles sind. Aber im Film kommt das dann durchaus besonders dicke.
Kurzum: Der Film hat mich mehr beschäftigt, als ich es zunächst erwartet hätte. Kein Spaß, ganz sicher nicht, extrem gewalttätig - aber tja, darum geht's ja. Wer also ein Faible dafür hat, sich mit Knast, Repression, Entmenschlichung und Widerstand zu beschäftigen, für den ist es schon irgendwo ein MustSee. Ein außergewöhnliches, und vielleicht kein "tolles". Aber ein Film, der sich seinen Standpunkt erspielt.
Hunger - Kritik
IE/GB 2008 Laufzeit 91 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 13.08.2009
Kritiken (6) — Film: Hunger
Filmering: Filmering.at
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenHUNGER ist ein Film, der in jeder erdenklichen Hinsicht unglaublich schmerzt. Der trockene, fast zynische Blick auf Gewalt, Macht und den Glauben für eine Sache einzustehen. Selbst wenn die letzten Zeilen der Geschichte schon geschrieben stehen. Michael Fassbender spielt beunruhigend genial.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
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TheCorey: MovieMaze
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Kommentare (30) — Film: Hunger
Kommentar schreibenMr. Pink 2012/02/06 18:48:26
Kommentar löschenBis auf einen längeren Dialog wird in "Hunger" kaum gesprochen. Der Film wirkt vor allem durch seine eindringlichen Bilder und die dunkle, bedrückende Atmosphäre. Der Film erzählt von IRA-Mitglied Bobby Sands und thematisiert dessen Hungerstreik. Regiedebütant Steve McQueen ist ganz offensichtlich Künstler, und so wird "Hunger" auch sehr künstlerisch angegangen. Es wird wenig erzählt, sondern vor allem auf das Gestalterische gesetzt. Der Film setzt auf Atmosphäre und Bilder, die geradezu erdrückend sind, und ist so hervorragend inszeniert, dass die dargestellte Gewalt auch beim Zusehen beinahe wehtut.
Insgesamt ist das alles zwar überzeugend, jedoch sorgte dieser ganze Ansatz leider auch dafür, dass es mir anfangs sehr schwer fiel, wirklich in den Film reinzukommen und einen Zugang zum Geschehen zu finden. Nach und nach legte sich das jedoch, sodass ich "Hunger" letztendlich als einen zwar sehr speziellen, aber auf jeden Fall sehenswerten Film empfinde, der nicht zuletzt auch vom großartigen Michael Fassbender lebt, der seine Rolle nicht nur ausgezeichnet spielt, sondern sogar als abgemagerter Gefängnisinsasse noch eine unglaubliche körperliche Präsenz besitzt.
Zudem hält sich der Soundtrack zurück und die Erzählweise ist trocken, sodass der Streifen fast schon dokumentarisch wirkt. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass "Hunger" offensichtlich keine direkte Meinung zum Thema hat. Dadurch wird der Zuschauer gefordert, und zum Nachdenken angeregt, was den Film einerseits extrem schwierig und anspruchsvoll macht, andererseits aber auch einen mehr als willkommenen Kontrast zum normalen Unterhaltungskino bildet, bei dem man manchmal kaum noch mitdenken muss.
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JackoXL 2012/02/01 09:58:59
Kommentar löschenManchmal bedarf es nicht vieler Worte. Zumindest nicht, wenn jemand seinen Job als Regiesseur versteht.
Das war jetzt mein erster Film von Steve McQueen (mit dem Namen beim Film zu landen muss ja ein gutes Omen sein), und ich bin begeistert. Eindrucksvoll zeigt er, was eine herrausragende Inszenierung ist, ohne großes Budget und viel Tam-Tam.
Die erste halbe Stunde kommt praktisch ohne echte Dialoge aus, der Text passt locker auf eine DIN A5 Seite, in Großbuchstaben. Stattdessen lässt McQueen seine Bilder (die sensationell sind) und den Ausdruck seiner Darsteller sprechen. Jedes Wort mehr wäre auch überflüssig, die vermittelte Stimmung ist so bedrückend, hoffnungslos und echt, sie überträgt sich direkt ins Wohnzimmer. Auch im späteren Verlauf setzt McQueen auf diese Karte, viel Text hatten die Darsteller nicht zu lernen. Der Dialog zwischen Michael Fassbender und Liam Cunningham kurz vor dem Hungerstreik umfasst mehr Worte als der komplette Rest des Films, hier ist aber jedes bedeutungsvoll.
Ein rauer, ungeschönter und wahnsinnig intensiver Film. Ruhig, ausdrucksstark und packend, das in dieser Form hinzubekommen, Hut ab!
Abschließend will ich speziell Michael Fassbender noch kurz huldigen, der sich besonders in der letzten Zeit kaum vor Lob retten kann. Vollkommen zu Recht. Der Kerl vereint Talent, Charisma und physische Präsenz wie momentan kaum jemand seiner Generation. Auf dem Weg nach ganz oben, meinen Segen hat er.
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CatafalqueForFallenFlies 2011/12/12 12:12:26
Kommentar löschenEin Stück Filmkunst, welches im ersten Augenblick garnicht ohne Politik auszukommen scheint. Vielmehr wird diese jedoch auf ein Minimum reduziert und bildet lediglich den Rahmen, welcher alle Geschehnisse in Zusammenhang bringt und weshalb auch keine direkter moralischer Blickwinkel eingenommen wird (zumindest nicht vordergründig). In erster Linie werden anhand sehr expliziter Bilder die eigene Moral und das eigene Durchhaltevermögen geprüft. So ist man gezwungen hinzuschauen, sich eine Meinung zu bilden, ohne jedoch arg gedrängt zu werden. Auch ohne allzu großes Hintergrundwissen spürt der Zuschauer, dass hier vorrangig Wille gegen Wille steht, Gewalt gegen Gewalt und jede Seite behält in ihrer Beharrlichkeit recht und gleichzeitig gibt es kein "recht" mehr. Gefangene die sich ihrer Menschrechte entzogen fühlen, sich aber eben selbst jeder Würde entledigen, ebenso wie Wärter, denen ob der Extremsituation jegliches Feingefühl (ich benutze bewusst nicht das Wort "Menschlichkeit", da hierbei jede Seite vollends menschlich, oder nach Maß der Menschen handelt..) abhanden kommt und am Ende bleibt lediglich die Frage in welchem Maße Zwecke wirklich Mittel heiligen können bzw. wie hoch der Preis dafür sein kann, oder sein darf. Auf welche Seite man sich stellt, wenn dies überhaupt als Außenstehender möglich sein sollte, bleibt offen, auch wenn der Film gewiss eine bestimmte Tendenz vermitteln möchte. Dennoch werden die "Sympathien" recht breit gestreut, sodass nicht unbedingt der Konflikt rein auf Nordirland bezogen werden kann, sondern auf alle ähnlichen Situationen in aller Welt, in denen scheinbar nur noch der eigene Körper zur Waffe werden kann, quasi als letztes Manifest gegen einen anderen Willen (siehe aktuell die Selbstverbrennungen tibetischer Mönche in China). Ob dies aber nicht zu weit geht bleibt ebenso dem eigenen Ermessensspielraum überlassen, wie die Frage nach Alternativen. So muss ich persönlich gestehen, dass mir die Mittel, so konsequent sie auch gewählt sein mögen nur wenig nützlich, oder wenigstens fragwürdig erscheinen, was in dem genialen Dialog Sands mit dem Pastor recht deutlich wird, um wieder auf den eigentlichen Film zurück zukommen. (Ein seltsames Gefühl einmal mit einem Mann des Glaubens übereinstimmen zu können..). Eben dieser Dialog beschreibt in seiner schlichten Darstellung und seiner Dynamik alles Wesentliche des Films, sowohl die entrückte Motivation hinter dem Hungerstreik, wie auch die Ausräumung aller Zweifel an diesem Vorhaben. Selten war ein Gespräch, welches auf so unterschiedlichen Ebenen geführt wurde in einem Film für mich so eindrücklich und mit- wie hin-und-her-reißend, gewissermaßen als moralfreier Appell an den Verstand.. Das selbstauferlegte Leid Sands bleibt so beinahe nur als folgerichtige Konsequenz, wenn er sich denn als das Pfohlen im Fluss gesehen hat, dass es nun zu ertränken galt, mit viel Symbolgewalt, aber einem permanenten Fragezzeichen dahinter..
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Sigrun 2011/12/12 12:45:01
Antwort löschenInteressant! Ich war nach dem Gespräch zwischen dem Priester und Sands auf der Seite des Hungerstreikenden. Dich hat Bobby Sands Rede argumentativ wohl eher nicht überzeugt. Scheint mir ein Beweis dafür zu sein, dass der Film definitiv NICHT wertet - das spricht sehr für McQueens Film.
P.S. Sorry, das ganze noch Mal. Ich hatte das NICHT vergessen!!
ElMagico 2011/11/28 17:58:42
Kommentar löschenAnfangs tut man sich schwer reinzufinden, unbemerkt schlittert man in einen Sog und plötzlich ist der Film auch schon wieder vorbei. Und dann sitzt man erstmal da. Um was genau ging es in "Hunger"? Er streift viele Aspekte und Facetten, aber in dem Augenblick in dem man für sich denkt "Ah jetzt" und in dem man sich auf einen bestimmten Verlauf des Films einstellt, bricht er diese Erwartungen, läuft weg und versteckt sich.
"Hunger" ist kein politischer Film, er ist auch kein Gefängnisfilm und er ist es doch.
"Hunger" ist ein Film über die Macht des Willen. Über die Körperlichkeit als Waffe. Über den Menschen als Waffe. Und er ist es nicht.
"Hunger" ist ein Film über Menschen, die sich irgendwo zwischen Richtig und Falsch, Schwarz und Weiss, Links und Rechts und Oben und Unten befinden, aus verschiedenen Gründen sich aber Verhalten müssen als wüssten sie was Falsch oder Richtig ist.
Und eigentlich ist "Hunger" somit ein Film, der den alten Kampf zwischen hochentwickelter Tristesse und kreativer Idee versinnbildlicht. Und er ist es eben nicht, den er konzentriert sich nicht auf diese Idee. Er lotet aus wer wie Weit geht. Und warum er geht. Und auch wie er geht.
Das mag alles verwirrend klingen...aber genauso fühl ich mich auch. Wie wenn ich etwas deutlich sehe, darauf zeigen kann, nur kann man es nicht benennen.
Fakt ist: "Hunger" ist ein intensiver Film der viel von seiner Atmosphäre lebt und eine grossartige optische Melange aus Realität und visueller Schönheit zu bieten hat. Spricht man oft davon, dass man jedes Bild eines Films einrahmen könnte, so ist dies die negative Version dieses Sprichworts. Jedes Bild wäre ästhetisch ansprechend, nur will man sich solche Bilder nirgends hinhängen. Auch hier erreicht der Film eben jene Unentschlossenheit beim Zuschauer: Faszination, gleichzeitig aber auch Abscheu und Ekel. Es sind aber nicht nur die Bildkompositionen von "Hunger" die ihn zu einem wirklich tollen Film werden lassen, hier greift alles ineinander, alles ergibt zusammen einen völlig stimmigen Film...nur Antworten, ein auflösendes Ende oder ähnliches sollte man halt nicht erwarten.
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ElMagico 2011/11/28 17:59:51
Antwort löschenDie Special-Edition gibts bei Müller für 5€....womit alle Entschuldigungen nichtig sind ;)
LynchFan1706 2011/11/28 19:18:41
Antwort löschenMüller gibts nur im Süden, hier im Westen sind wir benachteiligt! :-(
ElMagico 2011/11/28 19:20:40
Antwort löschenecht jetzt??? Wusst ich gar nicht...aber da gibts doch sicher ein Pendant mit haargenau den selben Angeboten...
Sigrun 2011/11/28 19:26:35
Antwort löschenSehr guter Text, obwohl ich den Film anders wahrgenommen habe, vielleicht weil ich ihn nicht sehen konnte, ohne Stellung zu beziehen. Der Film ist absolut ausgewogen, lässt einen aber keinesfalls so zurück wie man vorher war - ganz ohne Beinflussung, Tricks oder Kniffe. Für mich ist das lange Gespräch zwischen dem Priester und dem Gefangenen Sands das Kernstück, das alles in nuce aussagt. Das genialste Stilmittel sind die tabaklosen Selbstgedrehten aus den dünnen Seiten der Gefängnisbibel (Altes Testament), die Bobby Sands in einem fort raucht. Ein stärkeres filmisches Bild (im Zusammenspiel mit der im Gespräch geführten Grundsatzdebatte und dem Hungerstreik) hab ich nie zuvor und nie danach gesehen.
Über diesen Film wollte ich auch schon immer mal was schreiben, werde aber keinen eigenen Text verfassen. Das hier reicht. Und dein Text sagt ja alles andere.
LynchFan1706 2011/11/28 19:28:45
Antwort löschenIch wüßte nicht... Ich kenne Müller auch nur vom Vorbeifahren, wenn ich ein paar Tage nach Süddeutschland oder Östrreich gefahren bin... Was ist das denn für ein Wundertütenüberraschungswahnsinnspreiseladen?
ElMagico 2011/11/28 19:31:34
Antwort löschenIch für mich empfand all diese Dinge, wie eben das Gespräch, einem grösserem Etwas untergeordnet...und dieses Etwas ist genau das, was ich nicht schaffe mit Worten einzufangen...komisches Zeug ;)
ElMagico 2011/11/28 19:33:52
Antwort löschen@LynchFan: es ist halt vorallem der Wundertütenüberraschungswahnsinnspreiseladen den es in meiner kleinen Stadt gibt...ausser MediaMarkt, aber der ist doof. Ich denk mal das es den bei Saturn dann auch für das Geld gibt...sonst beginn ich an der Marktwirtschaft zu zweifeln ;)
Sigrun 2011/11/28 19:38:31
Antwort löschenDu triffst den Nagel auf den Kopf! Für mich war das "Etwas" der imaginäre Inhalt der Zigaretten. Also als filmisches Bild und unter vielen anderen als ein Beispiel genannt. Der Film ist ja voll von diesen Bildenr. Eine Botschaft ist es nicht, eher ein Begehren oder ein Manko oder sonstwas ... Großes Kompliment, dass du dich mit einem Text da rangewagt hast, du umschreibst das "Etwas" da ja auch prima.
P.S. Sorry an LnychFan1706, dass ich da grad immer dazwischenquatsche, merk ich jetzt erst ;-)
LynchFan1706 2011/11/28 19:39:27
Antwort löschenIch hätte so einen Laden auch gern in meinem Dorf! Bei Saturn gibts wahrscheinlich noch nicht mal die DVD! ;-)
ElMagico 2011/11/28 19:40:02
Antwort löschen...und ich hatte Angst, dass das alles für ander völlig unverständlich ist was ich da schreib :)
ElMagico 2011/11/28 19:42:02
Antwort löschenGibts bestimmt....und ein Dorf ist Hof dann ja doch auch nicht ;)
LynchFan1706 2011/11/28 19:48:11
Antwort löschenNein, um Gottes Willen, so meinte ich das auch nicht! Ich schrieb von meinem Dorf: Düsseldorf! Ein Dorf im wahrsten Sinne des Wortes!
ElMagico 2011/11/28 19:50:34
Antwort löschenDu hast ein Luxus-Problem glaub ich :D
LynchFan1706 2011/11/28 20:03:48
Antwort löschenNee, nee, ich wohne in einer Stadt wo folgendes vorherrscht: "Gewollt und nicht gekonnt" und: "Mehr Schein als Sein", glaub mir!
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ElMagico 2011/11/28 20:08:58
Antwort löschenDass wiederum glaub ich dir ungesehen...
LynchFan1706 2011/11/28 20:15:53
Antwort löschenGut! ;-)
Le Samourai 2011/11/20 17:22:03
Kommentar löschenEine Aneinanderreihung von absolut brillant inszenierten, trostlos beklemmenden Szenen. Höhepunkt ist die 17-minütige Sequenz ohne Kamerabewegung oder Schnitt, in der Fassbender einem Priester seine Beweggründe für den Hungerstreik darlegt. Die längste Szene überhaupt in einem "Mainstream"-Spielfilm.
Michael Fassbender mimt den sich zu Tode hungernden Iren mit erschreckender Perfektion. Auf den weiteren Output (beginnend mit dem bald erscheinenden "Shame") von Steve McQueen muss ein Auge geworfen werden, sein Erstlingswerk ist ein hervorragendes Stück verfilmte Zeitgeschichte.
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Oceanic6 2011/11/20 19:43:15
Antwort löschenLiegt bei mir noch rum, wird jetzt aber auf alle Fälle die Tage angeschaut. ;)
Le Samourai 2011/11/20 19:46:41
Antwort löschenHarter Tobak und kein Vergnügen, aber sollte man auf jeden Fall gesehen haben!
chriskaps 2011/11/07 14:39:20
Kommentar löschenVorhersage 8.0, seit Ewigkeiten auf meiner Merkliste, endlich geschafft. Sehr stark gespielt, Bilder die einen richtig mitnehmen. Aber McQueen verwässert meiner Ansicht nach seinen politischen Film durch einen zu starken Focus auf Bobby Sands Hungertod bzw. den Weg dorthin. Bis zu dem Punkt war ich echt fasziniert von McQueens Erstlingswerk. Die letzte halbe Stunde hat mich dann aber leider komplett rausgerissen. Bin trotzdem gespannt auf "Shame".
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arues 2011/07/20 10:34:56
Kommentar löschenWir schreiben das Jahr 1981. In Nordirland sind mehrer IRA Mitglieder im Maze Gefängnis inhaftiert. Der Status als politische Gefangene bleibt ihnen verwährt. Aus Protest gegen diese Tatsache weigern sie sich eine Sträflingsuniform anzuziehen, wie die gemeinen Kriminellen. Zudem waschen sie sich nicht und beschmieren die Wände der Zellen mit Exkrementen. Die Antwort der Wärter: regelmäßige Misshandlungen.
Diese Ausweglose Situation gipfelt darin, dass der Gefangene Bobby Sands einen Hungerstreik ausruft.
Der erste Teil des Films wirkt sehr unterkühlt. Wie eigentlich der gesamte Film, bis auf wenige Szenen. Zudem ist die Erzählweise sehr langatmig. Dies ist aber nicht negativ zu bewerten, sondern lässt dem Zuschauer Raum zum Denken und Platz dafür, die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Selten ist man bei einem Film so auf sich allein gestellt, wie hier.
Zu Beginn ist Hunger kein Film, sondern eine Geschichte, erzählt in Bildern. Man merkt den künstlerischen Hintergrund des Regisseur McQueen doch sehr deutlich.
Am wertvollsten erachte ich eine minutenlange Szene, in welcher der Wärter den Zellengang von Urin, der aus den Zellen herausgelassen wird, säubert. Kein Schnitt. Die Kamera Einstellung bleibt unverändert und McQueen hat den Mut, diese Szene nicht vorzeitig abzubrechen, und sie bis zum Ende fortzuführen. Eine sehr beklemmender Moment! Man hat förmlich den Geruch in der Nase.
Ähnlich gut, eine Szene in welcher die Gefangenen von der gesamten Wärter Schar zusammen geprügelt werden. Einer der Wärter entzieht sich dem. Auf der einen Seite sieht man die prügelnden Kollegen, auf der anderen den verstörten Menschen, der daran nicht teilhaben will, dazwischen eine Wand. Ein überragendes Bild!
Herzstück des Films ist ein Gespräch zwischen Sands und einem ihm bekannten Priester, in welchem der geplante Hungerstreik diskutiert wird. Der Dialog dauert 17 Minuten und wurde als Plansequenz, ohne Schnitt, gedreht.
Auffällig: durch seine fast rein bildliche Erzählweise baut der Film keine tiefere emotionale Ebene zu seinen Darstellern auf. Auch die erwähnte Dialog Szene kann dies nicht kaschieren. Das in Bildern geschilderte Leid der Protagonisten wirkt sehr verstörend. Dennoch, die Charaktere selbst sind nicht greifbar. Man sieht nur eine Silhouette. Das Drehbuch verlässt sich hier voll und ganz auf die visuelle Kraft der Bilder. Aber es funktioniert und schafft eine gewisse Distanz, die dem Zuschauer erlaubt, ein eigenes Urteil über das Gesehene zu fällen.
Besonders im letzten Teil des Films, in denen Sands auf Grund seiner Mangelerscheinungen, sehr mitgenommen und dem Tode nahe ist, entfalten die Bilder eine starke Sogwirkung und man fühlt sich mitten im Geschehen. Es gibt eine POV Szene, in der man deutlich spürt, wie dumpf der Sterbende seine Umwelt nur noch wahrnimmt.
Der Weg vom Entschluss des Hungerstreiks, hin zu Bobby Sands ausgemergeltem Körper, war mir hingegen etwas zu flüchtig. Da hätte der Film sich mehr mit beschäftigen dürfen. Überragend übrigens, welchen körperlichen Einsatz Darsteller Michael Fassbender zu bringen bereit war. Ähnlich wie Christian Bale in The Machinist. Das zollt einem großen Respekt ab!
Ansonsten gibt es nichts zu nörgeln. Ein einzigartiger Film, der einen fesselt und auch noch lange nach dem Abspann nicht mehr los lässt.
Erwähnenswert noch, dass Regisseur Steve McQueen mit diesem Erstlingswerk 2008 die Goldene Kamera in Cannes abräumen konnte. Zudem erhielt der Film einige weitere Preise.
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anninas 2011/05/13 22:33:41
Kommentar löschenEs geht um einen Gefangenen, einen Häftling, einen Freiheitskämpfer, der sein Leben riskiert, als letzte Handlung, um eine Veränderung des politischen Systems zu erzwingen. Dabei lässt Steve McQueen jede einzelne Szenen für sich wirken und gibt ihr Zeit ihre Wirkung zu entfalten. Die scheinbar ruhigen fast hermetischen Szenen wirken auf ihre Weise bedrückend und dienen als Wellen gegen die beklemmenden Felsen des Aufstands, der Erniedrigung, Gewalt und Unterdrückung. Besonders gefallen hat mir die Szene, in der der Aufseher an der Gefängnismauer lehnt, rauchend im leicht fallenden Schnee. Die Kamera nähert sich ihm langsam bis man beobachten kann wie die Schneeflocken auf seinen vom verprügeln wunden Handknöcheln schmelzen.
Auch der Hauptdarsteller lieferte eine erstaunliche Leistung ab z.B. in einem minutenlangen schnittlosen Wortgefecht mit dem Priester. Mal davon abgesehen, dass er sich wahrscheinlich wirklich fast in den Tod gehungert hat, um diese Rolle zu spielen.
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Ripley1 2011/04/11 12:07:13
Kommentar löschenEin Körper-Film, aufgebaut wie ein Triptychon.
Teil eins: Gefängnis. Die IRA-Häftlinge, die um die Anerkennung ihres Status als politische Gefangene kämpfen, wehren sich gegen den brutalen Strafvollzug, indem sie nackt bleiben, nur in Decken gehüllt, und ihre Exkremente einsetzen, um dem Wachpersonal seine Arbeit unerträglich zu machen.
Teil zwei: Dialog. In einer 23-minütigen (!) statischen Einstellung diskutiert Bobby Sands mit einem katholischen Priester darüber, ob sein kompromissloser Hungerstreik, der mit dem Tod enden wird, moralisch gerechtfertigt ist. Bobbys Position wird gefestigt. Vielleicht der stärkste Teil des Films, in dem zwei starke, überzeugende, aber konträre Männer intellektuell aufeinander prallen.
Teil drei: Sterben. Ein größerer Kontrast zu Teil eins ist kaum denkbar: Der ausgemergelte, empfindlich gewordene Körper Bobbys wird behutsam, fast zärtlich vom Pflegepersonal behandelt. Bis er diesen Körper verlässt.
Konsequent, unerbittlich, ergreifend.
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stalker 2011/04/10 00:09:24
Kommentar löschenKnast heißt Schmerz. Könnte man fast vergessen, bei all den Filmen, Filmen, welche gewiss mitunter spannende Geschichten erzählen, von gefallenen Helden und ihrem mühsamen Weg ans Licht, von Gruppen und Hierarchien, von Anpassung und Widerstand, Filmen, die uns vielleicht beklommen machen, aufwühlen, aber doch vor allem unterhalten und uns nach 90 Minuten in unsere heile von belanglosen Problemen erfüllte Welt entlassen.
"Hunger" ist anders. "Hunger" will keine Geschichte erzählen, sondern vielmehr einen für die meisten unerfahrbaren Zustand vermitteln, Erfahrung Knast. Leere, Ohnmacht, Schmerz. Was "Geh und sieh" für den Kriegsfilm, ist "Hunger" für den Knastfilm, ein nichtunterhaltendes Meisterwerk, eine verfilmte Erfahrung.
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alanger 2011/04/10 19:06:23
Antwort löschenoha, 9,5?
muss ich mir als alter knasti doch mal reinziehn.
Moppel1984 2011/02/12 23:31:09
Kommentar löschenIch kann mich leider den positiven Meinungen hier nicht anschließen. Ich fand den Film langweilig und bin zwischendurch eingeschlafen ;)
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Tyler.Fincher 2011/01/05 01:15:44
Kommentar löschenWas für ein Film. Hart, anstrengend und polarisierend, allein schon wegen seiner Struktur. Der größte Teil des Films kommt komplett ohne Dialog aus. Einzig in der Mitte des Films gibt’s einen 16 Minuten langen Dialog ohne Schnitt. Diese Szene sticht daher auch extrem heraus. Allerdings nicht nur weil sie die einzig wirkliche Unterhaltung des Films zeigt sondern auch Bobby Sands Motivation und Charakter beleuchtet. Der Film selbst unterliegt in keinster Weiße der üblichen narrativen Strategie und entzieht sich den gewöhnlichen Sehgewohnheiten. Wie schon gesagt, gibt es wenig Dialog. Bilder sprechen hier mehr als Worte…und was für Worte. Die ersten 40 Minuten zeigen den überaus harten Gefängnisalltag von Maze Prison. Ob mit Exkrementen beschmutze Zellen oder die wohl härteste Art Haare geschnitten kommen, hier wird nichts beschönigt.
Nach Bobbys großer Szene (16 Minuten Dialog) folgt dann sein, mit Qualen begleitendes, Martyrium welches äußert unangenehm (!!!) zu schauen ist. Michael Fassbender ist eine Wucht. Gerade gegen Ende, abgehungert wie Christian Bale in "The Machinist", ähnelt er nur noch einem menschlichen Wrack. Sein physischer Einsatz ist der Wahnsinn. Der Film stellt sein politisches Thema allerdings nie zur großen Diskussion oder ergreift Partei. Hin und wieder bekommt man Radio- oder Fernsehmitschnitte mit aber dabei bleibt es auch. Hier geht’s es um Bobby Sands und zu welchen Mitteln verzweifelte Menschen greifen – auf beiden Seiten.
Intensiv, mitreisend aber auch anstrengend und fordernd aufgrund der Abwesenheit von Dialog und einer ungewöhnlichen Struktur. Michael Fassbender zieht hier alle Register und liefert eine schmerzhafte Performance ab – für ihn und den Zuschauer.
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KeinHeld 2010/12/20 16:23:52
Kommentar löschenDa der Film glücklicherweise nicht "Hunger: The Story of Bobby Sands" heißt habe ich kein Biopic erwartet. Das Leben/Sterben Bobby Sands ist für mich mehr der Rahmen den McQueen gewählt hat um eine Story zu erzählen. Die Handlung des Film wird entweder fast ausschliesslich durch Bilder getragen (dafür sind Filme da!) oder durch den Dialog im Mittelteil des Films. DA hat der Regisseur dann aber auch fast durchgängig konsequent nur eine Einstellung genutzt. Für mich war dieser Teila ber genau so bemessen, dass es weiterging bevor meine Aufmerksamkeit abgeflaut ist.
Der Reichtum an Bildern die ihren Inhalt erläutern können ohne ihn in sonst wertlosen Dialogen herauszuposaunen, die ihre Atmosphäre und Emotion auf den Zuschauer übertragen ohne das Publikum durch entsprechende Musik quasi dazu zu drängen.
Für mich machen diese Punkte "Hunger" im positiven Sinne zu einem Ausnahmefilm. McQueen ist kein Geschichtslehrer, also gibt er keinen Geschichtsunterricht.
McQueen ist kein offizieller oder selbernannter Moralapostel, also schreibt er nicht vor was moralisch ist und was nicht.
McQueen ist ein Künstler und Filmemacher, also liefert er ein Kunstwerk und erzählt eine Geschichte in Bildern.
"Unterhaltung" ist für mich nicht mein Gehirn auzuschalten und einen netten Abend auf dem Sofa zu verbringen. Wenn ein Film stattdessen mit einem Thema, das auf mein Leben keine oder kaum eine Auswirkung hat und allein durch Bilder tiefgreifende Emotionen und Gedanken wecken kann ist das Unterhaltung in Reinform.
Egal ob einem dabei zum Lachen oder zum Heulen zumute ist.
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Hetzer86 2010/12/14 19:30:24
Kommentar löschenDer Film geht unter die Haut, in jeder Hinsicht!
Verzweiflung, Gewalt, Hass, Angst, Loyalität...
Und das alles beängstigend eng eingepfercht in Gefängniszellen!!
Egal wie man zu dem Thema Gefangenbehandlung auch stehen mag, hier werden sowohl Hardlinger als auch auch Hippies gleichermaßen schockiert sein. Wie Menschen andere Menschen behandeln können und vor allem aus welchen Beweggründen, wird immer und überall eine unlösbare Frage darstellen.
Der Film hat selbstverständlich auch keine Antwort parat, rückt aber die Frage selbst klarer ins Bewusstsein.
Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven!
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maslobojew 2010/11/15 21:49:10
Kommentar löschenEin sehr bedrückender Film, der mich als Zuschauer darüber verzweifeln lässt, mit welchen extremen Mitteln auf beiden Seiten - unversöhnlich gegeneinander - agiert wird (wurde).
Die körperliche Seite bezogen auf die Beteiligten (auch die Wärter) wird sehr kunstvoll betont. Diese Darstellungsweise bricht mit den herkömmlichen Sehgewohnheiten - was dem Film aus meiner Sicht seine besondere Wirkung verleiht.
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metal1bob 2010/10/27 19:24:47
Kommentar löschenHart und unbequem, aber richtig gut, einige Szenen und das Gesamtbild sind schon sehr redikal und brutal, was dem Thema entspricht. Es wird wenig gesprochen und kommentiert, meist wird man den Szenen ohne Erklärung ausgesetzt. Die Ausnahme macht eine lange, ungeschnittene Dialogszene, die fast ein Viertel des Films einnimmt und die Umstände beschreibt. Sehr empfehlenswert, wenn man gerade einen tiefgehenden Film sehen will, der mit Unterhaltung wenig zu tun hat.
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stuforcedyou 2010/09/21 09:46:07
Kommentar löschenDie wahre Geschichte des Bobby Sands wird von Autor und Regisseur McQueen in kunstvolle wie verstörende Bilder gepackt. "Hunger" lebt von diesen Bildern die sich am Sehnerv anhaften und dort lange verweilen, viel geredet wird hier nicht, wenn man von einer längeren Dialogszenen absieht. Durch diesen verbalen Verzicht umschifft "Hunger" elegant die große Gefahr für eine politische Seite Partei zu ergreifen.
Ein wirklich großartige Leistung liefert Schauspieler Michael Fassbender, bekannt aus "300" und "Inglorious Basterds", hier ab. Seine Darstellung des Bobby Sands fesselt und schockiert. Wenn Sands gegen Ende voll und ganz von der letalen Morbidität seines Hungerstreiks eingeholt ist und vor sich hin siecht, dann findet der Film dafür nüchterne wie harte visuelle Ausdrücke, die er immer wieder mit poetischen Zwischentönen untermauert, was sich der Film mit teils zähen Ausdehnungen und unnötiger Komplexität erkauft.
"Hunger" ist definitiv kein Unterhaltungsfilm, kein Werk für einen gemütlichen Abend vor der Flimmerkiste. "Hunger" ist ein Film wie ein Faustschlag in die Magengrube. Der Film sorgt für Beklemmungen, für Trauer und innere Ohnmacht und dies erreicht er mit völliger Aufrichtigkeit und einem enormen künstlerischen Anspruch. Für solche Filme bin ich wirklich dankbar.
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Nerwus 2010/08/24 15:24:31
Kommentar löschenWenn man den Film vom Weiten betrachtet sieht man über 30 Minuten Bilder. Es wird kaum ein Wort gesprochen, Handlung schwer nachzuvollziehen, da ein Szenario unkommentiert das andere jagt. Mittendrin folgt ein 20 Minuten langer, unspektakulärer Dialog des Hauptcharakters mit einem Priesterin dem alle Zusammenhänge ans Tageslicht kommen und der Zuschauer erst erfährt was überhaupt Sache ist. Darauf folgt wieder für den Rest des Films ein Mitschnitt mehrerer Szenarien, wo kaum ein Wort gesprochen wird …
Betrachtet man den Film aus der Nähe, und der Film erlaubt dem Zuschauer wirklich sehr, sehr nah heranzukommen, sieht man einen brutalen Krieg der kaum in Worte zu fassen ist. Einen Krieg den einzelne Männer dem System erklärt haben. Man sieht aus nächster Nähe den Schmerz, die Qual, das Elend das die Beteiligten in dem Krieg erleiden. Dramatische, heftige, brutale, ekelige Bilder und der Zuschauer ist mittendrin. Geschichtliche Hintergrundinformationen zur IRA und dem Hungerstreik sind nicht zwingend notwendig um dem Ganzen folgen zu können. Mit Sicherheit nicht der beste Film, aber von seiner Machart EINZIGARTIG.
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Sigmund 2010/07/28 16:11:44
Kommentar löschenEindringlicher Film, der es durch seinen getragenen Rhythmus und einige tolle Bildideen versteht, die schwer vorstellbaren Gefängnis-Zustände sinnlich erfahrbar zu machen. Was den Film obendrein so relevant macht, ist sein Kontrast zum heutigen Zeitgeist, der sich in der fast unglaublichen Konsequenz ausdrückt, mit der die Inhaftierten im Sinne ihrer Überzeugungen, ihres Glaubens, ihrer Ideale handeln – und was sie dafür bereit sind zu geben.
Bleibt die etwas bittere Frage, wohin sich im Europa der letzten 30 Jahre die Suche nach Sinn, Wahrheit und Gerechtigkeit verflüchtigt hat.
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dbeutner 2010/02/14 23:21:27
Kommentar löschenLorion42' Kommentar bringt im ersten Absatz den Inhalt gut auf den Punkt, das hätte ich sonst fast genauso geschrieben. Und dennoch möchte ich mit dem Film weniger hart ins Gericht gehen. Gerade mit wenigen Tagen Abstand entwickle ich vor dem Film doch einen gewissen Respekt. Vielleicht liegt's aber auch an der Ausgangssituation des Betrachters, was er mit dem Film und seiner sehr eigenen und gegen den Strich gebürsteten Dramaturgie anfangen kann.
Man erfährt so gut wie nichts über den Irland-Konflikt. Wenn man den Film also als irisch-spezifischen Film sehen möchte, sollte man einen guten Grundstock von Basiswissen mitbringen. Verfüge ich nur in Ansätzen drüber. Aber doch so viel, dass ich den Film zumindest einordnen konnte.
Als Knastfilm ist er in seiner Härte und Unnachgiebigkeit wiederum etwas zu überspitzt, um Generalität in Anspruch zu nehmen - so wie die Härte und Unnachgiebigkeit des Irlandkonflikts eben "etwas überspitzt" sind. Dennoch ist das Thema Entmenschlichung von Gefangenen schon gut auf den Punkt gebracht, und das hat natürlich durchaus gewisse aktuelle und vergleichende Züge. Auch wenn die interne Entwicklung und Diskussion zum Hungerstreik nicht thematisiert wird (was ich tatsächlich als Schwachpunkt empfinde, auch wenn der Film sehr bewusst Lücken lässt, geradezu riesige Lücken ihn auszumachen scheinen) - so wird doch der "Alltag" ausreichend beschrieben, um einen solchen Entschluss nachvollziehen zu können - abseits jeder politischen "Verblendung".
Beeindruckend die eingespielten Statements von Margaret Thatcher - die auch ohne den Film schon ausreichend brutal, höhnisch, achundwasweißichalles sind. Aber im Film kommt das dann durchaus besonders dicke.
Kurzum: Der Film hat mich mehr beschäftigt, als ich es zunächst erwartet hätte. Kein Spaß, ganz sicher nicht, extrem gewalttätig - aber tja, darum geht's ja. Wer also ein Faible dafür hat, sich mit Knast, Repression, Entmenschlichung und Widerstand zu beschäftigen, für den ist es schon irgendwo ein MustSee. Ein außergewöhnliches, und vielleicht kein "tolles". Aber ein Film, der sich seinen Standpunkt erspielt.
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