Hwal - der Bogen

Hwal (2005), KR/JP
Laufzeit 89 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.07.2006

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5.2 Kritiker
9 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.3 Community
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von Ki-duk Kim, mit Seong-hwang Jeon und Yeo-reum Han

Ein alter Mann und ein Mädchen leben alleine auf einem Boot. Seit der Fischer das Mädchen im Alter von sechs Jahren bei sich aufnahm, hat sie das Boot nicht verlassen. Mittlerweile ist sie 16 und in drei Monaten soll die Hochzeit der beiden sein. Die intimen Rituale, die sie schweigend begehen, werden jedoch jäh unterbrochen, als ein junger Student, der das Boot besucht, das Interesse des Mädchens weckt. Der Bogen, mit dem der Mann sonst Orakel oder auch zarte Melodien spielt, entwickelt sich zum Gegenstand sexueller Macht und bringt die Schicksalsgemeinschaft auf dem Boot aus dem Gleichgewicht.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Hwal - der Bogen

Ciprian David: NEGATIV

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8.5Ausgezeichnet

...Ein Rhythmus des Zusammenlebens ergibt sich eben aus diesen Ritualen, sanft begleitet von den leisen Wellen des Meeres. Zeit im klassischen Sinne wird nur davon abhängig gemacht. Manifest werden in dieser Hinsicht vom alten Mann nicht nur die Eindringlinge aus der Außenwelt zurückgewiesen, sondern auch „ihr“ Zeitverständnis: der im Kalender vorgeschriebene Rhythmus wird nach und nach verformt, manipuliert, um schließlich außer Kraft gesetzt zu werden.

Doch die Welt außerhalb des Kosmos der zwei Charaktere dringt in diese Harmonie ein, und zerstört sie nach und nach. Aus einem gemeinsamen Lebensstrang entwickeln sich zwei unterschiedliche. Einerseits das traditionelle, verkörpert durch den alten Mann, der in seiner Weltvorstellung haftet. Das Mädchen ist für ihn die halbe Welt geworden, so kann er keinen anderen Weg zurück in die Natur gehen, als durch die zeremonielle Heirat. Eher will er sich durch ihr nicht darauf rücksichtnehmendes Weggehen das Leben nehmen, als ohne die Erfüllung dieses letzten Rituals weiterzuleben....

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Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

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6.0Ganz gut

[...] Kim Ki-Duk vereint in seiner zwölften Regiearbeit all jene Motive, die auch sein etwas schizophrenes Oeuvre begründen: Die unmittelbare Gewalt wird (wenn auch stark chiffriert) ebenso eingearbeitet wie die meditative Sinnlichkeit seiner letzten Werke. "Hwal - Der Bogen" ist aber weitaus mehr als ein simples Ki-Duk-Best Of. In großartigen Bildkompositionen erzählt er eine konventionelle Geschichte über das Erwachsenwerden, die mit ihren patriarchalischen Motiven radikal bricht. [...]

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Kommentare (6) — Film: Hwal - der Bogen

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dustyOn3

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Bewertung9.0Herausragend

Sacht, jedoch 100% vernehmbar. Sensibel. Signifikant.
Das dürften die wohl drei Hauptaugenmerke dieses Films sein. Kim Ki-duk lässt die Protagonisten ohne viele Sprechpassagen ihr Handwerk ausüben. Und das mit Erfolg.

Selten habe ich einen so emotionalen Film gesehen, welcher mich derart berührt hat. Nach den ersten 10 Minuten des Films, sowie der typischen Filmbeschreibung habe ich mit einer gewöhnlichen Hollywood-Romanze gerechnet. Doch da ich die DVD schon einmal in den Händen hielt, konnte ich den Film auch einfach gucken. Was sprach auch dagegen? Zufälligerweise unterhielt ich mich vor und nach dem Film mit einer koreanischen Freundin.

Mal ganz davon abgesehen, dass Han Yeo-reum wirklich eine äußerst süße Person ist, hat mich "Hwal" wirklich tief berührt. Der Film wirkt absolut nicht überzeichnet und strahlt dank seiner wortkargen Aura ein ganz spezielles Feeling aus. Wer diesen Film nicht verstanden hat, der kann sich emotional wohl grundsätzlich nicht auf derartige Werke einstellen.

Jeon Seong-hwang, welcher den alten Mann an Bord des Schiffes spielt, richtetete ich abwechselnd Mitgefühl und Hass entgegen. Im Allgemeinen besticht der Film gerade zu vor allem durch die schauspielerischen Fähigkeiten von ihm und Han Yeo-reum.

Ich bekenne mich als "Hwal"-Fan und kann jedem Liebhaber von Drama & Co. diesen Film uneingeschränkt empfehlen.

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agynessa

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Bewertung2.5Ärgerlich

Komischer Japsenfilm. Dämlich gespielt, blöde Story und man fragt sich wie so oft bei solchen Filmen warum die Darsteller ihren Mund nicht aufbekommen.

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Stefan Ishii

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Ich würde so gerne auf diesen Kommentar reagieren, leider fällt mir einfach nicht viel ein, dass nicht schon von Ripley1 angesprochen wurde (witzige Antwort übrigens!). Und irgendwie fehlen mir einfach die Worte (hihi, wie passend) hinsichtlich solcher Ignoranz.

Okay, die Art des Filmes gefällt dir nicht... Tja, er ist wohl einfach nicht für dich gemacht. Und es ist so eminent wichtig, dass "die Darsteller ihren Mund nicht aufbekommen".

PS: Wem willst du hier ernsthaft glauben machen, dass du nicht Japan meintest?

PPS: Geld kam vielleicht zwar teilweise aus Japan, der Film wurde jedoch nahezu vollständig von koreanischen Personen produziert und dargestellt.


agynessa

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Autsch....


8martin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Dieses Mal hat der große Magier der Bilder wohl nicht gezaubert. Er erzählt nur ein symbolträchtiges Märchen. Vom alten Mann und dem jungen Mädchen. Beide sind sonderbare Figuren, die sowohl namenlos als auch wortlos sind. Sie flüstern nur manchmal, leben auf einem Schiff, wo der Alte etwaige Nebenbuhler unter den Angelgästen abwehren muss. Das tut er mit Hilfe seines Bogens. Ein junger ’Prinz’ erobert ihr Herz. Es läuft auf eine Kraftprobe zwischen den beiden Männern hinaus. Es siegt letztlich die Tradition. Bei der angedeuteten hochzeitlichen Vereinigung des Alten mit dem Mädchen wird der Pfeil zum Penisersatz, die Defloration farblich unterlegt. Das Ende ist bewusst nicht klar erkennbar, nur das nachgereichte Motto kann eine Erklärung sein: „Stärke und ein wunderschöner Klang, so wie er von einem angespannten Bogen kommt. So will ich bis zu meinem Tode leben.“ Der titelgebende Bogen ist also sowohl todbringende Waffe als auch ein wohlgefühl-lieferndes Musikinstrument. Und während man noch über den Ausgang der Geschichte nachdenkt, stellt man fest, Kim Ki-duk hat uns doch wieder verzaubert.

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kikiriki

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ausgezeichnetes Drama, sehr empfehlenswert. Still und schön.

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JimiHendrix

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein seltsamer und fremder erster Kontakt zu einem Werk von Kim Ki-duk.

Ein Boot, zwei Menschen die in einer gegenseitigen Abhängigkeit zueinander gefangen sind und fast nur mit Gesten kommunizieren. Das sind die zuschauerwiedrigen Umstände, in die uns Ki-Duk hineinverfrachtet.

Die Story ist etwas bizarr und dementsprechend thematisch auch sehr ansprechend. Im Mittelpunkt der Thematik steht ein alter Mann, welcher vor 10 Jahren ein sechsjähriges Mädchen, welches ihm zulief, mit auf sein in der See auf Anker liegendes Boot schaffte, um es dort, isoliert von der Außenwelt, groß zuziehen.
Die beiden fühlen sich seelisch einander tief verbunden, der Alte kümmert sich um die sechzehnjährige wie um eine Tochter, dennoch weiß man nicht so ganz was er wirklich im Schilde führt.

Der Inhalt bietet viele interessante Denkansätze und ich kann die Handlungsweisen der beiden Hauptcharaktere durchaus nachvollziehen, was dieses Werk von Ki-duk trotz seiner speziellen Story nicht realitätsfern oder abgehoben erscheinen lässt.

Das Ende ist recht schwierig zu bewerten, da wird einiges an Interpretationspotenzial gefordert.

Die Atmosphäre von Hwal-der Bogen war mir ein wenig zu ruhig, obwohl ich mich recht schnell dran gewöhnt hatte. Der Film lebt von den puren emotionalen Ausdrücken, sinngefüllte Dialoge sind nicht vorhanden, was aber nicht weiter störend ist.

Die Musik ist traditionell koreanisch gehalten, was die Thementiefgründigkeit nochmals unterstreicht. Die immer gleiche Musik, in der sich aber trotzdem spirituelle Kraft widerspiegelt, ist genauso eintönig, wie das Leben der beiden Schiffsbewohner.

Auf solch einen leisen Film muss man wirklich Lust haben, sonst braucht man sich ihn gar nicht erst zu Gemüte führen. Er hat definitiv kleine Schwächen, was die Inszenierung angeht, aber für Fans des eher ruhigen Kinos ist er bestens geeignet.

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JimiHendrix

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hehe danke ;)

ja bin-jip habe ich schon ewig auch dem zettel, der is genauso ruhig oder?


BigDi

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Also "Hwal" habe ich jetzt nicht gesehen, aber ausgehend von deinem Kommentar würde ich sagen, dass er meistens ähnlich ruhig ist, aber auch hin und wieder eskaliert. Auf jeden Fall einer der faszinierendsten Filme, die ich je gesehen habe. ;)


Miike

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Für mich bisher das Werk von Kim Ki-duk, zu welchem ich bis jetzt am wenigsten Zugang gefunden habe. Es ist eine Geschichte über zwei verknüpfte Leben, Mann und Frau, Jung und Alt. Beide können ohne den anderen nicht sein und sind gefangen in ihrem Dasein. Die Abhängigkeit des Mädchens von ihrem "Stiefvater" ist enorm, sowohl emotional, da ansich einzige Person mit der sie in Kontakt kommen kann. Jeglicher andere Kontakt wird vom alten Mann unterbunden. Als auch auf der versorgerischen Seite da nur der Mann Nahrung und Kleidung besorgen kann. Die Story ist sehr gut inszeniert wie in allen Werken von Ki-duk jedoch war es mir ein wenig zuviel der Symbolik, vorallem das schon surreale Ende ist schwer nachzuvollziehen. Ich werde mir den Film noch ein paar mal reinziehen müssen um ein wenig mehr zu verstehen. Aber alles in allem wieder ein wunderbarer Film, bei dem man deutlich seine künstlerische Handschrift ablesen kann.

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