I Love You Phillip Morris ist sehr intelligent gemacht: Der Film thematisiert eine höchst ungewöhnliche Beziehung, […] in der homosexuelle Liebe und Sex meisterhaft und leidenschaftlich von den zwei Hauptcharakteren dargestellt werden, obwohl sie nur ein Teil der Geschichte sind. Der Film schafft einen Sinn für mitfühlende Ausgelassenheit, indem er große romantische Gesten und tiefen Verrat nebeneinander stellt.
Was ist daran intelligent, wenn dies a) eine Geschichte ist, die das Leben schrieb, b) ein Gauner schwul ist und c) eine Liebesgeschichte parallel zur kriminellen Obsession abläuft?
I Love You Phillip Morris ist weniger eine Komödie als vielmehr eine urkomische Tragödie, die Jim Carrey in einer seiner schwierigsten Rollen seit Cable Guy - Die Nervensäge zeigt und in der er einen Charakter spielt, der so kriminell und so schwul ist, dass er das Publikum gleichzeitig zum Staunen und zum Lachen bringen dürfte.
Es ist eine ausgefallene Geschichte, die auf jeden Fall erzählenswert ist, aber Jim Carrey kann der Versuchung nicht widerstehen, das Ganze in einen schlechten Witz im Dragqueen-Gewand zu verwandeln.
Die Geschichte und der Stil sind ziemlich wild durcheinander gemixt, wodurch sie ein wenig unzugänglich werden. Zugegeben, der ganze Film ist ein ästhetischer Mischmasch, was für den Zuschauer ziemlich verwirrend ist.
[In I Love You Phillip Morris wird klar], dass die Filmemacher mit ihrem Erstlingswerk den Mund eindeutig zu voll genommen haben. Die Ästhetik schwankt zwischen kompetent und amateurhaft, und der Ton ist ziemlich undiszipliniert. Es hilft, dass Jim Carrey und Ewan McGregor alles aus ihren […] Charakteren rausholen.
In I Love You Phillip Morris findet Jim Carrey das perfekte Ventil für seine durchgeknallte Energie. […] Steven ist sowohl extremer Romantiker, als auch Soziopath, was den Filmemachern die Möglichkeit gibt, mit verschiedenen schwulen Stereotypen zu spielen.
I Love You Phillip Morris ist wieder einmal ein missglückter Versuch von Jim Carrey zu alten Erfolgen aufzuschließen. Ihm selbst trifft zwar gar keine Schuld daran, aber dies ändert nichts daran, dass der Film ein unausgegorenes Sammelwerk an mauen Witzen und abgestandenen Zoten ist, dem jedes Gefühl für die Figuren fehlt. An manchen Stellen lässt sich der Charme der Geschichte und das Potential der emotionalen Ebene erkennen, aber man hat sich dazu entschlossen lieber zur Gänze auf die simple Hochstaplermentalität zu setzen und einige einfache Gags herauszukitzeln. Deshalb braucht man sich auch nicht wundern, dass das Ergebnis eher enttäuschend ist.
Diese romantische Komödie bringt frischen Wind in das Genre. Ja, weil es zur Abwechslung mal wieder um Mann und Mann geht, statt um Mann und Frau, wobei sich die Geschichte wohlgemerkt gar nicht in eine Hetero-Version umdichten ließe, ohne sie grundlegend zu verändern. „I Love You Phillip Morris“ gelingt der Spagat zwischen augenzwinkernd aber nicht veralbernd dargestellter Homosexualität und echter Romantik. [...]
Der Film ist im wahrsten Sinne des Wortes erfrischend anders, Ewan McGregor und besonders Jim Carrey (in seiner besten Rolle seit gefühlten zehn Jahren) spielen super und einige Gags treffen voll ins Schwarze. Aber ehrlich gesagt ist mir der Film in weiten Teilen einen Ticken zu schwul. Das ist jetzt keinesfalls abwertend gegenüber Homosexualität gemeint, sondern soll lediglich heißen, dass mir eine Identifikation mit den Figuren, insbesondere in den "romantischen" Szenen, nicht wirklich gelang. Der Film spricht eindeutig eher eine homosexuelle Zielgruppe an, was sich auch darin zeigt, dass so ziemlich alle erdenklichen Schwulenklischees auf's Korn genommen werden, diese aber dankbarer Weise nicht wie üblich dazu genutzt werden, um Homsosexualität zu diffamieren. Lobenswert.
Dass ich mich meist nicht angesprochen gefühlt habe, ist aber nicht mein Hauptkritikpunkt. Viel störender ist, dass sich schön derber Humor urplötzlich mit Romantik abwechselt, die sogar zeitweise in Rührseligkeit abdriftet. Insofern schließe ich mich einigen anderen Reviews an: Das Gesamtpaket soll abwechslungsreich sein, wirkt aber unausgegoren und daher nicht vollkommen überzeugend.
Ficarras und Requas Film ist keineswegs perfekt, die Erzählfolge von hinten heraus ist ebenso unnötig, wie einige andere Elemente. Der große Vorzug von "I Love You Phillip Morris" ist jedoch, dass der Film dennoch stimmig ausfällt, auch in seinen redundanten Momenten nie langweilt. Zudem erachtet der Film seine homosexuelle Rollenbesetzung als selbstverständlich und rückt sie daher bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht in den Vordergrund. Dies alles verleiht ihm einen erstaunlich reifen Ton.
Schon die Kombination vom meist blödelnden Komödianten Jim Carrey und dem extrem vielseitigen Charakterschauspieler Ewan McGregor überrascht. Dass beide ein schwules Pärchen in der oft überdrehten und unausgewogenen Liebes-Komödie „I Love You Phillip Morris“ spielen, irritiert, sollte aber kein Problem sein. Wie der Film mit seiner an sich reizvollen Geschichte umgeht, ist allerdings ein großes Problem: Unentschieden zwischen Farce und großem Gefühl, lässt sich „Phillip Morris“ nur als Nummern-Revue mögen.
Der Film ist zweifellos eine über weite Teile schwungvolle, gutgelaunte und in der unkrampfigen Darstellung der Schwulen-Beziehung auch mutige Komödie, zumindest im Kontext eines Mainstreamfilms, der auch über die schwule Zielgruppe hinaus Zuschauer erreichen möchte. Ich habe eh einen Faible für das Con-Genre, ob nun in Klassikern wie “Der Clou”, “Der tolle Mr. Flim-Flam” oder neueren Werken a la “Catch me if you can” oder der genialen BBC-Serie “Hustle”. Und gerade in der Disziplin vermag der Film auch am meisten zu überzeugen. Carrey ist schon ziemlich großartig als Hochstapler und Trickbetrüger, der auf den Füssen denkt und sich mit schierer Chuzpe und Improvisationstalent immer wieder aus scheinbar aussichtslosen Situationen herausmanövriert. Das ein Großteil der Cons zumindest so ähnlich tatsächlich passiert sind, gibt dem ganzen Film eine besondere Würze.
Carrey springt mühelos zwischen den Situationen hin und her und stellt eine gerissene…
Der Film ist zweifellos eine über weite Teile schwungvolle, gutgelaunte und in der unkrampfigen Darstellung der Schwulen-Beziehung auch mutige Komödie, zumindest im Kontext eines Mainstreamfilms, der auch über die schwule Zielgruppe hinaus Zuschauer erreichen möchte. Ich habe eh einen Faible für das Con-Genre, ob nun in Klassikern wie “Der Clou”, “Der tolle Mr. Flim-Flam” oder neueren Werken a la “Catch me if you can” oder der genialen BBC-Serie “Hustle”. Und gerade in der Disziplin vermag der Film auch am meisten zu überzeugen. Carrey ist schon ziemlich großartig als Hochstapler und Trickbetrüger, der auf den Füssen denkt und sich mit schierer Chuzpe und Improvisationstalent immer wieder aus scheinbar aussichtslosen Situationen herausmanövriert. Das ein Großteil der Cons zumindest so ähnlich tatsächlich passiert sind, gibt dem ganzen Film eine besondere Würze.
Carrey springt mühelos zwischen den Situationen hin und her und stellt eine gerissene Form von übersteigertem Selbstbewusstsein zur Schau, die dem echten Steve wohl zur Ehre gereicht (der auf Anfrage meinte, er bleibe nur so lange im Knast, bis das Buch dass über ihn geschrieben werde fertig sei). Und auch die egoistische, durchaus oberflächliche Szene-Schwuppe kann Carrey gut geben – seine Beziehung zu seinem ersten Kerl erscheint stimmig und glaubhaft.
Schwieriger wird das Ganze in dem Moment, als sich die große Love-Story entwickelt. Das Drehbuch trifft hier weniger Schuld, denn es nimmt sich viel Zeit und hat auch durchaus viele niedliche Einfälle, wenn es das langsame, ungelenke Kennenlernen zwischen dem mädchenhaft, naiv-schüchternen Phillip Morris und dem extrem-forschen Steven Russel zeigt. Rein objektiv mangelt es nicht an Beziehungsszenen, ob nun in hübschen Montagen oder in den Skizzen ihres Ehelebens. Woran es mangelt ist die Chemie zwischen den Hauptdarstellern. So gern ich es auch möchte und so gern ich den Film als Ganzes mag: Carrey und der in breitem Texasdialekt die Unschuld vom Land spielende McGregor lassen leider so gar keine echten Gefühle aufkommen. Sobald es emotionaler wird und sie sich ihre Liebe von Angesicht zu Angesicht gestehen, wenn sie miteinander herummachen, dann wirkt es nicht wie echte Zärtlichkeit oder Geilheit sondern wie zwei Schauspieler die sorgsam einstudierte Choreographien durchgehen.
Was verwundert, denn beide sind gute Schauspieler und haben dies auch schon oft genug bewiesen. Carrey ist spätestens seit dem Mondmann über jeden Zweifel erhaben, dass er schwierige Charaktere und große emotionale Momente glaubhaft bewältigen kann und bei McGregor gab es darüber nie Zweifel. Und doch funkt es nicht zwischen den beiden. McGregors Morris st nicht das Yang das Carreys aufgedrehtes, hyperintelligentes Ying ergänzt, er bleibt ein blasses Puttchen-Brammel, bei dem man sich immer fragt, warum sich Steven sofort in ihn verliebt. Und Carreys Mimik, die für seine Con-Man-Szenen so gut passt, ist hier einfach nicht ernsthaft genug. Die Gefühle wirken hohl und das schadet dem Film, der uns glauben machen will, dass die Liebe zu Phillip das Einzige ist, was an Steven real ist. Da helfen auch Tränen und brüchige Stimmen nichts – dieses Pärchen ist im Zusammenspiel leider nicht gerade ein Glücksgriff. Nicht umsonst sind die emotional glaubhaftesten Szenen die, in denen sie getrennt sind.
Wenn Phillip seine Angst überwindet und hinaus in den Hof läuft um dem abfahrenden Steven nachzusehen, dann berührt das schon, genauso wie sein tränenrühriges Telefonat mit dem vermeintlich sterbenden Steven. Doch sobald beide direkt miteinander spielen, wird es unglaubwürdig.
Das der Film trotzdem als Ganzes funktioniert liegt daran, das die Liebesgeschichte eben letztlich doch der McGuffin ist und nicht der Kern. Wie “Catch me if you can” geht es letztlich um den Conman selbst, darum was es mit einem Menschen macht, wenn Scharade und Betrug zu seinem Lebensstil werden und wieviel echte Person übrig bleibt, wenn alle falschen Identitäten gefallen sind.
Sehr schöne Kritik, Batzman! Ich empfand die beiden als Paar jedoch als sehr glaubhaft und was mich am meisten berührt hat, ist, dass Schwulsein nicht als problematisch dargestellt wurde. Carreys Ehefrau (von Leslie Mann gespielt) geht beispielsweise extrem locker damit um, wie auch alle anderen Charaktere. Das Drehbuch ist ganz klar darauf aus, eine Geschichte zu erzählen, in der Homosexualität keinen Tabubruch oder kein Nachdenken über Toleranz/Intolernanz erzeugen soll, sondern einfach existiert und in diese Richtung sollten meiner Meinung nach mehr Filme gehen. Keine Brokeback-Mountain-Tränendrüse, keine tuntiges Robin-Williams-Komödie, sondern einfach mal ein netter Liebesfilm im Con-Gewand, in dem sich eben zwei Männer sehr lieben.
Bei all dem, was I Love You Phillip Morris richtig macht, bei all dem Spaß, den er als Con-Man-Film macht, ist es daher doppelt schade, dass er als Liebesfilm eben kaum funktioniert. Trotz dem Versuch, die Beziehung von allen Seiten zu zeigen, trotz einiger schöner Szenen (eine Szene, in der Russell in ein anderes Gefängnis verlegt wird, kann zum Beispiel auch emotional überzeugen) glaube ich den beiden Hauptdarstellern einfach nicht, dass ihre Figuren sich tatsächlich lieben. Das macht I Love You Phillip Morris nicht zu einem schlechten Film, im Gegenteil ist er eine angenehm un-mainstreamige Komödie und lohnt auf jeden Fall den Kinobesuch - aber mit der großartigen Geschichte, den vielen guten Ansätzen und der eigentlich guten, nur eben nicht "funktionierenden" Besetzung, hätte er noch so viel besser sein können.
In diesem Film lernt man viel über Amerika. Wem bislang dieses Land noch nicht suspekt war, dem wird es das jetzt trotz Obama spätestens. Wenn ich es nicht im Presseheft gelesen hätte, würde ich nie im Leben glauben, dass diese verrückte, märchenhafte Geschichte sich tatsächlich zugetragen hat: Sich selbst zum Anwalt ernennen ohne Jurastudium, einen Prozess kurzerhand ins Richterzimmer verlegen, eine Romanze im Knast- hanebüchen und doch so wahr! Der wirkliche Steve Russell wurde übrigens vor seinem letzten Ausbruchversuch aus dem Gefängnis zu 144 (!) Jahren Haftstrafe verurteilt. Auch so eine Verrücktheit fällt wohl nur den Amis ein.
McGregor hat eine solche Rolle schon einmal virtuos absolviert, 1999 in "Das schnelle Geld - Die Nick-Leeson-Story". Diesmal gibt er allerdings nur das Objekt der romantischen Begierde. Das Blendwerk bleibt allein Jim Carrey vorbehalten. Der spielt den Schwulen wie den Hochstapler mit derselben Affektiertheit, ganz so, wie er einst "Die Maske" oder den Riddler in "Batman 3" angelegt hat.
Hinter seiner Fassade verbirgt sich eigentlich gar nichts. Das ist der einzige Makel in dieser wirklich unglaublichen Komödie. Womöglich sagt aber sogar diese Nullstelle noch mehr über unsere hochstapelnden Zeiten aus, als uns lieb ist.
[...] “I Love You Phillip Morris”, der trotz seines irreführenden Titels nichts mit dem gleichnamigen Zigarettenhersteller gemein hat, ist eine klassische Betrügerkomödie. Nicht so raffiniert und stilsicher wie Steven Spielbergs sehr ähnlicher “Catch Me If You Can”, aber gewiss doppelbödiger. Denn die beiden Regisseure Glenn Ficarra und John Requa erzählen keineswegs eine gewöhnliche Gaunergeschichte, die lediglich die Konvention des klassischen Liebespaares gegen eine schwule Beziehung eintauschen würde. Sondern der, wenn man ihn so nennen will, Geschlechterbruch ist hier als gezielte Provokation zu verstehen und damit ursächlich für die mutigste und cleverste Hollywoodkomödie seit Jahren. [...]
Eigentlich ist Steven Russell (Jim Carrey) schwul und weiß dies auch, nur zugeben will er es (noch) nicht. Und so lebt der erfolgreiche Geschäftsmann scheinbar glücklich mit Ehefrau, Kind und als engagiertes Kirchenchormitglied im spießigen-konservativen Texas. Ein Autounfall, der ihm beinahe das Leben kostet, lässt ihn jedoch umdenken. Von nun an soll Schluss sein mit der Lebenslüge: Steven hat sein Coming Out, verlässt seine Familie und beginnt ein neues, schwules Leben in Miami. Dies zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass er so richtig die Sau raus lässt und über seine Verhältnisse lebt: Teure Klamotten, Restaurants, Autos und Geschenke sorgen dafür, dass sein Bankkonto bald unter akuter Schwindsucht leidet. Also verlegt sich Steven auf größere und kleinere, mal mehr und mal weniger originelle Betrügereien zur Geldbeschaffung, die jedoch lediglich dazu führen, dass er im Gefängnis landet. Dort trifft er auf den schüchternen Phillip Morris (Ewan…
Eigentlich ist Steven Russell (Jim Carrey) schwul und weiß dies auch, nur zugeben will er es (noch) nicht. Und so lebt der erfolgreiche Geschäftsmann scheinbar glücklich mit Ehefrau, Kind und als engagiertes Kirchenchormitglied im spießigen-konservativen Texas. Ein Autounfall, der ihm beinahe das Leben kostet, lässt ihn jedoch umdenken. Von nun an soll Schluss sein mit der Lebenslüge: Steven hat sein Coming Out, verlässt seine Familie und beginnt ein neues, schwules Leben in Miami.
Dies zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass er so richtig die Sau raus lässt und über seine Verhältnisse lebt: Teure Klamotten, Restaurants, Autos und Geschenke sorgen dafür, dass sein Bankkonto bald unter akuter Schwindsucht leidet. Also verlegt sich Steven auf größere und kleinere, mal mehr und mal weniger originelle Betrügereien zur Geldbeschaffung, die jedoch lediglich dazu führen, dass er im Gefängnis landet.
Dort trifft er auf den schüchternen Phillip Morris (Ewan McGregor), in den er sich Hals über Kopf und unsterblich verliebt. Von nun an tut Steven alles, um seiner großen Liebe nahe zu sein, und es gelingt ihm in der Tat, dass beide sich eine Zelle teilen können. Und als Steven schließlich vor Phillip entlassen wird, erkämpft er als selbsternannter Anwalt sogar dessen Freilassung.
Die beiden bauen sich ein gemeinsames Leben in Freiheit auf und Steven sorgt als Finanzchef eines großen Unternehmens dafür, dass dies in Saus und Braus geschieht. Dass er von Buchhaltung und Finanzen eigentlich gar keine Ahnung hat und sich den Job nur clever und dreist erschwindelt hat, führt dazu, dass er bald wieder im Knast landet und damit erneut von Phillip getrennt ist. Doch Steven hat noch ein paar Tricks auf Lager und lässt nichts unversucht, seinen Gefängnisaufenthalt so kurz wie möglich zu gestalten.
Diese Hochstapler-Komödie erzählt eine wahre Geschichte, so wird es im Vorspann dem Zuschauer bereits nachdrücklich versichert. Steven Russell ist somit eine Art amerikanischer und schwuler Hauptmann von Köpenick, den Jim Carrey in gewohnt durchgängig überdrehter und somit leicht nerviger Manier als einen nicht zur Ruhe kommenden Gernegroß spielt. Entsprechend kann ein naiv-schüchterner Ewan McGregor in diesem ganz auf seinen Kollegen zugeschnittenen Film sein Potenzial nie voll entfalten. Da Carreys Steven Russell zudem nur bedingt als Sympathieträger taugt, sich die Konflikte zwischen ihm und Phillip Morris wiederholen und auch Russels zwar immer dreister werdenden Tricksereien auch irgendwann ihren Reiz verlieren, ist diese Köpenickiade zwar nett anzusehen und unterhaltsam, bleibt aber letztlich belanglos und erschöpft sich schnell in sich selbst.
Mit ihrem Regiedebüt gelingt John Requa und Glenn Ficarra, die mit „Bad Santa“ eines der respektlosesten Drehbücher der vergangenen Jahre schrieben, ein beachtlicher Mainstream-Film. Humorvoll, authentisch und einfühlsam erzählen die beiden ihre nach wahren Motiven entstandene Geschichte. Ihre rasante Gay-Romance-Komödie ist mit ihren ernsten Zwischentönen Komödie und Drama gleichzeitig. Geschickt wird die Handlung vorangetrieben, bis sie in die Katastrophe mündet.
Oh Mein Gott!
Sowas unerträgliches hab ich lange nicht mehr gesehen!
Nach lesen des Klappentextes erwartete ich eine etwas überzogene und schrille Komödie, aber Fehlanzeige.. Komödie ist da absolut gar nichts! Mag ja sein dass bei manch einem (mein Beileid) die Darstellung der völlig überzogenen schwulen-Klischees und das maßlose Overacting in Bezug auf eben diese (z.B. wie Carrey sich bewegt und gefühlt den ganzen Film irgendwo zwischen "übertrieben verträumt" und "Klebstoff geschnüffelt" vor sich hin grinst) ein vages Schmunzeln hervorrufen.. Bei mir absolut nicht!
Im Gegenteil, der Film stimmt mich eher wütend, es wirkt wie eine schlechte und vor allem als solche ausgelegte Parodie von Homosexuellen, incl. unglaublicher Überzeichnung sämtlicher, aber auch sämtlicher vorhandenen Klischees bis in die totale Lächerlichkeit!
Nach 40Min. waren die körperlichen Schmerzen die diese Grütze auslöst unerträglich und die Stop Taste erlöste mich!
Gehört zu den besten Filmen von Jim Carrey. Wenn es auch am Ende doch mehr Drama als Comedy ist. Der wohl romantischte Film, was Homosexualität betrifft. Beruht auf eine wahre Gegebenheit und das machts auch aus.
Ja sind die denn wahnsinnig? Eine Handvoll Breitseite gegen irregeleitete Spießer-Konventionen, den Knast-Alltag mit einer herzlichen Männer-Romanze kreuzen und gleichzeitig das wahnwitzige Leben eines vielbegabten Hochstaplers und Ausbruchs-Königs als Schelte gegen den erbärmlichen dummen Staat Texas (samt Bush Jr. -Regierung) zu nutzen ... "I Love You Philip Morris" ist wahrlich ein grellbuntes Knall-Bonbon, so vieles wird einem da geboten. Da gibt ein über-ambitionierter Jim Carrey einen angesehenen Nachbarschafts-Strahlemann namens Steven Jay Russell. Der ist verheiratet und hat sich auch schon fortgepflanzt, spielt Sonntags Orgel in der Kirche - und lebt heimlich seine eigentliche Veranlagung aus. Steven ist schwul und nach einem krachigen Fingerzeig Gottes will er auch richtig dazu stehen. Wäre der schwule Lifestyle nur nicht so teuer, Bilderbuch-Katalogwelt, Schicki-Micki-Kram, will halt alles bezahlt sein. Klaro, dass er auch seiner sitzengelassenen Frau großzügig was zukommen lässt. Und da findet unser Held seine wahre Berufung, er hat ein scheinbar goldenes Händchen für Betrügereien. Läuft auch beinahe glatt, bis Steven doch abwandert. Aber alles im Leben passiert ja aus einem bestimmten Grund und in diesem Fall heißt der Philip Morris. Der zarte Mit-Sträfling wird zu Stevens großer Liebe und der Grund, warum Steven wieder in alte Verhaltens-Muster zurückfällt. Obwohl doch nach seiner Entlassung eigentlich Schluss sein sollte mit dem Flunkern. Ach herrje, "I Love You Philip Morris" strebt nach wahrlich großem und tatsächlich schafft es die durchgedrehte Romanze, einen zu fesseln. Hut ab, Jim Carrey und Ewan McGregor geben sich nicht nur redlich mühe, sie sind ein Traumpaar. Obwohl der arme Philip eher hinten ansteht. Den neben schön gespielten Gefühlen der Hingabe zwischen den beiden, geht das Großmaß der Faszination nunmal von der irrwitzigen Laufbahn von Steven Jay Russell aus. Was da abgeht lässt sich kaum in Worte fassen und wird der Überraschung halber nicht weiter ausgeführt. Nur soviel, der gute Steven ist ein gewiefter Schwindler, ein vollendeter Blender, ein Schauspieler par excellence. Kaum zu glauben, wie er ohne Erfahrung an einen hochkarätigen Job kommt, wie er königlich viel Schotter unterschlägt und und und ... Ja und dann die Mittel und Wege, mit denen er teilweise aus dem Knast spaziert. Da bleibt einem schon die Spucke weg. Und doch, komme ich mir selbst auch ein bisschen geblendet vor. "I Love You Philip Morris" ist keineswegs ein missratener Film, ein überfrachteter Versuch - er adaptiert vielleicht auch unbewusst die Wunsch-Vorstellung seines Protagonisten, mit all den Gesetzes-Verstößen seinem Liebsten nur das beste tun zu wollen. Liegt vielleicht aber auch Carrey, wer ihn voll motiviert ins Boot holt, riskiert ja eine One-Man-Show im positiven Sinne. Da verkommen andere Personen leicht zur Staffage. So schwankt der Film für mich immer ein wenig zwischen leichtfüssiger Missetäter-Gaudi, Mittelfinger in Richtung Dumpfbacken-Texas, der großen Männer-Liebe und dem Lebensweg eines selbstgeblendeten Mannes. Einer, der erst gegen Ende merkt, dass seine Handlungen auch bei den Geliebten Konsequenzen nach sich ziehen und dass eben nicht alles so in Ordnung kommt. Entwarnung, ich verrate nicht zu viel, denn ein solches Eingeständnis geht dem guten Steven nämlich völlig ab. So ist "I Love You Philip Morris" als Dramödie wahrscheinlich der beste Carrey seit langem (und bleibt es vielleicht auch noch länger), ein Film, der Hollywood-Stars ohne US-Gelder großartig und glaubhaft verqueert zeigt. Aber letztlich bleibt der Film eher eine irre Nummern-Revue der grotesken Schwindeleien, als eine differenzierte Sichtweise auf den wahren Menschen Steven Jay Russell. So seh ich das jedenfalls. Soll den Film jetzt aber auch nicht herabstufen, wer mal abseits der üblichen Kalauer und Moralschübe der Traumfabrik lachen will, ist genau richtig. Das ist ja auch ein bewundernswerter Verdienst.
Ein durchaus unterhaltsamer und vor allem skurril wirkender Film. Ich hatte immer den Gedanken "wer denkt sich denn sowas aus?" im Kopf - bis ich am Ende erfuhr, dass es um eine Verfilmung eines realen Gaunerlebens geht. Diese Tatsache macht den ganzen Film noch skurriler. Was von den Filmaspekten real und was hinzugedichtet ist, kann ich nicht sagen, aber ich habe es nicht bereut, ihn gesehen zu haben. Als reine Komödie würde ich den Film allerdings nicht durchgehen lassen. Dafür fehlen eindeutig die komischen Elemente zu häufig. Betrachtet man ihn als einfache Geschichte mit einem Schuss Humor, kommt es besser hin. Alles in allem ist der Film ganz nett, aber um die DVD kaufen zu wollen, reizt es mich dann doch nicht genug.
Es ist eine große Kunst, die richtige Balance zwischen Tragik und Humor zu finden. "I Love You Phillip Morris" schafft das mit Bravour, was nicht zuletzt an den herausragenden Darstellerleistungen von Jim Carrey und Ewan McGregor liegt. Beide spielten sehr wandlungsfähig und konnten die Herausforderung zweier vollkommen unterschiedlicher Genre mit Leichtigkeit stemmen. Zu den Figuren des witzigen Trickbetrügers und besorgten Liebhabers baute man im Laufe des Films eine immer größer werdende Sympathie auf, was tragische Szenen besonders gegen Ende umso rührender machte. Auf der anderen Seite steht der Humor, was, wenn man schon den Namen Jim Carrey hört, sehr vom individuellem Geschmack abhängig ist. Aber er kommt nahezu ohne irgendwelche befremdlichen Geräusche aus und kann häufig durch intelligente und charmante Gags überzeugen. Selten schleicht sich auch mal ein unpassender primitiver und vulgärer Witz mit ein, was aber so gut wie vergessen ist, wenn der Abspann, untermalt von einem großartigen Score, erscheint, denn man wird sich urplötzlich bewusst, eine der schönsten und unterhaltsamsten Liebesgeschichten der letzten Jahre gesehen zu haben. I liked it!
Wenn man nach dem Trailer geht, erwartet man eine unterhaltsame, leicht schräge Komödie.
Und wird zutiefst enttäuscht.
Die Tatsachen, dass die Handlung 1. auf wahren Begebenheiten beruht und 2. alles andere als witzig ist, macht den Film zu einer der 2 humorlosesten Filme, welche ich je gesehen habe. (Der 2. ist "Catch me if you can" - Genauso ein Fehlgriff im Genre)
Dadurch, dass trotz der Idiotie Jim Carrys aber dennoch die "Gefühle" der beiden Protagonisten zueinander gut rüberkommt, kriegt er dann doch 3 Pünktchen.
I love you Phillip Morris wäre gar nicht mal so schlecht gewesen, wenn er nicht auf Biegen und Brechen versucht hätte, gleichzeitig ernst und lustig zu sein. Bei vielen Filmen funktioniert diese Masche, bei diesem hier leider nicht. Außerdem hat der Film eine weitere lästige Angewohnheit: er schafft schöne Augenblicke, um sie im nächsten Moment wieder mit einer nichtigen oder gewollt-lustigen Aussage wieder zu zerstören. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist zwar sehr schön, aber irgendwie konnte mich die Beziehung zwischen den beiden nicht wirklich überzeugen. Das einzig überzeugende an diesem Film war Ewan McGregor, der wirklich gut in die Rolle des Phillip Morris‘ schlüpft. Jim Carrey bleibt meiner Meinung nach hinter seiner Leistung zurück – vielleicht hätte es geklappt, wenn er nicht auf Teufel komm raus versucht hätte, lustig zu sein.
" Love sure is a funny thing. Makes you happy, makes you sad, makes you do all sorts of things you never thought you'd do before. In fact, love's the reason I'm laying here dying"
" I Love you Phillip Morris" ist eine , tatsächlich auf wahren Tatsachen beruhende, tragische , komische und die gesamte Laufzeit über unterhaltsame Komödie.
Großen Respekt verdienen sich Jim Carrey und Ewan McGregor , welche in ihrer Rolle an die Grenzen gegangen sind. Carrey schafft es seine witzige Seite und seine ernste Seite gekonnt miteinander zu mischen. McGregor überzeugt ebenfalls , ist allerdings manchmal etwas zu sehr in der Rolle des verweichtlichten Phillip Morris festgefahren. Zudem fällt es ihm oft schwer eine Chemie zwischen ihm und Carrey aufzubauen.
Ein weiteres Problem sind die Witze über klischeehaft Schwule. Zu oft können die Macher sich den ein oder anderen Witz über Schwule nicht verkneifen. Dadurch rutscht die Beziehung zwischen Steven Russel und Phillip Morris leider ins alberne , was ihr besonders im dritten Akt , wenn man alles Ernst nehmen soll , schadet.
Fazit: Trotz dieser kleinen Schwächen ist es dem wunderbaren Jim Carrey , der hohen Gagdichte und den ezellentem Timing zu verdanken , das über 100 Minuten keine Langweile aufkommt.
Der Film ist wirklich super gemacht! Vor allem, dass Homosexualität - für viele immer noch ein Tabuthema - thematisiert wird und durch eine leicht klischeehafte Darstellung, auch klargemacht wird, dass Schwule auch nur Menschen sind. Menschen, die Fehler machen, Betrügereien begehen, bereuen, aber dennoch nicht aus ihrer Haut können.
Und da ist der Punkt, den ich - vom idealistischen her - nicht gut finde: Es gibt sogesehen kein Happy End. Aber die Welt ist nicht perfekt und so gibt es auch Filme ohne Happy End.
Fazit: Anfangs ein urkomischer Film, der auch richtig romantische Passagen hat und mich dann auch noch zum Heulen gebracht hat. Und zuguterletzt hätte ich Steve Russel am liebsten auch eine geschallert.
ja hast aber Recht , die Euphorie in dem Kommentar für ein Lieblingsfilm ist nicht so gross , bloß keine Kommentare zur späten Stunde schreiben ;-)
Der Film ist superklasse und die beiden sind ein richtig schönes charmantes irrwitziges schwules Traumpaar :D
Jim Carrey ist ein großartig talentierter Schauspieler, aber man muss ihn ein bisschen an die Leine nehmen, sonst zieht er alles ins Lächerliche. Die beiden Regieneulingen hier haben ihn ab und zu laufen lassen, und das tut speziell diesem Stoff gar nicht gut. Es gibt Komödien, die können sich nicht einfach mit reiner Albernheit durchschlagen, sondern müssen ihren Humor mit einer großen Portion Ernsthaftigkeit kontrastieren, damit er funktioniert. Das klappt bei "Phillip Morris" manchmal, aber manchmal klappt es auch nicht so gut. Das ist schade, denn so ein schamlos schwuler und dabei doch gefühlvoller Film sollte an so etwas nicht scheitern müssen.
Noch dazu, wenn es eine wahre Geschichte ist. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass es eine Frechheit und Ungerechtigkeit ist, den echten Steven Russell lebenslänglich einzusperren. Man sollte eigentlich nach Texas fliegen und faule Eier auf das Haus des Gouverneurs schmeissen, bis er begnadigt wird.
"Brokeback Mountain trifft auf Catch me if you can", so steht es auf der DVD-Rückseite. Kein guter Start, bei solchen Marketing-Sprüchen kommt mir schnell das Kotzen. So nach dem Motto: "Wow, der Film hat mir gefallen und der andere Film hat mir auch gefallen, dann wird mir dieser Film ja doppelt so gut gefallen." Leider war es nicht so, "I love you Phillip Morris" ist weder so gut wie Ang Lees Meilenstein, noch so gut wie Spielbergs mitreißender Hochstaplerfilm. Vielleicht, weil er wieder einmal an dem Umstand scheitert Film und Realität miteinander verschweißen zu wollen.
Wie uns zu Filmbeginn schriftlich eingebläut wird, handelt es sich hier um eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit, oder so, was den Filmemachern in vielerlei Hinsicht das Leben erleichtern, aber auch verherrend erschweren kann. Denn, obwohl ich nicht so viel erklären muss, wie bei einem rein fiktiven Film, weil der Zuschauer vieles hinnimmt, weil es ja in der Realität anscheindend so passiert ist, muss man als Filmemacher umso stärker sorgen, dass es sich echt anfühlt. Entweder man entfremdet ("Terminal") und hat dann mehr Freiheiten oder man zieht es beinhart durch ("Dog Day Afternoon"), aber "I love you Phillip Morris" wirkt so, als wolle er eine wahre Biografie schildern und auf der anderen Seite schmeckt er so künstlich wie ein Bum-Bum-Eis. Nun könnte man mit der ultima ratio der Ausreden argumentieren, es würde sich hier um ein Stilmittel handeln, aber so leicht ist es nicht.
Ich will allerdings erst mal versuchen zu begründen, warum der Film mir trotzdem gefällt. Er hat in jeder Hinsicht eine tolle Handlung. Das Leben schreibt eben immer noch die besten Geschichten und dem Drehbuch gelingt es auch dem schwierigen Spagat zwischen Komödie und Drama Rechnung zu tragen. Darüber hinaus gelingen den beiden Regisseuren tolle, rein visuelle erzählerische Momente, besonders bei den komischen Szenen. Sowieso ist der Film eine wirklich gute Komödie mit hohem Unterhaltungswert.
Ich hatte meinen Spaß, aber warum leistet er sich so ein schweres Versagen bei den ernsthaften Szenen? Lag es am Casting oder am Drehbuch? Von allem etwas, würde ich sagen. So gut das Script bei den komischen Momenten funktioniert, so kläglich scheitern die beiden Regisseure beim Drücken auf die Tränendrüse. Ich bin ja eigentlich auch nah am Wasser gebaut, aber selten war Weinen so nervig wie hier. Entweder steht im Drehbuch zu oft "They cry." oder die Regie verwechselt Mitgefühl mit Mitleid. Nur weil Gähnen ansteckend ist, muss das nicht auch für Tränen gelten. Meiner Meinung nach hat hier auch ganz klar das Casting versagt. Carrey und Gregor passen einfach nicht zusammen. Ihre Liebesszenen wirken künstlich. Ich sehe da nur zwei Hetero-Schauspieler, die schauspielen. Das ärgert umso mehr, da die Darsteller in ihren Solo-Szenen sehr gut spielen.
"I love you Phillip Morris" ist bis zur Hälfte eine rasante und intelligente Komödie, die mit ihrer hohen visuellen Brillianz begeistert, aber leider, besonders im letzten Drittel, den Sprung zum biografischen Drama nicht schafft und an seiner künstlichen Ernsthaftigkeit und seinem Nacherzählanspruch letztendlich scheitert.
Ich finde Bum-Bum-Eis auch super. Habe gestern gerade eins gegessen, deshalb kam es auch in den Kommentar, aber es schmeckt trotzdem extrem nach Kunst. :)
Wer sich beim Gucken immer wieder vor Augen hält, dass dies einen realen Hintergrund hat, kann über die Längen, wie z.B. langweilige, weil aufgesetzt wirkende Romantik, hinwegsehen. Ewan McGregor spielt überzeugender als Jim Carrey, der als tragischer Spaßvogel nicht optimal in die Rolle passt. Völlig egal ob schwul, alt, behindert, eigen oder sonst wie, sind soche Persönlichkeiten wie Steven Russell extrem außergewöhnlich und schon alleine deswegen höchst interessant.
Dieses Slapstick-Dramödchen macht wirklich alles falsch, was man falsch machen kann. Eine wahre und eigentlich interessante Hochstapler-Bio wird nach Muster X des (auch schlechten) Vorbilds "Catch me if you can" zur Faggot-Klischée-Verblödung verwurstet. Endlich wissen wir es: Für Luxus und stillosen Pseudo-Glamour werden Gays zu schamlosen Betrüger voll gelebter Hysterie, wenn alles schief geht, kommt das grosse Heulsusen-Theater und am Schluss bringt sie die "Schwulen-Seuche" AIDS ins Grab. Jeder durchschnittliche (Hetero-)Schauspieler, der genug selbstverliebt ist, muss mal eine überaffektierte Schwuchtel spielen, dass gehört einfach zum guten Ton in jeder öden Filmografie; von Robin Williams bis zum masslos überschätzten Robert DeNiro. So wie Carrey (dessen Popularität eh seit langem ein Keller-Dasein fristet) und der eitle McGregor es tun, wird mir nur noch schlecht. Keiner der blöden "Gags" ihres übertriebenem Over-Schauspiels will hier nur halbwegs sitzen, sämtliche (eigentlich verblüffenden) Abläufe sind wegen des miserablen Drehbuchs für den Zuschauer kaum nachvollziehbar oder werden (inklusive der ach-so-witzigen Arschfick-Stöhn-Szenen) gleich der Lächerlichkeit preisgegeben, die Biografien wurden für den Möchtegern-Fun schon ab Beginn geopfert und wenn der Film dann noch die Wendung zum triefigen Drama nehmen will, wird's ganz ätzend. Die Schlusspointe hätte (wie die ganze Geschichte) auch Potential, lässt aber wegen den vorangegangenen 85 Minuten nur noch kalt. Stammte der Film aus den 80's, könnte er noch als Sünde der Zeit abgetan werden, heutzutage liegt solch unterirdischer Exotismus einfach überhaupt nicht mehr drin. Natürlich kann man mit den Zeitgeist der "Sexual De-Correctness" jedes Klischée bedienen - aber echt, wer braucht das eigentlich noch? Das Ding gibt sich ja vordergründig so selbstironisch augenzwinkernd, aber unterm Strich nimmt es sich nur ernst und voll authentisch dabei. Was mich auch immer so ratlos macht ist, dass ausgerechnet (Non-Lesbian-)Frauen immer auf solche abgetrashten Schwulen-Lächerlichkeits-Movies so derart abfahren (siehe Kritiken/Comments) - wer gibt mir dazu die Antwort?
Der einzige Trost ist, dass es aus dem selben Jahr noch das stylige "A Single Man" mit Colin Firth zum Gay-Genre gab. Es verwundert mich nicht, dass unsere geschätzten Filmkenner-Freunde, Herr Vincent Vega und Herr Batzmann auf das üble (Un-)Ding abfahren, Shame on you! xD
Das sage ich Dir und Deinem Freund B: Weil ihr immer noch denkt, dass "Being Gay" so richtig pseudo-subversiv sei. Dabei bist Du & Dein Freund B angepasster als es jede Schwiegermutter erlauben würde.
Pervers, schrecklich, abscheulich! Nichts gegen Schwule aber so etwas hab ich noch nie gesehen. Tollpatschiges Getue mit TschaTscha-Effekt. Kein Humor, nichts drin. Jim Carry in diesem Film? Mehr oder weniger eine Beleidigung. Aber wahrscheinlich tut man in der heutigen Zeit für Geld wirklich alles. Nur Jim Carry, der mich in fast jedem Film richtig überzeugte, hat gezeigt, das er auch nicht viel anders ist als manch andere Schauspieler in diesem Bereich! Und dazu macht man sich über eine Krankheit namens Aids lustig. Wahre Begebenheit? Sicher... Im Märchen garantiert!
Was hat das bitte mit große Klappe zutun? Für mich ist das gesunder Menschenverstand... Sich über Infizierungen solcher Art so lustig zu machen, ist für mich nicht gerade vorbildlich. Aber wers so toll findet und auch noch dazu behauptet, das Carry damit einen guten Film gemacht hat, tut mir schon wahnsinnig leid!!!
Oh man, wieso hatte ich diesen Film bisher noch nicht auf meiner Liste ?? Irrwitzig komisch, einfach liebenswert, furios und viel Männergeknutsche. Einige Szenen echt zum Brüllen, man könnte auch sagen: Catch me, if you can in der Schwulenszene! Für Männlein und Weiblein gleichermassen ein toller Filmabend!!
I Love You Phillip Morris - Kritik
US/FR 2009 Laufzeit 97 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 29.04.2010
Kritiken (19) — Film: I Love You Phillip Morris
Lisa Schwarzbaum: Entertainment Weekly Lisa Schwarzbaum: Entertainment Weekly
Kommentar löschenI Love You Phillip Morris ist sehr intelligent gemacht: Der Film thematisiert eine höchst ungewöhnliche Beziehung, […] in der homosexuelle Liebe und Sex meisterhaft und leidenschaftlich von den zwei Hauptcharakteren dargestellt werden, obwohl sie nur ein Teil der Geschichte sind. Der Film schafft einen Sinn für mitfühlende Ausgelassenheit, indem er große romantische Gesten und tiefen Verrat nebeneinander stellt.
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Kill_Diether 2011/03/30 14:11:19
Antwort löschenWas ist daran intelligent, wenn dies a) eine Geschichte ist, die das Leben schrieb, b) ein Gauner schwul ist und c) eine Liebesgeschichte parallel zur kriminellen Obsession abläuft?
John Anderson: Wall Street Journal John Anderson: Wall Street Journal
Kommentar löschenI Love You Phillip Morris ist weniger eine Komödie als vielmehr eine urkomische Tragödie, die Jim Carrey in einer seiner schwierigsten Rollen seit Cable Guy - Die Nervensäge zeigt und in der er einen Charakter spielt, der so kriminell und so schwul ist, dass er das Publikum gleichzeitig zum Staunen und zum Lachen bringen dürfte.
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Rex Reed: The New York Observer
Kommentar löschenEs ist eine ausgefallene Geschichte, die auf jeden Fall erzählenswert ist, aber Jim Carrey kann der Versuchung nicht widerstehen, das Ganze in einen schlechten Witz im Dragqueen-Gewand zu verwandeln.
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Duane Byrge: Hollywood Reporter Duane Byrge: Hollywood Reporter
Kommentar löschenDie Geschichte und der Stil sind ziemlich wild durcheinander gemixt, wodurch sie ein wenig unzugänglich werden. Zugegeben, der ganze Film ist ein ästhetischer Mischmasch, was für den Zuschauer ziemlich verwirrend ist.
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Keith Uhlich: Time Out New York Keith Uhlich: Time Out New York
Kommentar löschen[In I Love You Phillip Morris wird klar], dass die Filmemacher mit ihrem Erstlingswerk den Mund eindeutig zu voll genommen haben. Die Ästhetik schwankt zwischen kompetent und amateurhaft, und der Ton ist ziemlich undiszipliniert. Es hilft, dass Jim Carrey und Ewan McGregor alles aus ihren […] Charakteren rausholen.
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Melissa Anderson: Village Voice Melissa Anderson: Village Voice
Kommentar löschenIn I Love You Phillip Morris findet Jim Carrey das perfekte Ventil für seine durchgeknallte Energie. […] Steven ist sowohl extremer Romantiker, als auch Soziopath, was den Filmemachern die Möglichkeit gibt, mit verschiedenen schwulen Stereotypen zu spielen.
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Filmering: Filmering.at
Kommentar löschenI Love You Phillip Morris ist wieder einmal ein missglückter Versuch von Jim Carrey zu alten Erfolgen aufzuschließen. Ihm selbst trifft zwar gar keine Schuld daran, aber dies ändert nichts daran, dass der Film ein unausgegorenes Sammelwerk an mauen Witzen und abgestandenen Zoten ist, dem jedes Gefühl für die Figuren fehlt. An manchen Stellen lässt sich der Charme der Geschichte und das Potential der emotionalen Ebene erkennen, aber man hat sich dazu entschlossen lieber zur Gänze auf die simple Hochstaplermentalität zu setzen und einige einfache Gags herauszukitzeln. Deshalb braucht man sich auch nicht wundern, dass das Ergebnis eher enttäuschend ist.
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Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschenDiese romantische Komödie bringt frischen Wind in das Genre. Ja, weil es zur Abwechslung mal wieder um Mann und Mann geht, statt um Mann und Frau, wobei sich die Geschichte wohlgemerkt gar nicht in eine Hetero-Version umdichten ließe, ohne sie grundlegend zu verändern. „I Love You Phillip Morris“ gelingt der Spagat zwischen augenzwinkernd aber nicht veralbernd dargestellter Homosexualität und echter Romantik. [...]
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SiameseMax: SiameseMovies
Kommentar löschenDer Film ist im wahrsten Sinne des Wortes erfrischend anders, Ewan McGregor und besonders Jim Carrey (in seiner besten Rolle seit gefühlten zehn Jahren) spielen super und einige Gags treffen voll ins Schwarze. Aber ehrlich gesagt ist mir der Film in weiten Teilen einen Ticken zu schwul. Das ist jetzt keinesfalls abwertend gegenüber Homosexualität gemeint, sondern soll lediglich heißen, dass mir eine Identifikation mit den Figuren, insbesondere in den "romantischen" Szenen, nicht wirklich gelang. Der Film spricht eindeutig eher eine homosexuelle Zielgruppe an, was sich auch darin zeigt, dass so ziemlich alle erdenklichen Schwulenklischees auf's Korn genommen werden, diese aber dankbarer Weise nicht wie üblich dazu genutzt werden, um Homsosexualität zu diffamieren. Lobenswert.
Dass ich mich meist nicht angesprochen gefühlt habe, ist aber nicht mein Hauptkritikpunkt. Viel störender ist, dass sich schön derber Humor urplötzlich mit Romantik abwechselt, die sogar zeitweise in Rührseligkeit abdriftet. Insofern schließe ich mich einigen anderen Reviews an: Das Gesamtpaket soll abwechslungsreich sein, wirkt aber unausgegoren und daher nicht vollkommen überzeugend.
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TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschenFicarras und Requas Film ist keineswegs perfekt, die Erzählfolge von hinten heraus ist ebenso unnötig, wie einige andere Elemente. Der große Vorzug von "I Love You Phillip Morris" ist jedoch, dass der Film dennoch stimmig ausfällt, auch in seinen redundanten Momenten nie langweilt. Zudem erachtet der Film seine homosexuelle Rollenbesetzung als selbstverständlich und rückt sie daher bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht in den Vordergrund. Dies alles verleiht ihm einen erstaunlich reifen Ton.
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenSchon die Kombination vom meist blödelnden Komödianten Jim Carrey und dem extrem vielseitigen Charakterschauspieler Ewan McGregor überrascht. Dass beide ein schwules Pärchen in der oft überdrehten und unausgewogenen Liebes-Komödie „I Love You Phillip Morris“ spielen, irritiert, sollte aber kein Problem sein. Wie der Film mit seiner an sich reizvollen Geschichte umgeht, ist allerdings ein großes Problem: Unentschieden zwischen Farce und großem Gefühl, lässt sich „Phillip Morris“ nur als Nummern-Revue mögen.
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenDer Film ist zweifellos eine über weite Teile schwungvolle, gutgelaunte und in der unkrampfigen Darstellung der Schwulen-Beziehung auch mutige Komödie, zumindest im Kontext eines Mainstreamfilms, der auch über die schwule Zielgruppe hinaus Zuschauer erreichen möchte. Ich habe eh einen Faible für das Con-Genre, ob nun in Klassikern wie “Der Clou”, “Der tolle Mr. Flim-Flam” oder neueren Werken a la “Catch me if you can” oder der genialen BBC-Serie “Hustle”. Und gerade in der Disziplin vermag der Film auch am meisten zu überzeugen. Carrey ist schon ziemlich großartig als Hochstapler und Trickbetrüger, der auf den Füssen denkt und sich mit schierer Chuzpe und Improvisationstalent immer wieder aus scheinbar aussichtslosen Situationen herausmanövriert. Das ein Großteil der Cons zumindest so ähnlich tatsächlich passiert sind, gibt dem ganzen Film eine besondere Würze.
Carrey springt mühelos zwischen den Situationen hin und her und stellt eine gerissene…
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annaberlin 2010/05/02 18:27:42
Antwort löschenSehr schöne Kritik, Batzman! Ich empfand die beiden als Paar jedoch als sehr glaubhaft und was mich am meisten berührt hat, ist, dass Schwulsein nicht als problematisch dargestellt wurde. Carreys Ehefrau (von Leslie Mann gespielt) geht beispielsweise extrem locker damit um, wie auch alle anderen Charaktere. Das Drehbuch ist ganz klar darauf aus, eine Geschichte zu erzählen, in der Homosexualität keinen Tabubruch oder kein Nachdenken über Toleranz/Intolernanz erzeugen soll, sondern einfach existiert und in diese Richtung sollten meiner Meinung nach mehr Filme gehen. Keine Brokeback-Mountain-Tränendrüse, keine tuntiges Robin-Williams-Komödie, sondern einfach mal ein netter Liebesfilm im Con-Gewand, in dem sich eben zwei Männer sehr lieben.
Mr Vincent Vega 2011/03/08 04:29:46
Antwort löschen"Keine Brokeback-Mountain-Tränendrüse"? Der ist doch bei dir, Anna, vollkommen zurecht unter Lieblingsfilm vermerkt? :)
HerrLehmann: Das Manifest
Kommentar löschenBei all dem, was I Love You Phillip Morris richtig macht, bei all dem Spaß, den er als Con-Man-Film macht, ist es daher doppelt schade, dass er als Liebesfilm eben kaum funktioniert. Trotz dem Versuch, die Beziehung von allen Seiten zu zeigen, trotz einiger schöner Szenen (eine Szene, in der Russell in ein anderes Gefängnis verlegt wird, kann zum Beispiel auch emotional überzeugen) glaube ich den beiden Hauptdarstellern einfach nicht, dass ihre Figuren sich tatsächlich lieben. Das macht I Love You Phillip Morris nicht zu einem schlechten Film, im Gegenteil ist er eine angenehm un-mainstreamige Komödie und lohnt auf jeden Fall den Kinobesuch - aber mit der großartigen Geschichte, den vielen guten Ansätzen und der eigentlich guten, nur eben nicht "funktionierenden" Besetzung, hätte er noch so viel besser sein können.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenIn diesem Film lernt man viel über Amerika. Wem bislang dieses Land noch nicht suspekt war, dem wird es das jetzt trotz Obama spätestens. Wenn ich es nicht im Presseheft gelesen hätte, würde ich nie im Leben glauben, dass diese verrückte, märchenhafte Geschichte sich tatsächlich zugetragen hat: Sich selbst zum Anwalt ernennen ohne Jurastudium, einen Prozess kurzerhand ins Richterzimmer verlegen, eine Romanze im Knast- hanebüchen und doch so wahr! Der wirkliche Steve Russell wurde übrigens vor seinem letzten Ausbruchversuch aus dem Gefängnis zu 144 (!) Jahren Haftstrafe verurteilt. Auch so eine Verrücktheit fällt wohl nur den Amis ein.
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschen«I Love You Phillip Morris» ist ein aussergewöhnliches Biopic, dass durch herrlich unanständigen und manchmal absurden Humor hervorragend unterhält.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenMcGregor hat eine solche Rolle schon einmal virtuos absolviert, 1999 in "Das schnelle Geld - Die Nick-Leeson-Story". Diesmal gibt er allerdings nur das Objekt der romantischen Begierde. Das Blendwerk bleibt allein Jim Carrey vorbehalten. Der spielt den Schwulen wie den Hochstapler mit derselben Affektiertheit, ganz so, wie er einst "Die Maske" oder den Riddler in "Batman 3" angelegt hat.
Hinter seiner Fassade verbirgt sich eigentlich gar nichts. Das ist der einzige Makel in dieser wirklich unglaublichen Komödie. Womöglich sagt aber sogar diese Nullstelle noch mehr über unsere hochstapelnden Zeiten aus, als uns lieb ist.
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Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschen[...] “I Love You Phillip Morris”, der trotz seines irreführenden Titels nichts mit dem gleichnamigen Zigarettenhersteller gemein hat, ist eine klassische Betrügerkomödie. Nicht so raffiniert und stilsicher wie Steven Spielbergs sehr ähnlicher “Catch Me If You Can”, aber gewiss doppelbödiger. Denn die beiden Regisseure Glenn Ficarra und John Requa erzählen keineswegs eine gewöhnliche Gaunergeschichte, die lediglich die Konvention des klassischen Liebespaares gegen eine schwule Beziehung eintauschen würde. Sondern der, wenn man ihn so nennen will, Geschlechterbruch ist hier als gezielte Provokation zu verstehen und damit ursächlich für die mutigste und cleverste Hollywoodkomödie seit Jahren. [...]
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenEigentlich ist Steven Russell (Jim Carrey) schwul und weiß dies auch, nur zugeben will er es (noch) nicht. Und so lebt der erfolgreiche Geschäftsmann scheinbar glücklich mit Ehefrau, Kind und als engagiertes Kirchenchormitglied im spießigen-konservativen Texas. Ein Autounfall, der ihm beinahe das Leben kostet, lässt ihn jedoch umdenken. Von nun an soll Schluss sein mit der Lebenslüge: Steven hat sein Coming Out, verlässt seine Familie und beginnt ein neues, schwules Leben in Miami.
Dies zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass er so richtig die Sau raus lässt und über seine Verhältnisse lebt: Teure Klamotten, Restaurants, Autos und Geschenke sorgen dafür, dass sein Bankkonto bald unter akuter Schwindsucht leidet. Also verlegt sich Steven auf größere und kleinere, mal mehr und mal weniger originelle Betrügereien zur Geldbeschaffung, die jedoch lediglich dazu führen, dass er im Gefängnis landet.
Dort trifft er auf den schüchternen Phillip Morris (Ewan…
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Luitgard Koch: programmkino.de Luitgard Koch: programmkino.de
Kommentar löschenMit ihrem Regiedebüt gelingt John Requa und Glenn Ficarra, die mit „Bad Santa“ eines der respektlosesten Drehbücher der vergangenen Jahre schrieben, ein beachtlicher Mainstream-Film. Humorvoll, authentisch und einfühlsam erzählen die beiden ihre nach wahren Motiven entstandene Geschichte. Ihre rasante Gay-Romance-Komödie ist mit ihren ernsten Zwischentönen Komödie und Drama gleichzeitig. Geschickt wird die Handlung vorangetrieben, bis sie in die Katastrophe mündet.
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Kommentare (58) — Film: I Love You Phillip Morris
Kommentar schreibenJaywalkerHB 2011/12/08 15:10:41
Kommentar löschenLangweilig und unsympathische Charaktere, die einem egal sind. Tolle Mischung.
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jacker 2011/11/26 20:16:21
Kommentar löschenOh Mein Gott!
Sowas unerträgliches hab ich lange nicht mehr gesehen!
Nach lesen des Klappentextes erwartete ich eine etwas überzogene und schrille Komödie, aber Fehlanzeige.. Komödie ist da absolut gar nichts! Mag ja sein dass bei manch einem (mein Beileid) die Darstellung der völlig überzogenen schwulen-Klischees und das maßlose Overacting in Bezug auf eben diese (z.B. wie Carrey sich bewegt und gefühlt den ganzen Film irgendwo zwischen "übertrieben verträumt" und "Klebstoff geschnüffelt" vor sich hin grinst) ein vages Schmunzeln hervorrufen.. Bei mir absolut nicht!
Im Gegenteil, der Film stimmt mich eher wütend, es wirkt wie eine schlechte und vor allem als solche ausgelegte Parodie von Homosexuellen, incl. unglaublicher Überzeichnung sämtlicher, aber auch sämtlicher vorhandenen Klischees bis in die totale Lächerlichkeit!
Nach 40Min. waren die körperlichen Schmerzen die diese Grütze auslöst unerträglich und die Stop Taste erlöste mich!
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Fuross Schwarz 2011/10/24 15:08:01
Kommentar löschenGehört zu den besten Filmen von Jim Carrey. Wenn es auch am Ende doch mehr Drama als Comedy ist. Der wohl romantischte Film, was Homosexualität betrifft. Beruht auf eine wahre Gegebenheit und das machts auch aus.
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mikkean 2011/10/12 13:45:57
Kommentar löschenJa sind die denn wahnsinnig? Eine Handvoll Breitseite gegen irregeleitete Spießer-Konventionen, den Knast-Alltag mit einer herzlichen Männer-Romanze kreuzen und gleichzeitig das wahnwitzige Leben eines vielbegabten Hochstaplers und Ausbruchs-Königs als Schelte gegen den erbärmlichen dummen Staat Texas (samt Bush Jr. -Regierung) zu nutzen ... "I Love You Philip Morris" ist wahrlich ein grellbuntes Knall-Bonbon, so vieles wird einem da geboten. Da gibt ein über-ambitionierter Jim Carrey einen angesehenen Nachbarschafts-Strahlemann namens Steven Jay Russell. Der ist verheiratet und hat sich auch schon fortgepflanzt, spielt Sonntags Orgel in der Kirche - und lebt heimlich seine eigentliche Veranlagung aus. Steven ist schwul und nach einem krachigen Fingerzeig Gottes will er auch richtig dazu stehen. Wäre der schwule Lifestyle nur nicht so teuer, Bilderbuch-Katalogwelt, Schicki-Micki-Kram, will halt alles bezahlt sein. Klaro, dass er auch seiner sitzengelassenen Frau großzügig was zukommen lässt. Und da findet unser Held seine wahre Berufung, er hat ein scheinbar goldenes Händchen für Betrügereien. Läuft auch beinahe glatt, bis Steven doch abwandert. Aber alles im Leben passiert ja aus einem bestimmten Grund und in diesem Fall heißt der Philip Morris. Der zarte Mit-Sträfling wird zu Stevens großer Liebe und der Grund, warum Steven wieder in alte Verhaltens-Muster zurückfällt. Obwohl doch nach seiner Entlassung eigentlich Schluss sein sollte mit dem Flunkern. Ach herrje, "I Love You Philip Morris" strebt nach wahrlich großem und tatsächlich schafft es die durchgedrehte Romanze, einen zu fesseln. Hut ab, Jim Carrey und Ewan McGregor geben sich nicht nur redlich mühe, sie sind ein Traumpaar. Obwohl der arme Philip eher hinten ansteht. Den neben schön gespielten Gefühlen der Hingabe zwischen den beiden, geht das Großmaß der Faszination nunmal von der irrwitzigen Laufbahn von Steven Jay Russell aus. Was da abgeht lässt sich kaum in Worte fassen und wird der Überraschung halber nicht weiter ausgeführt. Nur soviel, der gute Steven ist ein gewiefter Schwindler, ein vollendeter Blender, ein Schauspieler par excellence. Kaum zu glauben, wie er ohne Erfahrung an einen hochkarätigen Job kommt, wie er königlich viel Schotter unterschlägt und und und ... Ja und dann die Mittel und Wege, mit denen er teilweise aus dem Knast spaziert. Da bleibt einem schon die Spucke weg. Und doch, komme ich mir selbst auch ein bisschen geblendet vor. "I Love You Philip Morris" ist keineswegs ein missratener Film, ein überfrachteter Versuch - er adaptiert vielleicht auch unbewusst die Wunsch-Vorstellung seines Protagonisten, mit all den Gesetzes-Verstößen seinem Liebsten nur das beste tun zu wollen. Liegt vielleicht aber auch Carrey, wer ihn voll motiviert ins Boot holt, riskiert ja eine One-Man-Show im positiven Sinne. Da verkommen andere Personen leicht zur Staffage. So schwankt der Film für mich immer ein wenig zwischen leichtfüssiger Missetäter-Gaudi, Mittelfinger in Richtung Dumpfbacken-Texas, der großen Männer-Liebe und dem Lebensweg eines selbstgeblendeten Mannes. Einer, der erst gegen Ende merkt, dass seine Handlungen auch bei den Geliebten Konsequenzen nach sich ziehen und dass eben nicht alles so in Ordnung kommt. Entwarnung, ich verrate nicht zu viel, denn ein solches Eingeständnis geht dem guten Steven nämlich völlig ab. So ist "I Love You Philip Morris" als Dramödie wahrscheinlich der beste Carrey seit langem (und bleibt es vielleicht auch noch länger), ein Film, der Hollywood-Stars ohne US-Gelder großartig und glaubhaft verqueert zeigt. Aber letztlich bleibt der Film eher eine irre Nummern-Revue der grotesken Schwindeleien, als eine differenzierte Sichtweise auf den wahren Menschen Steven Jay Russell. So seh ich das jedenfalls. Soll den Film jetzt aber auch nicht herabstufen, wer mal abseits der üblichen Kalauer und Moralschübe der Traumfabrik lachen will, ist genau richtig. Das ist ja auch ein bewundernswerter Verdienst.
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Rukus 2011/09/24 06:07:37
Kommentar löschenEin durchaus unterhaltsamer und vor allem skurril wirkender Film. Ich hatte immer den Gedanken "wer denkt sich denn sowas aus?" im Kopf - bis ich am Ende erfuhr, dass es um eine Verfilmung eines realen Gaunerlebens geht. Diese Tatsache macht den ganzen Film noch skurriler. Was von den Filmaspekten real und was hinzugedichtet ist, kann ich nicht sagen, aber ich habe es nicht bereut, ihn gesehen zu haben. Als reine Komödie würde ich den Film allerdings nicht durchgehen lassen. Dafür fehlen eindeutig die komischen Elemente zu häufig. Betrachtet man ihn als einfache Geschichte mit einem Schuss Humor, kommt es besser hin. Alles in allem ist der Film ganz nett, aber um die DVD kaufen zu wollen, reizt es mich dann doch nicht genug.
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Punsha 2011/09/12 22:38:36
Kommentar löschenEs ist eine große Kunst, die richtige Balance zwischen Tragik und Humor zu finden. "I Love You Phillip Morris" schafft das mit Bravour, was nicht zuletzt an den herausragenden Darstellerleistungen von Jim Carrey und Ewan McGregor liegt. Beide spielten sehr wandlungsfähig und konnten die Herausforderung zweier vollkommen unterschiedlicher Genre mit Leichtigkeit stemmen. Zu den Figuren des witzigen Trickbetrügers und besorgten Liebhabers baute man im Laufe des Films eine immer größer werdende Sympathie auf, was tragische Szenen besonders gegen Ende umso rührender machte. Auf der anderen Seite steht der Humor, was, wenn man schon den Namen Jim Carrey hört, sehr vom individuellem Geschmack abhängig ist. Aber er kommt nahezu ohne irgendwelche befremdlichen Geräusche aus und kann häufig durch intelligente und charmante Gags überzeugen. Selten schleicht sich auch mal ein unpassender primitiver und vulgärer Witz mit ein, was aber so gut wie vergessen ist, wenn der Abspann, untermalt von einem großartigen Score, erscheint, denn man wird sich urplötzlich bewusst, eine der schönsten und unterhaltsamsten Liebesgeschichten der letzten Jahre gesehen zu haben. I liked it!
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Lilith Snowskin 2011/09/12 22:27:14
Kommentar löschenWenn man nach dem Trailer geht, erwartet man eine unterhaltsame, leicht schräge Komödie.
Und wird zutiefst enttäuscht.
Die Tatsachen, dass die Handlung 1. auf wahren Begebenheiten beruht und 2. alles andere als witzig ist, macht den Film zu einer der 2 humorlosesten Filme, welche ich je gesehen habe. (Der 2. ist "Catch me if you can" - Genauso ein Fehlgriff im Genre)
Dadurch, dass trotz der Idiotie Jim Carrys aber dennoch die "Gefühle" der beiden Protagonisten zueinander gut rüberkommt, kriegt er dann doch 3 Pünktchen.
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herr_schmidt 2011/09/15 04:31:43
Antwort löschenSie bewerten den Film als schwach, weil Sie etwas anderes erwarteten?
Lilith Snowskin 2011/09/15 09:49:18
Antwort löschenNein, weil ich den Film schwach finde, weil er aus einem recht ernsten Thema, eine mehr als schwache Komödie macht.
Prechtl 2011/09/08 10:12:08
Kommentar löschenI love you Phillip Morris wäre gar nicht mal so schlecht gewesen, wenn er nicht auf Biegen und Brechen versucht hätte, gleichzeitig ernst und lustig zu sein. Bei vielen Filmen funktioniert diese Masche, bei diesem hier leider nicht. Außerdem hat der Film eine weitere lästige Angewohnheit: er schafft schöne Augenblicke, um sie im nächsten Moment wieder mit einer nichtigen oder gewollt-lustigen Aussage wieder zu zerstören. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist zwar sehr schön, aber irgendwie konnte mich die Beziehung zwischen den beiden nicht wirklich überzeugen. Das einzig überzeugende an diesem Film war Ewan McGregor, der wirklich gut in die Rolle des Phillip Morris‘ schlüpft. Jim Carrey bleibt meiner Meinung nach hinter seiner Leistung zurück – vielleicht hätte es geklappt, wenn er nicht auf Teufel komm raus versucht hätte, lustig zu sein.
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DerDude_ 2011/08/21 16:10:00
Kommentar löschen" Love sure is a funny thing. Makes you happy, makes you sad, makes you do all sorts of things you never thought you'd do before. In fact, love's the reason I'm laying here dying"
" I Love you Phillip Morris" ist eine , tatsächlich auf wahren Tatsachen beruhende, tragische , komische und die gesamte Laufzeit über unterhaltsame Komödie.
Großen Respekt verdienen sich Jim Carrey und Ewan McGregor , welche in ihrer Rolle an die Grenzen gegangen sind. Carrey schafft es seine witzige Seite und seine ernste Seite gekonnt miteinander zu mischen. McGregor überzeugt ebenfalls , ist allerdings manchmal etwas zu sehr in der Rolle des verweichtlichten Phillip Morris festgefahren. Zudem fällt es ihm oft schwer eine Chemie zwischen ihm und Carrey aufzubauen.
Ein weiteres Problem sind die Witze über klischeehaft Schwule. Zu oft können die Macher sich den ein oder anderen Witz über Schwule nicht verkneifen. Dadurch rutscht die Beziehung zwischen Steven Russel und Phillip Morris leider ins alberne , was ihr besonders im dritten Akt , wenn man alles Ernst nehmen soll , schadet.
Fazit: Trotz dieser kleinen Schwächen ist es dem wunderbaren Jim Carrey , der hohen Gagdichte und den ezellentem Timing zu verdanken , das über 100 Minuten keine Langweile aufkommt.
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Bulletgirl 2011/08/04 21:15:06
Kommentar löschenDer Film ist wirklich super gemacht! Vor allem, dass Homosexualität - für viele immer noch ein Tabuthema - thematisiert wird und durch eine leicht klischeehafte Darstellung, auch klargemacht wird, dass Schwule auch nur Menschen sind. Menschen, die Fehler machen, Betrügereien begehen, bereuen, aber dennoch nicht aus ihrer Haut können.
Und da ist der Punkt, den ich - vom idealistischen her - nicht gut finde: Es gibt sogesehen kein Happy End. Aber die Welt ist nicht perfekt und so gibt es auch Filme ohne Happy End.
Fazit: Anfangs ein urkomischer Film, der auch richtig romantische Passagen hat und mich dann auch noch zum Heulen gebracht hat. Und zuguterletzt hätte ich Steve Russel am liebsten auch eine geschallert.
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Der Franzose 2011/07/14 00:25:36
Kommentar löscheneine etwas andere Komödie , der etwas andere Jim Carrey , sehenswert und vergnüglich.
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Mr. Ogi 2011/07/14 00:35:08
Antwort löschenUnd dann ein Liebslingsfilm? Sehenswert ist ja 3 Stufen darunter :D
Der Franzose 2011/07/14 00:47:33
Antwort löschenja der Film ist sehenswert und weil er so speziell ist gibt es noch 3 Punkte oben drauf ;)
Alle 4 Antworten zeigen
Mr. Ogi 2011/07/14 00:50:09
Antwort löschenAh ok....alles klar :D
Der Franzose 2011/07/14 10:41:21
Antwort löschenja hast aber Recht , die Euphorie in dem Kommentar für ein Lieblingsfilm ist nicht so gross , bloß keine Kommentare zur späten Stunde schreiben ;-)
Der Film ist superklasse und die beiden sind ein richtig schönes charmantes irrwitziges schwules Traumpaar :D
Sozionaut 2011/07/09 02:35:50
Kommentar löschenCable Gay knutscht Obi-Wan Kenobi. Yeah.....Filmgewürge von der allerschlimmsten Sorte!
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strangelet 2011/06/05 22:48:00
Kommentar löschenJim Carrey ist ein großartig talentierter Schauspieler, aber man muss ihn ein bisschen an die Leine nehmen, sonst zieht er alles ins Lächerliche. Die beiden Regieneulingen hier haben ihn ab und zu laufen lassen, und das tut speziell diesem Stoff gar nicht gut. Es gibt Komödien, die können sich nicht einfach mit reiner Albernheit durchschlagen, sondern müssen ihren Humor mit einer großen Portion Ernsthaftigkeit kontrastieren, damit er funktioniert. Das klappt bei "Phillip Morris" manchmal, aber manchmal klappt es auch nicht so gut. Das ist schade, denn so ein schamlos schwuler und dabei doch gefühlvoller Film sollte an so etwas nicht scheitern müssen.
Noch dazu, wenn es eine wahre Geschichte ist. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass es eine Frechheit und Ungerechtigkeit ist, den echten Steven Russell lebenslänglich einzusperren. Man sollte eigentlich nach Texas fliegen und faule Eier auf das Haus des Gouverneurs schmeissen, bis er begnadigt wird.
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Kubrick_obscura 2011/04/30 00:38:22
Kommentar löschen"Brokeback Mountain trifft auf Catch me if you can", so steht es auf der DVD-Rückseite. Kein guter Start, bei solchen Marketing-Sprüchen kommt mir schnell das Kotzen. So nach dem Motto: "Wow, der Film hat mir gefallen und der andere Film hat mir auch gefallen, dann wird mir dieser Film ja doppelt so gut gefallen." Leider war es nicht so, "I love you Phillip Morris" ist weder so gut wie Ang Lees Meilenstein, noch so gut wie Spielbergs mitreißender Hochstaplerfilm. Vielleicht, weil er wieder einmal an dem Umstand scheitert Film und Realität miteinander verschweißen zu wollen.
Wie uns zu Filmbeginn schriftlich eingebläut wird, handelt es sich hier um eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit, oder so, was den Filmemachern in vielerlei Hinsicht das Leben erleichtern, aber auch verherrend erschweren kann. Denn, obwohl ich nicht so viel erklären muss, wie bei einem rein fiktiven Film, weil der Zuschauer vieles hinnimmt, weil es ja in der Realität anscheindend so passiert ist, muss man als Filmemacher umso stärker sorgen, dass es sich echt anfühlt. Entweder man entfremdet ("Terminal") und hat dann mehr Freiheiten oder man zieht es beinhart durch ("Dog Day Afternoon"), aber "I love you Phillip Morris" wirkt so, als wolle er eine wahre Biografie schildern und auf der anderen Seite schmeckt er so künstlich wie ein Bum-Bum-Eis. Nun könnte man mit der ultima ratio der Ausreden argumentieren, es würde sich hier um ein Stilmittel handeln, aber so leicht ist es nicht.
Ich will allerdings erst mal versuchen zu begründen, warum der Film mir trotzdem gefällt. Er hat in jeder Hinsicht eine tolle Handlung. Das Leben schreibt eben immer noch die besten Geschichten und dem Drehbuch gelingt es auch dem schwierigen Spagat zwischen Komödie und Drama Rechnung zu tragen. Darüber hinaus gelingen den beiden Regisseuren tolle, rein visuelle erzählerische Momente, besonders bei den komischen Szenen. Sowieso ist der Film eine wirklich gute Komödie mit hohem Unterhaltungswert.
Ich hatte meinen Spaß, aber warum leistet er sich so ein schweres Versagen bei den ernsthaften Szenen? Lag es am Casting oder am Drehbuch? Von allem etwas, würde ich sagen. So gut das Script bei den komischen Momenten funktioniert, so kläglich scheitern die beiden Regisseure beim Drücken auf die Tränendrüse. Ich bin ja eigentlich auch nah am Wasser gebaut, aber selten war Weinen so nervig wie hier. Entweder steht im Drehbuch zu oft "They cry." oder die Regie verwechselt Mitgefühl mit Mitleid. Nur weil Gähnen ansteckend ist, muss das nicht auch für Tränen gelten. Meiner Meinung nach hat hier auch ganz klar das Casting versagt. Carrey und Gregor passen einfach nicht zusammen. Ihre Liebesszenen wirken künstlich. Ich sehe da nur zwei Hetero-Schauspieler, die schauspielen. Das ärgert umso mehr, da die Darsteller in ihren Solo-Szenen sehr gut spielen.
"I love you Phillip Morris" ist bis zur Hälfte eine rasante und intelligente Komödie, die mit ihrer hohen visuellen Brillianz begeistert, aber leider, besonders im letzten Drittel, den Sprung zum biografischen Drama nicht schafft und an seiner künstlichen Ernsthaftigkeit und seinem Nacherzählanspruch letztendlich scheitert.
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SamRamJam 2011/04/30 04:00:05
Antwort löschenToll geschrieben :) Nur eine Sache; Bum Bum Eis ist toll^^
Kubrick_obscura 2011/04/30 10:08:17
Antwort löschenIch finde Bum-Bum-Eis auch super. Habe gestern gerade eins gegessen, deshalb kam es auch in den Kommentar, aber es schmeckt trotzdem extrem nach Kunst. :)
Kill_Diether 2011/03/30 14:25:08
Kommentar löschenWer sich beim Gucken immer wieder vor Augen hält, dass dies einen realen Hintergrund hat, kann über die Längen, wie z.B. langweilige, weil aufgesetzt wirkende Romantik, hinwegsehen. Ewan McGregor spielt überzeugender als Jim Carrey, der als tragischer Spaßvogel nicht optimal in die Rolle passt. Völlig egal ob schwul, alt, behindert, eigen oder sonst wie, sind soche Persönlichkeiten wie Steven Russell extrem außergewöhnlich und schon alleine deswegen höchst interessant.
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hnnng 2011/03/22 01:46:55
Kommentar löschenIs' doch albern.
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patcharisma 2011/03/05 21:01:54
Kommentar löschenDieses Slapstick-Dramödchen macht wirklich alles falsch, was man falsch machen kann. Eine wahre und eigentlich interessante Hochstapler-Bio wird nach Muster X des (auch schlechten) Vorbilds "Catch me if you can" zur Faggot-Klischée-Verblödung verwurstet. Endlich wissen wir es: Für Luxus und stillosen Pseudo-Glamour werden Gays zu schamlosen Betrüger voll gelebter Hysterie, wenn alles schief geht, kommt das grosse Heulsusen-Theater und am Schluss bringt sie die "Schwulen-Seuche" AIDS ins Grab. Jeder durchschnittliche (Hetero-)Schauspieler, der genug selbstverliebt ist, muss mal eine überaffektierte Schwuchtel spielen, dass gehört einfach zum guten Ton in jeder öden Filmografie; von Robin Williams bis zum masslos überschätzten Robert DeNiro. So wie Carrey (dessen Popularität eh seit langem ein Keller-Dasein fristet) und der eitle McGregor es tun, wird mir nur noch schlecht. Keiner der blöden "Gags" ihres übertriebenem Over-Schauspiels will hier nur halbwegs sitzen, sämtliche (eigentlich verblüffenden) Abläufe sind wegen des miserablen Drehbuchs für den Zuschauer kaum nachvollziehbar oder werden (inklusive der ach-so-witzigen Arschfick-Stöhn-Szenen) gleich der Lächerlichkeit preisgegeben, die Biografien wurden für den Möchtegern-Fun schon ab Beginn geopfert und wenn der Film dann noch die Wendung zum triefigen Drama nehmen will, wird's ganz ätzend. Die Schlusspointe hätte (wie die ganze Geschichte) auch Potential, lässt aber wegen den vorangegangenen 85 Minuten nur noch kalt. Stammte der Film aus den 80's, könnte er noch als Sünde der Zeit abgetan werden, heutzutage liegt solch unterirdischer Exotismus einfach überhaupt nicht mehr drin. Natürlich kann man mit den Zeitgeist der "Sexual De-Correctness" jedes Klischée bedienen - aber echt, wer braucht das eigentlich noch? Das Ding gibt sich ja vordergründig so selbstironisch augenzwinkernd, aber unterm Strich nimmt es sich nur ernst und voll authentisch dabei. Was mich auch immer so ratlos macht ist, dass ausgerechnet (Non-Lesbian-)Frauen immer auf solche abgetrashten Schwulen-Lächerlichkeits-Movies so derart abfahren (siehe Kritiken/Comments) - wer gibt mir dazu die Antwort?
Der einzige Trost ist, dass es aus dem selben Jahr noch das stylige "A Single Man" mit Colin Firth zum Gay-Genre gab. Es verwundert mich nicht, dass unsere geschätzten Filmkenner-Freunde, Herr Vincent Vega und Herr Batzmann auf das üble (Un-)Ding abfahren, Shame on you! xD
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Mr Vincent Vega 2011/03/08 04:27:31
Antwort löschenUnd warum genau verwundert dich das nicht? Was ist eigentlich das "Gay-Genre"? :)
patcharisma 2011/03/08 04:38:21
Antwort löschenDas sage ich Dir und Deinem Freund B: Weil ihr immer noch denkt, dass "Being Gay" so richtig pseudo-subversiv sei. Dabei bist Du & Dein Freund B angepasster als es jede Schwiegermutter erlauben würde.
Mr Vincent Vega 2011/03/08 04:45:52
Antwort löschenWas'n Blödsinn. Du weißt doch gar nicht, was ich denke. Du kennst mich doch gar nicht. Du Pauschalist.
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patcharisma 2011/03/09 21:49:10
Antwort löschenIch hatte tatsächlich zuviel im Glas, deshalb löschen wir nun die netten Comments wieder, gell? ;-)
Enjoy the evening, Dear! ;-)
Mr Vincent Vega 2011/03/09 23:13:57
Antwort löschenZENSUR!
Pherano 2011/02/27 02:52:12
Kommentar löschenPervers, schrecklich, abscheulich! Nichts gegen Schwule aber so etwas hab ich noch nie gesehen. Tollpatschiges Getue mit TschaTscha-Effekt. Kein Humor, nichts drin. Jim Carry in diesem Film? Mehr oder weniger eine Beleidigung. Aber wahrscheinlich tut man in der heutigen Zeit für Geld wirklich alles. Nur Jim Carry, der mich in fast jedem Film richtig überzeugte, hat gezeigt, das er auch nicht viel anders ist als manch andere Schauspieler in diesem Bereich! Und dazu macht man sich über eine Krankheit namens Aids lustig. Wahre Begebenheit? Sicher... Im Märchen garantiert!
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facepalm 2011/02/27 02:55:49
Antwort löschen"Jim Carry in diesem Film? Mehr oder weniger eine Beleidigung." Dass McGregor hier mitmacht ist ne viel größere Blasphemie!
Mr Vincent Vega 2011/03/08 04:33:32
Antwort löschen"Pervers, schrecklich, abscheulich! Nichts gegen Schwule aber..." - :rolleyes:
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Pherano 2011/03/09 16:34:29
Antwort löschenEy, das ich gerade von dir ne blöde Bemerkung bekomme... Ehrt mich. ;)
Pherano 2011/06/05 12:02:30
Antwort löschenWas hat das bitte mit große Klappe zutun? Für mich ist das gesunder Menschenverstand... Sich über Infizierungen solcher Art so lustig zu machen, ist für mich nicht gerade vorbildlich. Aber wers so toll findet und auch noch dazu behauptet, das Carry damit einen guten Film gemacht hat, tut mir schon wahnsinnig leid!!!
Delonghi 2011/02/18 17:46:26
Kommentar löschenOh man, wieso hatte ich diesen Film bisher noch nicht auf meiner Liste ?? Irrwitzig komisch, einfach liebenswert, furios und viel Männergeknutsche. Einige Szenen echt zum Brüllen, man könnte auch sagen: Catch me, if you can in der Schwulenszene! Für Männlein und Weiblein gleichermassen ein toller Filmabend!!
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plattfuss69 2011/02/10 20:57:20
Kommentar löschenIrre unterhaltsam, abwechslungsreich, schräg. Jim Carrey ist einfach spitze. Muss man einfach mal gesehen haben.
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