Ich, Tomek

Swinki (2009), DE/PL
Laufzeit 94 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 10.06.2010

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6.5 Kritiker
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von Robert Glinski, mit Filip Garbacz und Bogdan Koca

Tomek ist fünfzehn. Er lebt an der polnisch-deutschen Grenze und träumt von einem Observatorium, das er zusammen mit anderen Jugendlichen und seinem ehemaligen Deutschlehrer aufbauen will. In einigen Wochen ist der Merkur zu sehen. Doch leider fehlt das Geld für ein ordentliches Teleskop. Die Schule weigert sich, das nötige Geld bereitzustellen. Und auch der örtliche Pfarrer möchte die sonntägliche Kollekte lieber für barmherzige Werke verwenden. Tomek ist enttäuscht. Er geht nicht mehr zum Astronomieclub und schwänzt nun auch die Jugendstunden beim Pfarrer. In der einzigen Disco im Ort, im “Zodiak”, hat er die gleichaltrige Marta kennen gelernt und sich in sie verliebt. Zusammen verbringen sie nun jede freie Minute. Marta ist voller Energie. Sie will ihre Jugend nicht verschlafen, wie sie sagt, träumt von schicken Klamotten und Veneers, und Keramikverblendungen für die Zähne, wie bei einem Hollywoodstar. Tomek verspricht ihr das Geld für die teure Behandlung zu besorgen. Aber woher? Tomek nimmt jeden Job auf dem Markt an, verkauft Spargel und Gartenzwerge an deutsche Grenztouristen. Der Erlös ist minimal. Doch er will sich vor Marta nicht die Blöße geben und als Verlierer dastehen. Tomek bittet seinen besten Freund Ciemny um einen Kredit. Ciemny lehnt ab. Er hat das Geld schwer verdient. Als Stricher bietet er sich älteren Männern im “Zodiak” an. Vielleicht borgt ihm Borys, der Zuhälter, ja was, sagt Ciemny. Doch auch Borys gibt Tomek kein Geld. Stattdessen bietet er ihm einen Job an. Für einen Moment zögert Tomek, doch dann nimmt er Borys Angebot an. Tomek bekommt seinen ersten Klienten. Diese Grenzüberschreitung ist folgenschwer und löst keines seiner Probleme. Die Spirale führt Tomek weiter abwärts. Marta verlässt Tomek für den älteren Arek. Max, ein Klient, vergewaltigt Tomek und bringt ihn dabei fast um. Doch Tomek gibt nicht auf – er beginnt selbst, als Zuhälter zu arbeiten und schreckt nicht davor zurück, seinen Freund Ciemny damit in Gefahr zu bringen. Tomek muss auf schmerzhafte Weise feststellen, dass alles im Leben einen Preis hat – und Tomek bezahlt ihn mit seiner Jugend.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Ich, Tomek

Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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5.0Geht so

Robert Glinski hat sich eines brisanten Gegenwartsstoffs angenommen, doch ein wenig hat er sich dabei an der Härte des Themas verhoben. Er will nichts beschönigen, verpflichtet sich einem realistischen, mitunter fast dokumentarischen Stil, doch zum Kern der Figuren dringt er nicht vor – trotz seines zweifellos eindrucksvollen Hauptdarstellers. Die brutale Vergewaltigung durch einen Kunden macht Tomek nicht kaputt, sie lässt ihn im Gegenteil vom naiven Stricher, der seiner Freundin ein bisschen Luxus bieten möchte, zum berechnenden Zuhälter „aufsteigen“. Glinskis Kompromisslosigkeit ist einem versöhnlichen Gestus sicherlich vorzuziehen, doch sie erfolgt auf Kosten der Glaubwürdigkeit seiner Figuren.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.0Ausgezeichnet

Tomek hat Angst. Niemals wollte er als Stricher arbeiten. Aber dann ist der Junge des Geldes wegen doch in das fremde Auto eingestiegen. Ihm ist übel, am liebsten würde er den Deal wieder rückgängig machen, doch das lässt sein gefühlskalter Freier nicht zu.

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Kommentare (2) — Film: Ich, Tomek

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Bartel aka Faniel Dranz

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Bewertung7.0Sehenswert

DER PLOT:
Erinnert sich noch einer an Liam Neeson´s Tochter in dem Film in dem er losgeht und alle plattmacht um eben dieses Kind vor der Zwangsprostitution zu retten?
Würde sich die ganze Geschichte im heutigen Polen abspielen hätte Liam Neeson gar nicht loslaufen müssen.
Hier gehen die Kids noch freiwillig auf den Strich um sich ihre Ed Hardy Shirts und Jamba Sparabos Kraft ihrer Körper, zu erarbeiten.
Im Falle des 14 Jährigen Tomeks, ist, ähnlich bei Liam, eine Frau die Wurzel allen Übels...
Kaum lernt Tomek seine "Jugendliebe" in der örtlichen Grenzdisko kennen ist es um seine Vorbildfunktion geschehen.
Sie will einen neuen Frontspoiler (Kunstzähne) und er springt schneller auf den "Kinderstrich" als wir Besserverdienenden "Globalisierung" buchstabieren können.
Hier wird zwar ein nicht gerade charmantes Bild unseres Nachbarlandes gezeichnet, dafür aber (traurigerweise) ein wahrhaftiges. Tristesse wohin man auch "fickt" und dazwischen die graue polnische Flora:
Hier wird der Bezeichnung "Strich in der Landschaft" eine völlig neue Bedeutung zugesprochen!
Die Po-fick-Peanuts die er dadurch verdient sind dem Bengel bald nicht genug.
Angetrieben von der ausufernden Glamoursucht seiner besseren Hälfte, wagt Tomek einen drastischen Karrieresprung.
Er wird zum Zuhälter...und wenn sie nicht an nen Freier kommen dann stehen sie noch heute...
DIE DVD:
Nie wurde der triste Alltag anschaffender Minderjähriger in satteren Farben dargestellt...Hier steht FULL HD anscheinend für VOLL HINTEN DRIN!
DER SOUND:
Das Ächzen des sozialen Systems klang nie fetter als über meine 5.1 Speaker! Hut ab!
Mit der ICH, TOMEK DVD in seiner Anlage ist man schneller Chef auf dem örtlichen Parkplatzautotunertreffen als man "Was kostest du?" sagen kann...

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Janus Winter

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Bewertung7.0Sehenswert

ICH, TOMEK hat seine Stärke in der nüchternen Erzählweise und seinen überzeugenden Laiendarstellern. Um seiner ersten Liebe Marta die teuren Wünsche erfüllen zu können, wird Tomek zum Straßenstricher. Anfangs noch unter viel Ekel und Angst, wird Tomek immer mehr zum Profi und (ACHTUNG SPOILER!) letztendlich sogar selbst zum Zuhälter. Für mich gab es in dem Film ein Bruch, nämlich als Marta Tomek für einen Sugardaddy verlässt. Danach ist die Motivlage Tomeks unklar. Warum macht er weiter, wo er doch selbst gar nicht so materialistisch eingestellt ist? Das hätte besser herausgearbeitet werden sollen.

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tom-01

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..und auch völlig unglaubwürdig, als der kleene zum zuhlter mutierte.


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