Idioten
Idioterne (1998), DK/IT/NL/SE/FR Laufzeit 117 Minuten, FSK 16, Dokumentarfilm, Drama, Kinostart 22.04.1999
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27 Kommentare
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von Lars von Trier, mit Jens Albinus und Troels Lyby
Die Idioten brechen mit fröhlicher Anarchie die Tabus der bürgerlichen Gesellschaft. Eine Handvoll junger Leute lebt in einer Kommune zusammen und hat sich zu einem radikalen Experiment entschlossen: Sie geben sich als geistig Behinderte aus. Sie zappeln, kleckern, lallen und spielen verrückt – schockieren als Idioten ihre Umgebung. Ihr praktizierter Schwachsinn ist wie eine Lizenz für exzessive Orgien: Völlig hemmungslos leben sie ihre Agressionen, ihre Neugier und ihre und primitive Sexualität aus. Die Toleranz der Mitmenschen wird dabei auf eine harte Probe gestellt.
HandlungDie KommuneEine Gruppe von jungen Leuten lebt relativ abgeschieden von der Gesellschaft in einem dänischen Ort. In einem großen leerstehenden Haus haben sie sich eingerichtet, um ihre Freizeit damit zu verbringen, ihren “inneren Idioten” kennenzulernen. Dies besteht darin, dass sie sich wie geistig oder körperlich Behinderte benehmen und sich gegenseitig zu immer ausgeprägterem spastischen Verhalten animieren.
Doch die Gruppe begnügt sich nicht nur mit der Inszenierung der “Idioten” in der Abgeschiedenheit ihrer Gruppe, sondern macht regelmässig auch Ausflüge in die Aussenwelt, um mit ihrem Auftritt zu provozieren und sich selbst auf die Probe zu stellen.
KarenBei einem solchen Ausflug, bei dem Susanne (Anne Louise Hassing), Stoffer (Jens Albinus) und Henrik (Troels Lyby) in einem Restaurant eine glaubwürdige Darstellung der Idioten geben, stößt zufällig auch Karen (Bodil Jørgensen) zur Gruppe hinzu.
Die junge schüchterne Frau, die zunächst voll auf die Inszenierung hereingefallen war, ist schockiert, als sie mitbekommt, dass alles nur ein großer Spass war. Sie ist entsetzt, dass eine Gruppe junger Leute dem Thema Behinderung anstelle mit Respekt lediglich mit Spott begegnet.
Dennoch ist sie fasziniert von der Gruppendynamik und der sozialen Atmosphäre, die in der Kommune herrscht. Es dauert nicht lange, bis…
/p>Die Idioten brechen mit fröhlicher Anarchie die Tabus der bürgerlichen Gesellschaft. Eine Handvoll junger Leute lebt in einer Kommune zusammen und hat sich zu einem radikalen Experiment entschlossen: Sie geben sich als geistig Behinderte aus. Sie zappeln, kleckern, lallen und spielen verrückt – schockieren als Idioten ihre Umgebung. Ihr praktizierter Schwachsinn ist wie eine Lizenz für exzessive Orgien: Völlig hemmungslos leben sie ihre Agressionen, ihre Neugier und ihre und primitive Sexualität aus. Die Toleranz der Mitmenschen wird dabei auf eine harte Probe gestellt.
HandlungDie KommuneEine Gruppe von jungen Leuten lebt relativ abgeschieden von der Gesellschaft in einem dänischen Ort. In einem großen leerstehenden Haus haben sie sich eingerichtet, um ihre Freizeit damit zu verbringen, ihren “inneren Idioten” kennenzulernen. Dies besteht darin, dass sie sich wie geistig oder körperlich Behinderte benehmen und sich gegenseitig zu immer ausgeprägterem spastischen Verhalten animieren.
Doch die Gruppe begnügt sich nicht nur mit der Inszenierung der “Idioten” in der Abgeschiedenheit ihrer Gruppe, sondern macht regelmässig auch Ausflüge in die Aussenwelt, um mit ihrem Auftritt zu provozieren und sich selbst auf die Probe zu stellen.
KarenBei einem solchen Ausflug, bei dem Susanne (Anne Louise Hassing), Stoffer (Jens Albinus) und Henrik (Troels Lyby) in einem Restaurant eine glaubwürdige Darstellung der Idioten geben, stößt zufällig auch Karen (Bodil Jørgensen) zur Gruppe hinzu.
Die junge schüchterne Frau, die zunächst voll auf die Inszenierung hereingefallen war, ist schockiert, als sie mitbekommt, dass alles nur ein großer Spass war. Sie ist entsetzt, dass eine Gruppe junger Leute dem Thema Behinderung anstelle mit Respekt lediglich mit Spott begegnet.
Dennoch ist sie fasziniert von der Gruppendynamik und der sozialen Atmosphäre, die in der Kommune herrscht. Es dauert nicht lange, bis auch sie regelmässig mit von der Partie ist. Karen unterscheidet sich von der bunten Truppe junger Menschen, die sich so unbekümmert in der Gruppe bewegen können. Sie selbst ist von einer einsamen Traurigkeit geprägt, die nur dann und wann zum Vorschein kommt. In der Gruppe findet sie erstmals den Halt, den sie bisher so schmerzlich vermisst hat.
Ist sie anfangs noch stille Beobachterin, die sich der Darstellung des Idioten entzieht, so wird sie mit der Zeit immer mehr auch in den Bann des exzentrischen Spiels gezogen.
Provokation und eigene GrenzenBald schon geben sich die jungen Leute aber nicht mehr mit ihren vereinzelten Auftritten in der Öffentlichkeit zufrieden. Die Guerilla-Aktionen und Gruppensex-Orgien sind keine wirkliche Herausforderung mehr für sie. Um sich selbst und den anderen zu beweisen, dass es ihnen ernst ist, stellen sie sich auf eine harte Probe: Jedes der Mitglieder soll nun auch in seinem Familien- oder Arbeitskreis seinen “inneren Idioten” darstellen.
Für einige in der Gruppe bedeutet dies den Ausstieg. Denn diesen entscheidenden Schritt wollen oder können sie nicht gehen. Als bei der Auswahl beim Flaschendrehen die Flasche auf Axel (Knud Romer Jørgensen) zeigt, sieht er sich mit seinen Grenzen konfrontiert und geht.
Auch Josephine (Louise Mieritz) hat die Gruppe bereits verlassen, nachdem ihr Vater sie eines vormittags unvermittelt abgeholt hatte.
Doch diese Rückschläge bestärken nur den Willen und die Solidarität der verbleibenden Gruppenmitglieder.
Letztendlich erklärt sich auch Karen bereit zu dem entscheidenden Schritt und kehrt mit Susanne als Zeugin nach langer Zeit das erste Mal zurück zu ihrer Familie, um diese und sich selbst als “Idiotin” auf die Probe zu stellen…
Weiterführende Information
Die Gedemütigten – Eine Dokumentation über die Entstehung des Film
Wissenswertes über den Film und das Drehbuch
Der Film Idioten als zweiter Teil der “Heart of Gold Trilogy”
Weitere Informationen im Internet
Interview mit Lars von Trier auf der Homepage von Dogma-95
Idioten, Filmkritik von Thomas Willmann auf artechock.de
Aufbruch in die Sackgasse? – Dogma im Kontext der Autorenpolitik, Kommentar von Patrick Vonderau auf nachdemfilm.de
Quellen
Idioten auf der offiziellen Homepage von Dogma-95
Idioten in der Wikipedia (dt.)
Cast & Crew
-
Lars von Trier
-
Troels Lyby
-
Anne Louise Hassing
-
Bodil Jørgensen
-
Louise Mieritz
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Josephine
-
Jens Albinus
-
Henrik Prip
Regie
Schauspieler
-
Nikolaj Lie Kaas
-
Lars von Trier
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Interviewer
-
Anne-Grethe Bjarup Riis
-
Paprika Steen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) High Class Lady
-
Anders Hove
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Josephine's Father
-
Lars von Trier
- Genre
- Sozialstudie, Sozialdrama, Inszenierter Dokumentarfilm
- Zeit
- 1990er Jahre
- Ort
- Dänemark
- Handlung
- Alternativer Lebensstil, Art House-Film, Ausdruck, Bourgeoisie, Debilität, Experiment, Freiheit, Garten, Geburtstagsparty, Geistig Behinderter, Gesellschaftliche Kontrolle, Gesellschaftliche Zwänge, Gesellschaftskritik, Gruppendynamik, Gruppensex, Idiot, Idylle, Improvisation, Inszenierung, Kommune, Kontrollverlust, Kontroverse, Kultfilm, Körperlich Behinderter, Liebespaar, Menschliches Zusammenleben, Mutprobe, Normalität, Rollstuhl, Schwimmbad, Schüchternheit, Selbsterkenntnis, Simulation, Spott, Theater, Therapie, Verantwortung, Verlust des Kindes, Villa, Wohngemeinschaft, Zuneigung, Öffentlichkeit
- Stimmung
- Eigenwillig, Verstörend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Idioten
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Trailer zum Film Idioten
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Kommentare (27) — Film: Idioten
Kommentar schreibenBegbie 2012/01/12 20:57:36
Kommentar löschenGestern habe ich nach Jahren das zweite mal diesen Film gesehen. Unterhaltung ist etwas anderes, trotzdem bleibt einiges im Gedächtnis und erzielt die gewollte Nachwirkung. Allein die Szene mit den Rockern die dem vermeintlich Behinderten am Pissoir helfen ist einfach so skurril und grotesk, dass man nicht weiß ob man sich vor schämen wegdrehen oder lauthals loslachen soll...
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swissroland 2011/12/17 22:42:20
Kommentar löschenjepp!
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Vitaminpräparat 2011/12/07 00:59:42
Kommentar löschengefangen in sozialen Konventionen...
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Lichtspieler 2011/10/31 16:30:20
Kommentar löschenIst das Kunst, oder kann das weg? Beides!
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stevenwolff 2011/07/29 18:16:58
Kommentar löschenEine absolute Frechheit.
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Sigmund 2011/07/29 18:48:14
Antwort löschenAha. So ganz ohne Begründung kommt nicht viel rum.
stevenwolff 2011/07/29 20:12:11
Antwort löschenGenau so wie beim Film.
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lieber_tee 2011/07/29 23:23:13
Antwort löschenDer Film ist eine absolute Frechheit die Schmerzhaft ist. Stimmt. Und das ist auch so gewollt.
stevenwolff 2011/07/29 23:34:14
Antwort löschenMir ist die Intention schon klar. Aber das was hier geboten wird, widerstrebt meinen Vorstellungen, was ein guter Film mitbringen sollte.
Aber das ist nur meine Meinung. Natürlich gibt es auch ganz andere Meinungen. Und die sollen ihre Freude mit Lars von Trier und Idioten! haben.
janissl 2011/05/29 20:22:22
Kommentar löschenVielleicht war von Triers Ausbruch in Cannes ja sein persönlicher Versuch den inneren Idioten mal in aller Öffentlichkeit rauszulassen.
Wenngleich er mit seinen Protagonisten und deren depressiven Verstimmungen mal wieder hart ins Gericht geht, kann man zwischen den Zeilen durchaus eine Sympathie seitens des Autors und Regisseurs rauslesen, für die Idee sich gelegentlich in aller Öffentlichkeit intellektuell ein wenig runterzuschrauben.
"Idioten" ist mit Sicherheit von Triers dogmatischster Dogma-Film, also eigentlich sogar sein einziger, ich möchte aber trotzdem nicht unerwähnt lassen, dass er auf eklatante Art und Weise sowohl gegen
Gebot 2: "Ton und Bild werden nicht separat produziert. Schauspieler sind nur im O-Ton zu hören. Musik darf nur live am Drehort während der Filmaufnahme gespielt werden."
als auch gegen
Gebot 7: "Zeitliche und geografische Verfremdungen sind nicht erlaubt."
verstößt.
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eXonic 2011/05/29 20:28:15
Antwort löschenWann genau hat er denn gegen das 2. Gebot verstoßen? Ist schon etwas her, dass ich den Film inkl. Bonusmaterial gesehen habe, aber dort wurde auch gezeigt, dass immer, wenn Musik ertönt, jemand hinter der Kamera steht und diese komische Flöte spielt.
janissl 2011/05/29 20:40:45
Antwort löschenEigentlich war Gebot 2 aber so gedacht, dass Musik nicht als reiner Score, sondern nur inhaltlich genutzt werden darf. Das würde für mich bedeuten, dass die Musikquelle, sei es ein Instrument oder ein Radio oder was auch immer, im Bild zu sehen sein muss. Außerdem läuft die Flöte über einer geschnittenen Sequenz, ist also, wenn auch am Drehort aufgenommen, höchstwahrscheinlich nachträglich druntergelegt worden.
Ist aber natürlich eigentlich total egal ;)
eXonic 2011/05/29 20:45:23
Antwort löschenAh ok, so ist das also gemeint. Aber du hast recht, eigentlich wirklich egal. Soviel ich weiß, hat es auch noch kein einziger Dogmafilm jemals geschafft, alle Gebote über die komplette Lauflänge einzuhalten.
janissl 2011/05/29 20:52:18
Antwort löschenEs gab glaub ich sogar eine Jury die Filme mit dem offiziellen "Dogma-95" Zertifikat ausgezeichnet hat. Die waren offensichtlich bereit hier und da mal ein Auge zuzudrücken ;)
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eXonic 2011/05/29 20:55:03
Antwort löschenStimmt, das habe ich auch irgendwo einmal gelesen. Aber geht hier ja mehr um den guten Willen und den Hintergedanken als einen Film nach strengen Regeln zu machen.
janissl 2011/05/29 21:02:07
Antwort löschenGenau! Und Dogma 95 hat das internationale Kino meiner Meinung nach stark beeinflusst, seinen Zweck also durchaus erfüllt.
MurderSquad 2011/05/16 17:33:50
Kommentar löschenDer Inhalt des Filmes liest sich wie jeder morgen bei meiner Arbeit.^^ Von daher möglicherweise interessant, aber Hardcore-Behindertenporno brauch ich weiss Gott nicht. Schon abartig genug wenn "gesunde" Menschen über sich herfallen, hehe. Wobei die Idee von "nur so tun als ob", oh jetzt muss ich lachen, na egal, ggf. schau ich mir den mal an, vielleicht auch nicht.
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ihre-herrlichkeit 2011/05/17 12:21:29
Antwort löschenTu es nicht.
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goddess.pain 2011/06/16 20:45:20
Antwort löschenich dacht auch der wär witzig... war er aber nich
ihre-herrlichkeit 2011/06/16 21:37:41
Antwort löschenNee, Selbstironie bestitzt LvT nicht.
momopipi 2011/05/11 09:46:22
Kommentar löschenDer wohl schlechteste Trier-Film bis jetzt.
Im Film steckte mir einfach viel zu wenig Herz!
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Jack_Torrance 2011/01/16 19:20:07
Kommentar löschenIn dem Film geht es um folgende Frage: Wie kritisiert man nicht nur, sondern entlarvt auch die bürgerliche Gesellschaft ? Lars von Trier fand folgende einfache wie geniale Antwort: Man stellt ihnen das krasse Gegenteil gegenüber, das sich zu wehren versucht.
Er zeigt es anhand provokativer Szenen und Szenen, die eine enorme Intensität haben. Doch schon von Anfang an merkt man, was die Bourgeoisie davon hält: Gar nichts. Am Ende wird auch klar und das man auch so deutlich formulieren, was das nutzt und zwar auch gar nichts...
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Shorty06 2010/12/07 10:15:20
Kommentar löschenIdioten von Lars Von Trier.
Am Ende war es doch nur ein Experiment. Der dänische Meister zeigt uns hier in bester Dogma-Manier eine Gruppe von Menschen, die geistige Behinderungen vortäuschen und andere Leute so verarschen. Sie suchen ihren "inneren Idioten". Ob das ganze als Mittel die gesellschaftlichen Missstände aufzuzeigen, oder doch einfach nur als spaßiger Humbug verstanden wird, das sieht wohl jeder der Idioten anders. Doch jeder scheint sein Vergnügen beim Randalieren, Bürger verhöhnen und Rudelbumsen zu finden.
Karen ist mittendrin. Sie ist neu in der Gruppe und ihr ist das alles nicht ganz geheuer. Behinderungen nachzuahmen ist Spott gegenüber den wirklich behinderten. Doch die Atmosphäre fasziniert die ständig traurig wirkende Frau. Das Gefühl einer Familie stellt sich ein. Ein Gefühl, das sie normalerweise nicht zu haben scheint.
Als es aber schließlich darum geht, das ganze in gewohnter Umgebung fortzuführen, scheitert die Idee. Niemand bringt den Mut auf, niemand kann mi den Konsequenzen leben. Am Ende war es doch nur ein Experiment. Nur Karen ist bereit. Sie hat nichts mehr zu verlieren...
Man sieht dem Film direkt seine Herkunft an. Lars Von Triers Handschrift ist unverkennbar. Doch umso überraschender war für mich am Ende der fehlende Schlag in die Magengrube, der doch Von Trier Filme so auszeichnet. Idioten ist überraschend human zu seinem Betrachter. Doch wirkt er im Endeffekt leider auch belangloser.
Im Anbetracht auf das Ende stellt sich mir allerdings die Frage: Was ist ein Idiot? Ist es der Mensch, der durch Störungen Probleme in der Gesellschaft hat? Oder ist es der Mensch, der zu fixiert auf sich selbst ist, und so die Probleme der anderen nicht erkennt?
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eXonic 2010/12/07 15:59:35
Antwort löschenNice!
alialialina 2010/11/05 22:05:09
Kommentar löschenMeiner Meinung nach der beste Lars von Trier Film überhaupt!
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BigDi 2010/10/19 00:58:14
Kommentar löschenDas ist wahrhaftig Rebellion um der Rebellion willen, die Wut zu hilfloser Wut gekehrt und im Endeffekt doch wieder dort, wo alle anderen auch hinwollen - nämlich zwischen ausgestreckten Beinen und das nur ohne einen sauberen Laken darunter.
Irgendwie reiner Selbstzweck, ein sinnloser, arroganter Protest gegen irgendwas, was man mit etwas zu ersetzen versucht, was doch sowieso niemals klappen wird.
Kritik an Dopelmoral wird zu Unmoral selbst, Respekt ist ein Fremdwort - nein, der Idiot ist nicht der Mensch der Zukunft und wenn doch, dann will ich diese Zukunft nicht erleben.
Nein, das ist irgendwann nicht mehr cool, nicht mehr hintersinnig, nicht mehr amüsant und garantiert nicht effektiv, sondern ein Scheitern auf ganzer Ebene - und selbst ein kleiner Sieg am Ende ist einfach nur fehl am Platz und dadurch wirklich beschämend.
Wie man sich auch immer verstellen mag, tief im Inneren bleibt man doch mit den Füßen auf dem festen, sicheren Boden, den man irgendwie doch so gar nicht verlassen möchte.
Egal, wie sehr der innere Idiot nach außen gedrängt ist - in diesem Idioten steckt dann doch der innere Spießer und der kriecht auch ungebeten hervor und übernimmt das Ruder.
Denn der eigentlichen Welt erst zu entfliehen und ihr erst dann aus der Ferne erst den Mittelfinger und dann auch den eigenen nackten Hintern zu zeigen, das erfordert weniger Mut als man es sich eingestehen würde.
Und bei der Rückkehr achtet man doch darauf, sich den Allerwertesten nicht abzufrieren.
Und wer es nicht tut und das Spiel weiterspielt, dem wird schnell klargemacht, dass er auf dem falschen Spielfeld gelandet ist, als würde er Würfel auf ein Schachbrett werfen und damit die Figuren umschmeißen.
Das ist die distanzlose, skurrile und irgendwie auch mitreißende Geschichte eines großen Scheiterns, die Geschichte über die Unmöglichkeit eines Ausbruchs und im Grunde einfach nur aufgesetztes, eingebildetes und besserwisserisches...ach, wisst ihr was?
Ich glaube, ich hätte mitgemacht.
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ihre-herrlichkeit 2010/10/09 20:37:00
Kommentar löschenLars von Trier schafft es in seinem Frauenhass, Frauen entweder als widerliche Monster oder als dumme, naive Hündchen zu präsentieren, die harmlos sind und niemandem Leid zufügen können.
In diesem Film schaut er bewundernd auf Menschen, die sich lediglich für geistig Behinderte ausgeben, aber auch normal sein können, was Lars von Trier selbst leider missgönnt zu sein scheint.
Ein Haufen Menschen mit tiefgreifenden, psychischen Problemen sammeln sich in einem sektenähnlichen Gefüge zusammen, um "Idioten" zu spielen. Der Sinn der ganzen Sache, diese pseudo-Rebellion gegen die Gesellschaft und die Heuchlerei der Menschen, erschließt sich einem nicht im Geringsten. Warum es ausgerechnet der innere Idiot ist, der liebenswert sein soll und warum von der Umgebung erwartet wird, sich nicht daran zu stören, wenn der Mensch, der vorher normal war, grundlos als geistig Behinderter auftritt, kann man wohl nur mit einem idiotischen Geist wie den von Lars von Trier nachvollziehen.
Weiter möchte ich anmerken: Es ist NICHT geil, Behinderten beim Sex zuzuschauen. Noch weniger geil ist es, Menschen beim Sex zuzuschauen, die den Behinderten nur mimen. Vielleicht bin ich auch einfach nicht tiefsinnig genug dafür, aber irgendwie kann ich sehr gut damit leben.
Übrigens hegte ich sowohl Sympathie für den Vater, der seine gestörte Tochter aus der Sekte rausholen wollte als auch für den Mann, der seiner Frau eine Ohrfeige gibt.
Lars von Trier soll sich darüber hinaus bitte seine pseudointellektuelle Dokumentationskamera in seinen exzentrischen, depressiven Arsch schieben.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
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BigDi 2010/10/19 00:19:59
Antwort löschenUnd vielleicht ist das Ganze auch nicht so positiv gemeint, wie du es jetzt als Intention des Regisseurs aufgefasst hast?
ihre-herrlichkeit 2010/10/19 12:36:52
Antwort löschenUnd vielleicht hat der Regisseur auch den Sinn des Lebens darin eingebaut. Vielleicht hat der Regisseur aber auch die Intention, pseudointellektuelle Filme ohne Gehalt zu drehen, damit sich die Leute darüber totdiskutieren und einen höheren Sinn in seinem geistigen Dünnschiss zu sehen versuchen. Vielleicht, vielleicht....
BigDi 2010/10/19 21:28:21
Antwort löschenEs lohnt sich meines Erachtens mehr, das erste "vielleicht" als "wahrscheinlich" zu akzeptieren. ;)
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ihre-herrlichkeit 2010/10/19 23:52:48
Antwort löschenOK, ordne dich ruhig der naiven Lammherde hinter Lars von Trier ein. Ich für meinen Teil weigere mich, das zu fressen, was er serviert, denn ich erkenne es als das, was es ist: Geistig umnachteter Müll.
Menschen, die das fressen, sind auch bereit, auf einer Vernissage für ein Gemälde 10 000 Euro auszugeben, welches von Affen zusammengekleistert wurde. Da es aber grotesk wirkt, MUSS es ja Kunst sein!
Roy D. Gerkoeter 2011/03/20 01:55:25
Antwort löschenEs ist eben Lars von Trier...der ganze Dogma-Mist ist erstens verlogen, zwootens scheiße und drittens ein Haufen cineatisierter Ideologie. Noch schlimmer als dieses Machwerk ist eigentlich nur "Manderlay".
Filmkenner77 2010/10/09 11:54:25
Kommentar löschenSperriger Dogma-Film mit Hardcoreszenen. Sehr langatmig.
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Arakune 2010/08/24 01:03:30
Kommentar löschenDas ist kein Kino im herkömmlichen Sinne. Nach strengster Genauigkeit befolgte Lars von Trier seine eigens aufgestellten "Dogma"-Regeln und erschuf damit wieder mal einen zutiefst kontroversen Film; die Einen werden darin die Zerlegung der heutigen Moralanschauung der Gesellschaft erkennen, die Anderen wohl nur eine paar herumhampelnde Penner, die, im Charme eines Homevideos, Leute verarschen. Nun, ich denke, ich gehöre zu ersterer Gruppe. Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln von Trier es schafft, den Zuschauer in diese merkwürdige Gruppe zu "integrieren". Er erzählt provokant, und oft mit viel Sarkasmus, von Individuen, die "den Idioten in sich entecken wollen" und dabei die Geduld, die Toleranz und das Feingefühl ihrer Mitmenschen auf die Probe stellen und völlig ausreizen, bis diese nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Hierbei leisten die ganzen Darsteller dermaßen gute Arbeit, dass ich noch in der ersten Szene glaubte, hier würden "zum Vergleich" erstmal richtige Menschen mit Behinderungen gezeigt. Auch schwenkt er kein einziges Mal mit der Kamera weg, sondern zeigt jedes Detail der Kopulationszene, ohne etwas zu zensieren, um einen möglichst hohen Realitätsgrad zu erreichen.
Lars von Trier offenbart mit IDIOTERNE, in was für einem Faschismus wir eigentlich noch leben und demontiert dabei die heutigen oberflächlichen Moralvorstellungen und provinziellen Ideale. Durch die "Dogma"-Regeln bleibt der Stil des Films stets realistisch, ja schon nahezu dokumentarisch, und trifft dabei genau den Ton, den er treffen sollte. IDIOTERNE wird die Geister scheiden. Und genau das wollte der Lars.
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veseria 2010/08/19 15:08:10
Kommentar löschenDogma 95. Das ist hier das Zauberwort. Das was wir eigentlich "filmisch" nennen, fehlt diesem Film. Aber ganz bewusst.
Das macht das ganze sehr interresannt, stellt damit aber die Herausforderung, komplett mit Inhalt zu überzeugen. Das schafft Lars von Trier aber nicht ganz, weswegen der Film einfach zu wenig ist um zu kritisieren, zu belehren oder sonst was.
Meiner Meinung nach. Ich bin ein Trier-Fan aber IDIOTEN ist nicht ganz mein Fall gewesen.
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ritchi 2010/05/28 10:27:53
Kommentar löschenSehr genial!
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KlapTrap 2009/09/05 10:35:57
Kommentar löschenIn Max Frisch Roman MEIN NAME SEI GANTENBEIN gibt es einen Protagonist, der beschließt sich blind zu stellen, und unmittelbar die paradoxe Erfahrung macht, die Welt tatsächlich durch andere Augen zu sehen.
Nicht nur das sich sein Gegenüber durch die anscheinende Nicht-Beobachtung völlig entblößt, von ungeniertem NAsenbohren über komprimitierende Gesten bis hin zu nicht weggeräumten Drogen,Medikamenten und Dreckwäsche, auch der namenlose Blinde selbst muss feststellen, von der Last seiner Persönlichkeit befreit, das sich seine zweite Haut um einiges natürlicher, ungezwungener anfühlt als seine erste.
In INDIOTEN nun ist die vorgetäuschte Behinderung keine körperliche, sondern eine geistige - der Effekt jedoch ist der selbe.
Nur das sich die Figuren hier nie ganz von ihrer bürgerlichen Gravitation zu lösen vermögen, selbst wenn sie es mit der Brechstange und Rudelbumsen versuchen.
Auf ihre erste Haut zurückgeworfen zerplatzen schnell alle höheren Ziel.
Der gesellschaftliche Spot wendet sich auch gegen sie selbst, das merken sie, und so muss der Film, die Gruppe letztendlich ins Leere laufen.
IDIOTEN ist großes Kino, sicherlich, mit mehr Meta-Ebenen als Dialogzeilen, aber so wirklich sympathisch kann einem IDIOTEN nicht sein.
Indess, wer würde das von einem Trier-Film auch erwarten.
Die KAmera macht das was sie in einem Dogma-STreifen immer tut - den Schauspielern so dicht auf die Pelle zu rücken, das Distanz gar nicht mehr möglich ist - und die Schauspieler sind ein weiteres Mal so natürlich und unbefangen, daß das hier alles direkt von der Mattscheibe springt.
Aber wirkliche Sympathie mag für sie nicht aufkommen, bei dem Versuch heilige Kühe zu schlachten, um neue zu erfinden.
Das am Ende dann ausgerechnet die bürgerlichste von ihnen den Ausbruch schafft, ist letztendlich kein Wiederspruch, sondern nur folgerichtig.
Schließlich hat sie alle Gravitation verloren, die sie noch in ihrer bürgerlichen Umlaufbahn halten könnte.
Oder, um es mit dem alten Janis-Joplin-Gassenhauer zu sagen :
"Freedom is just another word for nothing left too loose".
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spanky 2009/08/20 08:44:04
Kommentar löschenEin sehr beklemmender Film mit dem gewissen Aha-Effekt, den nur ein von Trier bewirken kann. Selten so verstört aus einem Kino gekommen...
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JuliusGrimm 2009/05/03 17:30:26
Kommentar löschenEin absolutes Meisterwerk.
In meinen Augen der beste Film von Lars von Trier!
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