Idioten

Idioterne (1998), DK/FR/IT/NL/SE Laufzeit 117 Minuten, FSK 16, Dokumentarfilm, Drama, Komödie, Kinostart 22.04.1999

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6.0
Kritiker
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6.9
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33 Kommentare
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von Lars von Trier, mit Henrik Prip und Nikolaj Lie Kaas

Die Idioten brechen mit fröhlicher Anarchie die Tabus der bürgerlichen Gesellschaft. Eine Handvoll junger Leute lebt in einer Kommune zusammen und hat sich zu einem radikalen Experiment entschlossen: Sie geben sich als geistig Behinderte aus. Sie zappeln, kleckern, lallen und spielen verrückt – schockieren als Idioten ihre Umgebung. Ihr praktizierter Schwachsinn ist wie eine Lizenz für exzessive Orgien: Völlig hemmungslos leben sie ihre Agressionen, ihre Neugier und ihre und primitive Sexualität aus. Die Toleranz der Mitmenschen wird dabei auf eine harte Probe gestellt.

Hintergrund & Infos zu Idioten
Die Gedemütigten ist eine Dokumentation über die Entstehung des Films und zeigt Wissenswertes über das Drehbuch und die Produktion. Der Film Idioten ist der zweite Teil der Heart of Gold Trilogie.

Vollständige Handlung
Eine Gruppe von jungen Leuten lebt relativ abgeschieden von der Gesellschaft in einem dänischen Ort. In einem großen leerstehenden Haus haben sie sich eingerichtet, um ihre Freizeit damit zu verbringen, ihren “inneren Idioten” kennenzulernen. Dies besteht darin, dass sie sich wie geistig oder körperlich Behinderte benehmen und sich gegenseitig zu immer ausgeprägterem spastischen Verhalten animieren.

Doch die Gruppe begnügt sich nicht nur mit der Inszenierung der “Idioten” in der Abgeschiedenheit ihrer Gruppe, sondern macht regelmässig auch Ausflüge in die Aussenwelt, um mit ihrem Auftritt zu provozieren und sich selbst auf die Probe zu stellen.

Bei einem solchen Ausflug, bei dem Susanne (Anne Louise Hassing), Stoffer (Jens Albinus) und Henrik (Troels Lyby) in einem Restaurant eine glaubwürdige Darstellung der Idioten geben, stößt zufällig auch Karen (Bodil Jørgensen) zur Gruppe hinzu.
Die junge schüchterne Frau, die zunächst voll auf die Inszenierung hereingefallen war, ist schockiert, als sie mitbekommt, dass alles nur ein…



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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (2) — Film: Idioten

Arakune: CinemaForever, Im Wendekrei...

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7.0Sehenswert

Das ist kein Kino im herkömmlichen Sinne. Nach strengster Genauigkeit befolgte Lars von Trier seine eigens aufgestellten "Dogma"-Regeln und erschuf damit wieder mal einen zutiefst kontroversen Film; die Einen werden darin die Zerlegung der heutigen Moralanschauung der Gesellschaft erkennen, die Anderen wohl nur eine paar herumhampelnde Penner, die, im Charme eines Homevideos, Leute verarschen. Nun, ich denke, ich gehöre zu ersterer Gruppe. Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln von Trier es schafft, den Zuschauer in diese merkwürdige Gruppe zu "integrieren". Er erzählt provokant, und oft mit viel Sarkasmus, von Individuen, die "den Idioten in sich entecken wollen" und dabei die Geduld, die Toleranz und das Feingefühl ihrer Mitmenschen auf die Probe stellen und völlig ausreizen, bis diese nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Hierbei leisten die ganzen Darsteller dermaßen gute Arbeit, dass ich noch in der ersten Szene glaubte, hier würden "zum Vergleich" erstmal richtige Menschen mit Behinderungen gezeigt. Auch schwenkt er kein einziges Mal mit der Kamera weg, sondern zeigt jedes Detail der Kopulationszene, ohne etwas zu zensieren, um einen möglichst hohen Realitätsgrad zu erreichen.
Lars von Trier offenbart mit IDIOTERNE, in was für einem Faschismus wir eigentlich noch leben und demontiert dabei die heutigen oberflächlichen Moralvorstellungen und provinziellen Ideale. Durch die "Dogma"-Regeln bleibt der Stil des Films stets realistisch, ja schon nahezu dokumentarisch, und trifft dabei genau den Ton, den er treffen sollte. IDIOTERNE wird die Geister scheiden. Und genau das wollte der Lars.

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Kubrick_obscura: CinemaForever

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8.5Ausgezeichnet

Der Film hat so viele Schichten. Man sieht nie den Boden. Der anspruchsvollste Lars-von-Trier-Film.

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Kommentare (30) — Film: Idioten


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NewZooYorker

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Bewertung3.0Schwach

Puuuh. Das war jetzt echt schwer. Nach "das Fest" jetzt der zweite Dogma-film. Während eben genannter mir noch zusagen konnte, teilweise ein richtig guter Film war, ist "Idioten" von LvT ein verdammt schwieriger Film für mich. Schon "Antichrist" war bei mir grenzwertig, aber dennoch verfiel ich der tiefen Depression von "Antichrist". Das lagt vielleicht auch daran, dass dort wenigstens gut gedreht wurde. Ganz ehrlich, "Idioten" sieht nach ganz großem Müll aus, rein von der Optik her. Jaja, Filme müssen ja eine gute Story haben und keine gute Optik blablabla. Jeder Amateur hätte diesen Film drehen können mit diesem Script, was bringt mir ein inhaltlich guter Film wenn ich bei nahezu jeder Szene daran denken muss, wie unheimlich beschiessen sie aussieht? Auch sonst waren mir das viel zu viele Genitalien, was denn Film noch weiter in die miese Optik rückte. Hier wollte man die ganz große Gesellschaftskritik raushängen. Toll. Die Welt ist böse und mag keine behinderten. Die Irren sind normal und die Normalen sind Irre. Das hätte mir LvT deutlich weniger abstoßend zeigen können. Filme müssen auf keinen Fall immer unterhalten, aber für mich müssen sie auch nicht mit allen Mitteln vom Betrachter abstoßen, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen.

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Martin Oberndorf

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Bewertung6.5Ganz gut

So, das war also nach "Melancholia" und "Dogville" meine dritte Auseinandersetzung mit dem dänischen Filmemacher Lars von Trier.
Zudem meine erste Erfahrung mit der Dogma 95-Bewegung.
Es geht um "Idioterne", oder wie er auf Deutsch heißt: Idioten.

Also zuerst mal muss ich sagen: ich hab mir den Film ja mit gemischten Gefühlen angesehen.
Zum Einen gab es Lobeshymnen, zum Anderen harte Verrisse.
Und als ich mir die Keuschheitsgelübte der Dogma 95 durchgelesen habe, ging's mir dadurch nicht besser.
Bitte versteht mich nicht falsch: ich bin durchaus der Meinung, ein Film kann auch mit minimalistischen Mitteln überzeugen (allerdings hab ich an einem großeb Hollywoodblockbuster genau so viel Spaß wie an einem Independentdrama).
Aber in mir tobte immer die Frage: Könnte ich so einen Film drehen?
"Ach komm, es ist Lars von Trier! Bei Dogville hatte er auch aus wenig viel gemacht!"
So die Stimme in meinem Kopf, bei der ich ohnehin wusste, dass die Neugier siegt.
...
So, der Film wurde jetzt angesehen.
Wo soll ich anfangen?
Also als allererstes: die Dogma 95-Anforderungen ziehen sich konsequent durch den Film. Aber sie fallen gar nicht so unangenehm auf, wie gedacht.
Man muss sich lediglich an die Handkamera gewöhnen, das ist alles.
Und ich muss sageb, die 110 Filmminuten haben mir gut gefallen. Es handelt sich hier um einen kurzweiligen Film mit einer merkwürdigen Thematik.
Eine Gruppe von Leuten, die teilweise Züge von Hippies, teilweise welche von einer Sekte aufweist, gibt sich öffentlich als geistig behindert aus.
Ich mus sagen, die fast 2 Stunden sind auf ihre eigene, ernste Weise unterhaltsam und vergehen wie im Flug.
Es ist lediglich die Zeit nach dem Film:
Ich wusste unmittelbar nach dem Film, dass er mich nicht so beeindruckt hat, wie er hätte können.
Auch weiß ich nicht, ob ich mir dieses filmische Experiment nochmal ansehen werde.
Es klingt abgedroschen, aber es liegt nicht am Film, es liegt an mir.
Und wenn ihr es nicht wisst, ich bewerte subjektiv.

Ich konnte zu den Idioten keinen Draht finden.
Das liegt vielleicht daran, dass ich mich nicht so leicht provozieren lasse.
Um mich zu schockieren, reichen Behindertenthemen oder Sexszenen, die weniger hart sind, als ihr Ruf es vermuten lässt, nicht.
Und um einrn wirklich nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, fehlt es dem Film noch etwas an Kreativität und/oder Handlung.
Denn seien wir ehrlich: bis auf das, was hinten am Klappentext steht und dessen optische Umsetzung bietet der Streifen nicht allzu viel.
Aber: diese ist dafür wieder umso besser und kurzweiliger gelungen.

Nein, ich finde "Idioten" wirkluch sehenswert, aber ein Favorit von mir wird es nie werden, denn dafür hat der Film für meinen Geschmack zu viel unausgeschöpftes Potenzial.
Aber da soll sich jeder sein eigenes Bild von machen.

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Martin Oberndorf

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Bei mir sind's meistens Plus Minus 2 Punkte.
Ich bin halt einfach unberechenbar!


BrittaLeuchner

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@ Martin: Ich persönlich bin der subjektiven Ansicht dass du mit deiner Filmkritik Trier ein Kompliment gemacht hast, denn die Hin -und Hergerissenheit ist meiner Meinung nach gewollt und es ergeht ihm vermutlich beim Machen der Filme genauso wie Dir beim Schauen der Filme. Meine Vermutung. Ich glaube nicht, dass er Filme macht um sich danach besser zu fühlen :) ... Liebe Grüße


JimiHendrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Lars von Triers hinkende Ode an das Idiotentum, ist vor allem mit einem breiten Grinsen zu quittieren.

Ich sabbre mit ihnen, ich spaste mit ihnen, ich rebelliere mit ihnen, ich erregiere mich mit ihnen, ich versage mit ihnen.

Eine äußerst originelle Idee, die uns da entgegen wabert. Auch ich habe schon öfters dran gedacht, den geistig Behinderten zu mimen, wenn in der S-Bahn mal wieder Kontrolleure auftauchen und um meine nicht vorhandenen Fahrkarte bitten.

"Eine gewisse Stumpfheit des Geistes scheint aber eine notwendige Eigenschaft, wenn nicht jedes aktiven Menschen, so doch jedes ernsthaften Geldsammlers zu sein.“
(Der Idiot)
-Fjodor M. Dostojewski

Die Akteure in "Idioten" haben sich aus scheinbar ideologischen Gründen dafür entschieden, der Gesellschaft ihren intoleranten Spiegel vor zuhalten. Die Moral kommt uns also im Rollstuhl entgegen, ihre Beine sind gelähmt - unfähig eigenständig zu funktionieren. Und so ist es auch in von Triers Film.
Stattdessen wird die Moral von der egoistischen Selbstreflektion angeschoben und dessen Kick, die Gesellschaft zu schockieren. Sie schieben also ihre Moral im Rollstuhl vor sich her und nehmen immer mehr Fahrt auf bis - ja bis die Kante des eigenen Scheiterns kommt, die Kante der eigenen Entlarvung. Der Rollstuhl kippt nach vorne und die Moral fällt auf den Boden, windet sich in sabbernd und in spastischen Bewegungen. Was übrig bleibt, ist die egoistische Selbstreflektion und das scheitern an selbst.

Doch wäre die Welt für geistig Behinderte nicht eine bessere, wenn überall solche "gesunden" Menschen diese imitieren würden. Ich denke schon, denn die meisten Menschen lernen ungewöhnliches schneller zu akzeptieren und als normal hinzunehmen, je öfter sie es sehen.

Ich denke man sollte aber "Idioten" immer mit einem humorvollen Auge betrachten, denn wer die Filme von Lars von Trier kennt weiß, dass die meisten wenn auch verkappte Komödien sind.

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Wumz

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ata ata hiaa hiaa krrrr krrrr


JimiHendrix

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ganz genau!^^


Ohne Wiederkehr

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Bewertung9.0Herausragend

"Idioten" verweigert sich so extrem sämtlichen Kino-Konevntionen, dass ihn allein das in gewisser Weise sehenswert macht. Lars von Trier zeigt hier mit wackelnder Handkamera und einer Kameraführung die manchmal stark an Amateurvideos erinnern lässt, wilde Sexorgien, angebliche Diskriminierung von Behinderten und eine Vielzahl von Geschlechtsorganen - sprich, alles, was der Durchschnittbürger als anstößig empfindet.

Lars von Triers Film ist wohl die krasseste Gesellschaftskritik, die ich bisher gesehen habe. Ohne Erbarmen entlarvt er hier die Scheinheiligkeit und Doppelmoral des Bürgertums, dass sicch zwanghaft an alle gesellschaftlichen Normen hält, natürlich nichts gegen geistig Behinderte hat und sich nach außen hin in höchstem Maße politisch korrekt gibt, aber wenn es dann doch mal mit einer behinderten Person konfrontiert wird bricht diese Fassade ganz schnell und das vorurteilsvolle und rassistische Innenleben kommt zum Vorschein. "Idioten" rechnet kompromislos mit all den Gutmenschen und ihrer Falschheit ab.
Besonders amüsant fand ich, dass dieser Film einige Szenen enthält, über die sich eben jene Gutmenschen so richtig (gespielt) empören können und dadurch versuchen zu überspielen, dass ihr verhalten das einzig empörenswerte ist. Ein Deutschlehrer würde sich wahrscheinlich diebisch über den Zusammenhang von Form und Inhalt freuen.

Mittlerweile macht es mir fast Spaß zu lesen, wie sich jemand darüber aufregt, dass sich Lars von Trier hier über Behinderte lustig macht, denn zum Glück weiß ich ja, dass er sich eigentlich über die jenigen lustig macht, die sich über diesen Film aufregen.

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Admiral.Nogura

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Bewertung9.0Herausragend

Ich verstehe nicht, warum die Leute denken, dass der Film für die Ideologie steht, die die Protagonisten propagieren. Schon auf der Erzählebene kann man sogar eine scharfe Kritik an der Alternativkultur sehen. Wenn man so will, ist „Idioten“ nicht nur eine Abrechnung mit dem Establishment, sondern auch mit der 68er-Bewegung. Und die „Idioten“ sind weder besser nach schlechter als die „Spießer“. Aber das ist nur das, was auf der Erzählebene. Viel interessanter ist, was Lars von Trier mit Schauspielern und Zuschauern macht. Mit seiner gebrochenen emotionalen Manipulation gibt Lars von Trier Aufschluss darüber, wie Drama und die empathische Nähe zum Schauspiel an sich funktioniert.

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Admiral.Nogura

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Bei IDIOTERNE geht es weniger um die Gesllschaftskritik als um das Scheitern einer Ideen, die aber nicht am "bösen" bürgerlichen System zerbricht, sondern weil man einerseits von strukturgebenden Beschränkungen abhängig ist und es sich andererseits um ein Paradoxon handelt, Dogmen mit Dogmen zu beseitigen zu wollen.
Vielleicht war Lars von Triers Film auch ein Kommentar auf seinen unverstandenen Witz: Dogma '95.


MaxN91

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Bewertung4.0Uninteressant

Der Dogma95-Film "Idioten" von Lars von Trier ist der erste Film dieses Regisseurs der mir absolut nicht gefallen hat . Mit Kinofilmen im herkömmlchen Sinne hat dieser Film fast nichts mehr zu tun . Die Handlung ist jedoch recht interessant : Eine Gruppen von Menschen lebt in einer Lebensgemeinschaft - ähnlich einer 68er Kommune - in der sich die Mitglieder als geistig behindert ausgeben , um sich so leichter durchs Leben schlagen zu können und von gesellschaftlichen Konventionen abweichen . Auch wenn ich die Gesellschaftskritik und den künstlerischen Anspruch des Films durchaus verstanden habe , macht es jedoch keinerlei Spaß sich diesen Film anzusehen . Das ganze ist unwarscheinlich trocken und langwierig erzählt und die Darsteller wirken mit zunehmender Spieldauer immer aufgesetzter und nerviger . Auch die Provokation durch expliziete Sexszenen macht zwar im Kontext der Filmaussage durchaus Sinn , kam mir jedoch eher konstruiert vor . Nur der letzte Teil des Films bringt etwas Leben in den sonst sehr herzlos wirkenden Streifen und schafft es mich einigermaßen Interesse zu wecken , zu überraschen und letztendlich zu überzeugen . "Idioten" ist Arhauskino in einer seiner außergewöhnlichsten Formen und vermittelt interessante Denkansätze , lässt es dabei aber völlig vermissen den Zuschauer zu begeistern und mitzureißen .

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MrDepad

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Bewertung6.5Ganz gut

"Idioten" ist ein ungewöhnliches Drama von Lars von Trier, welches im Dogma 95-Stil inszeniert wurde.
LvT zeigt eine Gruppe von Leuten, die in einer Art Kommune leben und den inneren Idioten in sich finden wollen. Zu diesem Zweck spielen sie äußerlich, dass sie geistig zurückgeblieben seien und leben diese Rolle sowohl innerhalb der eigenen Gruppe, als auch in Alltagssituationen in der Öffentlichkeit. Gelungen sind hier vor allem die Szenen in der Öffentlichkeit, in denen LvT zeigt, wie normale Leute auf die scheinbar geistig Behinderten reagieren. Vor allem eine Szene ist hier sehr toll, in der einer aus der Gruppe ausgerechnet von ein paar unfreundlich wirkenden Rockern in der Kneipe an den Tisch aufgenommen wird und sie sich kurzzeitig um ihn kümmern. Die restlichen Szenen des Films, die sich innerhalb der Gruppe abspielen, fand ich allerdings viel zu nichtssagend und substanzlos, dazu kommt noch, dass mir viele der Figuren nach ca. der Hälfte des Films regelrecht auf die Nerven gingen, aufgrund des übertriebenen Spiels.
Was dem Film allerdings nochmal einen ordentlichen Qualitätsschub verleiht, ist die Konsequenz mit der Lvt seinen Film aufs Ende zusteuert. Ich will nicht zu viel verraten, aber der Film endet letztlich für die Figuren anders, als sie es sich wahrscheinlich von ihrem sozialen Experiment erhofft hatten. Man denkt selbst, LvT verfolgt eine eindeutige Botschaft mit dem Film, doch in den letzten 15 Minuten demontiert er seine eigene Aussage und präsentiert ein tolles, gelungenes Ende.
"Idioten" ist somit ein roher, ungeschönter Film, zu dem nicht jeder Zugang finden wird. Auch ich hab mir mit der Inszenierung oftmals schwer getan, zu unsympathisch sind die Figuren letztendlich. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass mir das Konzept und die letzte Konsequenz der Erzählung gut gefallen hat, womit "Idioten" zwar weit hinter LvT´s besten Werken zurück bleibt, ein schlechter Film sieht allerdings trotzdem ganz anders aus.

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sainTz

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Bewertung4.0Uninteressant

Sehr anstrengend, macht kein bisschen Spaß sich das anzuschauen.

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Weltenkind

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"A good film is like a stone in your shoe."


sainTz

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kann schon sein, nur hatte ich gestern echt keinen nerv mehr für sowas. ich werde demnächst mal andere filme vom lars sichten und komme danach nochmal auf die idioten zurück.


lassiesinger

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Bewertung10.0Herausragend

herrlich durchgeknallt. Lars von Trier ist ein Genie! Dies ist neben "Dancer In The Dark" mein Lieblingsfilm von ihm. Wobei: Außer "Melancholia" und "Breaking The Waves" fand ich eigentlich alle genial.

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Telebaum

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der radikalsten und befreiendsten Filme überhaupt. Für mich nicht mal so interessant die Gesellschaftskritik, als vielmehr die Aufforderung an jeden einzelnen, sich von Normen und Konventionen frei zu machen - was naturgemäß kaum möglich ist - aber mit diesen doch zumindest hin und wieder zu brechen und einfach sehen, was dann passiert: denn in uns allen steckt viel mehr von Triers Idioten, als wir uns eingestehen würden.

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Begbie

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Bewertung7.5Sehenswert

Gestern habe ich nach Jahren das zweite mal diesen Film gesehen. Unterhaltung ist etwas anderes, trotzdem bleibt einiges im Gedächtnis und erzielt die gewollte Nachwirkung. Allein die Szene mit den Rockern die dem vermeintlich Behinderten am Pissoir helfen ist einfach so skurril und grotesk, dass man nicht weiß ob man sich vor schämen wegdrehen oder lauthals loslachen soll...

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swissroland

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Bewertung0.0Hassfilm

jepp!

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Co-Pilot

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Ich empfinde es als eine der allerhöchsten Schanden welche man Menschen, die wirklich an diesen Krankheiten leiden, antut mit diesem Film.
Egal ob Slashing, Snuff-Imitation, Hardcoreporn oder Blasphemie - die Grenze des Niveaus und guten Geschmacks sind hier nicht nur überschritten worden, sondern wurden auch zu einem Magenschlag ins Geflecht der Betroffenen.

Irgendwo hört es für mich auf - Idioten war dieser Punkt.


swissroland

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Da gibt es nix hinzuzufügen und genau aus dem Grund hat es der Film auf meine kleine auserlesene Liste der Hassfilme geschafft.
Wobei ich eh nie ein Freund von Lars von Trier war, aber seit dem Film meide ich ihn, wie der Teufel das Weihwasser.


Vitaminpräparat

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Bewertung7.5Sehenswert

gefangen in sozialen Konventionen...

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Lichtspieler

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Bewertung2.0Ärgerlich

Ist das Kunst, oder kann das weg? Beides!

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stevenwolff

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Eine absolute Frechheit.

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lieber_tee

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Der Film ist eine absolute Frechheit die Schmerzhaft ist. Stimmt. Und das ist auch so gewollt.


stevenwolff

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Mir ist die Intention schon klar. Aber das was hier geboten wird, widerstrebt meinen Vorstellungen, was ein guter Film mitbringen sollte.

Aber das ist nur meine Meinung. Natürlich gibt es auch ganz andere Meinungen. Und die sollen ihre Freude mit Lars von Trier und Idioten! haben.


Shorty06

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Bewertung7.0Sehenswert

Idioten von Lars Von Trier.
Am Ende war es doch nur ein Experiment. Der dänische Meister zeigt uns hier in bester Dogma-Manier eine Gruppe von Menschen, die geistige Behinderungen vortäuschen und andere Leute so verarschen. Sie suchen ihren "inneren Idioten". Ob das ganze als Mittel die gesellschaftlichen Missstände aufzuzeigen, oder doch einfach nur als spaßiger Humbug verstanden wird, das sieht wohl jeder der Idioten anders. Doch jeder scheint sein Vergnügen beim Randalieren, Bürger verhöhnen und Rudelbumsen zu finden.
Karen ist mittendrin. Sie ist neu in der Gruppe und ihr ist das alles nicht ganz geheuer. Behinderungen nachzuahmen ist Spott gegenüber den wirklich behinderten. Doch die Atmosphäre fasziniert die ständig traurig wirkende Frau. Das Gefühl einer Familie stellt sich ein. Ein Gefühl, das sie normalerweise nicht zu haben scheint.
Als es aber schließlich darum geht, das ganze in gewohnter Umgebung fortzuführen, scheitert die Idee. Niemand bringt den Mut auf, niemand kann mi den Konsequenzen leben. Am Ende war es doch nur ein Experiment. Nur Karen ist bereit. Sie hat nichts mehr zu verlieren...
Man sieht dem Film direkt seine Herkunft an. Lars Von Triers Handschrift ist unverkennbar. Doch umso überraschender war für mich am Ende der fehlende Schlag in die Magengrube, der doch Von Trier Filme so auszeichnet. Idioten ist überraschend human zu seinem Betrachter. Doch wirkt er im Endeffekt leider auch belangloser.
Im Anbetracht auf das Ende stellt sich mir allerdings die Frage: Was ist ein Idiot? Ist es der Mensch, der durch Störungen Probleme in der Gesellschaft hat? Oder ist es der Mensch, der zu fixiert auf sich selbst ist, und so die Probleme der anderen nicht erkennt?

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eXonic

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Nice!


Admiral.Nogura

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Sehr schöner Kommentar! Besonders die eigentliche Kritik im letzte Drittel.
:)


alialialina

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Meiner Meinung nach der beste Lars von Trier Film überhaupt!

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BigDi

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Bewertung9.0Herausragend

Das ist wahrhaftig Rebellion um der Rebellion willen, die Wut zu hilfloser Wut gekehrt und im Endeffekt doch wieder dort, wo alle anderen auch hinwollen - nämlich zwischen ausgestreckten Beinen und das nur ohne einen sauberen Laken darunter.
Irgendwie reiner Selbstzweck, ein sinnloser, arroganter Protest gegen irgendwas, was man mit etwas zu ersetzen versucht, was doch sowieso niemals klappen wird.
Kritik an Dopelmoral wird zu Unmoral selbst, Respekt ist ein Fremdwort - nein, der Idiot ist nicht der Mensch der Zukunft und wenn doch, dann will ich diese Zukunft nicht erleben.
Nein, das ist irgendwann nicht mehr cool, nicht mehr hintersinnig, nicht mehr amüsant und garantiert nicht effektiv, sondern ein Scheitern auf ganzer Ebene - und selbst ein kleiner Sieg am Ende ist einfach nur fehl am Platz und dadurch wirklich beschämend.
Wie man sich auch immer verstellen mag, tief im Inneren bleibt man doch mit den Füßen auf dem festen, sicheren Boden, den man irgendwie doch so gar nicht verlassen möchte.
Egal, wie sehr der innere Idiot nach außen gedrängt ist - in diesem Idioten steckt dann doch der innere Spießer und der kriecht auch ungebeten hervor und übernimmt das Ruder.
Denn der eigentlichen Welt erst zu entfliehen und ihr erst dann aus der Ferne erst den Mittelfinger und dann auch den eigenen nackten Hintern zu zeigen, das erfordert weniger Mut als man es sich eingestehen würde.
Und bei der Rückkehr achtet man doch darauf, sich den Allerwertesten nicht abzufrieren.
Und wer es nicht tut und das Spiel weiterspielt, dem wird schnell klargemacht, dass er auf dem falschen Spielfeld gelandet ist, als würde er Würfel auf ein Schachbrett werfen und damit die Figuren umschmeißen.

Das ist die distanzlose, skurrile und irgendwie auch mitreißende Geschichte eines großen Scheiterns, die Geschichte über die Unmöglichkeit eines Ausbruchs und im Grunde einfach nur aufgesetztes, eingebildetes und besserwisserisches...ach, wisst ihr was?
Ich glaube, ich hätte mitgemacht.

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Admiral.Nogura

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Du sagt sehr klar und deutlich, worum es in dem Film geht. Es bedeutet mir deshalb so viel, weil so viel die "Aussage" des Films wortlich von seinen Protagonisten übernommen haben, warauf sich dann die Kritik bezieht, dass hier auf naive Weise eine Ideologie der Alternativkultur propagiert wird.
Da gerade die Paradigmen der 68-Bewegung entlarvt wurden, ist es den Kritikern des Werkes nicht möglich, die Ambivalenzen zu fassen, mit denen der Film allein schon auf der Erzählebene vorhanden spielt.
Hier wird das tragische Paradoxon vorgeführt, mit einem Dogma die Dogmen zu beseitigen zu wollen.
Irgendwie habe ich das Gefühl, das viele den Witz von Lars von Trier nicht verstanden haben.


BigDi

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Den Witz von Lars von Trier verstehen grunsätzlkich nur die wenigsten - siehe auch "Antichrist".


ihre-herrlichkeit

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Bewertung0.0Hassfilm

Lars von Trier schafft es in seinem Frauenhass, Frauen entweder als widerliche Monster oder als dumme, naive Hündchen zu präsentieren, die harmlos sind und niemandem Leid zufügen können.
In diesem Film schaut er bewundernd auf Menschen, die sich lediglich für geistig Behinderte ausgeben, aber auch normal sein können, was Lars von Trier selbst leider missgönnt zu sein scheint.
Ein Haufen Menschen mit tiefgreifenden, psychischen Problemen sammeln sich in einem sektenähnlichen Gefüge zusammen, um "Idioten" zu spielen. Der Sinn der ganzen Sache, diese pseudo-Rebellion gegen die Gesellschaft und die Heuchlerei der Menschen, erschließt sich einem nicht im Geringsten. Warum es ausgerechnet der innere Idiot ist, der liebenswert sein soll und warum von der Umgebung erwartet wird, sich nicht daran zu stören, wenn der Mensch, der vorher normal war, grundlos als geistig Behinderter auftritt, kann man wohl nur mit einem idiotischen Geist wie den von Lars von Trier nachvollziehen.
Weiter möchte ich anmerken: Es ist NICHT geil, Behinderten beim Sex zuzuschauen. Noch weniger geil ist es, Menschen beim Sex zuzuschauen, die den Behinderten nur mimen. Vielleicht bin ich auch einfach nicht tiefsinnig genug dafür, aber irgendwie kann ich sehr gut damit leben.
Übrigens hegte ich sowohl Sympathie für den Vater, der seine gestörte Tochter aus der Sekte rausholen wollte als auch für den Mann, der seiner Frau eine Ohrfeige gibt.
Lars von Trier soll sich darüber hinaus bitte seine pseudointellektuelle Dokumentationskamera in seinen exzentrischen, depressiven Arsch schieben.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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ihre-herrlichkeit

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Die Dogmen wollen doch aufgrund einer Auflehnung und Rebellion gegen das bürgerliche System beseitigt werden.


mainaeinz

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Sei brav und hol das Stöckchen..


Filmkenner77

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Bewertung3.0Schwach

Sperriger Dogma-Film mit Hardcoreszenen. Sehr langatmig.

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