Im Schatten der Macht

Im Schatten der Macht (2003), DE
Laufzeit 180 Minuten, FSK 12, Thriller, Drama

admin edit edit group memberships sweep cache
7.1 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.5 Community
33 Bewertungen
1 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Oliver Storz, mit Michael Mendl und Jürgen Hentsch

Mai 1974: Einer der größten politischen Skandale in Nachkriegsdeutschland: Willy Brandt, dem für seine “Neue Ostpolitik” der Friedensnobelpreis verliehen wurde, stürzt 3 Jahre später über einen Stasi-Spion. Wie konnte der Spion Günter Guillaume zum persönlichen Berater des Bundeskanzlers werden? Wie reagierte Brandts Familie, aber auch sein politisches Umfeld auf den Skandal? Was passierte hinter den Kulissen der SPD und der sozialliberalen Koalition im Mai 1974? Welche Rolle spielten der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher und Walter Scheel in der Rücktrittsentscheidung des Kanzlers? In dem zweitteiligen Fernsehfilm “Im Schatten der macht” entwirft der Regisseur Oliver Storz ein spannendes Szenario der letzten Regierungstage Willy Brandts. Storz gelingt s die politischen Hintergründe zu beleuchten und gleichzeitig ein sensibles Portrait Brandts zu zeichnen,


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Im Schatten der Macht

Ulrich Behrens

Kommentar löschen
10.0Herausragend

"Im Schatten der Macht" inszeniert den Rücktritt Brandts im wesentlichen als eine politische Intrige, in der Nollau, Genscher und Wehner – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – die Fäden ziehen. Dabei erscheint auch die Rolle von Brandts Nachfolger Helmut Schmidt (Markus Boysen) eher dubios. Obwohl Schmidt zunächst die Übernahme des Kanzleramts ablehnt und gegenüber Brandt immer wieder betont haben soll, er wolle diesen Rücktritt nicht, sagt Brandt Schmidt im Film ganz offen ins Gesicht: genau das habe er immer gewollt.

Vor allem aber polarisiert Storz Inszenierung zwei Konzepte von Politik: Während Brandts durchaus realistische Visionen einer Demokratisierung der Gesellschaft an einer vergleichsweise unbedeutenden Affäre bzw. den danach zutage geförderten vermeintlich inflationären Frauengeschichten des Kanzlers zugrunde gehen (die Tätigkeit Guillaumes dürfte kaum größeren Schaden angerichtet haben), stehen auf der anderen Seite die "Macher", die Taktierer, die kalt kalkulierenden Strategen. Und Storz selbst lässt dies durch Brandts Worte durchscheinen: "Eines Tages zählt nur noch, wie fehlerfrei sich einer im Fernsehen aufführt". Ob dieser Satz authentisch ist oder nicht – er ist Realität geworden. Das Mittelmaß hat längst Eingang in die Politik gefunden; der Begriff Vision ist ein Fremdwort des politischen Systems geworden. Das Ziel einer Demokratisierung der Gesellschaft ist dem offenbar unumstößlichen Primat einer Ökonomie gewichen, die als "Freiheit" ausgibt, was doch nur Zügellosigkeit für einige wenige bedeutet.

Hier liegt eine, so meine ich, tiefere Bedeutung eines Fernsehfilms, der tatsächlich das unaufdringliche Ansinnen fördert, aus der Geschichte lernen zu können – wenn man es wirklich will.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (0) — Film: Im Schatten der Macht

Kommentar schreiben

Es gibt noch keine Kritiken zum Film Im Schatten der Macht. Schreibe doch gleich die erste!