Inception - Kritik

Inception

US · 2010 · Laufzeit 148 Minuten · FSK 12 · Actionfilm, Science Fiction-Film, Thriller · Kinostart
  • 9
    Georg Arkin 30.11.2016, 21:01 Geändert 30.11.2016, 21:09

    Bei diesem Film habe ich erst bei der 3. Sichtung begriffen, wie genial er auf seine Art eigentlich ist (Manchmal bin ich doch träge im Kopf.).

    Beim 1. Mal habe ich ihn als soliden Action-Thriller gesehen, mich aber geärgert, dass soviel Potential bei diesem Thema verschenkt wurde. Bei so einer Vorlage hätte man soo viel daraus machen können. Am Ende war er halt einfach "nur ein guter Thriller" und nicht mehr. Handwerklich ist er jedoch echt gut gemacht.
    --> Damals vielleicht max. 7 Punkte wert.

    Beim 2. Mal habe ich erst gemerkt, dass die gesamte Final-Sequenz selbst auch nur ein Traum vom Leonardo sein könnte. Warum hatte ich das beim ersten Mal übersehen? Solche Twists gefielen mir damals sehr (gab ja damals noch nicht diese Flut an "Verschachtelungs-Filmen" wie jetzt zur Zeit). Hat er sein Ziel nun in echt erreicht, oder war das vielleicht auch nur ein Traum? Als solider Thriller funktioniert er ja doch ganz gut...
    --> Hier hätte ich ihm evtl. 8-8,5 Punkte gegeben.

    *****TRAUM-SPOILER (glaube ich...)****
    Beim 3. Mal wusste ich ja, was mich erwartet. Also habe ich mich schlicht auf diesen Film eingelassen, um das ein oder andere Detail zur Geschichte noch zu entdecken. Das man aus diesem sehr geilen Thema nur einen Thriller gemacht hat, akzeptiere ich inzwischen.
    Am Ende war ich wie: "Moment mal, wenn der Schluß wirklich erträumt sein sollte, dann kann der Traum doch auch irgendwie viel früher begonnen haben... Vielleicht fängt der Traum ja da an, wo er sich in dieser seltsamen Pension schlafen legt? ...OMG, es kann ja alles nur erträumt sein! Und was macht eigentlich Michael Caine da am Schluß? Das würde in der Realität doch gar nicht so funktionieren ...oder? Scheiße, ist jetzt alles nur geträumt, fängt der Traum irgendwo in der Mitte an, oder ist es doch nur das Finale? Oder es war vielleicht einfach alles wahr ..nein, Michael Caine ist da, das geht nicht. Oder doch? Vielleicht hat er davor irgendwann geträumt und das Finale war wieder wirkl... nein, das ist auch Unsinn... ich habs, der Glücksbringer bringt die Wahrheit ans Licht ...öhh, nein doch nicht... Mist, Ich finde es einfach nicht heraus..."
    ---> 9 Punkte hier...

    Fazit:
    ...keine 10 Punkte, weil ich doch ein kleine Logik-Lücke gefunden habe (Stichwort: Limbus)...glaube ich...das gilt aber nur für den Fall, dass es eben doch kein Traum war... Hm, vielleicht ist dieses Drehbuch doch genial. Dann wäre dieser Film in der Tat volle 10 Punkte wert...

    Ich weiss es immer noch nicht genau... Ach, ich will jetzt so ein altes Fix&Foxi-Heft lesen...das verstehe ich wenigstens.

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    • 10
      Drehbuch 25.11.2016, 22:02 Geändert 25.11.2016, 22:03

      Neun bis zehn Jahre soll Christopher Nolan am Screenplay zu Inception gesessen haben. Und sich dann vorzustellen, das die Filmstudios eigentlich dagegen waren, den Film überhaupt zu drehen, erweckt bei mir im Magen ein schauderhaftes Gefühl. Gott sei Dank konnte sich Nolan gegen seine Studiobosse durchsetzen, in dem er mit "The Dark Knight Rises" auch den dritten Batman machen würde.

      Selbst wenn nicht, im Nachhinein schienen doch alle Recht glücklich über das Ergebnis von "Inception" zu sein. Der Film verbindet eine wunderbare Story über geniales Schauspiel bis hin zu einem Wahnsinns-Score von Hans Zimmer. Wer diesen Film noch nie gesehen hat, sollte sich diesen nicht entgehen lassen und bitte auch mehrmals anschauen, um die Handlung auch wirklich nachzuvollziehen, denn dieser ist einfach wahnsinnig komplex und schwer zu verstehen.

      • 8 .5

        Eine dieser seltenen Perlen der Filmgeschichte wo einfach alles passt. Man würde sich wünschen das mehr Studios den Mut besitzen auch mal für ganz neue, mutige Ideen das Geld bereitzustellen statt mit Teil 3-8 immer nur auf Nummer sicher zu gehen.

        Grandiose, komplexe Geschichte über die man noch laaaange Zeit nachgrübeln kann und wird, atemberaubende Effekte und ein perfekter Cast. Inception gehört ohne Zweifel zu den "must see"-Filmen des letzten Jahrzehnts.

        • 9 .5

          Entweder liebt den den Film oder man hasst nicht!
          Bei mir trifft ersteres zu. Warum?

          >>Inception hat für mich einen der stärksten soundtracks der Filmgeschichte!
          >>Die Grundidee ist sehr, sehr gut. Die Umsetzung noch besser!
          >>Bildgewaltig! (was eigentlich maßlos untertrieben ist)
          >>Einen sehr gelungenen finalen "Twist" wie aus dem Bilderbuch...OK Drehbuch :)
          >>Schauspielerische Topleistungen spar ich mir jetzt einfach. Es genügt die Schauspieler aufzuzählen: Leo DiCaprio, Joseph Gordon Levitt, Cilian Murphy und zu guter Letzt Tom Hardy!

          Dass jeder seinen eigenen Filmgeschmack, über das muss man nicht streiten oder diskutieren. Jedoch diesen Film als primitiv, einfach gestrickt oder auch nur als Durchnittlich zu bezeichnen ist (unabhängig vom Filmgeschmack) schlicht und einfach nicht richtig.

          Inception ist definitiv ein Meisterwerk und dieses "Nolen'sches Meisterwerk" wird "wohl" immer ein Meisterwerk bleiben! (das "wohl" nur deshalb, falls man auf die hirnrissige Idee kommen sollte, eine Fortsetzung zu drehen)

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          • 5

            Der FIlm soll besser sein als der Blade Runner :D HAHA :)
            Inception ist ein typischer Chris Nolan FIlm, will coole superintelligente noch nie da gewesenes high end Kino präsentieren, ist dann leider doch wieder ein pseudo logik loch drama, wobei pseudodrama ganz im Mittelpunkt steht. Ich glaub Chris Nolan muss seine Familientraumas verarbeiten, armer Typ. Das ist leider auch der einzige Film vom Leo den ich mir kein zweites mal anschauen kann. Selbst Titanic ist mir bis heute hängengeblieben.

            • 5

              Überwerteter Film, der versucht durch visuelle Spielereien über eine undurchsichtige Story hinwegzutäuschen. Nolan schafft es nicht, wie bei Memento den Zuschauer an den Bildschirm zu fesseln, sondern verliert sein Interesse durch vergessenswerte Charaktere und einen schlechten Soundtrack.

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              • 10

                Einer der wenigen Filme, die herausragend gut sind und zu denen man sich niemals eine Fortsetzung wünscht, da diese sowieso nur die Prämisse von Teil 1 in Frage stellen und viele wundervolle Fan-Theorien zerstören würde sowie mit neuen Fakten um die Ecke kommen würde, welche den Charme vom ersten Teil zerstören würden.
                Auch nach heftigsten Foren-Diskussionen mit Fans, die in diesem Film die klare Linie sehen, bietet der Film letzten Endes nur eine Antwort: Es sind einfach mehrere Interpretationen möglich und kaum eine Antwort ist richtig. So also zu meiner Interpretation:
                Mehrere Traumebenen bis hin zum Limbus. Sterben kannst du im Traum nicht, maximal ins Koma fallen. Wenn ich durch den Tod den Limbus so einfach verlassen kann, wieso ist es dann so schlimm, darin zu landen? Meine Antwort: Den Limbus als diese falsche Realität anzuerkennen, ist schwierig, enorm schwierig. Cobb hat selbst ewig im Limbus gebraucht, bis er diese Wahrheit einsehen konnte. Seine Frau war nicht stark genug dafür, weswegen sie die Inception brauchte, welche letzten Endes als Selbstmord-Geschwür ala TheHappening in ihr heranwuchs.
                Andere Frage: Why Not Dream-Up-A-Tank? Sicherlich gibt es auch dazu allerhand schöne Theorien, ich würde es einfach dabei belassen, dass man einfach in extremen Situationen nicht immer und unbedingt einen klaren Kopf behalten kann (wer kann gerade beim Träumen auch schon einen klaren Kopf behalten?), weswegen man auf die einfachsten Lösungen nicht unbedingt kommt.
                Nun aber die wichtigste Frage, welche mich selbst am Meisten aufregt: Wieso interessiert Cobb gegen Ende das Ergebnis des Kreisels nicht?
                Ich finde gerade die viel-zu-einfache Antwort, dass es ihn nicht wirklich interessiert, ob er in der Realität ist oder nicht, einfach zu dämlich und zu Out-Of-Character. Das macht doch den kompletten Charakter, den DiCaprio hier so schön abliefert, komplett kaputt durch so einen Irrsinn.
                Die Gesichter der Kinder sind zu sehen. Sämtliche Theorien, ob Cobb noch in einem Traum ist, wurden vom Film selbst daher revidiert. Sehr schön hier auch die Theorie, ob der Kreisel letzten Endes gar nicht sein Totem ist, sind mehr als dem Charakter zusprechend, da er ein Profi in allen Belangen ist, der mehrfach gelernt hat, seinen eigenen Leuten nicht unbedingt immer trauen zu können. Von daher a) Ja er befindet sich in der Realität und b) Ja, er hat es erkannt.
                Daran gibt es für mich null Zweifel. Die Theorie, Cobbs Totem sei sein Ehering. Sehr schön, gefällt mir soweit. Wieso sollten zwei Traumspezialisten denn nicht auf so eine geniale Idee für ihre Eheringe kommen?

                Top 10/10 mit schönen Interpretationsmöglichkeiten und Fan-Theorien. Die Top-Besetzung gibt den Rest. Daher ein perfekter Film mit Plot, Komplexität und großartigen Leistungen von großartigen Namen.

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                • 8 .5

                  Ein Film so komplex wie das Weltall...

                  Mit grosser Skepsis stand ich Inception gegenüber. Worte wie "Check' ich den überhaupt?" oder "Boah der geht über 2 Stunden?!" gehörten zu meinen Vorurteilen, welche sich dann aber in etwas Gutes gewandelt haben.

                  Der Film erzählt eine sehr komplexe Story, welche mein Gehirn zum brodeln brachte. Die vielfache Verschachtelung einzelner Träume liess mich faszinieren und staunen. Mit der unglaublichen Technik, dem atemberaubenden Soundtrack und der trotz Komplexität und etwaigen Unverständnissen unglaublich durchdachten Story sehe ich mich hier gewillt zu sagen, dass dies das aussergewöhnlichste Filmerlebnis war, das ich je hatte.

                  8.5/10 Punkten, die restlichen 1.5 verirrten sich im Limbus (Der musste sein xD)

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                  • 5 .5

                    Bei dem Film scheiden sich die Geister. Zum Einen ist es eine phantastische Idee und visuell grandiose Umsetzung, einen Traum in einem Traum darzustellen und den Sturz von einer Brücke mit der wesentlich längeren Traumzeit zu verknüpfen. Und die Schwerelosigkeit im Sturz im Traum zu visualisieren, um nur ein Beispiel zu nennen.

                    Zum Anderen nervt die Dauerbeschallung von Hanns Zimmer – endlose Streicher in fast jeder Szene – vom Regisseur Christopher Nolan sicher so gewollt. Doch es ist immer verdächtig, wenn ein Film Dauerbeschallung benötigt. Das Inception-Thema selbst ist großartig, der Rest leider ein billiger Streicherteppich aus der Konserve. Dazu das endlose Geschwafel um Unterbewusstsein und Projektionen – ermüdend wie das Geschwätz von Neo mit dem Orakel in Matrix.

                    Nolan hat sicher ein Händchen für diese Art von Phantasiefilmen – keine Frage. Doch er erliegt eindeutig einer Art Perpetuum Mobile seiner Beziehungsfigur Dominick Cobb (Leonardo DiCaprio) zu seiner Frau Mal (Marion Cotillard). Obwohl di Caprio und Cotillard alles geben, was sie schauspielerisch draufhaben, dreht sich das emotionale Karussell irgendwann im Kreis. Nolan scheint sich selbst in seinem Konstrukt zu verirren, als Zuschauer kann man jedenfalls den Ebenen irgendwann nicht mehr folgen. Die Effekte scheinen sich irgendwann selbst zu genügen, es wirkt teilweise schon fast selbstgefällig, wie die selbstgebaute Welt von Dom und Mal einzustürzen droht.

                    Dazu kommt eine Art James Bond-Action, die fragwürdig erscheint. Muss wirklich dauernd geballert werden ? Hätte man nicht viel interessantere Traumsequenzen einbauen können ?

                    Fazit: Niemand kann sich bei dem tiefschichtigen Thema anmaßen, ein gültiges Urteil zu fällen. Aber ich fälle meines: Nur halbe Punktzahl aufgrund zu komplizierter Gedankenkonstrukte. Nolan sagte, er habe 10 Jahre an dem Drehbuch gearbeitet. Dadurch wurde es sicher nicht besser, eher nur verschachtelter und viel komplizierter. Für mich ein konfuses Werk. Visuell bahnbrechend, doch letztlich eine reine Effektorgie am PC und mit dem Vorschlaghammer auf die Tränendrüse. So ist für mich die „Unmögliche Treppe“ zwar visuell ein Geniestreich, aber inhaltlich völlig überflüssig. Als wäre sie nur eingebaut worden, weil man eh grad im Effektwahn war.

                    Alle die das Werk für einen Geniestreich halten, dürfen das jedoch gerne.

                    • 7

                      Stark aber selten so einen overhype erlebt

                      • 5 .5
                        HugoWuga 04.11.2016, 16:10 Geändert 04.11.2016, 16:11

                        Wieso dieser Film immer wieder als Komplex betrachtet wird, kann ich nicht im geringsten nachvollziehen. Ich finde den Film extrem zugänglich, simpel und alles andere als anspruchsvoll.
                        Faszinierende Bilder ergeben noch lange keinen (sehr) guten Film!

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                        • 8

                          Ich habe sage und schreibe 10 Anläufe gebraucht um mir Inception zu Gemüte zu führen. Immer wieder übermannte mich die Müdigkeit. Aber jetzt ist es vollbracht.

                          Ja was soll man großartig sagen, einfach ein super Film. Wirklich ausgeklügelte, intelligente Story mit jeder Menge Diskussions- und Interpretationspotential, hochkarätige Besetzung (an dieser Stelle eine Frage an Ellen Page: Wann zum Teufel kommt endlich The Last of Us 2?) und grandiose Effekte.

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                          • 9 .5

                            Atemberaubendes Popcorn Kino der Sonderklasse, ein visueller Orgasmus.
                            Aber auch für den Bereich zwischen beiden Ohren, hat er einiges zu bieten.
                            Komplexe und Intelligente Erzählstruktur und unglaubliche Settings.
                            Gigantisch gute Besetzung bis in die allerkleinste Rolle perfekt.

                            Ein Sinnesrausch der Bilder!

                            INNOVATIVER BLOCKBUSTER!

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                            • 10

                              Alles in allem ein Meisterwerk.

                              Schauspielerisch großartig, Regie grandios, Filmmusik erzeugt Gänsehaut, Bildgewaltig, intelligent, innovativ/kreativ, mit einzigartige Story! Danke Nolan!

                              Auf gar keinen Fall müde oder spät abends angucken. Für diesen Film müsst Ihr "hell wach" sein!!

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                                cobaltstring 11.10.2016, 17:57 Geändert 11.10.2016, 17:57

                                Kurz und knapp gesagt: Der Film verschenkt einiges an Potential, die Charaktere sind größtenteils flach und die Story irgendwie unspektakulär. Vielleicht hat mir der Hype darum den Film ruiniert, aber er trifft meine Erwartungen daran in keinster Weise und die Traumsequenzen sind größtenteils eher weniger spannend. Die ersten 20 Minuten des Films waren sehr interessant und haben mich irgendwo getroffen, aber ab da wird der Streifen dann doch eher zäh und zieht sich teilweise ganz böse. Gegen Ende gewinnt er dann wieder einiges(!) an Spannung und bringt ein überraschendes Ende. Bei mir hat dies aber dennoch nicht den gewünschten Mindfuck verursacht, da mich der Film die Hälfte der Zeit über eben kaum gefesselt hat. Schade eigentlich, weil das Ding handwerklich echt super ist. Das ist auch der einzige Grund, warum ich da 6/10 Punkten geben kann. Ansonsten wären es wohl eher 4,5-5/10. Die Idee und das Konzept sind immerhin wirklich gut, aber am Ende war ich dann einfach enttäuscht. Sicherlich kein schlechter Film, aber in meinen Augen auch nicht das Meisterwerk, für das ihn viele halten. Hätte ich ihn damals im Kino gesehen, bevor der Film jahrelang IMHO zu unrecht gehyped wurde, könnte ich ihm vielleicht auch mehr abgewinnen. Vielleicht aber auch nicht. Fazit: Ich finde nicht, dass man Inception UNBEDINGT sehen MUSS und halte ihn für überschätzt. Memento empfinde ich da als besser, auch wenn die Idee, auf der Inception beruht, weitaus mehr bieten könnte. Das Schauspiel ist größtenteils solide, höchstens DiCaprio macht einen herausragenden Job. Übrig bleibt aber leider nur Durchschnitt, da können auch die geniale Kameraarbeit und musikalische Untermalung nicht allzu viel dran rütteln. Vielleicht muss ich mir den Film auch einfach nochmal anschauen, um ihm wirklich was abgewinnen zu können. Aber im Moment sieht es nicht so aus, als würde ich das auch wirklich tun...

                                • 10

                                  Popcorn-Kino at its best. Und weit mehr als das. Im Gegensatz zu geistlosem Krawall a la "Transformers", "Battleship" und dergleichen liefert "Inception" viel mehr ab, und damit meine ich nicht die angeblich so komplexe Story, sondern den wie in der griechischen Tragödie durch Konflikt zerrissenen Helden, der seinen Läuterungsprozess durch die gesamte Filmreise trägt, eingebettet in ein fiktionales Szenario. Sein Schmerz und sein Verlust sind die auslösenden Faktoren für die Prozesse, die angestoßen werden. Ob man sich dabei nun in Traumwelten, in den Weltraum, in einen Krieg oder in einer anderes Setting begibt, ist sekundär. Freilich ist ein zusätzlicher Reiz gesetzt, wenn verschachteltes, miteinander in Wechselwirkung stehendes, aber unbekanntes Terrain, ebendiese Traumwelt, jene Region ist, in der sich der Held zu bewähren hat.

                                  Die Actionszenen und Effekte geschehen bei "Inception" aber eben nicht um ihretwillen wie in Geballer-Blockbustern, wo irgendetwas explodiert, damit halt was explodiert und der Regieassistent auf seinem Zettel bei Explosion ein Häkchen setzen kann, sondern immer, um die Handlung voranzutreiben und dem Helden samt Konsorten Raum für die kathartische Weiterreise zu gewähren.

                                  Leo Willi Di Caprio, Marion Cotillard, Tom Hardy, Ellen Page, Michael Caine, Ken Watanabe, Cillian Murphy und Tom Berenger geben ein wunderbares, gut aufspielendes Gespann ab; jede/n Einzelne/n davon sehe ich immer wieder gerne [Gordon-Levitt wie immer unnötig wie ein Kropf hat sich wohl irgendwie in den Film reingeirrt und die Rolle damit einem anderen guten Schauspieler geklaut].

                                  Es gibt Filme, bei denen bleibe ich, wenn ich Sie beim Zappen entdecke, immer hängen und schaue sie zu Ende (das ist ein Qualitätsmerkmal); dazu gehören z.B. Bond-Filme. "Inception" ist eben auch so ein Film, wo ich einfach immer wieder aufs Neue einfach eingesaugt werde, den kann man allezeit wieder anschauen. Er ist die Beweisführung für geistreiches Blockbuster-Kino, bei dem man auch ein bisschen zum Mitdenken geschenkt bekommt. Man ist also emotional wie auch rational gefordert.

                                  Gut gelungen, Herr Nolan.

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                                    HeartOnFire 21.08.2016, 22:42 Geändert 21.08.2016, 23:01

                                    Das besondere an Inception war für mich nie die ach so komplexe Story, die Action oder die Zeitlupeneffekte. Was Inception in meinen Augen zu einem herausragenden Film macht, ist sein psychologischer und emotionaler Kern. Denn all die Sci-Fi-Elemente und die verschiedenen Traumebenen sind eigentlich nur Beiwerk. Ein Setting in dessen Rahmen eine tragische Story rund um Verlust und Trauerbewältigung erzählt wird.
                                    Dom Cobb macht sich selbst für den Tod seiner Frau verantwortlich und wünscht sich nichts sehnlicher als wieder bei ihr zu sein. Diese Ängste und Komplexe werden in seinem Unterbewusstsein dargestellt durch Mal. Im Grunde ist Cobb selbst sein eigener Antagonist. Und erst als es ihm dann schließlich gelingt loszulassen, ist er frei. Frei von Schuldgefühlen und Trauer. Er kann endlich wieder richtig leben.

                                    ***

                                    "You said you dreamt that we'd grow old together."

                                    "But we did. We did. You don't remember?... I miss you more than I can bear, but... we had our time together. And I have to let go... I have to let you go."

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                                      sehr merkwürdiger film, aber ein sehr gut geschpielter, leonardo die caprio

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                                        kurzundschmerzlos 16.08.2016, 07:23 Geändert 16.08.2016, 07:29

                                        Ich komme mit Inception nicht klar. Sicher, die Actionsequenzen und auch die Effekte haben schon was (zum Teil zumindest), aber das Gesamtpaket stimmt für mich einfach nicht.

                                        Da ist zum einen dieses immer-präsente, nervige Zimmer-Gedudel, das mir tierisch auf den Sack geht. Dann gibt es viele Actionsequenzen, die einfach nur schnell hintereinander abgeklappert werden. Viele Darsteller sind einfach langweilig und komplett uninteressant, Ellen Page zum Beispiel. Eine Schaufensterpuppe besitzt genau so viel Mimik.

                                        Dann diese Traumsequenzen, aus denen man mehr hätte machen können. Eine spektakuläre Verfolgungsjagd durch diese zusammengeklappte Stadt zum Beispiel, oder weiß der Geier, was... da fehlte mir doch ein bisschen die Fantasie. Im Grunde war es nur ein Ballerfilm, von einigen Ausnahmen mal abgesehen. Da hat man schon so eine Story und könnte soviel draus machen, naja.

                                        Vielleicht liegt es zum Teil auch daran, daß ich mit den Christopher-Nolan-Filmen generell nicht so gut klar komme. Seine Charaktere gehen mir immer ziemlich am Allerwertesten vorbei... mir sind sie einfach egal, ich baue da keinen Bezug auf.

                                        Und dann immer dieses Hans-Zimmer-Rumgedudel... schrecklich. Hol dir mal einen anständigen Komponisten, Christopher. Nicht so ein Fließband-Studio wie Zimmer, was auf Massenproduktion setzt.
                                        Sind ja tolle Klänge dabei, das gebe ich zu. Aber alles ziemlich seelenlos.

                                        Aber Trailer kannst du machen wie fast kein Zweiter, das muß man einfach anerkennen. JJ Abrams übrigens auch. Beides Meister der Trailer, aber damit schüren die beiden bei mir Erwartungshaltungen, die dann jedesmal enttäuscht werden, es ist einfach die Art, die mir mißfällt. Nichts, was mich wirklich packen kann.

                                        Und so ist Inception für mich letztendlich nur eine einzige Abfolge von zerplatzenden Seifenblasen. Schade.

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                                          Ralgac 15.08.2016, 17:38 Geändert 15.08.2016, 17:40

                                          Leonardo DiCaprio ist ein Meister des Schauspielens. Meiner Meinung nach der beste Schauspieler überhaupt. Die Musik, dieser Schauspieler und die Bilder... Genial!!! Die ersten 30 Minuten sind echt nicht so einfach, da man nichts versteht, aber nachdem Film denkt man sich einfach nur " Was ein geiler Film ".

                                          PS: Nicht zu vergessen, großes Lob an Hans Zimmer.

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                                            In erster Linie ist «Inception» eine runde Sache: Christopher Nolan hat aus einer interessanten Idee – die Möglichkeit, Träume anderer Personen zu beobachten und zur Gedankenmanipulation zu missbrauchen – einen visuell überaus beeindruckenden, spannenden, alles andere als anspruchslosen, seine ganz eigene Handschrift tragenden Blockbuster geschaffen, der regelrechte Begeisterungsstürme ausgelöst hat und ein kommerzieller Erfolg gewesen ist. Das kann nicht von allzu vielen Filmen behauptet werden, denn das Gros der Filme setzt sich aus ziemlich bis völlig anspruchslosen, nicht selten auch seelenlosen und uneigenständigen Blockbustern und aus Genreperlen zusammen, die kaum ein Schwein kennt. Wer anspruchsvolle Ideen versehen mit einer ganz eigenen Handschrift zu erfolgreichen Blockbustern verarbeiten kann, ist nun einmal ein Meister seines Fachs.

                                            «Inception» erzeugt dementsprechend eine breit gestreute Wirkung: Wer das Hirn ausschaltet und sich damit abfindet, dass er dann halt nicht alles versteht, bekommt spannende, visuell beeindruckende beste Unterhaltung geliefert, musikalisch astrein untermalt und mit Schauspielern aus der ersten Liga besetzt. Wer die Geschichte verstehen will, muss am Ball bleiben, sollte aber unter dieser Voraussetzung ohne Weiteres in der Lage sein, der Geschichte zu folgen, denn so verschachtelt und komplex wie teilweise behauptet ist sie nun auch wieder nicht. Die Spannung erhöht sich dadurch, weil man richtig mitfiebern kann, und als Sahnehäubchen bekommt man noch ein paar interessante Ideen serviert. Als geradezu meisterlich muss natürlich in diesem Zusammenhang das offene Ende bezeichnet werden. Tatsächlich sind in den ersten Jahren gefühlte drei Viertel des Internets mit Antworten auf die Frage, wie das Ende zu verstehen sei, gefüllt gewesen. Glücklicherweise haben die Katzenvideos zwischenzeitlich aber wieder einen grossen Teil des Internets zurückerobert. Wo war ich gerade? Genau. Der Film dürfte nur die wenigsten Zuschauer wirklich überfordern, denn auch wenn sich die Handlung fast gezwungenermassen verschachtelt entfaltet, folgt sie letztlich doch einer ziemlich linearen, geradlinigen Linie. Im Grunde ist «Inception» ein Heist-Krimi vor dem Hintergrund von Traumwelten. Man braucht also sein Hirn, muss dieses aber nicht konstant im roten Bereich arbeiten lassen und wird bestens unterhalten. Eine runde Sache eben. Ich werde nochmals darauf zurückkommen. Nur bei einer dritten Gruppe von Zuschauern, den Philosophen, Nerds, whatever, könnte «Inception╗ allenfalls scheitern. An sich erachte ich diese Gefahr als nicht allzu gross. «Inception» macht keinen Hehl daraus, dass es sich um Unterhaltung handelt, was notwendigerweise bedingt, dass philosophische Ideen nur am Rande gestreift werden können. Ich wäre überrascht, wenn jemand, der sich «Inception» ohne jede Erwartung und ohne jedes Vorwissen angesehen hat, behaupten würde, es handle sich dabei um eine philosophische Abhandlung. Für Hobby-Philosophen (man sehe mir diesen Ausdruck nach) bietet «Inception» aber dennoch etwas Nährboden für nette Gedankenausflüge. Was ist Traum? Was ist Realität? Woher stammen meine Ansichten? Wie werden Entscheidungen gefällt? Kann man in Träumen verloren gehen? Und so weiter und so fort … Ob der Kreisel umgefallen ist oder nicht, ist dabei nebensächlich, denn im Zusammenhang mit den im Film angesprochenen Themen interessiert das Schicksal der Figuren herzlich wenig, auch wenn das etwas herzlos klingen mag. In diesem Zusammenhang spielt es auch nur eine untergeordnete Rolle, ob die angesprochenen Themen und Ideen neu oder nur aufgewärmt sind (gut aufgewärmt müssen sie aber schon sein). Der Hobby-Philosoph freut sich einfach darüber, etwas Futter für seine supranasale Maschine erhalten zu haben.

                                            Meines Erachtens kann «Inception» durchaus mit «Matrix» (für mich aus persönlichen Gründen einer _der_ Über-Filme) verglichen werden: Die Ideen sind nicht neu und werden fast nur angeschnitten, aber sie sind beeindruckend, massentauglich und doch einigermassen anspruchsvoll visualisiert und dadurch einer breiten Masse von Zuschauern (wer kennt schon Ghost in the Shell oder Paprika?) zugänglich gemacht worden. Ich bleibe dabei: Das ist schon eine Meisterleistung.

                                            Das Hauptproblem, an dem «Inception» leidet, ist paradoxerweise sein Erfolg bei der zweiten von mir genannten Gruppe von Zuschauern (dem Löwenanteil). Mit ihrer Begeisterung für den Film, mit den umfangreichen Diskussionen über das Ende etc. vermitteln sie den Eindruck, es handle sich bei «Inception» um ein hochkomplexes, philosophisches Konstrukt direkt aus dem Über-Meta-Himmel. Auch wenn der Film keinen Hehl daraus macht, dass er dies nicht ist, können die entsprechend falschen Erwartungshaltungen zu einer herben Enttäuschung führen. Wer das Meisterwerk des Jahrhunderts erwartet, aber «nur» einen interessanten, rundum gelungenen Blockbuster serviert erhält, ist nun einmal enttäuscht. Solche Erlebnisse haben wir sicherlich alle schon gemacht. Ich erinnere mich an «Hangover», den ich mir eigentlich nicht ansehen wollte. Alle haben den Film als die beste Komödie seit Jahrzehnten gelobt und ein begeisterter Freund hat ihn mir dann schliesslich sogar noch zum Geburtstag geschenkt. Man stelle sich meine «Begeisterung» vor, als ich festgestellt habe, dass es sich um eine nicht einmal durchschnittliche, sondern eher ziemlich schlechte Komödie nach altem Muster handelt. Bei «Inception» war ich zum Glück zurückhaltend, trotz all der Lobeshymnen landauf, landab. So konnte ich den Film als das geniessen, was er ist: Als eine rundum gelungene, runde Sache. Als Gesamtpaket ist «Inception» meines Erachtens herausragend gut.

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                                            • 8 .5

                                              Inception ist sehr verwirrend, sehr lang und teilweise brilliant. Die Logik lass ich jetzt mal weg, sonst wird der Kommentar unlogisch. Den Film zu erklären ist auch unlogisch und ansonsten ist das doch eher verwirrend. Ich brauche eine Architektin, die mir Traumebenen baut. Logisch. Ich bin ja schon froh, wenn ich einen Innenausstatter finde, der nicht seine Wünsche präsentiert, sondern meine umsetzt. Aber das ist am Thema vorbei.So wird also munter ein Traum gebaut. Leider ist das Ganze nicht so einfach, da kann es schon zu suboptimalen Situationen kommen. Bis unsere Freunde irgendwo im Schneegestöber landen ist der Film noch durchaus zu verstehen, wenn man nicht Logiker ist, danach hat mein Hirn den Notfallmodus eingeschaltet und ich war geistig weg. Logisch gell? Die Tricks sind der Hammer, die Bilder Wahnsinn, der Cast sehr gut und die Story logisch, wenn man nicht logisch denkt. Inception ist alles und alles ist teilweise geklaut. Man nehme Flatliners, würzt es mit einer dramatischen Liebesgeschichte, eine Prise Familienzusammenkunft ist auch nicht schlecht. Kinder sind immer gut. Das funktioniert und begeistert. Die armen Kinder!!! Ein Team kennen wir schon aus Ocean 11-23, oder aus Mission Impossible und weiteren tollen Filmbeispielen. Oh Armageddon hab ich noch vergessen. Das salze ich noch mit James Bond und raus kommt dann Inception. Der Text liest sich vielleicht unlogisch, aber ich bin auch kein Logiker. Nolan hat ein Puzzle entworfen, sich gegen das Ende hin verpuzzelt, aber dann doch irgendwie einen tollen Film gemacht.

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                                                hallidalli 07.08.2016, 21:50 Geändert 07.08.2016, 21:59

                                                Gestern zum zweiten mal gesehen. Irgendwie gelange ich mit Inception in keinen Einklang. Das mit den Träume einpflanzen auf 2-3 Ebenen ok aber das mit dem Welten gestalten war doch nur für die Optik hübsch aber steuerte nichts konkretes zur Story bei. Letztendlich war es ein Actionfilm wie jeder andere indem viel kaputt ging.

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                                                • 10

                                                  Nur eine einzelne Szene sei aus dem bis zu Ende beleuchteten Meisterwerk herausgehoben: die Hotelflur-Szene. Sie ist Beispiel für Perfektion und pure Magie. Selten ist man sich so sicher wie hier: Es geht nicht besser. Und darüber hinaus auf ewig eingebrannt in die Filmgeschichte.

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                                                  • 9

                                                    Was Christopher Nolan in seinem nahezu perfekt konstruierten Science-Fiction-Drama erzählt, ist eine vergleichsweise banale Grund-Handlung, für die der Regisseur einen gewaltigen Aufwand betrieben hat. Er erschafft mit seiner Filmarchitektur eine komplexe, mehrdimensionale Traum-im-Traum-im-Traum-Paradoxie, welche die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Realität, Traum und Wünsche komplett aufheben. Dieses narrativ äußerst verzweigte Konstrukt wird begleitet von spektakulärer, atemberaubender Bildästhetik. Gleichzeitig wird eine für Nolan typische Doppelbödigkeit deutlich. Die in weite Strecken oft eingestreuten Actionsequenzen können als Angebot an das Blockbuster-Publikum dienen, oder vielleicht doch als ein böser Kommentar dazu interpretiert werden, wie das Mainstream-Kino im menschlichen Unterbewusstsein wirken kann. Eines ist "Inception" allemal: Kino in seiner reinsten Form! Ein Film über Bewegung, Raum Spekulation und Traum. So sollte Kino sein - so muss Kino sein!