Inception - Kritik

US 2010 Laufzeit 148 Minuten, FSK 12, Actionfilm, Science Fiction-Film, Thriller, Kinostart 29.07.2010

Setze Inception auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!

Was moviepilot noch bietet: Mach die TOUR.
Melde dich an!

Setze Inception auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!
Auf Merkliste

Kritiken (59) — Film: Inception

DrAsokan: Filmstarts DrAsokan: Filmstarts

Kommentar löschen
5.0Geht so

Was mit Inception aber vorliegt, ist ein handwerklich makelloses, elegant und stilvoll gestaltetes Event-Movie, dessen bildgewaltigen Momente traumwandlerischer Schwerelosigkeit (Arthurs paradoxe Kampfakrobatik im sich drehenden Hotelkorridor) und optischer Tricks (die Straßen von Paris beugen sich im wahrsten Sinne des Wortes vor Adrianes Vorstellungskraft), unnachgiebig angetrieben von Hans Zimmers gewohnt majestätischer, dynamisch-rasanter und dabei doch romantisch-berührender Musik, allein schon das Kinoticket wert sind. Trotz einiger Längen, vor allem im actionlastigen letzten Drittel, kann sich der Film nach seinen ersten, rasant zwischen Realität und Traum, und zwischen Traum und Traum wechselnden Minuten bis zu seinem cleveren Schluss der Aufmerksamkeit seiner Zuschauer sicher sein. Was ihn allerdings davon abhält, der Film zu sein, für den er sich hält und als den ihn seine nicht wenigen Bewunderer momentan zelebrieren, ist – ironischerweise – seine mangelnde Imagination und Substanz. Die doch sehr abgedroschenen Traumatas des Protagonisten Cobb (die Schuldgefühle über den Tod seiner Frau, gespielt von der schön mysteriösen Marion Cotillard, erinnern uns zu sehr an Memento, Solaris, 2002, und an den anderen DiCaprio-spielt-einen-Besessenen-Streifen des Jahres, Shutter Island) und seines Opfers Fischer, Jr. (die ödipalen Schuldgefühle gegenüber seinem verstorbenen Vater, gegeben vom sträflich unterforderten Pete Postlethwaite) sind ebenso wenig interessant wie die enttäuschend farblosen Mitglieder von Cobbs Heist-Team, die allesamt sehr gut besetzt sind, aber nur wenig zu tun haben.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

sebastian.hallmann.77: Review-Corner.de sebastian.hallmann.77: Review-Corner.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] Nolan versteht sich wieder einmal geschickt darauf, einen Spannungsbogen aufzubauen und auch permanent auf einem guten Niveau zu halten. Gerade zu Anfang gelingt es ihm auch oft noch, den Zuschauer im unklaren darüber zu lassen, in welcher Traumebene sich seine Protagonisten nun derzeit bewegen. Spätestens zur Hälfte jedoch wird durch stilistisch absolut unterschiedliche Settings und Stilmittel klar definiert, wo man sich derzeit befindet. Was manch einer als Manko sehen mag, ist für mich persönlich aber ein durchaus gutes Mittel, um den Film nicht zu undurchsichtig werden zu lassen. Hätte der Regisseur auf diesen Kniff verzichtet, wäre Inception wahrscheinlich wirklich zu dem Hirnfick geworden, als der er durch manche Berichte dargestellt wird. So jedoch hat man zu keiner Zeit den Eindruck, völlig allein gelassen vor der Leinwand zu sitzen und sich mühsam an der Handlung entlang hangeln zu müssen, wird aber auch nicht mit zu seichter Kost schnell und billig abgespeist. Neben dieser interessanten Idee setzt Nolan wie gehabt auch auf Action, die sich mit betont ruhigen Passagen abwechselt. Es ist also kein Effektoverflow zu befürchten, auch wenn die Schnitte in den knalligen Passagen gewohnt schnell und (teilweise schon zu) hektisch gesetzt wurden. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Zweieinhalb Stunden, die noch nie so schnell vergangen sind. Ein Feuerwerk von visueller Magie, und ausgeklügelten Plotstrukturen, die sich dem Zuseher – wie es sich in nervenaufreibend gutem Kino gehört – nur nach und nach erschließen. Wenn die Protagonisten in die diversen Levels des Unterbewusstseins eindringen, ziehen sie das Publikum mit sich.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Oceanic6: CinemaForever

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

[...] Interessante Ansätze en masse, die jedoch in nichts Besseres münden, als die anhaltende Wiederholung der immer selben Erklärung: "Unterbewusstsein." Was ist Unterbewusstsein? Wie sehr ist unser Leben davon abhängig? Sehr oft bekommt der Zuschauer dieses Wort zu hören. Ein weiterer Beweis dafür, dass Nolan seinen eigenen Stoff nicht wirklich verstanden hat, ist, dass er für die Geschichte so gut wie zu keinem Zeitpunkt die richtigen Bilder zu finden scheint. Viele tun das mit der einfachen Erläuterung ab, alle Charaktere und die Welt seien Teile von Cobs Träumen. Nein, nein, nein, das ist zu einfach. Selbst wenn es so wäre, sollte sich jeder Mal einen Lynch anschauen, dort werden Träume wirklich zu Emotionen, Hölle und Grauen. !Etwas empfinden!... ist das Schlagwort, und dabei verliert sich 'Inception' in seiner eigenen Arroganz. Nolan glaubt, an der Oberfläche zu kratzen wäre ausreichend. [...]

26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Oceanic6

Antwort löschen

Vielen Dank euch allen! ;)
@Punsha: Ganz genau, 'Inception' ist halt doch noch besser als der Käse wie 'Transformers', daher halte ich Bewertungen unter 4 Punkte für etwas übertrieben. Aber jedem das Seine.^^


michael.roedlach

Antwort löschen

@Oceanic6 tolle Kritik!


C. Friedrich: aka Filmclub (a.D.)

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Man hätte es eigentlich erwarten können, zumal DiCaprio gleich zu Beginn darauf hinweist, dass jeder Traum wie Wirklichkeit scheint. Aber man lässt sich dann doch von den vielen Sprüngen zwischen den Realitätsebenen verwirren, mitnehmen und ist dann am Ende zutiefst enttäuscht, dass es sich doch wieder nur um einen Film ohne jeglichen Tiefgang handelt, der aber immerhin durch einen intelligenten Aufbau glänzt. Fazit: Inception unterhält, aber mehr auch nicht.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Robinson Nittke

Antwort löschen

:D


The Pain

Antwort löschen

die sprünge zwischen den träumen und nicht die handlung dahinter haben ihn verwirrt.


Andreas Stadler: http://darkagent.blogsit.net

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Auch als man vom eigentlichen Film noch gar nichts wusste, ließ doch die Konstellation an Können und Talent einen außergewöhnlichen Film erwarten. Mit Christopher Nolan als Regisseur und Produzent, vor der Kamera erstklassige Schauspieler wie Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe und Ellen Page (um an dieser Stelle nur ein paar zu nennen) und als akustischer Leckerbissen Hans Zimmer der sich wie immer für die Musik verantwortlich zeigt - da kann einfach nichts schief gehen - und ja der Film erfüllt sämtliche Erwartungen.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr.Film: City of Cinema

Kommentar löschen
9.0Herausragend

„Du wartest auf einen Zug, ein Zug der dich weit weg bringen wird. Du weißt wohin der Zug dich hoffentlich bringen wird, aber du weißt es nicht sicher, aber das ist dir nicht wichtig, weil ihr zusammen sein werdet.“
"Inception" ist ein Film den man so noch nie gesehen hat, einfach Unterhaltung auf höchstem Niveau. Man folgt Dom Cobb(Leonardo Di Caprio) in sein tiefstes Inneres, man wird mit ihm zusammen seine Psyche erforschen.
Christoper Nolan nimmt sich viel Zeit um den Zuschauer zu erklären das eine Idee ganze Städte hervorbringen kann, das man instande ist eine Welt nach eigenen Regeln zu entwerfen. Wenn man das versteht, ist man noch faszinierter und der Film kommt einem noch unberechenbarer vor.
Die Idee von einem Traum der in einem Traum ist der wiederum in einem weiteren Traum spielt. Unglaublich. Und auch unglaublich umgesetzt.
Es werden einem unglaubliche Bilder geliefert, Bilder die man in Mainstreamfilmen niemals sehen würde. Die Zeitlupenszenen sind perfekt inszeniert und man genießt jedes einzelne Slow-Motion-Bild.
Neben den grandiosen Special-Effects kann man jedoch auch von einem perfekten Cast sprechen: Di Caprio hat mich schon in "Shutter Island" oder "Catch me if you can" sehr überzeugt, doch hier ist er noch einmal eine Klasse besser, ebenbürtig sind ihm Ken Watanabe und Joseph-Gordon Levitt, vorallem Levitt hat mir sehr gefallen, er hat wirklich Talent und weiß dies auch zu nutzen. Man darf auch hoffen das man Tom Hardy bald wieder bewundern darf, er hat viel Potenzial wie man hier schon sehen konnte. Aber auch die Frauen sollte man nicht vergessen, Marion Cotillard und Ellen Page kann man in jeglicher Hinsicht toll finden, hübsche und fantastische Schauspielerinnen.
Neben der ganzen exzellent gemachten Action und den ausgezeichneten phisolophischen Dialogen hat "Inception" auch eine emotionale Facette, Cobb muss noch immer etwas mit seiner Frau klären, etwas das er sehr lange verdrängt hat. Er kann es entweder schaffen sich endgültig von ihr zu trennen oder er wird für immer verloren sein. Verloren in seiner eigenen, unrealistischen Welt. Auch spielen Cobb`s Kinder eine große Rolle, er will alles tun damit er sie wieder in seine Arme schließen kann, jeder Mensch mit ein wenig Herz wird mit ihm mitfiebern.
Fazit: "Inception" ist ein von spannung gefüllter, visionärer Psychothriller, der wegen seinem außergewöhnlichem und komplexen Thema zum Nachdenken anregt.
Man kann Christopher Nolan für dieses Meisterwerk nur bewundern.
„Wir sollten keine Angst davor haben von Größerem zu träumen, Darling!“

20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

hoffman587

Antwort löschen

Isolation: Pass da lieber gut auf, denn wenn es um Alien(außer du magst ihn nicht) oder Michael Bay, dann wird es mit Mr Film interessant.
Mr.Film: Ich vergesse nie;)


Mr.Film

Antwort löschen

Danke Iso :)
Jaja Hoffman, meine Meinung zu Alien wird sich auch nicht ändern und Bay ist auch nicht der Teufel als der er dargestellt wird :)


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
9.5Herausragend

«Inception» ist ein intensives Erlebnis, das sich auf mindestens ebenso vielen Ebenen geniessen lässt, wie von den Figuren im Film durchforscht werden.

Kritik im Original 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

draco2111

Antwort löschen

Nicht gleich persönlich werden...


KingKoitus

Antwort löschen

Mister, Mister...du musst den Film ja nicht mögen, aber wer ihn für "doof" hält, für den heißt es wohl intellektuell "von der Vega".


Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

Kommentar löschen
3.0Schwach

Die ersten Minuten: Bräsige Dröhnmucke von Hansi Hinterzimmer, dann spielende Kinder in Zeitlupe, dann ein am Meer gestrandeter Leonardo DiCaprio mit Schlaf in den Augen. Ob’s hier wohl um etwas total faszinierend Merkwürdiges gehen mag? Zum Beispiel Traum- und damit Identitätsfragen? Wow! Christopher Nolan, Meister des Subtilen. Philosophie wird mit Dauergeballer angereichert, Träume werden auf die denkbar fantasieloseste Art ausbuchstabiert und sind sowieso nur Zerstörung statt Kreation, vor Tiefgründigkeit flüchtet sich "Inception" mit schwergewichtiger Planlos-Action, Knalleffekten und nichts sagender Geschwätzigkeit. Und das Unterbewusstsein ist ein Fahrstuhl – doofer geht’s nimmer. Eine einzige Chose und in seiner sklavischen Erzählverliebtheit eigentlich überhaupt keiner Rede wert. Das Bemerkenswerte aber an diesem künstlich verschachtelten und unnötig aufgeblasenen Film, der letztlich nur eine uralte Fragestellung zweieinhalb Stunden lang zu Tode verschnörkelt, ist seine Fähigkeit, eine bildgewaltige Architektur aus reinem Nichts zu erschaffen und mit ihr ein Popcorn mampfendes Massenpublikum so zu begeistern, dass selbst noch der hinterletzte Vollhorst den Abspann in dem Glauben runterrasseln sieht, etwas außergewöhnlich Komplexes und Unbegreifliches gesehen zu haben. Das hat auch bei mir zumindest soweit funktioniert, als ich mich wider besseres Wissen nicht gelangweilt habe (Inception?), obwohl dieser Film bestenfalls die gestutzte gedankliche Schmalspurversion von David Cronenbergs "eXistenZ" ist. Inhaltloses Posing, reine Hülle, Kino fürs Ego. Bäh.

116 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 323 Antworten

der cineast

Antwort löschen

Kann mir das jetzt noch mal jemand erklären bitte: Also war das am Ende alles ein Traum, oder nicht?


Kubrick_obscura

Antwort löschen

<3 der cineast <3


Dietmar Kesten: Filmmag.de

Kommentar löschen
5.0Geht so

[...] Mit Sicherheit wird der Film überschätzt. Nolans Kunststück hat natürlich nichts mit der Realität zu tun. Und schon gar nichts mit einer Analyse von Träumen. Dass Nolan dann der Action in „Inception“ einen breiten Rahmen einräumt, sind dann eher Hinweise darauf, dass der Schein trügt und dass der schöne Schein obsiegt. [...]

Kritik im Original 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

Norriz

Antwort löschen

@ocin1000
damit meine ich, dass der Film im ersten Anlauf, meiner Meinung nach, unnötig kompliziert wirkt, obwohl bei näherer Betrachtung die dadurch implizierte Tiefe nicht annähernd erreicht wird (man könnte die Story wahscheinlich locker in ein paar Sätzen zusammenfassen). Einfach ausgedrückt wird hier ein recht simpler Plot in ein aufwändiges Kostüm gesteckt, das meine ich mit "mangelhaft konstruiert". Die Fassade wird wichtiger genommen als der Inhalt. Das passt nicht zusammen, da wird man zwangsläufig entäuscht. Die Inszenierung von Inception wiederum finde ich gelungen. Als Beispiel, wie man mit dem Thema "Traum" besser umgehen kann, erwähne ich mal "Mullholland Drive" von Lynch. Der erschlägt einen auch (wie alle Filme Lynchs) mit einer Handlung, die sich einem nicht sofort erschließt, die aber eine solche Tiefe hat, das man auch beim zweiten und dritten Mal noch neue Facetten in der Geschichte entdeckt. "Inception" dagegen schau ich mir wenn, dann nur der Inszenierung wegen nochmal an.


Bigburgy

Antwort löschen

Keiner der selbst schonmal einen Klartraum hatte gibt für diesen Film eine 5, den nur wer schonmal luizid geträumt hat, weis wie "real" dieser Film ist, bis auf die Tatsache, dass sie fremde Träume besuchen, ist alles real und wirklich perfekt umgesetzt.


Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Insgesamt ist Christopher Nolan der bislang beste Film des Jahres gelungen, was allerdings – ohne „Inception“ abqualifizieren zu wollen – weniger dem Film an sich, sondern dem in der Summe doch bislang recht schwachen Kinojahr zu verdanken ist. Nimmt sich Nolan zu Beginn angenehm viel Zeit um Welt und Figuren zu erklären, entspinnt sich in der Folge ein über weite Strecken packender Film, der in einzelnen Momenten eine geradezu atemberaubende Dynamik entfaltet, die Nolan allerdings nicht über die gesamte Spielzeit aufrechtzuerhalten vermag. Gerade in dem „Schnee-Level“ macht sich die weitestgehend kreativarme Umsetzung der jeweiligen Traumwelt negativ bemerkbar, ohne freilich zu einem Totalausfall zu werden Letztlich ist dies jedoch eine durchaus passende Analogie auf den gesamten Film an sich. Es ist bei Weitem nicht alles Gold was glänzt, doch wann immer es sich bei „Inception“ nicht um Gold handelt, ist es zumindest Silber. Dass dies weitaus mehr ist, als das mittlerweile fast nur noch Blech und Schrott produzierende Blockbusterkino Hollywoods für gewöhnlich hinbekommt, steht außer Frage. Gleichwohl täte man gut daran, sich in Erinnerung zu rufen, dass Nolans Streben nach intelligenter Unterhaltung sicherlich kein Grund für einen solch explodierenden Sturm der Euphorie ist, wie ihn der Feuilleton zum Kinostart dieses auch so ausgezeichneten Films entfesselt hat

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Teezy123

Antwort löschen

Da muss das Kinojahr aber wirklich schwach gewesen sein.....


Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

Christopher Nolan ist mit “Inception” erneut das Kunststück gelungen ein Meisterwerk zu produzieren. Mit imposanten Bildern, einer packenden Geschichte und einer guten Besetzung ist “Inception” bis jetzt der Film des Jahres und der Film, den man keinesfalls im Kino verpassen darf. Perfekt gelingt es Nolan anspruchsvolles Blockbusterkino zu erschaffen, dass den Zuschauer zum mitdenken animiert ihn aber nie überfordert. “Inception” ist das “The Matrix” des neuen Jahrtausends!

Kritik im Original 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Xander8112: Xanders Blog

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...]
Inception, der Nolans Bedingung war, um Batman 3 zu realisieren, schafft es tatsächlich, auf eigenen Beinen zu stehen, Blockbuster-Kino mit ein wenig Nachdenken zu verbinden und dabei auch für ein breites Publikum viel zu bieten.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dr. Borstel

Kommentar löschen
3.5Schwach

INCEPTION mag vielleicht komplex sein, seine angebliche Intelligenz suggeriert er aber bloß. Eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema Traum und Realität geschieht kaum, wenn überhaupt; statt eines Neuauflage der MATRIX nutzt Nolan seine phantastischen Auswüche für nicht mehr (und nicht weniger) als eine futuristische Version von OCEAN’S ELEVEN: Ein Heist-Movie in Gestalt eines Science-Fiction-Reißers, der optisch zu einhundert Prozent überzeugt, inhaltlich jedoch keineswegs so perfekt ist, wie die verträumten Kritiken und auch der Film selbst uns das glauben machen wollen. [...]

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Dr. Borstel

Antwort löschen

Ich muss auch unumwunden zugeben, dass die Kritik wirklich nicht zu meinen besten gehört. Urlaubsstress und so. Letztendlich läuft es auf folgendes hinaus: Als reiner Actionthriller ohne irgendeinen intellektuellen Anspruch hat mich "Inception" überdurchschnittlich gut unterhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ja, das hätte ich mit etwas mehr Zeit und Geduld sicherlich besser formulieren können. ;-) Lassen wir es dabei bewenden, dass ich den Kinobesuch dennoch empfehlen kann, auch wenn ich mehr erwartet hatte.


Norriz

Antwort löschen

hast du den Film nochmal gesehen, oder warum fällt er nun krass von 8 auf 3,5 Punkte ab ? Verliert Inception beim erneuten Sehen noch mehr von seiner (angeblichen) Faszination? Oder fallen die doch eher langweiligen und aufdringlichen Actionsequenzen noch negativer ins Gewicht, da man die simple Story nun schon komplett durchschaut hat?
Sollte man dann nicht bei jedem Film mit einer endgültigen Wertung bis zur zweiten Sichtung warten?

Ich für meinen Teil behalte Inception lieber als einen soldiden Mittelmaß-Thriller in Erninnerung, als ihn nochmal zu sehen und schließlich mit leeren Händen dazustehen...


J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Amtlich. DARK KNIGHT war aber noch besser!

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 20 Antworten

ninajune

Antwort löschen

finde ihn unglaublich gut!! ich war wie geflasht als der film zuende war. am liebsten sofort nochmal!

leo ist für mich in die riege der ganz grossen gerutscht schauspielertechnisch.er wird besser und interessanter mit dem alter.endlich hat er das image des bubis verloren!


fkfilmkritik

Antwort löschen

Inception ist besser nein The Dark Knight ist besser blah blah blah.
Sind doch Beide vol geil und meine absoluten Lieblingsfilme.


beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/

Kommentar löschen
10.0Herausragend

[...] Zu jeder Zeit merkt man dem Film das begnadete Können Nolans an, der neben der Regie auch das Drehbuch schrieb und als Produzent fungierte. Die Einführung der Charaktere, das spielerische Erklären des Ausgangszustands, alles greift perfekt ineinander. Ohne lange theoretische Erklärungen der komplexen Zusammenhänge zwischen Traum und Realität nimmt der Film sofort an Fahrt auf und lässt den Zuschauer fast bis zum Ende überraschend im Klaren. Obwohl die Story sich stellenweise über mehrere Traumebenen gleichzeitig ausbreitet, philosophische, ethische und psychologische Fragen aufwirft, findet sie immer wieder Zeit für atemberaubende Action und markige Sprüche, die Anspruch und Mainstream gekonnt miteinander verbinden. [...]

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Der britische Regisseur Christopher Nolan hat eine steile Karriere hingelegt. Sein Debütfilm, der Schwarzweiß-Thriller „Following“, entstand noch in seiner Heimat und wurde ausschließlich am Wochenende gedreht. Es folgten der komplizierte wie faszinierende Film „Memento“, der Alaska-Krimi „Insomnia“ und das Illusionistenduell „Prestige“. Dazwischen inszenierte Nolan noch „Batman Begins“, dem dann 2009 die fulminante Fortsetzung „The Dark Knight“ folgte. Wer sich die Œuvre von Nolan genauer betrachtet, sieht, dass „Inception“ eine logische wie konsequente Weiterführung seines Könnens ist, denn momentan gelingt es niemanden sonst Popcorn und Hintersinn technisch und erzählerisch so sensationell zu vereinen wie Christopher Nolan.

Nolans „Inception“ ist im Grunde ein Heist-Movie. Ein Film über Gauner und ihren großen Coup. Ein immer wieder gern gesehenes Motiv, das meist damit beginnt, dass der Dieb oder die Diebesbande an einem Projekt scheitern und nun versuchen müssen, ein noch größeres Ding über die Bühne zu bringen. „Inception“ hält sich an dieses Muster und dennoch wirkt der Film neu und anders, denn immerhin werden hier keine Casinos oder Banken ausgeraubt, sondern die Ideen eines Menschen und zwar direkt aus seinen Träumen. Die Diebe kommen also geradewegs durch die offen gelassene Tür des Unterbewusstseins.

Natürlich sind Träume keine verschlossenen Häuser, in die ohne weiteres eingebrochen werden kann. Im Film ist es ein ominöser Koffer, der im inneren die Gerätschaft hat, um sich in den Kopf des schlafenden Opfers einzuschleusen. Hier erfordert „Inception“ vom Zuschauer ein gewisses Maß von Akzeptanz, denn wie genau der Koffer funktioniert, wird nicht erklärt. Gut so, schließlich ist der Film schon komplex genug. Jedes weitere Detail mehr und „Inception“ wäre aus allen Nähten geplatzt. Dies soll aber nicht heißen, dass er zu voll gestopft ist. Nein, er besitzt genau das richtige Format. Eine bemerkenswerte Leistung.

Bemerkenswert, wenn nicht sogar phantastisch ist so einiges bei „Inception“. Nolan und sein Team beweisen, dass sich tricktechnische Perfektion und anspruchsvolle Erzählung nicht ausschließen müssen. Die Kombination aus beidem macht den Film so unerhört sehenswert, denn während bei anderen Blockbustern schnell und einfach die wichtigsten Dinge gezeigt, erklärt oder von Anfang an ausgeschlossen werden, lässt „Inception“ den Zuschauer lange Zeit im Dunkeln hinsichtlich einiger wichtiger Facetten der Geschichte. Erst nach und nach wird das Mosaik freigelegt. So gelingt es dem Film mühelos auch als Thriller zu überzeugen, ohne seinen thematischen Kern aus dem Fokus zu verlieren.

Hinter all dem perfekt funktionierenden und harmonierenden Entertainment steckt auch ein Film mit dem prägnanten Charakter des Arthouse-Kinos, der den Verstand des Zuschauers auf eine Reise durchs Unbekannte schickt. Es gibt einige Filme die solch eine Reise anbieten: „Lost Highway“ von David Lynch, „Donnie Darko“ von Richard Kelly oder „Videodrome“ von David Cronenberg. „Inception“ ist jedoch der einzige, der auch als groß angelegtes Unterhaltungskino funktioniert. Damit dieses Kino im Gedächtnis haften bleibt und zu einem Erlebnis wird, nutzt „Inception“ erstklassige Montagen und virtuos komponierte Bilder, die einmal komplett jenseits der Realität und ein anderes Mal direkt aus einem James-Bond-Film entsprungen zu sein scheinen. All dies unterlegt mit dem dröhnenden und brummenden Score des Komponisten Hans Zimmer. Im Gesamtbild betrachtet, ergibt dies alles ein imposantes und eindringliches Filmereignis, das Actionfans genauso ansprechen sollte, wie Freunde des verquerten Gedanken. Dabei sollte eines aber nicht vergessen werden: „Inception“ will im Endeffekt nicht wirklich zum nachdenken anregen, er will vielmehr unterhalten und dies tut er in superber Qualität.

Auch Freunde des ehemaligen Teenie-Schwarms Leonardo DiCaprio dürfen sich freuen. Er spielt den Traumdieb Dom Cobb (in „Following“ heißt eine der Hauptfiguren übrigens auch Cobb und ist Einbrecher, ein netter Verweis) überzeugend und verzichtet darauf, den gebrochen Helden ganzzeitig raushängen zu lassen. An seiner Seite Ellen Page („Juno“), Ken Watanebe („Last Samurai“), Dileep Rao („Avatar“) und Tom Hardy („RocknRolla“). Allesamt begnadete Darsteller, denen der Film klare und, zugegeben sehr berechenbare, Rollen zuteilt. Aber in dieser klaren Linie steckt auch ein großer Gewinn, denn wegen der komplexen Handlung und Regularien des Dreamsharings würden differenzierte Figuren neben Held Cobb den Film nur aufhalten und ausbremsen. Außerdem machen alle Darsteller das Beste aus ihrer Rolle. Die französische Oscargewinnerin Marion Cortillard („La vien en rose“) sorgt als Ehefrau von Cobb darüber hinaus für einige subtile, teils verstörende Spannungsmomente. Eine besondere Erwähnung soll noch Joseph Gordon-Levitt erhalten, der als stilistischer, treuer Sidekick sehr sympathisch, aber gleichzeitig auch sehr professionell dargestellt wird und sich so perfekt in das Team einfügt. Auch Regisseur Nolan scheint von Gordon-Levitt überzeugt zu sein. Er soll im neuen Batman (Drehstart April 2011) den Schurken The Riddler spielen.

Nolans Traumthriller gehört zweifelsohne zu den Highlights des Kinojahres 2010. Der Erfolg des Films zeigt, dass es heutzutage auch Filme gibt, die Kritiker und Zuschauer überzeugen können und weder auf einem Erfolgsroman, noch auf einem Comic oder auf einer TV-Serie beruhen. „Inception“ ist originär. Selbstverständlich gab es schon früher Filme, die sich mit dem Thema Traum und Realität oder dem Eindringen in die Welt des Verstandes und der Gedanken auseinandersetzten, so etwa der Horrorklassiker „Nightmare on Elm Street“, das früher kultisch verehrte Actionspektakel „The Matrix“ oder die schräge Romanze „Vergiss mein nicht“. Wie auch „Inception“ sind dies Filme, die mit ihrer Originalität zu beeindrucken wussten. In Zeiten, in denen Hollywood das Gefühl hat, mehr Fortsetzungen, Remakes und Reboots serviert zu bekommen, als neue Geschichten, wirkt „Inception“ so noch stärker wie ein cineastischer Befreiungsschlag, der seinen finanziellen Erfolg absolut verdient hat.

„Inception“ verfügt über eine enorme Anziehungskraft. Die ersten Teaser und Trailer waren bei so manchem verkorksten Kinofilm der eigentliche Höhepunkt. Auch wenn die letzten Promos online, im Kino oder im TV einiges zu viel gezeigt und verraten haben, gibt es keine einzige Sekunde im Film, in der der Zuschauer nicht gespannt und konzentriert auf die Leinwand starrt und sich hier und da verwundert die Augen reibt. Sei es wegen der enormen Schauwerte, die so sicherlich nur auf einer großen Kinoleinwand zur Geltung kommen, oder weil es der Film schafft, mit einer emotionalen Wucht, hervorgerufen durch die Geschichte und die Leistung der Darsteller, die tricktechnischen Szenen zu parieren. Wie bereits erwähnt, Christopher Nolan weiß, wie er die Kräfte des Kinos bündeln kann.

15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Dolly Zoom

Antwort löschen

Ich finde die Verweise durchaus sinnvoll. Natürlich schließen sich Vergleiche mit Inception aus dem vom Filmsüchtigen genannten Grund aus, doch du ziehst ja auch keinen, stuforcedyou, sondern wirfst die Frage auf, ob Nolans (womöglich höher zu bewertende) Leistung nicht eben darin bestand, die sogenannte "Reise durchs Unbekannte" als großes Unterhaltungskino zu inszenieren.


wernerbremen

Antwort löschen

mir gefällt dein satz: "jedes weiter detail und der film wäre aus allen nähten geplatzt" ich find genau das ist er :) ich hätts nicht besser beschreiben können


the gaffer: the-gaffer.de

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Ob man im Nachhinein gern das Geld für die Kinokarte ausgegeben hat, wird nicht unwesentlich davon abhängen, wie man zu den anderen Filmen des Regisseurs steht. Das eigentlich Traurige ist nun, dass “Inception” in Bezug auf die Fähigkeiten seines Machers keinerlei Neuigkeiten bereithält.

Kritik im Original 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Blockbuster aus Hollywood haben ein Ziel. Sie wollen Massen erreichen. Dementsprechend ist der Erfolg eines Blockbusters nichts anderes als die Reflektion des Massengeschmacks. Es ist daher schon fast zynisch oder kulturpessimistisch, dass die grassierende Abwesenheit von Originalität, die Hollywood heutzutage dominiert und sich in endlosen Mustern aus Sequels, Prequels, Reboots, Remakes und Franchises präsentiert, solch kommerziell erfolgreiche Blüten trägt. Dass Kino auch immer schon Ware war, die verkauft werden muss, will keiner bestreiten. Schon zu Urtagen musste man einen Penny einwerfen um auf dem Jahrmarkt die Bilder tanzen zu sehen. Schaut man aber auf die Entwicklung des Massengeschmacks (und welche Genres er beeinflusst hat), so zeichnet sich ein Bild, dass die heutige Zuschauerschaft wie eine Herde Schafe wirken lässt.

Wie so oft scheint früher alles besser gewesen zu sein. Nun gehört es aber zum Verlauf der Geschichte, dass schlechte Ereignisse gerne verdrängt werden. Manchmal ist das gut, meistens eher nicht. Denn zu den wenigen Meilensteinen der Filmgeschichte gesellten sich zur damaligen Zeit ebenso eine Masse von hirnloser Fließbandware, die heute wie vergessen scheint. Logischerweise zeigt ein Blick in die Vergangenheit (je nach Betrachtung) mehr gute Filme als schlechte.

Nun hängt der Überlebensgrad eines guten Films (respektive Meisterwerks) stark vom kommerziellen Erfolg oder der Gönnerschaft einflussreicher Menschen ab. Ein Film kann noch so grandios, persönlich und künstlerisch wertvoll sein, wenn ihn niemand sehen will, gibt es selten eine Perspektive.

Ungerechterweise wird dieses Schicksal wohl viele gute Filme ereilt haben. Deshalb war und sollte es auch im Interesse eines jeden Filmemachers sein, sich auch ein Stück weit die Eigenschaften eines Produzenten anzueignen, damit sein Film auch gesehen wird oder er verzichtet gänzlich auf sein Publikum, was nicht unbedingt einen schlechteren Film bedeutet.

Die großen Blockbuster der Vergangenheit waren oftmals auch Meilensteine der Filmkunst, z.B. „Birth of a nation“, „Wizard of Oz“, „Lawrence of Arabia“ oder „Jaws“. Das waren ungemein erfolgreiche Filme, die genau den Massengeschmack trafen und trotzdem künstlerisch wertvoll waren.

Ein Blick in die Zukunft ist immer spannend. Denn wie werden die Blockbuster unserer Zeit später rezipiert? Wird man „Pirates of the Caribbean“ als Meilenstein bezeichnen? Kommt Michael Bay durch „Transformers“ doch noch zu unverhofften Regie-Ehren und wird in Zukunft mit Eisenstein verglichen? Es ist eindeutig eine spannende Angelegenheit. Welche Filme überleben die Zeit und was ist mehr daran beteiligt, der Erfolg oder das Werk?

Selbst „2001“ wurde zum Release verrissen. Damals sahen nur wenige den Klassiker, der er heute ist. Allerdings wurde Kubricks abnorme Weltraum-Reise von unerwartetem Erfolg gekrönt. Überlebte er nur weil er bis „Star Wars“ der erfolgreichste Sci-Fi-Film war? Das scheint fragwürdig.

Filme können nur durch ihr Publikum überleben, über Generationen hinweg. „Fantasia“ (ein kommerzieller Flop) war bis in die 70er fast komplett vergessen und gelangte nur durch den Release auf VHS zu neuen Ehren. Die damalige Studentenschaft erkannte das enorme Potenzial des Films beim Konsum von LSD. „Fantasia“ wurde so zu Disneys erfolgreichstem Drogenfilm.

Auch nachfolgende Filmemacher-Generationen sind stark am Überleben eines Films beteiligt. „2001“ gilt als Lieblingsfilm der jungen New-Hollywood-Bande (Scorsese, Coppola, Spielberg), die stets Bezug auf ihre Vorbilder nahmen und damit konkret ihren Ruf förderten und ihre Werke bekannter machten. Tarantino macht doch nichts anderes, für ihn ist Kino nur Zeitmaschine. Ginge es nach Tarantino bräuchte man gar keine neuen Filme mehr drehen. Dementsprechend wird man ihn später auch als den Archivar des Kinos begreifen, der er ist.

Schlussendlich, es geht also um Inspiration. Ein Film muss inspirierend sein für nachfolgende Generationen um sein Überleben zu sichern. Wenn ich also möglichst viele Menschen mit meinem Film erreiche und mein Film auch das künstlerische Format hat Menschen zu fesseln und nicht mehr los zu lassen, dann kann ich mich doch beruhigt zurücklehnen und hoffen, dass ich in 1000 Jahren wiedergeboren werde um meinen eigenen Namen in den Filmbüchern lesen zu können.

Ich bin kein Orakel, doch ich wage zu behaupten, dass Christopher Nolan mit „Inception“ eben dies erreicht hat. Jenseits des großen Hypes (der vor allem „The Dark Knight“ zu verdanken ist), sieht man gerade an den Reviews und Publikumsreaktionen, dass hiervon niemand unberührt bleibt. Nolan wirkt wie ein Messias im Dunst der Exkremente, die Hollyood in den letzten Jahren über uns gegossen hat. Er ist kein Messias. Er ist kein Wunderkind (schon lange nicht mehr). Nolan scheint wohl einfach, dass zu machen, was jeder ehrliche Filmemacher tun sollte, nämlich seinen Film zu drehen. Denn bei allem cineastischen Brimborium bleibt „Inception“ angenehm persönlich und zeigt sich als klares Produkt seines Schöpfers.

In Nolans Werk geht es immer um Schöpfung und um das Verirrt-sein seiner Protagonisten. Seine Helden sind immer Reisende. Sie laufen durch Labyrinthe ihrer eigens geschaffenen Hölle. Dabei ist Nolan zudem ein so brillanter Stilist, dass er sich sogar die Mühe macht eben dieses Gefühl der Verirrtheit durch ausgeklügelte Story-Konstruktionen auf den Zuschauer zu übertragen, was seine Filme dazu noch ungemein unterhaltsam macht.

„Following“ handelte von einem ideenlosen Schriftsteller, der mehr Inspiration bekommt als er erwartet hat und letztendlich zum beinah griechischen Helden wird, den die Story des Lebens überlistet. In „Memento“ läuft der Protagonist durch das Labyrinth seiner eigenen Erinnerungen, die er sich mit kleinen Zetteln und Fotografien konserviert hat, da er selbst zur keiner eigenen Erinnerung mehr fähig ist. „Insomnia“ nimmt fast schon seinen neuesten Film ein wenig vorweg und begleitete einen Pacino, der traumwandlerisch der Wahrheit hinterherjagt. „Batman begins“ stellt den gebrochenen Helden wiederum als Schöpfer seines eigenen Schicksals dar. Zur höheren Aufgabe berufen, versucht er seinen Dämonen zu entfliehen, kann sich aber letztendlich nur als Spiegelbild seiner eigenen Ängste manifestieren. „The Prestige“ geht da noch viel weiter und zeigt zwei Männer wie zwei Seiten einer Medaille, die sich mit ihren eigenen Schöpfungen gegenseitig überbieten wollen. Dabei argumentiert Nolan mit seltener Leidenschaft was eine wahre Vision einen Künstler kosten kann. „The Dark Knight“ fügt die Idee des gespaltenen Helden dem Batman-Franchise hinzu und zeigt das Duell zwischen Schurke und Held als verzerrtes Spiegelkabinett.

Mit „Inception“ scheint Nolan nun seinem eigenen Schaffen einen Kommentar hinzuzufügen. Denn der Film liest sich auch als Metapher über den Prozess des Filmemachens. Wie arbeitet die Traumfabrik? Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Sci-Fi-Komponente des Films eher rudimentär wirkt. Die großen technischen Erklärungen lässt Nolan zum Glück aus. Ebenso vermeidet er die Zeichnung einer Utopie. Die Welt in „Inception“ ist die gleiche wie heute. Das Traum-sharing entpuppt sich dementsprechend wirklich als Gang ins Kino.

Man könnte „Inception“ also auch als das aufwendigste Making-Of aller Zeiten lesen. Das Making-Of, was alle Filme gemein haben. Denn all die Regeln die Ariadne zu Beginn des Films erklärt werden wirken wie Umschreibungen vieler Tipps aus bekannten Büchern über das Filmhandwerk.
Der Träumende und seine Projektionen stellen somit das Publikum dar, was überlistet und unterhalten werden möchte ohne dass es merkt, dass es träumt oder dass es einen Film sieht. Nolan gibt hiermit nicht nur Einblick in seine Arbeitsweise, sondern formuliert auch schonungslos den Sinn eines jeden Films. Es geht nicht um Ideendiebstahl, sondern um die Einpflanzung einer Idee. Filme, wie andere Kunstwerke, sollen Ideen vermitteln, die wuchern und gedeihen, Inspiration!

Wirklich neu ist „Inception“ eher nicht und bis auf „Following“ und „Memento“ trifft das auch auf seine anderen Filme zu. Der Reiz seines ganzen Werk ist folglich eher mit dem Reiz eines guten Handwerkers zu vergleichen. Er ist niemand, der auf die Idee kommen würde zur Verbesserung der Stabilität einen Küchentisch um ein Bein zu erweitern, aber er baut den Tisch so als würde er eine Horde Elefanten aushalten.

So ist auch „Inception“ ein handwerkliches Wunderwerk, was besonders auf der dramaturgischen Ebene begeistert und so elegant durch die Geschichte, seine vielen Handlungsfäden und Set-Pieces führt, dass man als Träumender nie auf die Idee kommen würde aufzuwachen.
Dennoch, trotz seines erkennbaren Alleinstellungsmerkmal in der heutigen Filmlandschaft, schwimmt dieses Floß „Inception“ auf einem Meer von Schwächen, was überwiegend dem Mainstream geschuldet ist.

Wie eingangs erwähnt sollte ein jeder Filmemacher auch ein wenig Produzent sein. Nolan verortet seine komplexe Reise durch den Schöpfungsprozess eines Films fest im Unterhaltungskino der heutigen Zeit. „Inception“ wird zum Actionfilm. Nun zeigte sich schon in „The Dark Knight“ Nolans große Schwäche für Action-Szenen. Auch „Inception“ fehlt in den vielen Schießereien einfach der Überblick. Wally Pfisters Kamera klebt mit dem Teleobjektiv an den Gewehren ohne auch nur zu zeigen wer sie bedient und wohin sie schießen.
Zudem raubt diese Action-Komponente dem Film einige seiner besten Einfälle. Während Ariadne in ihrer Trainingsphase noch mit immer aufmüpfiger werdenden Passanten zu kämpfen hatte, was im späteren Heist-Plot eine ungemein dynamische Bedrohlichkeitssteigerung dargestellt hätte, verzichtet Nolan darauf komplett und lässt gleich zu Beginn des Coups die Projektionen mit Gewehren auflaufen.

Eine andere verständliche Schwachstelle ist die erste Stunde des Films, die sich fast ausschließlich mit der Erklärung der Spielregeln auseinandersetzen muss. Nolan hat zwar genug handwerkliches Geschick um sein Tutorial filmisch umzusetzen, aber ohne einseitige Erklärungsmonologe, die sich wie Propaganda anhören, kommt auch „Inception“ nicht aus. Es gilt somit die erste Stunde zu überstehen, hinterher zukommen und alles kapiert zu haben. Denn sobald die titelgebende Inception beginnt, gibt es kein zurück mehr. Gerade in der zweiten Hälfte fesselt und inspiriert der Film, da er vieles dem Zuschauer überlässt und nur noch wenig erklärt.

Die oftmals erwähnten flachen Figuren des Films sind in Nolans Filmen keine Seltenheit und werden durch die ausführlich designten Plots verursacht. Es sind halt nur Nebenfiguren. Denn gerade von Nolans Hauptfiguren kann man nicht behaupten sie seien flach. Oftmals liegt der Schlüssel zur Lösung von Nolans Plots in der Entschlüsselung seiner Helden. Erst mit der Auflösung von Memento bekam Guy Pearces Figur endgültig Tiefe und sein ganzer Konflikt breitete sich vor unseren Augen aus.
„Inception“ blickt auch wieder gezielt auf seinen Helden und vernachlässigt absichtlich den Rest. Das kann man kritisieren, wobei es clever war so talentierte Darsteller wie Page, Murphy, Levitt und Hardy zu besetzen, die allein durch Ausstrahlung ihre Figuren füllen.

Hier geht es eindeutig um Dom Cobb, gespielt von Leonardo DiCaprio, und seine Frau, die von der grandiosen Marion Cottilard verkörpert wird. Wie im sehr ähnlichen „Shutter Island“, spielt DiCaprio auch hier einen gebrochenen Mann mit problematischem Eheleben. Allerdings während DiCaprio in Scorsese Seelentraktat eine ungemeine Bandbreite an emotionalen Facetten abliefern konnte, kommt Cobbs Figur unangenehm angespannt daher. Besonders die vielen Erklärungen im Film verwehren den emotionalen Zugang zur Figur und auch DiCaprio wirkt so als wüsste er nicht ob jetzt sein Erklärungen wichtig sind oder seine Figur.

Marion Cottilard ist dagegen fest mit ihrer Figur verbunden. Nichts erinnert mehr an ihre schwache Frauenrolle in Manns „Public Enemies“ und schon gar nicht an ihre burleske Edith Piaf in „La Vie en Rose“. Nein, Cottilard liefert eine hinreißende Performance als Femme Fatale, die sogar in den größten melodramatischen Szenen berührt und glaubwürdig bleibt. Allein ihre Ausstrahlung bindet alle Blicke. Ja, es gibt Momente, da spielt sie DiCaprio fast an die Wand.
Es sind gerade die Szenen zwischen DiCaprio und Cottilard, die den Film reicher machen. Besonders die letzte Szene der beiden hat mich zutiefst berührt und illustriert Nolans Händchen für Schauspielerei.

Was viele Kritiker an „Inception“ bemängeln ist seine logische Struktur im Bezug auf sein Sujet. Bei einer Story die sich um Träume und die Kraft des Unterbewussten dreht, wirken Nolans Traumwelten wie Level eines Videospiels das klaren Regeln folgt. Es fehlt das Lückenhafte, Unlogische und vorallem Surreale, was das echte Träumen bestimmt.
Diese Schwäche muss sich „Inception“ eingestehen und sie wäre auch viel gravierender, wenn es denn wirklich ums Träumen ginge. Wie gesagt, es geht letztendlich ums Filmemachen, ums Erschaffen von Traumwelten, welche nicht als Träume enttarnt werden wollen und somit den Gesetzen unserer Welt gehorchen.

Ich werde dagegen etwas kritisieren, was viele als große Stärke interpretieren, die Optik des Films. „Inception“ wird ja schon als Kamera-Glanzleistung gefeiert, die neue Wege geht. Wally Pfisters Kamera geht viele Wege, aber keiner ist neu. Die Zeitlupen-Sequenzen und der Schwerelos-Kampf führen nur die Arbeit der Wachowsky-Brüder konsequent fort. Zudem gelingt dem Film kaum eine Einstellung, die etwas mit Poesie zu tun hat. Pfister filmt alles so, wie es schon etliche vor ihm gemacht haben. Seine Bilder vermitteln selten Ideen. Meistens sind dafür die Dialoge und der Schnitt verantwortlich. Auch die Lichtsetzung und Farbpalette sind die gleiche Sülze wie schon bei „The Dark Knight“. Entweder ist alles orange oder blau und das Licht ist meistens eine undefinierbare Schmiere. Einzig und allein „The Prestige“ zeigte ein aufregendes Kamera-Konzept. Warum kann Pfister das nicht wiederholen?

Letztendlich ist „Inception“ dennoch eine Wohltat des Blockbuster-Kinos und der beste Hollywood-Film der letzten Jahre. Die unübersehbaren Schwächen können zwar nicht ignoriert werden, aber Nolans fulminante Inszenierung lässt einen kaum darüber nachdenken.
Obwohl die Thematik der trügerischen Realitäten schon ein alter Hut ist und frühere Filme wie „Matrix“, „ExixtenZ“ und „Welt am Draht“ es bereits besser gemacht haben, gelingt es Nolan dem ganzen sogar noch etwas hinzuzufügen. Er verwertet das Dilemma um Traum und Wirklichkeit zur philosophischen Auseinandersetzung über den Prozess des Filmemachens.
Wir werden sehen, ob Nolan es gelungen ist genügend Menschen zu infizieren und sein Film noch in Zukunft mit staunenden Augen betrachtet wird. Im Angesicht der aktuellen kreativen Flaute Hollywoods, gönnt man „Inception“ einen Eintrag in die Filmgeschichtsbücher. Der Erfolg des Films zeigt schon mal, der Geschmack des Massenpublikums ist noch nicht verloren.

20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten

DerFilmeKenner

Antwort löschen

"Der Erfolg des Films zeigt schon mal, der Geschmack des Massenpublikums ist noch nicht verloren." - Das muss nicht unbedingt stimmen. Ich hab nach dem Film oft folgenden Satz von den Zuschauern gehört: "Ich hab nichts gecheckt, aber die Action war geil"


DerFilmeKenner

Antwort löschen

"Der Erfolg des Films zeigt schon mal, der Geschmack des Massenpublikums ist noch nicht verloren." - Das muss nicht unbedingt stimmen. Ich hab nach dem Film oft folgenden Satz von den Zuschauern gehört: "Ich hab nichts gecheckt, aber die Action war geil"


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

Kommentar löschen
4.5Uninteressant

OhOhOh, wenn man sich hier so umsieht, dann fühlt man schon eine gewisse geistige Seelenverwandschaft mit Ronald Reagen aufkeimen - man ist umgeben von Roten...

Es wäre natürlich billig und ungerechtfertigt, wenn man einem Produkt den Hype vorwerfen würde, der es umweht - trotz alledem beeinflusst eine solche Omnipräsenz das eigene Sehverhalten und die Wertung dessen was man sieht. Ich wäre niemand, der „Inception“ wegen des Hypes als solches schlecht findet, aber ich gebe zu, es wurden bei mir - sowohl bewusst als auch unbewusst - Erwartungen geweckt, denen er nicht standhalten kann.

Das liegt nicht etwa an der Geschichte oder den Winkelzügen, denen sich Nolan hingibt. Bezüglich dessen habe ich genau das bekommen, was ich erwartet habe: Eine in sich logische Konstruktion, die für den geneigten Zuschauer genügend Ansätze zur weiteren Interpretation und Deutung beinhaltet, aber nicht gerade vor Kreativität platzt. „Inception“ ist bei aufmerksamer Betrachtung in jedem Moment logisch - aber besonders intelligent oder kreativ ist er dabei noch lange nicht, da helfen auch ein paar bedeutungsschwere Kreiseldreher nicht. Sicherlich, man kann über vieles spekulieren, und ich bin überzeugt es gibt freundliche Menschen hier, die mir besondere Deutungen vorstellen werden - aber in Essenz ist der Grundplot nichts weiter als „Oceans Eleven“ mit negativen Vorzeichen und einem Hauch „Matrix“. Sicherlich, das Ende ist der Hinweis mit dem Vorschlaghammer, das Internet mit Theorien zu überfluten - aber es wirkt seltsam unpassend, hat Nolan sich bis zu diesem Schlusspunkt doch ständig dazu berufen gefühlt, dem Zuschauer alles haarklein zu erläutern und/oder deutlich unsubtil vorzusetzen. Damit man mich nicht falsch versteht: Mir persönlich macht das nichts aus, aber ob es wahrhaft so komplex ist, wie manche vielleicht erwarten, wage ich in Frage zu stellen.

Das wirkliche Problem von „Inception“ ist aber nicht die Handlung, sondern vielmehr die Tatsache, dass Nolan diese nur als Aufhänger für überlange Actionsequenzen missbraucht. Diese erinnern zum Teil frappierend an schonmal Dagewesenes, von James Bond bis hin zu „Matrix“, sind vorallem aber das ermüdende Zugeständnis an das einnahmenträchtige Popcornpublikum. Der Verweis, solch eine rasante Abfahrt inklusive Granatwerfer-Biathlon sei doch nunmal ein "typischer Traum" ist doch recht einfach und passt so garnicht in die sonstige durchkalkulierte und unpersönliche Traumarchitektur. Natürlich, es gibt formell nichts zu beklagen an der Explosionsfront, technisch ist das alles einwandfrei - aber es berührt mich zu keinem Zeitpunkt. Da wären zum einen die Träume selber, die eindeutig die Handschrift Nolans tragen - nämlich die eines kalkulierenden Technokraten. Es ist diese klinische Perfektion, die akribische Planung der ganzen Traumwelt, die jeglichen emotionalen Zugang zu ihr verbaut - ein paar lieblose Physik- und Schwerkraftsspielreien ist das Maximum an Möglichkeiten im nolan´schen Kosmos. Dieses Konzept der Sterilität mag bei „The Dark Knight“ funktioniert haben, aber nicht hier, wo der Dreh- und Angelpunkt doch letztendlich die Fantasie und das Unterbewusstsein sind. Die surrealen Einschübe kommen da ähnlich galant um die Ecke, wie der Güterzug, der sie darstellen soll.
Zum anderen sind es die Akteure, die sich innerhalb des Traumkonstrukts bewegen: Es gibt keinen emotionale Bindung zu ihnen; genau wie die Traumwelten begegnen sie einem seltsam kalt, distanziert und trotz (langweiligem und pathetischen) Liebesgedöns komplett asexuell. Durch dieses Defizit bei den Figuren kommt es auch dazu, dass sich keinerlei wirkliche Dramatik entwickelt: Da kann der Score noch so laut rumdonnern und noch soviel Kameratrickerei auf dem Schirm zu sehen sein - solange mir die Figuren herzlich egal sind, solange stellt sich auch kein Gefühl des Mitfieberns ein, zumal es bei DiCaprio reichlich Parallelen zu seiner - auch nicht gerade vor Kreativität strotzenden - Rolle in Scorseses „Shutter Island“ gibt.

Ich habe lange überlegt, welche Punktzahl denn „Inception“ nun schlussendlich angemessen ist: Zum einen mag der Film für Leute mit überdurchschnittlichen Hang zur Interpretation vielleicht die eine oder andere Ebene offenbaren, über die er glücklich ist und die höhere Wertungssphären rechtfertigt. Wer dieser Vorliebe jedoch nicht frönt (was herzlich wenig mit dem Verständnis des Films als solches zu tun hat - nur um diesem Vorwurf vorzubeugen), der bekommt klinisch-perfektes Actionkino neuerer Bauart. Für zweitere Gattung gilt: Man kann sich „Inception“ ansehen, aber ich wüsste wirklich nicht, was einem fehlen würde, wenn man es nicht täte.

Kritik im Original 44 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 21 Antworten

Hitmanski

Antwort löschen

Joa, nochmal auf DVD gesehen, hat den Film nicht besser gemacht...


Hirnfrost

Antwort löschen

Der Vergleich mit Ronald hat mich echt zum lachen gebracht.
Ich mag dich.


Sm0K1ngGnu

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Für einen Traum sieht man leider zu wenig surreales (auch wenn erklärt wird, warum das so ist). Netter Heist-Action-Movie, wird aber dem Hype nicht gerecht, mit Sicherheit nicht Nolans bestes Werk (und sicher nicht der drittbeste Film aller Zeit, wie IMDb-User uns glauben lassen wollen).

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

ocin1000

Antwort löschen

Warum zu wenig surreales? Spiele mit der Schwerkraft, sich formende Brücken, eine ganze stadt klappt zusammen... Ich finde das genügt, denn im Traum ist meist nicht sehr viel merkwürdig...:)


SgoTscH

Antwort löschen

Stimmt, für den Trailer hats gereicht. :)


CineKie: CineKie.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Inhaltlich interessante und optisch ansprechende Mischung aus Heist, Action, Science-Fiction und Drama mit mehreren kleinen bis mittelgroßen Schönheitsfehlern, die keineswegs so intelligent ist, wie vielerorts berichtet wird.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

sathya bernhard

Antwort löschen

die idee ist phantastisch, die ausführung des skriptes ist nicht ganz in meinem rahmen der erfüllung, da viel zu viel gewalt bei diesem sensiblen thema gewählt wurde...auch die ebene der träume aus geistiger sicht wurde nicht ganz berücksichtigt, da träume doch für jeden von uns lebensaufarbeitende themen bietet, verbindungen zu sich und dem höheren selbst schaft usw.


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Hat mir großen Spaß bereitet und gehört mit Sicherheit zu den tollsten Kinomomenten des Jahres. An sich bastelt Nolan wie schon in PRESTIGE eine sauber ausgearbeitete Welt und erklärt sie uns Stück für Stück. Und verdammt, er macht das so unglaublich toll. Blatt für Blatt, Ebene für Ebene, Genre für Genre. Rundum stimmig bis auf minimalste (!) Kleinigkeiten. Wobei mich dennoch interessieren würde was Satoshi Kon mit diesen Mitteln für einen Film geschaffen hätte. Da ist definitiv noch (etwas) Luft nach oben..

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Arakune: Das Manifest, CinemaForever...

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Träume - unsere ganz eigene Welt. Nacht für Nacht betreten wir sie, ob wir uns nun danach daran erinnern oder nicht. Im Schlaf bestehen wir unsere größten Abenteuer, sind die coolsten Typen und können sein, wer wir sein wollen (oder wie unser Unterbewusstsein es wohl eher will). Denn mit Träumen verarbeitet es die Geschehnisse des Tages oder teilt uns wichtige Dinge mithilfe bedeutungsschwangerer Symbole mit, die wir eigentlich schon verdrängt hatten. Der Traum ist im Prinzip unsere ganz eigene "Matrix". Eine Welt, nur für uns geschaffen, in der unsere Kreativität keine Grenzen kennt, die so real wie die Realität selbst erscheint. Erst, wenn wir aufwachen, merken wir, dass irgendetwas nicht stimmte, dass irgendetwas komisch war in dieser doch auf den ersten Blick so wirklich erscheinenden Welt...
Ähnlich verhält es sich auch mit dem neuesten Christopher Nolan-Film INCEPTION. JAMES BOND trifft auf ein Charlie Kaufman-Drehbuch, trifft auf MATRIX, trifft auf OCEAN'S ELEVEN, sagt man sich da nach einer Weile, passt es doch fast wie die Faust auf's Auge. Aber trotz dieser scheinbar unkombinierbaren Fülle an Genre-Klassikern verliert INCEPTION zu keiner Zeit seine Originalität, was den charmanten Nebenfiguren und Schauspielern, den grandios-verschachtelten Erzählebenen, der opulenten Action und den optisch beeindruckenden, der Physik strotzenden Schauplätzen zu verdanken ist. Am meisten aber wohl trägt das Thema selbst dazu bei, dass dieser Film ein Meisterwerk an filmischer Unterhaltungskunst ist: Die Möglichkeit, in Träume anderer einzubrechen, ihnen Informationen aus den Gedanken zu stehlen, gar eigene Informationen/Ideen in ihr Gedankengut einzupflanzen oder einfach nur gemeinsam durch den Traum zu wandeln und die Umwelt mithilfe der Vorstellungskraft zu manipulieren (dem Dream-Sharing).
Dabei werden dank spektakulärer Action, dynamisch-schnellen Schnitten, genialen Zeitlupen-Aufnahmen und einer Story, so einfach und doch so komplex, dass es unzählige Interpretationsmöglichkeiten gibt und umfangreiche Analysen möglich sind, sowohl Action-Fanatiker als auch Freunde intellektuellerer Streifen erstklassig bedient. Die perfekte Gratwanderung zwischen Mainstream und Anspruch, zwischen purer Unterhaltung und nahezu existenzieller Fragen, die INCEPTION aufwirft.
Und dabei stimmt alles: Vom genialen industriell angehauchten Hans Zimmer-Score, der sogar mich - als jemand, der nicht unbedingt der größte Fan seiner Filmmusik ist - begeistern konnte, über das regietechnisch nahezu fehlerlose Zusammenspiel von Bild und Sounddesign, das heutzutage ihresgleichen sucht und dabei Augen und Ohren verwöhnt und bis zum audiovisuellen Orgasmus bringt, wie es sonst kaum ein zweiter Film schafft, bishin zur üppigen Bombast-Action, die einem ein paar geistige Verschnaufpausen von den vielen Informationen bietet, welche einem in INCEPTION nähergebracht werden. Aber von Verschnaufpausen kann hier eigentlich keine Rede sein, denn die Story fährt annähernd immer mit 180 Sachen von einem spektakulären Schauplatz zum nächsten und hielt meinen Puls dadurch konstant auf 120 Bpm, ließ mich den ganzen Körper permament vor Aufregung anspannen, ließ mich alles um mich herum vergessen und bescherte mir damit die spannendsten und unterhaltsamsten 148 (Film-)Minuten meines Lebens. 148 Minuten, die mir rückblickend wie kurze 80 vorkamen.
Und auch jetzt, nach der zweiten Sichtung innerhalb von drei Tagen, wurde mein Eindruck und die damit einhergehende Faszination für diesen Film und seiner Idee nicht geschmälert, im Gegenteil: Auch, wenn beispielsweise die vielen Actionszenen nun negativer ins Gewicht fielen als beim ersten Mal, so habe ich beim zweiten Mal im Gegensatz dazu noch viel mehr kleine Details entdecken können an diesem köstlichen cineastischen Glückskeks und damit noch nicht einmal ansatzweise alle gefunden, die in INCEPTION versteckt sind, was mich den Film noch mehr mögen lässt, als ich es ohnehin schon tue. Selbst, als ich das Ende schon kannte, raste mein Herz in der finalen Szene, hoffend, dass ich doch noch etwas daran ändern könnte und in diesem Moment völlig vergessend, wie nochmal der Ausgang der Geschichte war. Ich war von einem Film noch nie so stark fasziniert, wurde noch nie so zu Reflexion getrieben und überdies brachte er mich sogar schon dazu, mich über das luzide Träumen zu informieren, um es vielleicht auch irgendwann einmal zu erlernen. Ein Filmerlebnis, an das ich noch lange zurückdenken werde.
Und an alle INCEPTION-Verreißer, die dem Film zu viel effekthascherische Action, zu große Rationalität bei der Darstellung der Traumwelt oder mangelnde Tiefe der Nebencharaktere (aufgrund der fehlenden Vorgeschichten) und was-weiß-ich-noch-alles ankreiden wollen: Ihr müsst stets bedenken, dass dieser Film nie hochintellektuelles Arthouse-Kino für Philosophie-Fetischisten sein will - er ist schlicht ein anspruchsvollerer, hochunterhaltsamer Mainstream-Blockbuster, in den man viel hineininterpretieren kann, aber nicht muss. Na klar, hat der Film hier und da Schwächen und ist beiweitem nicht perfekt. Darüber kann ich aber getrost hinwegsehen, wenn ich nur an diese grandiose, durchweg spannende Kino-Unterhaltung denke und die Gedanken, die er meinem Gehirn zu entlocken scheint.

12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

SiameseAlex

Antwort löschen

Wouh! Jetzt erst gelesen und wirklich KEINE der bestimmt 100 Kritiken, die ich mir bisher angetan habe, spricht mir DERART aus dem Unterbewusstsein wie dein Text!
Danke, kann ich mir mein angedachtes Review jetzt nämlich getrost sparen. ; ) Denn du bist einer der wenigen, der es endlich mal schafft den bewusst empfundenen Hype um den ganzen Film miteinzubeziehen und trotzdem nicht davor zurückzuziehen, nur um ihn deshalb abzuwerten und so womöglich 'individueller' zu wirken. Viel trauriger ist es nämlich das eigene Kinoerlebnis dadurch zu schmälern, indem man sich die Laune von Menschen vermiesen lässt, deren Charakter zu gerne exzeptioneller als der vieler anderer wäre, dies aber aufgrund der von wiederum Anderen eingeleiteten Inzeptionen im Grunde genommen gar nicht möglich ist. Pseudo-Anti-Haltung olé!


mikkean

Antwort löschen

Lang, aber voller Aussagekraft. Gibt es eigentlich jemanden, der an "Inception" etwas auszusetzen hat?


Barbara Schweizerhof: der Freitag, Die Welt, epd ... Barbara Schweizerhof: der Freitag, Die Welt, epd ...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Der große Reiz von Christopher Nolans Film Inception besteht tatsächlich darin, dass er das im Grunde doch dröge Hadern um den Sinn des Träumens als atemlose Action auf die Leinwand bringt. Statt mühsamer Ableitungen aus dem Alltagstrott der Psyche und ihrer dürren Versprachlichungsformeln gibt es hier das volle Jahrmarktprogramm: waghalsige Verfolgungsjagden, trickreiche Schießereien, einstürzende Fassaden, geflutete Städte, Bergbesteigungen, Tauchaktionen und Kampfszenen im Zustand der Schwerelosigkeit. Während der Zuschauer – und darin liegt nun eben das besondere Vergnügen an diesem Film – sich unentwegt in der Kunst der Hermeneutik versucht, also dem Ganzen einen Sinn ablesen will. Der „Suspense“ dabei ist ein anderer als der klassische, wenn man um die Explosion einer heimlich gelegten Bombe fürchtet. Die Fragen, die sich der Zuschauer in Inception wieder und wieder beantworten muss, sind beunruhigender und grundsätzlicher: Sehen wir einen Traum- oder einen Wachzustand – oder träumt hier nur jemand, dass er aufwacht? In welcher Traum-im-Traum-Ebene befinden wir uns, beziehungsweise: in wessen Unterbewusstsein? Und wichtiger noch: Was hat das alles zu bedeuten?

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

McMercy

Antwort löschen

Also die Frage in welcher Traumebene wir uns befinden stellt sich doch imho in diesem Film gar nicht. Alle Träume sind klar voneinander getrennt, allein schon die Wahl der unterschiedlichen Locations lässt da gar keinen Zweifel aufkommen. Auch die zeitliche Abfolge ist abgesehen vom Flash Forward zu Beginn des Film völlig chronologisch. Allein zum Schluß wirft der Regisseur durch den Kreisel nochmal die Frage auf ist der Traum zu Ende oder dauert er noch an. In dieser Beziehung sind Filme wie Total Recall wesentlich verschachtelter gemacht und auch spannender. Ich finde nach Memento hätte man von Nolan mehr erwarten können.


HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Inmitten einer Welle von Sommer-Blockbustern, die mit einem Fingerhut Intelligenz und der Aufmerksamkeitsspanne eines Dreijährigen auskommen, wirkt "Inception" wie ein Schock. Das neue, 160 Millionen Dollar teure Werk des "Dark Knight"-Regisseurs Christopher Nolan ist keine Comic-Verfilmung, beruht auf keinem Bestseller und trägt keine Fortsetzungsziffer hinter dem Titel. Der Film ist geradezu beunruhigend vorbildlos und einzigartig. [...]
Nolans handwerkliche Leistung ist enorm. In den meisten Blockbustern hat man das Gefühl, dass Charaktere und Handlung hinter den Spezialeffekten nur dritte Geigen spielen. Nolans Fabel ist derart originär, dass sie die Effekte mühelos in Zaum hält - und das will etwas heißen bei deren Güte.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Fraglos ist dieser Film ein souverän entworfener und niemals langweiliger Abenteuerspielplatz mit architektonisch gelungenen Blickachsen, Wandelgängen und Bauten in Bauten. Bei näherer Betrachtung aber erweist sich "Inception" vor allem als eines: eine gewaltig verschachtelte Aufräumfantasie, die den Helden vom traumatisierten zum handlungsfähigen Mann wiederherstellt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Corsovilla: SchönerDenken

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

Ja, “Inception” – der Film über einen Traumdieb, der sich seinen eigenen Albträumen stellen muss – ist ein großer Wurf, Großes Kino für das 21. Jahrhundert: klug, schön, aufregend, wirkungsmächtig, ungewöhnlich, einfallsreich, elegant aufgebaut, liebevoll im Detail, handwerklich brillant. Es fällt schwer, nicht euphorisch in Superlativen zu schwelgen: Für den phantastischen Film ist “Inception” ein Meilenstein wie “2001″ und “Blade Runner”. (Mehr im Podcast)

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Thomas Klingenmaier: Stuttgarter Zeitung Thomas Klingenmaier: Stuttgarter Zeitung

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Das Seltsame an "Inception" ist, dass er ganz anders aussieht als jener Kunstthriller, der sich aus Nolans Prämisse fast schon von selbst entwickeln könnte. Dies ist kein Vexierspiel suggestiver und surrealer Traumgebilde, die im vage Symbolischen, im hypnotisch Rätselhaften, im ominös und klugheitssummend Andeutungsreichen bleiben. Dies ist ein Rabatzfilm erster Güte, dessen diverse Traumebenen aussehen wie verdichtetes Actionkino, wie ein unzensiertes Ballerspiel, wie ein schikanöser Karambolagerennparcours. [...]
Noch seltsamer ist, dass "Inception" dabei nicht hohl und oberflächlich wirkt, sondern beunruhigend. Wenn hier das Unterbewusstsein intelligenter Menschen aus Versatzstücken des Aggressionskinos besteht, dann werden dem Kinogänger seine Freuden als Einfalltor des Bösen schaurig gemacht. "Inception" setzt Grenzverletzung, Manipulation, Fremdbestimmung mit Filmbildern gleich. Nolan vergnügt uns mit Tempo, Bildwitz, Kniffligkeit und flüstert uns zugleich zu, die schönen Bilder seien Teil einer Gleichschaltung unseres innersten Wesens.
Das Seltsamste aber ist, dass dieser Hollywood ins Zwielicht ziehende, ein wenig Mitdenken fordernde Film in einer Zeit feigster Produktionsentscheidungen und dümmster Versuche, Blockbuster zu planen, finanziert wurde. Nolan durfte 160Millionen Dollar auf ein Projekt verwenden, das Studiomanager eigentlich in Panik verfallen, nach Nachdrehs, Umschnitten und Versimpelung schreien lassen müsste. Aber sie wussten ja gar nicht, in was sie sich einmischen sollten. Nolan hat seinen Film weitgehend abgeschirmt gedreht, über Plot und Stil lag der Mantel der Geheimhaltung. - Ob wir "Inception" etwa nur geträumt haben?

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Inception ist wie eine Traum-im-Traum-Anordnung gebaut, ein Film ohne eindeutigen Beginn und mit äußerst ambivalentem Ende - eine Mise en abyme, die wie ein Computerspiel fortlaufend ihre Ebenen wechselt. Christopher Nolan, der britisch-amerikanische Tüftler unter den Hollywoodregisseuren, hat sich schon immer für solche narrativen Verwirrspiele begeistert (und demgegenüber psychologische Motivationen vernachlässigt).
Mit dem neuen Projekt, seinem seit dem Debüt Following ersten allein verfassten Drehbuch, wuchsen die Ambitionen besonders rasant in die Höhe. Das Resultat ist ein maßloser Film, der mitunter zu viel auf einmal will, aber gemessen an den kreativ engen Begrenzungen vergleichbarer US-Produktionen (über 200 Mio. Dollar Budget) über visuelle Sensationen verfügt, die Raum- und Zeitachsen auf schwindelerregende Weise durcheinanderwirbeln.
Die amphibische Qualität von Inception ist aber nicht nur produktionsbedingt - ein Blockbuster, der Autorenschaft beansprucht -, sondern tritt auch im Inneren als Spannung auf, wenn der Film zugleich Actionfilm, Spionagethriller und Drama eines traumatisierten Helden sein will, der mit den eigenen Phantomen einen Kampf austrägt. Vor allem letzterer Aspekt erinnert durch den gemeinsamen Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio an Martin Scorseses Shutter Island, dem die Verquickung persönlicher und kollektiver Traumata allerdings überzeugender gelang. [...]
Was allerdings bei all dem souverän exekutierten Traumsurfing in den Hintergrund rückt, ist der soziopolitische Widerhall des Films, ein gesellschaftliches Außen, mit dem er noch in Verbindung träte. Der melodramatische Teil der Erzählung ist auf individuelle psychische Dispositionen zurückgeschraubt, auf Archetypen, die in ihrer Funktionalität letztlich recht eindimensional bleiben. Der Traum im Traum im Traum bleibt ein verschlossener Bau, aus dem keine Idee in die Freiheit führt.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Werner Busch

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Was wäre Inception noch, wenn man ihm [...] die Verschachtelung der Realitätsebenen, nehmen würde? Wenn der Diebstahl in einem einfachen, materiell hergestellten Setup [...] stattfinden würde? Der Film müßte ohne die zuvor erwähnten, einzigartig-fantastischen Bildwelten auskommen, wäre aber wohl immer noch ein ziemlich spannender und in jedem Fall unterhaltsamer Heist-Movie mit einem schönen Cast [...]. Das ist Inception nicht. Seine erzählerischen Strukturspielereien machen ihn zusammen mit seinen imposanten Bildern und deren virtuoser Montage zu dem großen Film, der er ist.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

ChristiansFoyer: Cellurizon.de

Kommentar löschen
10.0Herausragend

[...]Es ist wirrköpfiges Zeug, das einem nach der Sichtung von „Inception“ durch den Schädel schießt. Kaum mehr als der Versuch, auch nur einen Bruchteil des Gesehenen, des Erlebten in annähernd passende Worte, in die Bedeutung aneinandergereihter Buchstaben zu pressen, während einem die unter dem letzten geschriebenen Wort weiße Seite entgegenblickt und man weiß, dass es einem nicht gelingen wird, nicht gelingen kann. Das erste Lied, das einem nach der Sichtung aus dem Radio entgegenschallt? Passenderweise Nenas „Nur geträumt“, »Ich hab' heute nichts versäumt, Denn ich hab' nur von dir geträumt«. Ist das so, waren das zweieinhalb Stunden in einem Traum, dessen einziger Existenzbeweis hinterher nun eine eingerisse Kinokarte ist? Aber nein, denn dafür hat sich dieser Film viel zu intensiv ins Gedächtnis eingenistet[...]Ja, „Inception“ ist wirklich so groß. Und davon nicht nur geträumt zu haben, sondern diese Größe tatsächlich erlebt zu haben, dieser Vollendung eines Gedankens in vollem Bewusstsein beigewohnt zu haben, genau dafür ist Kino gemacht. Alles andere ist nur ein Traum...[...]

Kritik im Original 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Was dem Film fehlt ist Drive und wirkliche Spannung, was vor allem an den extrem blassen Charakteren liegt, von denen keiner eine echte eigentliche Persönlichkeit hat, die über das hinausgeht was die allesamt sehr talentierten Darsteller ihnen mitgeben können. Ellen Page ist Ursel Exposition und eigentlich nur als Ausrede dafür vorhanden die ellenlangen Erklärungen im Film unterzubringen, die den Streifen im ersten Akt dominieren. Wie weiland Joachim Blublath führen die Figuren sie in die Mechanik des Traumes ein, inkl Risiken und Nebenwirkungen.

Das Trauma von DiCaprios Dominic wird weidlich ausgespielt, bis auch dem letzten Zuschauer klar ist, wie die weitere Handlung verlaufen wird. Es wird erklärt, erklärt und noch mehr erklärt, ohne das wirklich etwas passiert und – was schlimmer ist, ohne das die Figuren ein Eigenleben entwickeln. Das der ganze Heist an einer Aufgabe hängt, die etwa halb so involvierend ist wie die Einführung einer neuen Cola mit Rühreigeschmack, macht es auch nicht eben leichter wirklich mitzuzittern.

(...)

Nolan ist ein Kopfmensch, ein Trickser, dessen Traumwelt den aseptischen Charme einer Tabellenkalkulation hat und der wie schon in früheren Filmen deutlich wurde, für echte Menschen, Figurenentwicklung und Gefühle die über die Behauptung derselben hinausgehen, wenig Sinn hat. Das Unterbewusstsein sympolisiert er als Fahrstuhl, bei dem die dunkelsten Erinnerungen natürlich im Basement zu finden sind. Wir wissen nichts über die Figuren als Menschen, jenseits ihrer Funktionen und des plakativen Traumas von DiCaprio. (...)

Zum Glück gewinnt Inception an Fahrt, wenn die Expositionsmarathons erstmal überstanden sind und der eigentliche Heist losgeht. (...)

Die wirklich spannenden Ideen, die Nolan in den Raum wirft, das Konzept der Idee als Virus, die weitreichenden Konsequenzen des Traumdiebstals, der Abhängigkeit von der Traumwelt und der Inception werden nichtmal oberflächlich angekratzt und weichen durchschnittlichen Actionmomenten und Schießereien, die wir schon oft und besser erlebt haben.
(...)

Unterm Strich bleibt ein toll besetzter Film, mit einigen sehr schönen Momenten, grandiosen Tricks, der im Endeffekt viel Lärm um recht wenig Substanz macht und insgesamt als einer der freud- und phantasie und humorloseren Einträge ins Genre des Traumfilms zählen darf. Angesichts des traurigen bisherigen Kinojahrs, welches außer Sequels, Remakes und Adaptionen nicht viel zu bieten hatte, ist Nolan mit diesem Film neben Toy Story 3 aber dennoch einer der großen Lichtblicke, was zugegeben aber auch nicht so schwer ist.

Achja: Die Musik von Hans Zimmer nervt, da sie den ganzen Film in zwei Modi durschrammelt, ominöses Blubbern und dramatisches Hornpupsen mit Verstärkung.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 13 Antworten

Nahtigall

Antwort löschen

ein echter Batzman eben. Was Ellen Page angeht zeigt deine Kritik richtige Ansätze. Allerdings fehlt es dem Film nicht an Spannung und an Substanz hatte der Film mehr zu bieten als (fast) alles was in den letzten 2 Jahren in die Kino`s kam. Jedenfalls in einen Film verpackt der auch zu unterhalten weiss.

Achja: Die Musik. Die ist genial wie immer auf den Punkt gebracht. Sie verstärkt die surreale Atmosphäre ohne zu dominant zu sein. Hans Zimmer eben, ein Garant für die besten Score`s und Soundtracks


countcount

Antwort löschen

Guter Kommentar, Batz.


Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] Die Schnitte in den Szenen setzen früh ein, damit keine unnötigen Sekunden vergeudet werden. Dass die Laufzeit dennoch fast zweieinhalb Stunden beträgt, zeigt, wie viel „Inception“ zu erzählen hat. Dabei bleibt kaum Zeit, einen Blick auf die Armbanduhr zu werfen. „Inception“ ist ein breiter Gigant – nicht langgezogen, sondern voller Informationen, eingebettet in einen vorbildlichen Spannungsbogen und viele Action-Szenarien. Nolans Drehbuch spielt so gekonnt mit Zeit- und Handlungsebenen, dass es diese beiden Begriffe praktisch neu definiert. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

Kommentar löschen
5.5Geht so

Als aktuelle Blockbuster-Action ist es wohl ein monumentaler Entwurf mit einer Reihe virtuoser technischer Kabinettstückerln und einer Rästelknacker-Konstruktion, die zumindest im Umfang Nolans bisherige Zeit- und Strukturspielereien wie Memento weit hinter sich lässt. Ein Film über Ideen ist es trotzdem nicht wirklich. Genauer gesagt: Inception entfaltet sich zwar als Ideenfilm, aber die Konzepte sind haltlos überbestimmt und oft am Rande der Banalität. Es handelt sich sozusagen um den Granatwerfer unter den Traumfabrik-Sommerfilmen. [...]
Nolan müht sich unnötig, die ohnehin offensichtliche Analogie zwischen Traum und Kino (und insbesondere Inception) zu betonen. Aber das bleibt ein vorgeschobenes Konzept: bezeichnend, dass immer der schwammige Begriff Unterbewusstes für Freuds Unbewusstes benutzt wird. Das Traum-oder-Wirklichkeit-Händeringen beeindruckt auch deshalb so wenig, weil die Visionen letztlich mehr mit Game-Design und Level-Bauplänen zu tun haben: Es ist der Stoff, aus dem die Computerspiele sind.

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

blubberei

Antwort löschen

da geb ich dir recht


Schlegel

Antwort löschen

"Game-Design" und "Level-Baupläne" finde ich aber sehr treffend. Bei einem Film über Träume ist das schon ein bisschen traurig.


Frank Olbert: Kölner Stadtanzeiger Frank Olbert: Kölner Stadtanzeiger

Kommentar löschen
5.5Geht so

Traum und Wirklichkeit, Schein und Sein - sich mit dem Verhältnis beider zueinander zu beschäftigen, hat eine lange Tradition. Es ist Gegenstand idealistischer Philosophie, romantischer Spekulation, es durchzieht das Werk Freuds und Kafkas und reicht bis zu Drogenexperimenten und Bewusstseinserweiterung. Nolan tippt diesen Resonanzboden allenfalls an, wenn er seine Darsteller durch verschachtelte Räume irren und schwerelos schweben lässt oder das Bewusstsein als Aufzug darstellt, welcher seine Helden auf verschiedenen Etagen des Unbewussten entlässt.
Schlimmer aber ist, dass er die einzelnen Teile von „Inception“ nicht zusammenbringt. Der Film bleibt eine einzige Ansammlung von Fragmenten, die nicht sonderlich tiefgründig sind.
In der Tiefphase des Schlafes kommt es zu einem Phänomen, das Rapid Eye Movement heißt, einer hektischen Bewegung der Augen. Dafür sorgt Nolan zweifellos, wenn wieder einmal ein ganzer Trupp Verfolger auf Cobb und die Seinen schießt. Der Rest des Films verlockt kaum, in diesem Traum zu verharren.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

ReubenCogburn

Antwort löschen

In der Tiefschlaf-Phase träumt man nicht.


Filmromantikerin

Antwort löschen

1. Von Tiefschlaf-Phase schreibt er ja auch nichts. So wie ich es verstehe, war er nur etwas ungeschickt in der Wortwahl und meint damit, dass der REM-Schlaf in einer späten, d. h. tiefen Phase eintritt.
2. "Träume werden in allen Phasen des Schlafes (Einschlafen, Aufwachen, REM-Schlaf und NREM-Schlaf) erlebt..." (Wikipedia) Allerdings können wir uns normalerweise nur an die Träume in der REM-Phase erinnern. ;)


Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Als monumentale Konstruktionsarbeit mit perfekten Effekten fordert "Inception" heraus – und so auch die gesamte Aufmerksamkeit beim Zusehen. Wahrscheinlich ist das mehr, als jeder andere Actionblockbuster dieses Jahres leisten wird, und dafür kann man ihn bewundern. Eine nachhaltige emotionale oder philosophisch stimulierende Bewegung bleibt nach dem zweieinhalbstündigen Traummanöver allerdings aus.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Sophie Albers: stern.de Sophie Albers: stern.de

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Genau genommen ist "Inception" ein klassischer Raubzug-Thriller wie schon "Ocean's Eleven" oder "The Italian Job" - der Plan, das Team, die Ausführung. Doch hier kommt der erste Geniestreich Nolans: Eine völlig neue Geschichte zu erfinden, scheint heute fast unmöglich. Also hat er für das Bekannte völlig neue Bedingungen geschaffen und es so zu etwas Neuem gemacht: nicht stehlen, sondern etwas dalassen. Kein supergesicherter Tresor, sondern das Unterbewusstsein, in dem alles möglich ist.
Ja, der Vergleich mit "Matrix" liegt auf der Hand. [...]
Aber hier kommt der zweite Geniestreich Nolans. Der 39-jährige Brite hat die andere Richtung eingeschlagen und ist damit ganz nah dran am Zuschauer: Nolan braucht keine neue Welt und keine neuen Wesen. Er nimmt, was wir kennen, und bohrt es auf.
Jeder Mensch träumt, und wohl jeder Mensch hat sich schon einmal gefragt, woher wir eigentlich wissen, was Traum und was Wirklichkeit ist. Zu diesem Thema einen mainstreamtauglichen Blockbuster zu drehen, ist Nolans dritter Geniestreich: Wer möchte, kann "Inception" nämlich als Actionfilm sehen, dessen Helden sich wie in einem Computerspiel durch verschiedene Ebenen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden kämpfen.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Evie: www.inderzange.de

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

David Fincher oder Martin Scorsese haben es zu ihrer Zeit vor gemacht, sie erschufen Klassiker wie “Sieben”, “Fight Club” oder “Casino” und “Taxi Driver” und wurden damit zu den angesehensten Männern in Hollywood. Doch zur heutigen Zeit zählt nur ein Name und der ist Christopher Nolan, für mich hatte Nolan bis jetzt noch keinen schlechten oder gar mittelmäßigen Film abgeliefert, nein er lieferte eigentlich nur hochkarätige Filme ab, doch jetzt mit seinem neusten Werk schießt er den Vogel ab. Meisterwerk wäre noch etwas untertrieben und würde dem Film absolut nicht gerecht werden.

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

NewZooYorker

Antwort löschen

boah absolut treffende kritik ^^


Broda

Antwort löschen

Heute zählt nur noch ein Name, und dass ist der von Nolan? Völliger quatsch ;)


Christian Schröder: Der Tagesspiegel Christian Schröder: Der Tagesspiegel

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Der britische Regisseur Christopher Nolan gilt mit seinen 39 Jahren als neuer Kino-Wundermann, man handelt ihn bereits als legitimen Nachfolger von Orson Welles und Kubrick. [...] Nolan versteht das Kino buchstäblich als Traumfabrik. Seinem Mut, bislang noch nie gesehene Bilder zu erfinden, ist es zu verdanken, dass „Inception“ ein großer Film geworden ist.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Wer die Gedankenkonstrukte aus Matrix, 13th floor, Blade Runner (Ist das was ich erlebe real? Ist meine Erinnerung real?) mag, wird Inception lieben. Auch sonst ist Inception für seine Länge durchgehend packend und kurzweilig. Den Film in das SciFi-Gerne einzustufen, finde ich etwas gewagt, da Inception in der Gegenwart spielt und dabei fast zeitlos ist- und ohne klassische SciFi-Elemente daher kommt. Es ist jedenfalls einer der Filme, die man gesehen haben muss.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

sushi25

Antwort löschen

Dann lasst es mich versöhnlich so sagen: wer mit einer Einordnung ins SciFi-Gerne Laserpistolen und Lichtschwerter erwartet: das gibt es bei Inception nicht. Das was der Film an "SciFi"-Elementen hergibt, zeigt der Trailer.


sushi25

Antwort löschen

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass kein Zuschauer überrascht ist, wenn er einen Film sieht. Mit den ganzen Klarstellungen dürfte es jetzt hoffentlich klar sein.


Fricki76: Asianfilmweb.de

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Christopher Nolan errang mit "Memento" meine Aufmerksamkeit, mit "The Dark Knight" meine Bewunderung - mit "Inception" ist er zu meinem neuen Lieblingsregisseur geworden. Der Film erinnert zwar formal als auch inhaltlich an viele Filme, inklusive moderner Klassiker wie "Matrix" - aber das tut meiner Verehrung keinen Abbruch. Bei diesem Film fällt mir schlicht nichts ein, was man kritisieren könnte, er spielt in jedem Bereich in der allerhöchsten Liga: Drehbuch? Genial! Erzählform: Verschachtelt-Genial! Darsteller: Beeindruckend! Musik: Bedrohlich, packend - genial. Die visuelle Umsetzung zuletzt ist ohnehin Nolans große Stärke. Verständlich, daß er hier seinen größten Trumpf ausspielt. Der Film bietet Bilder (und Ideen), die man SO schlicht noch nicht gesehen hat. Ich verneige mich vor einem Großmeister des Kinos und bin überzeugt, daß "Inception" ein neuer Klassiker des Kinos ist. Das ist umso wohltuender, als daß uns Hollywood für gewöhnlich mit banaler Einheitskost versorgt. Aber keine Sorge: "Inception" ist ein 4-Gänge-Menü, nachdem ihr cineastischer Appetit und Sinn für Genuss eine ganze Weile gesättigt sein dürfte!!!

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

ffilmesimon

Antwort löschen

Klingt gut, kanns kaum Erwarten


servo80

Antwort löschen

Oh ja


Andreas Borcholte: Spiegel Online Andreas Borcholte: Spiegel Online

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Batman-Regisseur Christopher Nolan stellt in seinem clever verschachtelten Thriller "Inception" die Frage nach der Echtheit der Realität. Eine bildstarke Hommage an die Illusionsmacht des Kinos, die ganz ohne 3-D-Mätzchen fasziniert.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

José Garcia: Textezumfilm

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Dass „Inception“ visuell und dramaturgisch immer wieder an etliche Filme erinnert, spricht in keinster Weise gegen seine Originalität. Denn Regisseur Christopher Nolan verknüpft all diese Elemente auf höchst eigenwillige Art und Weise miteinander, so dass das Ergebnis absolut eingeständig ist. Auf der formalen Ebene führt dieser Eklektizismus freilich dazu, dass „Inception“ trotz seiner brillanten Optik weniger stilbildend wirkt als etwa „Matrix“.Ähnlich „Matrix“ stellt in „Inception“ die Action lediglich eine Außenseite dar, hinter der tiefgreifende Fragen angesprochen werden. Über das durchaus von Siegmund Freud beeinflusste Verhältnis zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen dem Bewussten und dem Unterbewusstsein hinaus handelt Nolans Film von Trauer und Schuld. Insofern bleibt sich Regisseur Christopher Nolan treu, der sowohl „Batman Begins“ (2005) als auch „The Dark Knight“ (2008) als „Läuterungsplot“ angelegt hatte, bei dem die Hauptaussage lautet: Die eigentlichen Kämpfe werden im Inneren eines jeden ausgefochten.

Wenn auf der Leinwand „The End“ erscheint und das Licht im Kinosaal wieder eingeschaltet wird, würde sich der Zuschauer am liebsten den ganzen Film wieder von vorne anschauen, so komplex die Handlung, so viele Details sind an ihm vorübergegangen, ohne dass er sie alle wahrnehmen konnte – kein geringes Lob für einen zweieinhalbstündigen Spielfilm, der überdies höchste Konzentration abverlangt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Filmering: Filmering.at

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Inception ist nicht nur ein heißer Anwärter auf den Titel Film des Jahres, der Film ist bereits jetzt ein Klassiker, ein großes Ausrufezeichen in der farblosen Blockbusterwelt und ein Meisterwerk, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Christopher Nolan ist der Messias des Hollywood-Kinos und schafft was seit Matrix niemandem in dieser Form gelungen ist: Er erzählt eine intelligente Geschichte mit philosophischem Subtext und Interpretationsmöglichkeiten, die es schafft die Intelligenz des Arthousekinos mit der visuellen Brillanz und dem Unterhaltungswert eines Hollywood-Blockbusters zu kombinieren. Das Ergebnis ist schlicht ein unfassbarer Bastard von einem Film, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

LuGr: MovieMaze / multimania u.a.

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

"Inception" ist ein spannungsgeladener, visionärer Psychothriller, der trotz oder wegen seiner abstrakten und komplexen Thematik zum Nachdenken anregt. Zweifellos eine ziemlich reife Idee.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Björn Lahrmann: Das Manifest

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Wie noch jede Regiearbeit Nolans ist INCEPTION in erster Linie ein spektakulärer Werkstattbericht aus der Traumfabrik, der gerade, weil er gegen die Grenzen des technisch und kreativ Machbaren strebt, vor allem eines zeigt: dass immer noch mehr geht.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Christian Alt: NEGATIV

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Alles in allem ist Inception ein fantastischer Film – und das im doppelten Wortsinn. Der ungeheuren Fantasie Nolans und seinen 170 Millionen Dollar Budget scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Nie langweilig, nie zu philosophisch, nie zu actiongeladen. Inception ist der bisher beste Film des Jahres und die Chancen stehen gut, dass er es bleibt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

alviesinger: bummelkino

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Believe the hype: Das Storydesign des neuen Nolan-Thrillers ist gewohnt komplex und fesselnd. Dass der britische Filmemacher und Autor dabei erneut auf Vielschichtigkeit setzt und dafür in der Figurenzeichnung nur die Oberfläche berührt, dürfte rückblickend und aufgrund seiner ausufernden Filmwelten nichts Neues sein. „Inception“ will nur intelligent unterhalten. Nolan verzettelt sich deshalb glücklicherweise nicht in pseudo-tieftrabendes Philosophengeschwätz. Er verheddert sich manchmal jedoch im gnadenlosen Countdown-Runterzählen. Ständig rinnt die Zeit, platzt ein Plan oder taucht die Tante in jenem Traum des einen oder anderen Typen auf. So viele What If-Momente gab es in einem Film schon lange nicht mehr. Im Grunde genommen ist das aber nur ein verdammt vorbildlicher Spannungsaufbau, der von Hans Zimmer wahrlich dröhnendem und den Kinoboden erzittern lassenden Soundtrack meisterhaft unterstützt wird. Wie schon öfters gesehen zieht der eigentliche Con-Artist namens Nolan die Kinogänger an ihrer Nase durch sein doppebödiges Labyrinth und verpasst den freudig erregten Fans am Ende eine eigene Inception. Und hier unterscheidet sich der Kampf der Traumdiebe vom artverwandten Vorgängermeisterstück „The Prestige“: Wo im dramatischen Zauberer-Duell dem Zuschauer alles haarklein erläutert wurde, verzichtet Nolan diesmal bei essenziellen Puzzleteilen auf die passende Platzierung. Die Folge: Im Internet brodeln die Theorien. Nolan hat es also wieder geschafft: „Inception“ ist der perfekte Unterhaltungsfilm, der aufgrund seiner komplexen Geschichte genügend Streitpotenzial für Fanboys und kritische Nörgler bietet. Die Gespräche nach dem Kinobesuch und die wehleidigen Überzeugungsversuche der beiden Lager werden in den kommenden Wochen sicherlich genauso unterhaltsam sein wie dieser gnadenlos spannende Blockbuster.

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Rochus Wolff: freier Journalist

Kommentar löschen
9.0Herausragend

'Inception', der neue Film von Christopher Nolan, ist ein großartiger Abenteuerfilm, ein Heistmovie in Räumen mit irrealer Architektur, ein kleines Meisterstück der Spannungsdramaturgie und Actionmontage. Kein Streifen ohne Fehl und Tadel, und natürlich kann eine Kritik vor deren größten nicht zurückweichen – geht man aber zu sehr auf die Details ein, erinnert das rasch ans Zählen einzelner fauler Rosinen in dem enormen Kuchen, der ein kleines cinematographisches Schlaraffenland umgibt.

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

fabel

Antwort löschen

das mit den Rosinen ist hervorragend. ;)


Ann Hornaday: The Washington Post

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Inception ist dieser seltene Film, der auf einer oberflächlichen Ebene genauso genossen werden kann, wie auf weiteren tieferen, ein Meisterwerk, das auf unheimliche Weise die bewusstseinsverändernde Reise imitiert, die sein Protagonist durchlebt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Kenneth Turan: Los Angeles Times Kenneth Turan: Los Angeles Times

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Willkommen in der Welt von Inception, geschrieben und inszeniert vom meisterhaften Christopher Nolan, ein unglaublich aufregender Science Fiction Thriller, der so verstörend ist, wie er sich anhört. Dies ist populäre Unterhaltung, die einen mit einem derart intensiven und nervenaufreibenden k.o.-Schlag trifft, dass ihr euch Sorgen machen werdet, ob es ungefährlich ist, nachts die Augen zu schließen.
[…]
Das Vergnügen bei Inception ist nicht, dass Nolan, wie es im Chanson heißt, nichts bereut, sondern dass er nichts vergessen hat und virtuos das Beste aus traditionellem und modernem Filmemachen zusammenbringt. Wenn ihr nach intelligenter und nervenaufreibender Unterhaltung sucht – so sieht sie aus.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Ich hätte mir Inception noch bizarrer, abgedrehter gewünscht. Aber obwohl Pages Figur den Namen von Ariadne, der Herrin des Labyrinths in der griechischen Mythologie, trägt, ist der Film gänzlich Nolans eigenes Labyrinth und es ist erfreulich einen Sommerfilm zu erleben mit so großen visuellen Ambitionen und mit nichts weniger im Sinn als (wie Shakespeare sagte) einen Traum ohne Boden (a dream that hath no bottom).

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Und obwohl es viel zu sehen gibt in Inception, fehlt es darin doch an einer wirklichen Vision. Nolans Vorstellung des Geistes ist zu buchstäblich, zu logisch, zu Regel-gebunden, um die volle Ladung an Wahnsinn zu erlauben – das Risiko echter Verwirrung, von Delirium und unsagbarer Vieldeutigkeit – die das Thema erfordert. Das Unbewusste, wie Freud (und Hitchcock und viele andere großartige Filmemacher) wusste, ist ein zutiefst unbändiger Ort, ein Labyrinth unzulässiger Wünsche, verschlüsselter Geheimnisse, Witze und Ängste. Wenn Nolan diesen Ort nicht ganz erreichen kann, dann vielleicht, weil der Zugang versperrt ist durch eben dieses Medium, das er mit so viel Können einsetzt.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

Filme scheinen heutzutage meist aus der Recycling-Tonne zu kommen: Fortsetzungen, Remakes, Franchises. Inception dagegen macht es sich nicht einfach. Er ist durch und durch originell, aus neuem Stoff geschneidert, dabei aber durchstrukturiert mit den Grundlagen eines Actionfilms, so dass er scheinbar mehr Sinn ergibt, als es (womöglich) der Fall ist. Ich war immer der Überzeugung, dass es in Memento eine Lücke gibt: Wie kann sich ein Mann, der sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat, daran erinnern, dass er sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat? Vielleicht gibt es auch in Inception eine solche Lücke, aber ich kann sie nicht finden. Christopher Nolan hat Batman neu erfunden. Dieses Mal erfindet er zwar Nichts neu. Aber viele Regisseure werden versuchen, Inception zu recyceln. Ich denke, als Nolan dieses Labyrinth verließ, hat er den Plan weggeworfen.

Kritik im Original 25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

jedi37

Antwort löschen

absolut


DerDude_

Antwort löschen

in Memento gibt es keine lücke .
REMEMBER SAMMY JENKINS !


Anne Thompson: Thompson on Hollywood

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Der Film fesselt den Zuschauer an den Sitz und lässt ihn mit Konzentration erwarten, was als nächstes passieren wird. Ansonsten wäre es auch schwer, der Handlung zu folgen. Aufgebaut wie ein verworrenes Labyrinth, führt "Inception" den Zuschauer durch miteinander verknüpfte Traumwelten. […] "Inception" funktioniert als Metapher für den kreativen Prozess des Filmemachens.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Fred Topel: Can Magazine

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Darauf haben wir also gewartet. "Inception" war das größte Geheimnis des Jahres und jetzt können wir endlich sehen, worum sich der ganze Hype gedreht hat. Wie sich herausstellt, ist es einfach nur ein guter Genre-Film. Die größte Überraschung ist also, dass es keine Überraschung gibt. Es ist einfach ein Film, der seine Geschichte erzählt und nicht gleich die besten Szenen verraten hat.

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Nev Pierce: Empire Magazine Nev Pierce: Empire Magazine

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Matrix trifft Synecdoche, New York – oder wie ein James Bond-Film von Charlie Kaufmann. [...] Inception ist eine aussagekräftige Verfolgungsjagd in einem Sommer voll belangloser Unterhaltung. Mit donnernder Action, die den Gesetzen der Physik trotzt, herzzerreißenden Emotionen und einer erstaunlichen Performance von Leonardo DiCaprio, liefert Christopher Nolan wieder einmal etwas Originelles: Willkommen in einem unentdeckten Land.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Snake Charmer

Antwort löschen

"Matrix trifft Synecdoche, New York – oder wie ein James Bond-Film von Charlie Kaufmann." -> Irgendwie ist dieser Satz oberflächlicher Quatsch. Erinnert an Kritiken aus der "Cinema", in denen auch desöfteren solche komische Vergleiche gezogen werden, die wohl "smart" wirken sollen.


Kirk Honeycutt: Hollywood Reporter

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Eine teuflisch komplizierte, höllisch unterhaltsame Sci-Fi-Reise durch eine Traumlandschaft, die einfach nur überwältigend ist. […] Inception katapultiert Nolan nicht nur an die Spitze der Sci-Fi-All-Stars, sondern sollte auch zu einem der besten Filme dieses Sommers werden. […] Es ist schwer vorstellbar, dass dieser Film kein weltweiter Hit wird. [...] Manchmal hat Originalität ihren Preis: Am Ende des Films könnte sich der Zuschauer völlig erschöpft fühlen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (994) — Film: Inception


Sortierung

Felix.DjTunefish.Fischer

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Ein toller Film, wo am Ende wirklich der Mund offen stehen bleibt und man sich einfach nur die Frage stellt: "Wie? Und nun?".
Man muss definitiv den Kopf einschalten und sollte so gut wie möglich keine einzelne Stelle verpassen!
Wirklich zu empfehlen! Starke Leistung von den Schauspielern, wie vom Regisseur.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

craax

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Ok ich geb’s zu, ich hab Erkenntnistheorie studiert. Und einer muß es ja tun, zu dem Film stehen und sich outen, und sich nackt auf den Marktplatz stellen und schreien und sagen: einer der besten Filme, die je gemacht (gedacht) wurden. Wer, wenn nicht – du? ich? – >Ich< -? –also gut... los denn.

Okay, nicht gerade der Herztaschenwärmer. Nolan will nicht unbedingt ein Drama schaffen, in diesem Werk (da kann man das Wort wenigstens noch mal gebrauchen), er will einen Mind – zum Fucken. Und das tut er ziemlich raffiniert,- und überaus effektiv, und über alle Maßen getoppt. Geradezu atemberaubend. Warum kriegt das keiner mit? Weil der Gedanke, der dahinter steht, einerseits, so verblüffend einfach, andererseits so nahezu verzweigt verästelt verkünstelt, wohl nicht – und schon gar nicht auf die Schnelle – mitgeteilt werden kann,- und schon gar nicht in zwei Stunden Filmzeit,- die sich ähnlich komplex verhält wie die im >Traum<. (Und tatsächlich besteht zwischen >Traum< und >Film< durchaus auch weitere Wesensaffinität, wenn man sie so betrachtet wie Nolan es tut). Und ich möchte den Kreis sogar erweitern: denn das Dritte, Fehlende, um den Circulus vitiosus (ein Begriff der Schwarzen Messen-Magie, stellen Sie sich Kreidestriche auf Steinböden, verteilte Schädel, flackernde Wachskerzen, hohen Hallenschall, eine schamanende Stimme und vielleicht sogar ein schwarzgefiedertes Hokuspokusgeflügel vor-) um den Kreis vollzumachen, was noch fehlt (und den meisten auch NACH dem Genuß dieses Werks beim Hinaustorkeln abgehen wird), ist – fehlt – REALITÄT. Nolan meint’s ernst, und das ist es, was dieses Mindfuck-Drama auszeichnet : er meint es wirklich so. Jemand, der Philosophie (ernsthaft recht) studiert hat, wäre ein schlechter Schüler, wenn er es nicht nachvollziehen und ähnlich sehen könnte, dürfte, nein MÜßTE : Realität ist nicht real. Sie kommt uns zwar so vor : jeder Schmerz, jede Wand die sich unserem Kopf entgegenstellt, jede Höhe, von der wir nicht zu fallen wünschen (außer im Traum), belehrt uns zwar eines schein-Besseren : aber, Realität ist das, was in unserem Kopf konstruiert wird,- soviel ist nach fünf Jahrhunderten abendländischer Wissenschaft ziemlich weitgehend feststehend eingekesselt,- im Üblichen Kreis der Verdächtigen : Die Welt ist groß,- der Kopf ‘denkt sich alles bloß. Eine kurze Kreisel-Hilfsvorstellung: Realität ist hart, anfaßbar, ein Stuhl, ein Tisch. Sie können nicht da durch. Jedoch: was ist der Stuhl, der Tisch, Materie, Gegenstands-‚Echtheit‘ (das Gegenteil des Traumes?) – sie sind: wahrgenommen mit den Augen, vielleicht meterweit entfernt, oder die Augen geschlossen, von ausgestreckter Hand berührt. Unsere Hände spüren die Härte, die Temperatur, die vertraute Form. Nervenzellen an ihren Tastsensoren registrieren einen Druck, und lösen ein elektrochemisches Gefälle-Signal aus: ein Nervenreiz rast die Bahn entlang, überspringt an Endknollen der Nerve eine Raumtrenung durch Lösung durchschwimmende Transmitterstoffe, die wiederum weiteren Elektroimpuls auslösen, erreichen + verteilen sich im Gehirn als, können Sie sich vorstellen, lichtschauerartige Reizflut ihres Synapsengewebes in Millisekunden-Zeiträumen: was Sie für reale Härte, Undurchdringlichkeit halten, ist letztlich nur ein subsummierter >Eindruck< - eher logischdifferenter Art – purer Elektromagnetie, deren, wenn Sie so wollen, >mathematisches< Gerüst sich unterscheidet von einer anderen Verteilkerze eines gleichähnlichen Impulsschauers,- den Sie „daneben“ – oder auch „später“ – als „Tisch“ neben dem vorherigen „Stuhl“ „identifizieren“ – im Grunde ist die Materie in Ihrer Hand nur ein Gemisch von Elektro-BioChemie an einem molekularen Ort, den Sie, wenn Sie Ihre Sinneswahrnehmung auf sich selbst richten (der Blick in den Spiegel dürfte Ihnen eine vertraute Gestalt zeigen) als Ihr G E H I R N (hinter dem harten Gewohnheitsschalen-Knochen) lokalisieren können -könnten (aber: haben Sie's schon mal gesehen?-). Der Stuhl – wie ihr Körper – wie Ihre Vorstellung eines Atoms - entsteht in Ihrem Gehirn als materiegestütztes metamathematologisches Konstrukt : .... d o r t.... „steht“ er („auch“?) zunächst in Wirklichkeit, neben allem anderen. Der Tisch, die Freude: bewegen sich als Impuls selbenorts,- ja inein- und miteinander, oft zugleich, in selber Empfindung (und inselber engdurchwebter Gehirn-Arealität) verschachtelt. Nun, natürlich können Sie Ihren Körper einen Raum – oder auch einen Planeten – oder Fahrstuhl - weiter beweglich dirigieren, und Ihr Gehirn dabei mitnehmen. Ein Beweis für die Überlegenheit, der Wirklichkeit, gegenüber Ihren Einbildungen? – Keineswegs. Im Grunde bewegt sich Ihr Gehirn nicht durch den Raum – im Grunde kreist der Raum, die Welt, die Existenz, um Ihr Gehirn, vorstellungsgenerierende –und -evozierende Ströme in Ihrem Kopf. An seine Grenzen gelangt Ihr Gehirn erst in dem Moment, wo seine Vorstellungen nicht konform gehen mit >erwarteter< Realität und der >Krieg< entscheiden muß: wenn Sie sich etwa entschlößen, den Weg in den nächsten Raum (der sich um Ihr feststehendes Gehirn dreht) mit dem Kopf voran mitten durch die Mauer zu nehmen; erst dann erfahren Sie (überlegene, anerkennenswertige) „Andersartigkeit“,- und zwar Überlegenheits-Diktat,- der „Welt“. Diese plumpe Ebene der Widersetzlichkeit werden Sie sehr schnell verlassen : und akzeptieren lernen. Und wenn Sie Akzeptanz >erlernt< haben: sich an Erwartungsmäßigkeiten orientieren - ohne, außer ausnahmsweise, eher irritiert, überprüft worden zu sein finden /öfter als selbst absichtlich sich zu prüfen. Damit ist ein Blankoscheck ausgestellt: zu Automatismus-Konstruktion mit nur gelegentlich verifizierter Rückkopplung; das treibt Erwartungen (trau schau wem) ganz schön schnell ganz schon weit in Höhen - der "Abstraktion", wie ein Parlament, dem Wahlen fehlen - oder die nur noch erwartungsgemäß ausgeklüngelt ausfallen, mit welchen Folgen- ?-
Jedoch:
Leben können Sie nicht (nein: Sie Können es Nicht!), ohne sich auf ein weitergehendes Wagnis einzulassen: Sie konstruieren unablässig an elektrobiochemischen Produkten WEIT jenseits von bloßer Materie umrissener Begrenzung, welche Ihnen – freundlicherweise – jeden Moment den Lackmustest der >realen< Überprüfbarkeit zuverlässig garantierte. Sie wären nicht lebensfähig. Ihr Alltag steckt voller („geistiger“, Kant nannte sie synthetische) Konstruktionen zwischen „Realität“ und „Traum“,- nennen wir sie Vorstellungen. Z.B. sind Sie überzeugt, ein Unglück wäre möglich, würden Sie die Hinweise Ihres Chefs auf Ihrem Weg zum Aktenstapel-Abarbeiten auf Ihrem Schreibtisch ignorieren – oder vielleicht auch den Wunsch Ihrer Frau, Ihren Hochzeitstag nicht zu vergessen, sondern ihr ein kleines Aufmerksamkeitszeichen Ihrer nicht nachlassenden Liebe zu offerieren. Das alles sind Grenzbereiche, wo Ihr Kopf Erwartungskonstruktionen erstellt (auch weit jenseits der Basis von David Hume), die Ihren Annahmen, was, positiv oder negativtendiert, aus „Realitäten“ sich entwickeln könnte ,- Ausgangspunkten von motivierten erwünschten oder vermeidens-befürchteten Realisierungen,- ... entsprechen. Sie arbeiten jeden Moment mit „Konstruktionen“, in Ihren Vorstellungen, die sich längst – weit – von der Ebene bloßer materieller Überprüfung (sogar Überprüfbarkeit),- Zusammenhang und Referenz entfernt haben. Sie : Ihre ganze Persönlichkeit : die Welt Ihrer Umgebung, Ihrer Wohnung, Ihrer Eigenschaften – ist ein lebenslanges Konstrukt Ihrer Bemühung, diese Welt zu schaffen und mit Ihren Vorstellungen – in Ihrem Sinne – zu beeinflussen. Die Zeitung, die Sie (eventuell) morgens studieren, hat mehr solange es gutgeht mit der Gestaltung Ihrer Welt zu tun, als der >Tisch<, an dem Sie dies tun, - oder das Rasierwasser, das Sie benutzen, welches Sie riechen können. Wir kommen zum Schluß.

„Realität“ ist in weiten Bereichen eine unhaltbare Annahme,- ganz entgegen unserem selbstverständlichen Dafürhalten. Selten erweist sie uns die Freundlichkeit, sich auf allerunterster ‚materieller‘ Ebene verifizierbar vorzubereiten – was NATURwissenschaften – gegenüber denen der sog. GEISTESwissenschaften – zu einem von Betreibern der Letzeren sehr simplifiziert um das >Experiment< beneideten Luxusgewerbe macht, wohingegen diese ersten recht eher verlockt wären (mittels erschwerter >Falsifizierbarkeit<, Popper),- das „-wissenschaften“ nach dem des 'Geistes' in Anführungsstriche instinktiv zu setzen.

Nichtsdestotrotz bleibt das Kreuz: versuchen Sie mal, Weile lang, nur auf Ebene unterster Materialität, der lieben Wahrheit willen, zu existieren, ohne höhere Sphären Ihres Geistes zu bemühen. Mach (der Mach Ernst) träumte davon – denwelchen Einstein witzigerweise früh einmal gewagt für einen möglichen Alternativentdecker der (Speziellen) Relativitätstheorie hatte großzügig genug in Erwägung ziehen wollen. E. Mach, einen weiträumig entgegenkommenden Physiker der (eher existenzphilosophischen Idee-)Theorie des >Positivismus< - welchen man kurz als „Ungläubige-Thomas“-Theorie („glaubt nur was man sieht fühlt anfaßt“) zukurz zusammenfassen könnte (gestatten Sie, nur Hier für jetzt einmal augenblicklich).

Also: Sie würden nicht weit kommen. All dies, als Exposition für Inception,- ist Ihnen natürlich längst be- & erkannt,- soweit ist Ihnen Inception‘s Anliegenheit natürlich nicht entgangen, Sie wissen, daß es um Träume geht,- und natürlich auch, darum das wir nicht wissen können was Realität wirklich bedeutet, und, ob Sie wissen, das die Realität, in der Sie sich jeden Morgen Erwachens, wirklich in welcher Form von „wahrer“ Existenz exakt konkret befinden,- sich rasieren, frühstücken, ankleiden, ins Büro oder Lagerhalle bemühen,- um abends erschöpft nach Hause zurückzukehren - existiert wie? Ist das Ihre Realität? Inwieweit sind Ihre Gedanken und Wünsche – oder auch Abneigungen Fluchten und Widerwilligkeit, Annäherungs- und Veränderungsversuche beteiligt? Erstreben >glücklicherer< Konstellationen (eventuell auch indem Sie einen konkurrierenden Firmenkorpus zerschlagen durch Manipulation des Erben?)? Sehen Sie, dieser Cobb aus dem Film – der will doch auch nur seine Kinder – seine „wahren“ – wiedersehen (die andern schaut er gar nicht erst an). Oder am liebsten bei seiner – verstorbenen?- Frau bleiben, entbehrlich geliebt – die ihrerseits – andererseits tatsächlich in fünfzigjähriger Ein-Ehe mit ihm verschmolzen – anderseits doch auch ausbrechen,- und zu ihrer >wahren< Exstenz – am besten mitsamt >ihrer< Liebe zu ihm seiner leibhaftigen Begleitgestalt – zurückkehren- erreichen – „überzeugen“ wollte (auch wieder so ein „höheres“ denn niederungs-materielles Konstrukt). Wie war das noch? Menschliche Dimension? Drama? wohl kaum „wahre Personen“. In der Tat: Drama als Definition zwischen verschiedenen beteiligten Personen und gegenstehenden Willen gibt es hier, in diesem Nolan-Werk, nicht; es handelt sich wohl eher um den Dramens-Konflikt INNERHALB EINER 1er Person,- so eine Art Hamlet-Seelenbrust-Effekt (allerdings rasant beschleunigt, und, auch etwas unelisabethanisch mit einem wupperndem Score von Hans Zimmer ziemlich vollbusig unterlegt).
Aber das hat doch auch bei Shakespeare schon recht ahnsehnlich funktioniert. Orphelia (welche übrigens realitäts-desorientiert ist) übernimmt hier dankenswerterweise Marion Cotillard. Inwieweit sei sie nicht real? Nur weil sie tot ist? Sie agiert doch recht eigenständig und willensstark,- und durchaus nicht nur als Emanation des >Unterbewußten< seiner selbst (wieder so ein ausgiebig eingestricktes in die Struktur des Films/ Reizwort : unterbewußt). Also: blutleer? Keine Gefühle? (Keine Widersetzlichkeit) (Keine Menschen?) – Gedanken nur, über Menschen, oder, im Grunde (Intro) nur über dessen einen Körperteil, trotz Kopf- und Lungenschüssen,- Ersäufungen, Erdbeben, Volksaufständen, ausgiebig martialischer Bemühung Lampenwackeln Gebäudefackeln die man ganz bedenken-gewissenslos geniessen sollen darf weil es sich ja nur um Vorstellungen von -, - nicht um „wahre“ Menschen handelt) - ,- nur um dessen GEHIRN- Körperkonklusem?- Da hat sich Nolan wahrlich reichlich beschränkt, er hat sich, Verzicht auf alle anderen (Personenartigen), bei dem einen Menschen um den es ihm wahrlich geht,- nicht einmal um den ganzen Menschen gekümmert, sondern nur um seine Erfahrungen, und um die auch nur dort wo sie schubladenaufbewahrt werden, im Gedächtnis- und Vorstellungsgenerationsaparat seines (TEIL!-) Gehirns,- nicht mal da des ganzen,- sondern auch dort nur des Stirnlappen– NEOCORTEXES + ?!? – das sei wahrlich mager – empfinden einige.

Nun gut, kehren wir an den Anfang zurück, einer muß es ja tun. Ich mag es, ich stehe darauf, mindgefuckt zu werden. Irgendwie, mein Unterbewußtsein bewerkstelligt das, bringe ich das - wenn auch als Fragezeichen eben – mit der realen Existenz realer Menschen, wenn ich mich denn als solchen betrachten liebe (Fragezeichen) in Verbindung (Fragezeichen). Für mich sind solche Sorgen und Bedenken real. Ich finde fände es ganz interessant, was Menschen sich so denken (und in ihren Köpfen vorgeht)(Fragezeichen) wenn sie in vorstellungsdivergente Auseinandersetzungen ziehen (nicht zufällig: spritzt hier ziemlich viel bleihaltige Luft, kein Fragezeichen). Divergieren nicht unbedingt nur mit Waffen: auch mit Worten, und Gefühlen (siehe Cotillard) (kein Frage-, Ausrufe!zeichen, weil in solchen Filmen ‘sie Augenweide sowieso gern sehe). Also dramatisch : nicht genug? Die Dramaturgie, jedenfalls, find ich doch, wenn zum Schluß ineinander alle Traumebenengestalten nacheinander, verschachtelt, aufwachen, alle verschobenen gummimembranen logarithmischen Zeitebenen wieder zusammenschiessen, doch recht gekonnt. Der Nachteil: der Zuschauer rafft’s nicht, so fixe, und kommt (käme) erst beim fünften Sehen darauf, alle Verbindungen (in seinem Gehirn)(Ansichtssache, meiner Ansicht nach: KEIN Fragezeichen) fortzuknüpfen – und – herzustellen? Das ganze Konstrukt zu kompliziert und verstiegen? Dafür, daß man den Film nicht unbedingt zuerst verstehen braucht, um ihn a h n e n zu können (eine wichtige Funktion des Gehirns: ahnen und wittern, und er-fühlen, Intuition) (noch so ein öfter auftauchendes Reizwort),- dafür funktioniert er ganz gut.

Also: ich find’s löblich, einen Film zu existenzberechtigen, auch wenn man gezwungen ist, ihn fünfmal zu sehen zur Not um zu begreifen, wenn jedes Mal dieses Sehens Spaß macht, spannend bleibt (auf anderen Ebenen, des Erschliessens) und man es immer wieder gerne,- ja, ich wette mit Ihnen: eine ganze Anzahl fürder es mit z u n e h m e n d e n Genuß des immer-Mehr-Begreifens täte (was ein anderer Genuß ist als >es krachen< /die Materie nämlich, zu lassen). Der Geist, da ist er wieder, kann das nämlich auch „krachen“– weil die beiden eigentlich, ganz im Grunde, aus demselben bestehen: einem lichtschauerähnlich elektro-Biochemie-mathematischen Gebilde nämlich, das Synapsenbahnen Ihres Gehirns entlang arealeerfassend und stimulierend erschauert: Ihrem innerstgeheimen Seelenort nämlich: Ihrer Gehirnlokalität. Wo auch immer im Universum sich dieses genau befindet, und wer um was kreist. Wir wissen es nicht.
Wir wissen nur, das es Es, und es, (nämlich sowohl Ihr Gehirn wie Ihr Universum) hinweislich gibt, sogar in Einem Zusammen; wer auch immer zeitweilig gerade das Sagen hat bzw. sich dato unüberprüft (das Universum,- das echte, hätt's nicht nötig-) herausnimmt. Wer ist Hund und wer ist Herrchen? Und was das Stöckchen? – Ich finde, Nolan spielt damit ganz reizvoll – zumal es sich bei dem Stöckchen eindeutig um eine Frau, zumindest einen Menschen,- durchaus etwas Menschliches, und zwar zentral wichtiges: Glücksbestimmend-abhängiges,- handelt. Das ist mir Drama genug. So, nun ist es heraus. Ich mag nein >liebe< diesen Nolan-Mindfuck. Tja, vielleicht bin ich zu abhängig von meinem Gehirn und liebe reale Menschen und Wirklichkeit zu wenig? Moment – wollte ich nicht ins Kino gehen? Warum eigentlich – kommt Mensch auf sowas?

Gebt’s doch alle zu : ihr wißt, das ihr etwas Außergewöhnliches gesehen habt. Das ihr meint, es auch l i e b e n („“) zu müssen, daß DAS das Qualitätskriterium sei, ist Erziehungs- und Gewöhnungs:Ansichtssache. Es gibt doch zum Beispiel neben Liebesromanen auch Sachbücher,- sogar wissenschaftliche Literatur,- in der Welt der Druckerzeugnisse. Ist ...Kino der Ort berechtigt allein von Herzensschmerzlichkeit? Welche Verarmung! Ich bin’s zufrieden dort auch (passiert selten) einmal anders als nur in Teilen meines Körpers (Bauchgrimm Sorgenfalte oder Schwanz) zugetraut angesprochen zu werden: ich halte das für eine Ehre.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten