Inception - Kritik

Inception

US · 2010 · Laufzeit 148 Minuten · FSK 12 · Actionfilm, Science Fiction-Film, Thriller · Kinostart
  • 10

    Für mich der faszinierendste Film, den ich jemals sah. Tolle und interessante Handlung, gute Umsetzung, ziemlich viel Spannung, beeindruckende Szenen und einige Wendungen. Man verfolgt diesen Film mit Freude und Begeisterung - und auch mit dem gewissen Staunen on top. Nolan ist ein Genie.

    Das Ende lässt einen dann mit einem Grübeln zurück...

    Ein zweiter Teil wäre genial. Leider sieht es nicht danach aus... aber wer weiß?

    • 8 .5

      Sehr komplexer Film aber unglaublich interessant.
      FSK 12? Ich hätte diesen Film niemals mit einem 12-jährigen Kind angesehen.
      Ich hätte den Film allein schon wegen seinem komplexen Inhalt auf 16 gesetzt, aber nun ja egal.
      Ich war damals im Kino und dort wurde wie immer keine Pause gezeigt, war kurz raus auf Toilette und ich muss sagen dass ich in der Story nicht mehr ganz nachgekommen bin. Bin dann nochmals ins Kino gegangen hab mir die ganzen Handlungstexte im Internet gelesen und konnte den Film vor allem beim zweiten Mal komplett verstehen.
      Das Thema interessiert mich halt auch sehr, luzides Träumen und dies in einem Film? Dann noch mit super Schauspielern wie DiCaprio, Levitt, Page und Hardy.
      Im Kino war es natürlich ein gigantisches Feeling kein Vergleich auf DVD oder sonst wo im Internet anzuschauen.
      Jedoch muss ich sagen wenn man sich für Träume überhaupt nicht interessiert dann lieber Finger weg von diesem Film.
      Die Story hätte ich mir vielleicht noch ein wenig einfacher gewünscht, einige Szenen sind aber sehr episch und der Soundtrack natürlich ein Meisterwerk.

      1
      • 9

        Komplex, faszinierend, packend, und anspruchsvoll. Schaut man nur eine Minute lang weg, hinkt man der Geschichte schon hinterher.
        Gebt Leo endlich seinen Oskar gosh dangit!

        1
        • 9

          Wenn in einer nächtlichen Runde das Thema "Film" zur Sprache kommt und dabei nach dem wohl kompliziertesten gefragt wird, ist Inception wohl die häufigste Antwort. In der Tat, den Film nach einmaligem Sehen bereits komplett zu durchschauen ist nahezu unmöglich, deshalb ist es oftmals spannender, ihn ein zweites oder gar drittes Mal anzusehen. Denn mit jedem Mal entdeckt man etwas neues in der sehr verschachtelten Handlung dieses Spektakels. Und allein diese Tatsache führt neben einigen großartigen Charakteren und tollen Schauplätzen zu einem sehenswerten Endprodukt.

          • 8

            (mit Spoiler)
            Eines werde ich nie verstehen. Warum müssen (die meisten) Filmemacher alles ellenlang tot erklären? Vermutlich unterschätzt man den Zuschauer. Schon im quälenden "Matrix" muss Larry dem Neo gefühlt den halben Film lang, klar machen was Sache ist.
            Inception nutz die kleine ahnungslose Ellen Page stellvertretend für uns Begriffsstutzige, alte Masche also, um uns unumstößliche Regeln nahezubrigen. Komisch nur das die wichtigste Regel im entscheidendem Moment doch nicht so ultimativ ist. So ist der Limbus dann doch nach belieben zu verlassen ( war garnich so schlimm, keine große Sache).
            Aber wie ich höre, nach Fan Theorie verläßt Leo den Limbus eigentlich nicht da am Ende der Kreisel nicht kippt, oder doch, man weiß es nicht. Naja.
            Der Film ist allerdings ein Überwältigungsfilm mit Überwältigungsmusik und man ist ja schon dankbar das Hollywood für 200 Millionen statt Comics und Roboter auch mal eine eigentlich völlig verrückte Idee produziert. Vieleicht wird das ja zu einem Trend, vieleicht heißt es aber auch "Träum weiter".

            5
            • 8 .5

              Starke Story, starker di Caprio, gewaltige Bilder.

              Was fehlt ist die richtige Länge, eine Pointe.

              Dennoch, mit einer guten Story, einer hervorragenden Kamera kommt bei einem di Caprio kaum um eine mind. 8 herum.

              • 8 .5

                Unglaublicher Film! Man muss wirklich mitdenken und muss voll bei der Sache sein. Die Handlung ist klasse, Stimmung sowie Effekte ebenfalls, also alles in allem ist das wirklich hohes Niveau.

                • 9

                  Diese Handlung ist einfach grossartig!

                  • 9 .5

                    Jeder der hier unter 8 vergibt, soll verdammt sein.

                    • 8 .5

                      Ein sehr guter Film zum mitdenken echt klasse

                      • 10

                        Hammer Film!

                        • 9

                          Die Gruppe der Nolan Hater halten INCEPTION für eine 160 Millionen Dollar teure Blase, die durch Effekthascherei und Geballer über die eigentliche Leere hinweg täuschen möchte. Da gibt es von mir einen virtuellen Klapps und zur Strafe Zähne putzen und sofort ins Bett. Ich lese noch schnell eine kleine Geschichte vor, und dann aber Licht aus:

                          Es war einmal…

                          ...ein begnadeter Filmemacher, der von seinen Eltern des Hauses Nolan auf den Namen Cristopher getauft wurde. Dieser Junge würde sich später nicht damit zufrieden geben, normale Filmkost für Jedermann zu drehen. Besonders gerne wird er sich am knisternden Lagerfeuer wilde Geschichten mit seinem Bruder Jonathan ausdenken. Welche, die in wilder Reihenfolge erzählt werden, eine die im nebeligen Norden spielen soll, mit einer menschlichen Fledermaus soll irgendwann was dabei sein, eine Geschichte über die benachbarte Zauberergilde, eine andere über Menschen die in Träume anderer gehen können. Nach einigen Bechern Met wagen sich die Brüder sogar in die unendlichen Weiten des Weltalls hinaus, und lachen sich über ihre eigene Genialität schimmelig, einen Film möglicherweise so verschachteln zu können, dass der Pöbel gar nicht mehr erkennen kann, dass es eigentlich nur um Vaterliebe und Reue geht.

                          So lieh sich der Bengel schon früh die Super 8 Kamera seines Vaters, um kleine Filme mit seinen Action-Figuren abzufilmen. Er wuchs wohlbehütet auf, und reifte zum jungen Mann heran. Langsam mit seinen Werkzeugen gut vertraut, wagte er sich an seinen ersten abendfüllenden Low-Budget Film FOLLOWING heran, bei dem er so ziemlich alles selber machen musste, und die Rollen mit Freunden und Familienmitgliedern besetzte. Da der Film schon recht gut ankam, und ein vielfaches seines schmalen Budgets wieder einspielte, durfte Christopher seinen erster großer Film für das hart regierte Königreich Holly Wood drehen. Diesen legte er als filmisches Puzzle an und nannte ihn ehrfürchtig MEMENTO. Die Stimmen der Kritikerzunft frohlockten, und so konnte sich der Nolan Sproß an sein nächstes Werk INSOMNIA machen, einer perfiden Mörderhatz mit Al Pacino, Robin Williams und Hilary Swank in Alaska und Nebel. Daraufhin drückte man dem Könner 130 Millionen amerikanische Taler in die Hand, um die vor etlichen Jahren versandete Legende um einen dunklen Rächer im Fledermauskostüm einer neuen Generation vorzustellen. Das machte er so unglaublich erfolgreich, das es ein Akt in drei Teilen wurde und den Regisseur in den Adelsstand im Königreich Holly Wood katapultierte. Zwischen diesen drei Filmen, die man weit und breit nur noch die BATMAN-Trilogie nennt, lag er aber auch nicht auf der faulen Haut, sondern schuf mit PRESTIGE einen Film über die Zauberergilde mit ohne Kaninchen aber doppeltem Boden. Da Nolan den dritten BATMAN Teil eigentlich nicht mehr drehen wollte, dies aber als Auftragsarbeit trotzdem noch souverän erledigte, gab die Kaste um die Werner Brüder dem mutigen Filmemacher endlich das Geld für seinen Trauminfiltrierungs-Thriller INCEPTION, und wie der geworden ist erzähle ich euch morgen Abend.

                          ## Gute Nacht##

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                          In diesem Meisterwerk begibt sich eine Gruppe “Krimineller” in ein mehrschichtiges Traumkonstrukt mit dem Ziel einen Gedanken in das Unterbewusstsein eines Großindustriellen einzupflanzen.

                          Das vor Kinostart kaum etwas über die Storydetails bekannt wurde, tat dem inhaltlich komplexen und beeindruckend intelligenten Film sehr gut. Die erste Stunde wird beinahe komplett dazu verwendet, die Teammitglieder und die Regeln zwischen Traum und Realität vorzustellen. Was Nolan und sein Team dann abfackeln, ist ein wahres Feuerwerk aus Kunst und Kommerz mit einer geradezu bildgewaltigen Optik, wofür Nolans Hauskameramann Wally Pfister berechtigterweise den Kamera-Oscar einsacken durfte (der nutzte ihm dann bei seinem grottigen Regie-Debüt TRANSCENDENCE auch nichts mehr, hehehe…). Da werden ganze Straßenzüge in Paris als Doublette auf den Kopf gestellt, ein Güterzug rast über L.A.’s Straßen, die Schwerkraft wird in um volle 360 Grad rotierende Sets an kardanischen Aufhängungen scheinbar außer Kraft gesetzt. Der Wahnsinn in Tüten, denn wie immer ist bei Nolan fast alles ‘handmade’. CGI setzt er nur ein, wenn es nicht anders geht, oder als Erweiterung der handgemachten Kunst. So wird dieser Meilenstein auch in 30 Jahren immer noch fantastisch aussehen und den Test der Zeit bestehen.

                          Neben der Achterbahnfahrt der Trauminfiltration gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang, welcher sich um die universellen Themen Liebe, Verlust, Tod und Trauer dreht, und somit das eigentliche Herzstück von INCEPTION ist. Leonardo DiCaprio und Marion Cotillard harmonieren in ihren gemeinsamen Szene sehr gut und vor allem glaubhaft. Nolans Gespür für eine Idealbesetzung beschert uns auch hier wieder einen ganz starken Cast, mit Joseph Gordon-Levitt, Tom Hardy und Ellen Page in den gewichtigsten Nebenrollen. Abgerundet wird das Ensemble noch von Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Berenger und Michael Caine. Alleine schon diese Ansammlung an Hollywood-Größen lädt zu erneuten Sichtungen geradezu ein. In bester Bond-Manier werden die Schauspieler über vier Kontinente gejagt, womit genug optische Abwechslung garantiert wird.

                          Um endlich mal zum Ende zu kommen, muss ich wohl nur noch Hans Zimmer lobend erwähnen. Sein Score ist so erhaben groß, majestätisch und packend in perfekter Symbiose mit den (Traum)Bildern. Einfach überwältigend, und einer der besten Soundtracks der Filmgeschichte. Ich freue mich schon sehr darauf, den Meister im April 2016 live in Oberhausen erleben zu dürfen:

                          https://www.youtube.com/watch?v=cIk-Kxw_7Kc

                          Fazit: Bombast-Kino der Superlative für Hirn und Herz, inklusive garantiertem Ohrgasmus.

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                          • 10

                            Ob C.Nolan die Idee von Dagobert geklaut oder nicht.. 10 von 10.. ganz klar!

                            • 7 .5

                              Faszinierendes Szenario, etwas zu überfrachtet, schnell geschnitten, deutsche Synchron nicht immer atmosphärisch adäquat. Überzeugend gespielt von Leonardo DiCaprio.

                              • 10

                                Durch den Film ist Christopher Nolans mein Lieblings-Regisseur geworden. Als dann noch Interstellar folgte.. :D

                                • 10
                                  Movie_Man 21.11.2015, 14:50 Geändert 23.11.2015, 13:23

                                  Christopher Nolans' Meisterwerk "Inception" beeindruckt mich auf vielen Ebenen. Die superspannende und intelligente Geschichte, die atemberaubende Optik bis hin zur epischen Musik und den genialen Charakteren. Für mich eindeutig einer der besten Filme, der jemals produziert wurde. Sobald man sich in die tieferen Traumebenen begibt, möchte man gar nicht mehr, dass der Film endet. Insgesamt ein richtig geniales, tiefgründiges Meisterwerk, was mich noch ewig faszinieren wird.

                                  • 10

                                    Für mich DER Nolan Film schlecht hin! (Ich kann mit dem Batman Franchise schwer was anfangen). Hier stimmt einfach jedes kleine Detail!.. Der Cast, der Score, das Setting und vorallem habe Ich noch keinen Film erlebt, der mir das Reich der Träume faszinierender darstellen könnte. (Auch nicht die Nightmare on elmstreet Reihe XD). Man wird auf einen Trip in die tiefsten Tiefen unseres menschlichen Gehirns mitgenommen was es auch gilt während des Films mal einzuschalten um so manche Facetten genau deuten zu können. Ein großartiger Film von einem der talentiertesten Regisseure dieses Planeten!

                                    • 6

                                      Effekte sind vom feinsten, die Story haut mich aber nicht um.

                                      • 10
                                        balarama 16.11.2015, 05:48 Geändert 16.11.2015, 05:51

                                        Mindfucke film, jedoch reicht meist 1 mal ansehen, weil beim 2. mal war er mir schon zu wieder, ist mir bei star wars oder Herr der Ringe nie passiert, kult wird der nie werden, ist trotzdem für 1 maliges ansehen mega geil und mega Unterhaltung!!!!!

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                                        • 6 .5

                                          Nicht so gut wie Interstellar und die Dark Knight Reihe, trotzdem sehenswert.

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                                          • 10

                                            Ein handwerklich und inhaltlich grandioser Film mit einem grandiosen Score, welcher jeden Interstellar-OST in den Suizid schickt...
                                            Ein großartiger Cast mit vielen namhaften Darstellern rundet den Film dann noch ab...

                                            • 7
                                              BlueFox 03.11.2015, 01:00 Geändert 03.11.2015, 01:28

                                              In meiner Zeit bei Moviepilot dürfte dieser Film mit AVATAR zusammen die größte Kontroverse ausgelöst haben. Die Gründe dafür scheinen bezogen auf jeweiligen Film nicht vergleichbar zu sein, was vielleicht überraschend ist. Aber in beiden Fällen scheint mir das Lob wie die Antipathie hysterisch zu sein. Leute die INCEPTION tatsächlich absolut scheiße finden, haben sicherlich einen guten Grund. Aber hauptsächlich muss diese Abneigung etwas mit Erwartungshaltungen und Trend zu tun haben (was ich übrigens nicht lächerlich finde, versuche das nur zu ignorieren). Sicherlich erfindet Nolan hier kein neues Rad und der Film ist viel zu lang, nur kann man einige technische Aspekte und auch die Tatsache, dass es sich immerhin um einen ambitionierten Arthaus-Blockbuster handelt, nicht einfach so in den Wind schießen. INCEPTION hat unter einem False-Advertising gelitten. Im Endeffekt ist das ein mordsmäßig teures B-Movie-Projekt gewesen, das zugegebenermaßen von seinem Schöpfer nicht als solches interpretiert wurde. Und es ist ein Blender! Die häufig angeführten Argumente sind allerdings trotzdem für mich teilweise abstrakte und intellektuell nervöse Filmtheorien, die sich an ihrer eigenen Komplexität und Gefälligkeit abkauen. Ich würde sagen INCEPTION hat einen gewissen Eindruck hinterlassen; aus meiner Sicht allerdings keinen großen.

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                                              • 5
                                                Helmholtz 29.10.2015, 21:00 Geändert 29.10.2015, 23:04

                                                Fünf Jahre nach seinem erscheinen lässt Christopher Nolans "Inception" mich eigentlich nur in Bezug auf einen Umstand grübelnd zurück: Wie konnte so ein Film seiner Zeit das Publikum so sehr spalten und auf der einen Seite unverhältnismäßige Fanboy-Allüren und auf der anderen Seite mindestens genauso unverhältnismäßige Verrisse provozieren? Obwohl, ehrlich gesagt liegt die Antwort schon auf der Hand. Denn Nolans Hang sich in Bedeutungsschwangere Posen zu werfen war wohl in keinem einzigen seiner bis heute neun Spielfilme so deutlich zu erkennen und in gewisser Weise so penetrant wie auch seltsam reizvoll wie hier. Und das mag etwas heißen, bei einem Mann in dessen Filmografie Filme wie "Prestige" oder "Memento" zu finden sind.
                                                Tatsächlich tun sich aber auch mir, als einstigem Fanboy (shame on me) nach langer Auszeit von Nolans Kino seine Schwächen in all ihrer Hässlichkeit auf. Natürlich ist Inception ein hochgradig ambitionierter Film der gerne die ganz großen Fragen um Realität und Fiktion, um Eskapismus und die Abgründe die sich durch diesen auftun (können) angemessen behandeln würde und den Zuschauer am liebsten wohl auch noch emotional in seine Reflexionen rund um diese Themenkreise miteinbeziehen möchte. Und doch findet man im Endprodukt so wenig davon. Sehr aufdringlich will der Film auf seine philosophischen Qualitäten hinweisen, kommt aber nicht darüber hinaus sich kontinuierlich von seinen Hauptfiguren erklären zu lassen, auf ausgelutschte Klischees zurückzugreifen und seine Philosophie sowieso nur durch seine Dialoge/Monologe zu vermitteln. Film ist aber eine visuelle Kunstform. Schade, dass er für seine Thematik eben nur selten angemessen Bilder findet und sogar gelegentlich ins Fremdscham hervorrufend plumpe bzw. unsubtile abdriftet (Aufzug ins Unterbewusstsein). Im Cast funktioniert bis auf Cillian Murphy auch wiedereinmal erstaunlich wenig: Hardy ist kaum witzig, Gordon-Levitt eher uncool, Caine wird wie immer zur Stammrolle degradiert. DiCaprios Talent bleibt weitgehend ungenutzt. Und Hans Zimmer klingt circa so originell wie eine Boyband in den 90ern.
                                                Aber man soll ja nicht nur meckern, denn gerade als kurzweiliger No-Brainer kann Inception ordentlich was. Spannend und mit einer mitreißenden Coolness ist beispielsweise die Sequenz zusammenmontiert in der der Clou geplant wird, in der Endszene erreicht Nolans Pathos einen seltenen Höhepunkt, wenn Hans Zimmers "Time" erklingt und alle aus ihren Träumen erwachen. Nicht zu vergessen die hübsche Szene am Flughafen. Auch sehe ich kaum jemandem im Blockbusterbereich bei lieber zu als Nolan wenn es um Action geht: Großartige Parallelmontagen und sinnvoll eingesetzte Slow-Motion Momente sorgen für "ruhige", "unaufgeregte" und zweifellos elegante (was nicht unrythmisch, undynamisch oder gar langweilig heißen soll) Action, in der die Bilder ihre volle Schönheit entfalten. Und das ist im derzeitigen (amerikanischen Mainstream-)Actionkino schon so etwas wie ein Alleinstehungsmerkmal. Es gibt außerdem eine Szene die ich noch zusätzlich hervorheben möchte. In der Szene in der nämlich Yussuf Eams und Cobb in den Keller seines Labors führt und man dort sieht, wie Menschen wie süchtige zum Träumen hier herkommen lässt einen der Film für einen Moment die dunklen Seiten dieser Traumwelt, in der scheinbar alles möglich ist, sehen. Und dann tun sich auch kurz die großen Abgründe auf und der Nolanpathos erstrahlt heller als es sonst möglich scheint. Dieser ganz eigene Pathos, der die besten Arbeiten des Regisseurs erst zu dem macht was sie sind- ob sie nun von dunklen Rittern oder interstellaren Reisen erzählen. Seifenblasen sind sie wohl alle irgendwie: schön, hohl und von kurzer Lebensdauer. Aber was macht das wenn sie so schön sind solange man nicht allzu sehr über sie nachdenkt?

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                                                • 8 .5
                                                  TommyDeVito 22.10.2015, 20:18 Geändert 22.10.2015, 20:29

                                                  So, "Inception" habe ich nun mal wieder gesehen und nach der vermehrten Kritik in den letzten Jahren am Star-Regisseur - insbesondere im Bezug auf vermeintliche "plot holes", zu viel Exposition oder generell der sicherlich häufig überschwänglichen Fan-Verehrung von Christopher Nolan, welcher glaube ich auch auf dieser Seite der populärste Regisseur ist - musste ich einige seiner Werke noch einmal sehen. Schliesslich war Nolan für mich einer der ersten Filmemacher, die ich mit Namen kannte und mit dessen Werk ich mich ein bisschen "genauer" auseinandergesetzt hatte (zumindest im Vergleich zu früheren "Lieblingsregisseuren").
                                                  Und wie sich herausstellt, halte ich "Inception" immer noch für ein sehr, sehr gutes Werk. Unterhaltung auf höchstem Niveau und das wiederum mit einem intelligenten, ambitionierten Konzept. Vieles wurde schon zum Film geschrieben, aber ich bleibe mal bei bestimmten (teilweise sehr interessanten) Kritikpunkten, die dem Film häufig angekreidet werden:

                                                  Erstens wäre da das "Problem", dass Nolan hier eine Traumwelt darstellt, die angeblich zu wenig abgedreht, zu wenig surreal ist. Der Sex soll fehlen und alles wirkt wie im durchschnittlichen Action-Film statt wie in einem "richtigen" Traum, wie beispielsweise Terry Gilliam in einer humorvollen Bemerkung zum Film einmal sagte ("With ‘Inception,’ I wondered why all of the dreams were action movies. Don’t people have other dreams? And what’s interesting about the films are they are asexual. Maybe that’s the problem. Women can represent danger in them but no one seems to be having sex in these movies. In society overall, we have all this porn, 24 hours a day, so everyone can [masturbate] but I wonder is anyone having real sex anymore?"). Jedoch finde ich diese Sichtweise, falls sie wirklich als ernsthafte Kritik gemeint ist, eher unnötig, beziehungsweise dem Film wird damit ungerecht getan. Schliesslich ist das kein Fellini- oder sogar David Lynch-Film und ich hatte auch gar nicht einen Film erwartet, der wie eine 2-stündige Version der "8 1/2"-Eröffnungsszene gedreht ist. Das wäre dann wahrscheinlich näher dran gewesen an einem "richtigen" Traum, näher an dem wie sich ein Traum anfühlt und sicherlich auch künstlerisch mutiger. Gleichzeitig mit ziemlicher Sicherheit auch unglaublich langweilig. Und selbst Nolan könnte keinen 100-Millionen-Dollar-Blockbuster dieser Art auf die Beine stellen. Ein Film, der sich einem gewissen Thema annimmt, muss ja auch nicht zwingend dieses authentisch oder realistisch oder möglicherweise meinen eigenen Erfahrungen entsprechend (oder sonst etwas) darstellen. Und schliesslich ist das in diesem Zusammenhang sowieso fast unmöglich, da es sich eben um Träume handelt. Da stelle ich nicht den Anspruch, dass sich eine Traumszene oder -Sequenz auch so anfühlt, wie es auf mich, in MEINEN Träumen wirkt.

                                                  Da kommt für mich dazu, dass Nolan hier seine eigenen Regeln aufstellt und das stört mich nicht. Schliesslich ist der ganze Film wie ein Heist-Film aufgebaut und in solchen Filmen werden auch bestimmte Ausgangssituationen und Möglichkeiten geschaffen und (künstlich) konstruiert, welche erzählerisch dienlich sind (man denke nur an die berühmte Sequenz im ersten Mission Impossible-Film, wobei zuvor der Zugang zum Raum, die Problematik etc. erklärt wird und dies schliesslich spannungstechnisch perfekt ausgenutzt wird). Das Gleiche gilt für mich auch für die manchmal bemängelte, tatsächlich einen grossen Anteil der Dialoge ausmachende Exposition. Ja, hier wird viel davon gesprochen wie viele Stunden im Traum, denn nun wie viele Stunden in der Wirklichkeit ergeben. Oder ein Mitglied der Gruppe macht einen Fehler und die Voraussetzungen ändern sich und man diskutiert weiter darüber, was nun die zu beachtenden Regeln sind (Ellen Pages Figur fragt einmal "Moment mal...in wessen Traum sind wir denn jetzt eigentlich?" und fasst damit perfekt die Gedanken des Publikums zusammen ;)). Genau das aber ist häufig der Fall in Heist-Filmen, solange der Film keine komplett unglaubwürdigen Wendungen oder Erklärungen parat hat und die Spannung fast durchweg hoch ist, geht das für mich in Ordnung.

                                                  Ebenso wenig finde ich, dass dadurch die Figuren zu wenig ausgearbeitet sind bzw. dies dem Film schadet. Natürlich könnte man z.B. den Charakter Arthur (Joseph-Gordon-Levitt) schon fast als "personifizierte Exposition" bezeichnen und viele der Charaktere definieren sich tatsächlich bis zu einem gewissen Grad durch ihre Aufgaben. Aber da verweise ich wieder auf den typischen Heist-Film, der meist auch einer Gruppe Figuren ihre jeweiligen Charakter-Eigenschaften vor allem aufgrund ihrer versch. Aufgaben, Talente und teilweise kleinen Eigenarten (z.B. der "Hacker-Typ", der "ständig naschende, gutaussehende Brad-Pitt-Chef-Typ", der asiatische "Super-Ninja-Kampfsport-Akrobat-Typ" etc.) zuweist (wer erinnert sich noch an die ganzen, "vielschichtigen" Charaktere aus "Ocean's Eleven"?). Schliesslich nehmen sich solche Filme nie allzu ernst und bieten auch ein bisschen Humor und den meine ich auch hier in einem Film vom ach-so-humorlosen Nolan vorfinden zu können (ich denke dabei z.B. an einige Szenen mit Tom Hardy). Und wenn im dritten Traumlevel der Film kurz in einer Art James-Bond-Hommage ein bisschen abgebremst wird, dann merke ich das erst recht, dass Nolan hier nicht die Ambition hat einen überaus anspruchsvollen Kunstfilm zu drehen. Er ist sich schon bewusst, wie man das Publikum in einem so teuren Film gleichzeitig zum Denken anregt, ihnen aber auch genügend "Äktschn" bietet.

                                                  Wichtig ist hier insbesondere, dass die Hauptfigur und die zentrale, als Ausgangspunkt für die Geschichte dienende Beziehung und Vergangenheit zwischen Dom (DiCaprio) und Mal (Cotillard) etwas ausführlicher betrachtet wird. Entgegen meiner Erinnerung ist das auch der interessanteste und vielschichtigste/inhaltlich ergiebigste Teil des Films. Wie diese beiden Figuren langsam den Sinn dafür verlieren, was real ist und was nicht. Wie sie erfahren dürfen, was es heisst, Gott zu spielen und wie schnell dies unbedeutend und durch ihre Allmacht (...und weil sowieso alles "unecht" ist) langweilig wird. Wie Mal ihre Umwelt und selbst ihre Kinder schliesslich als Illusion, als Täuschung wahrnimmt und sie daran zugrunde geht. Die Entscheidung, die Dom in der meines Erachtens häufig falsch aufgefassten Schlussszene trifft. Alles toll. Cotillard mag hier nicht gerade die beste Leistung ihrer Karriere liefern (bedeutend schlimmer ist es im dritten Batman-Film), das Zusammenspiel mit DiCaprio ist hier dennoch insgesamt wundervoll.
                                                  Komischerweise hatte ich das ganz anders in Erinnerung, nämlich als an den Haaren herbeigezogene "Ausrede" für die Hauptfigur und ebenso als ziemlich aufgesetzte und übertriebene zusätzliche Dramatik. So kann man sich irren.

                                                  Noch etwas: Ich erinnere mich daran, wie ein Kritiker sich nach der Veröffentlichung des Films beklagte, dass die berühmte Szene mit der "sich zusammenklappenden" Stadt quasi "zu viel versprochen" hatte und der Film somit nicht allzu viele wirklich traumartige oder surreale Momente zu bieten hatte. Das halte ich aber für Quatsch, schliesslich gibt es hier einige (!) sehr kreative und selbstverständlich visuell fabelhaft umgesetzte Einfälle, die sich Nolan zu Nutzen macht, um den Zuschauer zu beeindrucken (wobei er gleichzeitig fast immer den Plot vorantreibt und nicht einfach nur auf Überwältigung durch grosse Effekte setzt). Und selbst wenn es nicht so viele sind und der grosse Teil des Films sich wie ein Thriller anfühlt (wie die meisten Nolan-Werke), selbst dann vermindert das nicht die Wirkung des Films, weil ich finde der Film funktioniert auf eine Art wie die Serie "Game of Thrones". Genau so wie "Game of Thrones" eine Fantasy-Serie ist, die eigentlich wenig "Fantasy" enthält und dadurch in bestimmten Momenten (z.B. wenn erstmals Drachen auftauchen) gerade dadurch mit "einfachsten" Mitteln fesselt, genau so wird in "Inception" immer mal wieder durch surreale Momente noch mehr beeindruckt, als wenn dies ständig wiederholt würde und die Wirkung verloren geht. Zusätzlich passt diese eher an die Wirklichkeit erinnernde Welt zur Frage "was ist real?", die sich auch Dom stellt.

                                                  Wahrscheinlich seltsam so viele Worte zu der Kritik am Film statt zum Film selbst zu verlieren :), aber was soll's. Die meisten Kommentare zu diesem Film sind sowieso zu kurz und teilweise schon fast nichtssagend, also geht das schon.

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                                                    Schon immer habe ich mich gefragt, wie man Träume von Menschen auf die Leiwand visualisieren könnte und trotzdem einen realistischen Film daraus entsteht. Die Antwort lautet INCEPTION. Der Film kombiniert Realismus, Innovation und Action zugleich und ist für mich einer der atemberaubendsten Filme der letzten 10 Jahre! Von Anfang an entsteht eine Art Spannung, der einem 2,5 Stunden lang in einem Band zieht. Ein wahres Meisterwerk.

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