Inception - Kritik

US 2010 Laufzeit 148 Minuten, FSK 12, Actionfilm, Science Fiction-Film, Thriller, Kinostart 29.07.2010

  • 10
    CrimsonK 31.08.2015, 15:00 Geändert 31.08.2015, 16:03

    Es ist irgendwie frustrierend, wenn man sich nicht entscheiden kann.

    Manche Menschen verzweifeln zwischen der Wahl zwischen Marmelade oder Honig, Schokolade oder Keks, Einer Scheibe Bacon oder zwei Scheiben Bacon. Dutzende Minuten werden Speisekarten im Restaurant studiert und die Bestandteile der Speisen analysiert. Klamotten werden im Laden abwechselnd fünf mal an- und wieder ausgezogen um mögliche Zweifel zu beseitigen. Meistens enden die Dinge darin, dass man nichts oder zuviel isst / kauft oder sich später am Abend darüber aufregt, die falsche Variante gewählt zu haben. In 50% der Fälle tritt aber meistens das Gegenteil ein.

    Dreht er sich oder fällt er? Traum oder Realität? Fragen dessen Antworten man stundenlang in eigener Recherche oder im Internet suchen kann. Man könnte in seiner Wohnung aber genauso gut mit Dartpfeilen auf Fliegen werfen, das Resultat wäre jeweils ähnlich. Ziemlich unwahrscheinlich einen befriedigenden Treffer zu landen. Und die Kollateralschäden sind die Sache wahrscheinlich nicht wert.

    Nolan hat sich ja bereits dazu geäußert und meinte sinngemäß, nicht die Wahrheit sei bedeutend, sondern unsere Wahrheit.
    Tja, kryptisch für den einen - glasklare Sache für den anderen. So wie seine Filme halt.

    Also sind unsere Zweifel obsolet. Wir sollen aufhören nach vorgegebenen Antworten zu suchen, sondern uns unsere eigenen machen. In Inception geht es um Subjekte und Architekten und Totems, Träume und Erinnerungen. Dinge, die wir wegsperren wollen und Momente die wir vermissen. Es geht also um das Leben an sich. Wir sind das Subjekt und wir erfahren unsere Wirklichkeit ganz unabhängig von anderen. Wir können unsere Gedanken und Emotionen teilen, aber es wird immer unserer Eigentum bleiben. Wir werden von unserer Familie, dem Freundeskreis und unserer Umwelt sowieso seit unserer Geburt beeinflusst. Manchmal ganz aktiv und meistens unbemerkt. Also was ist schon Realität? Manche würden das exzessive Schauen von Filmen und das Schreiben darüber auf Moviepilot als Zeitverschwendung verurteilen. Andere finden darin eine Befriedigung und positive Emotionen. Und darum geht es doch im Leben, oder nicht? Wir sollten tun was uns glücklich macht, unter der Prämisse, dass das Glück und Wohl anderer dadurch nicht eingeschränkt wird. Also tut mir Leid, Steine von Autobahnbrücken werfen ist keine anerkannte Freizeitbeschäftigung, auch wenn es dir unglaublich viel Spaß bereitet.

    Und so können wir Cobb doch glücklich sein lassen, weil er sein Ziel erreicht hat. Er ist glücklich. Gönnen wir ihm die Freude.

    Auch wenn ich persönlich denke, dass es zuviele Hinweise darauf gibt, dass Cobb in "Wirklichkeit" in der "echten" Opium-Höhle liegt. Er wird von dem Opium-Typen direkt angesprochen. Dazu die Klassiker wie, dass der Kreisel nicht sein Totem ist und deshalb irrelevant. Das Alter und die Kleider der Kinder - wobei sie nicht zu 100% gleich aussehen. Haarlänge und Schuhfarbe sind Anders. Dazu die Metapher mit dem Safe. Sowohl bei Mort als auch bei Fisher geht es in beiden Handlungssträngen um den Safe. Es ist jeweils die Wahrheit und die Lüge, welche in einem Tresor aufgehoben wird. Während die Wahrheit zu Elend und Tod führt so ist die Lüge die Erlösung und die Versöhnung mit seinem Vater. Was ist wenn Cobbs Kinder seine ganz persönliche Lüge in einem Tresor sind, welcher das Haus ist? Naja auch egal.
    Und dieser magische Anruf? Erst kauft Saito eine ganze Fluglinie und dann kann er mit nur einem Anruf alle Akteneinträge unwirksam machen? Etwas zu schön, oder? In Dark Knight Rises geht es in Catwomans Handlungsstrang um genau diegleiche Wunder-Löschung der Vergangenheit. Und dann am Ende verwirft sie diese Möglichkeit für ihre neue Erkenntis. Nämlich das menschliche Werte und Emotionen mehr Wert sind als Reichtum und das sie in der Menschlichkeit ihr Glück finden will.
    Cobb kann natürlich nicht darauf verzichten, denn der Anruf ist die ihm selbst auferlegte Löschung seiner Schuldgefühle gegenüber seiner Frau um endlich wieder mit seinen Kindern vereint zu sein. Er sagt ja selber, dass ein positiver Gedanke einen negativen immer aussticht.

    Und selbst ohne das alles ist Inception immer noch ein Meisterwerk an Spannung und Inszenierung. Der fantastische Score, der traumhafte Cast und die gesamte Szenerie sind einfach Kino für die Ewigkeit. Nolans Liebe zum practical Effect machen solche Szenen wie der Kampf in der Schwerelosigkeit mit J. G. Levitt zu zeitlosen Wow-Momenten.
    Den Kritikpunkt an schauspielerischer Minimalleistung seitens der Akteure kann ich nicht teilen. Di Caprio bringt durchaus die Emotionen rüber und die Szenen mit Mort gehen mir persönlich schon gefährlich nah an die Substanz. Da alle anderen Figuren gar kein Eigenleben haben und nur Funktionen erfüllen (welche Cobb in seinem Unterbewusstsein erschafft) ist derren Auftritt völlig OK für mich. Ein Overacting hätte hier wahrscheinlich nur irritiert. Der Hauptdarsteller ist Cobb. Wir erfahren alles über Cobb was wir müssen und Di Caprio trägt die Emotionen. Die Nebendarsteller sind bis auf Mort irrelevant.

    In allen Bereichen einfach fantastisch und mit einem enorm hohen Wiederschauwert (war jetzt meine ca. 5te Sichtung) verdient sich Inception einen Platz in meinen Lieblingsfilmen.

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    • 9 .5

      Gute Besetzung, fantastische Story

      Die Idee find ich einfach beeindruckend. Einen Film mit solcher Klasse und Story über Luzide Träume zu machen.

      • 8

        Hat mich leider bei weitem nicht so sehr bewegt wie Interstellar.
        Die Handlung ist im Prinzip gar nicht so weit hergeholt,denn Klarträume sind Wissenschaftlich belegt und wenn man sich mit dem Thema befasst kann man auch selber "klarträumen".Ob es jemals möglich sein wird in Träume anderer einzudringen ist fragwürdig, vor allem auf so komplexe weise wie hier.
        Im großen ganzen aber ein äußerst interessantes und doch zu selten angesprochenes Thema,welches mir allerdings im vergleich zu Interstellar zu unwichtig erscheint.
        Denn während des ganzes Films war ich mir nicht über die wichtig der Inception bewusst und darum ließ er mich etwas kalt zurück.
        Jedoch ist Inception in der Tat ein Film, der zum denken anregt ,zu mindest über meine eigenen Träume.

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        • 8 .5

          Schöner Film

          • 7 .5
            d3af 10.08.2015, 05:00 Geändert 10.08.2015, 05:52

            Nolan: Der Mann der Filme macht, bei der sich die Masse auch mal intelligent fühlen darf, weil der Film ja ach so "deep" und "komplex" ist (in Wahrheit ist der Plot mit der Traumhopserei völlig banal und geradlinig).
            Und die Masse darf sich auch mal ganz oberflächlich mit philosophischen Fragen beschäftigen (siehe auch Interstellar).
            Aber Obacht!
            Bloß nicht zu viel! Das könnte den armen Kinogänger überfordern. Eher so auf dem Niveau von Kalender-Weisheiten für Facebook-Philosophen. Gerade so viel, dass sich der Kinogänger wohlfühlen kann, den Film trotzdem verstanden zu haben!
            Und dann dieses "offene" Ende (was eigentlich gar keins ist) uiuiui!!

            Aber war trotzdem gute Unterhaltung.

            P.S.
            Ich kann da nur die phänomenale Parodie von South Park empfehen:
            http://www.southpark.de/alle-episoden/s14e10-messie-syndrom

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            • 10

              Ich liebe ihn, mehr geht nicht.
              Für mich einer der genialsten Filme aller Zeiten.
              Nolan kann es halt.
              Ein Film den man im Kino gesehen haben muss.

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              • 7 .5
                frightened_inm8_nr.2 28.07.2015, 16:40 Geändert 28.07.2015, 20:02

                Habe mir gerade eine Bilderstrecke angesehen, in der Fotos von Garfield-Sprüchen unterlegt wurden. Unter einem Screenshot von Inception stand:
                "Kannst du sie nicht überzeugen, verwirr sie!" Das fand ich sehr passend, um zu beschreiben, was mir nach dem Film durch den Kopf ging. Ich hatte das Gefühl, dass Inception ziemlich angestrengt versucht hat unglaublich komplex und raffiiert zu sein und das schafft der Film weitgehend auch. Trotzdem fühlt man sich als Zuschauer irgendwie manipuliert, nach dem Motto:
                "Ich habe den Film verstanden, jetzt muss ich ihn auch toll finden."
                Dazu noch die ganzen CGI-Effekte, die zweifellos grandios sind, das war mir aber insgesamt einfach ein bisschen zu viel des Guten. Meine Einstellung ist da häufig "Weniger ist mehr".
                Ich bin ein riesengroßer Fan von Prestige und Memento, war von da an ein Nolan-Fan. Nach Inception und Interstellar bin ich jedoch eher ein bisschen genervt. Beides ohne Frage gute Filme. Aber sie fangen mit einer interessanten, vielversprechenden Thematik an, verzetteln sich dann irgendwo in der Mitte bis hin zum totalen Overkill am Ende.
                Wie einige vor mir schon bemerkt hatten, stört mich auch die kühle Atmosphäre ohne Herz.
                Und ein persönliches Problem habe ich noch damit, dass mir DiCaprio und Gordon-Levitt als Schauspieler einfach total gegen den Strich gehen.
                Trotzdem ist Nolan immer gut für interessante noch nie so da gewesene Filme, die man auf jeden Fall einmal angeschaut haben sollte.

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                • 9 .5

                  Den Film kennt eh schon jeder, also brauche ich dazu nicht viel schreiben ;-)

                  • 7 .5

                    Sehenswerter Quatsch mit Liebe, Actionscheiße und Publikumsverarsche.

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                    • 7 .5

                      Eigentlich ist der erste Kommentar dazu gedacht seinen Liebling zu äußern aber da ich schon hier gelandet bin...ich liebe Nolan Inception ist gut aber nicht so gut wie TDKR, TDK, PRESTIGE, MEMENTO, INTERSTELLAR ODER ANDERE Nolans. Ist einfach zu kalt, bzw. Lässt einen kalt wegen der steifen Inszenierung. Trotzdem sehenswert und mit coolen Effekten und klasse Darstellern. Gut.

                      • 10

                        Christopher Nolan weiß wie man Filme dreht.
                        Inception überzeugt mit einer einzigartigen, innovativen Story. Das Ganze wird mit einem atemberaubenden Soundtrack kombiniert.
                        Der Film ist bis zum Schluss keine Sekunde langweilig.
                        Nur zu empfehlen!

                        • 10

                          Dieser Film hat eine gute Besetzung, gute Geschichte (und kompliziert) und schöne Effekte.
                          Vor allem lohnt es sich diesen Film als DVD bzw. BlueRay zu kaufen, da man diesen Film sehr oft gucken kann und mit Freunden danach rätseln kann ob es jetzt so oder so ist. (Ich will nicht zu viel verraten.)
                          Einer meiner Lieblingsfilme.

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                          • 6 .5

                            Meiner Meinung nach viel Luft nach oben. Dem Zuschauer wird zu viel vorgespielt.
                            Man versucht durch billige und einfache Mittel ein kompliziertes Filmeuniversum zu gestalten, jedoch gelingt dies durch die Zeitsprünge nicht Wirklich. An einigen stellen sehr facettenreich, wurde an anderen Stellen zu wenig Feingefühl verwendet.
                            Leonardo DiCaprio spielt seine Rolle als Dominick Cobb sehr überzeugend. Rundum jedoch ein Film, welchen man sich in Ruhe ansehen kann.

                            • 9

                              Ich mag den Leo zwar nicht wirklich, aber irgendwie spielt er immer in einem Film mit den ich mir gern anschau. ^^
                              Schöne Story und spannung pur.

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                              • 8

                                Leider viel zu actionreich, außerdem bleibt dem Zuschauer keine Interpretationsfreiheit da sich der Film ständig um Erklärungen bemüht und fast alle Dialoge darauf aufbauen. Ein solches Thema sollte man meiner Meinung nach so aufbereiten, dass der Zuschauer auch lange nach dem Film noch Lust hat darüber nachzudenken, dass der Geist angeregt wird - alles was man hier tun muss ist aufpassen bzw. aufmerksam zuhören, das wars.
                                "Inception" ist trotzdem gut gemacht und unterhaltsam - noch lieber wärs mir, man hätte daraus ein PC-Spiel gemacht (...wär doch der Oberhammer!)

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                                • 10

                                  https://www.youtube.com/watch?v=7LC5GU28txs

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                                  • 6 .5
                                    Purpur 05.07.2015, 16:46 Geändert 05.07.2015, 16:47

                                    Inception hat durchaus ein interessante Grundidee, die nie langweilig wird in Kunst, Bücher, Film etc. in verschiedener Weise umzusetzen. Dann kommt es natürlich darauf an, WIE. Ich hatte große Erwartungen an diesen Film, gerade weil die Thematik mich anspricht und der Film so beliebt ist. Leider habe ich mir das anders vorgestellt... Vielleicht liegt es daran, dass ich kein Fan davon bin, wenn man mir fast die ganze Laufzeit ein Haufen Bilder, ob einstürzende Traumwelten oder diese nervigen Action-Szenen (eindeutig zu viel) entgegen schleudert und nicht genug auf die eigentliche Materie baut. Natürlich soll der Film unterhalten, aber ihm hätten ein paar ruhigere Momente gut getan. Vor allem, wenn sie ein bisschen mehr auf die Handlung und die Charaktere eingegangen wären. Dann wäre der Film vielleicht auch kürzer geworden und ich hätte mich stellenweise nicht so gelangweilt bzw. wäre nicht so genervt gewesen...
                                    Positiv: Mir haben die Stellen gut gefallen, in denen es um Doms Problem und Vergangenheit ging.
                                    Jedoch habe mir so gewünscht, dass doch der Rest des Films mehr auf Dialoge setzt als bloß darauf, die Handlung voranzutreiben.
                                    Fazit: Auch wenn auf die Thematik eingegangen worden ist wurde hier viel Potenzial vergeudet. Schießereien und Kampfszenen kenne ich aus anderen Filmen zur Genüge. Ein geniale und gut durchdachte Umsetzung zum Thema Traum und Realität war es meiner Meinung nach nicht.

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                                    • 6

                                      Neulich im Deutschunterricht:
                                      Der Lehrer schwärmt über "Inception", keine Ahnung mehr warum. Ich unterbreche ihn und sage, dass dieser Film mir nicht so gut gefallen hat, in der Hoffnung, dass wir jetzt ein interessantes Gespräch über Filme führen werden.
                                      Er entgegnet: "Ja, dann hast du ihn nicht verstanden!"

                                      Schon seltsam, denn besonders ein Deutschlehrer sollte wissen, dass jeder Mensch Filme anders empfindet. Auch traurig, dass dieser (eigentlich sympatische) Lehrer nicht glaubt, dass seine Schüler solche "komplexe" Filme wie "Inception" nicht verstehen können. Aber seit er diesen arroganten Satz gesagt hat, finde ich diesen Lehrer nicht mehr so sympatisch ;-)
                                      Normalerweise sollte ich ihn auffordern und beginnen über noch komplexere Filme zu sprechen, allerdings hatte ich keinen Mumm dazu.

                                      Warum ich das schreibe? Keine Ahnung, aber solche kleine Anekdoten über Filme passen auf "Moviepilot" gut rein.

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                                        smartbo 03.07.2015, 18:46 Geändert 08.07.2015, 19:08

                                        Wenn mich ein Film von Anfang an permanent mit irgendwelchen verschachtelten, von dem Filmmacher gezielt “überintellektualisierten Rätseln oder Sudokus“ überzieht, mit dem latenten „Auftrag“ diese zu lösen und unmittelbar verstehen zu müssen, ansonsten würde ich den Anschluss verlieren, dann, ja dann wird er für mich anstrengend, und mir fehlen spätestens dann die entscheidenden Zutaten und Gewürze für eine gute Filmbewertung, nämlich, dass mich ein Film erreicht, irgendwie unterhält und eine Grundneugier nach Weiter/Mehr erzeugt. Bewirkt hat der Film bei mir nichts dergleichen.

                                        Exzellent, -wie immer- ist natürlich Leonardo Dicaprio. Auch optisch ist er m.E. sehr gut gemacht. Dafür, wegen Dicaprio und für die an sich gute Grundidee gibt's die 4.

                                        Der Film hat überaus gute Kritiken/Bewertungen erhalten. Ist jedoch alles Ansichtssache. Mein Fall ist das nicht.

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                                        • 6

                                          Kann die Spannung nicht konsequent halten.

                                          • 5 .5

                                            Inception ist ein optisch brillanter Film mit tollem Cast und einem guten Thema
                                            Schade, dass ich trotzdem damals ein wenig enttäuscht war.
                                            Warum das so war, konnte ich erstmal gar nicht mit kompletter Sicherheit feststellen, auch beim erneute Sehen war ich mir nicht ganz sicher. Erst als ich ihn mir gestern nochmals angeschaut habe, war ich mir komplett sicher, was mich eigentlich stört.
                                            Als erstes komme ich aber zu allem Positiven und davon gibt es ja auch durchaus viel, da wären die beeindruckenden Traumwelten, die tolle Musik von Hans Zimmer und ein Leonardo DiCaprio in Höchstform, den ich dennoch in anderen Filmen lieber sehe.
                                            Das Problem ist, dass Inception meiner Meinung nach ein enorm seelenloser Film ist. Neben den ganzen Träumen lässt man absolut keine Phantasie zu, man hat hier einen sehr kalten Erzählstil und deswegen ergreift mich der Film auch nicht so richtig, ich entwickle keine Bindung zu den Charakteren und im Endeffekt ist es mir egal, was mit ihnen passiert.
                                            Ich habe nichts gegen kalte Filme, allerdings finde ich, dass man mit der ganzen Traum-Thematik mehr hätte machen können, denn Inception ist und bleibt für mich ein Blockbuster und keine Auseinandersetzung mit der Traumwelt, daher setzt er für mich nur auf Unterhaltungswert und ist auch nur auf dieser Ebene zu bewerten, dort gefällt er mir aber einfach nicht, weil er in seiner brillanten Optik für mich nicht kreativ genug ist.
                                            Auch wenn man jetzt sagen kann, dass die Macher ewig an dem Thema saßen, um die Traumwelten möglichst authentisch hinüber zubringen, frage ich mich, ob das in solch einem Film sein muss?
                                            Denn hinter den Aussagen versteckt sich für mich eh nur Leere, wodurch diese in meinen Augen komplett irrelevant sind.
                                            Inception ist in meinen Augen ein Unterhaltungsfilm und das ist auch gar nicht schlimm, ich liebe Unterhaltungsfilme genauso wie anspruchsvolles Kino, dennoch empfinde ich es hier als störend, dass dieser Film so unheimlich ambitioniert ist, dass er über sein Ziel hinausschießt, ohne jedoch wirklich darüber hinauszuschießen, er büßt seinen Unterhaltungswert ein und hinterlässt dafür jedoch keine Tiefgründigkeit, wie ich finde.
                                            Sicherlich gelingt es Nolan hier auf eindrucksvolle Art und Weise Traumwelten zu skizzieren und sicherlich ist auch alles, was dargestellt wird sinnvoll und originell, aber mehr eben auch nicht. Es handelt sich hierbei für mich um keinen komplexen Film, sondern um einen, bei dem man bei jedem Satz das Gefühl hat, dass da etwas Großes hintersteckt, erreichen kann man diesen letztendlichen Sinn jedoch nicht, einfach, weil Inception für mich nie so weit geht, er bleibt stets ein Unterhaltungsfilm und auf dieser Ebene hat mich der Film enttäuscht.
                                            Es kommt bei mir fast nie Spannung auf, nie Gefühle, ich sitze still da und empfinde gar nichts.
                                            Man hätte auch hier so viel mit den Charakteren arbeiten können, was für mich leider nie passiert, sie werden nie so recht komplex, wodurch sie mich auch nicht mitreißen können.
                                            Die Traumwelten wirken zwar beeindruckend und auch authentisch, machen aber nicht wirklich Spaß, was bei einem Film dieser Gattung meiner Meinung nach im Fokus stehen sollte.
                                            Auch wenn das filmisch gesehen kein Vergleich ist, stelle ich jetzt einfach mal Nightmare on Elm Street gegenüber.
                                            Beide Filme sind im Grunde genommen auf Unterhaltung hinaus, Nightmare on Elm Street gesteht sich dies jedoch ein und arbeitet entsprechend frei mit der Traum-Thematik, währenddessen sich Inception meiner Meinung nach ganz vehement an einen Anspruch klammert, der gar nicht vorhanden ist.
                                            In Nightmare on Elm Street waren vor allem in dem dritten Teil die Traumwelten phantasievoll und dabei immer noch authentisch.
                                            In Inception gibt es diese Phantasie gar nicht, es ist alles kalt, steril und so bleibt es auch über die komplette Lauflänge hinweg und da kommt dann auch schon das nächste Problem, wie ich finde.
                                            Der Streifen ist gerade zum Schluss hin zu lang und dann kommt teilweise auch Langeweile auf, was meiner Meinung nach immer der Genickbruch eines Unterhaltungsfilmes ist.
                                            Inception hat keinen eigenen Charme, sondern ist einfach nur ein kühles, wenn auch authentisches, Werk, das nicht wirklich Freude beim Ansehen beschert.
                                            Wahrscheinlich könnte man sagen, dass dieser Film herausragend ist, vielleicht ist er ja so herausragend, dass er schon kein Unterhaltungskino mehr ist, sondern mehr.
                                            Ich kann aber nur bewerten, als was ich ihn sehe und wie er mir gefallen hat und für mich ist er pures Unterhaltungskino, welches einfach nicht funktioniert.
                                            Ich saß einfach nur da, wurde nie mitgerissen, habe nie mitgefühlt, habe nicht gelacht, aber habe mich zwischendurch gelangweilt.
                                            Bei aller Liebe kann ich da keine bessere Bewertung geben, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mir der Film richtig gut gefallen hat.
                                            Streckenweise finde ich ihn vielleicht noch ganz gut, denn gerade am Anfang, wenn die ganze Materie noch neu ist, wirkt das schon sehr beeindruckend, aber ein paar Traumsequenzen später hat man sich daran auch gewöhnt und dann ist das auch nichts Besonderes mehr.
                                            Und ja, ich habe den Film verstanden und so komplex ist er nicht, beim ersten Mal vielleicht noch, aber bei weiteren Sichtungen findet man da auch nichts Neues mehr (weil ich hier oft unter schwächeren Wertungen Kommentare wie "Film nicht verstanden?" lese.
                                            Was ich hier noch positiv hervorheben möchte, ist das Ende, also nicht die letzte halbe Stunde, sondern wirklich nur den Schluss, denn der bietet Raum für Interpretationen und das mag ich immer sehr, das ist vielleicht auch der einzige Punkt, an dem man für mich behaupten könnte, dass Inception über Unterhaltungskino hinausgeht.

                                            Ich habe lange darüber nachgedacht, warum Inception für mich eine Enttäuschung ist, jetzt weiß ich es endlich.
                                            Nolan´s Werk ist zwar optisch genial mit tollem Soundtrack und tollem Cast, hat aber keinen Charme, nicht viel Spannung und absolut kein Gefühl, was für einen reinen Unterhaltungsfilm, was er in meinen Augen eben ist, recht enttäuschend ist.

                                            Da ich weiß, dass viele diesen Film lieben, möchte ich hier nochmal sagen, dass es sich um meine Meinung handelt.
                                            Ich kann verstehen, wenn man Inception auf anderen Ebenen bewertet, beispielsweise als tiefgründige Auseinandersetzung mit der Traum-Thematik, ich persönlich kann ihn jedoch nicht als einen solchen Film bewerten, weil er das in meinen Augen schlicht und ergreifend nicht ist.

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                                            • 10

                                              Ich kann in meinem Leben nicht einen einzigen Film eher und löblicher weiterempfehlen, als "Inception". Visuell, optisch und skriptmäßig dermaßen überzeugend, dass es schwerfällt eine entsprechende Kritik zu verfassen, im übrigen genauso kompliziert wie den Plot wiederzugeben. Ich war von der Umsetzung dieser Traumidee begeistert und zudem auch der schauspielerischen Untermalung wie z.B Hardy und Cottilard, DiCaprio ist natürlich auch nie zu verachten. Rundum genial

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                                              • 9 .5

                                                ein film der einen aufgrund der kompliziertheit dermaßen beschäftigt, sowohl beim als auch nach dem schauen, kann nur gut sein. ich hab das glück ab und zu luizid zu träumen, ich fand der film ne in etwa genaue beschreibung wie sich sowas anfühlt, besonders das zeitgefühl im traum ist gut visualisiert.

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                                                • 4 .5
                                                  delawy 17.06.2015, 15:18 Geändert 18.06.2015, 23:50

                                                  Inception führt viele Listen an und wenn ich dann an einem solchen Film keinen Gefallen finde, frag ich mich, ob einfach der kleine, trotzige Rebell aus mir spricht. Egal,ich lass ihn sprechen. Die Thamatik Realität (oder die Frage was ist Realität?), beschäftigt Philosophen, Hirnforscher, Psychoanalytiker, Künstler, aber auch 16 jährige Kiffer, seit sehr vielen, vielen Jahren. Die Grundthematik ist gleichermassen faszinierend wie langweilig. In der Welt des Films trifft man die Thematik oft an. Ich erinnere mich gerne an Matrix. Dem Film gelang es meiner Meinung nach, die Frage faszinierend und innovativ zu präsentieren. Inception erscheint mir da wie ein grosser Lärm und viel heisse Luft um sehr, sehr, sehr wenig. Bei meinem ersten Versuch, Inception zu gucken, musste ich nach 30 Minuten unterbrechen. Ich fühlte mich als Zuschauer in ein Geschehen, in eine reisserische Materialschlacht, hineingeworfen. Nolan erwartete von mir, dass ich gleich mal eine volle Ladung Bilder und oberflächlicher Infos mit offenem Mund fresse und dann noch Klatsche: Traumarchitekten, Extracter, Sedierungen, Traumsharing, Geschäftsmänner, Auftraggeber usw. Bei meinem zweiten Versuch wusste ich, was mich erwartet und ich konnte mich deshalb besser darauf einlassen. Ja, es ist vertrackt, wenn man einen Traum im Traum im Traum mitverfolgt. Und noch viel vertrackter wird es, wenn man mitdenkt, da es dann durchaus möglich ist, dass den Zuschauer das Gefühl beschleicht , geblendet zu werden. Die Traumwelten erinnerten mich an Levels aus irgendwelchen Actiongames (Ich musste die ganze Zeit an das Jamesbondgame "Golden Eye" denken), und haben meines Erachtens wenig mit der menschlichen Psyche oder Traumwelten gemein. Vielleicht träumt der moderne Mensch heute so und ich habs wieder mal verpasst. Viele Dinge erschienen mir völlig abstrus und ich kam mir teilweise für arg blöd verkauft vor.SPOILER: Das Ende war dann irgendwie zu erwarten. Ich habe später gelesen, Nolan wolle damit zeigen, dass es Dom schlussendlich (bewusst oder unbewusst) egal sei, ob er sich nun in der Realität befände oder nicht. SPOILER ENDE. Letzlich ein intressanter Gedanke, aber der Weg dorthin tötet einfach zu viele Gehirnzellen.

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                                                  • 10

                                                    Ein sehr spannender Film mit super Schauspielern & echt guten Effekten. Zuerst war es ein wenig schwer dem Film logisch zu folgen, doch beim 2. mal klappte dies ganz Gut. Die Hintergrundmelodie lässt mich Gänsehaut bekommen. Ein schönes Zusammenspiel zwischen Handlung - Schauspieler & Soundtrack.