Inglourious Basterds - Kritik

US 2009 Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie, Actionfilm, Kinostart 20.08.2009

Kommentare zu Inglourious Basterds

  • 10
    Hugo_Stieglitz 28.10.2014, 12:57

    "Du hast den Krieg nicht gesehen, bevor du ihn durch die Augen von Quentin Tarantino gesehen hast."
    ACHTUNG SPOILERGEFAHR:

    Unglaublicher witziger Film, politisch vollkommen inkorrekt ("Ich bin die Geschichte des Negers in Amerika"), historisch auch, enorm spannend (man weiß nie, was Landa als nächstes macht) und ein unvorhergesehenes Ende

    • 0 .5
      PacinoDeniro 28.10.2014, 08:22 Geändert 28.10.2014, 17:37

      Ein Film, der mich wie nur wenige andere spaltet.
      Einerseits ist er ein Meisterwerk. Die Geschichte, die Charaktere, das Setting und natürlich die Musik bieten einen Film, nahe an der Perfektion. Aus rein filmischen Gesichtspunkten, ohne Berücksichtigung auf das Thema welches Tarantino ausnutzt, ist es sein bester Film. Er ist unterhaltsam, spannend und (ein Attribut welches zu Tarantino gehört) cool!
      Andererseits verklärt Tarantino hier ein Thema, auf das man empfindlich reagieren muss. Die Zeit des Nationalsozialismus und der zweite Weltkrieg. Und betrachtet man den Film aus diesen Gesichtspunkt ist er schlicht weg zum kotzen. Tarantino nützt, scheinbar ohne Wissen über die Gräuel dieser Zeit, die Welt der späten Vierziger Jahre um einen Spätwestern zu inszenieren. Dabei ist der Höhepunkt der Dreistigkeit nicht einmal die Tatsache, dass er die Historie verändert. Mehr ist die Problematik, der Fakt, dass er die Menschen verändert. Er lässt Juden zu metzelnden Racheengeln werden und präsentiert einen dumpfbackigen und lächerlichen Adolf Hitler. Wenn man den Film sieht, drängt sich das Gefühl auf, für Tarantino war die Judenverfolgung nicht mehr als ein blutiger Scherz.
      Quentin Tarantino ist bekannt dafür dem Zuschauer eine Hommage nach der Anderen zu liefern. Aber Inglourious Basterds zeigt, dass es ihn für einen Film über den Nationalsozialismus an auserfilmischer Intelligenz fehlt.
      Der große Alfred Hitchcock hat einmal gesagt: "Ich muss sagen, dass ich meine Liebe zum Film über jede Moral stelle"
      Wie sehr trifft das doch auch auf Tarantino zu. Doch im Gegensatz zu ihm, wusste Hitchcock welche Thematik er wählen sollte und welche nicht.

      • 10
        gassifan2410 15.10.2014, 16:45 Geändert 15.10.2014, 16:52

        Nachdem ich den Film nun insgesamt dreimal angesehen habe, musste ich ihn einfach zu einem meiner Lieblingsfilme befördern.

        Alleine, das der Cast von dt. Schauspielern dominiert wird, ist so einzigartig in so einem international erfolgreichen Streifen, das es fasziniert.
        Dazu müssen sich unsere Jungs nicht vor Hollywood-Größen wie Michael Fassbender, Brad Pitt oder Mike Myers verstecken. Wobei gerade der Dialog zwischen Myers und Fassbender in der Mitte des Films für mich ein Highlight des Films darstellt.
        Ansonsten erwartet einen gewohnte Tarantino-Unterhaltung, die in Kapitel aufgeteilt ist und mit durch die Bank brillanten Dialogen beeindruckt.
        Den GRANDIOSEN Christoph Waltz muss man glaube ich nicht nochmal erwähnen, oder? ;)

        Bin schon sehr gespannt auf den dritten und letzten Teil von Tarantinos Vergeltungs-Triologie (Inglourious Basterds, Django Unchained, Killer Crow(?))

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        • 4
          NorkdDog 13.10.2014, 15:00

          Es ist schon erstaunlich, dass es Diane Kruger nicht einmal schafft, eine deutsche Schauspielerin zu spielen.

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          • 9
            Amazing 01.10.2014, 03:36

            Tarantino erzählt hier seine ganz eigene Geschichte zum zweiten Weltkrieg. Die Erzählweise erinnert am meisten an die von Pulp Fiction. Im Vordergrund stehen hier einmal die Basterds, welche mit Freude Nazis töten und skalpieren. Eine junge Jüdin, welche auf Rache sinnt und ein Mann, welcher in Deutschland als "Stolz der Nation" bezeichnet wird. Ein Film bei welchem die Nazis bekommen was sie verdient hätten! Der Film ist sehr gut besetzt. Deutsche Schauspieler wie Daniel Brühl und Til Schweiger sind ebenfalls mit von der Partie und es gelingt ihnen neben großen Stars wie Brad Pitt auch zu glänzen. Mein drittlieblings Tarantino.

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              xElectrox 27.09.2014, 15:58

              Der Anfang war sehr gut. Aber ich finde das der Film zum ende hin abgebaut hat. Django Unchained, Pulp Fiction usw. waren schon besser..

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                thomas.altendorfer.37 20.09.2014, 19:00

                He Leute!!!! Augen auf !!! Das soll die zweit beste KOMÖDIE in der ganzen Liste sein o.O ich habe den ganzen Film lang 2 mal leicht gelacht o.O ich weis nicht wie es euch geht aber für mich sollte eine Komödie unterhaltsam und lustig sein und nicht so eine schei**!!!

                Mit Abstand einer der schechtesten Filme die ich jemals gesehen habe, bitte schaut ihn euch nicht an.

                • 7
                  Eponine07 10.09.2014, 20:00

                  Also zu allererst möchte ich sagen, dass ich der Meinung bin, dass dies hier Tarantino's bester Film ist. Die Story ist, wie ich finde interessant und die Filmlänge ist gerade noch okay.
                  So, was das Cast angeht, ich muss jetzt wirklich ernsthaft sagen, ich hab mir wirklich Mühe gegeben, ich hab mich bei dem Film echt konzentriert aber vergeblich, ich konnte und kann einfach nicht verstehen, was an Christoph Waltz' Darstellung in diesem Film so überragend ist, wirklich es tut mir leid, aber mir bleibt es unbegreiflich. Ich muss gestehen, dass mir jeder Schauspieler in diesem Film besser gefallen hat als er. Oh ja, sogar ein Til Schweiger! Die Rolle war echt für ihn gemacht und er war absolut in Ordnung. Auch Diane Kruger, die ich sonst ja auch nicht so prickelnd finde, fand ich hier doch ganz okay, ja auch zu ihr passte irgendwie die Rolle und ich konnte sie in dem Film gut ertragen.
                  Mein kleines Highlight war allerdings Daniel Brühl, den ich hier sehr gut fand, doch letztendlich hat es für ihn so geendet wie für die meisten Figuren in den Tarantino Filmen, denn schlussendlich gibt es eine riesen Metzelei, wovon ich zugegebener Maßen nicht so der super Fan bin. Tarantino bleibt ganz klar Geschmacksache, aber mit diesem Film hat er wie ich finde, nicht alles falsch gemacht.
                  Um noch einmal auf Waltz zurück zukommen, der Hype um ihn bleibt mir unbegreiflich und ich muss wirklich ganz ernsthaft sagen, dass mir dieses ganze "Overacting" von ihm hier eher auf den Geist ging, als dass es mich umgehauen hat. Das einzig Gute was er in diesem Film vielleicht geleistet hat, waren die vielen Sprachen die er hier gesprochen hat, aber das war auch letztendlich alles.
                  "Inglourious Basterds" hat ganz bestimmt seine guten Momente, aber für die sorgten eher Brad Pitt, Daniel Brühl oder die ganzen deutschen Schauspieler die man in diesem Film entdecken konnte.

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                  • 8 .5
                    lennardB. 10.09.2014, 00:11

                    Nicht gerade Trantinos bester Film trotzdem cool und verdammt spannend.

                    • 10
                      Codebreaker 09.09.2014, 17:55

                      QUENTIN TARANTINO #7 - INGLOURIOUS BASTERDS

                      So langsam nähert sich die Werkschau von Quentin Tarantino dem Ende. Ein finales Fazit folgt natürlich auch noch, aber vorab muss ich hier erstmal sagen, dass mir erst bei dieser Werkschau so richtig klar wird, wie schwer es ist die Tarantino-Filme in eine Reihenfolge zu bringen. Alle sind sie klasse, alle haben sie etwas, woran man sich noch lange erinnern wird. Auch wenn das wahrscheinlich jeder zweite Filmfan sagt, aber Tarantino ist definitiv einer meiner liebsten Regisseure überhaupt, das war mir schon immer klar, das hat sich jetzt nochmal bestätigt. Und heute geht es um meinen, scheinbar, liebsten Film von ihm, nämlich einen meiner Lieblingsfilme, überhaupt - INGLOURIOUS BASTERDS.
                      Und da ich hier weit ausholen will und werde, sei vor Spoilern gewarnt.

                      Was ist INGLOURIOUS BASTERDS eigentlich?
                      Eine (Kriegs)Satire? Eine Geschichte über der den zweiten Weltkrieg? Ein Märchen? Ein Film?
                      Es ist alles davon und vielleicht sogar noch viel mehr. Tarantino hat es hier geschafft, die enorme Wirksamkeit die der Film als Medium inne hat, zu offenbaren. Das ist wahrscheinlich ein gern genutztes Argument, wenn man IB beschreibt, aber es ist nun mal einfach so. Tarantino schafft es mit Hilfe eines Filmes, die Weltgeschichte kolossal zu verändern. Natürlich nicht "in echt", natürlich ändert sich nichts wirklich an den tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen, aber für 154 Minuten endete der Krieg eben auf die hier dargestellte Art und Weise. Für 154 Minuten sieht es so aus, als wären Hitler, Goebbels und diverse andere hohe NS-Tiere in einem Kino gestorben, verbrannt, explodiert und erschossen wurden. Und auch hier sieht man, wie quasi das Kino der Grund für den Tod all dieser Menschen ist. Wie es ein Kino geschafft hat, sie alle umzubringen. Wie ein Kino der Friedhof für diese bösartigen Menschen wurde. Tarantino zeigt was das Kino, was der Film schaffen kann. Nicht nur bloße Unterhaltung, sicherlich auch nicht die speziellste Filmkunst, aber Berge versetzend, Geschichte schreibend und wenn es nur für 154 Minuten ist.

                      Ein weiterer Punkt weshalb ich IB liebe, ist, wie sollte es anders sein, Hans Landa. Christoph Waltz ist ein grandioser Darsteller, hat zurecht sämtliche Preise abgeräumt und seitdem er hier entdeckt wurde bzw. ich ihn hier entdeckt habe, mag ich ihn auch sehr und werde ihn weiter verfolgen, aber ich will jetzt hauptsächlich auf die ROLLE eingehen, auf Hans Landa und nicht Christoph Waltz. Landa ist wohl eine der genialsten, am besten durchdachten und klügsten Rollen der letzten Jahre. Eine grandiose Figur, nicht nur im Tarantino-Universum, sondern allgemein. Er ist kein Nazi, er ist ein Opportunist. Er tut das, was für IHN das Beste ist. Er ist ein Detektiv, er ist wahrscheinlich der Beste im Juden jagen, deshalb auch der Judenjäger. Er ist schlau genug um diesen Vorteil für sich zu nutzen, sich unter das Regime zu stellen, diesen Dienst nachzugehen. So überlebt er nicht nur im Regime, so gehört er sogar zu den "hohen" Tieren. Als er dann aber einsieht, dass er eigentlich auf der Seite der "Verlierer" steht, wechselt er die Seiten, windet er sich raus, schafft er es sich durchzumogeln um im Endeffekt, wieder, aus der Sache heil rauszukommen. Zudem ist er eigentlich ein witziger, scheinbar sympathischer Geselle, der innerhalb kürzester Zeit zu einem furchterregenden Monster wird. Er durchschaut seine Gegner oder vielleicht besser, Opfer, schnellstmöglichst und dann spielt er mit ihnen. Auch wenn er schon lange weiß, dass sein Gegenüber der Feind ist, so sagt er nur das Nötigste, lässt sein Gegenüber sich in Sicherheit wiegen, kurz bevor die nämlich auf die Fragen Landas keine Antwort mehr wissen und die Maskerade zu fallen droht, hört er auf zu Fragen, damit diese denken sie seien sicher. Landa ist ein übler Zeitgenosse, er ist verdammt schlau und auch verdammt furchteinregend. Kommen wir doch nochmal kurz zu Waltz, wie gesagt, er wurde schon oft genug gelobt, aber er hat das auch einfach genial gemacht. Innerhalb von wenigen Sekunden, schafft er es vom "sympathischen Nazi, der ja scheinbar ganz nett ist" zum "kompromisslosen, furchteinflößenden, scheinbar unbesiegbaren Judenjäger" zu werden. Alleine seine Mimik, seine Stimme, alles unglaublich genial.

                      Weiterhin hält INGLOURIOUS BASTERDS den Zuschauern den Spiegel vors Gesicht. Wir sitzen in unserem Sessel, sehen dabei zu wie wiederum Hitler in einem Kino sitzt und sich köstlich amüsiert, wie in "Stolz der Nation" zahlreiche Staatsfeinde sterben. Wir denken uns nur, was dass doch für ein mieser Drecksack ist, nur um dann Sekunden später selbst daran Freude zu haben, wie einem Hitler ins Gesicht geschossen wird. Ich habe das mal irgendwo in einem Kommentar hier gelesen und es stimmt. Tarantino zeigt damit, auch wenn die Behauptung vielleicht gewagt ist, dass jeder ein wenig schadenfroh und sadistisch veranlagt ist. Wobei wir schon beim nächsten Punkt sind, IB bedient sich nicht gezielter "Schuldzuweisungen" bzw. natürlich waren die Nazis im Prinzip "die Bösen", allerdings gibt es hier auch nicht wirklich irgendwelche durch und durch "gute" Figuren. Die Amerikaner, die in Klischees denken, für die alle Deutsche Sauerkrautsandwich-fressende Nazis sind. Sie stecken alle Deutschen in einen Topf, alle sind sie Nazis, daran, dass einige nur dazu Gezwungen wurden, wird gar nicht gedacht. Oder Shosanna Dreyfus, die zwar ein Grund für den Tod der Nazis ist, die aber auch viele, viele Menschen ermordet. Niemand ist wirklich gut, Rache ist nicht wirklich gut. All das steht fest und dennoch, ist der Ausgang des Filmes, im Prinzip ein guter.

                      Bevor mein Kommentar jetzt noch länger wird: INGLOURIOUS BASTERDS ist, objektiv, bestimmt keiner der besten Filme aller Zeiten. Es gibt durchaus Szenen, in denen die Luft etwas draußen ist. Ebenso, hat der Film seine Ecken und Kanten, aber ich persönlich, liebe ihn trotzdem. Ich habe ihn jetzt schon, ungelogen, bestimmt 6 Mal gesehen und mich nie wirklich gelangweilt. Zudem ist das ein Tarantino-Film durch und durch - eine grandiose Eröffnungssequenz, Dialoge wie sie nur von Tarantino sein können, hier sogar in der Form, dass man mitunter die Spannung schmecken kann, dass ein Fehler reicht und so kommt es ja dann auch, weshalb die Situation explodiert. Und natürlich auch zahlreiche, kultige Figuren. Aldo Raine, der Bärenjude, Hugo Stiglitz, natürlich Hans Landa und und und.
                      Wie gesagt, vielleicht nicht perfekt, objektiv gesehen, für mich persönlich alle Male.

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                        mariega 05.09.2014, 12:31

                        LE POIDS DES MOTS, LE CHOC DES PHOTOS
                        DAS GEWICHT DER WÖRTER, DER SCHOCK DER BILDER
                        Devise der französischen Zeitschrift PARIS MATCH
                        Ich könnte diesen Film nicht besser resümieren, als mit der Devise der französischen, wöchentlich erscheinenden Illustrierte PARIS MATCH, die ungefähr dem Niveau der deutschen "BILD" Zeitschrift entspricht! Ich habe ungeduldig auf das intelligente Einsetzen der verschiedenen Sprachen, auf das wertvolle Gewicht der Wörter gewartet, habe aber nur voll ins Gesicht den billigen Schock der Bilder bekommen! Die schauspielerischen Leistungen fand ich grotesk übertrieben!

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                          odie.holzmann 05.09.2014, 06:30

                          Ich habs versucht, zweimal sogar, aber ich kann dem Film einfach nicht so viel Gutes abgewinnen wie die Meisten. Vielleicht liegts an der Tatsache, dass ich mit Tarantino grunsätzlich nicht so warm werde, evtl bin ich mit zu hohen Erwartungen ran gegangen.
                          Auf jeden Fall waren mir die zweieinhalb Stunden viel zu Lang für diese "Story", die auf mich ein wenig wie ein löchriger Flickenteppich wirkte. Man kann darauf stehen aber schön ist er nicht. Dabei wäre alles ausbaubar gewesen (z.B. Achtung SPOILER! Warum hat Stigliz die 13 Offiziere gekillt SPOILER ENDE). Die Schauspieler machen ihre Arbeit überzeugend und ich find den Sountrack irgendwie witzig aber retten kann das den Film für mich leider nicht.
                          Fazit: Ist halt ein typischer Tarantino.

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                          • 6
                            dertyp 25.08.2014, 13:22

                            Meiner Meinung nach total Überbewertet!
                            Ohne Christoph Waltz wäre der Film ein Flop!
                            4 Punkte für Hans Landa
                            1 Punkt für Shosanna Dreyfus
                            1 Punkt für Bärenjuden

                            • Ralf Köhler 20.08.2014, 16:34

                              Um das mal klar zu stellen: das ist kein Kriegsfilm! Was Blödsinn! Das ist ein Tarantino
                              . Zweitens: neben einigen wiederkehrenden Stilelementen (Mörder-Casting, Mörder-Soubdtrack) evolutioniert (yep, nicht REvolutioniert) er beständig die Kunstform Film. Hier z.B. indem er sich traut, das umzusetzten, was sich bisher niemand getraut hat, bzw auf was einfach noch niemand bisher gekommen ist: wie wäre es, wenn wir einfach mal eine Story erzählen, in der Hitler voll auf die Schnauze kriegt? In diesem (und in vielen andren auch) Sinne große Kinokunst.

                              • 9 .5
                                Moviegod 18.08.2014, 19:03

                                Sein genialer Ruf eilt diesem genialen Film weit voraus. Und das völlig zurecht. Was für eine Story, was für Dialoge und was für Figuren. Tarantino hat es wieder einmal geschafft. Es macht so einen großen Spaß, den Film anzusehen, dass man die ein oder andere (ganz ganz) kleine Länge ohne Probleme verschmerzen kann. Ein ganz großer Wurf. Und für Christoph Waltz ein Einstand in Hollywood, der nicht besser hätte sein können.

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                                • 9 .5
                                  JonnyvsSherlock 16.08.2014, 23:02

                                  "My name is Lt. Aldo Raine and I'm putting together a special team, and I need me eight soldiers. Eight Jewish-American soldiers. Now, y'all might've heard rumors about the armada happening soon. Well, we'll be leaving a little earlier. We're gonna be dropped into France, dressed as civilians. And once we're in enemy territory, as a bushwhackin' guerrilla army, we're gonna be doin' one thing and one thing only... killin' Nazis. Now, I don't know about y'all, but I sure as hell didn't come down from the goddamn Smoky Mountains, cross five thousand miles of water, fight my way through half of Sicily and jump out of a fuckin' air-o-plane to teach the Nazis lessons in humanity. Nazi ain't got no humanity. They're the foot soldiers of a Jew-hatin', mass murderin' maniac and they need to be dee-stroyed. That's why any and every every son of a bitch we find wearin' a Nazi uniform, they're gonna die. Now, I'm the direct descendant of the mountain man Jim Bridger. That means I got a little Injun in me. And our battle plan will be that of an Apache resistance. We will be cruel to the Germans, and through our cruelty they will know who we are. And they will find the evidence of our cruelty in the disemboweled, dismembered, and disfigured bodies of their brothers we leave behind us. And the German won't not be able to help themselves but to imagine the cruelty their brothers endured at our hands, and our boot heels, and the edge of our knives. And the German will be sickened by us, and the German will talk about us, and the German will fear us. And when the German closes their eyes at night and they're tortured by their subconscious for the evil they have done, it will be with thoughts of us they are tortured with. Sound good?"

                                  Ja, klingt verdammt gut. Wie der ganze Film. Und das klingt nicht nur so, sondern ist es in allen Belangen.
                                  Tarantino packt sein Stück Kriegsgeschichte in die Hülle eines düsteren Märchens. "Once Upon a Time In Nazi-Occupied France" heißt, es bevor eine perfekt durchdachte Komposition aus Bildern, die Ankunft von Col. Hans Landa ankündigt. Wir erkennen in wenigen Sekunden, wer für das Drehbuch verantwortlich ist. Ein lange ausschweifender, genialer Dialog erklärt uns die verrückten, interessanten Gedanken des "Jew Hunters", gespielt von Christoph Waltz, der einfach viel zu faszinierend für einen solchen Unmenschen ist. Waltz liefert eine unfassbar grandiose Leistung ab. Gleichzeitig fiebert man mit dem Bauern mit, der Juden in seinem Haus versteckt hält. Eine Träne fließt ihm über das wettergegerbte Gesicht, wenn es schließlich zur finalen Konfrontation mit der Realität kommt. Wir erleben die Flucht von der da noch sehr jungen Shoshana mit. Und es ist eine Einleitung, die ihresgleichen sucht. Ein faszinierender Charakter wurde anhand absolut gewitzter Dialoge vorgestellt, wir haben mitgefiebert und mitgetrauert mit den Opfern, wir haben die Intention von Shoshana geradezu in uns aufgesogen. Musikalisch ein Hochgenuss, hat Tarantino hier nicht nur unser Interesse geweckt, sondern uns schlicht gefangen genommen.
                                  Wie ein Märchen, ja wie eine kleine Sage erleben wir den ganzen Film, der in seiner Kapitelaufteilung eine großartige Atmosphäre versprüht. Wir werden bald Teil der Gegenbewegung, wir lernen die Basterds kennen. Aldo Raines Rede, die ich euch zu Anfang zitiert habe, ist jetzt schon ikonisch und von Pitt absolut umwerfend vorgetragen. Wieder haben wir hier einen perfekt durchdachten, eigentümlichen Charakter sondergleichen, der durch seinen virtuosen Darsteller zu purem leben erweckt. Diese vor Leben verbales Feuer speiende Figuren bevölkern das ganze Universum dieses Films. Ob Mélanie Laurent, Michael Fassbender, Eli Roth, Daniel Brühl oder sogar der auch von mir sonst viel geschmähte Til Schweiger. Sie alle hauchen ihren Charakteren Tarantinos Drehbuch-Essenz ein. Hugo Stiglitz, der rebellische, deutsche Soldat. Donnie Donowitz, der Bärenjude. Der schon erwähnte Judenjäger, dessen schauspielerische Umsetzung man nicht oft genug erwähnen und loben kann. Aldo, der Apache. Solch eine Ansammlung von kultigen Charakteren, ist selbst für einen Tarantino bemerkenswert. Und auch die gesamte Story steht dem in nichts nach.
                                  Die großartige Geschichte setzt sich auf eine spezielle, aber geniale Weise mit dem Holocaust auseinander. Die Judenverfolgung an sich wird bewusst nicht lange oder detailliert. Wir sind schon sehr schnell in der Rolle der Rächer. Brutaler Menschen, die die Nazis foltern, brandmarken und ohne nur den Hauch von Gnade töten. Egal ob junger Soldat, oder alter Fanatiker. Wer eine Naziuniform trägt, der wird abgeschlachtet. Diese Ideologie lässt unangenehme Assoziationen aufkommen. Menschen nur auf ein Symbol, nur auf ein Merkmal zu beschränken...Kennen wir das nicht irgendwo her?! Es ist teilweise wirklich abstoßend. Und trotzdem können wir durch den Racheaspekt irgendwie nicht raus aus unserer Rolle, wir stehen auf ihrer Seite. Wir haben Spaß am Verurteilen und Töten. Und genau das wollte Tarantino uns damit sagen. Er hat uns im kleinsten Ansatz in die Rolle solch unmenschlicher Menschen wie Hitler versetzt. Und so haben wir das 3. Reich in seiner Struktur mal von einer anderen Seite betrachtet. Aber so unmerklich und unterhaltsam, dass es erst nach mehrmaligem Sichten auffällt. So zum nachdenken über das Thema hat mich noch kein geschichtsgetreuer Film gebracht. Und dass "Inglourious Basterds" die Geschichte mal eben umschreibt, hat auch ihren Grund. Der Film wird beendet, wie er begonnen hat. Als Märchen. Der Wille zur Gerechtigkeit wird wieder in uns stark. Wir haben den Faschismus von zwei Seiten betrachtet, und von einer dritten erlebt.
                                  Währenddessen war man aber mehr als glänzend amüsiert. Ennio Morricones Soundtrack ist wie immer ein Hörwunder und reißt mit. Die restliche Auswahl an Stücken ist wie gewohnt auf ihre eigene verrückte Art total passend. Inszenatorisch ist hier auch alles fantastisch. Jede Einstellung hat ihren Zweck und ist ein in sich vollendetes Werk. Das Ganze wird mit so einem Detailreichtum auf die Leinwand transportiert, wie man es nur ganz selten erlebt. Man isst den von Landa so geschätzten Strudel mit Sahne geradezu mit. Bei der Gewalt wird ebenso gerne draufgehalten und ausgeschmückt, was hier ohne Frage Sinn ergibt. In manchen Aufnahmen erkennt man Genreeinstellungen à la Kill Bill, und andere genießt man einfach nur, versunken ins Panorama.

                                  "Inglourious Basterds" ist in meinen Augen wahrscheinlich Tarantinos Meisterwerk. Ein bitterböses Kriegsmärchen mit Anspruch, wahnsinnigen Dialogen, einer wichtigen Botschaft, beeindruckender Inszenierung, faszinierender Musik und dem ganz besonderen Genre-Anstrich, wie ihn nur der Filmfreak unter den Filmemachern einem Werk aufdrücken kann.

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                                    TheW0lF 12.08.2014, 21:02

                                    Auch wenn ich Tarantino Streifen normalerweise überhaupt nicht ab kann, ist dieser wirklich ausgezeichnet!

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                                      howartwollowitz 11.08.2014, 19:40

                                      Idiotisch.
                                      Dumm.
                                      Billig.
                                      Nicht Unterhaltsam.
                                      Ein ewiges Sinnloses gefledder und Geballer.
                                      Schade das man dafür so viele gute Schauspieler verfeuert hat.

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                                        Ghost-221B 08.08.2014, 19:29

                                        ländliche szenerie. wäsche an der leine. ein mann blickt in die ferne. fahrzeuge nähern sich und wäm! eine kombi aus westerntune und beethovens für elise setzt ein, punktgenau auf den schnitt abgestimmt.
                                        selten war mir so schnell klar, dass ich im richtigen kinofilm sitze.
                                        Die Kombination von Schnitt und Musik war schon immer etwas, dass ich an Tarantino sehr bewundert habe....man denke nur an Pulp Fiction und Travoltas und Jacksons Walk über den Flur, kurz nach der legendären Burger-Szene.
                                        Bei Ingelorious Basterds handelt es sich damit um eins von vielen features, die trotz einiger längen einen genialen Film ausmachen. Um noch einige andere zu nennen: Christoph Waltz ist nicht der einzige der hier endlich zu seinem wahren Ich findet - auch Till Schweiger erkennt endlich mal den Wert von Nomen est Omen und hält einfach mal die Klappe...was zu einer der coolsten Charaktereinführungen der letzten zehn Jahre führt (Ich möchte meinen, nur der erste Auftritt von fronsac und mani in Le Pacte des Loups 2001 hat mich ähnlich angemacht). Leider gibt es, wie bereits erwähnt längen und...tragischerweise....diane kruger, das kostet den film für mich die zehn, herrliche Details wie die kleine Film Noir Reminiszens in der sich Mélanie Laurent (oder auch: So versucht Diane Kruger zu sein, ist aber leider zu blass und lame) für ihre große Stunde vorbereitet retten die 9. Im Sinne des multilingualität der sich Tarantino hier verschreibt - je l'aime, ich liebe es, love it!

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                                        • 6 .5
                                          vladvanhelsing 03.08.2014, 10:34

                                          Kein Meisterwerk wie Pulp Fiction, leider nein. Diese Form von 94 erreicht Taratino wohl nie wieder. Wegen eines unglaublichen Christoph Waltz muss man den Film dennoch gesehen haben. Der Regisseur kann die auf ihn projizierten, zugegebener Maßen fast unfair hohen Erwartungen einmal mehr nicht erfüllen. Aber für alle Fans die den Film noch nicht gesehen haben: Man erwartet Tarantino und kriegt Tarantino, mehr ist meinerseits hier nicht zu sagen und das kann nicht jeder Mann hinter der Kamera von sich behaupten!

                                          • 9 .5
                                            franz.wagner.560 31.07.2014, 02:30

                                            Der beste Tarantino-Film meiner Meinung nach, was ich bei diesem Film so extrem gut fand war die extreme intensive Entwicklung der Gespräche im film, so stück für stück, und von 0 auf 100 einfach genial.

                                            • jacker 27.07.2014, 13:42

                                              Tarantino #6 - 2009: INGLOURIOUS BASTERDS

                                              Gott sei Dank ist Quentin Tarantino nach dem quasi-Debakel DEATH PROOF scheinbar lange in sich gegangen und/oder hat sich zwei Monate auf Loop PULP FICTION angeschaut, um sich darauf zu besinnen wo seine eigentlichen Stärken liegen. Es muss so sein, denn was Tarantino's freche Geschichtsumschreibung INGLOURIOUS BASTERDS in gleichem Maße wie sein genanntes Zweitwerk großartig macht, ist nicht nur die ähnliche Erzählweise (Kapitel - Tarantino ist offensichtlich immer am besten, wenn er fragmentarisch in Kapiteln erzählt), oder die Mythen-umrankte Laufzeit von 154 Minuten, sondern es ist das intensive, mitreißende Gefühl beim Schauen des Films.

                                              Es ist die tolle, immer wieder aus gewohnten Mustern ausbrechende Kamera, es ist die Lässigkeit, mit der ganz selbstverständlich absurde Figuren ins Geschehen schmeißt und sie noch selbstverständlicher irre Dinge tun lässt, es ist der gelungene Soundtrack, der immer wieder durch die herben Kontraste zum Gezeigten seine pointierte Wirkung entfaltet und es ist - und das ist das Herz eines jeden gelungenen Tarantino-Films - die Fähigkeit Dialoge zu schreiben, die teilweise wie nicht von dieser Welt erscheinen.

                                              Dialoge in denen nie nur das Gesagte Gewicht hat. Im Gegenteil, in denen das Ausgesprochene nur Tarnung, für die zum zerreißen spannende und energiereiche Ebene unter Oberfläche ist. Es gelingt Quentin Tarantino immer wieder Momente zu kreieren, die auf den ersten Blick ganz ruhig erscheinen, jedoch eine nicht in Worte zu fassende brodelnde Spannung entwickeln, einen Sog wie ihn keine Auto-Verfolgungsjagd, kein Faustkampf und keine sonstige Action-Szene dieser Welt erzeugen kann. Da führt ein brillanter Christoph Waltz als Hans Landa in der Stube des einfachen Bauern LaPadite "nur" eine simple Befragung zum Aufenthaltsort einer jüdischen Familie durch. Da fühlt ein vollkommen überragender August Diehl "nur" dem ihm vollkommen ebenbürtigen Michael Fassbender in einem Kneipengespräch auf den Zahn, um die Herkunft eines Dialektes zu erkunden. Da ist wieder Hans Landa, der "nur" der Kinobesitzerin Shosanna einige Fragen über ihr Theater stellt.

                                              Andere Filmemacher würden aus diesen Situationen einen leichten Spannungsaufbau generieren, der nur funktioniert weil man weiß, worauf es hinaus laufen könnte. Aber Tarantino macht daraus so viel mehr: Jedes Wort vibriert, als würde es sich kurz vor der Explosion befinden, die Dramatik steigert sich von Sekunde zu Sekunde und kaum etwas vergleichbares erfüllt die Hitchcock'sche Definition der Suspense (die brennende Lunte, deren Länge und Ziel wir jedoch nicht abschätzen können) in der heutigen Zeit perfekter. Situationen, die sich minutenlang nur eine Nuance vor dem fatalen Kippen befinden - wahre und echte Spannung, einzig allein aus Dialogen generiert. Genial!

                                              Nachdem ich sämtliche Tarantino Filme über Jahre nicht gesehen hatte und nun alle mal wieder genossen habe ist mir zudem eins klar geworden: Irgendwie dreht der Mann oft verdammt nah am Western. Bis auf DJANGO UNCHAINED natürlich immer in völlig andere Gewänder gehüllt, aber doch sind ständig Einflüsse zu erkennen. Hier vielleicht am stärksten? Der Score, die Rache-Story, der loyale Trupp von (ganz bewusst völlig überzogen schwarz/weiß gezeichneten) Kämpfern für "das Gute" - einige von vielen Elementen, die wir Jahrzehnte vorher zuhauf in den staubigen Weiten des amerikanischen Flachlandes verfilmt fanden. Shosanna der gebrochene Held, die Basterds die unterdrückten Indianer, die gegen den Besatzer kämpfen, Frederick Zoller der Zweifler, der irgendwie die Verbindung zwischen den Fronten schaffen will?

                                              Ein wenig mehr zum Inhalt: Klar kann man sich fragen, was dieser Film eigentlich soll. Warum wird hier internationale (vor allem auch unschöne deutsche) Geschichte frei und provokativ umgeschrieben, ohne dabei die (vor allem in unserem Lande ja so stetig geforderte) nötige Ehrfurcht zu zeigen - immerhin wurde dem Film und somit auch Quentin Tarantino alles mögliche an den Kopf geworfen, bis hin zu Respektlosigkeit gegenüber den Leiden des zweiten Weltkriegs. Ich denke dass es einfach eine gewisse Mentalität in der Herangehensweise war, die uns diesen tollen Film beschert hat. Eine Mentalität, die es viel öfter geben sollte:

                                              "What if?" vs "Let's just do it!"

                                              Was wäre, wenn Hitler durch einen verrückten Söldnertrupp zu Fall gebracht worden wäre?
                                              Und was wäre, wenn damit auch noch direkt die Vorführung eines Films zu tun gehabt hätte?
                                              Ja, was wäre dann - lass es uns durchziehen und es herausfinden!

                                              Und im Resultat hat Quentin entgegen aller Vorwürfe einen sehr positiven Film gedreht. Einen der - wie es bei der Liebe zum Film seines Autors ja schon gängig ist - die Liebe zum Kino feiert und sagt: "Kino kann etwas verändern!", einen der lauthals ruft: "Der richtige Film am richtigen Ort kann Geschichte schreiben!". Das mag romantische Schwärmerei sein, aber es ist nun mal die Begeisterung eines Cineasten, die aus diesen Szenen spricht. Und ebenso wurde hier, entgegen der Vorwürfe einen Film der lediglich stumpfe Gewalt zelebriere gedreht zu haben, genau das Gegenteil gemacht. Zwar ist Gewalt hier wieder ein drastisches Mittel zum Zweck, doch flechtet Q.T. auf einer meta-Ebene sogar innerhalb seines Filmes eine interessante Betrachtung über den Unterschied zwischen realer und fiktiver Gewalt ein. Im Werk STOLZ DER NATION werden die "Heldentaten" des deutschen Soldaten Frederick Zoller gefeiert. Ruhm, der darauf basiert im Alleingang etwa dreihundert Menschen getötet zu haben. Und daran ist nichts mehr cool, oder unterhaltsam.

                                              Shosanna: "Sie sollten unten sein und feiern. Das ist ihr Film"
                                              Zoller: "Und was. Ich habe dreihundert Menschen getötet. Das ist nichts worauf ich stolz sein sollte."

                                              Und auch am Ende, wenn Eli Roth als der Bärenjude mit Hass-verzerrtem Gesicht sein Maschinengewehr Magazin für Magazin in die Menge deutsche Premierengäste entlädt, ist nichts mehr cool, oder unterhaltsam, sondern INGLOURIOUS BASTERDS schleudert uns eine riesige Dosis konzentrierten Hass ins Gesicht - und zwischen den Zeilen steht in großen Buchstaben: "Hier ist niemand mehr der Gute. Hier regieren nur noch Hass und daraus resultierende Zerstörung. Und das kann NIEMALS gut sein, egal wer wen hasst und in welche Richtung sich die Gewalt entlädt!" Es steckt mehr dahinter, als etwas coole Musik und Unterhaltung!

                                              Alles in allem ist das Werk eine Ansammlung an drastischen, coolen, intensiven und bedrückenden Episoden, die von stark ausgewählter Musik, toller Ausstattung und vor allem besagten Dialogen in Verbindung mit absolut übermenschlich-gutem Schaupiel getragen werden. Da ist nicht nur Christoph Waltz (den ich gegen Ende zeitweise sogar fast als etwas zu viel empfinde), da sind auch August Diehl, Mélanie Laurent, Michael Fassbender, Brad Pitt, Diane Kruger (ja, auch die, denn die Rolle des oberflächlichen, nie ihr wahres Gesicht zeigenden Reichs-Starlets könnte nicht besser verkörpert sein) und sogar Til Schweiger, Daniel Brühl, Eli Roth, etc. machen einen tollen Job. Jeder wächst hier über sich hinaus. Dazu noch angenehm wenig Film-Referenz-Namedropping und mehr echter Q.T. Stoff - einfach rundum gelungen, vom Gefühl am nächsten an PULP FICTION und so umfangreich, dass die ANzahl an potentiellen Sichtungen nicht in eine Zahl gepackt werden kann.

                                              Bitte als nächstes wieder genau so, Herr Tarantino!

                                              [http://weltamdraht.blogsport.de/2014/07/28/review-inglourious-basterds-2009]

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                                                Knorkritiker 27.07.2014, 01:25

                                                Wie immer ist der Film Geschmackssache. Ich find ihn ziemlich cool, obwohl mir manche Darsteller nicht gefallen, wie zum Beispiel Eli Roth oder Diane Kruger.
                                                Der Film ist sonst gut gegliedert und cineastisch natuerlich schoen inszeniert mit perfektem Einsatz von Musik und Kameraperspektive. Kein Meisterwerk, aber ein solider Tarantino. Ich bleib bei Kill Bill I ;)

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                                                  the_chosen_one 26.07.2014, 22:07

                                                  "Inglourious Basterds" ist eigentlich ein ziemlich guter und unterhaltsamer Film von Quentin Tarantino

                                                  Es geht um ein paar Jüdische Soldaten, die sich an Nazis rächen, indem sie sie foltern, töten und am Ende ein Hakenkreuz in die Stirn ritzen.

                                                  Die Besetzung war für mich etwas ungewöhnlich aber trotzdem ganz passend. Ich fand sogar Till Schweiger gut in dem Film (obwohl er eigentlich sehr früh gestorben ist :D)

                                                  Was mich am Ende dann doch etwas störte, war der Schauspieler, der Hitler gespielt hatte. Der war irgendwie unpassend für die Rolle.

                                                  Im Großen und Ganzen ein gelungener Film, der an vielen Stellen auch lustig ist ;D

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                                                    Bleecher 22.07.2014, 16:17

                                                    Tarantino verläßt die Geschichte und bringt seine höchst eigene Sicht des Unterganges des Naziregimes auf die Leinwand. Manche mögen das mutig finden oder originell. Mir sagt das nichts. Ich glaube eher, das der Regisseur absichtlich diese Story erfunden hat, um aus dem eingefahrenen Gleis der historischen Realität zu entkommen und nun mal was ganz "Neues" zu präsentieren.
                                                    Ich habe mich zuallerst gefragt, warum da Basterds geschrieben wurde anstelle von Bastards, wie es richtig geheißen hätte. Ich habe noch keine Antwort auf diese Frage gefunden.
                                                    Diese Basterds werden also in Frankreich abgesetzt und sollen grausam und brutal das deutsche Militär dezimieren. So werden sie beispielsweise angewiesen, getötete Deutsche zu skalpieren. Bald sind die "Bastards" gefürchtet unter den Deutschen.
                                                    Derweilen geht der Oberst der SS, Hans Landa, seinen mörderischen Geschäften nach. Er besucht den Hof eines französischen Milchbauern und entlockt ihm mit einer perfiden Frage- und Antworttechnik, das sich unter dem Fußboden eine jüdische Familie versteckt. Darauf wird der Boden mit MG-Salven durchsiebt und es stirbt die ganze Familie mit Ausnahme der Tochter, die Landa entkommen läßt.
                                                    Der Film enthält die Tarantino-übliche Gewalt, ohne die es scheinbar nicht geht. So wird das Skalpieren gezeigt, was ich echt widerlich fand. Aber auch eine ganze Reihe anderer Gewaltexzesse wird einem vorgesetzt oder sollte ich sagen, zugemutet. Darunter nicht zuletzt das Massaker im Kino, das laut Tarantino das Abschlagen des Kopfes des NS-Regimes zeigen sollte.
                                                    Überhaupt war die Gewalt in diesem Streifen teilweise völlig deplaziert und passte nicht in den Film hinein. Ich würde Tarantino einen besseren Regisseur nennen, wenn er das zumindest auf ein erträgliches Maß reduzieren würde.
                                                    Insgesamt gesehen war Django Unchained besser als Inglourios Basterds.
                                                    Eine 6.5 dafür.