Inglourious Basterds - Kritik

US 2009 Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie, Actionfilm, Kinostart 20.08.2009

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Kritiken (36) — Film: Inglourious Basterds

SoulReaver: CinemaForever;DieDreiMusche...

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8.5Ausgezeichnet

[...] Tarantino stellt mit „Inglourious Basterds“ vor allem sein brillantes Verständnis in Sachen Perzeption und Interaktion mit dem Rezipienten unter Beweis, in dem er Sympathie, Antipathie, Begeisterung und Animosität nach Lust und Laune durcheinander würfelt und dem Zuschauer ihm wie einen treu-blöden Köter an der Leine folgen lässt, bis er sich schließlich im großen Finale selbst in die heiligen Hallen eines Lichtspielhauses wagt und seinem Publikum durch die jubelnden Gesichter des Naziregiments bei der Uraufführung des Propagandafilmes „Stolz der Nation“ den Spiegel vor Augen hält. „Inglourious Basterds“ ist eben nicht nur ein Spiel der verschiedenen Situationen im Mantel differenter Genre-Elemente, sondern auch ein mit den unterschiedlichen Perspektiven jonglierendes Glanzstück, in dem der Meister mit der markanten Kinnlade hinter der Kamera sozusagen den Weg nach Hause gefunden hat. [...]

Kritik im Original 43 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten

kobbi88

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Dürfte ein neuer Fremdwörter-Rekord sein. Sogar für dich, Souli ;) Aber nach aufschlagen meines Dudens hab ich dann doch alles kapiert^^

HAMMERmäßiger Kommentar. Die Frage ist aber: warum "nur" 8,5?


SoulReaver

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Ahwas, so schlimm wars nun nicht, aber danke :).
Ab 8,5 beginnen bei mir die Meisterwerke und dazu muss halt noch innerhalb der Tarantino-Filme differenziert werden. Aber du hast Recht, 9 würden dem auch stehen.


Timo K.: Blockbuster Entertainment

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8.0Ausgezeichnet

Tarantinos pulpig-pfiffiger, leicht zerfaserter Geschichtsgag mit gezwungenem, aber gekonntem Authentizitätsfaschismus: Eine Weltkriegsfarce und ein Weltkriegsspaß, eine Weltkriegsschmonzette und eine Weltkriegsserviette, auf der in märchenhafter Elegie brutal-pointierte Episoden aus dem Leben überschwänglicher Monologapologeten serviert werden. Die Sprache ist gefährlicher als die Tat, der hochhackige Schuh gefährlicher als das Laufen in ihm, Schweiger ist ungefährlich, wenn er schweigt. Und Waltz walzt alles nieder – selbst den österreichischen Apfelstrudel. Appel an die Nazis: Ihr könnt die ganze Welt besiegen, allein, an der Macht den Kinos kommt ihr nicht vorbei! Dem HEILer Tarantino sei Dank.

38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Andy Dufresne

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Kurz und knackig:Sehr schön!


Timo K.

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Danke euch.^^


Mr.Film: City of Cinema

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8.0Ausgezeichnet

In Sachen Quentin Tarantino habe ich nur wenige Lücken die noch gefüllt werden müssen, eine davon war eine etwas größere, ich hatte bis vor kurzem nämlich noch sein stark umjubeltes Werk "Inglourious Basterds" auf der 'To-Watch'-Liste. Den Film kann ich jetzt jedoch mit einem imaginärem Häckchen verzieren.

Wenn Tarantinos Filme etwas sind, dann Erlebnisse. Einzigartige Erlebnisse, die man in seiner Karriere als Filmliebhaber wohl nie wieder vergessen wird. Als Fan erst Recht nicht. Das liegt vor allem daran, dass Tarantino seine Liebe zur Sache so wunderbar bündelt und in jedes einzelne seiner Projekte steckt. Das Ergebnis ist eigentlich so gut wie immer meisterlich. Tarantinos Gabe beinhaltet aber nicht nur diese einzigartige Vorgehensweise bei dem Dreh, sondern hat er auch noch ein unglaublich feines Händchen für den Cast. Man sieht die erste Szene in der Christoph Waltz, der Judenjäger, auf einen Bauernhof kommt um seinem Job nachzukommen. Er redet mit dem Besitzer des Grundstückes, tastet sich mit präzisen Fragen an das Hauptziel heran: Wo sind die Juden? Und obwohl es kaum verachtigungswürdiger geht, was er dort tut, findet man das Ereigniss an sich aufregend und faszinierend. Das liegt eben in erster Linie an der Oscarwürdigen Performance, Waltz ist ein Gott in diesem Film. Tarantinos Dialoge sind 'nur' das Futter was dieser Mann braucht. In der gleichen Liga spielt hier meiner Meinung nach noch Brad Pitt, seine Verkörperung der Rolle des Chef's der Basterds ist phänomenal, Pitt zeigt einmal mehr das er absolut nicht nur der Schönling Hollywoods ist. Das soll jedoch nicht heissen das der Rest schlecht war, wie bei jedem Tarantino Film kann ich auch hier behaupten das jeder auf einem guten Level gespielt hat.

Genug Geschwärme von den Personen (wobei die ganzen löblichen Worte natürlich gerechtfertigt sind), die Story und der Umgang mit dem Thema bietet einen weiteren Anlass für nette Worte. Ich liebe es wie Tarantino in Kapiteln erzählt, wie er sich hier Schritt für Schritt seinem grande Finale nähert. Mit detaillierten Schritten die einwandfrei durchdacht wurden. Es ist einfach herrlich wenn man einen anscheinend normalen Hitler auflaufen lässt, ihn dabei aber so wunderbar parodiert, es ist toll wenn die Dialoge ewig lang, aber immer noch zu kurz sind, und verdammt nochmal ist es ein einziges Haarsträuben wie der Spannungsbogen gehalten wird.

Was "Inglourious Basterds" Grundstory von einem anderen Kriegsfilm unterscheidet, ist wohl nur ein schmaler Grat, doch ist die Darstellung hier eine seltene. Tarantino schafft es mit viel Humor an dem Thema dranzubleiben ohne jedoch lächerlich zu wirken, der Film trifft wie der Baseballschläger des Bärenjuden immer und immer wieder ins Schwarze. Und wisst ihr was? Das alles wird mit Musik unterstrichen, die nur Tarantino liefern kann, die, wenn man es sich recht überlegt gar nicht so wirklich reinpasst, und es deswegen so besonders macht. Tarantino, du hast dich endgültig zu einem meiner Lieblingsregisseure gemausert.

„Bingo! Ist das lustig.“

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J4KOB

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Wer Kruger schlecht findet und sich mal vom Gegenteil überzeugen will, dem kann ich "Mr. Nobody" ans Herz legen.


Mr.Film

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@Hoffi: Das der Score von Tarantino stammt, hab ich ja nie behauptet. Danke J4KOB dass du das schon gesagt hast :)
@Magnolia: Ich mag Miss Kruger, ist da also wieder Geschmackssache, wobei J4KOB auch hier nochmal die richtigen Worte gefunden hat :) Und Schweiger hat mir in seiner Rolle gefallen, sein "Ich schau dumm aus der Wäsche"-Blick hat da einfach wunderbar gepasst.


evants.com: eventsandtrends.com

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9.0Herausragend

Man durfte auf „Inglourious Basterds“ gespannt sein, zumal es ungewöhnlich ist, dass ein Regisseur wie Tarantino in Deutschland dreht und für seinen Film Schauspieler wie Til Schweiger und Daniel Brühl verpflichtet. Das Konzept geht auf: Das insgesamt konsequente Festhalten an Darstellern aus Amerika, Frankreich und Deutschland wirkt sehr stimmig und passend. „Inglourious Basterds“ ist in fünf Kapitel aufgeteilt, wobei im fünften die Fäden zusammenlaufen und alles auf den Showdown hinausläuft. [...] Wer sich auf „Inglourious Basterds“ und somit auf unkonventionelles Kino einlässt, bekommt zweieinhalb Stunden wunderbar groteske Unterhaltung à la Tarantino geboten.

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, Moviebre...

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8.5Ausgezeichnet

Die ersten Bilder und Filmausschnitte die von "Inglorious Basterds" durch die Welt flimmerten ließen auf einen Kriegsfilm im Italo-Western Stil schließen und tatsächlich ist der sechste Spielfilm vom kultisch verehrten Filmnerd Tarantino zu Teilen eine Mixtur aus Spaghetti- Western und B-Movie Kriegsaction, aber halt nur zum Teil, denn die "Basterds" bestehen nicht nur aus fünf Kapiteln sondern auch aus einer wilden, oftmals etwas stoischen, ja fast schon bockig verquerten Verkettung von cineastischen Stilen. Da gibt es noch Groteskes, Satirisches, Dramatisches und Explosives alles verbunden zu einem dreckigen Märchen für Erwachsene, ein Märchen von einem Erzähler, von dem man eigentlich etwas anderes erwarten hätte.

Natürlich bieten die "Basterds" aber typische und lieb gewonnene Tarantino-Standards: Übertriebene, comicartige Gewalt die eruptiv aus der Handlung bricht, eine Fülle von Filmzitaten, ein herausstehender wie toller Soundtrack und großartige Dialoge die von großartigen Darstellern vorgetragen werden. Besonders gut: Christoph Waltz als SS Oberst Hans Landa, der mit seiner sprachlichen wie psychologischen Eloquenz, seiner bürokratischen, manchmal sogar kindlicher Gefühlskälte klar und prägnant aus dem Cast hervorsticht.
Diese qualitativ hohen und immer wieder sehenswerten Standards, die von Tarantino immer wieder aus der Mottenkiste geholt und recycelt werden, sowie die erfrischende Trotzigkeit sich nicht der historischen Korrektheit und Objektivität zu unterwerfen, bringen den „Inglorious Basterds“ eine knurrige Note die sich durch die fünf Kapitel und die verschiednen Genreversatzstücke schneidet wie das Jagdmesser von Leutnant Aldo Raine durch einen Nazikopfhaut. Die klare Aussage am Ende des Films wird so robust verfestigt. Eine Aussage die jedem Filmliebhaber gefallen dürfte: Das Kino besiegt den Faschismus. Dass war (und ist) oft nicht so, aber wer will schon ein Märchen ohne Hoffnung.

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beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/

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9.0Herausragend

Fast 160 Minuten dauert das Spiel, und keine davon ist vergeudet. Wer einen actiongeladenen Film erwartet, wird enttäuscht, wer ein vor Zitaten und Hommagen übersprudelndes Kammerstück sucht, ist hier genau richtig. Stellenweise hat man sogar das Gefühl, der Film sei speziell an uns Deutsche gerichtet, entdeckt man doch an jeder Ecke bekannte Gesichter und kann sich über Details wie Winnetou oder “Ich wollt ich wär ein Huhn” freuen, mit denen ein Amerikaner so gar nichts anfangen kann.

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Mr.Winchester

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150min sind vergoldet°!


peter-noster: Mostly Movies

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8.5Ausgezeichnet

Tarantino lässt die Leinwand nicht nur sprichwörtlich brennen. Doch nicht nur in seinen lauten Szenen können die “Basterds” punktenn. Die ersten 20 Minuten, die nur ein Gespräch enthalten, gehören zu den spannendsten des ganzen Jahres. Das schöne daran: Wie sonst gerne bei Tarantino existiert der Dialog nicht nur zum Selbstzweck, sondern führt zu einer überraschenden Auflösung. Christoph Waltz wird nicht ohne Grund allerorts für seine differenzierte Darstellung des Fieslings Hans Landa gelobt und darf sich so über späten internationalen Ruhm freuen. Er ist so stark, daß die “Basterds” im Vergleich überraschend den uninteressanteren Teil des Films ausmachen. Als Cineast gefiel mich natürlich auch die Kinobesitzerin in ihrem Widerstandskampf, der – wie eingangs schon erwähnt – zu einem der besten Bilder des Films führt.

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Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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9.5Herausragend

Manch Kritiker hatte das Regiegenie im unfertigen "Death Proof" schon vor die Wand fahren sehen; einer der größten Filmemacher seiner Zeit ausgeblutet in blinder Zitierwut und Gewaltorgien. Und was macht Quentin Tarantino? Zieht mit den "Inglourious Basterds", der erklärten Anti-"Walküre", in den Zweiten Weltkrieg und vollführt einen dialoggewaltigen Befreiungsschlag.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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7.0Sehenswert

[...] Die Figurenzeichnung ist äußerst plastisch - Während Bösewicht Hans Landa dabei noch halbwegs real wirkt, ist Basterds-Anführer Aldo Raine (Bratt Pitt) schon fast wie eine Comicfigur überzeichnet, was aber durchaus gewollt ist. Laut Tarantino ist Inglorious Basterds ein Spaghetti-Western im Zweiter Weltkriegs-Setting, was den Film sehr treffend charakterisiert. [...]

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Nahtigall

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Das ist Typisch. Pitt wirkt wie eine Comicfigur, QT sagt. Das gehört so und alles ist gut. Klasse, Tarantino scheißt auf die Strasse und Ihr stellt euch das in die Vitrine


Enk

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Ach Gott, Tarantino hat auch schon viel Durchschnitt produziert. Und Basterds ist zwar gelungen, aber auch nicht gerade sein Meisterwerk


Stryke: inderzange.de

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9.0Herausragend

Ein brillianter Film vom Altmeister, der wie schon “Pulp Fiction” vor ihm durch seine Dialoge, seinen Charme und Witz noch lange in den Köpfen der Zuschauer herumwuseln und öfters zurückdenken lassen wird. Schwachpunkte sind einzig und allein einige verzeihbare Längen, die aber wenig ins Gewicht fallen. Alles in allem war das ein Bingo ähh .. ich meinte: “Bingo, Quentin!”.

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Nahtigall

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Letzlich sind meine Kommentare auch ein wenig dadurch genährt, das ich den Hype um Tarantino nicht nachvollziehen kann.


Hippiekiller

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Man sollte dennoch auf dem Teppich bleiben und manche Dinge neutral anpacken!


Hausmeister: Nerdtalk.de

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9.0Herausragend

[...] Fazit: kommt selten vor, dass man im Kino sitzt und das Gefühl hat, einen zukünftigen Klassiker gesehen zu haben. „Inglorious Basterds“ ist ganz großes Kino und sicherlich ein Film, der auch bei der dritten Sichtung noch fesseln und Neues bieten kann.

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Ines Walk: film-zeit.de

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9.0Herausragend

Habe mich von Tarantino überraschen lassen. Bin keiner seiner Fans, aber die Basterds überzeugen durch die Story und die Umkehrung der Historie ... erstaunlicher Weise auch durch die deutschen Schauspieler. August Diehl - brillant als schneidiger SS-Scherge, Til Schweiger - gut, weil er nicht sprechen muss, Sylvester Groth usw. Nur Diane Kruger ist unglaublich schlecht.

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Replicant

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Wann war Diane Krüger jemals gut?


thedirector

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IB war für mich definitiv das Highlight von 2009! Ganz grosses Kino!


Corsovilla: SchönerDenken

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9.0Herausragend

“Bastarde” gehört zu den Filmen, die man gesehen haben muss. Ein Brett von einem Film, sehr intensiv, oft sehr klug, unglaublich besetzt – bisher Tarantinos bester Film. Tarantinos Kino ist immer auch ein Kino über DAS KINO und folgerichtig konzentriert sich das Geschehen in “Inglourious Basterds” immer mehr in einem Kinosaal. Hier finden die Guten Zuflucht und Liebe, hier dringen die Bösen ein, hier wird applaudiert, gemordet, hingerichtet. SPOILER. Und am Ende ist es nicht eine Kirche voller Juden, sondern ein Kino voller Nazis, das in Flammen aufgeht. Und wenn das Gesicht einer Jüdin über den verbrennenden Nazis auf den Rauch projeziert wird wie das Antlitz einer Rachegöttin, dann muss man zugeben: Das konnte nur Tarantino auf die Leinwand bringen. Respekt. [mehr im Podcast]

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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10.0Herausragend

VORSICHT: KOMMENTAR MIT SPOILER!! --------

[...]„Once upon a time in nazi-occupied France“ - Ja „es war einmal“ und Tarantino hat im Gespräch mit dem SPIEGEL auch zu Protokoll gegeben, dass er kein Problem damit hat, wenn sein neuer Film als eben diese märchenhafte und kontrafaktische Fiktion, die der Historie diametral gegenübersteht, aufgefasst und interpretiert wird. Und so ist die Geschichte die er in „Inglourious Basterds“ erzählen möchte, eine Wunschphantasie die ebenso naiv wie verständlich ist: Die Kraft der Imagination – in diesem Fall das Kino – siegt über das Böse, siegt dort wo die Realität versagt hat. Und es stimmt schon: Wenn Tarantino am Ende von „Inglourious Basterds“ das Kino, also quasi sein Heiligtum, sein ganz persönlicher Tempel, in Flammen aufgehen lässt und der versammelten Nazi-Entourage um Hitler, Goebbels und Göring die Lichter ausbläst, dann ist das nicht nur ein gewaltiges Opfer eines an seine Existenz glaubendes Märchens, sondern auch das dezidierte Verlangen eines sich durch sich selbst befreiendes Kinos, das die Aufforderung zur Unterhaltung, die Spaß machen und nicht belehren soll, in sich trägt. In dem kleinen französischen Kino brennen nämlich nicht zuvorderst der historische Hitler oder der historische Goebbels, gehen nicht die historischen Embleme, Standarten und Symbole des nationalsozialistischen Terrorregimes in Flammen auf, sondern das oftmals verzerrte Bild des Dritten Reichs, das die Filmgeschichte in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht und kultiviert hat.[...]

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fkfilmkritik

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Danke für die Warnung ;)


Khitos: Kälte Reich

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7.0Sehenswert

[...]Inglourious Basterds ist bei weitem einer der gewagtesten Filme dieses Jahres und spricht ein dunkles Kapitel der Geschichte an, wuschelt dessen fiktive Haare und gibt ihm einen kleinen Klaps auf die Backe. Oder doch eher einen Schlag ins Gesicht. Das Wort ,,Meisterwerk” werde ich – wie viele andere es schon getan haben – sicherlich nicht verwenden, dafür gibt der Film für mich zu wenig her. Das heißt aber nicht, dass Inglorious Basterds nicht gut war, er war sogar sehr gut. Wäre Aldo Raine real, würde er den Film lieben, seine hundert Nazi-Skalps hätte er sicher.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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7.0Sehenswert

So kann „Inglourious Basterds” durchaus packen und unterhalten. Nicht zuletzt durch exzellente Schauspieler. Hier zahlt es sich auch aus, dass die amerikanische Produktion mit viel deutschen und auch staatlichen Produktionsmitteln unterstützt wurde. Das deutsche Publikum bekommt etwas für seine Steuereuros: Til Schweiger schweigt oder tobt stereotypisch. Diane Krüger als Filmdiva Bridget von Hammersmark chargiert wieder zu übertrieben und wirkt eher peinlich als passend. Viel besser treten Daniel Brühl als naiver Kriegs- und Kinoheld Zoller sowie August Diehl als äußerst scharf denkender Gestapomann auf. Tatort-Kommissar Christoph Waltz spielt den Nazi-Offizier Hans Landa großartig verschlagen und spleenig. Er hat tatsächlich eine größere Show als Brad Pitt. Ein bitterer Beigeschmack bleibt allerdings bei all der Kriegs-Unterhaltung: Tarantino erzählt völlig ohne moralische Bedenken. Seine Nazijäger agieren ebenso menschenverachtend wie die Nazis. So was passiert einem wahrscheinlich, der nur in Schwarz-Weiß-Kategorien sieht.

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sushi25: movie-fan.de

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8.0Ausgezeichnet

Christoph Waltz ist genial als "Jew-Hunter" Hans Landa. Dass ich aus einem Tarantino-Film komme und mir denke, dass ich gerne mehr zu den übrigen Charakteren erfahren hätte, ist einerseits eine positive Überraschung, zeigt aber auch die Schwäche des Episodenaufbaus und der Dramaturgie.

Die Basterds hatten bedeutend mehr "Roten Faden" als Kill Bill und sind definitiv einen Kinobesuch wert.

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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9.5Herausragend

Tarantino ist bekannt als Cineast und Filmemacher. Und in Basters - mit dem Fokus auf Shosannas Kino und einem gewaltigen Film-im-Film, der eindringlich seinen Höhepunkt findet - übt er sowohl seine Obsession mit Rache, als auch seine Faszination mit Filmen aus. Das Ergebnis ist blutig und glorreich.

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Xander8112: Xanders Blog

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7.0Sehenswert

[...]
Inglourious Basterds ist aber trotz allem gut. Der stimmungsvolle Einstieg und die auch im weiteren Verlauf durchaus vorhandenen sehr guten Szenen trösten ohne weiteres über die (ebenfalls durchaus vorhandenen) Schwächen hinweg. Sicherlich, die lange Laufzeit ist auch wieder ausschweifenden Dialogen geschuldet. Doch wirken diese in dem Film nicht fehl am Platze, stören nicht und lassen den Zuschauer auch nicht gelangweilt im Kinosessel einschlafen. Im Endeffekt also: Ein durchaus guckbarer, guter Film.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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6.0Ganz gut

Eine Menge brillanter Momente und effektiver Szenen, stehen ebensovielen Längen gegenüber und dem bekannten Tarantino-Problem, das schon in Death Proof sehr deutlich wurde: Die fehlende Disziplin und Entwicklung in Dramaturgie und Storyführung und die absolute Leere die hinter den Bildern steht.

Die Unterteilung in Kapitel kaschiert mehr schlecht als recht, dass der Film nach einer grandios-finsteren Eröffnungsszene, in der Christoph Waltz einen der wohl faszinierensten Bösewichte der jüngeren Filmngeschichte entwirft, relativ ziellos in sich geschlossenen Szenen aneinanderreiht, die nie eine in sich zwingend geschlossenen Handlung ergeben und von höchst durchwachsener Qualität sind.

Großartiger Wortwitz wechselt sich mit klamaukiger Sitcom-Dramaturgie ab, die einen sich bisweilen in der Hardcore-Version von "Hogans Heroes" wähnen lässt. Und immer wieder auch Langeweile und Szenen die weitergehen, wenn sie eigentlich ihr Zeit schon mehr als ausgespielt haben.

Das nie ein Gefühl des Krieges, von Weite, von Stadt oder Landschaft aufkommt, das man sich bisweilen in den nach Sets aussehenden Sets gefangen fühlt, mag Absicht sein, macht den Film aber auch kleiner als er sein müsste.

Dazu kommt die übliche Haltungslosigkeit Tarantinos, der Nazis als Zitat eines zitierten Zitats einsetzt. Eine bloße Reflektion, einer Karikatur einer Vereinfachung. Es ist die beabsichtigte völlige Bagatelisierung der Popikonographie des dritten Reiches, die die Nazis und Hitler weit aus dem Bereich der bequemen Bösewichte hollywoodscher Prägung, ins reine Abstraktum, als Formfleisch der reinen Leere von Tarantinos Versatzwelt führt. In Tarantinos Universum wird alles beliebige Pose, Nazis und Juden und Holocaust werden aufgelöst in einem ebenso mutigen, wie banalen Brei aus Imponiergehabe, Chuzpe und Ahnungslosigkeit.

Das kann als Befreiungsschlag angesehen werden zur endgültigen Entdämonisierung der Nazizeit oder bubihafte Allmachtsphantasie eines Wolfenstein-Spielers mit Italofilmbackground - die Wahrheit liegt wohl in der Mitte.

Inglorious Basterds gucken ist in seinen besten Momenten so gut wie Reservoir Dogs und in den schlimmsten wie Death Proof und Kill Bill 2 zusammen. Und wie immer ein bißchen auch wie eine Tüte Marshmellows auffressen, was zu Anfang sehr lecker wirkt, bringt einen am Ende mit flauem Gefühl zum Würgen.

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RaekOne

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Hier muss ich dir doch ausnahmsweise in allen Belangen zustimmen.


nilswachter

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"Das kann als Befreiungsschlag angesehen werden zur endgültigen Entdämonisierung der Nazizeit oder bubihafte Allmachtsphantasie eines Wolfenstein-Spielers mit Italofilmbackground - die Wahrheit liegt wohl in der Mitte." - Grossartig!


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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9.0Herausragend

Wenn es das Wort gibt, will ich es hier verwenden: Grenzgeil. In jeder Hinsicht. Übertraf meine Erwartungen bei weitem, nicht nur weil Tarantino der erste Regisseur ist, der erkannt hat wie man Schweiger wirken lassen kann: Wenn er die Fresse hält. Für meinen Geschmack zitiert er sich zwar ein paar mal zu viel selbst, bleibt aber ein grandioser Film. Und mein Gott: Was für ein Hauptdarsteller.

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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

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10.0Herausragend

Es gibt eine Szene in Inglourious Basterds, die zwar nur den Bruchteil einer Sekunde dauert, aber doch so stellvertretend für den ganzen Film ist: Dr. Joseph Goebbels nimmt seine französische Dolmetscherin von hinten und hat dabei großen Spaß. Diese kurze Einstellung, diese wenigen Frames repräsentieren dabei wiederum nur einen Bruchteil seines lachhaften Charakters. Stellt man einmal allein diese Szene in Kontrast zur Darstellung Goebbels in Oliver Hirschbiegels Der Untergang, dann bemerkt man schnell, dass der wahre Wahnwitz nicht Tarantinos Film entspringt, sondern dem teutonischen Machwerk aus der Schmiede Bernd Eichingers. Man denke nur an die Gebrechlichkeit eines Goebbels in Der Untergang, das Pathos, die Verklärung, die ihn, seine Frau, ja seine ganze Familie umnebelt, um bei dramatischer Terminologie zu bleiben, denn nichts anderes als eine theatralische Inszenierung ist Der Untergang und seine Geschichtsverfälschung doch am Ende. Das gleiche gilt natürlich auch für den Führer selbst, der hier statt den schmeichelhaften Charmeur den Reichsführer gibt, für den das alles nur ein großes Indianer-und-Cowboy-Spiel ist, von dem er eigentlich keine Ahnung hat, aber er sitzt eben ganz oben, da ist das nicht weiter wild.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

[...] Ist das Setting noch so tarantino-untypisch – die charakteristische Handschrift des Regisseurs macht sich immer wieder klar bemerkbar, sei es in Form von Schrifteinblendungen, gewissen Kameraeinstellungen, Schnitten, der Konzentration auf Aspekte, die andere Regisseure außer Acht lassen würden oder natürlich der Musikauswahl. Manche dieser Komponenten lassen letztendlich selbst in diesem Film das erwähnte 60er/70er-Jahre-Flair aufblitzen, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass Tarantino einst darüber nachdachte, die Geschichte als (Italo-) Western zu inszenieren. Der vertraut wirkende und vielseitige Soundtrack wirkt in dem nicht so vertraut wirkenden Setting etwas unstimmig. Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, hätte er diese musikalische Varianz nicht beabsichtigt. [...]

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ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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10.0Herausragend

[...]Fünf Kapitel, ein Film. "Inglourious Basterds" ist in jedem seiner Teile und als Gesamtstück ein Meisterwerk. So simpel die Story zunächst anmutet, so vielschichtig setzt Tarantino sie besonders über die Charaktere um, auf verwinkelte Erzählmanöver verzichtet er gänzlich und hat sie dank der ausgefeilten Leistungen seines Ensembles auch nicht nötig. Christoph Waltz ragt zwar heraus mit seiner aufsehenerregenden Performance, auf der Stufe unter ihm tummelt sich aber ebenfalls geballte Klasse, aus der nicht mal die zuvor als potenzielle Störfaktoren ausgemachten Schweiger und Diane Kruger herausfallen. Bei letzterer kann man sich zwar nicht ganz sicher sein, was da schauspielerisch tatsächlich gewollt oder einfach nur nicht besser gekonnt ist, aber wirklich schlecht spielt sie nicht. Handwerklich ist der Film in allen Bereichen bestens gelungen, sei es die Ausstattung, Robert Richardsons mal beinahe intime, dann wieder elegante und schwungvolle Kameraführung, oder die standesgemäß passgenaue Songauswahl.[...]

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wicky2

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moin,
auch wenn du aus meiner sicht einwenig zu sehr auf die handlung eingegangen bist und dein text daher einige längen hat, habe ich doch selten eine so treffende und auch handwerklich saubere kritik gelesen. ich ziehe meinen hut. ; )


ChristiansFoyer

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Danke schön. Ist eine sehr handlungsorientierte Kritik geworden, das stimmt, aber die Kapitelstruktur und die zwei aufeinander zulaufenden Handlungsstränge lassen sich, würde ich zumindest sagen, so schlüssiger beurteilen, als das ganze auf die Gesamtheit des Films zu verallgemeinern ;)


J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

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6.5Ganz gut

Längst nicht die Nazi-Trash-Granate auf die ich gehofft habe, aber schon recht amüsant. Die in Babelsberg gedrehten Studioszenen sehen zum Teil so unschön clean aus wie die Lindenstrasse. Dennoch macht der Film von Meisterdieb Tarantino Lust sich mal wieder einen echten Italo-Western oder gar den bösen "Ilsa - She Wolf of the SS" zu Gemüte zu führen.

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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag

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5.0Geht so

Inglourious Basterds scheitert am Gros seiner Darsteller, die in ZDF-Fernsehfilmen ihre Bestimmung finden könnten. Er leidet aber auch unter seinen, für Tarantinos Verhältnisse, wenig originellen Dialogen, dem unterkomplexen Plot und seiner Konzeption: Dass Tarantinos Kino die Wirklichkeit bezwingt, die es entwirft, ist mittlerweile eine eben so tautologische Aussage wie die, das Steven Spielbergs Kino nach einem Vater sucht, den es nicht hat. In Inglourious Basterds wird dieser Zug von Tarantinos Kino mit einer Deutlichkeit inszeniert, die den Betrachter verstimmt, wenn ausgerechnet ein englischer Filmkritiker, der deutsches Kino liebt, ein Attentat auf Hitler in einem Kino plant.

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-elviZ-

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Endlich einer der sich traut den Film nach objektiven Gesichtspunkten zu bewerten! "ZDF-Fernsehfilmen ihre Bestimmung finden könnten" - Wunderbar...!


J4KOB

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kann zwar so ganz und gar nich mit der bewertung übereinstimmen, bin aber auch der meinung, dass die Qualität der Dialoge nur noch vereinzelt an das durchgängige Niveau von Pulp Fiction heranreicht.


HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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7.5Sehenswert

Der Name Tarantino mag seit "Pulp Fiction" für Gewaltexzesse stehen, doch im Grunde wird bei ihm zu 80 Prozent gequasselt und höchstens zu 20 Prozent massakriert. Das ist auch hier der Fall. In den "Basterds" hebt er die Bedeutung der Sprache auf ein neues Niveau. Sie entscheidet auch darüber, wie viel Vergnügen man hat, und deshalb ist vom Besuch der deutsch durchsynchronisierten Fassung abzuraten. [...] Nun wandert der Beleg auf Zelluloid um die Welt: In Babelsberg entstehen Filme auf höchstem technischem Niveau. Ein Waltz vermag einem Pitt die Schau zu stehlen. Und dann vollbringt Pater Quentin natürlich die größte Exorzismusleistung: Er schafft es endlich, diesen Hitler auf andere Weise als durch Selbstmord zum Teufel zu schicken. Fantasie bringt Befreiung.

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Griselda

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Ich konnte leider nicht dem Link folgen und die ganze Bewertung lesen, aber was ich hier bei Moviepilot von Ihnen lese, war bei weitem am witzigsten. Das betrifft z.B. die Erwähnung von Babelsberg bzw. der Auswirkungen auf die Filmindustrie.
Ich glaube als Fan, Möglichkeiten wie diese sind nicht gut für einen wie Q.T.
"Pater Quentin" [...] fand ich auch einen schönen Ausdruck/Nachsatz mit erheiternder Nebenbedeutung, auch wenn der wohl von den meisten nicht mehr (im Zusammenhang) verstanden wird.


Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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8.5Ausgezeichnet

"Inglourious Basterds" ist ein Rächerfilm. Und einer der ersten, wenn nicht der erste überhaupt, der diesen in anderen Genres wie Western und Thriller leidlich bekannte Topos auf den Kriegsfilm überträgt. Umso überraschender aber, dass Tarantinos größtes Stilmittel dabei eben nicht die exemplarische Darstellung von Gewalt ist (auch wenn das Skalpieren und das Einritzen von Hakenkreuzen auf Soldatenstirne durchaus drastisch ins Bild gerückt wird), sondern der - gleichfalls messerscharfe - Dialog. [...] Er müsste damit eigentlich als Dramatiker entdeckt werden, den man spielend auch auf die Bühne bringen könnte. Denn die spannendsten, abgründigsten Szenen sind hier eigentlich immer jene, an denen zwei Menschen am Tisch sitzen und reden: etwa die grandiose, ganze 20 Minuten dauernde Verhörszene gleich zu Beginn.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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7.5Sehenswert

Das Argument, das man gegen Tarantino (hier und grundsätzlich) machen kann, wäre und ist ja auch, dass er intellektuell und moralisch und sonstwie über die Adoleszenz nie hinausgelangt ist. Dass die Wünsche, die er in seinen Filmen inszeniert, Nerd-Fantasien sind. Dass man auf erwachsenere Weise über Schuld, Rache, Gewalt und Geschichte nachdenken kann, als er das hier und überhaupt tut. Schon das ist eine sehr zweischneidige Angelegenheit, weil Tarantino in seinen besseren Momenten adoleszente Fantasien, wie wir alle sie kennen und haben - bewusst oder nicht - gerade in ihrer äußersten Ambivalenz und Zweischneidigkeit vorführt. Mit Mendelsohn müsste man aber sagen: Der Nerd in mir ist ein Nazi. Und das scheint mir dann doch in einer Weise übertrieben, dass es schon keine Übertreibung mehr ist, sondern gefährlicher Blödsinn.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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4.5Uninteressant

«Inglourious Basterds» ist ein hohler Selbstjustiz-Kriegsfilm mit Überlängen, der aber immerhin kurzweiliger ist als andere Plauder-Werke von Tarantino.

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TheDrPepperPower

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Wie kann man als "Kritiker" für einen offensichtlich zumindest relevanten und wichtigen Film nur ein paar dumme Zeilen hinrotzen? Das kannst du dir auch gleich schenken.


Dquerze

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Ich halte "Selbstjustiz" (trifft hier ja nicht einmal zu!) gegen das schlimmste Regime aller Zeiten für durchaus angebracht und wünschenswert.


Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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4.0Uninteressant

Um unter all den Euphorikern mal eine Gegenstimme zu erheben: Tarantino und dieser Film sind völlig überschätzt. Okay, einige kammerspielartige, maliziöse Szenen sind seitens der Schauspieler hervorragend gespielt. Der Film ist spannend, man langweilt sich nicht. Waltz, Diehl, Brühl, Pitt, Schweiger, sie spielen alle erstklassig, aber ehrlich gesagt auch die Typen, als die man sie schon mehrfach gesehen hat. Ansonsten haarsträubend-geschmacklose Trash- und unappetitliche niveaulose Gewaltszenen und somit ärgerliche Qualitätsbrüche. Außerdem ist die Synchronisation in einigen französisch gesprochenen Szenen miserabel. Und was die Karikaturen einiger Nazis angeht, da wächst der Film kaum über das niedrige Niveau der Schmonzette "Mein Führer" mit Helge Schneider hinaus. Mit solchen Albernheiten an Hitler "Rache" nehmen und Geschichte verfälschen: Das ist mitnichten genial, sondern kindisch!

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Jörg von Grass

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Hallo liebe Kirsten! Schön das wir mal wieder einer Meinung sind! Liebe Grüße, Jörg


Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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8.0Ausgezeichnet

Ein eigenwilliger, grellbunter Kriegsfilm in fünf Akten, der unter Rückgriff aufs Genrekino die Paradoxien des Historienfilms souverän unterläuft. In der für Quentin Tarantino typischen Mischung aus Autorenkino und B-Movie wird dabei die Geschichte des Zweiten Weltkriegs mit den Mitteln des Kinos entscheidend umgeschrieben. Virtuosität und burleske Theatralik halten sich beim Versuch, den Zweiten Weltkrieg als popkulturelles Spiegelkabinett zu etablieren, ungefähr die Waage.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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9.0Herausragend

Er kam nach Berlin und Babelsberg, fühlte sich anscheinend pudelwohl und drehte einen seiner konzentriertesten und gelungensten Filme seit Jahren. Ein Sieg auf ganzer Linie kann Kultregisseur Quentin Tarantino mit seinem neuen Werk „Inglourious Basterds“ verbuchen. Mit Brad Pitt in einer Beinahe-Hauptrolle und deutschem Schauspielpersonal wie Til Schweiger, August Diehl und Daniel Brühl ist dieses Action-Märchen zudem prominent besetzt. Doch in Erinnerung bleiben sie alle weit weniger als Christoph Walz, der als vordergründig liebenswürdiger Gentleman-Oberst mit leider allzu hinterhältigen Absichten mit einer lockeren Souveränität seine Kollegen an die Wand spielt - und nicht umsonst dafür in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.
Als berüchtigter Judenjäger Hans Landa ist er damit beauftragt, auch im von den Deutschen besetzten Frankreich die Judenfrage ebenso wie im Reich zu lösen. Im französischen Hinterland operieren unter dem Kommando von Aldo Raine (Brad Pitt) auch die Basterds, eine Gruppe jüdischer US-Soldaten, die in Guerilla-Manier Nazis jagen und für die Gnade ein Fremdwort ist. Die kennt auch die jüdische Kinobesitzerin Shosanna Dreyfuss (Mélanie Laurent) nicht, der einst die Flucht vor dem schrecklichen Landa gelang. Während einer Filmpremiere in ihrem Pariser Kino will sie darum sich und die gesamte deutsche Führungselite in die Luft jagen.
In Kapitel unterteilt, führt Tarantino die einzelnen Figuren und Handlungsstränge zum finalen Showdown geschickt zusammen. Ein wenig Geduld muss man bei diesem zweieinhalbstündigen Werk jedoch aufbringen. Denn schließlich handelt es sich hier um einen echten Tarantino, bei dem neben der Action auch die scharfzüngigen und zum Teil brüllend komischen Dialoggefechte nie zu kurz kommen. Und natürlich zitiert sich der Regisseur auch wieder fleißig durch die Filmgeschichte, ohne es jedoch zu übertreiben und die Handlung dabei aus den Augen zu verlieren. Eine stilsichere und unverhohlene Hommage an die (Spreng)kraft des Kinos liefert der Eklektiker unter den Regisseuren hier ab, manchmal ein wenig blutig, manchmal ein wenig brutal, aber immer von einem augenzwinkernden Humor durchzogen – Kinospaß pur!

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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8.5Ausgezeichnet

Doch das Ausagieren von Sehnsüchten mittels Gewalt spielt in Inglourious Basterds keineswegs die bedeutendste Rolle. Wo Death Proof eine Hymne auf die Bewegung war, handelt der neue Film zuallererst von Sprache. Tarantino hat darauf insistiert, über einen möglichst bunt gemischten Cast zu verfügen. Das Sprachwirrwarr bietet nun nicht nur Grundlage für einige der besten Gags des Films. Mit dem SS-Oberst Hans Landa, den der Österreicher Christoph Waltz als genießerischen Sadisten spielt, der seine Opfer mit Worten narkotisiert, ist auch die zentrale (Bösewicht-)Figur ein Sprachvirtuose.
[...]
Bei Tarantino heißt die zentrale Aktion, die mit herrlicher Verzögerungstaktik verwirklicht wird, dann auch nicht umsonst "Operation Kino" : Geschichte wird hier endlich wieder zum Möglichkeitsraum - und alle Möglichkeiten kommen für einen entscheidenden Augenblick lang in einem Lichtspielhaus in Paris zum explosiven Stillstand.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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8.0Ausgezeichnet

Wir sehen hier einem Mann zu, der das Kino liebt. Er liebt nicht uns, sein Publikum. Ihm ist es egal, daß die Leute - besonders in seinem Heimatland - scharenweise aus einem Film rennen werden, in dem sie dazu gezwungen sind, Untertitel zu lesen, und das einen Großteil des Films lang. Hinter all dem Irrsinn, den Tarantino ausstrahlt, hinter dem bescheuerten Image, das er nach draußen trägt und dem Quatsch, den er erzählt, steckt ein Filmemacher, der noch großen Respekt vor dem Medium hat.

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filmbaum

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"Inglourious Basterds" auf Platz 1 der amerikanischen Box-Office-Wertung vom Wochenende, bisheriges Einspiel bereits ca. 40 Millionen. Soviel zum Thema rausrennen aus einem untertitelten Film...


Julio Sacchi

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Na ist doch schön. Nur wird der Film mit Ach und Krach die 100 vollmachen und ist damit nun auch wieder nicht der Superknaller, den sich die Weinsteins davon erhofften.


Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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3.0Schwach

Mit seinem neuen Film "Inglorious Basterds", der zu großen Teilen in Deutschland gedreht wurde, schreibt Quentin Tarantino das erste Mal "historische" Geschichte und bringt ein krudes Racheepos auf die Leinwand. Tarantino wagt sich an ein schwieriges Thema, das er mit großen, vor allem deutschen Stars inszeniert. Doch was im Endeffekt dabei herauskam ist nicht wirklich bemerkenswert, außer einer grandiosen schauspielerischen Leistung von Christoph Walz, der auf dem Festival in Cannes mit Recht die Goldene Palme als bester Darsteller erhielt. Ansonsten jede Menge heiße Luft, viel sich hinziehendes Geschwafel und ein groteskes...

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Jörg von Grass

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Blöd ist nur, wenn man sich jeden Film von Ihm aus beruflichen Gründen "antun" muss. Und ich finde das seine Filme alle recht unterschiedlich sind. "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" genauso wie "Reservoir Dogs" sind großartig! Die Laberei bei den letzten beiden Filmen ist allerdings wirklich aufgeblasen und anstrengend. Bei "Death Proof" konnte man das ja noch mit der europäischen Version entschuldigen, der man gegenüber der amerikanischen "Grindhouse"-Version mehr als eine halbe Stunde Gelaber zugefügt hatte. Bei "Inglourious Basterds" gibt es keine Entschuldigung!


Krähe

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Dann trifft der Herr Tarantino halt nicht dein Geschmack und das ist ja auch ok. Würde ich auch als anstrengend empfinden wenn ich mir aus beruflichen Gründen dann solche Film anschauen muss.



Kommentare (674) — Film: Inglourious Basterds


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thomas.altendorfer.37

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Bewertung0.0Hassfilm

He Leute!!!! Augen auf !!! Das soll die zweit beste KOMÖDIE in der ganzen Liste sein o.O ich habe den ganzen Film lang 2 mal leicht gelacht o.O ich weis nicht wie es euch geht aber für mich sollte eine Komödie unterhaltsam und lustig sein und nicht so eine schei**!!!

Mit Abstand einer der schechtesten Filme die ich jemals gesehen habe, bitte schaut ihn euch nicht an.

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jesse.jackson96

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Also Inglourious Basterds kann man gut finden oder auch nicht, aber wie zur Hölle kommt man auf die Idee, der Film sei eine Komödie???
Ich meine, innerhalb von 10 minuten muss das doch aufallen oder? ^^


mannypenny

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Komödie? Nicht mehr Komödie wie Porno, SF, oder Comic.!! Tz,Tz,Tz.....


Steff93

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Bewertung0.0Hassfilm

Ich weiß nicht, wie man an diesem Film auch nur ein wenig Gefallen finden kann --> absolut geschmacklos! -.-

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marvin.hartmann.18

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Was daran ist geschmacklos?


Eponine07

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Bewertung7.0Sehenswert

Also zu allererst möchte ich sagen, dass ich der Meinung bin, dass dies hier Tarantino's bester Film ist. Die Story ist, wie ich finde interessant und die Filmlänge ist gerade noch okay.
So, was das Cast angeht, ich muss jetzt wirklich ernsthaft sagen, ich hab mir wirklich Mühe gegeben, ich hab mich bei dem Film echt konzentriert aber vergeblich, ich konnte und kann einfach nicht verstehen, was an Christoph Waltz' Darstellung in diesem Film so überragend ist, wirklich es tut mir leid, aber mir bleibt es unbegreiflich. Ich muss gestehen, dass mir jeder Schauspieler in diesem Film besser gefallen hat als er. Oh ja, sogar ein Til Schweiger! Die Rolle war echt für ihn gemacht und er war absolut in Ordnung. Auch Diane Kruger, die ich sonst ja auch nicht so prickelnd finde, fand ich hier doch ganz okay, ja auch zu ihr passte irgendwie die Rolle und ich konnte sie in dem Film gut ertragen.
Mein kleines Highlight war allerdings Daniel Brühl, den ich hier sehr gut fand, doch letztendlich hat es für ihn so geendet wie für die meisten Figuren in den Tarantino Filmen, denn schlussendlich gibt es eine riesen Metzelei, wovon ich zugegebener Maßen nicht so der super Fan bin. Tarantino bleibt ganz klar Geschmacksache, aber mit diesem Film hat er wie ich finde, nicht alles falsch gemacht.
Um noch einmal auf Waltz zurück zukommen, der Hype um ihn bleibt mir unbegreiflich und ich muss wirklich ganz ernsthaft sagen, dass mir dieses ganze "Overacting" von ihm hier eher auf den Geist ging, als dass es mich umgehauen hat. Das einzig Gute was er in diesem Film vielleicht geleistet hat, waren die vielen Sprachen die er hier gesprochen hat, aber das war auch letztendlich alles.
"Inglourious Basterds" hat ganz bestimmt seine guten Momente, aber für die sorgten eher Brad Pitt, Daniel Brühl oder die ganzen deutschen Schauspieler die man in diesem Film entdecken konnte.

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lennardB.

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nicht gerade Trantinos bester Film trotzdem cool und verdammt spannend.

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Codebreaker

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

QUENTIN TARANTINO #7 - INGLOURIOUS BASTERDS

So langsam nähert sich die Werkschau von Quentin Tarantino dem Ende. Ein finales Fazit folgt natürlich auch noch, aber vorab muss ich hier erstmal sagen, dass mir erst bei dieser Werkschau so richtig klar wird, wie schwer es ist die Tarantino-Filme in eine Reihenfolge zu bringen. Alle sind sie klasse, alle haben sie etwas, woran man sich noch lange erinnern wird. Auch wenn das wahrscheinlich jeder zweite Filmfan sagt, aber Tarantino ist definitiv einer meiner liebsten Regisseure überhaupt, das war mir schon immer klar, das hat sich jetzt nochmal bestätigt. Und heute geht es um meinen, scheinbar, liebsten Film von ihm, nämlich einen meiner Lieblingsfilme, überhaupt - INGLOURIOUS BASTERDS.
Und da ich hier weit ausholen will und werde, sei vor Spoilern gewarnt.

Was ist INGLOURIOUS BASTERDS eigentlich?
Eine (Kriegs)Satire? Eine Geschichte über der den zweiten Weltkrieg? Ein Märchen? Ein Film?
Es ist alles davon und vielleicht sogar noch viel mehr. Tarantino hat es hier geschafft, die enorme Wirksamkeit die der Film als Medium inne hat, zu offenbaren. Das ist wahrscheinlich ein gern genutztes Argument, wenn man IB beschreibt, aber es ist nun mal einfach so. Tarantino schafft es mit Hilfe eines Filmes, die Weltgeschichte kolossal zu verändern. Natürlich nicht "in echt", natürlich ändert sich nichts wirklich an den tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen, aber für 154 Minuten endete der Krieg eben auf die hier dargestellte Art und Weise. Für 154 Minuten sieht es so aus, als wären Hitler, Goebbels und diverse andere hohe NS-Tiere in einem Kino gestorben, verbrannt, explodiert und erschossen wurden. Und auch hier sieht man, wie quasi das Kino der Grund für den Tod all dieser Menschen ist. Wie es ein Kino geschafft hat, sie alle umzubringen. Wie ein Kino der Friedhof für diese bösartigen Menschen wurde. Tarantino zeigt was das Kino, was der Film schaffen kann. Nicht nur bloße Unterhaltung, sicherlich auch nicht die speziellste Filmkunst, aber Berge versetzend, Geschichte schreibend und wenn es nur für 154 Minuten ist.

Ein weiterer Punkt weshalb ich IB liebe, ist, wie sollte es anders sein, Hans Landa. Christoph Waltz ist ein grandioser Darsteller, hat zurecht sämtliche Preise abgeräumt und seitdem er hier entdeckt wurde bzw. ich ihn hier entdeckt habe, mag ich ihn auch sehr und werde ihn weiter verfolgen, aber ich will jetzt hauptsächlich auf die ROLLE eingehen, auf Hans Landa und nicht Christoph Waltz. Landa ist wohl eine der genialsten, am besten durchdachten und klügsten Rollen der letzten Jahre. Eine grandiose Figur, nicht nur im Tarantino-Universum, sondern allgemein. Er ist kein Nazi, er ist ein Opportunist. Er tut das, was für IHN das Beste ist. Er ist ein Detektiv, er ist wahrscheinlich der Beste im Juden jagen, deshalb auch der Judenjäger. Er ist schlau genug um diesen Vorteil für sich zu nutzen, sich unter das Regime zu stellen, diesen Dienst nachzugehen. So überlebt er nicht nur im Regime, so gehört er sogar zu den "hohen" Tieren. Als er dann aber einsieht, dass er eigentlich auf der Seite der "Verlierer" steht, wechselt er die Seiten, windet er sich raus, schafft er es sich durchzumogeln um im Endeffekt, wieder, aus der Sache heil rauszukommen. Zudem ist er eigentlich ein witziger, scheinbar sympathischer Geselle, der innerhalb kürzester Zeit zu einem furchterregenden Monster wird. Er durchschaut seine Gegner oder vielleicht besser, Opfer, schnellstmöglichst und dann spielt er mit ihnen. Auch wenn er schon lange weiß, dass sein Gegenüber der Feind ist, so sagt er nur das Nötigste, lässt sein Gegenüber sich in Sicherheit wiegen, kurz bevor die nämlich auf die Fragen Landas keine Antwort mehr wissen und die Maskerade zu fallen droht, hört er auf zu Fragen, damit diese denken sie seien sicher. Landa ist ein übler Zeitgenosse, er ist verdammt schlau und auch verdammt furchteinregend. Kommen wir doch nochmal kurz zu Waltz, wie gesagt, er wurde schon oft genug gelobt, aber er hat das auch einfach genial gemacht. Innerhalb von wenigen Sekunden, schafft er es vom "sympathischen Nazi, der ja scheinbar ganz nett ist" zum "kompromisslosen, furchteinflößenden, scheinbar unbesiegbaren Judenjäger" zu werden. Alleine seine Mimik, seine Stimme, alles unglaublich genial.

Weiterhin hält INGLOURIOUS BASTERDS den Zuschauern den Spiegel vors Gesicht. Wir sitzen in unserem Sessel, sehen dabei zu wie wiederum Hitler in einem Kino sitzt und sich köstlich amüsiert, wie in "Stolz der Nation" zahlreiche Staatsfeinde sterben. Wir denken uns nur, was dass doch für ein mieser Drecksack ist, nur um dann Sekunden später selbst daran Freude zu haben, wie einem Hitler ins Gesicht geschossen wird. Ich habe das mal irgendwo in einem Kommentar hier gelesen und es stimmt. Tarantino zeigt damit, auch wenn die Behauptung vielleicht gewagt ist, dass jeder ein wenig schadenfroh und sadistisch veranlagt ist. Wobei wir schon beim nächsten Punkt sind, IB bedient sich nicht gezielter "Schuldzuweisungen" bzw. natürlich waren die Nazis im Prinzip "die Bösen", allerdings gibt es hier auch nicht wirklich irgendwelche durch und durch "gute" Figuren. Die Amerikaner, die in Klischees denken, für die alle Deutsche Sauerkrautsandwich-fressende Nazis sind. Sie stecken alle Deutschen in einen Topf, alle sind sie Nazis, daran, dass einige nur dazu Gezwungen wurden, wird gar nicht gedacht. Oder Shosanna Dreyfus, die zwar ein Grund für den Tod der Nazis ist, die aber auch viele, viele Menschen ermordet. Niemand ist wirklich gut, Rache ist nicht wirklich gut. All das steht fest und dennoch, ist der Ausgang des Filmes, im Prinzip ein guter.

Bevor mein Kommentar jetzt noch länger wird: INGLOURIOUS BASTERDS ist, objektiv, bestimmt keiner der besten Filme aller Zeiten. Es gibt durchaus Szenen, in denen die Luft etwas draußen ist. Ebenso, hat der Film seine Ecken und Kanten, aber ich persönlich, liebe ihn trotzdem. Ich habe ihn jetzt schon, ungelogen, bestimmt 6 Mal gesehen und mich nie wirklich gelangweilt. Zudem ist das ein Tarantino-Film durch und durch - eine grandiose Eröffnungssequenz, Dialoge wie sie nur von Tarantino sein können, hier sogar in der Form, dass man mitunter die Spannung schmecken kann, dass ein Fehler reicht und so kommt es ja dann auch, weshalb die Situation explodiert. Und natürlich auch zahlreiche, kultige Figuren. Aldo Raine, der Bärenjude, Hugo Stiglitz, natürlich Hans Landa und und und.
Wie gesagt, vielleicht nicht perfekt, objektiv gesehen, für mich persönlich alle Male.

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Troublemaker69

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Gerne!
Morgen Django? :P


Codebreaker

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Jop, so sieht es aus! :)


mariega

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Bewertung5.0Geht so

LE POIDS DES MOTS, LE CHOC DES PHOTOS
DAS GEWICHT DER WÖRTER, DER SCHOCK DER BILDER
Devise der französischen Zeitschrift PARIS MATCH
Ich könnte diesen Film nicht besser resümieren, als mit der Devise der französischen, wöchentlich erscheinenden Illustrierte PARIS MATCH, die ungefähr dem Niveau der deutschen "BILD" Zeitschrift entspricht! Ich habe ungeduldig auf das intelligente Einsetzen der verschiedenen Sprachen, auf das wertvolle Gewicht der Wörter gewartet, habe aber nur voll ins Gesicht den billigen Schock der Bilder bekommen! Die schauspielerischen Leistungen fand ich grotesk übertrieben!

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mariega

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MERCI MES AMIS
So ein FREUNDlicher Tag!!!
Lieber Benni,
Ich bin wirklich gerührt! So ein schönes Gefühl, habe ich schon lange nicht mehr erlebt! Die Enttäuschung, die mich bei deinem ersten Kommentar etwas nieder gemacht hat, ist nicht zu vergleichen mit der Freude, die ich nun beim Lesen deiner Worte spüre! Ich bin total von deiner Größe (Um Andys Worte zu übernehmen) verblüfft, gerührt und begeistert!!! Es ist toll! Denn, Fehler macht jeder! Ich bin auch sehr temperamentvoll und manchmal überholen meine Taten meine Gedanken!!! Besonders, wie bei dir, wenn es um Neonazis oder politische Ungerechtigkeiten geht. Ich finde es gut, dass man seine Ideen so vehement verteidigt (Nur bei mir war es nicht notwendig, denn ich bin total deiner Meinung!!!). Jeder macht Fehler, aber nicht jeder ist fähig, wie du, sie zu erkennen und noch schöner, sich zu entschuldigen!!! Ich bin von dir beeindruckt. Du wirst es nicht glauben, aber es stimmt wirklich: Ich bin seit Jahren mit einer Person, die mir sehr nah steht - stehen muss und mir der ich auskommen sollte - verkracht. Ich werde sie heute besuchen und versuchen mich mit ihr zu versöhnen (Dank Dir!!!).
Es gibt manchmal solche Ereignisse im Leben, die zuerst verletzend sind, sich dann als eine positive, konstruktive und sehr erfreuliche Erfahrung entpuppen!
Ich habe zusätzlich eine wunderbare Welle der Solidarität erlebt!!!
MERCI À VOUS, MES AMIS, Benni, Andy, Tepee, Blubber für diese unschätzbaren LEBENSGESCHENKE!
Ihr habt meinen Tag, und die folgenden verschönert und bereichert.
Marie


mariega

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@djstoewi Es ist mir klar, dass der Film eine Parodie ist! Aber gerade diese groteske Parodie hat mich gestört! Parodie, ja aber grotesk, nein! Und auffällig ist: Da seine Parodie so unfeinfühlig und schwach war, musste Quentin zu bildlichen Mitteln zurückgreifen. Was er perfekt in Reservoir Dogs getroffen hatte (Siehe meinen Kommentar) ist hier deplatziert und billig!


odie.holzmann

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Bewertung4.5Uninteressant

Ich habs versucht, zweimal sogar, aber ich kann dem Film einfach nicht so viel Gutes abgewinnen wie die Meisten. Vielleicht liegts an der Tatsache, dass ich mit Tarantino grunsätzlich nicht so warm werde, evtl bin ich mit zu hohen Erwartungen ran gegangen.
Auf jeden Fall waren mir die zweieinhalb Stunden viel zu Lang für diese "Story", die auf mich ein wenig wie ein löchriger Flickenteppich wirkte. Man kann darauf stehen aber schön ist er nicht. Dabei wäre alles ausbaubar gewesen (z.B. Achtung SPOILER! Warum hat Stigliz die 13 Offiziere gekillt SPOILER ENDE). Die Schauspieler machen ihre Arbeit überzeugend und ich find den Sountrack irgendwie witzig aber retten kann das den Film für mich leider nicht.
Fazit: Ist halt ein typischer Tarantino.

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dertyp

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Bewertung6.0Ganz gut

Meiner Meinung nach total Überbewertet!
Ohne Christoph Waltz wäre der Film ein Flop!
4 Punkte für Hans Landa
1 Punkt für Shosanna Dreyfus
1 Punkt für Bärenjuden

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Thomas Hetzel

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Also ich sehe bei Waltz immer nur, dass er sich selbst spielt. Aber schön, dass du auch der Meinung bist, das Brad Pitt der bessere Schauspieler ist.


dertyp

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Da sind wir ja fast einer Meinung! ;-)


Ralf Köhler

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Um das mal klar zu stellen: das ist kein Kriegsfilm! Was Blödsinn! Das ist ein Tarantino
. Zweitens: neben einigen wiederkehrenden Stilelementen (Mörder-Casting, Mörder-Soubdtrack) evolutioniert (yep, nicht REvolutioniert) er beständig die Kunstform Film. Hier z.B. indem er sich traut, das umzusetzten, was sich bisher niemand getraut hat, bzw auf was einfach noch niemand bisher gekommen ist: wie wäre es, wenn wir einfach mal eine Story erzählen, in der Hitler voll auf die Schnauze kriegt? In diesem (und in vielen andren auch) Sinne große Kinokunst.

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Moviegod

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Bewertung9.5Herausragend

Sein genialer Ruf eilt diesem genialen Film weit voraus. Und das völlig zurecht. Was für eine Story, was für Dialoge und was für Figuren. Tarantino hat es wieder einmal geschafft. Es macht so einen großen Spaß, den Film anzusehen, dass man die ein oder andere (ganz ganz) kleine Länge ohne Probleme verschmerzen kann. Ein ganz großer Wurf. Und für Christoph Waltz ein Einstand in Hollywood, der nicht besser hätte sein können.

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JonnyvsSherlock

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Bewertung9.5Herausragend

"My name is Lt. Aldo Raine and I'm putting together a special team, and I need me eight soldiers. Eight Jewish-American soldiers. Now, y'all might've heard rumors about the armada happening soon. Well, we'll be leaving a little earlier. We're gonna be dropped into France, dressed as civilians. And once we're in enemy territory, as a bushwhackin' guerrilla army, we're gonna be doin' one thing and one thing only... killin' Nazis. Now, I don't know about y'all, but I sure as hell didn't come down from the goddamn Smoky Mountains, cross five thousand miles of water, fight my way through half of Sicily and jump out of a fuckin' air-o-plane to teach the Nazis lessons in humanity. Nazi ain't got no humanity. They're the foot soldiers of a Jew-hatin', mass murderin' maniac and they need to be dee-stroyed. That's why any and every every son of a bitch we find wearin' a Nazi uniform, they're gonna die. Now, I'm the direct descendant of the mountain man Jim Bridger. That means I got a little Injun in me. And our battle plan will be that of an Apache resistance. We will be cruel to the Germans, and through our cruelty they will know who we are. And they will find the evidence of our cruelty in the disemboweled, dismembered, and disfigured bodies of their brothers we leave behind us. And the German won't not be able to help themselves but to imagine the cruelty their brothers endured at our hands, and our boot heels, and the edge of our knives. And the German will be sickened by us, and the German will talk about us, and the German will fear us. And when the German closes their eyes at night and they're tortured by their subconscious for the evil they have done, it will be with thoughts of us they are tortured with. Sound good?"

Ja, klingt verdammt gut. Wie der ganze Film. Und das klingt nicht nur so, sondern ist es in allen Belangen.
Tarantino packt sein Stück Kriegsgeschichte in die Hülle eines düsteren Märchens. "Once Upon a Time In Nazi-Occupied France" heißt, es bevor eine perfekt durchdachte Komposition aus Bildern, die Ankunft von Col. Hans Landa ankündigt. Wir erkennen in wenigen Sekunden, wer für das Drehbuch verantwortlich ist. Ein lange ausschweifender, genialer Dialog erklärt uns die verrückten, interessanten Gedanken des "Jew Hunters", gespielt von Christoph Waltz, der einfach viel zu faszinierend für einen solchen Unmenschen ist. Waltz liefert eine unfassbar grandiose Leistung ab. Gleichzeitig fiebert man mit dem Bauern mit, der Juden in seinem Haus versteckt hält. Eine Träne fließt ihm über das wettergegerbte Gesicht, wenn es schließlich zur finalen Konfrontation mit der Realität kommt. Wir erleben die Flucht von der da noch sehr jungen Shoshana mit. Und es ist eine Einleitung, die ihresgleichen sucht. Ein faszinierender Charakter wurde anhand absolut gewitzter Dialoge vorgestellt, wir haben mitgefiebert und mitgetrauert mit den Opfern, wir haben die Intention von Shoshana geradezu in uns aufgesogen. Musikalisch ein Hochgenuss, hat Tarantino hier nicht nur unser Interesse geweckt, sondern uns schlicht gefangen genommen.
Wie ein Märchen, ja wie eine kleine Sage erleben wir den ganzen Film, der in seiner Kapitelaufteilung eine großartige Atmosphäre versprüht. Wir werden bald Teil der Gegenbewegung, wir lernen die Basterds kennen. Aldo Raines Rede, die ich euch zu Anfang zitiert habe, ist jetzt schon ikonisch und von Pitt absolut umwerfend vorgetragen. Wieder haben wir hier einen perfekt durchdachten, eigentümlichen Charakter sondergleichen, der durch seinen virtuosen Darsteller zu purem leben erweckt. Diese vor Leben verbales Feuer speiende Figuren bevölkern das ganze Universum dieses Films. Ob Mélanie Laurent, Michael Fassbender, Eli Roth, Daniel Brühl oder sogar der auch von mir sonst viel geschmähte Til Schweiger. Sie alle hauchen ihren Charakteren Tarantinos Drehbuch-Essenz ein. Hugo Stiglitz, der rebellische, deutsche Soldat. Donnie Donowitz, der Bärenjude. Der schon erwähnte Judenjäger, dessen schauspielerische Umsetzung man nicht oft genug erwähnen und loben kann. Aldo, der Apache. Solch eine Ansammlung von kultigen Charakteren, ist selbst für einen Tarantino bemerkenswert. Und auch die gesamte Story steht dem in nichts nach.
Die großartige Geschichte setzt sich auf eine spezielle, aber geniale Weise mit dem Holocaust auseinander. Die Judenverfolgung an sich wird bewusst nicht lange oder detailliert. Wir sind schon sehr schnell in der Rolle der Rächer. Brutaler Menschen, die die Nazis foltern, brandmarken und ohne nur den Hauch von Gnade töten. Egal ob junger Soldat, oder alter Fanatiker. Wer eine Naziuniform trägt, der wird abgeschlachtet. Diese Ideologie lässt unangenehme Assoziationen aufkommen. Menschen nur auf ein Symbol, nur auf ein Merkmal zu beschränken...Kennen wir das nicht irgendwo her?! Es ist teilweise wirklich abstoßend. Und trotzdem können wir durch den Racheaspekt irgendwie nicht raus aus unserer Rolle, wir stehen auf ihrer Seite. Wir haben Spaß am Verurteilen und Töten. Und genau das wollte Tarantino uns damit sagen. Er hat uns im kleinsten Ansatz in die Rolle solch unmenschlicher Menschen wie Hitler versetzt. Und so haben wir das 3. Reich in seiner Struktur mal von einer anderen Seite betrachtet. Aber so unmerklich und unterhaltsam, dass es erst nach mehrmaligem Sichten auffällt. So zum nachdenken über das Thema hat mich noch kein geschichtsgetreuer Film gebracht. Und dass "Inglourious Basterds" die Geschichte mal eben umschreibt, hat auch ihren Grund. Der Film wird beendet, wie er begonnen hat. Als Märchen. Der Wille zur Gerechtigkeit wird wieder in uns stark. Wir haben den Faschismus von zwei Seiten betrachtet, und von einer dritten erlebt.
Währenddessen war man aber mehr als glänzend amüsiert. Ennio Morricones Soundtrack ist wie immer ein Hörwunder und reißt mit. Die restliche Auswahl an Stücken ist wie gewohnt auf ihre eigene verrückte Art total passend. Inszenatorisch ist hier auch alles fantastisch. Jede Einstellung hat ihren Zweck und ist ein in sich vollendetes Werk. Das Ganze wird mit so einem Detailreichtum auf die Leinwand transportiert, wie man es nur ganz selten erlebt. Man isst den von Landa so geschätzten Strudel mit Sahne geradezu mit. Bei der Gewalt wird ebenso gerne draufgehalten und ausgeschmückt, was hier ohne Frage Sinn ergibt. In manchen Aufnahmen erkennt man Genreeinstellungen à la Kill Bill, und andere genießt man einfach nur, versunken ins Panorama.

"Inglourious Basterds" ist in meinen Augen wahrscheinlich Tarantinos Meisterwerk. Ein bitterböses Kriegsmärchen mit Anspruch, wahnsinnigen Dialogen, einer wichtigen Botschaft, beeindruckender Inszenierung, faszinierender Musik und dem ganz besonderen Genre-Anstrich, wie ihn nur der Filmfreak unter den Filmemachern einem Werk aufdrücken kann.

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Roach

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Ich bin zwar sehr anderer Meinung über den Film, aber der Kommentar ist toll geschrieben. Nimm mein Like! :)


JonnyvsSherlock

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Danke;D


TheW0lF

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Auch wenn ich Tarantino Streifen normalerweise überhaupt nicht ab kann, ist dieser wirklich ausgezeichnet!

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howartwollowitz

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Bewertung0.0Hassfilm

Idiotisch.
Dumm.
Billig.
Nicht Unterhaltsam.
Ein ewiges Sinnloses gefledder und Geballer.
Schade das man dafür so viele gute Schauspieler verfeuert hat.

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ranjan2000

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du bist mir auch so ein intelligens


howartwollowitz

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Guck dich mal an.
Du magst einen Sinnlos Film.


Ghost-221B

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Bewertung9.0Herausragend

ländliche szenerie. wäsche an der leine. ein mann blickt in die ferne. fahrzeuge nähern sich und wäm! eine kombi aus westerntune und beethovens für elise setzt ein, punktgenau auf den schnitt abgestimmt.
selten war mir so schnell klar, dass ich im richtigen kinofilm sitze.
Die Kombination von Schnitt und Musik war schon immer etwas, dass ich an Tarantino sehr bewundert habe....man denke nur an Pulp Fiction und Travoltas und Jacksons Walk über den Flur, kurz nach der legendären Burger-Szene.
Bei Ingelorious Basterds handelt es sich damit um eins von vielen features, die trotz einiger längen einen genialen Film ausmachen. Um noch einige andere zu nennen: Christoph Waltz ist nicht der einzige der hier endlich zu seinem wahren Ich findet - auch Till Schweiger erkennt endlich mal den Wert von Nomen est Omen und hält einfach mal die Klappe...was zu einer der coolsten Charaktereinführungen der letzten zehn Jahre führt (Ich möchte meinen, nur der erste Auftritt von fronsac und mani in Le Pacte des Loups 2001 hat mich ähnlich angemacht). Leider gibt es, wie bereits erwähnt längen und...tragischerweise....diane kruger, das kostet den film für mich die zehn, herrliche Details wie die kleine Film Noir Reminiszens in der sich Mélanie Laurent (oder auch: So versucht Diane Kruger zu sein, ist aber leider zu blass und lame) für ihre große Stunde vorbereitet retten die 9. Im Sinne des multilingualität der sich Tarantino hier verschreibt - je l'aime, ich liebe es, love it!

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JonnyvsSherlock

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Toller Kommi! Trifft ziemlich genau meine Meinung zu dem Film:D
Längen hatte der für mich aber nur bei der dritten oder vierten Sichtung;)


gassifan2410

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Also ich habe diesen Film mit reichlich Verspätung geguckt und ich muss sagen:
Gut! ABER: nicht herausragend...
Gefallen haben mir neben dem GENIALEN (!!!) Christoph Waltz besonders die Tatsache, dass der Cast von deutschen Darstellern dominiert wird und der Gastauftritt von Mike Myers sowie der ganz kurze Auftritt von Zack.
Mir gefällt Django Unchained aber besser.
Freue mich aber auf jeden Fall schon sehr auf den dritten Teil von Tarantinos Vergeltungs-Triologie!

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gassifan2410

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findest du?
Ich finde ab 9 ist es herausragend :)


JonnyvsSherlock

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Ab 9 beginnen die Meisterwerke:) Und mehr als gut ist 'ne 8,5 definitiv...


vladvanhelsing

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Bewertung6.5Ganz gut

Kein Meisterwerk wie Pulp Fiction, leider nein. Diese Form von 94 erreicht Taratino wohl nie wieder. Wegen eines unglaublichen Christoph Waltz muss man den Film dennoch gesehen haben. Der Regisseur kann die auf ihn projizierten, zugegebener Maßen fast unfair hohen Erwartungen einmal mehr nicht erfüllen. Aber für alle Fans die den Film noch nicht gesehen haben: Man erwartet Tarantino und kriegt Tarantino, mehr ist meinerseits hier nicht zu sagen und das kann nicht jeder Mann hinter der Kamera von sich behaupten!

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franz.wagner.560

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Bewertung9.5Herausragend

Der beste Tarantino-Film meiner Meinung nach, was ich bei diesem Film so extrem gut fand war die extreme intensive Entwicklung der Gespräche im film, so stück für stück, und von 0 auf 100 einfach genial.

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jacker

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Tarantino #6 - 2009: INGLOURIOUS BASTERDS

Gott sei Dank ist Quentin Tarantino nach dem quasi-Debakel DEATH PROOF scheinbar lange in sich gegangen und/oder hat sich zwei Monate auf Loop PULP FICTION angeschaut, um sich darauf zu besinnen wo seine eigentlichen Stärken liegen. Es muss so sein, denn was Tarantino's freche Geschichtsumschreibung INGLOURIOUS BASTERDS in gleichem Maße wie sein genanntes Zweitwerk großartig macht, ist nicht nur die ähnliche Erzählweise (Kapitel - Tarantino ist offensichtlich immer am besten, wenn er fragmentarisch in Kapiteln erzählt), oder die Mythen-umrankte Laufzeit von 154 Minuten, sondern es ist das intensive, mitreißende Gefühl beim Schauen des Films.

Es ist die tolle, immer wieder aus gewohnten Mustern ausbrechende Kamera, es ist die Lässigkeit, mit der ganz selbstverständlich absurde Figuren ins Geschehen schmeißt und sie noch selbstverständlicher irre Dinge tun lässt, es ist der gelungene Soundtrack, der immer wieder durch die herben Kontraste zum Gezeigten seine pointierte Wirkung entfaltet und es ist - und das ist das Herz eines jeden gelungenen Tarantino-Films - die Fähigkeit Dialoge zu schreiben, die teilweise wie nicht von dieser Welt erscheinen.

Dialoge in denen nie nur das Gesagte Gewicht hat. Im Gegenteil, in denen das Ausgesprochene nur Tarnung, für die zum zerreißen spannende und energiereiche Ebene unter Oberfläche ist. Es gelingt Quentin Tarantino immer wieder Momente zu kreieren, die auf den ersten Blick ganz ruhig erscheinen, jedoch eine nicht in Worte zu fassende brodelnde Spannung entwickeln, einen Sog wie ihn keine Auto-Verfolgungsjagd, kein Faustkampf und keine sonstige Action-Szene dieser Welt erzeugen kann. Da führt ein brillanter Christoph Waltz als Hans Landa in der Stube des einfachen Bauern LaPadite "nur" eine simple Befragung zum Aufenthaltsort einer jüdischen Familie durch. Da fühlt ein vollkommen überragender August Diehl "nur" dem ihm vollkommen ebenbürtigen Michael Fassbender in einem Kneipengespräch auf den Zahn, um die Herkunft eines Dialektes zu erkunden. Da ist wieder Hans Landa, der "nur" der Kinobesitzerin Shosanna einige Fragen über ihr Theater stellt.

Andere Filmemacher würden aus diesen Situationen einen leichten Spannungsaufbau generieren, der nur funktioniert weil man weiß, worauf es hinaus laufen könnte. Aber Tarantino macht daraus so viel mehr: Jedes Wort vibriert, als würde es sich kurz vor der Explosion befinden, die Dramatik steigert sich von Sekunde zu Sekunde und kaum etwas vergleichbares erfüllt die Hitchcock'sche Definition der Suspense (die brennende Lunte, deren Länge und Ziel wir jedoch nicht abschätzen können) in der heutigen Zeit perfekter. Situationen, die sich minutenlang nur eine Nuance vor dem fatalen Kippen befinden - wahre und echte Spannung, einzig allein aus Dialogen generiert. Genial!

Nachdem ich sämtliche Tarantino Filme über Jahre nicht gesehen hatte und nun alle mal wieder genossen habe ist mir zudem eins klar geworden: Irgendwie dreht der Mann oft verdammt nah am Western. Bis auf DJANGO UNCHAINED natürlich immer in völlig andere Gewänder gehüllt, aber doch sind ständig Einflüsse zu erkennen. Hier vielleicht am stärksten? Der Score, die Rache-Story, der loyale Trupp von (ganz bewusst völlig überzogen schwarz/weiß gezeichneten) Kämpfern für "das Gute" - einige von vielen Elementen, die wir Jahrzehnte vorher zuhauf in den staubigen Weiten des amerikanischen Flachlandes verfilmt fanden. Shosanna der gebrochene Held, die Basterds die unterdrückten Indianer, die gegen den Besatzer kämpfen, Frederick Zoller der Zweifler, der irgendwie die Verbindung zwischen den Fronten schaffen will?

Ein wenig mehr zum Inhalt: Klar kann man sich fragen, was dieser Film eigentlich soll. Warum wird hier internationale (vor allem auch unschöne deutsche) Geschichte frei und provokativ umgeschrieben, ohne dabei die (vor allem in unserem Lande ja so stetig geforderte) nötige Ehrfurcht zu zeigen - immerhin wurde dem Film und somit auch Quentin Tarantino alles mögliche an den Kopf geworfen, bis hin zu Respektlosigkeit gegenüber den Leiden des zweiten Weltkriegs. Ich denke dass es einfach eine gewisse Mentalität in der Herangehensweise war, die uns diesen tollen Film beschert hat. Eine Mentalität, die es viel öfter geben sollte:

"What if?" vs "Let's just do it!"

Was wäre, wenn Hitler durch einen verrückten Söldnertrupp zu Fall gebracht worden wäre?
Und was wäre, wenn damit auch noch direkt die Vorführung eines Films zu tun gehabt hätte?
Ja, was wäre dann - lass es uns durchziehen und es herausfinden!

Und im Resultat hat Quentin entgegen aller Vorwürfe einen sehr positiven Film gedreht. Einen der - wie es bei der Liebe zum Film seines Autors ja schon gängig ist - die Liebe zum Kino feiert und sagt: "Kino kann etwas verändern!", einen der lauthals ruft: "Der richtige Film am richtigen Ort kann Geschichte schreiben!". Das mag romantische Schwärmerei sein, aber es ist nun mal die Begeisterung eines Cineasten, die aus diesen Szenen spricht. Und ebenso wurde hier, entgegen der Vorwürfe einen Film der lediglich stumpfe Gewalt zelebriere gedreht zu haben, genau das Gegenteil gemacht. Zwar ist Gewalt hier wieder ein drastisches Mittel zum Zweck, doch flechtet Q.T. auf einer meta-Ebene sogar innerhalb seines Filmes eine interessante Betrachtung über den Unterschied zwischen realer und fiktiver Gewalt ein. Im Werk STOLZ DER NATION werden die "Heldentaten" des deutschen Soldaten Frederick Zoller gefeiert. Ruhm, der darauf basiert im Alleingang etwa dreihundert Menschen getötet zu haben. Und daran ist nichts mehr cool, oder unterhaltsam.

Shosanna: "Sie sollten unten sein und feiern. Das ist ihr Film"
Zoller: "Und was. Ich habe dreihundert Menschen getötet. Das ist nichts worauf ich stolz sein sollte."

Und auch am Ende, wenn Eli Roth als der Bärenjude mit Hass-verzerrtem Gesicht sein Maschinengewehr Magazin für Magazin in die Menge deutsche Premierengäste entlädt, ist nichts mehr cool, oder unterhaltsam, sondern INGLOURIOUS BASTERDS schleudert uns eine riesige Dosis konzentrierten Hass ins Gesicht - und zwischen den Zeilen steht in großen Buchstaben: "Hier ist niemand mehr der Gute. Hier regieren nur noch Hass und daraus resultierende Zerstörung. Und das kann NIEMALS gut sein, egal wer wen hasst und in welche Richtung sich die Gewalt entlädt!" Es steckt mehr dahinter, als etwas coole Musik und Unterhaltung!

Alles in allem ist das Werk eine Ansammlung an drastischen, coolen, intensiven und bedrückenden Episoden, die von stark ausgewählter Musik, toller Ausstattung und vor allem besagten Dialogen in Verbindung mit absolut übermenschlich-gutem Schaupiel getragen werden. Da ist nicht nur Christoph Waltz (den ich gegen Ende zeitweise sogar fast als etwas zu viel empfinde), da sind auch August Diehl, Mélanie Laurent, Michael Fassbender, Brad Pitt, Diane Kruger (ja, auch die, denn die Rolle des oberflächlichen, nie ihr wahres Gesicht zeigenden Reichs-Starlets könnte nicht besser verkörpert sein) und sogar Til Schweiger, Daniel Brühl, Eli Roth, etc. machen einen tollen Job. Jeder wächst hier über sich hinaus. Dazu noch angenehm wenig Film-Referenz-Namedropping und mehr echter Q.T. Stoff - einfach rundum gelungen, vom Gefühl am nächsten an PULP FICTION und so umfangreich, dass die ANzahl an potentiellen Sichtungen nicht in eine Zahl gepackt werden kann.

Bitte als nächstes wieder genau so, Herr Tarantino!

[http://weltamdraht.blogsport.de/2014/07/28/review-inglourious-basterds-2009]

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DerWaldHerr

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Mit den Jahren hat sich "Jackie Brown" als mein Lieblings Tarantino heraus kristalisiert, noch vor "Pulp Fiction", aber der hier ist auf Platz 5. Meine Rangliste:
1. Jackie Brown
2. Reservoir Dogs
3. Pulp Fiction
4. Kill Bill Vol. 2
5. Inglourious Basterds


jacker

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Interessant, J.B. hat bei mir in der nun (fast komplett) hinter mir liegenden Werkschau extrem verloren. Fand den früher super und heute fast schon öde. In meinem Ranking (rein nach Zahlenwertung) sieht es nun so aus:
1. KILL BILL (10+♥)
2. PULP FICTION (9P)
3. RES. D. / ING. BAST. (8P)
4. DJANGO U. (7P)
5. J.B. (6P)
6. DEATH PROOF (4P mit gutem Willen)


Martin.Eyxtra

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wie immer ist der Film Geschmackssache. Ich find ihn ziemlich cool, obwohl mir manche Darsteller nicht gefallen, wie zum Beispiel Eli Roth oder Diane Kruger.
Der Film ist sonst gut gegliedert und cineastisch natuerlich schoen inszeniert mit perfektem Einsatz von Musik und Kameraperspektive. Kein Meisterwerk, aber ein solider Tarantino. Ich bleib bei Kill Bill I ;)

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the_chosen_one

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Bewertung9.0Herausragend

"Inglourious Basterds" ist eigentlich ein ziemlich guter und unterhaltsamer Film von Quentin Tarantino

Es geht um ein paar Jüdische Soldaten, die sich an Nazis rächen, indem sie sie foltern, töten und am Ende ein Hakenkreuz in die Stirn ritzen.

Die Besetzung war für mich etwas ungewöhnlich aber trotzdem ganz passend. Ich fand sogar Till Schweiger gut in dem Film (obwohl er eigentlich sehr früh gestorben ist :D)

Was mich am Ende dann doch etwas störte, war der Schauspieler, der Hitler gespielt hatte. Der war irgendwie unpassend für die Rolle.

Im Großen und Ganzen ein gelungener Film, der an vielen Stellen auch lustig ist ;D

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