Inglourious Basterds - Kritik

Inglourious Basterds

US · 2009 · Laufzeit 154 Minuten · FSK 16 · Drama, Komödie, Actionfilm · Kinostart
  • 6

    Hab Ihn mir mal angeschaut und joa war ganz OK aber mehr auch nicht.
    Denke auch das die hier teils massiv übertrieben hohen Bewertungen davon kommen das ganz oben über dem Film "Quentin Tarantino" steht ;-)
    Würde der Typ beim springen in die Kamera furzen bekäme er wohl auch gleich 8 Punkte in der Durchschnittsbewertung :DDD
    Ist ja im prinzip wie bei den Chart "Hits" im Radio... nichts besonderes aber trotzdem und hauptsache CHARTS!!! :DDD
    Soll jetzt kein hate werden aber mich flashen seine Werke jetzt nicht so (ausser bei Hostel vielleicht) und es gibt viele Filme, die trotz extrem niedriger Bekanntheit auch durch fehlen von speziellen Regisseuren und/oder Schauspielern besser sind als so ein vom Markt hochgehypter Film, dem so lange massiv Geld in den Ar*.. gespült wird BIS er überall nur noch gefeiert werden KANN!
    Und wehe dem man lehnt sich zu weit GEGEN solche Produktionen aus dem Fenster :P
    Ich habe allein beim Anblick von unserem kleinen, deutschen nuschel Tilli, der in Zukunft wirklich mehr "Schweigen" sollte, schon einen leichten Brechreiz bekommen ;-)
    Der Film war jetzt nicht oberscheisse aber auch bei weitem nicht so gut wie alle bzw viele behaupten!
    So viel von mir >;D

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    • 9 .5

      In meinen Augen mit Django der beste Streifen von Quentin Tarantino. Vllt sogar der Beste.
      Christoph Waltz in bestechender Form, Dialoge die man sich immer und immer wieder ansehen könnte - alleine die Szene im Schützengraben ist legendär.
      Sowas darf im Steelbook nicht in der Sammlung fehlen. Überragend!

      • 8

        Doppelfunktionaler Meilenstein

        Tarantino verfolgt mit "Basterds" zwei Ziele:

        1. Dialogue Infernale

        Tarantino, von Beginn an ein Meister der Dialoge, treibt die Kunst seiner Wortgewalt in diesem Film auf die Spitze. Mit Christoph Walz als Mimen-Gigant hat er den passenden Interpret gefunden und liefert so in der Eröffnungszene ein Feuerwerk an subtiler Wortgewalt ab, wie es in der Filmgeschichte bislang nicht gegeben hat.

        2. Quid est cinema?

        Der Mittelteil des Films ist zwar beachtlich und sehenswert, hängt aber zwischen Anfangs- und Schlussszene arg durch. Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn dies nicht genau zu seinem Konzept gehören würde.

        Der brachial-intellektuellen Sprachgewalt der Eröffnungszene findet mit einer nicht minder brachial-intellektuellen visuellen Gewalt in der Schlussszene des Kino-Massakers die passende schließende Klammer. Tarantino gelingt es hier, auf einem sehr hohen Niveau eine Rahmenhandlung zu installieren, die nicht durch das narrativ-visuelle sondern nur durch ihren Anspruch getragen wird. Und der hat es beim Kinomassaker auch nur so in sich. Denn hinter all den Explosionen, Geschrei und Schüssen schält sich eine zentrale Frage heraus:

        Was ist Film?

        Tarantino beantwortet diese Frage nicht final. Denn eine Antwort genügt einfach nicht. Vielmehr bietet Tarantino durch Präsentation und deren Umkehrung eine umfassende Abhandlung darüber, was "Film" bedeutet:

        1. Film ist Material

        Film ist belichteter Zellstoff. Dies wird durch den Riesenhaufen alter Filme hinter der Leinwand und durch die Präsentation der Vorführtechnik demonstriert.

        2. Film ist Sprengstoff

        Der zweite Aspekt seiner Materialität ist gleichzeitig ein Hinweis auf seine intellektuelle Wirkung: Film kann gefährlich sein. Sowohl als Material als auch als Vermittler von Botschaften

        3. Film ist Fiktion

        Hitler wurde nicht von einem wütenden Juden-Rächer erschossen. Film schert dies nicht sondern darf im Rahmen einer fiktionalen Aufarbeitung durchaus auch dieses Ende des Gröfaz präsentieren.

        4. Film ist Narration

        Hier haben wir eine Inversion: Dass Film Narration, also Erzählung, ist, wird IM Film dadurch gezeigt, dass der präsentierte Film-im-Film genau das eben NICHT ist. Der dämliche Propaganda-Streifen zeigt nur, wie ein Scharfschütze reihenweise GIs abknallt. Das ist so flach, das reicht noch nicht einmal für einen Asylum-Streifen.

        5. Film ist narrative Tradition

        Alle sind am Ende so tot, wie es die griechische Tragödie für diese Form des Dramas vorsieht.

        6. Film ist Kommunikation

        Unsere Heldin schneidet sich frech mitten in den Propagandastreifen hinein und schreit den NS-Schergen ihr baldiges Ende lachend ins Gesicht.

        7. Film ist subversive Rückkopplung

        Wir sitzen im Kino und betrachten einen Film, in dem Menschen im Kino sitzen und einen Film betrachten. Wer sagt uns, dass auch wir nicht Teil eines Films sind, der gerade von jemand anderem betrachtet wird?

        Tja. Alles doch ein bisschen mehr, als man so denkt.

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        • 4
          Asator84 08.10.2016, 09:42 Geändert 08.10.2016, 09:42

          Es ist eben ein Tarantino-Film, entweder man liebt sie oder man hasst sie.
          Der Film hatte ein paar gute Szenen aber insgesamt betrachtet überhaupt nicht mein Fall.

          • 3

            Ich habe diesen Film im Kino gesehen. Er hat gut angefangen, doch wurde später einfach nur noch langweilig. Es war sogar so schlimm, dass ich tatsächlich im Kino eingeschlafen bin. Dies war das erste mal für mich. Positiv an dem Film war die Performance von Christoph Waltz. Sonst fand ich ihn einfach nur schlecht. Ich kann verstehen, dass viele ihn gut finden, doch habe ich bei dem Film einfach etwas anderes erwartet.

            • 8

              Habe ihn mal vorsichtig abgewertet. Es ist halt ein typischer Tarantino. Ein Laberfilm. Und er ist auch richtig lang. Und zwischendurch langweilig. SPOILER SPOILER SPOILER Allerdings lebt er - wie jeder Tarantino - von seinen Laberszenen. Denen zwischen Nazi und Nicht-Nazi. Da, wo man die Ungleichheit der handelnden Akteure regelrecht spüren kann. Das sind die Highlights. Das erzeugt unglaubliche Spannung.

              Er hat noch ein paar weitere Gänsehaut-Momente. Aber auch ein paar richtige Ekel-Momente. Wo man den Film, und seine Charaktere einfach nicht mögen will. Kann die Kritik absolut nachvollziehen. Schwierig. Es gibt definitiv Dinge, die mir missfallen. Habe auch deswegen abgewertet.Aber schlecht ist er auf gar keinen Fall. Und besonders als Deutscher, wo man alle subtilen Elemente nicht erklärt bekommen braucht, sondern einfach intuitiv merkt. Das war einfach klasse.

              • 10

                Tarantino hat es mal wieder geschaft, wie immer ein guten Film herzubringen, und nein ich bin kein tarantino fan, guter christop waltz, und brad pitt und so weiter. guter Cast. gute geschichte

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                • 10

                  Man kann von Tarantino halten, was man will - was aber am Ende übrig bleibt ist die Tatsache, das man mit seinen Filmen schlicht hervorragend unterhalten wird. Und er weiß ebenso Schauspieler in Charaktere einzusetzen, die den Ein oder Anderen unsterblich machen.

                  Hans Landa alias Christop M. Waltz - ich muss ehrlich gestehen, wenn man sich seine Darstellung ansieht und sich einen "echten" Kommandanten der SS oder SA oder Gestapo aus den NSDAP-Jahren vorstellt, dann prägt seine Art der Darstellung und Umsetzung des "Juden-Befehls" dazu bei, das man dieses Bild im Kopf hat.

                  Wie gewohnt spart Quentin nicht mit Brutalität, Blut und Mordgelüsten. Aber die Themen die er mit seinen Filmen bedient sind nun mal auch kein Zuckerschlecken und man braucht ja nun nicht erwarten, das sog. "Juden-Jäger" oder "Nazi-Jäger" ihre Opfer entschprechend mit dem Wattestäbchen bestraft haben.

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                  • 9 .5
                    Becks2401 30.08.2016, 10:21 Geändert 31.08.2016, 08:24

                    Mit einem Wort: Brillant
                    Ich schreibe jetzt ganz bewusst nicht viel, denn sonst würde ich wohl stundenlang tippen! :-D
                    Christoph Waltz hat hier eine schauspielerische Leistung abgeliefert, die ihres gleichen sucht! Auch den restlichen Cast fand ich fantastisch. Brad Pitt als Aldo Raine hat ebenfalls voll und ganz überzeugt.
                    Till Schweiger als Hugo Stiglitz hat für mich persönlich Kultfaktor!! xD
                    Story, visuelle Umsetzung, schauspielerische Leistung ALLER Charaktere, hier passt einfach alles! hinzu kommt die genau richtige Mischung aus Witz und Ernst.
                    Und welch nervenzerreißende Spannung Tarantino mit reinen Dialogszenen aufbauen kann, fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
                    Selten war ich von einem Film so begeistert.

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                    • 9 .5
                      Schubi09 29.08.2016, 02:26 Geändert 31.08.2016, 12:53

                      Von Tarantino kann man echt halten was man will, by the way stehe ich ihm am ehesten neutral gegenüber, aber dieses gute Stück ist einfach überaus genial.
                      Man könnte im Voraus annehmen, dass die gut 2 1/2 Stunden Laufzeit etwas zu sehr in die Länge gezogen ist, jedoch weit gefehlt. Ich hätte mich auch überhaupt nicht über eine weitere halbe Stunde beschwert!
                      Da hier nach meinem persönlichen Geschmack alles richtig gemacht wurde, was man so richtig machen kann, hebe ich nur ein paar Dinge heraus, die mich besonders begeistern konnten. Das Beste nehme ich dabei gleich vorweg: Christoph Walz. Er hat es hier geschafft, einen so dermaßen interessanten, da auf den ersten Blick absolut höflichen und zuvorkommenden, jedoch in Wirklichkeit unberechenbaren und umbarmherzigen, Bösewicht zu kreieren, dass einem fast die Spucke weg bleibt. Allein die Eröffnungsszene, die hier untypisch lange dauert, ist ein absoluter Augenschmaus und mit Sicherheit eines, wenn nicht sogar das Highlight des Films.
                      Was den restlichen Cast angeht, so hätte man ihn kaum prominenter besetzen können, doch auch hier hat man absolut ins Schwarze getroffen. Neben einem ebenfalls überragenden Brad Pitt, der hier als Nazi-Jäger mit dem ein oder anderen flotten Spruch und mit seiner ironischen Herangehensweise überzeugt, sind es die bis in die kleinste Nebenrolle authentischen Darsteller, die hier ebenso perfekt gewählt wurden. Dass hier beispielsweise deutsche Schauspieler in deutschen Rollen eingebracht wurden, trägt ebenso eine Menge dazu bei.
                      Was die Erzählstruktur angeht, so halte ich sie für ebenso genial und für den Grund weswegen keine Langeweile aufkommt.Die einzelnen Kapitel, welche anfangs noch zur Einführung der einzelnen Charaktere dienten, sind überaus unterhaltsam aufgebaut und führen später dadurch, dass sie quasi zusammengefügt werden, dazu, dass auch noch eine gehörige Portion Spannung vorhanden ist. Und dazu benötigt man nicht einmal unbedingt irgendwelche Actionsequenzen, die hier auch gut dosiert vorhanden sind, da reicht auch manchmal eine kleine Unterhaltung mit Herrn Landa zu einem Espresso und einem Strudel mit Sahne.

                      Ein meiner Meinung nach absolutes Meisterwerk, welches ich mir direkt nach der ersten Sichtung am liebsten noch einmal ansehen möchte!

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                      • 0

                        Für diesen Schund müsste man Tarantino eigentlich teeren und federn.

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                        • 9

                          Kleine Anekdote aus dem Geschichtsunterricht:
                          Kürzlich hat unser Geschichtslehrer angeboten, wir könnten in der letzten Geschichtslektion noch einen Film schauen. Ich und ein paar Mitschüler hatten dann die Idee, Inglourious Basterds als Film vorzuschlagen. Glücklicherweise hatte unser Geschichtslehrer den Film noch nicht gesehen und war schlussendlich einverstanden, jedoch war er, glaube ich zumindest, auch etwas skeptisch, da es sich um einen Tarantino-Film handelte.
                          Als nach der grandiosen Eröffnungsszene die meisten bemerkten, dass es sich hier um einen etwas spezielleren Film handelt als Avengers, oder Fack Ju Göhte, widmeten sich ca. drei Viertel der Klasse fortan vor allem ihrem Handy. Unser Geschichtslehrer beobachtete dies mit Sorge und fragte dann irgendwann die Klasse, ob die Gewalt im Film vielleicht etwas zu krass sei. Als nur ein verneinendes Gemurmel zu vernehmen, liess er den Film weiterlaufen und meinte noch mit ernsthafter Sorge, es sei ihm extrem wichtig, dass wir den Film nicht ernstnehmen und, dass es eine solche Nazi-tötende Organisation niemals wirklich gab! Wir lachten uns zur gleichen Zeit fast schlapp, da er wirklich so aussah, als hätte er ernsthafte Sorgen, wir glaubten alles, was Tarantino sich da zusammengedichtet hat.
                          Als die Lektion fertig war, blieben ich und ein paar andere noch im Zimmer, um den Film fertig zu schauen, jedoch nicht bevor unser Geschichtslehrer uns sagte, wir sollen das nächste Mal doch bitte einen etwas besser geeigneten Film aussuchen. Auf unsere Frage, was für ihn denn einen geeigneten Film ausmache, entgegnete er, weniger Gewalt und eine historisch korrekte Story sei erforderlich.
                          Es war extrem schwierig, einen Lachanfall zu unterdrücken. Und auch wenn mein Geschichtslehrer uns jetzt abgrundtief verachtet, war's doch irgendwie wert!

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                          • 10

                            [SPOILERFREIE REVIEW]
                            Inglourious Basterds war nach Django unchained mein zweiter Tarantino-Film. Ich wusste also dass dieser Mann wirklich gute Filme machen kann und ging dem entsprechend mit hohen Erwartungen an diesen Film ran.
                            Und ich wurde einfach überwältigt. Dieser Film kann einfach alles. Schnitt, Musik, natürlich das Drehbuch und die überragenden Schauspieler. Inglourious Basterds ist ein Meisterwerk und bis heute mein absoluter Lielingsfilm.

                            SCHAUSPIEL
                            Das Christoph Waltz in der Rolle als Nazi-Judenaufspür-Detektiv alle an die Wand spielt ist ja schon bekannt. Er verkörpert diesen gescheiten, unberechenbaren und ständig hellwachen Standartenführer schlicht perfekt.
                            Brad Pitt verkörpert einen skrupellosen Lieutenant, der einfach nichts lieber tut als den Nazis mal so richtig aufs Dach zu geben. Auch super besezt.
                            Aber auch Mélanie Laurent, Eli Roth, Michael Fassbender und Daniel Brühl machen ihren Job grossartig. Wie man es von Tarantino gewohnt ist ist also jede noch so kleine Rolle einfach perfekt besetzt und ich kann jedem Schauspieler seine Rolle problemlos abkaufen.

                            MUSIK
                            Tarantino typisch wurde nicht ein Komponist angeheuert sondern einfach verdammt passende Songs ausgewählt. Auch wenn die Vorstellung eines David Bowie Songs in einem WWII Film absurd klingt, bei Tarantino passt es einfach.

                            DREHBUCH
                            Die eigentliche Story von Inglourious Basterds hat Trashfilm Potential.
                            'Eine amerikanische Spezialeinheit unter der Anführung eines Rachesüchtigen Kriegsveteranen haben nur ein Zeil: Nazis töten.'
                            Die Story klingt zwar sehr dumpf ist aber durch dieses Drehbuch einfach genial umgesezt. Die Dialoge sind Tarantino typisch unglaublich fein, lebendig und packend geschrieben.
                            Aber auch die Figuren haben es in sich. Allen voran natürlich wieder dieser Hans Landa. Diese undurchschaubarkeit ist einfach grossartig in Szene gesezt. Nie weiss man was er vor hat oder was in seinem Kopf vorgeht. Wer mit den Amerikanern mitfiebert bekommt jedes mal Angst wenn Landa auftaucht. Ständig hat man Angst, dass er den Braten gerochen haben könnte. Und genau das macht diese Figur so absolut genial.
                            Jedes Gespräch ist ein Wortgefecht bei dem ich mir fast jeden zweiten Satz als episches Zitat über den Kamin hängen könnte.
                            Die Story ist in Kapiteln angelegt. Allerdings chronologisch, was bei Tarantino nicht immer der Fall ist. Insgesamt ist die Story vorallem dank den packenden Dialogen trotzt über 2,5 Stunden Lauflänge unglaublich mitreissend.

                            Inglourious Basterds ist einfach ein unglaublich guter und vielseitiger Film. Er macht beinahe alles richtig was man überhaupt richtig machen kann und ist für mich purer Kinogenuss.

                            Das ist übrigens meine erste Kritik. Ich hoffe sie ist ganz OK geworden. :)

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                            • 10

                              Ein muß für Tarantiono-Fans

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                                Meiner Meinung nach der beste Tarantino-Film. Christoph Waltz alleine ist schon die 10 Punkte wert!

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                                  Der schlechteste Film, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.

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                                  • 7 .5

                                    Die Eröffnungssequenz mit Waltz ist der Höhepunkt des Films und absolut überragend. Wie kann er eine solche Drecksau nur so überragend spielen??
                                    Der Rest ist nett, aber ein kein Meisterwerk.

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                                      sachsenkrieger 18.06.2016, 08:51 Geändert 18.06.2016, 08:55


                                      "You Guys will you kill some Nazis? Are you ready to fuck up some Nazis?" - Quentin Tarantino, unter Jubelrufen und Applaus, vor der Premiere von INGLOURIOUS BASTERDS in Tel Aviv

                                      Quentin Tarantino betritt ein neues Schlachtfeld! Und da gilt frei nach dem von ihm mitgeprägten Motto: Wenn schon, denn schon! Denn er sucht sich nicht irgendein Gemetzel aus, sondern mit dem WKII, gleich das allergrößte Schlachthaus der Welt- und Menschheitsgeschichte. Das tut er auf eine derart fulminante Art und Weise, das man wohl mit Fug und Recht behaupten kann, das man nach dem "Genuss" von INGLOURIOUS BASTERDS, keinen anderen Film mehr sehen muss, der sich mit dem Thema beschäftigt. Ein Film, dessen oberflächliche, kindliche Leichtigkeit, eine unter der Oberfläche deutlich erkennbare, schwelende und brodelnde, tiefe Traurigkeit verbirgt. Wenn man Quentin Tarantino nicht wenigstens ansatzweise "kennt", könnte man meinen, er wäre erwachsen geworden. Aber selbst wenn es so wäre, wäre ein erwachsener Tarantino, immer noch ein Regisseur, der sich weitab der uniformierten Truppen Hollywoods, als Kundschafter des Machbaren und Möglichen durch die Büsche schlägt. Niemand anderer als er, hätte einen solchen Film wohl machen können. Einen über den üblichen Spekulationen über Kriegs- und/oder Antikriegsfilme stehenden Kriegs-Antifilm. Cineastische Antiteilchen, die das bisher Gesehene wegmampfen, wie es der gute alte Pacman in seinem ewigwährenden Dasein in einem Labyrinth tut.

                                      Quentin Tarantino spielt wieder einmal allzu gerne mit den Gefühlen seiner ihm mehr oder weniger gewogenen Zuschauer. Seine Ader für eine mehr als punktgenaue Besetzung der Rollen und seine nahezu immer abseitig genialen Dialoge, führen dazu, das man an Stellen lacht, an denen einem eigentlich Ethik und Moral, einen fetten Riegel vorschieben sollten. Bezeichnend ist da gleich das erste Kapitel, das dazu dient, den eigentlich so unglaublich durchschnittlich daherkommenden Oberst Landa, in das Geschehen einzuführen. Trotz des Damoklesschwertes, das über der ganzen Sequenz schwebt und trotz des nicht schwer vorhersehbaren Endes dieses Teils der Geschichte, kommt man nicht umhin, die hier mit tödlicher Präzision passende Darstellung, vom in solchen Rollen immer göttlich daherkommenden Christoph Waltz, zu bewundern. Da muss einem unweigerlich das Grinsen vergehen, das Lachen im Halse steckenbleiben. Passend zu dieser Stelle des Films, muss ich allerdings einfügen, das mir selbst nach der mittlerweile vierten Sichtung des Films, die im zweiten Kapitel angesiedelte Szene mit dem Baseballschläger, immer noch zu sehr auf den Magen schlägt. In dieser einen Szene, schlägt Tarantino für meine Begriffe zu sehr über die Stränge, mit den Anfeuerungsrufen und dem Jubel, der nach dem "Touchdown" durchs "Stadion" brandet.

                                      CUT!!! Phantastic! Once again! ..... Why? Because we love making Films...

                                      Spätestens nach der erhellenden Sichtung von INGLOURIOUS BASTERDS, muss ich meine selbstverschuldete und größtenteils selbstinszenierte Abneigung gegen die Person Quentin Tarantino und seine Filme, gänzlich ablegen. Asche auf mein Haupt ... nur ein kleiner Mensch unter Menschen. Danke auch an den Eigentümer der Big Kahuna-Burgerkette, der mir indirekt nahelegte, mich mit den Hintergründen der Werke Tarantinos zu beschäftigen. Spätestens da wurde mir klar, das ich mir selbst auferlegt, einige Jahre eine Menge Spaß, und zumindest seit den Basterds, eine Menge allerfeinste, außergewöhnliche Rechnungslegung, verwehrt habe. Viele mögen es anders sehen und viele werden seine straighteren Filme bevorzugen. Für mich erteilt sich Quentin Tarantino mit diesem Film selbst seinen Meisterbrief. Wieder einmal langer Rede kurzer Sinn: Mit INGLOURIOUS BASTERDS ist es ihm meiner Ansicht nach gelungen, all seine Fähigkeiten und Fertigkeiten, in ein nahezu perfektes und harmonisches Ganzes zu bündeln...

                                      P.S.: Big, alter Junge. Jetzt können wir gemeinsam des Nächtens den Mond anheulen, aufgrund der Tatsache, das Quentin nach eigener Aussage nur noch einen Film in sich trägt :D

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                                        Ein hervorragender und geiler Film ! Ich fande ihn richtig gut !
                                        Ich habe mir viel davon erhofft und bekam sogar mehr als ich erwartete.
                                        Es gibt bestimmt Menschen die den Film als "Verarsche" sehen, weil er komplett anderes Ende des zweiten Weltkriegs zeigt. Aber ich denke die Mehrheit, so auch ich, sind sehr zufrieden mit dem Film. Tarantino liefert hier einer der stärksten seiner Filme ab. Allein die erste Szene ist schon traurig und heftig anzusehen.
                                        Dann ist hier natürlich ein starker Cast. Brad Pitt und Christoph Waltz liefern die stärksten Rollen ab. Inglourious Basterds ist ein sehr cooler Film, mit tollen Dialogen, heftigen Szenen und tollem Cast, der für Filmliebhaber ein absolutes Muss ist !

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                                        • Inglourious Basterds von Quentin Tarantino ist ein grosser und kühner Kriegsfilm, der so einige verärgern wird und andere wohl auch aufschrecken. Vor allem aber liefert er ein ganz anderes Ende des zweiten Weltkrieges. Eines, in dem die Basterds das bekommen, was sie verdienen! Die Lust am Wiederentdecken alter B-Movies (denn so einer ist das Original aus dem Jahr 1978), der Western Soundtrack von Ennio Morricone und die kunstvolle 35mm Fotografie zeigt Tarantinos tiefe Liebe zum Kino! "The Hero", "The Nazi" und "The Girl", drei ikonische, liebevoll entwickelte Charaktere aus der Horde von Kriegern, die hinter den Kampflinien der Nazis operieren. Gespielt von Brad Pitt, Christoph Waltz und Melanie Laurent, die verstanden haben, dass ein Tarantino Charakter grösser sein muss als das Leben. Ich würde es so sehen: Ihre Gefühle sind einfach viel grösser als die, die wir aus "normalen" Filmen kennen! In einem frühen Stadium des Krieges, im besetzten Frankreich, tritt der grausame Nazi Col. Hans Landa (Waltz) auf. Er verdächtigt einen Bauern, Juden zu verstecken und behält recht. Aufgestöbert muss die junge Frau Shosanna (Melanie Laurent) sich in den Wald flüchten. Christoph Waltz kreiert hier einen Nazi Charakter, wie ich ihn nie zuvor sah: Teuflisch und hämisch, ironisch und absurd! Der "Hero", das ist Lt. Aldo Raine, gespielt von Brad Pitt. Pitt spielt eine italienische Karikatur, einen Jäger, den es nach 100 Nazi Skalps dürstet. Das "Girl", Shosanna (Laurent) ist eine Sirene mit Kurven und roten Lippen. Sie ist eine schöne Zusammenfassung der Frau in Rot, die uns das Kino der letzten 100 Jahre geliefert hat. Shosanna flirtet mit Frederick Zoller (Daniel Bruhl), einem Nazi Kriegshelden, der nun als Schauspieler für Goebbels arbeitet. So wie jeder Tarantino Film entzieht sich Inglorious Basterds einer Kategorisierung. Ein Kriegsfilm? Vielleicht so etwas in der Richtung. Natürlich ist nichts, was geschieht, möglich und alles nur grandiose Unterhaltung! Nachdem ich Inglorious Basterds zum ersten Mal sah, war ich mir nicht so sicher, ob das nun der beste oder ärgerlichste Film des Jahres war. Jetzt hab ich ihn nochmal gesehen und wusste: Tarantino mag einfach wirken, aber doch ist der Zugang nicht einfach. Inglorious Basterds wächst mit jedem Mal Sehen. Der beste oder schlechteste? Weder noch. Vielleicht der originellste Film des Jahres!

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                                          • Guter Film aber mir einen Tick zu lang.

                                            • 9

                                              Nach einer erneuten Sichtung (die letzte ist mehrere Jahre her) muss ich meine Bewertung weiter nach oben schrauben. Die Komposition der einzelnen Bestandteile ist wirklich herausragend gelungen und Tarantino zeigt hier mehr denn je sein handwerkliches Können.
                                              Darauf liegt auch der Fokus von "Inglourious Basterds". Es handelt sich nicht um Tarantinos experimentierfreudigstes Werk, doch die gesparte Kreativität fließt nahtlos in die Inszenierung der teilweise ikonischen Szenen ein.

                                              Zunächst überrascht der Look: die Komposition der Farben und des Lichts scheinen schon von Beginn an eine Art bewegtes Graphic Novel zu sein. Die dazugehörigen Kameraeinstellungen, die oft in ihrer Position verharren, unterstützen diesen Eindruck ebenso wie die aufwendig detiallierten Sets, denen Tarantino viel Zeit und Raum gibt, um sie als Zuschauer ganz erfassen und begreifen zu können.

                                              Dadurch unterstreicht Tarantino nicht nur die Fiktion der Handlung, sondern der Look legitimiert ihn gewissermaßen im Einsatz der gezeigten Gewalt, die hier als Bestandteil einer popkulturellen Verarbeitung zahlreicher Referenzen rein ästhetischen Wert besitzt.
                                              Die bewusste Comicisierung von "Inglourious Basterds" ist vielleicht Tarantinos größter Schachzug. Denn hier darf er sich ganz und gar der Handlung in ihrem selbstgegebenen Rahmen widmen, darf in der Figurenzeichnung bewusst übertreiben und vor allem ein Drehbuch verfassen, in dem er nicht nur sein nerdiges Filmwissen, sondern auch sein Talent für Stil, Atmosphäre und Timing einfließen lassen kann.

                                              Der Spannungsbogen ist im Endeffekt nachvollziehbar und bricht gewissermaßen mit der Erzählstruktur, die wir von Tarantino kennen: es gibt nur einen großen Zeitsprung, ansonsten wird die Geschichte relativ linear erzählt. Das fällt am Ende aber nicht so stark ins Gewicht, weil sich Tarantino hier eben auf das Wesentliche konzentriert: die Erschaffung eines guten Films.
                                              Es gelingt ihm beispiellos, die gesamte Komposition so auszurichten, dass der Zuschauer gebannt 154 Minuten vor der Leinwand sitzt und in die dargelegte Welt eintauchen kann. Er zeigt uns beinahe eine Art Lehrfilm über das Filmemachen selbst und präsentiert uns gleichsam seine eigene Entwicklung. Diese ist zwar wahrscheinlich noch nicht abgeschlossen, aber Tarantino liefert uns einen Film, in dem er glasklar zu verstehen gibt, das er das Medium Film selbst verstanden hat.

                                              Das zeigt sich auch in seinem gewohnt stilsicheren Einsatz von Musik. Wenn Mélanie Laurent ihren finalen Coup zu David Bowies "Cat People" reflektiert und vorbereitet, dann ist dramaturgisch und inszenatorisch ganz groß. In dieser Szene, in der alle Protagonisten von Tarantino in ein Kino gebracht werden, verweist fast augenzwinkernd auf sein Verständnis für Film und - vielleicht noch wichtiger - das Kino selbst.

                                              So gesehen kann "Inglourious Basterds" auch als eine Hommage an das Kino selbst verstanden werden, in dem sich uns nicht nur wundervolle Welten, sondern auch intentiöse, propagandistische öffnen können, die am Ende mit dem Wert des Mediums Film wenig bis gar nichts zu tun haben. Ein klares Signal hierfür ist vielleicht die Reaktion des sich selbst darstellenden Schützen Frederick Zoller, der den gezeigten, offensichtlich schlechten (überraschenderweise mit vielen Schnitten) Film "Stolz der Nation" als großer Cineast nicht erträgt.

                                              Zum Cast muss wahrscheinlich wenig gesagt werden. Brad Pitt überzeugt spielerisch als Lt. Aldo Rain, Michael Fassbender strahlt in jeder seiner Szenen eine ungeheure Präsenz aus und Christoph Waltz erlebt in seiner Darstellung des doppelzüngigen Hans Landa seine viell zu späte, aber hochverdiente Anerkennung.

                                              Insgesamt ist "Inglourious Basterds" vielleicht Tarantinos rundester Film, der nicht ganz an die geniale Verspieltheit eines "Pulp Fiction" heranreicht, aber in seiner Darstellung so konsequent ist, dass er ohne Zweifel zu QT besten Werken gehört.

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                                              • 7 .5

                                                Mir hat der Film jetzt nicht so gut gefallen wie erwartet , das kann man schon mal sagen . Und wenn Christoph Waltz hier nicht in der geilsten Rolle aller Zeiten gespielt hätte , würde ich dem Film wahrscheinlich noch einen Punkt Abzug geben. Aber auch hier wieder hervorragender Cast wie man es von Tarantino gewohnt ist und das hebt den Film noch deutlich über den Durchschnitt.

                                                • Deutschfeindlicher Dreck! Ein dämlicher Hetzfilm aus den USA, der mal wieder zur Gewalt gegen die "bösen Deutschen" aufruft.

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                                                  • 9

                                                    Absolut sehenswert! Die etwas andere Story. Echt hammer!