Inglourious Basterds - Kritik

US 2009
Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Drama, Actionfilm, Komödie, Historienfilm, Kinostart 20.08.2009

Kritiken (33) — Film: Inglourious Basterds

Ephigenia: Nightmare-Horrormovies.de

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Entweder ist Tarantino ein Regisseur der einfach nicht in der Lage ist, seine makaberen Szenen und Ideen mit Spannung zu versehen oder er klaut sich die besten Filmszenen aus nicht so bekannten, unterschlagenen Werken zusammen und reanimiert diese Szenen zumindest Perfekt für seine elegant wirkenden Filme, um das Kino-Publikum von Heute damit zu beeindrucken. Was für ein Künstler?

Kritik im Original Kommentar gefällt mir 5 Antworten

Ephigenia

Antwort löschen

Inglorious Bastards wurde weder als Remake, noch als Neuverfilmung ausgegeben, es ist genau so einfallslos wie z.B. Paul Anderson sein vermeidlich einzig guter Film Event Horizon aka Dark Side of the Moon.
Zu andere Filme, mal das Video:
http://vimeo.com/19469447
Tarantino schaut sich viele Szenen ab und macht sie New Hollywood kompatibel. Er ist der Master Men of New Recycling Blockbustermovie schlecht hin. Schön glatt gebürstet und auch noch als Independent Verkauft. Ich bevorzuge die ehrlichen und nicht so pompösen Originale. ;)


Weltenkind

Antwort löschen

Es ist ein Remake, wie man an der moviepilot Seite des Films erkennen kann. Beleg: http://www.moviepilot.de/movies/ein-haufen-verwegener-hunde-inglorious-bastards

Letzter Satz in der Beschreibung.


evants.com: eventsandtrends.com

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Man durfte auf „Inglourious Basterds“ gespannt sein, zumal es ungewöhnlich ist, dass ein Regisseur wie Tarantino in Deutschland dreht und für seinen Film Schauspieler wie Til Schweiger und Daniel Brühl verpflichtet. Das Konzept geht auf: Das insgesamt konsequente Festhalten an Darstellern aus Amerika, Frankreich und Deutschland wirkt sehr stimmig und passend. „Inglourious Basterds“ ist in fünf Kapitel aufgeteilt, wobei im fünften die Fäden zusammenlaufen und alles auf den Showdown hinausläuft. [...] Wer sich auf „Inglourious Basterds“ und somit auf unkonventionelles Kino einlässt, bekommt zweieinhalb Stunden wunderbar groteske Unterhaltung à la Tarantino geboten.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Fast 160 Minuten dauert das Spiel, und keine davon ist vergeudet. Wer einen actiongeladenen Film erwartet, wird enttäuscht, wer ein vor Zitaten und Hommagen übersprudelndes Kammerstück sucht, ist hier genau richtig. Stellenweise hat man sogar das Gefühl, der Film sei speziell an uns Deutsche gerichtet, entdeckt man doch an jeder Ecke bekannte Gesichter und kann sich über Details wie Winnetou oder “Ich wollt ich wär ein Huhn” freuen, mit denen ein Amerikaner so gar nichts anfangen kann.

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Mr.Winchester

Antwort löschen

150min sind vergoldet°!


peter-noster: Mostly Movies

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Tarantino lässt die Leinwand nicht nur sprichwörtlich brennen. Doch nicht nur in seinen lauten Szenen können die “Basterds” punktenn. Die ersten 20 Minuten, die nur ein Gespräch enthalten, gehören zu den spannendsten des ganzen Jahres. Das schöne daran: Wie sonst gerne bei Tarantino existiert der Dialog nicht nur zum Selbstzweck, sondern führt zu einer überraschenden Auflösung. Christoph Waltz wird nicht ohne Grund allerorts für seine differenzierte Darstellung des Fieslings Hans Landa gelobt und darf sich so über späten internationalen Ruhm freuen. Er ist so stark, daß die “Basterds” im Vergleich überraschend den uninteressanteren Teil des Films ausmachen. Als Cineast gefiel mich natürlich auch die Kinobesitzerin in ihrem Widerstandskampf, der – wie eingangs schon erwähnt – zu einem der besten Bilder des Films führt.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Manch Kritiker hatte das Regiegenie im unfertigen "Death Proof" schon vor die Wand fahren sehen; einer der größten Filmemacher seiner Zeit ausgeblutet in blinder Zitierwut und Gewaltorgien. Und was macht Quentin Tarantino? Zieht mit den "Inglourious Basterds", der erklärten Anti-"Walküre", in den Zweiten Weltkrieg und vollführt einen dialoggewaltigen Befreiungsschlag.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...] Die Figurenzeichnung ist äußerst plastisch - Während Bösewicht Hans Landa dabei noch halbwegs real wirkt, ist Basterds-Anführer Aldo Raine (Bratt Pitt) schon fast wie eine Comicfigur überzeichnet, was aber durchaus gewollt ist. Laut Tarantino ist Inglorious Basterds ein Spaghetti-Western im Zweiter Weltkriegs-Setting, was den Film sehr treffend charakterisiert. [...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Nahtigall

Antwort löschen

Das ist Typisch. Pitt wirkt wie eine Comicfigur, QT sagt. Das gehört so und alles ist gut. Klasse, Tarantino scheißt auf die Strasse und Ihr stellt euch das in die Vitrine


Enk

Antwort löschen

Ach Gott, Tarantino hat auch schon viel Durchschnitt produziert. Und Basterds ist zwar gelungen, aber auch nicht gerade sein Meisterwerk


Stryke: inderzange.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Ein brillianter Film vom Altmeister, der wie schon “Pulp Fiction” vor ihm durch seine Dialoge, seinen Charme und Witz noch lange in den Köpfen der Zuschauer herumwuseln und öfters zurückdenken lassen wird. Schwachpunkte sind einzig und allein einige verzeihbare Längen, die aber wenig ins Gewicht fallen. Alles in allem war das ein Bingo ähh .. ich meinte: “Bingo, Quentin!”.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

Nahtigall

Antwort löschen

Letzlich sind meine Kommentare auch ein wenig dadurch genährt, das ich den Hype um Tarantino nicht nachvollziehen kann.


Hippiekiller

Antwort löschen

Man sollte dennoch auf dem Teppich bleiben und manche Dinge neutral anpacken!


Hausmeister: Nerdtalk.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] Fazit: kommt selten vor, dass man im Kino sitzt und das Gefühl hat, einen zukünftigen Klassiker gesehen zu haben. „Inglorious Basterds“ ist ganz großes Kino und sicherlich ein Film, der auch bei der dritten Sichtung noch fesseln und Neues bieten kann.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Habe mich von Tarantino überraschen lassen. Bin keiner seiner Fans, aber die Basterds überzeugen durch die Story und die Umkehrung der Historie ... erstaunlicher Weise auch durch die deutschen Schauspieler. August Diehl - brillant als schneidiger SS-Scherge, Til Schweiger - gut, weil er nicht sprechen muss, Sylvester Groth usw. Nur Diane Kruger ist unglaublich schlecht.

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

Replicant

Antwort löschen

Wann war Diane Krüger jemals gut?


thedirector

Antwort löschen

IB war für mich definitiv das Highlight von 2009! Ganz grosses Kino!


Corsovilla: SchönerDenken

Kommentar löschen
9.0Herausragend

“Bastarde” gehört zu den Filmen, die man gesehen haben muss. Ein Brett von einem Film, sehr intensiv, oft sehr klug, unglaublich besetzt – bisher Tarantinos bester Film. Tarantinos Kino ist immer auch ein Kino über DAS KINO und folgerichtig konzentriert sich das Geschehen in “Inglourious Basterds” immer mehr in einem Kinosaal. Hier finden die Guten Zuflucht und Liebe, hier dringen die Bösen ein, hier wird applaudiert, gemordet, hingerichtet. SPOILER. Und am Ende ist es nicht eine Kirche voller Juden, sondern ein Kino voller Nazis, das in Flammen aufgeht. Und wenn das Gesicht einer Jüdin über den verbrennenden Nazis auf den Rauch projeziert wird wie das Antlitz einer Rachegöttin, dann muss man zugeben: Das konnte nur Tarantino auf die Leinwand bringen. Respekt. [mehr im Podcast]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
10.0Herausragend

VORSICHT: KOMMENTAR MIT SPOILER!! --------

[...]„Once upon a time in nazi-occupied France“ - Ja „es war einmal“ und Tarantino hat im Gespräch mit dem SPIEGEL auch zu Protokoll gegeben, dass er kein Problem damit hat, wenn sein neuer Film als eben diese märchenhafte und kontrafaktische Fiktion, die der Historie diametral gegenübersteht, aufgefasst und interpretiert wird. Und so ist die Geschichte die er in „Inglourious Basterds“ erzählen möchte, eine Wunschphantasie die ebenso naiv wie verständlich ist: Die Kraft der Imagination – in diesem Fall das Kino – siegt über das Böse, siegt dort wo die Realität versagt hat. Und es stimmt schon: Wenn Tarantino am Ende von „Inglourious Basterds“ das Kino, also quasi sein Heiligtum, sein ganz persönlicher Tempel, in Flammen aufgehen lässt und der versammelten Nazi-Entourage um Hitler, Goebbels und Göring die Lichter ausbläst, dann ist das nicht nur ein gewaltiges Opfer eines an seine Existenz glaubendes Märchens, sondern auch das dezidierte Verlangen eines sich durch sich selbst befreiendes Kinos, das die Aufforderung zur Unterhaltung, die Spaß machen und nicht belehren soll, in sich trägt. In dem kleinen französischen Kino brennen nämlich nicht zuvorderst der historische Hitler oder der historische Goebbels, gehen nicht die historischen Embleme, Standarten und Symbole des nationalsozialistischen Terrorregimes in Flammen auf, sondern das oftmals verzerrte Bild des Dritten Reichs, das die Filmgeschichte in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht und kultiviert hat.[...]

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

fkfilmkritik

Antwort löschen

Danke für die Warnung ;)


Khitos: Kälte Reich

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...]Inglourious Basterds ist bei weitem einer der gewagtesten Filme dieses Jahres und spricht ein dunkles Kapitel der Geschichte an, wuschelt dessen fiktive Haare und gibt ihm einen kleinen Klaps auf die Backe. Oder doch eher einen Schlag ins Gesicht. Das Wort ,,Meisterwerk” werde ich – wie viele andere es schon getan haben – sicherlich nicht verwenden, dafür gibt der Film für mich zu wenig her. Das heißt aber nicht, dass Inglorious Basterds nicht gut war, er war sogar sehr gut. Wäre Aldo Raine real, würde er den Film lieben, seine hundert Nazi-Skalps hätte er sicher.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

So kann „Inglourious Basterds” durchaus packen und unterhalten. Nicht zuletzt durch exzellente Schauspieler. Hier zahlt es sich auch aus, dass die amerikanische Produktion mit viel deutschen und auch staatlichen Produktionsmitteln unterstützt wurde. Das deutsche Publikum bekommt etwas für seine Steuereuros: Til Schweiger schweigt oder tobt stereotypisch. Diane Krüger als Filmdiva Bridget von Hammersmark chargiert wieder zu übertrieben und wirkt eher peinlich als passend. Viel besser treten Daniel Brühl als naiver Kriegs- und Kinoheld Zoller sowie August Diehl als äußerst scharf denkender Gestapomann auf. Tatort-Kommissar Christoph Waltz spielt den Nazi-Offizier Hans Landa großartig verschlagen und spleenig. Er hat tatsächlich eine größere Show als Brad Pitt. Ein bitterer Beigeschmack bleibt allerdings bei all der Kriegs-Unterhaltung: Tarantino erzählt völlig ohne moralische Bedenken. Seine Nazijäger agieren ebenso menschenverachtend wie die Nazis. So was passiert einem wahrscheinlich, der nur in Schwarz-Weiß-Kategorien sieht.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Christoph Waltz ist genial als "Jew-Hunter" Hans Landa. Dass ich aus einem Tarantino-Film komme und mir denke, dass ich gerne mehr zu den übrigen Charakteren erfahren hätte, ist einerseits eine positive Überraschung, zeigt aber auch die Schwäche des Episodenaufbaus und der Dramaturgie.

Die Basterds hatten bedeutend mehr "Roten Faden" als Kill Bill und sind definitiv einen Kinobesuch wert.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Tarantino ist bekannt als Cineast und Filmemacher. Und in Basters - mit dem Fokus auf Shosannas Kino und einem gewaltigen Film-im-Film, der eindringlich seinen Höhepunkt findet - übt er sowohl seine Obsession mit Rache, als auch seine Faszination mit Filmen aus. Das Ergebnis ist blutig und glorreich.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Xander8112: at the movies

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...]
Inglourious Basterds ist aber trotz allem gut. Der stimmungsvolle Einstieg und die auch im weiteren Verlauf durchaus vorhandenen sehr guten Szenen trösten ohne weiteres über die (ebenfalls durchaus vorhandenen) Schwächen hinweg. Sicherlich, die lange Laufzeit ist auch wieder ausschweifenden Dialogen geschuldet. Doch wirken diese in dem Film nicht fehl am Platze, stören nicht und lassen den Zuschauer auch nicht gelangweilt im Kinosessel einschlafen. Im Endeffekt also: Ein durchaus guckbarer, guter Film.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Eine Menge brillanter Momente und effektiver Szenen, stehen ebensovielen Längen gegenüber und dem bekannten Tarantino-Problem, das schon in Death Proof sehr deutlich wurde: Die fehlende Disziplin und Entwicklung in Dramaturgie und Storyführung und die absolute Leere die hinter den Bildern steht.

Die Unterteilung in Kapitel kaschiert mehr schlecht als recht, dass der Film nach einer grandios-finsteren Eröffnungsszene, in der Christoph Waltz einen der wohl faszinierensten Bösewichte der jüngeren Filmngeschichte entwirft, relativ ziellos in sich geschlossenen Szenen aneinanderreiht, die nie eine in sich zwingend geschlossenen Handlung ergeben und von höchst durchwachsener Qualität sind.

Großartiger Wortwitz wechselt sich mit klamaukiger Sitcom-Dramaturgie ab, die einen sich bisweilen in der Hardcore-Version von "Hogans Heroes" wähnen lässt. Und immer wieder auch Langeweile und Szenen die weitergehen, wenn sie eigentlich ihr Zeit schon mehr als ausgespielt…

Kritik im Original 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten

der cineast

Antwort löschen

Kill Bill 2 ist einfach brilliante Unterhaltung und hat nichts mit dem Death Proof Fiasko zu tun wie es einige nennen!


RaekOne

Antwort löschen

Hier muss ich dir doch ausnahmsweise in allen Belangen zustimmen.


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Wenn es das Wort gibt, will ich es hier verwenden: Grenzgeil. In jeder Hinsicht. Übertraf meine Erwartungen bei weitem, nicht nur weil Tarantino der erste Regisseur ist, der erkannt hat wie man Schweiger wirken lassen kann: Wenn er die Fresse hält. Für meinen Geschmack zitiert er sich zwar ein paar mal zu viel selbst, bleibt aber ein grandioser Film. Und mein Gott: Was für ein Hauptdarsteller.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Es gibt eine Szene in Inglourious Basterds, die zwar nur den Bruchteil einer Sekunde dauert, aber doch so stellvertretend für den ganzen Film ist: Dr. Joseph Goebbels nimmt seine französische Dolmetscherin von hinten und hat dabei großen Spaß. Diese kurze Einstellung, diese wenigen Frames repräsentieren dabei wiederum nur einen Bruchteil seines lachhaften Charakters. Stellt man einmal allein diese Szene in Kontrast zur Darstellung Goebbels in Oliver Hirschbiegels Der Untergang, dann bemerkt man schnell, dass der wahre Wahnwitz nicht Tarantinos Film entspringt, sondern dem teutonischen Machwerk aus der Schmiede Bernd Eichingers. Man denke nur an die Gebrechlichkeit eines Goebbels in Der Untergang, das Pathos, die Verklärung, die ihn, seine Frau, ja seine ganze Familie umnebelt, um bei dramatischer Terminologie zu bleiben, denn nichts anderes als eine theatralische Inszenierung ist Der Untergang und seine Geschichtsverfälschung doch am Ende. Das gleiche gilt natürlich auch für den Führer selbst, der hier statt den schmeichelhaften Charmeur den Reichsführer gibt, für den das alles nur ein großes Indianer-und-Cowboy-Spiel ist, von dem er eigentlich keine Ahnung hat, aber er sitzt eben ganz oben, da ist das nicht weiter wild.

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Flibbo: wieistderfilm.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Ist das Setting noch so tarantino-untypisch – die charakteristische Handschrift des Regisseurs macht sich immer wieder klar bemerkbar, sei es in Form von Schrifteinblendungen, gewissen Kameraeinstellungen, Schnitten, der Konzentration auf Aspekte, die andere Regisseure außer Acht lassen würden oder natürlich der Musikauswahl. Manche dieser Komponenten lassen letztendlich selbst in diesem Film das erwähnte 60er/70er-Jahre-Flair aufblitzen, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass Tarantino einst darüber nachdachte, die Geschichte als (Italo-) Western zu inszenieren. Der vertraut wirkende und vielseitige Soundtrack wirkt in dem nicht so vertraut wirkenden Setting etwas unstimmig. Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, hätte er diese musikalische Varianz nicht beabsichtigt. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/

Kommentar löschen
10.0Herausragend

[...]Fünf Kapitel, ein Film. "Inglourious Basterds" ist in jedem seiner Teile und als Gesamtstück ein Meisterwerk. So simpel die Story zunächst anmutet, so vielschichtig setzt Tarantino sie besonders über die Charaktere um, auf verwinkelte Erzählmanöver verzichtet er gänzlich und hat sie dank der ausgefeilten Leistungen seines Ensembles auch nicht nötig. Christoph Waltz ragt zwar heraus mit seiner aufsehenerregenden Performance, auf der Stufe unter ihm tummelt sich aber ebenfalls geballte Klasse, aus der nicht mal die zuvor als potenzielle Störfaktoren ausgemachten Schweiger und Diane Kruger herausfallen. Bei letzterer kann man sich zwar nicht ganz sicher sein, was da schauspielerisch tatsächlich gewollt oder einfach nur nicht besser gekonnt ist, aber wirklich schlecht spielt sie nicht. Handwerklich ist der Film in allen Bereichen bestens gelungen, sei es die Ausstattung, Robert Richardsons mal beinahe intime, dann wieder elegante und schwungvolle Kameraführung, oder die standesgemäß passgenaue Songauswahl.[...]

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

wicky2

Antwort löschen

moin,
auch wenn du aus meiner sicht einwenig zu sehr auf die handlung eingegangen bist und dein text daher einige längen hat, habe ich doch selten eine so treffende und auch handwerklich saubere kritik gelesen. ich ziehe meinen hut. ; )


ChristiansFoyer

Antwort löschen

Danke schön. Ist eine sehr handlungsorientierte Kritik geworden, das stimmt, aber die Kapitelstruktur und die zwei aufeinander zulaufenden Handlungsstränge lassen sich, würde ich zumindest sagen, so schlüssiger beurteilen, als das ganze auf die Gesamtheit des Films zu verallgemeinern ;)


J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Längst nicht die Nazi-Trash-Granate auf die ich gehofft habe, aber schon recht amüsant. Die in Babelsberg gedrehten Studioszenen sehen zum Teil so unschön clean aus wie die Lindenstrasse. Dennoch macht der Film von Meisterdieb Tarantino Lust sich mal wieder einen echten Italo-Western oder gar den bösen "Ilsa - She Wolf of the SS" zu Gemüte zu führen.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag

Kommentar löschen
5.0Geht so

Inglourious Basterds scheitert am Gros seiner Darsteller, die in ZDF-Fernsehfilmen ihre Bestimmung finden könnten. Er leidet aber auch unter seinen, für Tarantinos Verhältnisse, wenig originellen Dialogen, dem unterkomplexen Plot und seiner Konzeption: Dass Tarantinos Kino die Wirklichkeit bezwingt, die es entwirft, ist mittlerweile eine eben so tautologische Aussage wie die, das Steven Spielbergs Kino nach einem Vater sucht, den es nicht hat. In Inglourious Basterds wird dieser Zug von Tarantinos Kino mit einer Deutlichkeit inszeniert, die den Betrachter verstimmt, wenn ausgerechnet ein englischer Filmkritiker, der deutsches Kino liebt, ein Attentat auf Hitler in einem Kino plant.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

-elviZ-

Antwort löschen

Endlich einer der sich traut den Film nach objektiven Gesichtspunkten zu bewerten! "ZDF-Fernsehfilmen ihre Bestimmung finden könnten" - Wunderbar...!


J4KOB

Antwort löschen

kann zwar so ganz und gar nich mit der bewertung übereinstimmen, bin aber auch der meinung, dass die Qualität der Dialoge nur noch vereinzelt an das durchgängige Niveau von Pulp Fiction heranreicht.


HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Der Name Tarantino mag seit "Pulp Fiction" für Gewaltexzesse stehen, doch im Grunde wird bei ihm zu 80 Prozent gequasselt und höchstens zu 20 Prozent massakriert. Das ist auch hier der Fall. In den "Basterds" hebt er die Bedeutung der Sprache auf ein neues Niveau. Sie entscheidet auch darüber, wie viel Vergnügen man hat, und deshalb ist vom Besuch der deutsch durchsynchronisierten Fassung abzuraten. [...] Nun wandert der Beleg auf Zelluloid um die Welt: In Babelsberg entstehen Filme auf höchstem technischem Niveau. Ein Waltz vermag einem Pitt die Schau zu stehlen. Und dann vollbringt Pater Quentin natürlich die größte Exorzismusleistung: Er schafft es endlich, diesen Hitler auf andere Weise als durch Selbstmord zum Teufel zu schicken. Fantasie bringt Befreiung.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Griselda

Antwort löschen

Ich konnte leider nicht dem Link folgen und die ganze Bewertung lesen, aber was ich hier bei Moviepilot von Ihnen lese, war bei weitem am witzigsten. Das betrifft z.B. die Erwähnung von Babelsberg bzw. der Auswirkungen auf die Filmindustrie.
Ich glaube als Fan, Möglichkeiten wie diese sind nicht gut für einen wie Q.T.
"Pater Quentin" [...] fand ich auch einen schönen Ausdruck/Nachsatz mit erheiternder Nebenbedeutung, auch wenn der wohl von den meisten nicht mehr (im Zusammenhang) verstanden wird.


Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

"Inglourious Basterds" ist ein Rächerfilm. Und einer der ersten, wenn nicht der erste überhaupt, der diesen in anderen Genres wie Western und Thriller leidlich bekannte Topos auf den Kriegsfilm überträgt. Umso überraschender aber, dass Tarantinos größtes Stilmittel dabei eben nicht die exemplarische Darstellung von Gewalt ist (auch wenn das Skalpieren und das Einritzen von Hakenkreuzen auf Soldatenstirne durchaus drastisch ins Bild gerückt wird), sondern der - gleichfalls messerscharfe - Dialog. [...] Er müsste damit eigentlich als Dramatiker entdeckt werden, den man spielend auch auf die Bühne bringen könnte. Denn die spannendsten, abgründigsten Szenen sind hier eigentlich immer jene, an denen zwei Menschen am Tisch sitzen und reden: etwa die grandiose, ganze 20 Minuten dauernde Verhörszene gleich zu Beginn.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Das Argument, das man gegen Tarantino (hier und grundsätzlich) machen kann, wäre und ist ja auch, dass er intellektuell und moralisch und sonstwie über die Adoleszenz nie hinausgelangt ist. Dass die Wünsche, die er in seinen Filmen inszeniert, Nerd-Fantasien sind. Dass man auf erwachsenere Weise über Schuld, Rache, Gewalt und Geschichte nachdenken kann, als er das hier und überhaupt tut. Schon das ist eine sehr zweischneidige Angelegenheit, weil Tarantino in seinen besseren Momenten adoleszente Fantasien, wie wir alle sie kennen und haben - bewusst oder nicht - gerade in ihrer äußersten Ambivalenz und Zweischneidigkeit vorführt. Mit Mendelsohn müsste man aber sagen: Der Nerd in mir ist ein Nazi. Und das scheint mir dann doch in einer Weise übertrieben, dass es schon keine Übertreibung mehr ist, sondern gefährlicher Blödsinn.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir 1 Antworten

alanger

Antwort löschen

"...Das Argument, das man gegen Tarantino (hier und grundsätzlich) machen kann,)" macht nix.


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
4.5Uninteressant

«Inglourious Basterds» ist ein hohler Selbstjustiz-Kriegsfilm mit Überlängen, der aber immerhin kurzweiliger ist als andere Plauder-Werke von Tarantino.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Um unter all den Euphorikern mal eine Gegenstimme zu erheben: Tarantino und dieser Film sind völlig überschätzt. Okay, einige kammerspielartige, maliziöse Szenen sind seitens der Schauspieler hervorragend gespielt. Der Film ist spannend, man langweilt sich nicht. Waltz, Diehl, Brühl, Pitt, Schweiger, sie spielen alle erstklassig, aber ehrlich gesagt auch die Typen, als die man sie schon mehrfach gesehen hat. Ansonsten haarsträubend-geschmacklose Trash- und unappetitliche niveaulose Gewaltszenen und somit ärgerliche Qualitätsbrüche. Außerdem ist die Synchronisation in einigen französisch gesprochenen Szenen miserabel. Und was die Karikaturen einiger Nazis angeht, da wächst der Film kaum über das niedrige Niveau der Schmonzette "Mein Führer" mit Helge Schneider hinaus. Mit solchen Albernheiten an Hitler "Rache" nehmen und Geschichte verfälschen: Das ist mitnichten genial, sondern kindisch!

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Jörg von Grass

Antwort löschen

Hallo liebe Kirsten! Schön das wir mal wieder einer Meinung sind! Liebe Grüße, Jörg


BlueSquirrel

Antwort löschen

Ich kann verstehen das du den Film als zu gewaltätig erlebt hast. Aber bitte kritisiere nicht die Synchronisation, denn die hat nichts zu tun mit den Leuten die den Film ursprünglich gemacht haben. Ich versteh' eh nicht warum er synchronisiert wurde. So viele Sprachen und alles für die Katz. Mahlzeit!


Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Ein eigenwilliger, grellbunter Kriegsfilm in fünf Akten, der unter Rückgriff aufs Genrekino die Paradoxien des Historienfilms souverän unterläuft. In der für Quentin Tarantino typischen Mischung aus Autorenkino und B-Movie wird dabei die Geschichte des Zweiten Weltkriegs mit den Mitteln des Kinos entscheidend umgeschrieben. Virtuosität und burleske Theatralik halten sich beim Versuch, den Zweiten Weltkrieg als popkulturelles Spiegelkabinett zu etablieren, ungefähr die Waage.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Er kam nach Berlin und Babelsberg, fühlte sich anscheinend pudelwohl und drehte einen seiner konzentriertesten und gelungensten Filme seit Jahren. Ein Sieg auf ganzer Linie kann Kultregisseur Quentin Tarantino mit seinem neuen Werk „Inglourious Basterds“ verbuchen. Mit Brad Pitt in einer Beinahe-Hauptrolle und deutschem Schauspielpersonal wie Til Schweiger, August Diehl und Daniel Brühl ist dieses Action-Märchen zudem prominent besetzt. Doch in Erinnerung bleiben sie alle weit weniger als Christoph Walz, der als vordergründig liebenswürdiger Gentleman-Oberst mit leider allzu hinterhältigen Absichten mit einer lockeren Souveränität seine Kollegen an die Wand spielt - und nicht umsonst dafür in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.
Als berüchtigter Judenjäger Hans Landa ist er damit beauftragt, auch im von den Deutschen besetzten Frankreich die Judenfrage ebenso wie im Reich zu lösen. Im französischen Hinterland operieren unter dem Kommando von Aldo Raine…

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Doch das Ausagieren von Sehnsüchten mittels Gewalt spielt in Inglourious Basterds keineswegs die bedeutendste Rolle. Wo Death Proof eine Hymne auf die Bewegung war, handelt der neue Film zuallererst von Sprache. Tarantino hat darauf insistiert, über einen möglichst bunt gemischten Cast zu verfügen. Das Sprachwirrwarr bietet nun nicht nur Grundlage für einige der besten Gags des Films. Mit dem SS-Oberst Hans Landa, den der Österreicher Christoph Waltz als genießerischen Sadisten spielt, der seine Opfer mit Worten narkotisiert, ist auch die zentrale (Bösewicht-)Figur ein Sprachvirtuose.
[...]
Bei Tarantino heißt die zentrale Aktion, die mit herrlicher Verzögerungstaktik verwirklicht wird, dann auch nicht umsonst "Operation Kino" : Geschichte wird hier endlich wieder zum Möglichkeitsraum - und alle Möglichkeiten kommen für einen entscheidenden Augenblick lang in einem Lichtspielhaus in Paris zum explosiven Stillstand.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Julio Sacchi: Das Manifest

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Wir sehen hier einem Mann zu, der das Kino liebt. Er liebt nicht uns, sein Publikum. Ihm ist es egal, daß die Leute - besonders in seinem Heimatland - scharenweise aus einem Film rennen werden, in dem sie dazu gezwungen sind, Untertitel zu lesen, und das einen Großteil des Films lang. Hinter all dem Irrsinn, den Tarantino ausstrahlt, hinter dem bescheuerten Image, das er nach draußen trägt und dem Quatsch, den er erzählt, steckt ein Filmemacher, der noch großen Respekt vor dem Medium hat.

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

filmbaum

Antwort löschen

"Inglourious Basterds" auf Platz 1 der amerikanischen Box-Office-Wertung vom Wochenende, bisheriges Einspiel bereits ca. 40 Millionen. Soviel zum Thema rausrennen aus einem untertitelten Film...


Julio Sacchi

Antwort löschen

Na ist doch schön. Nur wird der Film mit Ach und Krach die 100 vollmachen und ist damit nun auch wieder nicht der Superknaller, den sich die Weinsteins davon erhofften.


Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

Kommentar löschen
3.0Schwach

Mit seinem neuen Film "Inglorious Basterds", der zu großen Teilen in Deutschland gedreht wurde, schreibt Quentin Tarantino das erste Mal "historische" Geschichte und bringt ein krudes Racheepos auf die Leinwand. Tarantino wagt sich an ein schwieriges Thema, das er mit großen, vor allem deutschen Stars inszeniert. Doch was im Endeffekt dabei herauskam ist nicht wirklich bemerkenswert, außer einer grandiosen schauspielerischen Leistung von Christoph Walz, der auf dem Festival in Cannes mit Recht die Goldene Palme als bester Darsteller erhielt. Ansonsten jede Menge heiße Luft, viel sich hinziehendes Geschwafel und ein groteskes...

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 12 Antworten

Jörg von Grass

Antwort löschen

Blöd ist nur, wenn man sich jeden Film von Ihm aus beruflichen Gründen "antun" muss. Und ich finde das seine Filme alle recht unterschiedlich sind. "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" genauso wie "Reservoir Dogs" sind großartig! Die Laberei bei den letzten beiden Filmen ist allerdings wirklich aufgeblasen und anstrengend. Bei "Death Proof" konnte man das ja noch mit der europäischen Version entschuldigen, der man gegenüber der amerikanischen "Grindhouse"-Version mehr als eine halbe Stunde Gelaber zugefügt hatte. Bei "Inglourious Basterds" gibt es keine Entschuldigung!


Krähe

Antwort löschen

Dann trifft der Herr Tarantino halt nicht dein Geschmack und das ist ja auch ok. Würde ich auch als anstrengend empfinden wenn ich mir aus beruflichen Gründen dann solche Film anschauen muss.



Kommentare (482) — Film: Inglourious Basterds

Kommentar schreiben
Sortierung

ruf mich an

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Tarantino schwächelt. Er erzählt ein politisch korrektes Nazi-Märchen. Die Bösen sterben, hurra! Etikettenschwindel betreibt er auch noch: Man sollte den Film The Revenge of Dreyfuss nennen. Das wäre eindeutig passender. Einige schöne Szenen sind dabei, keine Frage - ist ja auch nicht so, dass es der Tarantino überhaupt nicht mehr könnte. Die Handlung ist mainstreamig geradlinig, die Figuren in weiten Teilen austauschbar - Brad Pitt enttäuscht wohl am meisten. Landau wird großartig gespielt, ist aber letztendlich schlecht geschrieben worden. Ein solcher Windhund wäre am Ende nicht so strunzdoof gewesen. Und nein, ich finde es weder besonders einfallsreich, lustig noch schockierend, wenn man einen Film über Nazis macht.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Royal mit Käse 83

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

5 Kino Besuche war mir dieses Meisterwerk wert.
Und jeder einzelne war ein Genuss.Die Musik,die Dialoge,die Kamera und allen vorran Christoph Walz haben jedes mal aufs neue absolut unterhalten.
Was den Film für mich so besonders macht ist dass jemand wie Tarantino nach Deutschland kommt und mit überwiegend Deutschen Schauspielern einen Film dreht.Ich glaube die meisten anderen wären einfach in Hollywood geblieben und hätten mit Einheimischen
den Film gemacht.
Nicht aber Q.T,ihm war es wichtig das Deutsche von Deutschen,Engländer von Engländern,Amerikaner von Amerikanern und Franzosen von Franzosen gespielt werden um das ganze so Authentisch wie möglich aussehen zu lassen.
Deswegen hat der Film auch etwas ganz besonderes wenn man ihn sich mit der Original Tonspur anschaut.
Jeder der ihn auf DVD/Blu Ray besitzt und dies noch nicht getan hat sollte es unbedingt nachholen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Drumhead92

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einfach ein klasse Tarantino, so wie ich ihn liebe.Christopher Waltz hatte dafür wirklich einen Oscar verdient.
Und zudem Till Schweiger in seiner besten Rolle: Sagt drei Sätze und wird schlussendlich erschossen. :D

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Maxsson

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Mir geht es nahezu genau so wie meinen Vorrednern. Ich bin ein absoluter Tarrantino-Fan, aber Inglourious Basterds ist einfach nur schwach. Gebe dem Film eine 6.5, weil Christoph Waltz und Daniel Brühl eine wirklich gute Leistung abliefern. Der Film im Ganzen ist aber nicht zu empfehlen, wenn man etwas à la Pulp Fiction, Kill Bill oder Death Proof erwartet.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

BlackEaster

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

10 Punkte hat Waltz verdient, und der Film eigentlich gar keine.

Pubertär und einfach belanglos.

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

C_C

Antwort löschen

erwartete nix anderes,habe mich deshalb bis heute geweigert, diesen Film zu schauen.


Bodie45

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dazu braucht es keinen Kommentar!! Man liebt Tarantino..oder man haßt ihn!!!

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

blockbusterandmore

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Also, meine Aufgabe sieht vor, dass ich meinen Männern befehle, in Ihr Haus zu kommen, und es aufs Gründlichste zu durchsuchen, bevor ich offiziell den Namen Ihrer Familie von der Liste streiche. Und wenn es irgendwelche Unregelmäßigkeiten gibt - seien Sie versichert, dass es so kommt - es sei denn, Sie hätten mir irgendetwas zu sagen, womit eine Haussuchung hinfällig wird. Außerdem darf ich hinzufügen, dass jede Information, die mir die Erfüllung meiner Pflicht erleichtert, nicht mit einer Strafe belegt wird. Ganz im Gegenteil sogar, sie wird zu einer Belohnung führen. Und und diese Belohnung äußert sich darin, dass Ihre Familie durch das deutsche Militär, solange wie wir Ihr Land besetzt haben werden, nicht mehr belästigt wird. Sie halten Staatsfeinde bei sich versteckt, nicht wahr?" -

"Ja." - "Sie verstecken sie unter den Fussbodendielen, nicht wahr?" - "Ja." - "Deuten Sie auf die Stelle, wo das Versteck liegt." "Da während unseres Gesprächs keine Unruhe zu vernehmen war, nehme ich an, die verstehen kein Deutsch." - "Nein." - "Ich rede jetzt wieder Französisch und Sie werden meiner Maskerade folgen, ist das klar?" - "Ja." - "Monsieur LaPadite, ich danke Ihnen für die Milch und für Ihre Gastfreundschaft. Damit wären wir dann wohl am Ende."

Quentin Taratino ist als Filmbesessener/liebhaber/verrückter schon eine Klasse für sich... Stets versteht er es, trotz seiner erstmal absurd anmutenden Geschichten, den Betrachter dank einzigartiger Szenarien und Figuren ins Geschehen miteinzubeziehen / trotz eines diskutablen Hangs zum (ausgelebten) Gewaltfetisch stets sogenannte "magische", filmische Momente en masse aus dem Handgelenk zu kreieren, welche vielen Filmschaffenden aus der Branche auch nach Jahren der Berufstätigkeit in der Branche nicht mal im Ansatz gelingen möchten. Und auch "Inglourious Basterds" bildet in Punkto dieser Qualitäten da keine Ausnahme. Als Allegorie auf die Bild- und Erzählgewalt bzw. die Illusions/Manipulationsmacht/Ohnmacht des Kinos braucht sich "Inglourious Basterds" auch vor so Ausnahmewerken des Meisterregisseurs wie "Pulp Fiction" nicht zu verstecken... Ja, Quentin Tarantino liebt das Kino..

"We love making movies..." "Operation Kino kann gestartet werden."

Und diese Liebe lässt er uns Deutsche vor allem mit seiner Kriegssatire/Groteske "Inglourious Basterds" spüren, die richtig Spaß macht und allen depressiven, erstzunehmenden und nachdenklich / schlechtfühlend machenden (Anti)kriegsfilmbeiträgen der Filmgeschichte mit samt ihren hammerharten Botschaften derart in den Allerwertesten tritt, bis die grobe Moralkeule mal so richtig schön ausgedient hat. Denn wir Deutsche gehören aktuell zu einer Generation, welche an den Geschenissen des zweiten Weltkrieges / des letzten Jahrhunderts keinerlei Schuld trägt, aber dennoch mit der Vergangenheit tief verwurzelt ist, welche sich des öfteren bei Rückbesinnung an diese derart schlecht fühlt, so das es unmöglich erscheint, sich an dieser nicht die sprichwörtlichen Zähne auszubeißen...Und "Inglourious Basterds" offenbart sich daher als Wink mit dem Zaunpfahl, wie man mit der Vergangenheit umgehen kann, um im Kollektiv über seine entsprechenden, immer noch existenten Schuldgefühle dank der Verbrechen der Vergangenheit hinwegzukommen...Quentin Taratino verdreht als Regisseur nicht die Historie, sondern beruft sich mit seinem spannendem, actionreichen und witzigem Climax, wenn Onkel Adolf (O-Ton: Brad Pitt) "abgehalftert" wird, auf rein wissenschaftliche Erkenntnisse der Historie von Experten, welche bis heute nicht eindeutig belegt sind...

"Befehl an alle in Frankreich stationierten deutschen Soldaten: Der jüdisch Entartete, bekannt als Bärenjude, ist von jetzt an nie mehr als Bärenjude zu bezeichnen." - "Ja, mein Führer!" -

Der schlimmste (Massen)Mörder der Menschheitsgeschichte wurde ganz eindeutig erschossen und verbrannt, wie das geschah, tja, dafür gibt es bis heute keine eindeutigen Beweise, bis heute gehen die "Historiker" fleißig der Vergangenheit auf den Grund...Und was gibt es schöneres (wenn "Inglourious Basterds" sich legitim der Wissenschaft entzieht) aks mit dem Gedanken zu spielen, das Onkel Adolf (in den vorherigen Kapiteln schon zur spaßigen Karikatur degradiert) in Wahrheit in einem Kino erschossen und verbrannt wurde, er also das bekam, was er in Wahrheit verdient hat, anstatt sich wie man bis heute annimt, feige davongestohlen hat? Inglourious Basterds tut auf eine bestimmte Art und Weise dem Betrachter richtig gut und kommt auf positive Art rotzfrech/unverschämt und so charmant daher, das man selbst am Ende des gesehenem Beifall klatscht, wenn sich Christoph Waltz in seiner Rolle und als Methapher auf die teilweise noch immer ungesühnte Schuld des dritten Reiches mit schleimig zynischer Art und Weise nicht davonstehlen kann, so wie es halt bei vielen Individuen (Alt Nazis) in der Vergangenheit der Fall gewesen ist...

"Sie wollen beweisen, dass sie aus Fleisch und Blut sind? Dann bringen Sie sie mir! Ich werde sie nackt an ihren Füßen am Eiffelturm aufhängen! Und ihre Leichen in die Kanalisation werfen lassen, dass die Ratten von Paris sich an ihnen mästen!"

Das "absolute Böse" in Form personifizierter Form des technisierten ermordens und eines deutsch-bürokratischen, tatsächlichen mal existenten Alptaums kann sich am Ende von "Inglourious Basterds" nicht mehr in der hintersten, dunklen Ecke eines anderen Kontinents verstecken, vor sich dahinvegitieren, wird gebrandmarkt und wird exploitationmäßig/ in Form einer liebevollen Hommage an die 70er Jahre "Trash" Kriegsschinken und des Italo-Western Genres zum einen der Lächerlichkeit preisgegeben...Aber damit ist es ja noch nicht getan: denn als Gegenpart werden Brad Pitt und Konsorten satirereif zum Abschuss freigegeben, wenn sie als naive, nur dem Job verpflichtete amerikanische Haudruffs (mal mit mehr, mal mit weniger Verstand) charakterisiert werden, welche lieber erst die Deutschen skalpieren, den Baseballschläger schwingen, schießen und sich ebenso von ihrem blindem Hass leiten lassen, anstatt über ihr Tun und Handeln (ihr morden) ab und zu mal nachzudenken, welches sie im Gegenzug auch nicht besser erscheinen lässt...

"Teddy Fucking Williams haut ihn aus der Hütte raus! Der ganze Fenway Park ist aufgesprungen für Teddy Fuckin' Ballgame! Er hat ihn rausgepfeffert bis auf die Lansdown Street!" -

Mit "Inglourious Basterds" seziert Quentin Taratino die Vorstellung des Betrachters vom unsäglichen, "wahren" Bösen, welches immer noch per Neurose in den Köpfen heumspukt, tradiert das bis heute jüdische Trauma, ausgelöst duch das Böse, in den Bereich des filmisch ansehbaren, wenn zu einem späteren Zeitpunkt Hans Landa persönlich und Shosanna Dreyfus aufeinander treffen, dieses Treffen dramatisch per "Herzschlag" Score unterlegt wird und eine erstmal angesprochene neurotische, aber auch spätere, erlösende Note spendiert bekommt. Ebenso reduziert Quentin Tarantion im weiteren Verlauf das wahre Böse auf seine wahre, eigentlich lächerliche Größe, stilisiert es aber nicht komplett zur Karikatur, sondern demonstriert trotz des clownesken Antlitz ab und dessen Gefährlichkeit, dekonstruiert den über viele Dekaden enstandenen amerikanischen Helden/ Befreier Mythos und zieht in genüsslicher Art und Weise das klischeehafte, inszenatorische, uniforme, allgegenwärtige, deutsche (als auch amerikanische) blinde Soldatengehorsam, (welche auch von den Schauspielern August Diehl und Til Schweiger ab und an auf die Spitze getrieben werden), also alle Beteiligten des Krieges, wie auch die bisherigen, filmischen Kriegsammenmärchen des Genres satirereif durch den Kakao, hinterlässt aber wie angesprochen dem Betrachter stets dabei ein gutes Gefühl.

"Sag deinen Eiern gute Nacht." -

Nichts destotrotz erweist sich "Inglourious Basterds" als nicht gänzlich frei von Schwächen. Und zwar deswegen, weil ab und die Erzählung in den letzteren der 5 Kapitel ein klein wenig zu breit getreten wird und sich geringere schauspielerische Defizite bemerkbar machen (siehe Diane Kruger und Daniel Brühl), welche aber durch die erstklassige Schauspielleistung von Christoph Waltz wieder wettgemacht werden. Aber auch der restliche Cast, unter anderem Michael Fassbender, Mélanie Laurent und Brad Pitt, glänzt mit guten Leistungen. Brad Pitt z.B. erschafft mit Lt. Aldo Raine eine satirereife Figur des merikanisch-zynischen überspitzten "Uncle Sam" Hoch- und Heldenmutes, welche dank ihres breiten Kiefers und unzureichendem Italienisch ("Si) wohl in Erinnerung bleiben wird. Spaß macht ebenso der Auftritt Sylvester Groth als Propagandaminister Josef Goebbels, welcher gleich auf mehreren (satirischen) und manchmal, man muß es leider sagen, krankhaften Ebenen die technisierte, unternehmerische, bürokratische und auch körperlich immer präsente Unterdrückermentalität des dritten Reiches wiederspiegelt, wenn die eigene, anwesende Dolmetscherin als "Leibeigene" solange sexuell durchgezogen und erniedrigt wird, bis diese zum Heimchen am Tisch (eventuell sogar noch mehr) und zur reinen Satzgeberin degradiert wird...Das reaktionäre und antiquitierte, geistige Menschen/Geschlechterbild des ehemaligen dritten Reiches, inklusive des kultivierten, feinen Benehmens, wird überspitzt vorgeführt, bis es schließlich als krankhafte Ideologie / Idiotie entlarvt und mit Hohn und Spott übergossen wird.

"Das sind doch alles Nachkommen von Sklaven, die es Amerika überhaupt möglich machen, sportlich zu konkurrieren. Amerikanisches Olympia-Gold lässt sich mit Negerschweiss aufwiegen, hahahaha..."

Zu guter letzt sorgen die eingefangenen, breiten Panoramabilder für die entsprechende, passende und ab und an dreckige Atmosphäre (wie schon in "Kill Bill")
Fazit: Ja, "Inglourious Basterds" erweist sich als Meisterwerk, wenn auch nur als kleines. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch. Quentin Tarantino inszenierte einen seiner besten Filme, welcher jetzt schon etwas total kultiges an sich hat. "Inglourious Basterds" verliert seinen Reiz auch nach mehrfacher Sichtung nicht...Etwas mittlerweile sehr seltenes im "Zirkus" Hollywoods.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

BlackEaster

Antwort löschen

tl;dr.


Kiddoy

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Ich bin ein totala Tarantino Fan, aber Inglourious Basterds war echt enttäuschend :(

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

-={(TATANKA)}=-

Kommentar löschen
Bewertung0.5Schmerzhaft

Einfach nur eine verlogene Verdrehung der Tatsachen. So hätten sich die Amis es sich vll gewünscht.
Das ist nicht das was mich am meisten stört. Sondern der vor coolness triefende,schier unbesiegbare Amerikaner, und der Deutsche der erst mal schlecht ist.
Dann noch voller Stolz den Skalp als Andenken mitnehmen : nein danke.
Der film wurde nur deshalb so hoch gefeiert hier bei uns, weil jedes negative, bzw. Richtigstellende,Wort sofort ins falsche und Rassistische gedreht werden würde.
Nein danke auf diese Art von extrem aufgeblasenen Heldenpathos verzichte ich gerne! Eine Komödie aus den Greueltaten ,durch komplette Realitätsverdrehung zu zaubern, finde ich sowieso geschmackloss und mehr als nur überflüssig. Tarantino hat einfach nur als Kind nicht die Brust gekriegt - das spielt sich in fast all seinen Filmen wider...
Ich mag Brad Pitt finde es aber einfach nur traurig dass er sich auf so einen niveulosen Mist einlässt. Der einzigste der wirklich überzeugt ist Waltz der ein hervorragender Schauspieler ist.Halben Punkt dafür.
Fazit : Wie bei den meisten Tarantino Filmen ein völlig zu Unrecht gehypeder Schrott!

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 22 Antworten

BlackEaster

Antwort löschen

Hast du, countcount, jetzt erns'haft deinen Kommentar wieder gelöscht?
Jesses, wie zartbesaitet.


-={(TATANKA)}=-

Antwort löschen

...also bei mir isset noch drin blackeaster.
Aber falls doch...haste recht. Wollte in dem kleinen Wortgefecht doch keinem auf den Schlips treten mööönsch... :)


Azazil

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

***Enthält Spoiler***

Inglourious Basterds bleibt für mich persönlich etwas kontrovers. Auf gerade zu naive Weise werden der Geschichtsverlauf verdreht und die Opferrollen verkehrt. Die Basterds verkörpern hier keinesfalls gerechte Krieger. Ihre Methoden sind psychopathisch und der Hass auf Nazis verkommt stellenweise zum fadenscheinigen Grund um den Spaß am Töten zu legitimieren. Es wären wirklich gute Schauspieler nötig gewesen um diese Ambivalenz nicht zum moralischen Desaster verkommen zu lassen. Allerdings liefert Brad Pitt im Gegensatz zu anderen Schauspielern, Christoph Waltz und August Diehl als SS Sturmbannführer allen voran, eine jämmerliche Leistung ab und Til Schweiger spielt nunmal auf gewohntem Niveau. Große Sympathieträger bleiben damit die Nazis (der Soldat mit dem Eisernen Kreuz, Wilhelm, Hans Landa). An anderer Stelle werden die Nazis dadurch in die Opferrolle gedrängt, dass bei der Filmpremiere wahllos in die panische Menge geschossen wird, während der ganze Saal ohnehin schon in Flammen aufgeht. Oder an der Stelle als Landas Adjutant Herman am Schluss ohne Grund erschossen wird.
Weshalb also diese Wertung?
Die meisten Schauspieler, abgesehen von den eben genannten Ausnahmen, liefern Glanzleistungen ab. Daniel Brühl und Mélanie Laurent beispielsweise ergänzen sich großartig. Die Musikauswahl für den Soundtrack ist in alter Tarantino-Manier wieder durch und durch gelungen. Manche Szenen sind so spannungsgeladen, dass man das Gefühl hat man könnte die Luft durchschneiden (gleich die erste Szene und Kellerbar). Auch rein optisch lässt Inglourious Basterds nichts zu wünschen übrig. Natürlich unterhält der Film auch durch die eine oder andere Gewalteinlage, was aber eher Nebensache ist. Dieser Film ist zwar nicht Tarantinos bestes Werk, aber mit Sicherheit auch nicht das schlechteste.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hanno Jones

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

das einzig blöde an dem film ist, dass es tarantino schwerfallen wird, ihn nochmal zu toppen ...

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr. Pink

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Onkel Quentin verändert die Geschichte, beendet den Krieg und besiegt Onkel Adolf. "Inglourious Basterds" ist dennoch weniger ein Film über den Krieg, denn vielmehr ein Film über das Filmemachen. Ein Film über die Macht der Imagination über alles Böse, ein Film über die Macht der bewegten Bilder, ein Film über die Macht des Kinos.

Und wenn Lt. Aldo Raine am Ende von "Inglourious Basterds" seine Arbeit begutachtet und sich mit dem abschließenden Satz des Films an seinen Kollegen Utivich wendet, könnte man glatt denken, Quentin Tarantino höchstpersönlich spräche durch ihn zu seinem Publikum. Denn auch wenn "Pulp Fiction" nach wie vor mein Lieblingsfilm bleibt, so steht "Inglourious Basterds" dem doch in kaum etwas nach, und ist für mich tatsächlich ein absolutes Meisterwerk.

"Inglourious Basterds" ist ein typischer Tarantino, und doch sehr untypisch. Es geht zwar irgendwie um Gangster, mit denen sich der werte Herr ja bekanntlich hervorragend auskennt, mit dem Genre des Kriegsfilms hat sich Tarantino jedoch an einer Stilrichtung versucht, mit der er sich bisher noch nicht beschäftigt hat. Aber eigentlich ist sein Streifen auch kein wirklicher Kriegsfilm, sondern eher seine Version eines Kriegsfilms. "Inglourious Basterds" ist genau genommen nämlich ein klassischer Spaghetti-Western, der den Krieg einfach nur als Szenario nutzt. Dass Tarantino nach "Kill Bill" und diesem Werk jetzt übrigens endlich einen richtigen Western dreht, ist eigentlich nur konsequent.

Aber wie auch immer, "Inglourious Basterds" ist meiner Meinung nach einfach perfekt. Jedes Bild, jeder Ton, jede Zeile stimmt und jede Sekunde ist ein wahrer Hochgenuss für alle Sinne.

Zuallererst hat mir vor allem das grundsätzliche Setting sehr gefallen. Obwohl "Inglourious Basterds" letztendlich natürlich in Tarantinos fiktivem Universum spielt und am Ende ein "Was wäre, wenn...?"-Szenario auffährt, so ist die Handlung doch trotzdem im Zweiten Weltkrieg angesiedelt. Zum Zweiten Weltkrieg gibt es natürlich schon unzählige Filme, aber dieser hier ist eben anders. Anders als das Gros dieser Filme, nimmt sich "Inglourious Basterds" des Themas sehr humorvoll an, ohne dabei jedoch eine reine Parodie oder Satire zu sein. Trotz aller Überzogenheit und Übertriebenheit behält der Film nämlich stets einen angemessenen Schuss Realismus.

Die Figuren werden dementsprechend ebenfalls genreuntypisch und äußerst ungewöhnlich dargestellt. Die Deutschen sind nicht einfach nur die Bösen und die Amerikaner keine Helden. Die Nazis werden als nuancierte, höfliche Kavaliere gezeigt, die intelligent sind und sich problemlos mehrsprachig verständigen, während die Basterds ein brutaler Haufen ungehobelter, ungebildeter, gewalttätiger, brutaler, respektloser Kerle sind, die ihrem Namen alle Ehre machen. Dadurch liegen die Sympathien des Zuschauers natürlich ganz klar auf der Seite der Deutschen. Das soll selbstverständlich nicht heißen, dass Nazis cool und Hitlers Taten eigentlich gar nicht so schlimm sind, keinesfalls, aber dieser Ansatz ist mir trotzdem um einiges lieber als der hundertste Film, der meint, mir erklären zu müssen, dass Nazis böse sind.

Die Schauspieler, von den Hauptdarstellern bis hin zum letzten Statisten, machen ihren Job dabei allesamt hervorragend. Ob nun Christoph Waltz, der alle vier der im Film gesprochenen Sprachen fließend beherrscht und durch sein subtiles Spiel einen der charmantesten Fieslinge aller Zeiten auf die Leinwand bringt, Brad Pitt, der hier zwar nicht ganz groß aufspielen kann, dafür aber einfach eine coole Rolle hat und mit seinem abgefahrenen, übertriebenen Akzent mitverantwortlich für die witzigste Szene des Films ist, oder der gute Til, der sich vor allem im Schweigen übt und daher ebenfalls zu gefallen weiß, jeder der Darsteller ist perfekt besetzt.

Vielleicht ist er einfach ein Naturtalent, vielleicht kann er sich auf Grund seines Glaubens einfach gut in seine Rolle versetzen, aber aus welchem Grund auch immer, auch der im Bereich des Schauspiels eher unerfahrene Eli Roth spielt ausdrucksstark und authentisch, Michael Fassbender und August Diehl sind einfach grandios und stellen für mich neben Christoph Waltz ganz klar das Highlight des Films dar und sogar Diane Kruger gefällt mir. Zugegeben, beim ersten Ansehen hat sie schon ein wenig genervt, aber je öfter ich mir den Film zu Gemüte führe, desto mehr wird mir klar, dass ihre übertriebene, nervige Art nicht auf fehlendes Talent zurückzuführen ist, sondern dass das Ganze wahrscheinlich einfach so gewollt ist. Eine schlechte (oder sagen wir mal, eine nicht besonders gute, inzwischen wird sie, wie ich finde, immer besser) Schauspielerin spielt eine schlechte Schauspielerin. Passt.

Das Finale der Geschichte zwischen der hinreißenden Mélanie Laurent und dem so stark wie noch nie aufspielendem Daniel Brühl ist herzzerreißend und erzeugt echtes Gänsehaut-Feeling. und das, obwohl die letzte Szene der beiden ohne große Worte daherkommt. Obwohl an dieser Stelle nicht viel gesagt wird, verlässt sich Tarantino ansonsten voll und ganz auf sein Talent im Bereich des Schreibens und kommt mit perfekt pointierten Dialogen daher. Wieder einmal ist es sagenhaft, wie er es schafft, Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen, einzig und allein unter Zuhilfenahme von Sprache, wie zum Beispiel in der sensationellen Szene in der Kellerbar. Nachdem sich Sturmbannführer Hellstrom zu den Saboteuren an den Tisch gesetzt hat, fühlt sich die Situation für diese langsam, aber sicher sehr unbehaglich an und ihre Lage spitzt sich zu. Und auch, wenn sich alles letztendlich in einer kurzen, aber knackigen Actionsequenz entlädt, lebt die Szenerie bis dorthin ausschließlich von den Gesprächen der handelnden Figuren. Keine Musik. Keine ausgefallene Kameraführung. Nicht besonders viel Handlung. Nur Dialog. Grandios.

Den ausgiebigen Dialogen steht Action gegenüber, die, wie bereits erwähnt, immer sehr kurz gehalten ist, sich aber dennoch bestens ins Gesamtbild einfügt. Die härteren Szenen passen gut in den Kontext, kommen aber immer schnell auf den Punkt und halten sich insgesamt betrachtet eher zurück. Aber obwohl es eigentlich nur eine Handvoll Gewaltszenen gibt, bleiben diese trotzdem gut im Gedächtnis, weil man sich, wenn es dann zur Sache geht, kein bisschen zurückhält. Die Gewalt ist schonungslos, brutal und sehr explizit, gleichzeitig aber soweit comichaft überzogen, dass das Zusehen dennoch nicht wehtut.

Die Story ist spannend, abwechslungsreich und trotz der langen Laufzeit extrem kurzweilig, es gibt laute, aufregende Momente, die ruhigen, bewegenden, aber mindestens genauso eingängigen Augenblicken gegenüber stehen. Die Figuren sind einzigartig, die Inszenierung ist absolut sehenswert und zu guter Letzt ist es neben der Message und diesem stimmigen Gesamtbild auch der herausragende Soundtrack, welcher die Stimmung in jedem Moment perfekt rüberbringt, der "Inglourious Basterds" für mich so unwiderstehlich macht. Ein Meisterwerk! Ganz großes Kino, im wahrsten Sinne des Wortes!

"Well, if this is it old boy, I hope you don't mind if I go out speaking the King's."

15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten

countcount

Antwort löschen

Sehr treffend geschrieben. Ich habe mir im übrigen (da deine Kritik mir so gut gefallen hat) erlaubt einen kleinen Textausschnitt Deines Kommentares (natürlich als Zitat gekennzeichnet) unter der Userkritik von "-={(TATANKA)}=-" zu verwenden. Ich hoffe das war ok so? Danke und Grüße CountCount ;)


Mr. Pink

Antwort löschen

Hey, countcount! Vielen Dank! Und das ist natürlich kein Problem. Solange das Zitat ordentlich gekennzeichnet ist, werde ich dir deinen Doktortitel nicht wegnehmen. ;)


Jenny von T

Kommentar löschen
Bewertung0.5Schmerzhaft

Tarantino ist für mich ein inside joke, den fast jeder außer mir zu verstehen scheint. Ich sehe hier nur eine unterdurchschnittlich erzählte Story mit durchweg beknackten Dialogen, für die jeder unbekannte Regisseur als debil verspottet werden würde. Gut, so ungewöhnlich ist das bei Tarantino nicht und ich begrüße sogar die Art, wie er sich wie ein kleines Kind seine eigene Welt baut und sich nicht um tatsächliche Gegebenheiten schert, aber hier schafft er es nicht, mangelndes Feingefühl mit Stil und spürbarer Passion in Bezug auf das, was er da tut, wieder wettzumachen. Übrig bleibt... naja, kompletter Schwachsinn. Irgendwann ziehen selbst in Zeitlupe durch die Luft fliegende Zigaretten nicht mehr.
Die 0,5 Punkte gibt es allein für Christoph Waltz, den für mich einzigen Lichtblick.

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 21 Antworten

Ichundso

Antwort löschen

Diese "man hasst oder liebt ihn"-Sache, die ich über alle mögliche Filme lese, auch wenn sie nur auf ganz bestimmte wirklich zutrifft (The Tree of life) wird schonmal durch mich widerlegt. Ich mag Inglourious Basterds, aber eigentlich nur, weil sämtliche Szenen mit Christoph Waltz, insbesondere die beiden Dialogszenen in Kapitel 1 und 3, absolut genial sind. Der Rest ist ziemlicher Unsinn.


Le Samourai

Antwort löschen

BigDi hat Recht, mit allem was er sagt! ;)


maxderzweite

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein sehr guter Film, der je länger man über ihn nachdenkt immer besser wird!

Meiner Meinung Tarentinos Meisterwerk...bis jetzt.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

G0DsTylA

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Genial einfach genial..!
Inglourious Basterds I LOVE YOU

10.0 von mir für dieses Meisterwerk

Mfg G0DsTylA

Kommentar gefällt mir 10 Antworten

-={(TATANKA)}=-

Antwort löschen

Wenn du nicht über Filme reden/diskutieren willst, dann wechsel das Forum oder halt dich doch einfach raus. Hier kann jeder seine Meinung kund tun.


swissroland

Antwort löschen

Hey das echt mal ein wirklich geiler kommentar! So genau ist das. Solcher mist nervt echt nur!


Buddz

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich war so begeistert von dem Film als ich ihn im Kino sah.
Alle Schauspieler bringen eine großartige Leistung. Besonders natürlich Christoph Walz, aber auch Brad Pitt, Eli Roth, Michael Fassbender, Daniel Brühl und Melanie Laurent etc.

Nach Death Proof war ich ein wenig enttäuscht von Quentin Tarantino, aber mit Inglourious Basterds hat er wirklich alles wieder rausgeholt.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Audreyfan

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dieser Film setzt perfekt das um, was man schwarzen Humor nennt.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MissingNo

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Man hat beinahe bei jedem Tarantino Film die Garantie, dass dieser ein absoluter Top Film wird. Inglourious Basterds ist absolut unterhaltsam und rundum so gut wie perfekt.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

sam_ace_rothstein

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Allein schon die erste Szene im Bauernhaus verdient 10 Punkte. Diese Szene ist an Spannung kaum zu überbieten. Tarantino zeigt uns eine neue Ansicht des zweiten Weltkrieges. Diese Ansicht ist trotz vieler Logikfehler gelungen. Viele Szenen bleiben in Erinnerung. Einige finden diesen Film langweilig, für mich ist er ein typischer Tarantino mit unvergleichlichen Dialogen/ Charakteren.

Spoiler!!
Eine Szene muss ich noch hervorheben. Die Szene im Keller mit anschliessendem Showdown, alls der Nazi sich erhob und der ganze Schwindel aufzufliegen drohte, da hörte man keinen Mucks im Kino. Hohe Schule Quentin!

Spoiler Ende!!!

Über Christoph Waltz muss eigentlich nichts gesagt werden, der Oscar war hochverdient. Wie er das "Böse" darstellt, hat man selten so gut/beindruckend/angsteinflössend gesehen. Einfach nur genial wie er vom Gentleman zum Killer wird und das alles in ein paar Sekunden. Der restliche Cast macht seine Sache ordentlich. Von Brad Pitt hätte man mehr erwarten können genauso wie von Diane Krüger. Till Schweiger war leider unnötig. Herrvorheben muss man noch Daniel Brühl und Melanie Laurent.

Fazit: Inglourious Basterds ist ein typischer Tarantino, brutal, dialogreich, spannend oder mit einem Wort: Genial.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

doctorgonzo

Antwort löschen

Hey Sam. Der Oscar ist trotzdem ein geschützter Begriff und immer mit ohne k.


sam_ace_rothstein

Antwort löschen

Hey Doctorgonzo. Danke für die Info, wurde geändert ;) gruss Ace


Zak

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

ein Grossartiger Film. So verarbeitet man Geschichte

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Deine Meinung zum Film Inglourious Basterds

noch nicht bewertet