Inglourious Basterds - Kritik

US 2009 Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie, Actionfilm, Kinostart 20.08.2009

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Kritiken (37) — Film: Inglourious Basterds

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.5Ausgezeichnet

[...] Tarantino stellt mit „Inglourious Basterds“ vor allem sein brillantes Verständnis in Sachen Perzeption und Interaktion mit dem Rezipienten unter Beweis, in dem er Sympathie, Antipathie, Begeisterung und Animosität nach Lust und Laune durcheinander würfelt und dem Zuschauer ihm wie einen treu-blöden Köter an der Leine folgen lässt, bis er sich schließlich im großen Finale selbst in die heiligen Hallen eines Lichtspielhauses wagt und seinem Publikum durch die jubelnden Gesichter des Naziregiments bei der Uraufführung des Propagandafilmes „Stolz der Nation“ den Spiegel vor Augen hält. „Inglourious Basterds“ ist eben nicht nur ein Spiel der verschiedenen Situationen im Mantel differenter Genre-Elemente, sondern auch ein mit den unterschiedlichen Perspektiven jonglierendes Glanzstück, in dem der Meister mit der markanten Kinnlade hinter der Kamera sozusagen den Weg nach Hause gefunden hat. [...]

Kritik im Original 43 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 16 Antworten

kobbi88

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Dürfte ein neuer Fremdwörter-Rekord sein. Sogar für dich, Souli ;) Aber nach aufschlagen meines Dudens hab ich dann doch alles kapiert^^

HAMMERmäßiger Kommentar. Die Frage ist aber: warum "nur" 8,5?


SoulReaver

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Ahwas, so schlimm wars nun nicht, aber danke :).
Ab 8,5 beginnen bei mir die Meisterwerke und dazu muss halt noch innerhalb der Tarantino-Filme differenziert werden. Aber du hast Recht, 9 würden dem auch stehen.


Timo K.: Blockbuster Entertainment

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8.0Ausgezeichnet

Tarantinos pulpig-pfiffiger, leicht zerfaserter Geschichtsgag mit gezwungenem, aber gekonntem Authentizitätsfaschismus: Eine Weltkriegsfarce und ein Weltkriegsspaß, eine Weltkriegsschmonzette und eine Weltkriegsserviette, auf der in märchenhafter Elegie brutal-pointierte Episoden aus dem Leben überschwänglicher Monologapologeten serviert werden. Die Sprache ist gefährlicher als die Tat, der hochhackige Schuh gefährlicher als das Laufen in ihm, Schweiger ist ungefährlich, wenn er schweigt. Und Waltz walzt alles nieder – selbst den österreichischen Apfelstrudel. Appel an die Nazis: Ihr könnt die ganze Welt besiegen, allein, an der Macht den Kinos kommt ihr nicht vorbei! Dem HEILer Tarantino sei Dank.

38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Andy Dufresne

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Kurz und knackig:Sehr schön!


Timo K.

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Danke euch.^^


Mr.Film: City of Cinema

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8.0Ausgezeichnet

In Sachen Quentin Tarantino habe ich nur wenige Lücken die noch gefüllt werden müssen, eine davon war eine etwas größere, ich hatte bis vor kurzem nämlich noch sein stark umjubeltes Werk "Inglourious Basterds" auf der 'To-Watch'-Liste. Den Film kann ich jetzt jedoch mit einem imaginärem Häckchen verzieren.

Wenn Tarantinos Filme etwas sind, dann Erlebnisse. Einzigartige Erlebnisse, die man in seiner Karriere als Filmliebhaber wohl nie wieder vergessen wird. Als Fan erst Recht nicht. Das liegt vor allem daran, dass Tarantino seine Liebe zur Sache so wunderbar bündelt und in jedes einzelne seiner Projekte steckt. Das Ergebnis ist eigentlich so gut wie immer meisterlich. Tarantinos Gabe beinhaltet aber nicht nur diese einzigartige Vorgehensweise bei dem Dreh, sondern hat er auch noch ein unglaublich feines Händchen für den Cast. Man sieht die erste Szene in der Christoph Waltz, der Judenjäger, auf einen Bauernhof kommt um seinem Job nachzukommen. Er redet mit dem Besitzer des Grundstückes, tastet sich mit präzisen Fragen an das Hauptziel heran: Wo sind die Juden? Und obwohl es kaum verachtigungswürdiger geht, was er dort tut, findet man das Ereigniss an sich aufregend und faszinierend. Das liegt eben in erster Linie an der Oscarwürdigen Performance, Waltz ist ein Gott in diesem Film. Tarantinos Dialoge sind 'nur' das Futter was dieser Mann braucht. In der gleichen Liga spielt hier meiner Meinung nach noch Brad Pitt, seine Verkörperung der Rolle des Chef's der Basterds ist phänomenal, Pitt zeigt einmal mehr das er absolut nicht nur der Schönling Hollywoods ist. Das soll jedoch nicht heissen das der Rest schlecht war, wie bei jedem Tarantino Film kann ich auch hier behaupten das jeder auf einem guten Level gespielt hat.

Genug Geschwärme von den Personen (wobei die ganzen löblichen Worte natürlich gerechtfertigt sind), die Story und der Umgang mit dem Thema bietet einen weiteren Anlass für nette Worte. Ich liebe es wie Tarantino in Kapiteln erzählt, wie er sich hier Schritt für Schritt seinem grande Finale nähert. Mit detaillierten Schritten die einwandfrei durchdacht wurden. Es ist einfach herrlich wenn man einen anscheinend normalen Hitler auflaufen lässt, ihn dabei aber so wunderbar parodiert, es ist toll wenn die Dialoge ewig lang, aber immer noch zu kurz sind, und verdammt nochmal ist es ein einziges Haarsträuben wie der Spannungsbogen gehalten wird.

Was "Inglourious Basterds" Grundstory von einem anderen Kriegsfilm unterscheidet, ist wohl nur ein schmaler Grat, doch ist die Darstellung hier eine seltene. Tarantino schafft es mit viel Humor an dem Thema dranzubleiben ohne jedoch lächerlich zu wirken, der Film trifft wie der Baseballschläger des Bärenjuden immer und immer wieder ins Schwarze. Und wisst ihr was? Das alles wird mit Musik unterstrichen, die nur Tarantino liefern kann, die, wenn man es sich recht überlegt gar nicht so wirklich reinpasst, und es deswegen so besonders macht. Tarantino, du hast dich endgültig zu einem meiner Lieblingsregisseure gemausert.

„Bingo! Ist das lustig.“

31 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

J4KOB

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Wer Kruger schlecht findet und sich mal vom Gegenteil überzeugen will, dem kann ich "Mr. Nobody" ans Herz legen.


Mr.Film

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@Hoffi: Das der Score von Tarantino stammt, hab ich ja nie behauptet. Danke J4KOB dass du das schon gesagt hast :)
@Magnolia: Ich mag Miss Kruger, ist da also wieder Geschmackssache, wobei J4KOB auch hier nochmal die richtigen Worte gefunden hat :) Und Schweiger hat mir in seiner Rolle gefallen, sein "Ich schau dumm aus der Wäsche"-Blick hat da einfach wunderbar gepasst.


evants.com: eventsandtrends.com

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9.0Herausragend

Man durfte auf „Inglourious Basterds“ gespannt sein, zumal es ungewöhnlich ist, dass ein Regisseur wie Tarantino in Deutschland dreht und für seinen Film Schauspieler wie Til Schweiger und Daniel Brühl verpflichtet. Das Konzept geht auf: Das insgesamt konsequente Festhalten an Darstellern aus Amerika, Frankreich und Deutschland wirkt sehr stimmig und passend. „Inglourious Basterds“ ist in fünf Kapitel aufgeteilt, wobei im fünften die Fäden zusammenlaufen und alles auf den Showdown hinausläuft. [...] Wer sich auf „Inglourious Basterds“ und somit auf unkonventionelles Kino einlässt, bekommt zweieinhalb Stunden wunderbar groteske Unterhaltung à la Tarantino geboten.

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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8.5Ausgezeichnet

Die ersten Bilder und Filmausschnitte die von "Inglorious Basterds" durch die Welt flimmerten ließen auf einen Kriegsfilm im Italo-Western Stil schließen und tatsächlich ist der sechste Spielfilm vom kultisch verehrten Filmnerd Tarantino zu Teilen eine Mixtur aus Spaghetti- Western und B-Movie Kriegsaction, aber halt nur zum Teil, denn die "Basterds" bestehen nicht nur aus fünf Kapiteln sondern auch aus einer wilden, oftmals etwas stoischen, ja fast schon bockig verquerten Verkettung von cineastischen Stilen. Da gibt es noch Groteskes, Satirisches, Dramatisches und Explosives alles verbunden zu einem dreckigen Märchen für Erwachsene, ein Märchen von einem Erzähler, von dem man eigentlich etwas anderes erwarten hätte.

Natürlich bieten die "Basterds" aber typische und lieb gewonnene Tarantino-Standards: Übertriebene, comicartige Gewalt die eruptiv aus der Handlung bricht, eine Fülle von Filmzitaten, ein herausstehender wie toller Soundtrack und großartige Dialoge die von großartigen Darstellern vorgetragen werden. Besonders gut: Christoph Waltz als SS Oberst Hans Landa, der mit seiner sprachlichen wie psychologischen Eloquenz, seiner bürokratischen, manchmal sogar kindlicher Gefühlskälte klar und prägnant aus dem Cast hervorsticht.
Diese qualitativ hohen und immer wieder sehenswerten Standards, die von Tarantino immer wieder aus der Mottenkiste geholt und recycelt werden, sowie die erfrischende Trotzigkeit sich nicht der historischen Korrektheit und Objektivität zu unterwerfen, bringen den „Inglorious Basterds“ eine knurrige Note die sich durch die fünf Kapitel und die verschiednen Genreversatzstücke schneidet wie das Jagdmesser von Leutnant Aldo Raine durch einen Nazikopfhaut. Die klare Aussage am Ende des Films wird so robust verfestigt. Eine Aussage die jedem Filmliebhaber gefallen dürfte: Das Kino besiegt den Faschismus. Dass war (und ist) oft nicht so, aber wer will schon ein Märchen ohne Hoffnung.

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beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/

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9.0Herausragend

Fast 160 Minuten dauert das Spiel, und keine davon ist vergeudet. Wer einen actiongeladenen Film erwartet, wird enttäuscht, wer ein vor Zitaten und Hommagen übersprudelndes Kammerstück sucht, ist hier genau richtig. Stellenweise hat man sogar das Gefühl, der Film sei speziell an uns Deutsche gerichtet, entdeckt man doch an jeder Ecke bekannte Gesichter und kann sich über Details wie Winnetou oder “Ich wollt ich wär ein Huhn” freuen, mit denen ein Amerikaner so gar nichts anfangen kann.

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Mr.Winchester

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150min sind vergoldet°!


peter-noster: Mostly Movies

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8.5Ausgezeichnet

Tarantino lässt die Leinwand nicht nur sprichwörtlich brennen. Doch nicht nur in seinen lauten Szenen können die “Basterds” punktenn. Die ersten 20 Minuten, die nur ein Gespräch enthalten, gehören zu den spannendsten des ganzen Jahres. Das schöne daran: Wie sonst gerne bei Tarantino existiert der Dialog nicht nur zum Selbstzweck, sondern führt zu einer überraschenden Auflösung. Christoph Waltz wird nicht ohne Grund allerorts für seine differenzierte Darstellung des Fieslings Hans Landa gelobt und darf sich so über späten internationalen Ruhm freuen. Er ist so stark, daß die “Basterds” im Vergleich überraschend den uninteressanteren Teil des Films ausmachen. Als Cineast gefiel mich natürlich auch die Kinobesitzerin in ihrem Widerstandskampf, der – wie eingangs schon erwähnt – zu einem der besten Bilder des Films führt.

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Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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9.5Herausragend

Manch Kritiker hatte das Regiegenie im unfertigen "Death Proof" schon vor die Wand fahren sehen; einer der größten Filmemacher seiner Zeit ausgeblutet in blinder Zitierwut und Gewaltorgien. Und was macht Quentin Tarantino? Zieht mit den "Inglourious Basterds", der erklärten Anti-"Walküre", in den Zweiten Weltkrieg und vollführt einen dialoggewaltigen Befreiungsschlag.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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7.0Sehenswert

[...] Die Figurenzeichnung ist äußerst plastisch - Während Bösewicht Hans Landa dabei noch halbwegs real wirkt, ist Basterds-Anführer Aldo Raine (Bratt Pitt) schon fast wie eine Comicfigur überzeichnet, was aber durchaus gewollt ist. Laut Tarantino ist Inglorious Basterds ein Spaghetti-Western im Zweiter Weltkriegs-Setting, was den Film sehr treffend charakterisiert. [...]

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Nahtigall

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Das ist Typisch. Pitt wirkt wie eine Comicfigur, QT sagt. Das gehört so und alles ist gut. Klasse, Tarantino scheißt auf die Strasse und Ihr stellt euch das in die Vitrine


Enk

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Ach Gott, Tarantino hat auch schon viel Durchschnitt produziert. Und Basterds ist zwar gelungen, aber auch nicht gerade sein Meisterwerk


Stryke: inderzange.de

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9.0Herausragend

Ein brillianter Film vom Altmeister, der wie schon “Pulp Fiction” vor ihm durch seine Dialoge, seinen Charme und Witz noch lange in den Köpfen der Zuschauer herumwuseln und öfters zurückdenken lassen wird. Schwachpunkte sind einzig und allein einige verzeihbare Längen, die aber wenig ins Gewicht fallen. Alles in allem war das ein Bingo ähh .. ich meinte: “Bingo, Quentin!”.

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Nahtigall

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Letzlich sind meine Kommentare auch ein wenig dadurch genährt, das ich den Hype um Tarantino nicht nachvollziehen kann.


Hippiekiller

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Man sollte dennoch auf dem Teppich bleiben und manche Dinge neutral anpacken!


Hausmeister: Nerdtalk.de

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9.0Herausragend

[...] Fazit: kommt selten vor, dass man im Kino sitzt und das Gefühl hat, einen zukünftigen Klassiker gesehen zu haben. „Inglorious Basterds“ ist ganz großes Kino und sicherlich ein Film, der auch bei der dritten Sichtung noch fesseln und Neues bieten kann.

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Ines Walk: film-zeit.de

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9.0Herausragend

Habe mich von Tarantino überraschen lassen. Bin keiner seiner Fans, aber die Basterds überzeugen durch die Story und die Umkehrung der Historie ... erstaunlicher Weise auch durch die deutschen Schauspieler. August Diehl - brillant als schneidiger SS-Scherge, Til Schweiger - gut, weil er nicht sprechen muss, Sylvester Groth usw. Nur Diane Kruger ist unglaublich schlecht.

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Replicant

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Wann war Diane Krüger jemals gut?


thedirector

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IB war für mich definitiv das Highlight von 2009! Ganz grosses Kino!


Corsovilla: SchönerDenken

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9.0Herausragend

“Bastarde” gehört zu den Filmen, die man gesehen haben muss. Ein Brett von einem Film, sehr intensiv, oft sehr klug, unglaublich besetzt – bisher Tarantinos bester Film. Tarantinos Kino ist immer auch ein Kino über DAS KINO und folgerichtig konzentriert sich das Geschehen in “Inglourious Basterds” immer mehr in einem Kinosaal. Hier finden die Guten Zuflucht und Liebe, hier dringen die Bösen ein, hier wird applaudiert, gemordet, hingerichtet. SPOILER. Und am Ende ist es nicht eine Kirche voller Juden, sondern ein Kino voller Nazis, das in Flammen aufgeht. Und wenn das Gesicht einer Jüdin über den verbrennenden Nazis auf den Rauch projeziert wird wie das Antlitz einer Rachegöttin, dann muss man zugeben: Das konnte nur Tarantino auf die Leinwand bringen. Respekt. [mehr im Podcast]

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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10.0Herausragend

VORSICHT: KOMMENTAR MIT SPOILER!! --------

[...]„Once upon a time in nazi-occupied France“ - Ja „es war einmal“ und Tarantino hat im Gespräch mit dem SPIEGEL auch zu Protokoll gegeben, dass er kein Problem damit hat, wenn sein neuer Film als eben diese märchenhafte und kontrafaktische Fiktion, die der Historie diametral gegenübersteht, aufgefasst und interpretiert wird. Und so ist die Geschichte die er in „Inglourious Basterds“ erzählen möchte, eine Wunschphantasie die ebenso naiv wie verständlich ist: Die Kraft der Imagination – in diesem Fall das Kino – siegt über das Böse, siegt dort wo die Realität versagt hat. Und es stimmt schon: Wenn Tarantino am Ende von „Inglourious Basterds“ das Kino, also quasi sein Heiligtum, sein ganz persönlicher Tempel, in Flammen aufgehen lässt und der versammelten Nazi-Entourage um Hitler, Goebbels und Göring die Lichter ausbläst, dann ist das nicht nur ein gewaltiges Opfer eines an seine Existenz glaubendes Märchens, sondern auch das dezidierte Verlangen eines sich durch sich selbst befreiendes Kinos, das die Aufforderung zur Unterhaltung, die Spaß machen und nicht belehren soll, in sich trägt. In dem kleinen französischen Kino brennen nämlich nicht zuvorderst der historische Hitler oder der historische Goebbels, gehen nicht die historischen Embleme, Standarten und Symbole des nationalsozialistischen Terrorregimes in Flammen auf, sondern das oftmals verzerrte Bild des Dritten Reichs, das die Filmgeschichte in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht und kultiviert hat.[...]

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fkfilmkritik

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Danke für die Warnung ;)


Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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8.0Ausgezeichnet

Der Film hat erhebliche Schwächen, aber auch erhebliche Stärken, zu denen ich später kommen werde.
Handwerklich ist IB vielleicht Tarantinos schlechtester Film.
Das liegt nicht am Konzept, der Idee ein Kriegsepos anhand von dramaturgisch losgelösten, überlebensgroßen und dennoch intimen Dialogszenen zu erzählen. Das gehört eindeutig zu den Stärken. Auch die Dialoge sind berauschend.

Was mich stört ist Diane Krüger. Das mag kleinlich klingen, aber bei dem großen Talent was Tarantino eigentlich hat, darf so etwas nicht vorkommen. Gerade weil Krügers Rolle ziemlich wichtig ist. Zum einen hat man da Christoph Waltz (über den schon alles gesagt wurde) und auf der anderen Seite diese anerkannte Schauspielerin unter GZSZ-Niveau. Sie schafft es beinah ein ganzes Kapitel des Films kaputt zu machen. Das geht nicht. Da darf man auch nicht einfach so drüber hinweg sehen, nicht bei Tarantino.
Und dabei sind die anderen Darsteller so gut, vorallem die Deutschen, inklusive Til Schweiger, denen die Spielfreude aus jeder Pore dampft und man sich von ihnen mitreißen lassen kann.

Ein weiterer Fehler Tarantinos ist die Nachlässigkeit beim Einsatz der verschiedenen Sprachen. Welchen Sinn hat es für Hans Landa bitte mit dem Franzosen in der ersten Szene englisch zu sprechen? ... Richtig, gar keine!
Genauso verwunderlich ist es, dass Shoshanna in ihrer flammenden Großaufnahme im Kino die Nazis auf englisch anklagt. Kann Hitler überhaupt englisch? Im Film sieht man ihn jedenfalls kein Wort englisch sprechen. Wäre doch doof, wenn die Nazis nicht verstehen, warum sie gleich zur Asche verbrannt werden.
Ok, der Deutsch-Anteil wäre dann höher als der Englisch-Anteil, aber wenn schon, denn schon.

Kommen wir nochmal zur ersten Szene.Diese Szene ist wie aus dem Bilderbuch und mit Fug und Recht behaupte ich, dass Tarantino bisher noch nichts besseres geschrieben hat. Leider steht diese Szene am Anfang und so müssen sich alle darauffolgenden damit messen. Ungünstig!

Ein weiterer Schwachpunkt ist die visuelle Unentschlossenheit.
Manchmal ist der Film gewollt grob, macht unschöne Schnitte, plumpe Musikeinlagen und anderes B-Movie-Gehabe. Auf der anderen Seite gibts Hochglanz, raffinierte Schnitte und schöne Kamerafahrten (Robert Richardson). Was denn nun???
Entweder Grindhouse oder Weltkino. Entscheide dich Quentin!

Trotz dieser Schwächen, ist Inglourious Basterds ist ein herausragender Film! Und das verdanken wir nicht den bekannten Tarantinoismen, sondern, suprise suprise, der Story!!!
Inhaltlich hat Tarantino mit IB seinen vielleicht besten Film seit Jackie Brown gedreht. Denn im Gegensatz zu Kill Bill und Death Proof, die mit lässiger Pose dem Zuschauer ihre Sinnlosigkeit ins Gesicht spuckten, geht es in IB wirklich um etwas, nämlich um den Unterschied zwischen Kino und Wirklichkeit. Für welche Seite sich Tarantino entschieden hat ist allgemein bekannt, doch es reicht nicht aus sich ins Kino zu flüchten. Tarantinos Filme betreiben keinen Eskapismus im Hollywoodesken Sinne, sie bekämpfen die Wirklichkeit und mit "Inglourious Basterds" holt Tarantino zum ultimativen Angriff aus. Mit einer feindlichen Übernahme oder einem Blitzkrieg hat das nicht viel zu tun. Tarantino handelt aus defensiven Motiven. Denn die Wirklichkeit hat schon viel länger das Kino attackiert als es umgekehrt der Fall ist.
Schon seit Beginn der bewegten Bilder haftet dem Film das Klischee an die Wirklichkeit nachahmen zu wollen oder zu müssen. Seit der erste vermeintlich echte Zug der Gebrüder Lumiere die schockierten Zuschauer überollte, kämpft das Medium für seine eigene Wirklichkeit. Das Theater hat seine Bühne, Echtheit entsteht nur durch Abstraktion. Dem Kino fehlte das lange Zeit und nur die ganz großen Regisseure wollten und wollen mehr, kämpfen gegen die Vorurteile der Wirklichkeit an und gestalten ihre eigene virtuelle Realität um der echten Realität den Spiegel entgegen zu strecken.

Dennoch wird dieser Kampf immernoch ausgefochten und gerade bestimmte Genre sind wahre Schlachtfelder dieser Kampfes. Das trifft auf die Literaturverfilmung zu, aber am schlimmsten hat der Historienfilm zu leiden, trägt er doch schon das Klischee im Namen. Die eigene Geschichte in bewegten Bildern sehen zu können, das war schon immer ein Traum des Menschen. Das Kino wurde zur Zeitmaschine, das dabei die echte Geschichte und das Kino verfälscht wurden, blieb auf der Strecke.
Peinlich genau werden "authentische" Kostüme, Kulissen, Requisiten, Pflanzen und Masken gefertigt, nur um dann eine dramaturgisch-veränderte, falsche Geschichte nach zu äffen.
Unter dem Deckmantel der Geschichte wird heute Geld gemacht, wird die Historie so verändert, wie das Publikum sie sehen will.
Und wenn der Zuschauer denkt, das Gesehene sei wirklich so passiert, dann gibt es auch keine inszenatorische Distanz mehr und somit kann man das Publikum auch nach Lust und Laune manipulieren. Es gibt einen Grund, warum Propagandafilme überwiegend Historie bebilderten.
Das Kino wurde schnell zum Propagandawerkzeug par excellence erklärt. Zum verlängerten Arm der vergangenen Wirklichkeit, der die Gegenwart kontrolliert. Das war ein herber Schlag für die Filmkunst. Die Wirklichkeit schien gesiegt zu haben.

Obwohl sich die Geschichte geändert hat, und in den Babelsberger Studios keine Propagandawerke unter Goebbels mehr entstehen. Die Methoden sind die gleichen.
Die wirklichen Verbrechen des NS-Regimes werden heute filmisch nachgestellt um sie wirklicher werden zu lassen. Obwohl die Motive dahinter edler sind als die eines Josef Goebbels, wird mit den gleichen Zutaten gekocht.

Es scheint so, dass Geschichte nur in Form eines Dokumentarfilms adäquat umgesetzt werden kann. Aber auch da wird Schindluder getrieben. Manche Dokus sind von Spielfilmen nicht zu unterscheiden, was pervers ist. Dennoch gibt es Dokumentarfilme denen das Unmögliche gelingt, z.B. "Shoah", aber der schafft es auch nur, weil er mit offenen Karten spielt. Der Zuschauer weiß immer, dass er eine Doku sieht. Er hört nicht nur die Fragen, die der Filmemacher stellt (wird ja gerne als unnötiger Ballast angesehen), sondern er hört sogar die Dolmetscherin übersetzen, ohne Schnitte, ohne Tricks, ohne die Möglichkeit in die Bilder "einzutauchen".

Ist der historische Spielfilm somit gescheitert? Weil er ein Paradoxon ist? Ist es nicht möglich mithilfe der Fiktion Vergangenenheit sichtbar zu machen? Wie beim Dokumentarfilm, dürfte man auch beim Spielfilm den Film nicht verleugnen.
Man muss mit offenen Karten spielen. Warum nicht mit 5 Assen?

Tarantino hat es gewagt und den vielleicht einzig "wahren" Historienfilm gedreht.
ACHTUNG_SPOILER: Dadurch, dass er die Geschichte falsch erzählt, Hitler tötet und den 2. Weltkrieg schneller beendet, macht er Geschichte sichtbarer als alle "Schindlers Liste" zusammen. SPOILER_ENDE!
Denn ganz egal was für einen "moralisch"-unkorrekten Spaß man auch mit Tarantinos Nazi-Schlachtplatte hat, es gibt immer diese schmerzhafte Differenz zwischen der Fiktion und der Wirklichkeit, zwischen dem, was sein sollte und dem, was wirlich war. Die nun endlich sichtbare Linie zwischen Wirklichkeit und Kino ist wie ein Aufschrei an die Gegenwart: Warum kann die Realität nicht wie im Kino sein?

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Kubrick_obscura

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Du wirst es bereuen...


phoenix409

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Klasse geschrieben!


Khitos: Kälte Reich

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7.0Sehenswert

[...]Inglourious Basterds ist bei weitem einer der gewagtesten Filme dieses Jahres und spricht ein dunkles Kapitel der Geschichte an, wuschelt dessen fiktive Haare und gibt ihm einen kleinen Klaps auf die Backe. Oder doch eher einen Schlag ins Gesicht. Das Wort ,,Meisterwerk” werde ich – wie viele andere es schon getan haben – sicherlich nicht verwenden, dafür gibt der Film für mich zu wenig her. Das heißt aber nicht, dass Inglorious Basterds nicht gut war, er war sogar sehr gut. Wäre Aldo Raine real, würde er den Film lieben, seine hundert Nazi-Skalps hätte er sicher.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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7.0Sehenswert

So kann „Inglourious Basterds” durchaus packen und unterhalten. Nicht zuletzt durch exzellente Schauspieler. Hier zahlt es sich auch aus, dass die amerikanische Produktion mit viel deutschen und auch staatlichen Produktionsmitteln unterstützt wurde. Das deutsche Publikum bekommt etwas für seine Steuereuros: Til Schweiger schweigt oder tobt stereotypisch. Diane Krüger als Filmdiva Bridget von Hammersmark chargiert wieder zu übertrieben und wirkt eher peinlich als passend. Viel besser treten Daniel Brühl als naiver Kriegs- und Kinoheld Zoller sowie August Diehl als äußerst scharf denkender Gestapomann auf. Tatort-Kommissar Christoph Waltz spielt den Nazi-Offizier Hans Landa großartig verschlagen und spleenig. Er hat tatsächlich eine größere Show als Brad Pitt. Ein bitterer Beigeschmack bleibt allerdings bei all der Kriegs-Unterhaltung: Tarantino erzählt völlig ohne moralische Bedenken. Seine Nazijäger agieren ebenso menschenverachtend wie die Nazis. So was passiert einem wahrscheinlich, der nur in Schwarz-Weiß-Kategorien sieht.

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sushi25: movie-fan.de

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8.0Ausgezeichnet

Christoph Waltz ist genial als "Jew-Hunter" Hans Landa. Dass ich aus einem Tarantino-Film komme und mir denke, dass ich gerne mehr zu den übrigen Charakteren erfahren hätte, ist einerseits eine positive Überraschung, zeigt aber auch die Schwäche des Episodenaufbaus und der Dramaturgie.

Die Basterds hatten bedeutend mehr "Roten Faden" als Kill Bill und sind definitiv einen Kinobesuch wert.

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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9.5Herausragend

Tarantino ist bekannt als Cineast und Filmemacher. Und in Basters - mit dem Fokus auf Shosannas Kino und einem gewaltigen Film-im-Film, der eindringlich seinen Höhepunkt findet - übt er sowohl seine Obsession mit Rache, als auch seine Faszination mit Filmen aus. Das Ergebnis ist blutig und glorreich.

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Xander8112: Xanders Blog

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7.0Sehenswert

[...]
Inglourious Basterds ist aber trotz allem gut. Der stimmungsvolle Einstieg und die auch im weiteren Verlauf durchaus vorhandenen sehr guten Szenen trösten ohne weiteres über die (ebenfalls durchaus vorhandenen) Schwächen hinweg. Sicherlich, die lange Laufzeit ist auch wieder ausschweifenden Dialogen geschuldet. Doch wirken diese in dem Film nicht fehl am Platze, stören nicht und lassen den Zuschauer auch nicht gelangweilt im Kinosessel einschlafen. Im Endeffekt also: Ein durchaus guckbarer, guter Film.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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6.0Ganz gut

Eine Menge brillanter Momente und effektiver Szenen, stehen ebensovielen Längen gegenüber und dem bekannten Tarantino-Problem, das schon in Death Proof sehr deutlich wurde: Die fehlende Disziplin und Entwicklung in Dramaturgie und Storyführung und die absolute Leere die hinter den Bildern steht.

Die Unterteilung in Kapitel kaschiert mehr schlecht als recht, dass der Film nach einer grandios-finsteren Eröffnungsszene, in der Christoph Waltz einen der wohl faszinierensten Bösewichte der jüngeren Filmngeschichte entwirft, relativ ziellos in sich geschlossenen Szenen aneinanderreiht, die nie eine in sich zwingend geschlossenen Handlung ergeben und von höchst durchwachsener Qualität sind.

Großartiger Wortwitz wechselt sich mit klamaukiger Sitcom-Dramaturgie ab, die einen sich bisweilen in der Hardcore-Version von "Hogans Heroes" wähnen lässt. Und immer wieder auch Langeweile und Szenen die weitergehen, wenn sie eigentlich ihr Zeit schon mehr als ausgespielt haben.

Das nie ein Gefühl des Krieges, von Weite, von Stadt oder Landschaft aufkommt, das man sich bisweilen in den nach Sets aussehenden Sets gefangen fühlt, mag Absicht sein, macht den Film aber auch kleiner als er sein müsste.

Dazu kommt die übliche Haltungslosigkeit Tarantinos, der Nazis als Zitat eines zitierten Zitats einsetzt. Eine bloße Reflektion, einer Karikatur einer Vereinfachung. Es ist die beabsichtigte völlige Bagatelisierung der Popikonographie des dritten Reiches, die die Nazis und Hitler weit aus dem Bereich der bequemen Bösewichte hollywoodscher Prägung, ins reine Abstraktum, als Formfleisch der reinen Leere von Tarantinos Versatzwelt führt. In Tarantinos Universum wird alles beliebige Pose, Nazis und Juden und Holocaust werden aufgelöst in einem ebenso mutigen, wie banalen Brei aus Imponiergehabe, Chuzpe und Ahnungslosigkeit.

Das kann als Befreiungsschlag angesehen werden zur endgültigen Entdämonisierung der Nazizeit oder bubihafte Allmachtsphantasie eines Wolfenstein-Spielers mit Italofilmbackground - die Wahrheit liegt wohl in der Mitte.

Inglorious Basterds gucken ist in seinen besten Momenten so gut wie Reservoir Dogs und in den schlimmsten wie Death Proof und Kill Bill 2 zusammen. Und wie immer ein bißchen auch wie eine Tüte Marshmellows auffressen, was zu Anfang sehr lecker wirkt, bringt einen am Ende mit flauem Gefühl zum Würgen.

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RaekOne

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Hier muss ich dir doch ausnahmsweise in allen Belangen zustimmen.


nilswachter

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"Das kann als Befreiungsschlag angesehen werden zur endgültigen Entdämonisierung der Nazizeit oder bubihafte Allmachtsphantasie eines Wolfenstein-Spielers mit Italofilmbackground - die Wahrheit liegt wohl in der Mitte." - Grossartig!


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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9.0Herausragend

Wenn es das Wort gibt, will ich es hier verwenden: Grenzgeil. In jeder Hinsicht. Übertraf meine Erwartungen bei weitem, nicht nur weil Tarantino der erste Regisseur ist, der erkannt hat wie man Schweiger wirken lassen kann: Wenn er die Fresse hält. Für meinen Geschmack zitiert er sich zwar ein paar mal zu viel selbst, bleibt aber ein grandioser Film. Und mein Gott: Was für ein Hauptdarsteller.

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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

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10.0Herausragend

Es gibt eine Szene in Inglourious Basterds, die zwar nur den Bruchteil einer Sekunde dauert, aber doch so stellvertretend für den ganzen Film ist: Dr. Joseph Goebbels nimmt seine französische Dolmetscherin von hinten und hat dabei großen Spaß. Diese kurze Einstellung, diese wenigen Frames repräsentieren dabei wiederum nur einen Bruchteil seines lachhaften Charakters. Stellt man einmal allein diese Szene in Kontrast zur Darstellung Goebbels in Oliver Hirschbiegels Der Untergang, dann bemerkt man schnell, dass der wahre Wahnwitz nicht Tarantinos Film entspringt, sondern dem teutonischen Machwerk aus der Schmiede Bernd Eichingers. Man denke nur an die Gebrechlichkeit eines Goebbels in Der Untergang, das Pathos, die Verklärung, die ihn, seine Frau, ja seine ganze Familie umnebelt, um bei dramatischer Terminologie zu bleiben, denn nichts anderes als eine theatralische Inszenierung ist Der Untergang und seine Geschichtsverfälschung doch am Ende. Das gleiche gilt natürlich auch für den Führer selbst, der hier statt den schmeichelhaften Charmeur den Reichsführer gibt, für den das alles nur ein großes Indianer-und-Cowboy-Spiel ist, von dem er eigentlich keine Ahnung hat, aber er sitzt eben ganz oben, da ist das nicht weiter wild.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

[...] Ist das Setting noch so tarantino-untypisch – die charakteristische Handschrift des Regisseurs macht sich immer wieder klar bemerkbar, sei es in Form von Schrifteinblendungen, gewissen Kameraeinstellungen, Schnitten, der Konzentration auf Aspekte, die andere Regisseure außer Acht lassen würden oder natürlich der Musikauswahl. Manche dieser Komponenten lassen letztendlich selbst in diesem Film das erwähnte 60er/70er-Jahre-Flair aufblitzen, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass Tarantino einst darüber nachdachte, die Geschichte als (Italo-) Western zu inszenieren. Der vertraut wirkende und vielseitige Soundtrack wirkt in dem nicht so vertraut wirkenden Setting etwas unstimmig. Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, hätte er diese musikalische Varianz nicht beabsichtigt. [...]

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ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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10.0Herausragend

[...]Fünf Kapitel, ein Film. "Inglourious Basterds" ist in jedem seiner Teile und als Gesamtstück ein Meisterwerk. So simpel die Story zunächst anmutet, so vielschichtig setzt Tarantino sie besonders über die Charaktere um, auf verwinkelte Erzählmanöver verzichtet er gänzlich und hat sie dank der ausgefeilten Leistungen seines Ensembles auch nicht nötig. Christoph Waltz ragt zwar heraus mit seiner aufsehenerregenden Performance, auf der Stufe unter ihm tummelt sich aber ebenfalls geballte Klasse, aus der nicht mal die zuvor als potenzielle Störfaktoren ausgemachten Schweiger und Diane Kruger herausfallen. Bei letzterer kann man sich zwar nicht ganz sicher sein, was da schauspielerisch tatsächlich gewollt oder einfach nur nicht besser gekonnt ist, aber wirklich schlecht spielt sie nicht. Handwerklich ist der Film in allen Bereichen bestens gelungen, sei es die Ausstattung, Robert Richardsons mal beinahe intime, dann wieder elegante und schwungvolle Kameraführung, oder die standesgemäß passgenaue Songauswahl.[...]

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wicky2

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moin,
auch wenn du aus meiner sicht einwenig zu sehr auf die handlung eingegangen bist und dein text daher einige längen hat, habe ich doch selten eine so treffende und auch handwerklich saubere kritik gelesen. ich ziehe meinen hut. ; )


ChristiansFoyer

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Danke schön. Ist eine sehr handlungsorientierte Kritik geworden, das stimmt, aber die Kapitelstruktur und die zwei aufeinander zulaufenden Handlungsstränge lassen sich, würde ich zumindest sagen, so schlüssiger beurteilen, als das ganze auf die Gesamtheit des Films zu verallgemeinern ;)


J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

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6.5Ganz gut

Längst nicht die Nazi-Trash-Granate auf die ich gehofft habe, aber schon recht amüsant. Die in Babelsberg gedrehten Studioszenen sehen zum Teil so unschön clean aus wie die Lindenstrasse. Dennoch macht der Film von Meisterdieb Tarantino Lust sich mal wieder einen echten Italo-Western oder gar den bösen "Ilsa - She Wolf of the SS" zu Gemüte zu führen.

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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag

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5.0Geht so

Inglourious Basterds scheitert am Gros seiner Darsteller, die in ZDF-Fernsehfilmen ihre Bestimmung finden könnten. Er leidet aber auch unter seinen, für Tarantinos Verhältnisse, wenig originellen Dialogen, dem unterkomplexen Plot und seiner Konzeption: Dass Tarantinos Kino die Wirklichkeit bezwingt, die es entwirft, ist mittlerweile eine eben so tautologische Aussage wie die, das Steven Spielbergs Kino nach einem Vater sucht, den es nicht hat. In Inglourious Basterds wird dieser Zug von Tarantinos Kino mit einer Deutlichkeit inszeniert, die den Betrachter verstimmt, wenn ausgerechnet ein englischer Filmkritiker, der deutsches Kino liebt, ein Attentat auf Hitler in einem Kino plant.

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-elviZ-

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Endlich einer der sich traut den Film nach objektiven Gesichtspunkten zu bewerten! "ZDF-Fernsehfilmen ihre Bestimmung finden könnten" - Wunderbar...!


J4KOB

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kann zwar so ganz und gar nich mit der bewertung übereinstimmen, bin aber auch der meinung, dass die Qualität der Dialoge nur noch vereinzelt an das durchgängige Niveau von Pulp Fiction heranreicht.


HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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7.5Sehenswert

Der Name Tarantino mag seit "Pulp Fiction" für Gewaltexzesse stehen, doch im Grunde wird bei ihm zu 80 Prozent gequasselt und höchstens zu 20 Prozent massakriert. Das ist auch hier der Fall. In den "Basterds" hebt er die Bedeutung der Sprache auf ein neues Niveau. Sie entscheidet auch darüber, wie viel Vergnügen man hat, und deshalb ist vom Besuch der deutsch durchsynchronisierten Fassung abzuraten. [...] Nun wandert der Beleg auf Zelluloid um die Welt: In Babelsberg entstehen Filme auf höchstem technischem Niveau. Ein Waltz vermag einem Pitt die Schau zu stehlen. Und dann vollbringt Pater Quentin natürlich die größte Exorzismusleistung: Er schafft es endlich, diesen Hitler auf andere Weise als durch Selbstmord zum Teufel zu schicken. Fantasie bringt Befreiung.

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Griselda

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Ich konnte leider nicht dem Link folgen und die ganze Bewertung lesen, aber was ich hier bei Moviepilot von Ihnen lese, war bei weitem am witzigsten. Das betrifft z.B. die Erwähnung von Babelsberg bzw. der Auswirkungen auf die Filmindustrie.
Ich glaube als Fan, Möglichkeiten wie diese sind nicht gut für einen wie Q.T.
"Pater Quentin" [...] fand ich auch einen schönen Ausdruck/Nachsatz mit erheiternder Nebenbedeutung, auch wenn der wohl von den meisten nicht mehr (im Zusammenhang) verstanden wird.


Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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8.5Ausgezeichnet

"Inglourious Basterds" ist ein Rächerfilm. Und einer der ersten, wenn nicht der erste überhaupt, der diesen in anderen Genres wie Western und Thriller leidlich bekannte Topos auf den Kriegsfilm überträgt. Umso überraschender aber, dass Tarantinos größtes Stilmittel dabei eben nicht die exemplarische Darstellung von Gewalt ist (auch wenn das Skalpieren und das Einritzen von Hakenkreuzen auf Soldatenstirne durchaus drastisch ins Bild gerückt wird), sondern der - gleichfalls messerscharfe - Dialog. [...] Er müsste damit eigentlich als Dramatiker entdeckt werden, den man spielend auch auf die Bühne bringen könnte. Denn die spannendsten, abgründigsten Szenen sind hier eigentlich immer jene, an denen zwei Menschen am Tisch sitzen und reden: etwa die grandiose, ganze 20 Minuten dauernde Verhörszene gleich zu Beginn.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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7.5Sehenswert

Das Argument, das man gegen Tarantino (hier und grundsätzlich) machen kann, wäre und ist ja auch, dass er intellektuell und moralisch und sonstwie über die Adoleszenz nie hinausgelangt ist. Dass die Wünsche, die er in seinen Filmen inszeniert, Nerd-Fantasien sind. Dass man auf erwachsenere Weise über Schuld, Rache, Gewalt und Geschichte nachdenken kann, als er das hier und überhaupt tut. Schon das ist eine sehr zweischneidige Angelegenheit, weil Tarantino in seinen besseren Momenten adoleszente Fantasien, wie wir alle sie kennen und haben - bewusst oder nicht - gerade in ihrer äußersten Ambivalenz und Zweischneidigkeit vorführt. Mit Mendelsohn müsste man aber sagen: Der Nerd in mir ist ein Nazi. Und das scheint mir dann doch in einer Weise übertrieben, dass es schon keine Übertreibung mehr ist, sondern gefährlicher Blödsinn.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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4.5Uninteressant

«Inglourious Basterds» ist ein hohler Selbstjustiz-Kriegsfilm mit Überlängen, der aber immerhin kurzweiliger ist als andere Plauder-Werke von Tarantino.

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TheDrPepperPower

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Wie kann man als "Kritiker" für einen offensichtlich zumindest relevanten und wichtigen Film nur ein paar dumme Zeilen hinrotzen? Das kannst du dir auch gleich schenken.


Dquerze

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Ich halte "Selbstjustiz" (trifft hier ja nicht einmal zu!) gegen das schlimmste Regime aller Zeiten für durchaus angebracht und wünschenswert.


Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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4.0Uninteressant

Um unter all den Euphorikern mal eine Gegenstimme zu erheben: Tarantino und dieser Film sind völlig überschätzt. Okay, einige kammerspielartige, maliziöse Szenen sind seitens der Schauspieler hervorragend gespielt. Der Film ist spannend, man langweilt sich nicht. Waltz, Diehl, Brühl, Pitt, Schweiger, sie spielen alle erstklassig, aber ehrlich gesagt auch die Typen, als die man sie schon mehrfach gesehen hat. Ansonsten haarsträubend-geschmacklose Trash- und unappetitliche niveaulose Gewaltszenen und somit ärgerliche Qualitätsbrüche. Außerdem ist die Synchronisation in einigen französisch gesprochenen Szenen miserabel. Und was die Karikaturen einiger Nazis angeht, da wächst der Film kaum über das niedrige Niveau der Schmonzette "Mein Führer" mit Helge Schneider hinaus. Mit solchen Albernheiten an Hitler "Rache" nehmen und Geschichte verfälschen: Das ist mitnichten genial, sondern kindisch!

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Jörg von Grass

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Hallo liebe Kirsten! Schön das wir mal wieder einer Meinung sind! Liebe Grüße, Jörg


Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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8.0Ausgezeichnet

Ein eigenwilliger, grellbunter Kriegsfilm in fünf Akten, der unter Rückgriff aufs Genrekino die Paradoxien des Historienfilms souverän unterläuft. In der für Quentin Tarantino typischen Mischung aus Autorenkino und B-Movie wird dabei die Geschichte des Zweiten Weltkriegs mit den Mitteln des Kinos entscheidend umgeschrieben. Virtuosität und burleske Theatralik halten sich beim Versuch, den Zweiten Weltkrieg als popkulturelles Spiegelkabinett zu etablieren, ungefähr die Waage.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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9.0Herausragend

Er kam nach Berlin und Babelsberg, fühlte sich anscheinend pudelwohl und drehte einen seiner konzentriertesten und gelungensten Filme seit Jahren. Ein Sieg auf ganzer Linie kann Kultregisseur Quentin Tarantino mit seinem neuen Werk „Inglourious Basterds“ verbuchen. Mit Brad Pitt in einer Beinahe-Hauptrolle und deutschem Schauspielpersonal wie Til Schweiger, August Diehl und Daniel Brühl ist dieses Action-Märchen zudem prominent besetzt. Doch in Erinnerung bleiben sie alle weit weniger als Christoph Walz, der als vordergründig liebenswürdiger Gentleman-Oberst mit leider allzu hinterhältigen Absichten mit einer lockeren Souveränität seine Kollegen an die Wand spielt - und nicht umsonst dafür in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet wurde.
Als berüchtigter Judenjäger Hans Landa ist er damit beauftragt, auch im von den Deutschen besetzten Frankreich die Judenfrage ebenso wie im Reich zu lösen. Im französischen Hinterland operieren unter dem Kommando von Aldo Raine (Brad Pitt) auch die Basterds, eine Gruppe jüdischer US-Soldaten, die in Guerilla-Manier Nazis jagen und für die Gnade ein Fremdwort ist. Die kennt auch die jüdische Kinobesitzerin Shosanna Dreyfuss (Mélanie Laurent) nicht, der einst die Flucht vor dem schrecklichen Landa gelang. Während einer Filmpremiere in ihrem Pariser Kino will sie darum sich und die gesamte deutsche Führungselite in die Luft jagen.
In Kapitel unterteilt, führt Tarantino die einzelnen Figuren und Handlungsstränge zum finalen Showdown geschickt zusammen. Ein wenig Geduld muss man bei diesem zweieinhalbstündigen Werk jedoch aufbringen. Denn schließlich handelt es sich hier um einen echten Tarantino, bei dem neben der Action auch die scharfzüngigen und zum Teil brüllend komischen Dialoggefechte nie zu kurz kommen. Und natürlich zitiert sich der Regisseur auch wieder fleißig durch die Filmgeschichte, ohne es jedoch zu übertreiben und die Handlung dabei aus den Augen zu verlieren. Eine stilsichere und unverhohlene Hommage an die (Spreng)kraft des Kinos liefert der Eklektiker unter den Regisseuren hier ab, manchmal ein wenig blutig, manchmal ein wenig brutal, aber immer von einem augenzwinkernden Humor durchzogen – Kinospaß pur!

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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8.5Ausgezeichnet

Doch das Ausagieren von Sehnsüchten mittels Gewalt spielt in Inglourious Basterds keineswegs die bedeutendste Rolle. Wo Death Proof eine Hymne auf die Bewegung war, handelt der neue Film zuallererst von Sprache. Tarantino hat darauf insistiert, über einen möglichst bunt gemischten Cast zu verfügen. Das Sprachwirrwarr bietet nun nicht nur Grundlage für einige der besten Gags des Films. Mit dem SS-Oberst Hans Landa, den der Österreicher Christoph Waltz als genießerischen Sadisten spielt, der seine Opfer mit Worten narkotisiert, ist auch die zentrale (Bösewicht-)Figur ein Sprachvirtuose.
[...]
Bei Tarantino heißt die zentrale Aktion, die mit herrlicher Verzögerungstaktik verwirklicht wird, dann auch nicht umsonst "Operation Kino" : Geschichte wird hier endlich wieder zum Möglichkeitsraum - und alle Möglichkeiten kommen für einen entscheidenden Augenblick lang in einem Lichtspielhaus in Paris zum explosiven Stillstand.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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8.0Ausgezeichnet

Wir sehen hier einem Mann zu, der das Kino liebt. Er liebt nicht uns, sein Publikum. Ihm ist es egal, daß die Leute - besonders in seinem Heimatland - scharenweise aus einem Film rennen werden, in dem sie dazu gezwungen sind, Untertitel zu lesen, und das einen Großteil des Films lang. Hinter all dem Irrsinn, den Tarantino ausstrahlt, hinter dem bescheuerten Image, das er nach draußen trägt und dem Quatsch, den er erzählt, steckt ein Filmemacher, der noch großen Respekt vor dem Medium hat.

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filmbaum

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"Inglourious Basterds" auf Platz 1 der amerikanischen Box-Office-Wertung vom Wochenende, bisheriges Einspiel bereits ca. 40 Millionen. Soviel zum Thema rausrennen aus einem untertitelten Film...


Julio Sacchi

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Na ist doch schön. Nur wird der Film mit Ach und Krach die 100 vollmachen und ist damit nun auch wieder nicht der Superknaller, den sich die Weinsteins davon erhofften.


Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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3.0Schwach

Mit seinem neuen Film "Inglorious Basterds", der zu großen Teilen in Deutschland gedreht wurde, schreibt Quentin Tarantino das erste Mal "historische" Geschichte und bringt ein krudes Racheepos auf die Leinwand. Tarantino wagt sich an ein schwieriges Thema, das er mit großen, vor allem deutschen Stars inszeniert. Doch was im Endeffekt dabei herauskam ist nicht wirklich bemerkenswert, außer einer grandiosen schauspielerischen Leistung von Christoph Walz, der auf dem Festival in Cannes mit Recht die Goldene Palme als bester Darsteller erhielt. Ansonsten jede Menge heiße Luft, viel sich hinziehendes Geschwafel und ein groteskes...

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Jörg von Grass

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Blöd ist nur, wenn man sich jeden Film von Ihm aus beruflichen Gründen "antun" muss. Und ich finde das seine Filme alle recht unterschiedlich sind. "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" genauso wie "Reservoir Dogs" sind großartig! Die Laberei bei den letzten beiden Filmen ist allerdings wirklich aufgeblasen und anstrengend. Bei "Death Proof" konnte man das ja noch mit der europäischen Version entschuldigen, der man gegenüber der amerikanischen "Grindhouse"-Version mehr als eine halbe Stunde Gelaber zugefügt hatte. Bei "Inglourious Basterds" gibt es keine Entschuldigung!


Krähe

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Dann trifft der Herr Tarantino halt nicht dein Geschmack und das ist ja auch ok. Würde ich auch als anstrengend empfinden wenn ich mir aus beruflichen Gründen dann solche Film anschauen muss.



Kommentare (646) — Film: Inglourious Basterds


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Andy Dufresne

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Bewertung7.0Sehenswert

Viel drin hier, verdammt viel sogar.
Und verdammt viel Gutes auch!

Referenz über Referenz über Referenz, "Dirty-Dozen-Style", Gewalt, Überzeichnung, Witz, Action, Besonders, Quentinianisches.
Natürlich Dialoge, natürlich.
Ist ja ein Tarantino-Joint.
Und zum Teil sind diese Dialoge/Monologe schlicht brillant (Waltz/Landa!!!).

Aber:
Ich sehe/fühle/erkenne keinen Fluss, keinen Bogen, keine Stringenz, keinerlei Überbau.

"Pulp Fiction" funktionierte ähnlich, fand dann aber eben doch einen Überbau.
DEN Überbau, nahm den roten Faden auf, danach wusste man, das er eben immer präsent war und zwar nahezu perfekt.
Verknüpft, wahrlich perfekt geklöppelt, sozusagen.

Aber hier, bei den Basterds?
Nein, hier gibt es keinen Faden.

Hier gibt es "In your face-Szenen" ohne Ende, hier gibt es tolle Shortstories, hier gibt es viel Schauspielgold und auch viel Schauspielführungsgold.
Aber es führt nirgendwo hin.
Es ist abgehackt, es dreht sich mal im Kreis, mal verliert es sich, mal verschwindet es gar ganz.

Zusammengeführt wird hier so ziemlich gar nichts.
Alles steht für sich alleine.
Landa steht für sich, Pitt und seine Spießgesellen stehen für sich, die Kinoverbrennerin steht für sich.

Da ist keine Gemeinschaft, kein eben gemeinsames Ziel zu erkennen.

Irgendwie wie der Versuch einer Befruchtung:
Viele Samen wollen ins Ei, viele sind kurz davor, nur ein Samen schafft es.
Welcher das dann gewesen sein möge, sei jedem selbst überlassen.

Für mich treffen alle Samen ganz knapp vorbei, sind dabei aber schon hübsch/grausam/gut anzusehen.

Aber im Endeffekt wird das Ei verfehlt.

La Vie est un long fleuve tranquille.

Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss.

Hier aber nicht, hier fließen alle Seitenarme in irgendeine andere, oft entgegengesetzte Richtung, wo sie jegliche filmische Relevanz verloren haben.

Es versiegt alles...

Die Idee des Filmes ist mehr (viel mehr) als grandios, ja mutig.
Eier zu besitzen, um einfach mal alles umzuschreiben, anders zu gestalten, was im dritten Reich passierte, ist für sich selbst genommen schon ein wichtiges, höchst zu goutierendes Ereignis.

Aber doch, ein wenig Bündelung, ein wenig Zusammenführen, das sollte dann doch schon sein.

Ist hier aber leider nicht geglückt.

Tarantino macht das ganz große Fass auf.
Und dann fällt das Fass auf den Boden und zerspringt.
Und der wertvolle Inhalt rinnt dann einfach irgendwohin.
Dem Büttner, dem Fassmacher, ist das Fass zerbrochen und er versucht zu retten, was zu retten ist.
Einiges kann er auffangen, das meiste ist verschwendet, vergeudet, eben versiegt.

Kein schlechter Film!

Aber für mich auch ganz klar kein Meisterwerk.

Dafür ist dem Kellermeister einfach viel zu viel entfleucht,
dafür ist ihm zu viel "Angels’ Share" verdunstet...

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Cupio

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Dat Ding war ein einziger Flickenteppich zwischen absolut gekonnt und unausgegorenem Schwachsinn! Bemerkenswert in meinen Augen waren die Eröffnungssequenz und die "Weinkellerszene".
Der Rest war Abstiegskampf. Habe, wenn man von "Pulp Fiction" einmal absieht, mit Tarantino aber ohnehin ganz große Probleme!


Cupio

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Man merkt ihm eben an, daß er ein heller Kopf ist, seine gesamte Bildung aber Zeit seines Lebens ausnahmslos aus Schmuddelfilmchen bezogen hat! Und eine Hommage aufs Bahnhofskino bleibt trotzdem Bahnhofskino.
Meine Meinung!


SilentAccount

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Tarantinos Edel-Spaghetti-Weltrkiegsmärchen erzählt in zwei Handlungssträngen die Geschichte einer jungen Jüdin in Paris, welche in ihrem Kino eine deutsche Nacht stattfinden lässt und dabei den Plan fasst, Europa (und die Welt) von Mr. Führer zu befreien, und den Basterds unter der Leitung von Leutnant Aldo Raine, einem Trupp jüdisch-stämmiger amerikanischer Soldaten, die in Guerillia-Marnier deutsche Soldaten massakrieren und aufknüpfen. Eine Geschichte konzentriert sich dabei auf den eher launigen Action-Teil, hat jedoch viel zu wenig Screentime, die andere Geschichte ist dramatisch und von Rache getrieben, überzeugt durch starke Bilder und noch stärkere Dialoge, weit abseits der Gangsterklamotten aus dem Oevre Tarantinos.
Über die Darsteller muss ich wohl kein Wort mehr verlieren: Wenn es sogar eine Diane Kruger, die ihreszeichens eine weibliche Version Matt Damons ist (Vergleiche hierzu: Team America: "Matt Damon"), schafft, augenscheinlich passabel zu spielen, dann ist was dran an diesen Quentin Tarantino. Waltz hat seinen Oscar als Antagonist udn Judenjäger Hans Landa mehr als verdient - vor allem diese bedrohliche Freundlichkeit, dieser Charme und dieses kosmopolitische machen Landa zu einem unglaublich bösartigen Menschen, der (bis auf Kruger, die es verdient hat!!!!!) nie einen Finger rührt, sondern weiter vor sich hin charmeurt....

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jauchzenderjoachim

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Bewertung9.5Herausragend

"Attendez la crème..."

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jp@movies

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Bewertung6.5Ganz gut

Meisterrrrwerrrrrk!

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fuerchtegott

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Ja, alle haben es gerafft, du hast die AGB's gelesen! Super! Du darfst jetzt die Spülung drücken^^


fuerchtegott

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Ups, hab erst jetzt den Anlass gesehen. Bin voll auf deiner Seite! NICHT spülen:-)


intemporel

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Bewertung1.5Ärgerlich

154 Minuten langeweile,
und die deutschen Darsteller waren,
ausser Waltz, einfach schlecht.

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Misfits_Films

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Sehe ich leider genauso.
....


Dahmer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Unkonventioneller Filmfick der sich doch recht locker-amerikanisch mit der Film-Beliebten Nazi-Thematik beschmiert und trotz vieler objektiv langweilig-anmutender Szenen runterflutscht und eine eigene Dynamik entwickelt wie es eben nur einzigartige Regisseure kreieren können.
-
Typisch Tarantino wird auch dieser Film anfangs mit "konfusen" Kapiteln befeuert um schlußendlich einen roten Faden zu spinnen der am Filmende zusammengefügt wird. Natürlich darf man hier kein Meisterwerk wie "Pulp Fiction" erwarten, dies ist sowieso unmöglich in meinen Augen....Aber immerhin schafft es Quentin durch seine einzigartige Filmkunst ständiges Interesse zu wecken beim Zuseher, auch wenn einige Dialoge recht durchschnittlich rüberkommen <--- aber immernoch besser als all die kommerziell gepushten Hollywood Exzesse die in ihrer Gesamtheit doch nur eine leere Hülle entstehen lassen die durch Bombast-Effekte lieblos retouchiert werden.

Darstellerisch darf man Höchstleistungen erwarten, ich sag nur Christoph Waltz!!! Er ist hier der heimliche Star und trägt den Film mit seiner unvergleichlichen Brillanz, das soll aber nicht heißen das die anderen Schauspieler mies sind :P Ganz im Gegenteil ;) Ja selbst Til Schweiger kommt hier cool rüber und füllt seine Rolle gnadenlos aus, so macht das Spaß :P

FAZIT: Reiner Unterhaltungsfilm der auf präzis-Historische Daten scheißt und das ist auch gut so in meinen Augen ;) Skurill, Grotesk, Spaßig, Locker und einzigartig, Tarantinos Stempel eben.... Hate it or Love it!

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Jason Born

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Mönsch, Jeffrey das war nur ironisch gemeint mit der wahren Geschichte, hihihi. Wenn das bei den Dokus auf N24 nicht angesprochen wird, dann ist es auch nie passiert:)) Alles klar, Kollege?


Dahmer

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hehe ja jetzt is alles im lot :-))) *Mkay*


Grambambuli

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Bewertung0.0Hassfilm

Der Trailer hat wirklich ganz Großes versprochen.
Die ersten 20 Minuten hatten dies gehalten.
Doch dann ... dann kam der große Absturz.
Tarantino, was bitte hast du hier nur verbrochen?
Kill Bill war eine wirklich schöne Kopie von Lady Snowblood, mit einem astreinen Soundtrack. Danach ein böser Schnitzer namens "Death Proof", und hier entgleitet dir einfach schlichtweg Alles.
Die Ansätze waren einfach klasse, auch die einzelnen Figuren - bis auf jene von Herrn Pitt. Die war ganz neben der Spur.
Und dann verzettelt hier sich jemand in pseudocoolen Dialogen, die kaugummiartig in die Länge gezogen sind, auch das Abmetzeln der gerade vorgestellten eher coolen Charaktere lässt mir nur den Kopf auf den Tisch knallen.
Und dann das desaströse Finale in diesem Lichtspielhaus. Die sogenannte Sahnehaube der Schlechtigkeit.

Einmal und nie wieder.
Da hat sich jemand wirklich mächtig die Punkte verspielt. Wie so etwas dann auch noch in den Himmel gelobt werden kann, absolut unverständlich.

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Misfits_Films

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Verstehe diese Huldigung für diesen Film Tarrantinos auch nicht. Der Film ist alles andere als gut.
Aber naja, um Grambambuli mal hier zur Seite zu stehen: nur weil es der großen Masse gefällt, muss es qualitativ kein Meisterwerk sein. Schauen wir uns an, was der (deutschen) Masse im Musik, TV und Film Segment so gefällt:
- SchniSchnaSchnappi
- Holzmichel
- DSDS
- Popstars
- GNTP
- Saw 2 bis 7
- Fack ju Göthe
- Keinohrhasen
- Vaterfreuden
- .......

Ja Geschmäcker sind verschieden. Und in vielen Jahren Zusammenleben mit Menschen habe ich aber auch gelernt, dass einer etwas nur für gut befindet, weil es drei seiner Freunde gut finden ;-)


Samweis_Gamdschie

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Allein ein Pluspunkt an Inglourious Basterds übertrifft hier jeden deiner aufgezählten Serien/Filme. Ich meine nämlich die Schauspielerische Leistung. Allein daran erkennt man wohl mehr. Ich hoffe es wohl. Jeder sieht Filme auch anderes. Hab ihn damals im Kino gesehen, eins meiner schönsten Kinoerlebnisse. Die Leute im Kino haben ohne Ende gefeiert. Die Atmosphäre war der Wahnsinn.


djstoewi

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Bewertung10.0Herausragend

Kunstwerk

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Samweis_Gamdschie

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Ganz großer Film !!


WladyLP

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Bewertung3.0Schwach

Habe nur die hläfte des Film geguckt . Sau langweilig.

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BlackLevel

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Bewertung3.0Schwach

Waltz spielt fantastisch!
Seine hervorragende darstellerische Leistung, die völlig zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ist leider der einzige positive Aspekt..

Der Rest des Filmes, ist im höchsten Maße uninteressant und langweilig!

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bassistingegenrassisten

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Genialer Film!
Meiner Meinung nach war ein Oscar noch nie so verdient, wie der, den Christoph Waltz für seine Rolle als "Hans Landa" bekommen hat!
Im Englischen Original kann er sein Sprachtalent voll ausspielen - und es macht einfach Freude ihm dabei zuzuschauen.
Auch Fans von Brad Pitt kommen hier nicht zu kurz, ich habe immernoch jedes mal Lachtränen in den Augen wenn er vor den Basterds auf und ab stolziert und schreit: "Each one of you owns me 100 nazi Scalps, and I want my scalps!"
Selbst Till Schweiger ist in diesem Film gut ;) Ich könnt jetzt ewig so weitermachen... :D

ANSCHAUEN! (und das am besten auf Englisch ;) )

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Lili 9ochefort

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Bewertung6.0Ganz gut

Tarantinos Markenzeichen und Stärke, sind alte Geschichten mit Verve erzählen, und obwohl man sie schon kennt sind diese Filme anders, dann seine Dialoge und cleveren Wortduelle und seine kreativen Einfälle haben alle seine Filme bis dato ausgezeichnet, ja wirklich ausgezeichnet, aber leider versagt der Film bei mir in gerade einer dieser Stärken und zwar bei der Story selbst, dieses mal konnte mich der Film der über 2 Stunden geht nur bedingt fesseln. Die Wortduelle sind aber wieder mal hörenswert und wenn Hans Landa bzw. Christoph Waltz die Bühne betritt ist fühlt man sofort wieder des Meisters Talent, und wenn wir schon dabei sind die Einfälle, ich sage nur Bärenjude und ein geplantes Attentat auf Hitler im Kino, und dann wäre da noch das Hakenkreuztattoo. Brad Pitt ist cool als Lt. Aldo Raine, aber Waltz trägt schauspielerisch den Film. Unterm Strich solide, und es gibt 6 Punkte, aber Quentin kann´s weit besser. :)

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manuel.luger.3

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Quentin zählt neben Rodriguez und Nolan zu meinen Lieblingsregisseuren, er macht einfach hammergeile Filme und dieser hier ist mal wieder richtig krass genial, ich bin sprachlos, der Typ ist einfach ein Genie..

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Val Vega

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Bewertung10.0Herausragend

Tarantino-Werkschau # 7

Kaum zu glauben, dass Tarantino’s Pulp-Werk über den zweiten Weltkrieg besser als Mittel zur Aufklärung geeignet ist, als so mancher Kriegsfilmblockbuster aus der Schmiede eines hochdekorierten Hollywoodveteranen. Doch noch viel mehr als eine höchstinteressante Darstellung von sowohl britischen, amerikanischen, französischen und auch deutscher Charaktere und deren tun und treiben während des zweiten Weltkriegs ist die Liebeserklärung des Tarantino an das Kino, welche hier ihren
absoluten Höhepunkt erreicht.

Kann Kino die Welt verändern?
Spoiler.
Das ist die fundamentale Frage, die Quentin Tarantino in diesem cineastischen Meisterwerk stellt und mit einem klaren JA beantwortet. Allerdings kann das Kino nur dann die Welt verändern, wenn man zur Tat übergeht. Man darf das Kino dann nicht passiv genießen, sondern muss etwas tun, denn nur so kann das Kino über den Abspann hinaus von Bedeutung sein. Hitler und Goebbels werden erschossen, als sie gerade aus dem Kino stürmen. Tarantino verändert die Weltgeschichte also nicht nur deshalb um eine möglichst pulpige und coole Story zu erzählen, sondern um eine Message zu senden – Kino ist mehr als bloße Unterhaltung.

Und genau eines tut der Film nicht: Schwarz-Weiß-Malen. „Der Soldat James Ryan“ gilt als einer der BESTEN Kriegsfilme und Darstellungen des zweiten Weltkriegs schlechthin, jedoch ist Tarantinos Film um einiges brauchbarer wenn es darum geht Leuten über die einzelnen Ideologien aufzuklären. Natürlich gab es die Judenhasser schlechthin, die Hitler vergötterten und jedem Juden einen möglichst grausamen Tod wünschten, doch es gab auch die, die wie Hans Landa eine Profession ausübten und diese eben für den Höchstbietenden. Er ist kein Judenhasser – sondern ein Detektiv (siehe die krasse Sherlock Holmes Pfeife). Die Amerikaner hingegen haben von den politischen Umständen in Deutschland keine Zeit – jeder deutsche ist ein Nazi und muss sterben und sollten sie Gnade haben gravieren sie dem bösen Deutschen ein Hakenkreuz in die Stirn – ach ja, dass ist übrigens Tarantinos Kommentar dazu, dass einige Amerikaner und Briten und auch andere Angehörige fremder Nationalitäten heute noch alle Deutschen für Nazis halten.

Doch auch die Amerikaner bekommen schön ihr Fett weg. Sie sind im Film allesamt brutal, kompromisslos und ungebildet. In der Szene in der sie den armen deutschen Soldaten, der nichts lieber möchte als seine Mutter endlich wieder zu umarmen, seine Uniform zu verbrennen und den Wirren des Krieges zu entfliehen, dem wird ein Kreuz in die Stirn geritzt – something he can’t take off – sind sie grausame Arschlöcher. PUNKT!

„Well, I speak the most Italian, so I'll be your escort. Donowitz speaks the second most, so he'll be your Italian cameraman. Omar speaks third most, so he'll be Donny's assistant.“
- „I don't speak Italian.“
„Like I said, third best. Just keep your fuckin' mouth shut. In fact, why don't you start practicing, right now!”

Dem sei hinzuzufügen, dass Tarantino – anders als in Volume II – noch einen überaus kritischeren Blick auf das Thema Rache wirft und er meint, man solle sich selbst lieber an der eigenen Nase packen. Zoller hat mehr als 300 Menschen erschossen und Shoshana hasst ihn deshalb und erschießt ihn ja letzten Endes auch. Doch dann wird ihr klar, dass sie in etwa dieselbe Anzahl Menschen tötet und wird erschossen. Der Zuschauer darf nun selbst urteilen. Und viele müssen sich eingestehen, dass sie denken die Nazis hätten es mehr verdient, dieser kritische Blick eröffnete sich auch mir erst nach mehreren Sichtungen. Tarantino ist Humanist – ein hochmoralischer Humanist.

Spoiler Ende.
Doch genug der Analyse, weshalb dieser Film zusammen mit “Pulp Fiction” Tarantino’s bestes vom besten ist, nun ein Wort zu dem was wohl jeden Tarantino ausmacht: Die Schauspieler. Tarantino entdeckte für „Inglourious Basterds“ zwei absolut wunderbare schauspieler die den Film durch ihre Präsenz bestimmen. Zum einen Christoph Waltz, dem die Worte des Lobes und die Rühmungen wohl schon zu den Ohren heraus hängen müssen, jedoch, Worte die nie ein Ende finden werden, denn seine Leistung gehört zu den besten des vergangenen Jahrzehnts und er wurde zu Recht mit vielen Preisen ja geradezu überschüttet. Doch die zweite und deutlich unterschätztere Entdeckung ist Melanie Laurent. Sie ist in jedem Moment wunderschön und spielt perfekt. Sie ist wohl die erste wirkliche Hauptdarstellerin eines Italowesterns oder Italowestern ähnlichen Films, welche ihre Rache auch absolut Ausleben kann. Wenn sie sich zu den Tönen deseinzigartigen David Bowie fertig macht für ihren großen Abend, bekomme ich Gänsehaut Feeling pur.

“See these eyes so green
I can stare for a thousand years
Colder than the moon
It's been so long
Feel my love enraged
It's just the fear of loosing you
Don't you know my name
You've been so long”

Mit den „Inglourious Basterds“ ist Tarantino sein zweit bester Film gelungen, der den Vergleich mit dem großartigen „Pulp Fictiuon“ jedoch in keinster Weise zu scheuen braucht und annähernd auf derselben Stufe steht. Tarantino inszeniert einen Kriegs-Italowestern über Moral und Menschlichkeit und das Kino und wie dieses die Welt verändert. Das Ganze ist gespickt mit den tarantinotypischen Dialogen und den grandiosen Darstellern. Der Film ist keine Minute zu lang und unterhält hervorragend – was auf jeden Fall nicht Tarantinos einzige Intention ist! Der Typ ist ein verdammter Inglourious Basterd!!!

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EvertonHirsch

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Super Kommi!!!


Val Vega

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Danke ;)


kathrin.berger.9028

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Bewertung9.5Herausragend

Tarantino ist ein Genie. Dieser Film ist für mich einer den besten, der je gedreht worden ist. Die Figuren sind tiefgründig und bizarr zugleich, was den Film auch noch beim 5-ten mal immer noch spannend macht. Vor allem die Tatsache, dass all die "Deutschen" auch von deutschsprachigen Schauspielern verkörpert wurden, macht den Film zu etwas besonderen. Denn Nichts ist schlimmer für einen dessen Muttersprache Deutsch ist, das verzerrte Deutsch in einem Hollywoodstreifen in der Original Vertonung über sich ergehen zulassen. (OV ist immer zu bevorzugen). Allemal hat Quentin Tarantino das er einer der besten Regisseure Hollywoods ist, und hat uns diesen Film geschenkt. Ein Meisterwerk, nach meiner Meinung.

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Samweis_Gamdschie

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Sehe ich genau so !


Simulant100

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Endlich hab ich mir IngloUrious Basterds angeguckt und meine hohen Erwartungen wurden erfüllt. Quentin Tarantino hat hier mal wieder ein Brett abgeliefert. Brilliante schauspielerische Leistungen von Christoph Waltz und Brad Pitt! Ein toller Sound begleitet den Film von Anfang bis Ende.
Zur Story: Ein Gruppe Amerikanischer " Unrühmlichen Mistkerlen" wollen um 1944 Nazis den Arsch aufreissen!

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Critical

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Bewertung5.5Geht so

Tja, ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wieso es dieser Film bei den meisten Menschen zu so einer großen Beliebtheit gebracht hat. Ich persönlich finde die Story an sich zwar eine gute Idee, aber dennoch finde ich, dass die Umsetzung ein kompletter Griff ins Klo gewesen ist. Wären Brad Pitt, Christoph Walz und Til Schweiger nicht dabei gewesen, hätte sich sicherlich auch niemand großartig an den Film erinnert. Dennoch finde ich es gut, dass der Film es geschafft hat, dramatisch und lustig zugleich zu sein.
Trotz allem finde ich, dass es sich hierbei nicht um einen der besten Filme handelt.
Dennoch sehenswert.

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Pipkin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ganz großes Kino!

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blublossom

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Perfekt! Wieder einmal ein Meisterwerk von Tarantino! Die Auswahl der deutschen Schauspieler z.B. Gedeon Burkhard hat mich sehr positiv überrascht. Diane Kruger war durch Ihren natürlich natürlichen Look toll für ihre Rolle, Michael Fassbender ist genial!

Der Film lohnt sich meiner Meinung nach nur schon aufgrund der meisterhaften Leistung von Christoph Waltz anzusehen! Seitdem einer meiner Lieblingsschauspieler!

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Metalharry

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hammer Film. Seitdem bin ich großer Tarantino und Waltz- Fan. Für mich gibt es bei dem Film kein Manko. Durch die Bank weg cool.

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