It Might Get Loud - Kritik

US 2008 Laufzeit 97 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Musikfilm, Kinostart 27.08.2009

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Kritiken (6) — Film: It Might Get Loud

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Kunst klappt individuell und im gemeinsamen Gespräch auch ganz hervorragend. Lediglich in der biographischen Verknüpfung der völlig unterschiedlichen Lebenswege hinkt Guggenheims Doku, kommen die drei doch aus verschiedenen Teilen der Erde und wurden völlig unterschiedlich mit der Musik sozialisiert. Trotzdem ist das, was sie zu erzählen haben, stets spannend und dem Oscarpreisträger gelingt ein längst überfälliger Tribut an das wichtigste Musikinstrument der vergangenen Hundert Jahre.

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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

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5.0Geht so

Oder „Nicht Laut Genug“. Wenn Regisseur David Guggenheim nun einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätte, wäre dieser sklavische und doch seltsam steife Portrait-/Konzertfilm als Tribut an die elektrische Gitarre vielleicht mit einer unheiligen, wilden Energie gefüllt worden. So wie er jetzt ist? Meh.
Warum ist der Film nicht besser? Guggenheim hat seine Protagonisten in keine interessante Richtung gestossen. Zum Teil fühlt sich das Zusammenbringen dieser drei Generationen für ein Gipfeltreffen auf der Bühne unglaublich gestelzt an. Gitarrenhelden (echte und eingebildete) werden sicher etwas (vielleicht auch viel) aus diesem Film mitnehmen. Trotzdem verdient die Tradition des elektrifizierten und elektrisierenden Blues-basierten Rock eine heißere Darbietung.

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A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

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8.5Ausgezeichnet

„It Might Get Loud“, der neue Film von Regisseur Davis Guggenheim („Eine unbequeme Wahrheit“), ist ungewöhnlich. Es ist ein Gruppen-Portrait dreier Musiker und auch, interessanterweise, ein formloser historischer und philosophischer Essay über das Instrument, dass sie verbindet. Für Rock-Fans jeden Alters und Geschmacks wird diese Dokumentation unwiderstehlich sein. Aber „It Might Get Loud“ ist mehr als ein eng gefasstes Fan-Spielzeug. Es gibt uns, die wir unmusikalische Ohren und ungeschickte Finger haben, eine Chance zu verweilen in der Anwesenheit ernsthafter Künstler mit ungewöhnlichen Fähigkeiten und großen, wenn auch nicht immer klar beschriebenen, Visionen über ihr Tun. Und es wird allen Lust machen, dort zuzuhören.

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Betsy Sharkey: Los Angeles Times Betsy Sharkey: Los Angeles Times

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9.0Herausragend

Es fühlt sich sehr persönlich an, egal was man als Zuschauer schon weiß – und viele Fans werden über einiges Bescheid wissen – der Blick durch das Prisma dieses Films hat die Macht, jeden zu überraschen. Und obwohl der Film teilweise mäandert zwischen den verschiedenen Hintergrundgeschichten ist er am besten wenn es persönlich wird. The Edge, die in einem Studio an einem windigen Strand arbeiten, welches so traurig aussieht wie seine Musik sich manchmal anhört. White, der ein ausladendes Riff so selbstvergessen spielt, das seine Finger bluten. Page, der plötzlich Luftgitarre spielt – die Glieder ganz locker einem unhörbaren Beat gehorchend.
Und – selbstverständlich – es gibt Musik. In beinahe jedem Moment ein unglaublich reichhaltiger Mix ihrer Musik – bahnbrechend, wegweisend – allein das wäre fast genug. Dass „It might get loud“ auch mit einer guten Story kommt ist ein wunderbarer Bonus.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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8.0Ausgezeichnet

Trotz kleiner Ausrutscher ist It Might Get Loud eine furiose Reise durch die Welt der E-Gitarre und eine sehenswerte Dokumentation über drei ungewöhnliche Musiker. Und für E- und Luftgitarristen ist dieser Film sowieso die allererste Wahl. Let there be Rock!

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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9.0Herausragend

Du musst kein Musiker sein, um It Might Get Loud zu mögen, einen unkonventioneller Dokumentarfilm, in dem zukunftsträchtige Gitarristen ihr Talent zeigen und ihre Techniken und Inspirationsquellen diskutieren. Es ist eine wahre Freude, diese Männer spielen zu hören. Dies sind die realen Guitar Heroes. Aber es wäre wünschenswert gewesen, sie mehr fachsimpeln zu hören.

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Kommentare (14) — Film: It Might Get Loud


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Irreversibel

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Bewertung10.0Herausragend

wenn von einer alten Link Wray Platte "Rumble" ertönt, Jimmy Page das Riff von "Ramble on" erklingen lässt, Jack White sich gedankenverloren bei einem Solo die Finger blutig spielt, im gefühlten Sekundentakt alte Helden wie the Clash, die Buzzcocks oder die Ramones vorbeiziehen, dann, genau dann, weiß ich wieder, warum ich dieser Musikrichtung und diesem Instrument im Speziellen so verfallen bin!

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Irreversibel

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allerdings! Ich war glaub ich nahezu während der kompletten Filmdauer mit einem richtig fetten Grinsen vorm Fernseher gehockt^^ weißt schon, dieses debile Grinsen, wenn man sich voll in der Musik verliert und von seiner Umgang nichtsmehr so richtig rallt ;-)


Andy Dufresne

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Ich weiß genau was du meinst :)


Amlor

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Bewertung9.5Herausragend

Sein wir ehrlich - dieser Film ist nichts für den Normalsterblichen. Das Problem an hoher Kunst ist, dass sie - evt. sogar zurecht - vom Allgemeinwesen verkannt wird. Zu hoch muss das Grundverständnis sein, um hinter die ganzen Nuance die auf einen eindreschen zu kommen.
Aber kommen wir zum Film. Drei große Gitarristen erzählen ein Teil ihrer Laufbahn, treffen aufeinander, jammen ein wenig, reden über den einen oder anderen Kniff und das war es. Eigentlich kaum der Rede wert und für jeden eine Qual, der sich nicht für min. eine der Bands, für Musik im Allgemeinem oder Gitarre im Besonderen interessiert. Es kommt zu vieles zu kurz und hat ein wenig von Lehrmaterial für die Schule.
Warum diese hohe Wertung ??? Weil ich Led Zeppelin und U2 Fan bin, Gitarre spiele und in jeder Minute etwas lernen konnte, mit Begeisterung und eben diesem Kribbeln, welches man nur bei ganz hoher Kunst erlebt.
Letztendlich ist dieser Film eine klasse Aufmachung für eine Serie, die gut bei BBC laufen könnte und durch die Zeit und die Wandlung der Gitarre laufen könnte. Die meisten werden den Film wohl bei 7-8 einstufen und jeder der eher 'nur' Musikkonsument ist kommt wohl nur auf eine 4-6. Daher eine Warnung, der Film ist wirklich nicht für jeden und es sollte wirklich überlegt werden, ob man sich diese 100 Minuten antut. Wer aber wirklich gerne tief in die Materie einsteigen möchte, wird in keinster Weise zu kurz kommen und ähnlich empfinden wie ich. Für die 10 reicht es dann eben nicht, weil es eben keine 200 Minuten geworden sind, oder halt eine Serie. Hätte man es anders machen können: ja... hätte man es anders machen müssen: wahrscheinlich... ist der Film trotzdem ein Meilenstein für den Interessierten (und nur für ihn), der ggf. einmal etwas anderes, größeres hervorbringen könnte - auf jeden Fall.

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Dari94

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Bewertung9.0Herausragend

Als dieser Film rauskam, habe ich gerade ein halbes Jahr Gitarre gespielt. Ich fand ihn genial. Jetzt, wo ich schon länger Gitarre spiele und meine eigenen Einsichten gewonnen habe, finde ich ihn sogar noch besser.
Was Guggenheim hier geschaffen hat, ist drei Musiker aus unterschiedlichen Dekaden, Hintergründen und komplett unterschiedlichen Stilarten und Persönlichkeiten zusammenzubringen und dem Zuschauer einsicht in ihre Leidenschaft und Liebe zur Gitarre und Musik zu zeigen.
Zuoberst steht Jimmi Page, einer der größten Gitarristen, die je gelebt haben. Er sitzt der Runde als der Altmeister der Gitarre bei. Ich kannte bis dato nur seine geniale, vielseitige Musik und fand es unglaublich interessant zu erfahren wo er seine Einflüsse, seinen Stiel herhat und es war schön zu sehen, dass selbst dieser Großmeister noch nicht am Ende seiner künstlerischen Selbstfindung ist und immer noch die gleiche kindlich leidenschaftliche Freude an der Musik hat, die ich daran habe.
Dann kommen wir zu the Edge, ein ohne Zweifel unglaublich kunstfertiger Musiker, mit dem ich mich bisher allerdings nie näher auseinandergesetzt hab. Er ist der gediegene der Runde. Sein Gitarrenspiel zeugt vorallem von der Vision... er baut aus dem relativ simplen Sound der Gitarre mittels Effekt und Technik undglaubliche Klanggebilde. Ich fand es sehr schön zu sehen wie er zu diesem "Soundarchitekt" wurde.
Am Ende steht Jack White. Dieser Künstler hat es mir angetan, seit ich mir meine erste CD von ihm gekauf habe. Oft wird ihm seine Selbstinszenierung hier vorgeworfen, aber wenn man sich mit seiner musik auseinandersetzt merkt man, dass das einfach er ist. Jack White wird hier als der Workaholic dargestellt der er ist, nie endgültig zufrieden mit sich, erschafft er seit 13 Jahren ununterbrochen, die möglicherweise interessanteste Musik unserer Zeit. Sein Minimalismus und die gewollte Schlampigkeit, die seiner Musik unglaublich viel Kraft, Authentizität und rohe Emotion geben stehen in schönem Kontrast zu dem unerreichten Perfektionist Jimmi Page und dem verträumten Soundarchitekten the Edge.
Nimmt man all das zusammen wird dies ein Must-See für jeden Gitarrist und alle die einer werden wollen. Der Film zeigt, dass es nicht einen Weg gibt ein Meister seiner Kunst zu werden, sondern dass jeder seinen eigenen Weg dahin finden muss. Er zeigt, dass es nicht den Musikertyp gibt, jeder Musiker hat seine eigene Motivation, seine eigenen Ecken und Kanten, die einzige Konstante ist die Leidenschaft zur Musik.
Dieser Film ist einer der besten Musikfilme, die ich kenne, inspiriert er einen als Künstler und wenn man kein Künstler ist, wird man den Einblick in Motivation und Arbeit eines Künstlers zu schätzen wissen und viel über die Arbeit und den Hintergrund der Musik die man ständig hört lernen.
Denn hinter jedem Lied, steht die Kunstfertigkeit und Idee eines Künstlers und hinter diesem der Künstler. Somit wird aus der Musik eine Komplexe Reflexion des Künstlers dahinter. Diesen Einblick in die Musik zu bekommen ist etwas was diesen Film wertvoll macht.

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Florian Albrecht

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tolles kommentar. AUch wenn ich kein Musiker bin, finde ich den viel absolut klasse, weil ich alle drei Musiker verehre. Ok, jemand der von der Gitarre ahnung wird wahrscheinlich noch viel viel tiefer in den FIlm fallen, aber ich habe mich ebenso gut unterhalten und aufgeklärt gefühlt.


Puebleau

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Tag, an dem Jimmy Page die E-Gitarre in die Hand nahm, war der Urknall für die Rockmusik in ihrer progressiven Ausprägung. Als Hardliner des Reduktionismus spielt Jack White einen minimalistischen Blues-Rock, der mit seinem dreckigen, zerstörerischen Sound pure Energie versprüht und neue Maßstäbe und Denkanstöße setzt. "The Edge" fällt da aus der Rolle, bemerkenswert ist weniger sein Spiel, mehr sein Soundgefrickel am Amp.
In "It might get loud" sitzen die Drei zurückhaltend in einer Runde und reden über den Mittelpunkt ihres Lebens. Die Aufnahmen zu Jimmy Page gleichen Impressionen, die kein Liebhaber des Tons von Led Zeppelin missen sollte. Jack White nutzt die Gelegenheit zu einer Selbstinszenierung ohne Gleichen, kann aber seine überaus sympathische Musikphilosophie glaubhaft vermitteln. "The Edge" tut sich gut in seiner Zurückhaltung. Eine Doku, die dem Zuschauer Inspiration und dem Gitarristen Erektionen verschafft.

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The_Comedian

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Möchte man Rockmusik am menschlichen Körper definieren, so wäre das Schlagzeug sicherlich als die Beine anzusehen, denn es entsteht Bewegung, die Dynamik. Jedoch nur in Verbindung mit den Muskeln ist das möglich, womit wir beim Bass wären. Der Gesang dürfte zweifelsfrei das Gehirn sein, denn hier nehmen die für den Zuhörer bestimmten und am offensichtlichsten transportierten und zu vermittelten Gefühle und Botschaften ihren Anklang.
Die Gitarre entfaltet ihren Sinn und Zauber auf vielfältige Weise. Für den Gitarristen der irischen Rockband U2, The Edge, ist das Instrument seine Stimme. Er vermittelt über sein Spiel solche Emotionen, welche er durch Gesang womöglich nicht im Stande wäre auszudrücken. Jimmy Page, die lebende Legende von Led Zeppelin, spricht gar von einer über die vielen Jahre stattfindenden seelischen Verschmelzung, welche, man glaubt es kaum, seiner Meinung nach noch nicht abgeschlossen sei. Jack White, ehemals Frontsau der White Stripes, sowie aktuelles Mitglied der Raconteurs und Zeremonienmeister bei The Dead Weather, redet nicht explizit über die Gitarre, bei ihm spürt man jedoch in jedem Moment, besonders innerhalb der Performance, die innige Liebe, ja fast schon Abhängigkeit, zu diesem wohl berühmtesten Saiteninstrument.

Regisseur Davis Guggenheim porträtierte diese drei Ausnahmegitarristen als Pioniere, stellvertretend für ihre jeweilige Generation, und man muß sagen, daß die Auswahl gerade dieser drei Herrschaften überaus gelungen ist.

James Page brachte mit seiner Jahrhundertkapelle die elektrisch-verstärkte Gitarrenarbeit erst so richtig ins Rollen, er kann sogar einem Waschbrett angenehme Töne entlocken, speziell für Stairway To Heaven entwickelte das Genie die berühmte Doppelhals-Gitarre, um sowohl akustisch als auch elektrisch musizieren zu können, ohne schnell das Instrument wechseln zu müssen. Der Mann sieht heute aus wie in Stein gemeißelt, immer noch offen für Neues und mit sich und der Welt hochzufrieden, obwohl man, im Zusammenspiel mit den anderen beiden, gerade in Sachen Mimik merkt, dass er zeitweise hadert, zweifelt, grübelt, wenn auch nur mit sich selbst, der alte Perfektionist.

Led Zeppelin entzündeten das Feuer der E-Gitarre, The Edge pustete es gut anderthalb Dekaden später wieder aus, indem er den ausgeuferten, zu verquasten, mit teilweise zwanzigminütigen Gitarrensoli gespickten Sound der mittlerweile eher publikumsfremden, nerdigen Progressive-Rock-Ära Ende der Siebziger ausbremste, um mit frischen Ideen und neuen, technischen Möglichkeiten das Rad, zugegebenermaßen zusammen mit Anderen, wieder neu zu erfinden. Dank ihm wurde U2 zu einer der größten Bands dieses Planeten, die endkommerzielle, stadienfüllende Massentauglichkeit von heute definiert sich jedoch lediglich über den anbiedernden, etwas scheinheiligen Gutmenschen Bono, The Edge hingegen nimmt man seine im Film gezeigte immer noch bodenständige Glaubwürdigkeit ab.

Als zu Anfang des neuen Jahrtausends Grunge und Crossover längst tot war, New Metal den einen oder anderen nervte, und Punk mal wieder ein Nickerchen machte, kam mit Bands wie The Strokes oder eben The White Stripes die Zeit des Garage,-oder Retro-Rock. Ein abgespecktes Setting und die Besinnung vorallem auf den strengen Vater der Rockmusik (wenn Rock´n Roll & Swing die liebende Mutter war) - den Blues - brachten kometenhaften Aufstieg und Erfolg sowie dem Rock sein ungeschminktes Gesicht zurück. Jack White schrieb mit Seven Nation Army bereits früh DAS Riff des neuen Jahrtausends. Den Song ereilte leider ein grausames Schicksal in Form grölender Suffköppe, die Vergewaltigung durch König Fußball ist heutzutage weltweit und omnipräsent zu bemitleiden, wofür Jack White allerdings nichts kann. Der introvertierte, geniale Multi-Instrumentalist hat der Musikwelt längst auch anderweitig seinen unauslöschlichen Stempel aufgedrückt.

It Might Get Loud!!! Der Film bedient zwar vornehmlich ein Special Interest-Publikum, ist jedoch auch für einen ´Anti-Rocker´ aufgrund unmißverständlicher Botschaften und unaffektierten Bildern mit sympathischen Typen absolut sehenswert.

Für einen musikinteressierten Zuschauer, gar einen angehenden Rock-Gitarristen, ist diese frische Dokumentation ein Muß, denn es zeigt eindeutig, welches menschliche Körperteil die Gitarre darstellt, nämlich das Herz.

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mikkean

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Ein toller Kommentar und welch schönes Gleichnis... Ich glaub, den stöpsele ich mir bald mal wieder rein :)


phoenix409

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Philosophie sechs elektrisch verstärkter Saiten aus der Sicht dreier Querköpfe, die ihr Handwerk beherrschen. Es sind gerade die grundverschiedenen Persönlichkeiten von Jimmy Page, The Edge und Jack White, die diese Doku als Ganzes interessant werden und bleiben lassen - ihre gemeinsamer Studio-Hock samt kleinen Jam Sessions gehört zu den schwächeren Parts der Laufzeit. Das muss nicht als Kritikpunkt gesehen werden, zeigt es doch nur, dass diese drei in ihrer Art so grundverschiedenen Künstler sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen. Und das ist auch gut so.

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass Page für mich (überhaupt, nicht nur neben den beiden anderen im Film) völiig außer Konkurrenz läuft. Niemand hat je vielfältigeren Rock aus einer Gitarre geholt als er. Sein Wesen des Spielens, der klangliche Wechsel zwischen "Light and Shade", machen ihn zum ehrwürdigen Maestro der Runde. Das merkt man gerade daran, wie White und The Edge respektvoll grinsen, wenn Page eins seiner legendären Riffs als Led Zep-Zeiten zum besten gibt, so ganz und garnicht aber dann, wenn wir Page auf sein stolzes Anwesen folgen dürfen, wo er sich als infantiler Schallplattensammler entpuppt, der sich mit Wonne in die Materie hat einsaugen lassen.

The Edge und sein Effektgeräte-Wahn zeichnen dagegen das Bild eines Gitarristen, der sich primär durch Technik dem Traumklang in seinem Kopf nähern möchte und das, nachdem er sich und seine Crew damit in den Wahnsinn getrieben hat, auch schafft. Er ist sicherlich nicht der größte Gitarrist der Welt, aber ein unermüdlicher Klanghandwerker, der durch seine charakteristischen Verdienste mit U2 nichts mehr beweisen muss.

Jack White ist letztendlich der Jungspund dieser illustren Truppe, was aber keineswegs seine Leidenschaft für die Gitarre schmälert. Sein eigenwilliger Stil, seine Lebensweisheiten (z.B. das Streben nach Unzufriedenheit: "The day you're satisfied is the day you die.") und seine Moral, dass das Spiel mit der Gitarre ein Kampf ist, den man gewinnen muss, machen ihn zur interessantesten der drei Figuren, da er es geschafft hat, aus sich selbst ein von allen Konventionen losgelöstes Original zu machen. Ein Mann, den das Destruktive juckt, der musikalisch bis zu den Wurzeln des Blues graben will und ihn dann für sich selbst neu erfindet.

"It might get loud" bereitet diese drei Persönlichkeiten in einem angenehmen Mix aus Studio-Konfrontation, Privataufnahmen und altem Archiv-Footage auf und bringt einem das Innenleben dieser Saitenmeister so nah wie es nur wenige Filme tun. Das unbeschwerte Plaudern aus dem Nähkästchen, was natürlich speziell (aber nicht nur!) für Rock-Fans interessant sein dürfte, macht den Reiz von Davis Guggenheim's Doku aus.

Ein ehrlicher und unterhaltsamer Blick hinter die fetten und lauten Sounds ihrer Zeit, nicht durchweg interessant, aber auf jeden Fall gelungen.

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SpiceWeasel

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Sehr schöner Kommentar!


phoenix409

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Danke!
@bradbury: Irgendwie schon, ja, andererseits haben das ja alle...


dbeutner

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Bewertung7.5Sehenswert

Das Schöne an dem Film ist schon, dass die sympathische Besessenheit des Musikmachens wiedergegeben wird. Jimmy Page und The Edge kommen dabei so unaufgeregt rüber, die haben die große Aufregung lange hinter sich, aber haben die (etwas untertrieben) Lust an ihrem Ding nie verloren. Sehr authentisch, sehr sympathisch.

Auf der anderen Seite hält Jack White da nicht mit. Zu jung, zu sehr das Bedürfnis, sich zu profilieren. Das ist schade, gibt es doch mit Sicherheit den einen oder anderen ganz großartigen Gitarristen, der nicht mit solchen Unsicherheiten herum läuft und dennoch zur jungen Generation gehört.

Und auch das Zusammentreffen der Drei hat am Ende keinen so großen Wert. Über weite Strecken beschränkt sich die Doku dann auch auf jeweils einen der Protagonisten. Man erzählt sich einen Absatz hier und dort, als man zusammen sitzt, aber solche Größen einmal zusammenzuwerfen und dann zu erwarten, da kommt bei 1+1+1 mehr als 3 heraus, ist vielleicht auch etwas naiv.

Dennoch eine interessante Doku, die das Thema sicher nicht ausreizt, aber ihre starken Seiten (Saiten) hat...

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dbeutner

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Naja, das tun die beiden anderen (und viele tausend andere Menschen auf der Welt, dazu muss man nicht Profi-Musiker sein) auch, ohne Profilierungssucht.


Maddy87

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Bewertung10.0Herausragend

Was passiert, wenn 3 Gitarristen aus 3 Generationen aufeinander treffen?
- It Might Get Loud!
Von überwältigenden Gitarren-Solos bis hin zu blutigen Fingern ist alles dabei und am Ende fällt es echt schwer zu sagen, wer von den dreien am genialsten war.
Von Jacks und Edges energiegeladener Gitarren-Akrobatik durfte ich mich bereits überzeugen, da ich sie schon live gehört/gesehen habe. Bei Mr. Page bzw. Led Zeppelin wird’s wohl nie der Fall sein, es sei denn ich finde eine Zeitmaschine oder Gewinne im Lotto, so dass ich die übriggebliebenen Mitglieder zu einem Gig „bestechen“ kann ;-)

Auf jeden Fall ist die Doku ein MUSS für jeden Musikliebhaber …weiß noch, dass mir fast das Herz stehen geblieben ist, als „Stairway to Heaven“ ertönte, Gänsehaut pur!

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stuforcedyou

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich als musikalischer Unwissender, der selbst als Luftgitarrist elendig bei „Alle meine Entchen“ versagt hatte mit der Guitar-Doku „It might get loud“ durchaus angenehme 97 Minuten. Die musikalische Besessenheit der drei Rockstars ist spürbar, etwa wenn Jack White mit blutigen Fingern weiter sich und sein Instrument herausfordert und statt mal wieder zu erzählen welche Erfolge Jimmy Page, The Edge und Jack White hatten, konzentriert sich der Film lieber aufs wesentliche: Die Musik, bzw. die E-Gitarre. Das Treffen der drei Rockgrößen ist so ein angenehm leiser Film über die großen Töne.

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mikkean

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Gut erkannt, hier beweihräuchern sich nicht drei Musik-Stars. Hier geht es um die Musik und deren lebensverändernde Wirkung. Ein kleines Meisterstück der Rock-Dokus.


mikkean

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Bewertung9.0Herausragend

Wow, The Edge, Jimmy Page und Jack White treffen aufeinander. Ein Power-Pack aus drei Generationen Gitarren-Musik und mitunter ganz unterschiedlichen musikalischen Ansätzen. Was werden sich diese drei Herren wohl zu sagen haben, welche Tricks werden sie sich oder dem Zuschauer vielleicht verraten? Beim Zuschauen dann eine kleine Ernüchterung. Davis Guggenheim nutzt "It Might Get Loud" nicht zum redseligen Giganten-Treffen, bei dem alle Beteiligten sich selbst in den höchsten Tönen loben. Viel mehr kitzelt der TV-erfahrene Regisseur den Zuschauer bis zu den wichtigeren Gesprächen mit einer Beleuchtung der einzelnen Werdegänge und Erfahrungen seiner Protagonisten. Und lässt Gott sei Dank das unnötige Feedback des Schwadronieren weg. Keine Gerede über die übermenschlichen Höhenflüge von U2 oder Led Zeppelin, nicht viel Avantgarde-Nonsense über Ästhetik und Bühnengehabe. Guggenheim gelingt vielmehr das seltene Kunststück, gleich drei Biografien in einen Film zu packen, indem er die Hauptpersonen einfach nur über das reden lässt, was sie antreibt. Natürlich ist das die Musik, genauer gesagt, das ewig anhaltende Bändigen der Gitarre. The Edge lässt uns teilhaben an seiner Klangforschung, Page zeigt uns auch ohne große Worte, welche Vorbilder ihm den Drive zum Rock oder auch Skiffle gaben. Und White, wie er gar nicht Gitarre spielen wollte und sich dann doch dem Instrument widmete. Das ist selbst für Nicht-Spieler oder Unerfahrene in der Pop-Geschichte interessante genug, denn "It Might Get Loud" lebt von den einfachen Worten und Gesten, die von einem Überhall der Sechs-Saiter erst laut genug in die Welt gerufen werden. Viel lieber lässt man sich davon begeistern, hier doch drei einfache Menschen zu sehen und nicht Rock-Götter. "It Might Get Loud" portraitiert unaufdringlich drei Gitarristen, die ihre Erfahrung und Inspiration erklären und damit selbst in diesem Streifen die Fackel weiterreichen. An jeden, der eine Gitarre besitzt oder spätestens danach zu einer greifen will. Ob das jetzt ein Meisterwerk oder eine Über-Doku ist, bleibt da eigentlich belanglos. Hauptsache, "It Might Get Loud" ist die wahrscheinlich schönste Liebes-Erklärung an die Gitarren-Musik ohne tausendfach jubelndes Publikum und hochtrabende Bilder in ausverkauften Stadien.

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alter.native

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Filmisch bisschen durchwachsen von seinen Qualitäten, aber die drei Typen (drei Generationen) sind schon sehens- und hörenswert mit ihren Geschichten. Was mir über den Film erst richtig aufging, die Kreativität und Klasse von Jack White als jüngstem im Bunde.

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Hennes Bender

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Bewertung6.0Ganz gut

Schade, leider schafft es Guggenheim nicht wirklich die drei Ausnahmegitarristen zusammen zu bringen, bis auf ein bisschen Jamsession auf Proberaumniveau, ein wenig Smalltalk und Archivaufnahmen bietet dieser Film nicht wirklich viel, vor allem nichts neues. Kein schlechtes Machwerk, für Musiker sowieso Pflicht, aber ich hatte mir mehr versprochen. Ich meine, gut: ich bin ja auch BASSIST!

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philcore

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wie heißen nochmal die typen, die mit musikern abhängen? ach ja, bassisten.


nurleben

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Letztes Jahr habe ich Young@Hart gesehen, und das war ein richtig richtig guter Film, deswegen bin ich jetzt mal picky ... :D

Mehr Jamsession!!!, weniger Gelaber und Biografiehintergründe bitte.

Und verdammtnochmal nicht laufend die Songs unterbrechen, spielt die Musik aus!!

Der letzet Song wurde ja echt geradezu vergewaltigt, laufend runtergedreht und reingelabert, wie bei nem schlechten Privatsender. Aaaarg!!!

Das manische Parallelstrangerzählen, wo bei jedem Satz der Erzähler wechselt, nervt irgendwann nur noch.

Die Digitalkameras, mit der die Musiker von der Crew gefilmt wurden, schienen mir nicht gerade sehr hochwertig. Ziemliches Bildrauschen mitunter, das geht gleich bei dne Opening Credits los.

Ach ja, im Großen und ganzen war der Film gut :D:), vor allem wegen der Musiker und ihrer Musik, aber eher trotz des Schnitts und der Dramaturgie.

Am sympatischsten war mir Jimmy Page, der am Anfang total genervt hat und am Ende wie ein guter Freund und eine große Inspiration. The Edge war mir etwas zu zugeknöpft und Jack Whites Arbeitshaltung sowas von zu masochistisch :D, der Kunde jagt wohl immer noch seinem Instantlieblingssong von vor 20 jahren nach und ist dabei viel zu hart mit sich selbst ... Aber humorvoll nonetheless und ich kann ihn auch ein Stück weit verstehen bei seinem Lebenswandel.

Jimmy Page und Led Zeppelin werd ich jetzt auf jeden Fall mal reinhören :).

@Davis Guggenheim: Shut. Up. And listen to the music. A lot. More.

And. Never. Interrupt. A. Jamsession. Song. Ever.

Wäre cool, wenn den Film mal jemand umschneiden würde. Less Banter. More Jamming. :)

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MartinAusBerlin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Für Musiker ist dieser Film Plicht und für Musikinteressierte auf jeden Fall zu empfehlen. Es ist sehr spannend, wie die drei an den jeweiligen Schauplätzen Anekdoten erzählen und über Musik philosophieren. Das Aufeinandertreffen ist auch großartig inszeniert. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr zusammen gespielt hätten. Dann wäre der Film aber vermutlich zu lang geworden.

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Muxi92

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Genau meine Meinung. In den Trailern sieht man sie die ganze Zeit beisammen und im Film sind es dann grade mal ein paar wenige Minuten.



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