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J. Edgar

J. Edgar (2011), US Laufzeit 137 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 19.01.2012


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6.4
Kritiker
28 Bewertungen
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6.5
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2509 Bewertungen
122 Kommentare
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von Clint Eastwood, mit Leonardo DiCaprio und Naomi Watts

Im Biopic der FBI-Legende J. Edgar Hover, verkörpert Leonardo DiCaprio den umstrittenen Charkter und lässt sein Leben revue passieren.

Von vielen wurde er als gefühlloses Monster bezeichnet, anderen hingegen galt er als effektiver Mastermind, der mit der Gründung des FBI die Verbrechensbekämpfung revolutionierte. Die Rede ist von J. Edgar Hoover, und die Wahrheit liegt wie so häufig dazwischen. Clint Eastwood hat dieser prägenden Persönlichkeit nun mit J. Edgar einen Film gewidmet. J. Edgar begleitet Hoover (gespielt von Leonardo DiCaprio) über den Zeitraum mehrerer Dekaden, beginnend 1919 beim 24-jährigen ehrgeizigen Angestellten des Justizministeriums. Nahezu 50 Jahre später sehen wir einen alten J. Edgar, der auf sein ereignisreiches Leben zurückblickt. Dazwischen liegen seine Erfolge als diktatorisch auftretender und zunehmend paranoider Chef des von ihm unter dem Namen FBI (Federal Bureau of Investigation) 1935 gegründeten Dienstes und seine Niederlagen im persönlichen Bereich. Denn J. Edgar ist trotz seines Ruhmes ein einsamer Mensch. Treu ergeben sind ihm lediglich seine Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts) und Clyde Tolson (Armie Hammer), sein engster Mitarbeiter. Zwischen ihm und J. Edgar entwickelt sich eine homoerotische Beziehung, die allerdings nie ausgelebt werden kann. Am Ende bleibt J. Edgar eine fragwürdige Rekapitulation seines Lebens und viel Bitternis.

Hintergrund und Infos zu J. Edgar
2011 ist ein gutes Jahr für verfilmte Biographien, sogenannte Biopics. Zwei schauspielerische Schwergewichte liefern sich dabei ein interessantes Fernduell. Während Meryl Streep in der englischen Produktion Die Eiserne Lady Maggie Thatchers Stimme, Gestus und Impetus auf die Leinwand bringt, verleiht Leonardo DiCaprio unter der Regie von Hollywoodlegende Clint Eastwood J. Edgar Hoovers Manierismen neues Leben. Bereits im Vorfeld erregte J. Edgar viel Aufsehen, da Veteranen des FBI Hoover in der Darstellung seiner sexuellen Orientierung verunglimpft sahen. Trotz der Beschwichtigungsversuche des Drehbuchautoren und LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) rights Aktivisten Dustin Lance Black (Oscar für Milk) blieben die Wogen ungeglättet.
Leonardo DiCaprio mögen diese Kontroversen weitgehend unberührt gelassen haben. Nach Jim Carroll – In den Straßen von New York, Catch Me If You Can und Aviator kann er einmal mehr seiner Vorliebe für filmisch dramatisierte Leben nachgehen. (EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails J. Edgar
Genre
Biopic, Drama
Zeit
1950er Jahre, Vergangenheit
Ort
Vereinigte Staaten von Amerika
Handlung
Akte, Archiv, Beziehung, Egozentrik, Einsamkeit, Ermittlung, FBI, FBI Agent, FBI Zentrale, Geheimdienst, Geheimhalten, Heimliche Homosexualität, Heimliche Liebe, Homoerotik, Homosexualität, Homosexueller, Leidenschaft, Moral, Mutter-Sohn-Beziehung, Muttersöhnchen, Organisierte Kriminalität, Partnerschaft, Regierung, Ruhm, Rückblick, Sehnsucht, Sekretärin, Staat, Staatsanwalt, US-Amerikaner, Unterdrückte Homosexualität, Verbrechen, Verbrechensjäger, Verbrecherjagd, Verfolgung, Verfolgungswahn, Vorbild, Überwachung
Stimmung
Ernst
Verleiher
Warner Bros. Pictures Germany
Produktionsfirma
Imagine Entertainment, Malpaso Productions, Wintergreen Productions

Kritiken (18) — Film: J. Edgar

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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7.5Sehenswert

[...] Es begeistert auch gleichermaßen, wie subtil die Beziehung zwischen Hoover und seinem engsten Vertrauten Clyde Tolson (Armie Hammer) herausgearbeitet wird und „J.Edgar“ nicht zur Rekonstruktion einer staubiger FBI-Chronik macht, sondern vielmehr zur leisen Liebesgeschichte, in der ein Mann Gefangener zweier Welt wird und sich der Homophobie seiner Mutter beugen, den stählernen Glanz des FBI repräsentieren und sich dabei auch noch gegen seine eigenen Gefühle stemmen muss. All das ist vereint natürlich unmöglich, gerade seine Liebe zu Tolson verleiht ihm auch einen zwischenmenschlichen Rückhalt, der Hoover vor der vollkommenen, inneren Einsamkeit und Depression gerettet hat. „J. Edgar“ ist erneut ein reifes Alterswerk Eastwoods, der mal wieder über den eigenen Tellerrand blickt und Hoover nicht nur als Monstrum, sondern auch als emotionalen Menschen zeigt, auch wenn er kein glücklicher war - Aber wer kann das schon von sich behaupten?

Kritik im Original 29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten

Hartigan85

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Joa, als ich damals gelesen hatte, dass Clint Eastwood (!) mit Leonardo diCaprio (!) als Hauptdarsteller einen Film über Hoover dreht, hatte ich schon einen neuen Lieblingsfilm vor Augen...:-)


kobbi88

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So gesehen... japp, große Enttäuschung.


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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5.0Geht so

DiCaprio und das Script geben sich redlich Mühe mehr aus Hoover zu machen, als einen cleveren, machtgeilen Despoten, doch DiCaprios Spiel ist zu hölzern, wirkt aufgesetzt, und das Drehbuch verwässert mehr den Mythos Hoover mit Spekulationen, als ihn zu bestärken oder lebendig wirken zu lassen. Allgemein wirkt „J. Edgar“ äußerst leblos. Eastwoods gewohnt ruhige Inszenierung zelebriert zwar den Mief von klassischen Ledersesseln und Möbelpolitur, die Charaktere bleiben aber blass und die unruhigen Zeitwechsel machen den Film auch nicht runder, sondern mehr flatterig. Es ist der interessanten Historie rund um Hoover zu verdanken, dass Eastwoods „J. Edgar“ noch wirklich sehenswerte Momente besitzt und nicht im polierten Sumpf seiner eigenen Selbstverliebtheit untergeht.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

stuforcedyou

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Dem stimme ich zu, beweisen muss er nichts mehr.


SoulReaver

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DiCaprio ist genial. :)


Dietmar Kesten: Filmmag.de

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7.0Sehenswert

Clint Eastwood inszeniert gediegen, gradlinig und verknüpft die wichtigen Stationen Hoovers mit dem politischen Bild seiner Zeit. Das ist spannend erzählt, vielleicht etwas zu milde, aber doch stets erstaunlich faktenreich.

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Franz Everschor: Filmdienst Franz Everschor: Filmdienst

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8.5Ausgezeichnet

Die Balance, die Eastwoods wieder einmal höchst unaufwändige, aber präzise Inszenierung erreicht, hält das Interesse des Zuschauers auch über mehr als zwei Stunden wach und bewirkt eine ganz erstaunliche Faszination für J. Edgar, die keinen Anflug von Bewunderung, aber auch keine Verachtung aufkommen lässt.

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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

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8.5Ausgezeichnet

Ohnehin versteht es Eastwood nahezu perfekt, seinen Film nicht nur ein emotionales Biopic und klassisches Erzählkino sein zu lassen; vielmehr ist "J. Edgar" auch ein spannender Streifzug durch fünf Jahrzehnte US-amerikanische Geschichte. Die erste Weltwirtschaftskrise, die Gründung des FBI, die Weltkriege, die kommunistische Gefahr, die schwarze Bürgerbewegung, die Ermordung Kennedys – das alles spricht Clint Eastwood an, ohne dabei geschwätzig oder gar selbstzweckaft zu werden. Natürlich merkt man dem Film die eine oder andere Länge an, aber allein für DiCaprio und noch mehr für Armie Hammer sollte man sein Sitzfleisch trainieren. Nicht nur ihr Makeup ist Oscar-verdächtig, sondern vor allem Armie Hammers Performance, die für Gänsehaut sorgt. "J. Edgar" ist Eastwood-Kino, wie man es kennt und liebt. Sein Film ist keine Abrechnung mit J. Edgar Hoover, aber auch keine Verehrung. "J. Edgar", in kühle, manchmal gar triste Töne getaucht, ist ein nüchternes filmisches Denkmal für einen Mann, der in seiner ganz eigene Welt lebte. Eine Welt, in der wohl nur ganz wenige hätten Leben wollen.

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Filmering: Filmering.at

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7.0Sehenswert

Wie man es auf Grund des Kreativteams erwarten konnte, gibt sich J. Edgar rein handwerklich keinerlei Blöße. Clint Eastwood sorgt mit seiner stilsicheren und subtilen Inszenierung für eine stimmige Atmosphäre, Leonardo DiCaprio spielt herausragend und das Drehbuch von Oscarpreisträger Dustin Lance Black ist sehr umsichtig und spannend. Aber trotz diesen Qualitäten fehlt J. Edgar schlicht das gewisse Etwas um ihn wirklich herausragend zu machen. Der Film ist schon fast zu gemütlich, zu ruhig und zu trocken, als dass er emotional wirklich funktionieren könnte und man wird auch das Gefühl nicht los, dass viele Episoden nur angerissen wurden und man als Zuseher einiges versäumt hat. Dennoch: J. Edgar ist ein sehenswerter Film - nur sollte man sich bewusst sein, dass es eher ein Film ist den man respektiert, als ein Film in den man sich wirklich verliebt.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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7.0Sehenswert

Lieber hätte sie einen toten Sohn, als einen Narziss, eröffnet Judi Dench ihrem John Edgar mit versteinerter Miene. Was die Mutter dem künftigen FBI-Ermittlerguru in diesem, vielleicht dem schrecklichsten Moment von "J. Edgar" rhetorisch verkleidet raten möchte, ist nicht weniger als ein Leben im Duckmäusertum. Die nach wie vor nur vermutete Homosexualität des FBI-Begründers rückt in der Kinoadaption seines Schaffenswerkes ins Zentrum aller Geschehnisse. Wider Erwarten erzählt Clint Eastwood keine faktenorientierte Politik-, sondern eine sanftmütige Liebesgeschichte. Zwischen J. Edgar Hoover und seinem engsten Vertrauten, dem Anwalt und Berater Clyde Tolson. [...]

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Quills

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Puh...nach deiner Scheißkritik zu "Der Gott des Gemetzels" bin ich froh, diese Worte hier zu lesen.

Gute Kritik, danke dafür!


Oceanic6: CinemaForever

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7.0Sehenswert

[...] "J. Edgar" ist ein zu Teilen saustarkes Portrait, welches durchaus das Zeug zum Meisterwerk gehabt hätte. Ein wenig mehr hätte man noch auf die historischen Geschehnisse eingehen und dafür das Privatleben kürzer halten können. Das teils sehr schwächelnde Skript wird durch DiCaprios brillante Darstellung mehr als nur ausgeglichen, denn es macht einfach Spass ihm beim Schauspielen zuzusehen. Bleibt letztendlich nur noch zu verkünden: Yay, Clint Eastwood hat es doch noch drauf.

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 17 Antworten

SoulReaver

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Oder eben nur anfassen und nicht...Ach, das führt zu weit. Nilso wird schon wissen wer hier halbschwul und wer nicht halbschwul ist :)


CarrionFairy

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nur anfassen - das ist trockenschwul. denke ich jedenfalls


Volker Mazassek: programmkino.de Volker Mazassek: programmkino.de

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7.0Sehenswert

Eastwood nennt sein Porträt „eine Charakterstudie“ und stellt dementsprechend die Beziehungen Hoovers zu seinem persönlichen Umfeld, seinen Mitarbeitern und Vorgesetzten in den Vordergrund. Das ebenso Reizvolle wie Schwierige dabei ist, dass man darüber wenig weiß und auch die umfangreichen Recherchen des Drehbuchautors kaum Neues zutage fördern, weshalb sich J. Edgar, wenn auch dezent, immer mal im Spekulativen bewegt.

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Christian Wolf: outnow.ch Christian Wolf: outnow.ch

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8.0Ausgezeichnet

J. Edgar ist hochstehendes Kino über das Leben des legendären FBI-Masterminds. Das ambitionierte Cast, allen voran die preisverdächtige Performance von Leonardo DiCaprio, sowie die detailgetreue Inszenierung von Clint Eastwood machen das Drama zu einer langen aber unterhaltsamen Filmbiografie.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.0Sehenswert

Mehr Brokeback Hoover als Milk, liefert Eastwoods Film dennoch gerade für Nicht-Amerikaner einige spannende (wenn auch z.T. etwas spekulative) Einblicke ins Leben des FBI-Gründers. Blacks Script bemüht sich dabei um Fairness, verschweigt nicht Hoovers paranoiden Kommunistenhass, seine Minderwertigkeitskomplexe und die schwierige Beziehung zur dominanten Mutter, zollt ihm aber gleichzeitig auch Respekt für die Einführung echter wissenschaftlicher Ermittlungsmethoden, die die Polizeiarbeit revolutioniert haben.
DiCaprio funktioniert dabei überraschend gut in der Rolle, bringt die verklemmte Ambivalenz Hoovers gut auf den Punkt. Armie Hammer als sein Assistent/de facto Geliebter ist ebenfalls nicht schlecht, was beiden zu schaffen macht ist das zentimeterdicke Alters-Make-up, dass nicht gerade zu den besten seiner Art gehört und in vielen Szenen sehr deutlich als solches erkennbar ist. Gerade Hammer tut sich schwer damit, gegen die Latexschichten anzuspielen und neigt dann dazu mehr zu machen, als nötig wäre. Zudem hat Hoovers Leben das Problem, dass es auf keinen klaren Höhepunkt zulief und auch der Film, trotz einiger Kunstgriffe, auf demselben Spannungsniveau dahinplätschert. Das ist durchaus interessant aus geschichtlicher Sicht, reisst emotional aber nur bedingt mit und hat auf die volle Laufzeit gesehen schon einige Durchhänger.
Es bleibt dennoch eine faszinierende Biographie, in der DiCaprio sich einmal mehr als vielseitiger Darsteller beweisen kann, auch wenn es schwer bleibt nachzuvollziehen, worin genau der Charme des J. Edgar bestanden hat.

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Roger Moore: Orlando Sentinel Roger Moore: Orlando Sentinel

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5.0Geht so

Clint Eastwoods J. Edgar ist eine holprige Fehleinschätzung, eine gemächliche und plumpe Version des verstorbenen F.B.I.- Gründers J. Edgar Hoover, dessen Leben und Karriere hier durch die Linse seiner angeblichen Homosexualität betrachtet werden. Obwohl der Drehbuchautor von Milk aus Hoovers Erfolgen und egomanischen Exzessen keine Schwulen-Fantasie gemacht, gibt es in J. Edgar doch mehr unfreiwillige Komik als in irgendeinem anderen Historien Drama seit Oliver Stones Alexander.

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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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9.0Herausragend

Als historisches Biopic ist J. Edgar meisterhaft gelungen. Nur wenige Filme schaffen es, so stimmig sieben Jahrzehnte zu umfassen. Die Sets, Requisiten, Details - alles wirkt unangestrengt und stimmig. Ganz zu schweigen davon, wie gut es Eastwood schafft, all die Nebenrollen sinnvoll einzusetzen (von denen einige Berühmtheiten darstellen).

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Mick Lasalle: San Francisco Chronicle Mick Lasalle: San Francisco Chronicle

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5.0Geht so

J. Edgar geht davon aus, dass Hoovers Härte und Paranoia und alle Taten, die mit diesen Charaktereigenschaften einher gehen, in seiner unterdrückten Homosexualität begründet liegen. Doch diese Lösung erscheint reichlich dünn und nimmt Hoover zu sehr in Schutz. Trotzdem ist es sicherlich interessant, dass J. Edgars düsteres und bedrohliches Weltbild im Grunde das Widerspiegelt, was der Mann unbewusst in sich selbst gesehen hat.

Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Rex Reed: The New York Observer Rex Reed: The New York Observer

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5.0Geht so

Unfähig oder unwillig Dinge aus dem Privatleben von J. Edgar zu erzählen, die den Film interessant gemacht hätten, bleibt der Film viel zu zäh für die gewählte Sichtweise auf den historischen Charakter. Die erzählerische Zurückhaltung gegenüber einem mit diabolischen Konflikten beladenen Despoten, während gleichzeitig versucht wird, eine mehrdeutige Athmosphäre zu schaffen, ist eines der Hauptprobleme von J. Edgar, der viel Fakten aber nur wenig Dramatik bietet.

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Todd McCarthy: Hollywood Reporter Todd McCarthy: Hollywood Reporter

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8.0Ausgezeichnet

Als Drama startet J. Edgar etwas holprig, da zu viele Figuren eingeführt werden und ständig zwischen 1919 und den 1960er gesprungen wird, wobei Hoovers Kommentar versucht, alles zusammen zu halten. Auch DiCaprios wechselnde Erscheinung ist gewöhnungsbedürftig: während das Alters-Make up zuerst nervtötend schlecht ist, blickt der Zuschauer irgendwann hindurch auf den Schauspieler, der in den mittleren und späten Lebensabschnitt die überzeugendeste Leistung abliefert.

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Joe Morgenstern: Wall Street Journal Joe Morgenstern: Wall Street Journal

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2.0Ärgerlich

Legendäre Macht und ihr Missbrauch bieten immer eine Menge Potential für ein gutes Drama - doch es kommt darauf an, wie die Geschichte erzählt wird. Diesem Versuch, Hoovers Geschichte zu erzählen, fehlt es nicht an Ambitionioniertheit, sondern an Kompetenz. Selbst wenn die persönliche Seite von J. Edgar akzentuierter und lebhafter wäre, käme die historisch verbürgte Seite - teilweise satirsch übersteigert, teilweise objektiv dargestellt - schlecht durchdacht daher.

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J. Hoberman: Village Voice J. Hoberman: Village Voice

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8.0Ausgezeichnet

Dank seines eigenen Prominenten-Status gelingt es DiCaprio, Eastwoods Idee von Hoover als Star seiner Zeit [...] zu transportieren - selbst die ungewisse Sexualität von J. Edgar, die für Eastwood und seinem Autor Dustin Lance Black eine wichtige Rolle spielt, wird überzeugend dargestellt.

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Kommentare (104) — Film: J. Edgar


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MaceWindu1998

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Bewertung7.5Sehenswert

Wenn ich ein Fazit nach 90 Minuten ziehen müsste, dann würden in meiner Bewertung mindestens 9 Punkte stehen. Der Aufstieg von Edgar Hoover ist unglaublich spannend erzählt, und nach 90 Minuten hätte es mir nichts ausgemacht, wenn der Film noch 4 Stunden länger gehen würde!
Doch in dem letzten Drittel wird kein Blick mehr auf das Berufsleben von Edgar geworfen. Jetzt erfährt man viel über sein Privatleben. Und das hat mich wirklich unheimlich gelangweilt! Wenn man eine Biograpie dreht, dann sollte man nicht versuchen, einen Umschwung vom Beruf auf das Provatleben machen! Besser wäre eine Mischung gewesen, aber so hatten mich 2 Drittel des Films gefesselt, und das letzte einfach nur gelangweilt!

Leonardo DiCaprio spielt super! Meiner Meinung nach sieht man ihn hier in seiner besten Rolle! Naomi Watts hat leider viel zu wenig Screentime, aber sie gefällt mir sehr gut in ihrer Rolle als Hoover's Sekretärin. Armie Hammer macht das hier auch toll, doch an DiCaprio's Leistung kommt er nicht ran.
Ach ja, bin ich der einzige, der eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen DiCaprio als alten Hoover und dem Schauspieler Philip Seymour Hoffman sieht?

Auch ein Riesenkompliment an die Maske! Dass die Schauspieler sich als junge und als alte Personen spielen, hab ich in noch keinem Film gesehen!

Doch waas mir überhaupt nicht gefällt, und was letztendlich zu meiner Wertung führt, ist, das Eastwood es so aussehen lässt, als ob Hoover homosexuell war. Das wurde nie bestätigt, es ist nur ein Gerücht. Und Eastwood scheint es zu glauben ...

Fazit:
Super interessante Geschichte des Aufstiegs, doch das Eastwood Dinge hineininterpretiert, die nicht sicher sind, lässt den Film ziemlich tief fallen!

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MaceWindu1998

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Wenn du ihn im hohen alter meinst ... dann kann ich dir schon zustimmen, der sah etwas aus wie ein Roboter


kobbi88

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Ja, das meinte ich ;)


cpt. chaos

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Bewertung5.0Geht so

J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio – maskenbildnerisch top!), der selbsternannte Verbrechensbekämpfer der amerikanischen Nation, welcher fast fünf Jahrzehnte sein Unwesen treiben durfte, lässt seine Memoiren schreiben. Der Filmstoff bietet unbestritten eine erzählenswerte Geschichte, nur wird diese von Clint Eastwood - der es eindeutig besser kann - zu staubtrocken vorgetragen, um als Zuschauer auch mal zur Abwechslung vom Geschehen gefesselt zu sein, und das, trotz des Mitwirkens von DiCaprio! Stattdessen wird man im Grunde die ganze Zeit über auf Distanz gehalten. Wirklich äußerst schade!

Eine Biopic, die man sich sicherlich mal ansehen kann, aber leider nicht zwingend sehenswert ist!

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vanilla

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völlig richtig. War zutieft enttäuscht von DiCaprio + Eastwood:-(


cpt. chaos

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Bei dem Gespann hätte bedeutend mehr rumkommen müssen!


Moviegod

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Bewertung7.5Sehenswert

Eine Biografie über J. Edgar Hoover mit DiCaprio in der Hauptrolle und von Clint Eastwood insziniert. Die Erwartungen an diesen Film waren sehr hoch. Und leider wurden viele von ihm enttäuscht. Sicher, der Film ist oft trocken und arbeitet die wichtigsten Punkte von Hoovers Lebensgeschichte hintereinander ab. Doch was Leo hier für eine Leistung abliefert, ist einfach wieder genial. Sogar zum Schluss in der gewöhnungsbedürftigen Maske hat er mich völlig als Hoover gepackt. Die Ausstattung und Optik sind auch sehr gut und glaubhaft. Dass der Film bei den wichtigen Awards nicht beachtet wurde ist daher wirklich schade.

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BattlemasterIZ

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wieder mal ein richtig gutes Biopic, mit einer gut ausgearbeiteten Handlung über das Leben des J. Edgar. Regisseur Clint Eastwood hat sich hierbei entschieden, das die Geschichte nicht ganz chronologisch erzählt wird, was mir sehr gut gefallen hat. Hiermit sind wunderbare Schnitte gelungen. Wie ich erwartet habe, zeigt Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio mit starker Authentizität eine gewaltige Leistung, der den "Schöpfer" des FBI´s stark verkörpert. Das Lebensbild dieser Figur ist im großen und ganzen gut Gelungen. Toll eingebunden sind zudem die Nebenfiguren. Hierbei zur Seite standen ihm Armie Hammer als Clyde Tolson, enger Freund und der größte seiner Gehilfen, Naomi Watts als seine persönliche Assistentin Helen Gandy und Judi Dench als Mutter. Der Verstand oder auch die Gier hält oft die Gefühle in Schach. Dieses macht sich auch in diesem Film bemerkbar, man kann sich auch streiten ob Clint Eastwood in diesem Bezug auf die wirkliche Realität des J. Edgar Hoover trifft. Dieser wollte nicht nur organisiert gegen Verbrecher vorgehen, und sie einfangen. Er wollte zudem auch in der Hierarchie ganz oben stehen, mehr Anerkennung und mehr Anklang finden. Sowie er hoch gelobt wurde, wurde er auch heftig kritisiert. Gerade jetzt wieder zeigt doch der NSA-Abhörskandal wies in der Welt zugeht. Auch Edgar lies viele Personen abhören, und ich glaube auch nicht nur zum "guten zweck" gegen das Verbrechen. Auch als Erpresser oder Rassist wurde er von vielen abserviert. Ich finde der Film wirft kein neues oder falsches Licht über diesen Menschen, sondern etwas mehr auf die Persönlichkeit, der Liebe und der Gefühle dieses Mannes. Ob man ihn nun Bewundert oder Verachtet, das bleibt jedem selber zu überlassen. Bewundernswert finde ich auf jeden Fall den Film, der von den Darstellern, der guten Maskenarbeit, dem Technischen Schnitt, den Bildern des Kameramanns und der tollen Inszenierung lebt.

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cronic

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine sehr gute Biografie Verfilmung, allerdings nicht so spannend inszeniert wie erwartet. Tolle Schauspielerleistung von Di Caprio

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Line3105

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Bewertung7.5Sehenswert

Auf diesen Film freute ich mich schon sehr lange. Zum Einen weil der Regisseur kein geringerer als Clint Eastwood ist und zum Anderen weil ich Biographien total gerne mag. Natürlich auch schon allein der Name Leonardo Dicaprio große Erwartungen hervor. Er dreht ja ausschließlich Filme mit sorgfältig ausgesuchten Rollen. Bisher wurde ich jedenfalls nie enttäuscht!

Jetzt aber zum Film: Das Interessante daran ist ja die Tatsache, dass man über die Persönlichkeit J. Edgar Hoovers nicht viel weiß. Klar man weiß schon, dass er der Gründer des FBI war und daher immer automatisch mit geschichtlichen Bösewichten wie John Dillinger, Al Capone usw. in Verbindung gebracht wird. Aber was weiß man noch?

Der Film gibt einen tiefen Einblick in die Seele des genialen Mannes. Viele Dinge schockieren den Zuschauer. Zum Beispeil, dass er eine Vorliebe für das männliche Geschlecht hatte und nicht immer ganz ehrlich gegenüber der Öffentlichkeit war. Es wurde immer so dargestellt als ob er allein der Held des FBI war, der an allen Orten gleichzeitig war und etliche Bösewichte festgenommen hat… dem war in Wirklichkeit nicht ganz so.

Clint Eastwood zeigt hier eine interessante Facette des mächtigen Mannes, jedoch gelingt es ihm nicht einen wirklich gut dramatisch und fesselnden Film zu präsentieren. Oftmals wirkt es etwas lieblos. Als wenn es einzig eine Aneinanderreihung von Geschehnissen darstellen soll.
Keine Frage, die schauspielerische Leistung von Mr. Dicaprio ist super – wie immer.
Aber er kann in dieser Rolle nicht wirklich hervorstechen.

Langsam beginne ich zu verstehen warum dieser Film bei der Oscar-Verleihung in keinster Weise berücksichtigt wurde.

Fazit: Kann man sich mal anschauen. Ist auch nicht schlecht – aber nichts Besonderes! Schade :-(

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Jan Terzky

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein erstaunlicher Film! Eastwood hat sich da viel vorgenommen, denn die Person J. Edgar Hoover ist einerseits ein Mythos des amerikanischen Traums, wie sie für andere eine Reinkarnation des Teufels als FBI-Direktor ist. Eigentlich ist es nicht so schwer zu verstehen, dass ein übermäßig ehrgeiziger Muttersohn mit einer etwas verklemmten sexuellen Orientierung gleichzeitig ein Visionär und Spitzenbeamter mit enormer Schaffenskraft ist. Das ist eben das Leben! Es gibt nicht immer Schwarz oder Weiß, manches ist eben viel komplizierter. Es ehrt Clint Eastwood, der ein überzeugter amerikanischer Patriot ist, dass er keineswegs einseitig eine glorreiche Vita beschreibt, sondern die Schattenseiten ebenfalls prominent darstellt. Aber das hat er ja bereits in seinen "Iwo Jima"-Filmen gezeigt, dass er nicht auf die Guten und die Bösen reduziert, sondern beide Seiten differenziert zeichnet. Beim Stichwort "differenziert zeichnen": Clint, der oft als Ober-Macho bezeichnet wird, schafft am Schluss wirklich rührende Szenen, wenn die alten Kämpen Hoover und Tolson wie ein altes Ehepaar frühstücken, schnell wechselnd zwischen inniger Fürsorge und zänkischer Rechthaberei.
Leonardo DiCaprio hat sich bereits mehrfach nach ersten Versuchen als französischer König oder als Hochstapler besonders durch seine Performance als Aviator an das Biopic-Genre gewagt. Hier hat er wieder beweisen, wie großartig seine Schauspielkunst ist, welche Bandbreite er abzudecken vermag. Da hoffe ich noch auf viele andere Rollen in der Zukunft für weiteres filmisches Vergnügen. Naomi Watts und Armie Hammer geben eine gute Vorstellung in den beiden herausragenden "Nebenrollen", erstere jetzt wohl auf dem Zenit ihrer Karriere (als britische Prinzessin), letzterer am Anfang (als künftiger Illya Kuryakin).
Es hat mich auch einiges gestört: So brauchte ich geraume Zeit, um bei den Sprüngen zwischen den Zeiten mich zu orientieren, in welcher Dekade ich gerade bin und worum es sich dreht. Rückblenden sind natürlich in diesem Genre üblich, aber teilweise fühlte ich mich wie in den surrealistischen Szenen der "Handschrift von Saragossa". Diesen Film fand ich trotzdem oder gerade deswegen acht Sterne wert, so auch jetzt die Lebensgeschichte von J. Edgar Hoover.

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Frankie Dunn

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Bewertung4.5Uninteressant

So kann man einen Mythos natürlich auch zerstören; ohne groß in politische Themen einzutauchen. Statt eines geheimnisvollen paranoiden FBI-Gründers mit geheimen Akten über einen großen Teil der amerikanischen Prominenz sehe ich jetzt nur noch das soziopathische Muttersöhnchen, das sein Leben mit der Jagd nach Anerkennung, mit der Liebe zu seiner Mutter und mit der Liebe zu seinem Mitarbeiter Clyde verbracht hat. Die zerstörerischste Mutter-Sohn-Beziehung seit Psycho, vermischt mit einer (speziell gegen Ende des Films) dicken Spur Christopher Street Day.

Diese Konzentration auf den Menschen Hoover ist unangebracht, bieten die historisch-politischen Ereignisse doch genügend Potential für einen wirklich spannenden Politthriller. Stattdessen bekommen wir Rechtfertigungen/Erklärungen für Hoovers Entscheidungen serviert bzw. erleben, wie er zur Witzfigur verkommt. Dazu bekommt er auch noch einen Tod voller Pathos (und unfreiwilliger Komik) sowie nette Sätze über die Bedeutung der Liebe und der Freiheit des Einzelnen in den Mund gelegt. Ob Hoover nun der Held war, zu dem er sich selbst stilisiert hat, nur die soziopathische Witzfigur in Frauenkleidern, oder beides zugleich interessiert mich nicht. Von über 2 Stunden Laufzeit beschäftigen sich vielleicht 30 Minuten mit Politikgeschichte. Diese Aspekte waren und sind interessant. Den Rest kann man sich schenken. Einerseits schmeichelt dieser Film der historischen Figur, andererseits dringt er mit voyeuristischem Blick in Bereiche, in die er sich nicht hineinbewegen müsste. Nichts gegen einen Film, der unterschiedliche Aspekte seiner Hauptfigur beleuchtet, ein komplettes Portrait bietet, aber wie immer ist das wie entscheidend. Ein Portrait sieht für mich ganz einfach anders aus als das hier. Dies ist eine schmierig-kitschige RomDram. Ich unterstelle, dass Eastwood hier nicht im Ansatz das Feuer hatte, das man in seinen Meisterwerken von der ersten Sekunde an spürt. Dies ist eine Arbeit für Hollywood. Der Score unterstreicht diese Unterstellung. Mit meiner Bewertung schmeichle ich dem Film noch, da ich das historisch-politische Thema einfach sehr interessant finde, es keine thematische Alternative gibt, und da DiCaprio/Eastwood zumindest für handwerkliche Qualität sorgen. 4.5

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brainchild

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Sehr nachvollziehbar! :)


LivingDead

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Erstaunliches Biopic, welches weniger durch ausgefeilte Masken oder sonstige Spielereien auffällt, sondern durch eine treffsichere Fixierung auf die Person Hoovers, ohne jedoch dessen Wirken auf politischer Ebene aus den Augen zu verlieren. Eastwood bleibt inszenatorisch weitgehend zurückhaltend, lässt die Darsteller für sich arbeiten und setzt sein filmisches Schaffen ganz in der Tradition eines "Million Dollar Baby" oder "Mystic River" fort. Dass er dabei auch durchaus umstrittene Themen, wie die Homosexualität der Titelperson, in den Mittelpunkt rückt, ist nur konsequent.

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Amlor

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Bewertung7.5Sehenswert

Die richtigen Worte zu diesem Film zu finden, ist ähnlich schwierig, wie das Betrachten von selbigen.
Der Film verfolgt mehrere Zeitstränge, in denen immer wieder hin und her gesprungen wird. Ohne Angabe von Zeit und Ort liegt hier die erste Herausforderung bei diesem Film, was aber bei intensiverer Betrachtung trotzdem noch gelingen mag. Auch will man diesem Film eine höhere Aufmerksamkeit schenken, denn es ist schon interessant und ansprechend umgesetzt. Wie viel von diesem wahr oder falsch ist, vermag ich nicht zu sagen und einige fiktionale Elemente werden im Abspann auch indirekt eingestanden, einen recht hohen Wahrheitsgehalt kann man aber schon attestieren.
Schauspielerisch geht es kaum besser. Inzwischen stellt sich mir die Frage, welche Rolle DiCaprio nicht spielen kann. Wieder mal trifft er genau die Grenze, um geistige Handycaps - in diesem Fall Narzismus und Paranoia in ihrer Intensität realistisch und eben nicht überzogen darzustellen.
Der Film setzt auf einen hohen Anspruch und kann bei fehlendem Interesse extrem ermüdend rüber kommen. Leute, die ein Drama mit einem Skandal erwarten werden sicher enttäuscht und können wohl nur wegen der schauspielerischen Darbietung 2-4 Punkte vergeben. Personen, die sich historisch informieren wollen oder auf mehrschichtige Aspekte wert legen und mit den Zeitsprüngen kein Problem haben, werden schnell auf 7-9 Punkte kommen und 2 unterhaltsame Stunden haben.

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LowRidah

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Bewertung5.5Geht so

Den Schauspielern und dem Film selbst kann man definitiv nichts vorwerfen, besser hätte es nicht gemacht werden können. Jedoch ist so ein kleines Drama nicht mein Typ von Film, daher die "niedrige" Bewertung.

Für Dramenliebhaber jedoch ein absulutes Muss!! (so wie ich das als Ausenstehender beurteilen kann ;) )

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TinaCocaine

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Bewertung4.0Uninteressant

Hervorragend in Inszenierung und Darstellung, missglückt in Maske und Spannungsaufbau. Ich mag ja gerne Filme, von denen man etwas lernen kann, aber bei "J.Edgar" hatte ich das Gefühl, dass eine spannende Story über einen sehr interessanten Mann einfach so daher plätschert. Oftmals habe ich mich gelangweilt, habe unüberwindbare Längen vorgefunden und war schwer enttäuscht von der Visagistin oder dem Visagisten. Leonardo DiCaprio, der einer meiner absoluten Lieblingsdarsteller ist, bringt etwas Schwung in den tristen Streifen, schafft es aber leider auch nicht, den Film so hoch zu ziehen, dass er mir gefallen würde. Zudem hatte ich keine Chance, mich auf die Charaktere einzulassen, mir missfällt die Thematik etwas und die Erzählweise ist nicht mein Fall. Ohne Leo hätte es vielleicht 2 Punkte von mir gegeben...

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Dady

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film hätte doch bestimmt auch mal locker 4 Stunden gehen können soviel wie über Hoover zu erzählen sein muss. Doch etwas mehr als 2 Stunden haben auch ausgereicht um einen der bekanntesten aber auch umstrittensten Menschen des 20. Jahrhunderts ein filmisches Denkmal zu setzen.
Das ist mit Sicherheit nicht Eastwood´s beste Arbeit aber sie kann sich trotzdem sehen lassen. Denn schon allein Leonardo DiCaprio macht seine Sache sehr überzeugend. Er schafft es ein optisch zwar etwas fülligeres aber trotzdem realistisches Bild vom Boss des FBI zu erzeugen. Besonders positiv ist mir auch die Leistung von Armie Hammer aufgefallen den ich vorher nur aus "The Social Network" kannte.
Ich muss mich langsam als Fan solcher Biopics bezeichnen, denn irgendwie interessieren mich solch besondere Einzelschicksale immer mehr!!

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jacker

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Bewertung6.0Ganz gut

Die Biopics...
Sie sind immer genau dann interessant, wenn sie sich nicht nur auf die historischen Pfeiler eines Lebens fokussieren (die man allesamt in der Wikipedia nachlesen kann) sondern andere, interessantere, menschlichere Aspekte der portraitierten Person behandeln (z.B. wie zuletzt in IRON LADY, der durch die visuell überzeugende Abhandlung von Altersdemenz erst interessant wurde).

Und aus dieser Aussage heraus behaupte ich ganz frech, dass Eastwood in J. EDGAR die falschen Schwerpunkte gesetzt hat. Wie viel über das (private) Leben des 'mächtigsten Mann der Welt' überhaupt bekannt ist weiß ich nicht (und mein Interesse wurde nicht genug geweckt um es zu recherchieren), doch immerhin wurden gewisse (aus filmischer Sicht) interessante Charakterzüge und Handlungsmuster immer wieder zaghaft angedeutet. Eine Nummer offensichtlicher hält der Film es mit Anspielungen über unterdrückte Homosexualität (oder doch einen Ödipuskonflikt? Oder gar die Kollision der zwei?). Potential wäre also offensichtlich für einen tieferen Blick in den Kopf von Herrn Hoover da gewesen. Aufgrund meines Unwissens über diesen, steht die Frage im Raum ob das alles rein spekulativ (und aus diesem Grund nur angedeutet) ist, oder ob Eastwood bewusst die Entstehungsgeschichte des FBIs, Edgar's Kampf gegen die Kräfte von oben/außen und die (umstrittene?) Aufklärung der Lindebergh-Entführung (die sein Bureau endgültig zur anerkannten Institution werden lies) in den Vordergrund gerückt hat.

Fakt ist: Er hat es getan und das alles sind Themenkomplexe, die ich mir genauso gut in einer Doku hätte kredenzen können - was wahrscheinlich aus der Sicht historischer/politischer Bildung sogar mehr Sinn gemacht hätte (mich allerdings eine starke DiCaprio-Performance verpassen lassen würde). Wer DIE PERSON John Egdar Hoover war, das weiß ich immer noch nicht. Ich weiß, dass er vielleicht sein Leben als falsche Fassade gestalten musste, ich weiß dass er einen ausgeprägten Hass auf Kommunisten hatte, ich weiß dass er seine eigene Vergangenheit wohl sehr glorifiziert hat. Aber wer er war?

Im Vorfeld hatte ich zudem kurz meine Zweifel ob ein (seit kurzem bewiesenermaßen dokumentiert) Erzkonservativer Stinkstiefel wie Eastwood der richtige ist, um so extrem pro-amerikanischen Stoff, wie die Geschichte des FBIs (incl. dem Kampf gegen die 'Bolschewiken' aus der Anfangszeit) zu verfilmen. Allerdings wird bei genauerer Überlegung klar, dass er in seinen vorherigen Filmen immer als Finale Moral die Abkehr von Vorurteilen auf der Flagge stehen hatte. Und auch hier kann ich nun sagen: Sorge unbegründet, J. EDGAR ist sehr neutral und ohne Meinungsmache inszeniert.

Stichwort Inszenierung: Da liegen die stärken des Films. Auch wenn inhaltlich mehr drin gelegen hätte, formell macht der alte Clint alles richtig. Die Kulissen sehen authentisch aus, die Maske ist wirklich stark und das Erzähltempo braucht zwar etwas Anlauf, kommt dann jedoch gut in Fahrt. Getragen wird das ganze vom Duo DiCaprio/Hammer, die allerdings nur Screentimebedingt dominieren (auch der restliche Cast spielt spitze).

Im Endeffekt: Was das FBI betrifft sicher dünner als eine fundierte Doku, was die Person betrifft zu dünn für einen wirklich guten Film. Aber hübsch anzusehen (die relativ schlechte DVD-Bildqualität mal außer Acht gelassen).

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niklas.nier.7

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Bewertung6.5Ganz gut

Vor allem die, leider etwas rar gesäten, Rückblicke bei J. Edgar sind die wahren Highlights des Films. Ansonsten beleuchtet das Biopic um den ehemaligen FBI-Direktor die kriminalistischen Arbeitsweisen auf zähe Art und Weise, was dem Film einige Längen beschert.

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DieFilmguckerin

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Bewertung4.0Uninteressant

Mal abgesehen davon, dass Leonardo DiCaprio als alter Hoover aussieht wie eine unheimliche Wachspuppe mit fremdem Gesicht, ist der Film streckenweise extrem langweilig und gibt ein äußerst zweifelhaftes und strittiges Bild von J. Edgar Hoover als ehrgeizigen, ödipalen und letztendlich homosexuellen Tyrann und Geheimniswahrer. An DiCaprio ist schaulspieltechnisch wie immer nichts auszusetzen, er überzeugt vor allem als junger Hoover, dessen Passagen immerhin noch stellenweise interessant sind.

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movie.critic

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Bewertung5.5Geht so

Zu Recht kein großer Erfolg gewesen!
Spannung scheint dieser Film gar nicht zu kennen.
In dieses Projekt haben DiCaprio und Eastwood vergebens investiert.
Die Rolle passt einfach nicht zu Leonardo DiCaprio.

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dilan.or.5

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich habe den Film seit längerem fertig gesehen und ich muss sagen, dass ich Clint Eastwood nicht so ein menschliches Biopic zugetraut hätte.
Leo ist gewohnt souverän und der gesamte Film wirkt stimmig.
Das man sich wie oben schon erwähnt eher auf "menschliche Pfade" der Darstellung begeben hat, anstatt den Fokus auf die FBI-Struktur zu legen, finde ich persönlich konsequent passend zum Titel. :)

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AceVentura

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Bewertung2.0Ärgerlich

Ich mag Leo, nur war dieser Film eine reine Qual. Für mich war es Zeitverschwendung, auch wenn man was über den Edgar lernen konnte.

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ElMagico

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein bißchen scheint "J. Edgar" die sicherste Option für Clint Eastwood gewesen zu sein, nachdem der Vorgänger "Hereafter" doch sehr krtisch aufgenommen wurde. "Herr Eastwood, Mund abwischen und weitermachen...aber bitte mit der gewohnten Klasse!" gab ich ihm damals in meinem Kommentar zu eben jenem Film mit auf den Weg, was aber leider wohl ungehört blieb. Eastwood macht es sich wieder auf dem Stuhl bequem, auf dem er schon bei "Invictus" saß. Ein Thema von historischer Wichtigkeit feinfühlig und mit Wärme umgesetzt, aber ohne Feuer und ziemlich austauschbar.
Dabei wird in "J. Edgar" alles soweit richtig gemacht. Der Film scheint optisch bis ins letzte Detail ausgefeilt zu sein und wirkt gleichzeitig akkurat und bildgewaltig. Wunderbare Settings führen einen durch den Film und man kommt eigentlich nie in die Verlegenheit zu denken, dass es nachgestellte Szenen sind, die man gerade sieht. Leonardo DiCaprio macht auch einen Bombenjob, man nimmt ihn den jungen Hoover genauso ab wie den alten, wozu auch die hervorragend gestaltet Maske beiträgt (Seltsamerweise ist Alters-Maske des Clyde Tolson nicht halb so gut gelungen).
Inhaltlich werden nur einige wenige Eckdaten angerissen, Karrierepunkte die das Leben Hoovers und den Status des FBI's maßgeblich beeinflußt haben. Dabei geht "J. Edgar" nicht sonderlich in die Tiefe, weder was die Arbeit des FBI's angeht, noch wird in Hoovers Seele gegraben. Der Film will einen vielschichtigen Menschen darstellen, flüchtet sich bei der Erklärung seiner Motivation immer wieder in die Beziehung zur Mutter oder den Hass auf Kommunisten. Und ohne den Mann jemals getroffen zu haben, merkt man, dass da einfach mehr dahinter gesteckt haben muss. Wie auf dem Reißbrett entworfen beginnt "J. Edgar" dann doch einfach nur abzulaufen, die Dinge scheinen sich etwas zu wiederholen und die Erklärungen bleiben doch die gleichen. In manchen Momenten sind es allein die 3 Zeitebenen die einen konzentriert zuschauen lassen, da diese teilweise doch etwas verwirrend auf mich wirkten. Vorallem die 2 späten Episoden konnte ich erst nach einiger Zeit auseinanderhalten. Andererseits ist dieses verwirrende Hin und Her etwas, dass dem Film ein klein wenig die Aura des Besonderen verleiht.
Nach 133 Minuten guter Unterhaltung, ich würde mich davor hüten zu sagen anspruchsvoller, bleibt dann aber mit einem unbestimmten Gefühl zurück. Man weiß eigentlich gar nicht mehr, man bekam ein paar spekulative Flöhe ins Ohr gesetzt und muss ansonsten mit der Aussage des Films leben: Hoover war mal so und mal so und überhaupt weiß man es nicht...aber er war ein wichtiger Mann. Allgemein würde man die Art und Weise des Films wohl respektvoll nennen, hier mag mir das aber gar nicht in den Sinn kommen irgendwie. Etwas fehlt dem Film. Etwas das berührt oder Weht tut. So bleibt seine Hülle einfach viel schöner als sein unentschlossener Inhalt.

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DonChris

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Die Idee zum Film ist gut, doch irgendwie konnte ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen und auch die Story an sich wirkt recht verworren zubereitet. Mein Resultat: 5.0


ElMagico

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Da fehlt wohl einfach der Punkt auf den der Film zusteuert oder er etwas an Bedeutung gewinnt. So ist er halt ein kurzer Lebensabriss der für mich weder Fisch noch Fleisch war.



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